Noch gilt zwischen Waldfriedhof und Neuschloß Tempo 80.

Vorschlag für Tempo 60 auf der L3110

Neuschlößer wissen es: Sobald wir den großen Kreisel am Hundeheim hinter uns gelassen haben, wird es gefährlich beim Heimweg auf der Landesstraße 3110. Die Bürgerkammer schlägt deshalb neue Verkehrsregeln vor.

Aber schauen wir uns erstmal den Stand der Dinge an. Die Gefahr beginnt einige hundert Meter vor dem Waldfriedhof am Feldweg in Richtung Pferdegestüt. Manche deuten dort links blinkende Autos vor ihnen so, dass die weithin sichtbare Linksabbiegespur des Friedhof das Ziel sei – und sind teils böse überrascht, wenn die Wagen vor ihnen stattdessen schon vorher abbremsen, um in den Feldweg zu biegen. Zumal bis fast hier auch noch Tempo 80 gilt.

In Höhe der Haupteinfahrt zum Waldfriedhof ist dann Tempo 60 erlaubt und überholen verboten – was beides aber gleich danach wieder aufgehoben wird. Bis kurz vor der Einmündung des Neuschlößer Ulmenwegs in die Landesstraße, wo unser Ortsschild steht, sind dann wieder 80 km/h und überholen erlaubt. Obwohl es in diesem Abschnitt eine weitere Gefahrenstelle gibt: die Einfahrt zum hinteren Parkplatz des Waldfriedhofs.

Die Bürgerkammer folgte in ihrem jüngsten Treffen einem Antrag des Mitglieds Peter Scherb: Demnach soll Tempo 60 durchgehend vom Waldfriedhof an bis Neuschloß gelten. Das Überholverbot würde soweit verlängert, dass es die Einfahrt zum zweiten Parkplatz noch mit abdeckt (also bis zur Markierung 2 auf der Skizze).

Luftansicht: Zwischen 1 und 2 soll überholen verboten sein, bei 3 das Ortsschild stehen. Tempo 60 wäre durchgehend.
Luftansicht: Zwischen 1 und 2 soll überholen sein, bei 3 das Ortsschild stehen. Tempo 60 wäre durchgehend.

Außerdem wird vorgeschlagen, das Ortsschild weiter in Richtung Lampertheim zu verschieben – im Luftbild in etwa bei Position 3. Das wäre auch im Sinne des Lärmschutzes hilfreich für Anwohner im Akazienweg.

Ob all das so kommt, wird an anderer Stelle entschieden. Zuständig für die Landesstraße ist Hessen Mobil, also das frühere Straßenverkehrsamt. Dorthin wird die Stadtverwaltung die Vorschläge der Bürgerkammer weiterleiten.

Ganz neu ist zumindest die Frage, wo Neuschloß verkehrstechnisch beginnt, übrigens nicht. Der Ortsbeirat hat sie unter anderem im Juni 2013 diskutiert.

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Parkplatz für Krippe und Kindergarten

Dass es in der langgezogenen Kurve des Wacholderwegs gefährlich werden könnte, wenn viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto in Kindergarten und Krippe bringen – das befürchtete der seinerzeitige Ortsbeirat schon, als die Betreuung für Zweijährige noch gar nicht stand. Im November 2013 startete dann die Krippe – und es zeigte sich: Die Einwände waren berechtigt.

Seