Helfen weitere Markierungen auf den Straßen - wie hier im Alten Lorscher Weg?

Ergebnisse der Verkehrsschau in der Bürgerkammer

Busverkehr, Tempo 30, unübersichtliche Fahrradwege – Fragen des Verkehrs bewegen viele Neuschlößer, was sich in den Treffen der Bürgerkammer widerspiegelt. In der öffentlichen Sitzung am Donnertag, 15. November, 19 Uhr, könnte es in diesen Themen einen entscheidenden Schritt vorangehen: Präsentiert werden dann die Ergebnisse einer ganz frischen Verkehrsschau vom vergangenen Samstag. Wie immer kommt die Kammer im Bürgersaal am Ahornplatz zusammen.

Mit dem Busverkehr und dem Fahrgastbeirat stehen zwei weitere Verkehrsthemen explizit auf der Tagesordnung. Weitere Punkte sind der Kanalgeruch und der städtische Haushaltsplan.

Spannend verspricht auch der Bericht der Bila über die geplante Neubautrasse der Bahn werden, nachdem das Bundesverkehrsministerium vor einigen Tagen Pläne zu den Verkehrsknoten in Mannheim und Frankfurt vorgelegt hat. Die Anforderungen an die neuen Gleise stehen in einen inhaltlichem Zusammenhang.

Hier die komplette Tagesordnung.

Bürgerkammer fordert Kanalneubau

Die Bürgerkammer fordert eine neue Strategie, um gegen den Kanalgeruch vorzugehen. Die Abwässer, die über eine Druckleitung aus Hüttenfeld kommen, dürften nicht mehr in die Neuschlößer Kanäle eingeleitet werden. Stattdessen soll die Verwaltung prüfen, wie vielversprechend eine direkte Leitung vom bisherigen Übergabepunkt am Forsthaus an der Landesstraße (Bild oben) bis zur Pumpstation am kleinen Waldfriedhof-Parkplatz ist. Zugleich sollen Voraussetzungen und Aufwand für die etwa 700 Meter weite Verlängerung der Druckleitung aus Hüttenfeld geklärt werden.

„Wir müssen das Übel am Grund anpacken“, begründete Michael Bayer den Vorstoß. Das Bürgerkammer-Mitglied ist auch Macher von Neuschloss.net. Über ein Formular laufen dort die Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger ein. „Es sind so viele Meldungen wie noch nie, und der Ton wird zunehmend rauer. Die Neuschlößer verlieren die Geduld“, berichtete Bayer.

Erster Stadtrat Jens Klinger zeigte Verständnis für die Forderung. „Eine endgültige Lösung gibt es nur, wenn man grundsätzlich an den Kanal herangeht“, sagte er. Die Verwaltung überlege, mit Entlüftungen im Wald zwischen Hüttenfeld und Neuschloß kurzfristig etwas Abhilfe zu schaffen.

Abwasserpumpstation in Neuschloß am kleinen Waldfriedhof-Parkplatz
Abwasserpumpstation in Neuschloß am kleinen Waldfriedhof-Parkplatz

Der Kanalgeruch ärgert die Neuschlößer schon seit vielen Jahren, wie unsere Themenseite zeigt. Nach bisheriger Kenntnis entsteht der Gestank, weil sich an Unebenheiten feste Bestandteile des Abwassers festsetzen und dann riechen.

Im Herbst 2017 hatte die Stadt zwei Schwallklappen in den Neuschlößer Kanal einbauen lassen. Sie stauen das Abwasser auf und schicken es anschließend auf einen Schlag auf die Reise – die Spülung soll das festgesetzte Material mitnehmen. Im trockenen Sommer scheiterte dieses Verfahren aber offenbar daran, dass im Kanal nicht genug Wasser zum Aufstauen vorhanden war. Zudem sei die Anlage zeitweise wegen Hitzeschäden ausgefallen, berichtete Klingler.

Kein Geld für den Umbau der Bushaltestelle

Eigentlich sollte die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ schon längst in den sicheren Nebenweg der Landesstraße verlegt sein. Doch weil in Lampertheim vor der Bahnunterführung in der Neuschloßstraße der Kreisel und damit gleich die dortige Bushaltestelle neu gebaut wurde, trat unser Stadtteil zurück. Auf das Versprechen setzend, dass wir ein Jahr später dran sind. Sind wir aber nicht. „Hessen Mobil fördert das Projekt erst im Jahr 2020“, berichtete Erster Stadtrat Jens Klinger völlig überraschend der Bürgerkammer.

Ziel des Umbaus ist zum einen, die Haltestelle für die Linien 644 und 602 so anzuheben, dass der Einstieg ebenerdig möglich ist. Zum anderen würden die Busse künftig sowohl in Richtung Lampertheim als auch in Richtung Hüttenfeld in den Seitenweg abbiegen. Damit könnten die Fahrgäste in Richtung Kernstadt in der Nähe der Grünanlage auf den Bus warten, und die Schhulkinder aus dem alten Ortskern müssten auf dem Nach-Hause-Weg nicht wie bisher die viel befahrene Landesstraße überqueren.

Pläne für die Bushaltestelle "Neuschloß Ort"
Pläne für die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“

Etwa 100.000 Euro würde das Projekt kosten. Die Stadt möchte dieses Geld nicht vorlegen. „Wenn wir einen Kredit aufnehmen für Haltestelle, verstoßen wir gegen das Haushaltsrecht“, erläuterte Klingler mit Blick auf geringere Gewerbeeinnahmen als erhofft. „Das Projekt ist fertig, es müsste nur ausgeschrieben werden. Aber aktuell sind alle Projekte gestoppt, die noch nicht ausgeschrieben sind.“ Wenn man hier anders vorgehen wollte, sei das „eine politische Entscheidung“.

Die Bürgerkammer zeigte sich sehr enttäuscht. Sie legte der Stadt mit Blick auf das Entgegenkommen der Neuschlößer in der Kreiselfrage nahe, bei jeglichem Verhandlungsspielraum umgekehrt gleich an die Neuschlößer zu denken.

Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier - und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.
Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier – und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.

Verkehrsschau soll Problemecken entschärfen

Verkehrsfragen standen im Mittelpunkt der öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer Neuschloß Anfang September. Alle genannten Probleme soll eine Verkehrsschau vor Ort veranschaulichen und auch lösen.

Tempo 30 ist in Neuschloß auf Schildern verblasst – wie unser Bild aus dem Erlenweg zeigt. Und auch bei den Autofahrern wohl in Vergessenheit geraten. Dass jenseits der Landesstraße im kompletten Stadtteil maximal 30 erlaubt ist, sei vielen nicht klar, beobachtet die Bürgerkammer. Zu den Rasern gehörten Anwohner genauso wie Paketdienstfahrer oder Handwerker, heißt es in einer Anfrage von Sonja Hilbert. „Ich habe Autofahrer angesprochen – und häufig als Antwort gehört, es sei nicht bekannt, dass Tempo 30 in Neuschloß flächendeckend gelte. Die Schilder gleich nach der Landesstraße würden doch nur bis zur nächsten Kreuzung gelten, hieß es fälschlich.“ Hilbert schlägt vor, auf den Straßen im Stadtteil vermehrt entsprechende Markierungen aufzumalen.

Helfen weitere Markierungen auf den Straßen - wie hier im Alten Lorscher Weg?
Helfen weitere Markierungen auf den Straßen – wie hier im Alten Lorscher Weg?

Mehrere Neuschlößer lenkten die Aufmerksamkeit der Bürgerkammer auf die Fußgängerampel an der L3110 in Höhe der Bushaltestelle. Dort missachteten Autofahrer immer wieder das Rotlicht. Heidrun und Helmut Kemnitzer fragen an, wie diese Gefahr entschärft werden könne – und geben die via Facebook übermittelte Idee der Bürger weiter, die neu installierte Radaranlage zur Geschwindigkeitsüberwachung entsprechend zu erweitern.

Das Haltesignal der Fußgängerampel sehen manche Autofahrer eher als Anregung.
Das Haltesignal der Fußgängerampel sehen manche Autofahrer eher als Anregung.

Als Gefahrenpunkt sieht die Bürgerkammer auch die Mündung des Fuß- und Radwegs zwischen Kindertagesstätte und Krippe auf den Weg an der Landesstraße. „Wegen der Sichtschutzzäune der Kindereinrichtungen besteht keine Möglichkeit zu erkennen, ob sich auf dem jeweils anderen Weg ein Verkehrsteilnehmer nähert.“

Unübersichtliche Einmündung des Fuß-/Radwegs zwischen den Kindereinrichtungen auf die Landesstraße.
Unübersichtliche Einmündung des Fuß-/Radwegs zwischen den Kindereinrichtungen auf die Landesstraße.

Bürgerkammer berät Verkehrsfragen

Verkehrsfragen stehen im Mittelpunkt der kommenden öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer Neuschloß. Sie beginnt am Donnerstag, 6. September, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Tempo 30 ist in Neuschloß auf Schildern verblasst – wie unser Bild aus dem Erlenweg zeigt. Und auch bei den Autofahrern wohl in Vergessenheit geraten. Dass jenseits der Landesstraße im kompletten Stadtteil maximal 30 erlaubt ist, sei vielen nicht klar, beobachtet die Bürgerkammer. Zu den Rasern gehörten Anwohner genauso wie Paketdienstfahrer oder Handwerker, heißt es in einer Anfrage von Sonja Hilbert. „Ich habe Autofahrer angesprochen – und häufig als Antwort gehört, es sei nicht bekannt, dass Tempo 30 in Neuschloß flächendeckend gelte. Die Schilder gleich nach der Landesstraße würden doch nur bis zur nächsten Kreuzung gelten, hieß es fälschlich.“ Hilbert schlägt vor, auf den Straßen im Stadtteil vermehrt entsprechende Markierungen aufzumalen.

Helfen weitere Markierungen auf den Straßen - wie hier im Alten Lorscher Weg?
Helfen weitere Markierungen auf den Straßen – wie hier im Alten Lorscher Weg?

Mehrere Neuschlößer lenkten die Aufmerksamkeit der Bürgerkammer auf die Fußgängerampel an der L3110 in Höhe der Bushaltestelle. Dort missachteten Autofahrer immer wieder das Rotlicht. Heidrun und Helmut Kemnitzer fragen an, wie diese Gefahr entschärft werden könne – und geben die via Facebook übermittelte Idee der Bürger weiter, die neu installierte Radaranlage zur Geschwindigkeitsüberwachung entsprechend zu erweitern.

Das Haltesignal der Fußgängerampel sehen manche Autofahrer eher als Anregung.
Das Haltesignal der Fußgängerampel sehen manche Autofahrer eher als Anregung.

Als Gefahrenpunkt sieht die Bürgerkammer auch die Mündung des Fuß- und Radwegs zwischen Kindertagesstätte und Krippe auf den Weg an der Landesstraße. „Wegen der Sichtschutzzäune der Kindereinrichtungen besteht keine Möglichkeit zu erkennen, ob sich auf dem jeweils anderen Weg ein Verkehrsteilnehmer nähert.“

Unübersichtliche Einmündung des Fuß-/Radwegs zwischen den Kindereinrichtungen auf die Landesstraße.
Unübersichtliche Einmündung des Fuß-/Radwegs zwischen den Kindereinrichtungen auf die Landesstraße.

Ferner beschäftigten die Bürgerkammer die Geschwindigkeitsregulierung auf der Landesstraße in Höhe des Friedhofs und der geplante Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“.

Zurück auf der Tagesordnung ist der Kanalgeruch. Im trockenen Sommer gerieten die im vergangenen Herbst eingebauten Schwallklappenspülungen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Die Folge: Noch nie gab es so viele Beschwerden der Anwohner über das eingerichtete Meldeformular von Neuschloss.net. Die Formulierungen der Anwohner zeigen, wie sehr sich die Neuschlößer belästigt fühlen. Und sie machen klar: Das Geruchsproblem entsteht nicht nur in einer bestimmten Ecke des Stadtteil. Mit dem Linden-, Buchen-, Ulmen- und Akazienweg ist vielmehr der komplette Verlauf des Kanalhauptstrangs durch den Stadtteil betroffen.

Blick in den Kanal: Die Klappe wird hydraulisch gehoben und gesenkt, das Wasser staut sich und fließt danach kraftvoll los.
Blick in den Kanal: Die Klappe wird hydraulisch gehoben und gesenkt, das Wasser staut sich und fließt danach kraftvoll los.

Auf der Tagesordnung stehen ferner eine Bilanz der Feiern zum Stadtteil-Jubiläum, Fragen der Biodiversität in Neuschloß und Lampertheim, der aktuelle Stand in Sachen ICE-Trasse und weitere Berichte.

Das Jubiläumsprogramm

Um 11 Uhr erklingen am Samstag im Schlosshof die Jagdhörner – etwa so wie vor 550 Jahren, als die Fürsten zu ihren Jagdspektakeln aufbrachen. Die Bläser geben am Wochenende das Startsignal für die Jubiläumsfeier von Neuschloß.

Die Bürgerkammer lädt ein zu einem zweitägigen Programm mit viel Unterhaltung, Geschichtlichem, Livemusik – und einem ökumenischen Gottesdienst im Festzelt. Viele Neuschlößer gestalten es mit.

Ein kleiner Glücksfall ist, dass das alte Schlossgebäude derzeit umgebaut wird – und sich innen völlig entkernt in seiner gesamten Schönheit zeigt. Der Beamtenbau – so die eigentliche Bezeichnung des Gebäudes – öffnet seine Türen; der Besitzer und Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun bietet 30-minütige Führungen für kleinere Gruppen an.

Das ungewöhnliche Ambiente bildet auch den Rahmen einer Kunstausstellung. Rita Eberhard, Heike Herbert und Bernd Wegerle aus Neuschloß sowie Marlies Walkowiak, die Illustratorin der Festschrift, zeigen im Erdgeschoss ihre Zeichnungen und Gemälde. Die Musikerin Suzanne van Os begleitet zeitweise die Schau mit ihrem Spiel auf einer Laute. Schließlich erinnern Fotos an Stationen der Neuschlößer Geschichte; der Projektbeirat zeigt seine eindrucksvolle Dokumentation der Altlastensanierung.

Auf dem Rasen vor dem Schloss baut der Historische Tanzkreis Bensheim sein Zeltlager auf. Die Darsteller tragen Kleidung aus früheren Zeiten und spielen auf alten Musikinstrumenten. Geschichtliche Darbietungen beziehen das Publikum mit ein.

Im Festzelt im Innenhof läuft über beide Tage hinweg ein Bühnenprogramm. Am Anfang (Samstag, 11 Uhr) stehen Grußworte und ein kleiner historischer Rückblick. Am Mittag (13 Uhr) treten die Mädchen und Jungen des kommunalen Kindergartens im Wacholderweg auf. Der Abend wird musikalisch: Von 18 Uhr an spielt die Neuschloß-Band „VoxFour“, und von 20 Uhr bittet die Band der Musiker-Initiative Lampertheim zum Tanz.

Der Sonntag startet um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Pfarrer Reinald Fuhr von der evangelischen Johannesgemeinde in Neuschloß und Patrick Fleckenstein von der Lampertheimer St-Andreas-Gemeinde gestalten ihn gemeinsam. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst vom Gospelchor Ephata unter der Leitung von Maria Karb.

In den Sonntag-Nachmittag begleitet die Band „Second Chance“ der Musikschule die Gäste (14 Uhr), bevor um 16 Uhr erneut Jagdhörner erklingen – und das Signal „Jagd beendet“ geben.

Um die Verpflegung der Gäste kümmern sich die Neuschlößer Vereine Meute und Sportgemeinde Kurpfalz sowie Familie Castellani. Den kleinen Gästen verspricht das städtische Spielmobil am Samstag Abwechslung. Durch das Programm führen Gisela Bürkel und Michael Bayer.

Am Festwochenende erhältlich ist noch die Festschrift zum 550-jährigen Bestehen, die unterhaltsam und informativ die ältere und vor allem jüngere Geschichte des heutigen Lampertheimer Stadtteils erzählt. Enthalten ist eine historische Karte, die zeigt, wie sich unsere Gegend im Laufe der Jahrhunderte verändert und entwickelt hat – Flussläufe, Fernwege, Wälder. Nicht zuletzt kommen Bewohnerinnen und Bewohner zu Wort, die in verschiedenen Jahrzehnten nach Neuschloß zogen – und in der Festschrift von ihren Erwartungen, Ängsten und Erfahrungen berichten.

Das Heft ist ebenfalls erhältlich im Rathaus-Service sowie im Neuschlößer Kiosk am Ahornplatz für 5,50 Euro.

Das Programm auf einen Blick

Samstag, 18. August

11.00 Uhr

Eröffnung

Historischer Rückblick Neuschloß

13.00 Uhr

Auftritt Kindergarten Neuschloß

14.30 und 15.30 Uhr

Suzanne van Os spielt auf der Laute in der Kunstausstellung

18.00 Uhr

Livemusik: Neuschloß-Band „VoxFour“

20.00 Uhr

Band der Musiker Initiative Lampertheim spielt zum Tanz

Sonntag, 19. August

10.00 Uhr

Ökumenischer Gottesdienst, musikalische Gestaltung durch den Chor Ephata

14.00 Uhr

Livemusik: Band der Musischule „Second Chance“

16.00 Uhr

Jagdhörner blasen das Signal „Jagd beendet“

Durch das Programm führen Gisela Bürkel und Michael Bayer.

Rahmenprogramm

  • Zeltlager des Historischen Tanzkreises Bensheim mit mittelalterlicher Musik rund um das Schloss
  • Kunstausstellung im Schloss
  • Führungen durch das entkernte Schloss mit Franz-Rudolf Braun, Lampertheimer Architekt und Eigentümer des historischen Gebäudes

Neuschloß feiert im Wald

Dass Neuschloß seinen 550. Geburtstag feiern kann, verdanken wir unserem Wald. Die Pfalzgrafen liebten es, in unserer Gegend zu jagen – und bauten deshalb hier eine Schlossanlage. Mehrere hundert Neuschlößer und auch Lampertheimer erinnerten sich beim Familienfest der Bürgerkammer an diese Anfänge unseres Stadtteils – mitten im Wald, rund um die Grillhütte.

Natürlich erklang dabei auch das Jagdhorn – geblasen von der Neuschlößer Jägerin Beatrix Holz. Waldpädagoge Mirko Klein führte interessierte Gäste durch den heimischen Wald – und erklärte ihnen markante Punkte.

Mit Fühlkästen hatten die Kinder ihren Spaß – und einem kleinen Quiz dazu. Auch ein kleiner Kletterparcours und das Spielmobil brachten ihnen Abwechslung. Viele Besucher genossen auch einfach den schönen Sonnentag in den Festzelten, und ließen dabei von Meute und Bürgerkammer mit Kuchen und Gegrilltem verwöhnen.

Viel Applaus gab es für die Bläserklasse des sechsten Jahrgangs des Lessing-Gymnasiums. Musik selbstgemacht, ganz ohne Strom und Technik – das passte zum Rahmen.

Ein gelungener Auftakt der Jubiläumsfeiern – die am Wochenende vom 18. und 19. August rund um das Schloss ihren Höhepunkt finden werden.

Familienfest zum Jubiläum

Die Bürgerkammer lädt ein zum großen Fest am Samstag, 5. Mai, 14 Uhr, rund um die Grillhütte an der Erholungsanlage Heidetränke.

Dass wir im Sommer 550 Jahre Neuschloß feiern können, verdanken wir unserem Wald und dem Wild dort. Die Pfalzgrafen liebten es, in unserer Gegend zu jagen – und bauten deshalb hier eine Schlossanlage. Die Anfänge unseres Stadtteils.

Welche Rolle spielt der Wald heute? Wie geht es ihm? Welche Tiere leben in unserer Nähe? Und wie funktioniert die Jagd heute? Fragen, denen wir beim Familienfest der Bürgerkammer nachgehen können – Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

Wir erkunden mit dem Waldpädagogen Mirko Klein markante Punkte, wir lösen ein spannendes Waldrätsel – entweder modern mit dem Smartphone oder einfach mit Stift und Papier. Die Neuschlößer Jagd-Familie Holz zeigt, was ein Jagdhund alles können muss. Der Waldkindergarten informiert über seine Arbeit, und auch das Spielmobil bringt Abwechslung mit.

Zum Abschluss spielt die Bläserklasse des sechsten Jahrgangs des Lessing-Gymnasiums.

Die „Meute“ versorgt uns mit Bratwurst, Gebäck, Kaffee, Softdrinks und Bier.

Anreise: am besten mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Wer auf das Auto angewiesen ist, fährt über die Boveristraße, vorbei an der Gaststätte Waldesruh, zur Grillhütte.

Bürgerkammer stellt Jubiläumsprogramm vor

Das Programm für das Stadtteil-Jubiläum von Neuschloß steht im Mittelpunkt der kommenden öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer. Sie beginnt am Donnerstag, 12. April, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz. Die erste Veranstaltung steht bereits kurz bevor: Am Samstag, 5. Mai, lädt die Bürgerkammer zu einem gemeinsamen Fest im Wald ein. Der Festausschuss wird das umfangreiche Programm für diesen Tag vorstellen. Das große Jubiläums-Wochenende steigt am 18./19. August rund ums Schloss.

Weiteres Thema der Bürgerkammer-Sitzung ist erneut der Busverkehr. Im Einzelnen geht es um den Umbau der Bushaltestelle an der Landesstraße und die Frage, ob die Linien weiter durch den Ahornweg geführt werden sollen.

Ferner stehen auf der Tagesordnung verschiedene Berichte, unter anderem der ICE-Intiative Bila und aus einem Treffen des Lampertheimer Arbeitskreises Insektensterben.

Bürgerkammer geht in die zweite Runde

Nach zwei Jahren stellt sich die Neuschlößer Bürgerkammer neu auf. Nachdem die satzungsgemäße erste Amtszeit abgelaufen war, fand sich nun eine neue Runde zusammen – die weitgehend die alte ist. Sieben Bewohnerinnen und elf Bewohner kümmern sich um die Anliegen unseres Stadtteils. Damit wurde keine Auswahl nötig, weil die Satzung bis zu 20 Aktive erlaubt.

Kontinuität gibt es auch an der Spitze. Carola Biehal bleibt die Vorsitzende. Das Führungsteam komplettieren der stellvertretende Vorsitzende Helmut Kemnitzer, Schriftführerin Sonja Hilbert, die stellvertretende Schriftführerin Gitte Weidenauer, Pressesprecher Michael Bayer und Beisitzer Heinz Rupprecht.

Ausgeschieden sind damit aus dem Vorstand der bisherige stellvertretende Vorsitzende Jason Bog und Pressesprecher Helmut Kleinsteuber.

Von links: Heinz Rupprecht, Michael Bayer, Gitte Weidenauer,  Sonja Hilbert, Helmut Kemnitzer, Carola Biehal.
Von links: Heinz Rupprecht, Michael Bayer, Gitte Weidenauer, Sonja Hilbert, Helmut Kemnitzer, Carola Biehal.

Die weiteren Mitglieder der Bürgerkammer sind Gisela Bürkel, Horst Irrgang, Heidrun Kemnitzer, Günther Kirchenschläger, Helmut Kleinsteuber, Robert Lenhardt, Ariane Lunkenbein, Gerhard Pflästerer, Peter Scherb, Elfriede Svoboda, Rolf Wegerle und Günter Weidenauer.

Folgende Karte veranschaulicht, in welchen Straßen die Mitglieder wohnen – auf die roten Punkte klicken.

In diesem Kreis sind wieder wichtige Einrichtungen des Stadtteils vertreten – die evangelische Johannesgemeinde genauso wie der SC Kurpfalz, die Meute wie der Altlastenverein und Projektbeirat.

Die Liste der Mitglieder auf einen Blick:
* Bayer, Michael, Ulmenweg 35;
* Biehal, Carola, Ahornweg 4;
* Bürkel, Gisela, Ahornweg 14a;
* Hilbert, Sonja, Eichenweg 7;
* Irrgang, Horst, Wacholderweg 10;
* Kemnitzer, Helmut, Akazienweg 7;
* Kemnitzer, Heidrun, Akazienweg 7;
* Kirchenschläger, Günter, Buchenweg 23;
* Kleinsteuber, Helmut, Ahornweg 21a;
* Lenhardt, Robert, Tannenweg 1;
* Lunkenbein, Ariane, Akazienweg 5;
* Pflästerer, Gerhard, Eichenweg 12;
* Rupprecht, Heinz, Ahornweg 6;
* Scherb, Peter, Akazienweg 94;
* Svoboda, Elfriede, Akazienweg 92;
* Wegerle, Rolf, Lindenweg 3;
* Weidenauer, Gitte, Buchenweg 5;
* Weidenauer, Günter, Buchenweg 5.

Die Bushaltestelle im Ulmenweg - jetzt mit offizieller Linie.

Bürger fordern kurze Busse

Es ist ein Thema, das Anwohner im Ahornweg emotional sehr bewegt. Dass durch ihre Straße Linienbusse fahren und beim Abbiegen in den beiden Kurven im rechten Winkel auch über den Gehweg kommen, betrachten sie als gefährlich und rechtswidrig. Zu schnell seien die Busse, zu laut. Und der Abgasgeruch mache es schwierig, die Wohnung zu lüften. Das brachte die Gruppe im Publikum deutlich zum Ausdruck beim Informationstreffen zum Busverkehr, zu dem die Bürgerkammer eingeladen hatte.

Freilich sehen das nicht alle Neuschlößer so. Eine andere Gruppe – Mütter von Kindern, die teils noch in die Grundschule gehen – sähen die Busse lieber weiter an der Haltestelle Ulmenweg halten. Dort schließt sich unmittelbar der Ahornplatz an, wo die Kleinen Raum finden zum ungefährlichen Toben.

Ein weiteres Argument nannte Bernd Isenhardt, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft „Touristik Verkehr Lampertheim“, die den Öffentlichen Personennahverkehr betreibt: Auf Wunsch der Neuschlößer hält die Linie 602 an den Fachmärkten in der Otto-Hahn-Straße. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass vor allem Ältere auf dem Rückweg dann die Einläufe viele hundert Meter durch Neuschloß tragen wollen.“

Anlass der Debatte zu dem Dauerbrenner-Thema ist der geplante Umbau der Haltestelle „Neuschloß Ort“ an der Landesstraße. Sie soll vorständig verlegt werden in die Seitenstraße vor dem Beamtenbau – und zwar in beide Richtungen. Der Bus aus Lampertheim kommend würde also links in den Seitenweg einbiegen; Erhöhungen für den barrierefreien Einstieg wären im Seitenweg beidseitig nötig – ähnlich wie vor der Goetheschule. Somit müssten die meisten Neuschlößer Schulkinder auf dem Rückweg nicht die gefährliche Landesstraße überqueren, wenn sie bei „Neuschloß Ort“ aussteigen. „Der längere Weg bleibt trotzdem“, hielt eine Mutter aus dem Publikum entgegen. „Und das bei sieben, acht Kilogramm schweren Schulranzen.“

Eine Haltestelle für zwei Richtungen an der Goetheschule.
Eine Haltestelle für zwei Richtungen an der Goetheschule.

Im Laufe der Debatte loteten die Mitglieder der Bürgerkammer die Verhältnisse tiefer aus. Als Konsens auch mit den zunächst aufgebrachten Anwohnern entwickelte sich heraus, dass die vier Busse täglich zur und von der Pestalozzischule in jedem Fall weiter im Ulmenweg halten und wie bisher von großen Fahrzeugen bedient werden soll.

Wie mit der 602, die von Hüttenfeld zum Schulzentrum West fährt, am besten umzugehen ist, blieb lange umstritten. Manche würden gerne die täglich 25 Busse auf den gleichen Routen weiter fahren lassen wie bisher, aber gegen die negativen Begleiterscheinungen vorgehen. Es solle geprüft werden, ob die Busse nicht langsamer fahren und die Fahrplan-Zeiten so angepasst werden könnten, dass kein Grund zur Eile ensteht. Eine andere Idee war, nur die für Schulkinder wichtigsten Verbindungen am Morgen und Mittag weiter durch den Ulmenweg zu schicken. Manche wollten sie weiter ganz aus dem Ahornweg heraushaben.

Am Ende aber gab es auch für die 602 einen Konsens: Wenn hier kleine Busse zum Einsatz kämen, wären auch die Ahornweg-Anwohner glücklich. Ein Punkt, an dem die Bürgerkammer in ihren internen Beratungen nun anknüpfen kann.

Dreharbeiten bei Stefan Spiesberger.

Neuschloß, das dolle HR-Dorf

Neuschloß kommt ins Fernsehen. Die Bürgerkammer diskutiert gerade heiß mit den Anwohnern über den Busverkehr, als Vorsitzende Carola Biehal plötzlich aufsteht und einige Schritte zur Seite läuft. Am Telefon: Bürgermeister Gottfried Störmer mit der überraschenden Nachricht.

Die Überraschung gehört zum Konzept des Hessischen Rundfunks. „Dolles Dorf“ heißt das Format des täglichen Nachrichten-Magazins „Hessenschau“ (19.30 Uhr, Hessen Fernsehen). Immer donnerstags liegen alle Orte des Landes mit weniger als 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Lostrommel. Wer gezogen wird (Minute 17.30 im Video),  kommt samstags groß raus mit einem Fünf-Minuten-Beitrag. Aber dafür muss das Dorf alles auffahren, was es zu bieten hat.

Nicht unpraktisch, dass ohnehin gerade die aktiven Neuschlößer zusammensitzen. Aber die Runde lässt sich erstmal nicht aus dem Konzept bringen, auch wenn sich gegen 20 Uhr immer mehr Telefone melden – unter anderem jenes grüne Festnetzgerät noch mit Wählscheibe und rasselnder Klingel im Nebenraum des Bürgersaals, an das seit Jahren kaum jemand mehr denkt.

Das Fernsehen kommt - und plötzlich klingeln Telefone, von denen kaum einer mehr weiß.
Das Fernsehen kommt – und plötzlich klingeln Telefone, von denen kaum einer mehr weiß.

Eine Stunde später – Bürgerkammer und Anwohner haben den Busverkehr fürs Erste ausdiskutiert – wird klar: Ein Filmteam des Hessischen Rundfunks ist schon unterwegs nach Neuschloß. Nur wohin genau, weiß niemand so recht.

Neuschloss.net startet über Facebook einen Aufruf, möglichst viele Leute mögen sich am Ahornplatz einfinden. Im Bürgersaal stellen Neuschlößer die eben schon abgebauten Tische wieder auf, bringen Stühle zurück. Andere springen kurz nach Hause, holen Familie, Wasser, Wein und Chips.

„Da sind sie“, ruft plötzlich jemand am Fenster. „Alle runter!“ Vier Leute vom Hessischen Rundfunk schreiten über den Ulmenweg; etwa zwei Dutzend Neuschlößer empfangen sie jubelnd und mit einer kleinen La-Ola-Welle. „Schön, dass Sie alle gekommen sind“, sagt Reporter Philipp Wellhöfer. „Wir sind einfach durch den Ort gefahren und haben mal geschaut, wo wir jemanden finden.“

Oben im Bürgersaal geht‘s dann zur Sache. Reporter Wellhöfer zeigt auf sein Technikteam, das sich um Kamera, Ton und Licht kümmert. „Etwas zu drehen bringt immer viel Aufwand, selbst wenn es nur wenige Sekunden im Beitrag sind. Deshalb wollen wir nur filmen, was wir am Samstag auch senden.“ Mit anderen Worten: Es braucht eine gründliche Planung.

HR-Reporter Philipp Wellhöfer im Gespräch mit den Neuschlößern.
HR-Reporter Philipp Wellhöfer im Gespräch mit den Neuschlößern.

Und die beginnt sofort. Es sprudelt gerade so heraus aus den Neuschlößern: das Jagd- und Lustschloss mit den ersten Maskenbällen, die Wildschweine noch heute im Wald, die erste bedeutende deutsche Sodafabrik (Wellhöfer: „Ja, Superlativen sind super!“), blühende und ausgezeichnete Gärten, der Kampf um die Altlastensanierung, das weltweite Pilotprojekt der Grundwassersanierung, die einzigartige Bürgerkammer, der Kampf gegen eine ICE-Trasse quer durch den Wald, Stefan Spiesbergers Musikschule und sein Engagment für unseren Stadtteil, die evangelische Johannesgemeinde, der Waldfriedhof, die Meute, Kindergarten, Krippe und der neue Waldkindergarten mit Bauwagen. Und eine Runde Schnaps an der Mülltonne im Wacholderweg.

Neuschlößer in der Diskussion.
Neuschlößer in der Diskussion.

Der Reporter vom HR füllt Blatt für Blatt mit seinen Notizen, fragt nach, lacht, ist begeistert. Hat auf dem Weg nach Neuschloß ganz offensichtlich schon einiges über unseren Stadtteil gelesen (auch auf Neuschloss.net). Und schafft es so in sensationell kurzer Zeit, die Themen zu gewichten und sortieren. Die Neuschlößer besorgen ihm derweil die Ansprechpartner für die Gespräche vor der Kamera. Und so steht schon um 23 Uhr der minutengenaue Drehplan für den nächsten Tag.

Eine tolle Chance für unseren Stadtteil, sich zu präsentieren. Das Ergebnis ist noch abrufbar im Sendungsarchiv der Hessenschau.

Das Filmteam der Hessenschau ist unterwegs im "Dollen Dorf" Neuschloß - hier beim Waldkindergarten.
Das Filmteam der Hessenschau ist unterwegs im "Dollen Dorf" Neuschloß - hier beim Waldkindergarten.
Das Filmteam der Hessenschau ist unterwegs im "Dollen Dorf" Neuschloß - hier beim Waldkindergarten.
Das entkernte Schloss ist natürlich eine wundervolle Kulisse. (Videos aus dem Inneren des Beamtenbaus findet Ihr auch hier auf Neuschloss.net.)
Das entkernte Schloss ist natürlich eine wundervolle Kulisse. (Videos aus dem Inneren des Beamtenbaus findet Ihr auch hier auf Neuschloss.net.)
Ulrich Guldner von der Bila berichtet, wie die ICE-Trasse den Wald zerschneiden könnte.
Das Flatterband zeigt: Hier droht die ICE-Trasse.
Die Vorsitzende von Projektbeirat und Bürgerkammer, Carola Biehal, im Interview über die Altlasten.
Die Kamera rückt den Sodabuckel ins Bild.
Reporter Philipp Wellhöfer (Bildmitte) mit seinem Technikteam bei Kids on Keys von Stefan Spiesberger.
Reporter Philipp Wellhöfer (Bildmitte) mit seinem Technikteam bei Kids on Keys von Stefan Spiesberger.
Mittagspause bei den Dreharbeiten - mit Pizza und Cola im Meute-Keller.
Schwatz mit Schnaps an der Mülltonne im Wacholderweg.
Schwatz mit Schnaps an der Mülltonne im Wacholderweg.
Noch gilt zwischen Waldfriedhof und Neuschloß Tempo 80.

Vorschlag für Tempo 60 auf der L3110

Neuschlößer wissen es: Sobald wir den großen Kreisel am Hundeheim hinter uns gelassen haben, wird es gefährlich beim Heimweg auf der Landesstraße 3110. Die Bürgerkammer schlägt deshalb neue Verkehrsregeln vor.

Aber schauen wir uns erstmal den Stand der Dinge an. Die Gefahr beginnt einige hundert Meter vor dem Waldfriedhof am Feldweg in Richtung Pferdegestüt. Manche deuten dort links blinkende Autos vor ihnen so, dass die weithin sichtbare Linksabbiegespur des Friedhof das Ziel sei – und sind teils böse überrascht, wenn die Wagen vor ihnen stattdessen schon vorher abbremsen, um in den Feldweg zu biegen. Zumal bis fast hier auch noch Tempo 80 gilt.

In Höhe der Haupteinfahrt zum Waldfriedhof ist dann Tempo 60 erlaubt und überholen verboten – was beides aber gleich danach wieder aufgehoben wird. Bis kurz vor der Einmündung des Neuschlößer Ulmenwegs in die Landesstraße, wo unser Ortsschild steht, sind dann wieder 80 km/h und überholen erlaubt. Obwohl es in diesem Abschnitt eine weitere Gefahrenstelle gibt: die Einfahrt zum hinteren Parkplatz des Waldfriedhofs.

Die Bürgerkammer folgte in ihrem jüngsten Treffen einem Antrag des Mitglieds Peter Scherb: Demnach soll Tempo 60 durchgehend vom Waldfriedhof an bis Neuschloß gelten. Das Überholverbot würde soweit verlängert, dass es die Einfahrt zum zweiten Parkplatz noch mit abdeckt (also bis zur Markierung 2 auf der Skizze).

Luftansicht: Zwischen 1 und 2 soll überholen verboten sein, bei 3 das Ortsschild stehen. Tempo 60 wäre durchgehend.
Luftansicht: Zwischen 1 und 2 soll überholen sein, bei 3 das Ortsschild stehen. Tempo 60 wäre durchgehend.

Außerdem wird vorgeschlagen, das Ortsschild weiter in Richtung Lampertheim zu verschieben – im Luftbild in etwa bei Position 3. Das wäre auch im Sinne des Lärmschutzes hilfreich für Anwohner im Akazienweg.

Ob all das so kommt, wird an anderer Stelle entschieden. Zuständig für die Landesstraße ist Hessen Mobil, also das frühere Straßenverkehrsamt. Dorthin wird die Stadtverwaltung die Vorschläge der Bürgerkammer weiterleiten.

Ganz neu ist zumindest die Frage, wo Neuschloß verkehrstechnisch beginnt, übrigens nicht. Der Ortsbeirat hat sie unter anderem im Juni 2013 diskutiert.

Parkplatz für Krippe und Kindergarten

Dass es in der langgezogenen Kurve des Wacholderwegs gefährlich werden könnte, wenn viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto in Kindergarten und Krippe bringen – das befürchtete der seinerzeitige Ortsbeirat schon, als die Betreuung für Zweijährige noch gar nicht stand. Im November 2013 startete dann die Krippe – und es zeigte sich: Die Einwände waren berechtigt.

Seither stellen, trotz vieler gegenteiliger Appelle, nicht wenige Eltern ihre Autos halb auf den Gehweg, halb auf die Straße. Das macht die Lage, vor allem bei geöffneten Türen, nicht übersichtlicher. Und es stellt andere Eltern, die mit einem Kinderwagen auf dem Gehweg unterwegs sind, vor Probleme. Es sollte vier Jahre dauern bis zu einer ersten Lösung jetzt im Herst 2017.

Elternautos, halb auf dem Geweg geparkt.
Elternautos, halb auf dem Geweg geparkt.

Die Stadt hat nach mehreren Nachfragen der Bürgerkammer Teile eines benachbarten Grundstücks der katholischen St.-Andreas-Gemeinde gekauft, um dort Parkplätze zu errichten. Inzwischen ist der Mutterboden abgetragen und der Untergrund verdichtet, so dass dort schon Autos parken können.

Im Frühjahr will die Stadt die Parkplätze dann pflastern und endgültig fertigstellen.

Der provisorische Parkplatz ist über den Wacholderweg zu erreichen.
Der provisorische Parkplatz ist über den Wacholderweg zu erreichen.
Blick in den Kanal: Die Klappe wird hydraulisch gehoben und gesenkt, das Wasser staut sich und fließt danach kraftvoll los.

Kanalspülung startklar

So sieht die neue Technik aus, die den Neuschlößern den Kanalgestank ersparen soll: Kernstück ist eine Klappe, die hydraulisch gesenkt und gehoben wird. Ist sie unten, staut sich das Abwasser auf. Sobald die Klappe nach oben gezogen wird, fließt das Abwasser kraftvoll weiter – und nimmt, so der Plan, alle eventuelle Ablagerungen in der folgenden Kanalstrecke mit. In der vergangenen Woche liefen entsprechende Versuche; dabei sind die Bilder von Neuschloss.net entstanden.

Zwei solcher Klappen sind im Neuschlößer Kanal installiert – eine in der Mitte des Lindenwegs, eine weitere an der Ecke Buchen-/Ulmenweg.

Die Steuerungstechnik und Hydraulik-Pumpe.
Die Steuerungstechnik und Hydraulik-Pumpe.

Zu erkennen ist die Einrichtung an den grauen Kästen, die die Steuerungselektronik und die Hydraulik-Pumpe enthalten. Per Mobilfunk ist die Technik direkt mit dem Klärwerk verbunden.

Die Technik ist via Mobilfunk mit dem Klärwerk verbunden.
Die Technik ist via Mobilfunk mit dem Klärwerk verbunden.

Nach den Testläufen soll nun der Regelbetrieb starten mit einer Spülung pro Tag. Im Lindenweg um 7 Uhr morgens, an der Ecke Buchen-/Ulmenweg um 11 Uhr.

Die Stadtverwaltung ist weiter auf Rückmeldungen der Bevölkerung angewiesen. Wenn es übel riecht, bitte die Meldefunktion von Neuschloss.net verwenden.

Der Kanalgeruch ist in Neuschloß besonders ausgeprägt, weil Abwässer aus Hüttenfeld über eine Druckleitung nach Neuschloß kommen – und in der Höhe des Forsthauses an der L3110 in das normale Kanalsystem übergeben werden. Das Zeug dreht große Runden durch den Stadtteil, bevor es im Sammelbecken am hinteren Waldfriedhof-Parkplatz wieder in einer Druckleitung zur Kläranlage verschwindet. Zudem sind einige Kanäle in Neuschloß für normale Verhältnisse überdimensioniert, was die Fließgeschwindigkeit des Abwassers verringert – und Ablagerungen entstehen lässt. Der Stadtteil kämpfte viele Jahre für eine Lösung.

Alle Hintergründe dazu auf unserer Themenseite zum Kanalgeruch in Neuschloß.

Wie wollen wir den Busverkehr?

Der Busverkehr bringt die Neuschlößer weiter auf die Palme. Nachdem im vergangenen Treffen der Bürgerkammer Verspätungen der Linie 605 zur Pestalozzischule im Mittelpunkt standen, geht es jetzt um die Linie 602. Anwohner im Ahornweg beschweren sich, die Busse führen zu schnell und in den Kurven über die Gehwege. In der Diskussion ist nun, die Haltestelle Neuschloß Ort an der Landesstraße sicherer zu machen und die 602 nicht mehr im Ulmenweg halten zu lassen. Die Neuschlößer sind nach ihrer Meinung dazu gefragt.

Es ging emotional und heiß her bei einem Ortstermin am Freitag im Ahornweg. Mit dabei: Uwe Becher vom kommunalen Ordnungsamt, Vertreter des Busbetreibers Müllers, Aktive der Bürgerkammer – und ein Linienbus. Es dauerte nicht lange, bis auch Anwohnerinnen und Anwohner dazukamen – und Gunst der Stunde nutzten, sich Gehör zu verschaffen. Die Fahrzeuge kämen häufig beim Abbiegen auf die Bürgersteige berichteten sie. Sie seien laut und schnell.

Der Ahornweg enthält zwei 90-Grad-Kurven - nicht einfach für Busse.
Der Ahornweg enthält zwei 90-Grad-Kurven – nicht einfach für Busse.

Allerdings: Zickzack-Linien vor den Kurven, die das Parken verbieten, damit die Busse ohne Probleme fahren können, gefielen manchen Neuschlößern dann auch nicht; aufgeregt drohten manche sogar mit rechtlichen Schritten.

Carola Biehal von der Bürgerkammer lud die Anwohner zu einer Testfahrt in den Linienbus ein – „damit Sie das mal aus der anderen Perspektive sehen“. Tatsächlich legte sich damit die Aufregung. In den Mittelpunkt rückte zugleich ein Lösungsansatz, der allerdings wohl überlegt sein will.

Die Pläne für „Neuschloß Ort“

Zentral ist dabei, dass im kommenden Jahr ohnehin – wie schon länger von der Bürgerkammer gefordert – die Haltestelle an der L3110 vor dem Schloss komplett umgebaut werden soll. Derzeit steigen die Reisenden von und nach Lampertheim direkt an der viel befahrenen Landesstraße aus und ein.

Wie schon vor der Altlastensanierung könnten die Busse künftig im sicheren Seitenweg vor der Grünanlage abfahren – und zwar, und das ist das Neue an der Idee, in beiden Richtungen. Busreisende wissen, dass das in der Lampertheimer Hagenstraße vor der Goetheschule schon ähnlich funktioniert. Die Fußgängerampel an der L3110 würde den Weg in den südlichen Teil von Neuschloß mit Tannen- und Birkenweg ebnen.

Eine Haltestelle für zwei Richtungen an der Goetheschule.
Eine Haltestelle für zwei Richtungen an der Goetheschule.

Nach dem Umbau – und jetzt kommen wir wieder zum Ärger im Ahornweg – könnten sich die Busse der Linie 602 dann die Runde zum Ulmenweg sparen. Für die Busse der Überlandlinie 644 zwischen Viernheim und Worms gilt das schon bisher. Die Kinder der Pestalozzischule, die die 605 nehmen, sollen aber auf jeden Fall weiter am Ahornplatz einsteigen dürfen.

Die Bürgerinnen und Bürger sollten gut über den Vorschlag nachdenken. Einerseits gibt es das Interesse der Ahornweg-Bewohner, den Busverkehr in ihrer Straße zu verringern. Andererseits setzen sich Anwohnerinnen und Anwohner oft eher dafür ein, dass es mehr und nähere Haltepunkte gibt – und nicht weniger.

Denn klar ist: Viele Jugendliche aus dem weiträumigen Akazien-, Ahorn- und Eichenweg samt deren Seitenstraßen, die täglich das Schulzentrum West ansteuern, müssten deutlich länger zur einzigen verbleibenden Haltestelle laufen. Gleiches würde für jene Neuschlößer von dort gelten, die für ihre Einkäufe mit der 602 in die Otto-Hahn-Straße fahren.

Die Bürgerkammer ruft die Neuschlößer dazu auf, die Sache zu diskutieren – und erwägt einen Diskussionsabend zum Thema.
Update: Der Infoabend ist jetzt geplant für Donnerstag, 25. Januar.

Bus zur Pestalozzischule pünktlich

Entspannt hat sich übrigens nach der deutlichen Kritik von Eltern in der jüngsten Sitzung der Bürgerkammer die Lage bei den Fahrten der Linie 605 zur Pestalozzischule. Der morgentliche Bus gegen Viertel vor acht fährt nun vorher früher durch das stau-gefährdete Rosengarten. Seither gibt es kaum noch Verspätungen.

Auch die von der Stadtverwaltung zugesagte Abstandslinie ist inzwischen professionell gezogen – und ersetzt so das Klebeband-Provisorium einer Elterninitiative.

Die Bushaltestelle im Ulmenweg - jetzt mit offizieller Linie.
Die Bushaltestelle im Ulmenweg – jetzt mit offizieller Linie.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes hatten wir geschrieben, der Bus zur Pestalozzischule fahre vorher nicht mehr durch den Rosengarten. Das ist nach einem Hinweis von Iris Henkelmann in der Facebook-Gruppe „Lampertheim tretet ein“ korrigiert: Der Bus fährt jetzt früher im Rosengarten ab.

Die 605 in Neuschloß.

Schulbus bereitet Magenschmerzen

In Neuschlößer Familien gehört zum Aufstehen neuerdings die bange Frage der Grundschulkinder: „Kommt der Schulbus heute pünktlich?“ Eltern können hier natürlich keine Antwort geben. „Es gibt Kinder, die haben deshalb Bauchweh und Stress“, berichtete Diana Wunderlich in der jüngsten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer. Sie ist eine jener Mütter und Väter, die morgens um halb acht regelmäßig mit an der Bushaltestelle im Ulmenweg stehen, wo die Linie 605 startet.

Das Thema Schulbus beschäftigt schon seit Wochen Eltern und Leitung der Pestalozzischule. Es gab ein Treffen mit Verantwortlichen der städtischen Gesellschaft Verkehr Touristik Lampertheim (VTL), die den Busverkehr betreibt, und des ausführenden Busunternehmens.

Daher ist inzwischen auch die Ursache der Verspätungen bekannt: Der Bus ist, bevor er nach Neuschloß kommt, zwischen Rosengarten und Lampertheim unterwegs – und dort geht es derzeit oft langsam voran, weil die Strecke als Ausweichroute für Baustellen-Autobahn 6 überlastet ist. Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, stellte unter dem Nicken der anderen Mitglieder fest: „Dann muss das Busunternehmen eben seine Touren ändern, um die pünktliche Abfahrt in Neuschloß zu gewährleisten.“

Dazu kommt, dass der Fahrplan der 605 offenbar zu knappe Zeiten vorsieht. Die Route über Waldfriedhof, Anne-Frank-Straße, Bertha-Benz-Weg, Amselstraße zur Pestalozzischule soll genau acht Minuten lang dauern. „Ich schaffe das so schnell nicht mal mit dem Auto – und ich fahre direkt über die Verbindungsspange zur Schule, nicht durch den Rosenstock“, erklärte ein Vater.

Die fahrplanmäßige Zeitnot ist am Ende nicht nur ein Problem der Pünktlichkeit. Der Bus, erläuterten die Eltern, fahre oft schon ab, bevor alle Mädchen und Jungen sitzen. Und Anwohner aus dem Ahornweg berichteten, die Fahrzeuge seien in der Tempo-30-Zone zügig unterwegs und führen in den scharfen Kurven nicht selten über den Gehweg – was nicht ungefährlich sei. Erster Stadtrat Jens Klinger regte daher an, dass die VTL die Wegezeit überprüfen solle.

Schule bespricht das Busthema im Unterricht

Klar wurde aber auch, dass sich manche Kinder offenbar nicht so im Bus verhalten, wie es angemessen wäre. In Absprache mit den Beteiligten wurden deshalb Videoaufnahmen während der Fahrt angefertigt und in der Pestalozzischule ausgewertet. Ein Kind dürfe nun nicht mehr mit dem Bus fahren, mit anderen seien Gespräche geführt worden, hieß es. Zudem hätten Lehrerinnen und Lehrer das Benehmen im Bus im Unterricht thematisiert, berichteten die Eltern.

Klebeband als Einstieghilfe.
Klebeband als Einstieghilfe.

Auch an der Haltestelle im Ulmenweg geht es mitunter wohl etwas zu turbulent zu. „Seit Schulbeginn ist es täglich ein Graus zu sehen, wie die Kinder an der Bushaltestelle herumturnen und teilweise auf die Straße geschubst werden“, heißt es in einem Schreiben der Eltern an Stadtrat Klingler, das Neuschloss.net vorliegt.

Eltern vor Ort griffen ein und bildeten eine Kette zur Straße hin. Zuletzt klebten die Väter Mathias Pawlenka und Thomas Mauser eine provisorische Abstandsmarkierung auf den Boden, an die sich die Kinder tatsächlich halten. Diese Linie wird jetzt professionell von Straßenbauern gezogen, gab Biehal bekannt. Der Auftrag sei bereits erteilt.

Thomas Mauser, Diana Wunderlich, Mathias Pawlenka.
Thomas Mauser, Diana Wunderlich, Mathias Pawlenka.

Eine ganze Reihe weiterer Probleme im Öffentlichen Personennahverkehr kamen bei dieser Gelegenheit in der Bürgerkammer zur Sprache: Ein Bus, der aus Hüttenfeld zum Schulzentrum West unterwegs ist, soll laut Fahrplan neben Neuschloß Ort auch die Haltestelle Ulmenweg anfahren – macht er aber nicht. „Wir können uns nicht auf den Fahrplan verlassen“, fasste Wunderlich zusammen.

Mehrmals sei zudem vorgekommen, dass die Fahrer die vorgesehene Wegstrecke nicht kannten – und sich bei den Grundschülern im Bus informierten, wie sie fahren müssen. An einem Tag, an dem man spät dran war, ließ der Fahrer kurzerhand die Haltestellen im Rosenstock aus und fuhr über die Verbindungsspange direkt zur Schule. Und das Ruftaxi, das Neuschloß in den Abendstunden anbindet, fährt offenbar manchmal auch dann nicht, wenn es explizit bestellt wurde.

Erster Stadtrat Jens Klinger, der als Vater ähnliche Erfahrungen mit dem Schulbusverkehr andeutete, zeigte sich entsetzt über das Gesamtbild. Auf die Frage aus dem Publikum, ob die Stadt hier nicht juristisch Druck machen könne, antwortete er: „Was hier vorgetragen wurde, reicht für fünf Abmahnungen.“ Die Stadt gebe sechsstellige Summen aus für den Busverkehr. „Wir machen das natürlich, weil wir etwas Gutes tun wollen. Und dann gibt es nur Ärger.“

Die politischen Gremien der Stadt initiieren derzeit einen Fahrgastbeirat. Die Bürgerkammer nominierte Diana Wunderlich als Mitglied für Neuschloß.

Bauarbeiten im Lindenweg.

Endet endlich der Kanalgestank? Treffen der Bürgerkammer

Die vergangenen Tage haben es noch einmal eindrucksvoll gezeigt: Es wird Zeit, dass der Kanalgestank in Neuschloß endlich ein Ende findet. Tatsächlich dürfte es bald soweit sein. Über den genauen Stand der Dinge wird Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) am Donnerstag in der öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer informieren. Sie beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Den Sommer über waren Bauarbeiter im Lindenweg und an der Ecke Ulmen-/Buchenweg zugange. Sie haben vorsichtig den Kanal aufgegraben – die Erde unter manchen Straßen ist noch verschmutzt mit Altlasten. Und oben am Gehweg graue Kästen aufgestellt. Sie sollen künftig die Technik enthalten, die Spülklappen unter der Erde steuern.

Der unangehme Geruch entsteht, weil sich Fäkalien im Kanal festsetzen. Vierteljährliches Durchspülen wie bisher hilft hier wenig weiter. Nun soll an zwei Stellen das Abwasser aufgestaut – und dann auf einen Schlag auf die Reise geschickt werden. Die Idee: Der kräftige Strom verhindert, dass sich stinkende Substanzen ablagern.

Steuerungskasten an der Ecke Ulmen-/Buchenweg.
Steuerungskasten an der Ecke Ulmen-/Buchenweg.

In dem Treffen stehen weitere Themen auf der Tagesordnung. Zu erwarten ist ein Ausblick auf die große Jubiliäumsfeier im kommenden Jahr – 2018 jährt sich die erste urkundliche Erwähung von Neuschloß zum 550. Mal.

Angekündigt haben sich zudem einige Neuschlößer Mütter und Väter. Sie wollen auf Probleme mit den Schulbussen hinweisen. Auch alle andere Bewohnerinnen und Bewohner unseres Stadtteils sind willkommen.

Blick in das kernsanierte Schloss.

Das entkernte Schloss zeigt seine Schönheit

Es ist eigentlich nur ein Nebengebäude jener großen Anlage, die der Pfälzer Kurfürst Friedrich I. irgendwann zwischen 1463 und 1468 als Jagdsitz bauen ließ. „Schloss“ nennen wir dennoch gerne das historische Gebäude an der Landesstraße, das für unseren Stadtteil steht. Vor vier Jahren hat es der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun der Stadt abgekauft; seit dem Herbst lässt er es kernsanieren.

Wände, Decken und Böden sind jetzt von Aufbauten und Putz befreit. Das Schloss zeigt nun für kurze Zeit seine eigene, innere Schönheit. Neuschloss.net stellt exklusiv Bilder und Videos vor, die während einer Besichtigung mit Mitgliedern der Bürgerkammer entstanden sind.

Investor Braun, erfahren im Umgang mit Jahrhunderte alten Gemäuern, lässt auf der Baustelle historische Erkundungen anstellen. Erste Ergebnisse: Die Bäume, deren Kiefernholz bis heute Decken und Dach tragen, wurden im Jahr 1606 angepflanzt und 1746/47 gefällt. Eine Kassettentür stammt aus der gleichen Zeit, ähnlich eine noch beachtlich stabile Treppe auf dem Dachboden.

Die Untersuchungsergebnisse passen zu bisherigen Erkenntnissen: Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Haus umgekrempelt – der Baustil wechselte von Renaissance auf Barock. Eine der deutlichen Änderungen damals: Die Fenster wurden verkleinert. Die Arbeiten wurden zu einer Zeit ausgeführt, als die eigentliche Schlossanlage schon lange zerstört war; sie hatte nicht die Angriffe während des Dreißigjährigen Kriegs 1621/22 überstanden.

Dass auch unser „Schloss“ zu Schaden kam, zeigen Brandspuren an den Außenwänden, die jetzt im freigelegten Zustand wieder zu sehen sind. Das Gebäude wurde wohl deshalb erhalten, weil es schon damals als Wohnraum genutzt wurde – der war schon immer knapp und kostbar.

Weiteres interessantes Ergebnis: In Richtung Erlenweg ist auch von außen zu erkennen, dass die letzten Meter des Gebäudes angebaut wurden. Bisher schrieb man diese Erweiterung ebenfalls der Bauphase 1747 zu. Den aktuellen Erkundungen zufolge ist der Anbau wesentlich, nämlich 200 Jahre älter.

Das "Schloss" an der Landesstraße. Von außen zeigt es sich, als sei nichts gewesen. Innen ist alles anders. Bild: Michael Bayer
Das zeigt sich bei einem Rundgang der Bürgerkammer durch das entkernte Gebäude. Bild: Michael Bayer
Türen auf, Türen zu. Bild: Michael Bayer
Die Wände zeugen von regen Umbautätigkeiten. Bild: Michael Bayer
In der Renaissance-Zeit waren die Fenster größer und abgerundet - nach der Freilegung des Mauerwerks deutlich zu erkennen. Das Fenster zeigt zur Landesstraße hin. Bild: Michael Bayer
Jahrhundertealte Brandspuren zeugen von Zerstörung und Wiederaufbau. Bild: Michael Bayer
Blick in den Dachboden - das tragende Kiefernholz wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut. Bild: Michael Bayer
Eine Kassettentür aus dem Jahr 1747.
Diese Kassettentür ist ebenso alt. Bild: Michael Bayer
Mit Bohrungen ermitteln Fachleute das Alter des Holzes. Bild: Michael Bayer
Treppe auf dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Diese Verzierung am Treppentürmchen war bisher unbekannt. Foto: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zeichen des Steinmetztes - die Wendeltreppe ist aus Granit gefertigt. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Weitere Verzierungen. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Reste des historischen Steinbodens. Bild: Michael Bayer.
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bimssteine - hell aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, dunkel in den 60er oder 70er Jahren eingebaut. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zimmermannsnägel. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Ausblick aus dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Die Erweiterung, erkennbar auf den letzten Metern zum Erlenweg hin, ist älter als bisher gedacht. Bild: Michael Bayer
Der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun (rechts im Bild) hat sich gründlich mit der Historie des Gebäudes vertraut gemacht. Bild: Michael Bayer

Pläne für das Schloss

In dem Gebäude sollen nach den Vorstellungen des neuen Besitzers vor allem Wohnungen entstehen – sogar im Dachboden sind drei geplant. Im Erdgeschoss sei zum Lindenweg hin auch im kleinen Umfang eine gewerbeliche Nutzung denkbar, sagte Braun: „etwa  eine Praxis oder auch ein Veranstaltungsraum“.  Vor allem letzteres nahmen die Mitglieder der Bürgerkammer mit großem Interesse zur Kenntnis.

Im Detail müssen die Pläne noch mit den Denkmal- und Baubehörden abgestimmt werden. Bis zum Sommer 2018, wenn Neuschloß die erste urkundliche Erwähnung vor 550 Jahren feiert, soll das meiste fertig sein.

Dazu auch: Geschichte – so außergewöhnlich ist Neuschloß

Architekt und Schloss-Besitzer Franz-Rudolf Braun (rechts) stellte mit seinem Sohn Michael, ebenfalls Architekt, der Bürgerkammer seine Pläne vor. Links Sprecherin Carola Biehal.
Architekt und Schloss-Besitzer Franz-Rudolf Braun (rechts) stellte mit seinem Sohn Michael, ebenfalls Architekt, der Bürgerkammer seine Pläne vor. Links Sprecherin Carola Biehal.

Halteverbote gegen die Sprinter

Mit Halteverboten will die Stadtverwaltung gegen das Transporter-Chaos rund um den Beamtenbau vorgehen. Die Pläne dazu hat Erster Stadtrat Jens Klingler in der Bürgerkammer vorgestellt.

Demnach dürfen im Lindenweg auf der Schlossseite und im Seitenweg der Landesstraße beidseitig keine Fahrzeuge mehr stehen. Der Schlosshof wird als Privatgrundstück ausgewiesen; Berechtigte können dort nur an eingezeichneten Plätzen parken. Regelmäßige Kontrollen des städtischen Ordnungsamts, auch abends und an Wochenenden, sollen sicherstellen, dass die Schilder den gewünschten Effekt haben.

Hier sollen bald die Halteverbot-Schilder stehen.
Hier sollen bald die Halteverbot-Schilder stehen.

Die Probleme bestehen seit etwa einem Jahr. Damals hatte sich ein Transportunternehmen in einem Haus an der Kreuzung Lindenweg/Forsthausstraße angesiedelt. Zahlreiche Sprinter parken nun dort – nicht selten blockieren sie die Bürgersteige. Das ist insbesondere jetzt in der dunklen Jahreszeit gefährlich für Schulkinder, die auf dem Weg zum Schulbus auf die Fahrbahn ausweichen müssen.

Das Thema ärgert die Neuschlößer sehr – auf der Facebook-Fanseite von Neuschloss.net gibt es regelmäßig Unmutsäußerungen. Die Bürgerkammer hatte den Sachverhalt im Sommer aufgegriffen und die Verwaltung um Abhilfe gebeten.

Den Mitgliedern der Kammer gefällt das Halteverbot-Konzept: „Damit müssen die Sprinter rund ums Schloss weichen, das ist gut für die Kinder“, hieß es. Im Blick hat das Gremium, dass die großen Fahrzeuge weiter ins Wohngebiet ausweichen könnten. „Grundsätzlich darf man im öffentlichen Bereich parken, wenn man die Autos bewegt“, erläuterte Klingler.

Allerdings, überlegten Kammer-Vertreter, könne dann geprüft werden, ob genug Platz für Rettungsfahrzeuge bleibe. Falls – wie zu erwarten – nicht, gebe es auch hier eine rechtliche Handhabe gegen die unbeliebten Sprinter.

Mehr Sicherheit und Service für Radfahrer

neuschloss-radwegDie zentrale Einmündung des Ulmenwegs in die Landesstraße soll für Radfahrer sicherer werden. Das ist das Ergebnis einer Radverkehrsschau, die in der Bürgerkammer vorgestellt wurde. Konkret: Eine rote Markierung wird bald den Weg für Radler über den Ulmenweg kennzeichnen.

Viele Zweiräder sind auch zwischen Lorsch und Neuschloß unterwegs. Auf Anregung der Kammer soll nun ein Schild die Radler darüber informieren, dass sie Neuschloß erreichen. Damit wird unser Stadtteil wieder beispielgebend: Auch andere Vororte und die Kernstadt sollen die Idee der Kammer fortführend solche Hinweise bekommen – beispielsweise von Mannheim kommend auf dem Deich.

Dieses Schild wird bald Radfahrer aus Lorsch kommend in Neuschloß begrüßen.
Dieses Schild wird bald Radfahrer aus Lorsch kommend in Neuschloß begrüßen.

Der Spielplatz straht fast wie neu

Das war echt harte Arbeit für die gut ein Dutzend Neuschlößer, die am Tag des Ehrenamts den Spielplatz am Alten Lorscher Weg auf Vordermann brachten. Die Bürgerkammer hatte die Idee und stellte auch die meisten Mitstreiter, zu denen sich weitere Freiwillige aus unserem Stadtteil gesellten.

Mit Schmirgelpapier und Schleifgeräten legten die Helferinnen und Helfer die Grundlage für die späteren neuen Anstriche. Spielhäuschen strahlen jetzt fast wie neu, auch die besonders aufwendig zu bearbeitende Elefantenschaukel.

Außerdem verteilten die Ehrenamtlichen, zu denen auch einige Kinder zählten, in großen Mengen Holzhäcksel unter den Kletterseilen und brachten feinen Sand über den Grünflächen aus, damit das Gras dort besser wachsen kann. Geduldig entfernten die Neuschlößer auch das Unkraut zwischen den Pflastersteinen der Treppe des Hügels der Rutsche.

Die Helferinnen und Helfer.
Die Helferinnen und Helfer.

Die Metropolregion hatte einen Teil des nötigen Materials bezahlt, etwa Farben und Schleifpapier; der Bauhof besorgte es. Nachbarn stellten den Strom. Gartengeräte wie Besen, Rechen und Schere sowie Handschuhe brachten die Helfer selbst mit. Zur Stärkung gab es Fleischkäse-Brötchen, spendiert von der Bäckerei Schmitt und der Metzgerei Blüm.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie unsere Bilder zeigen.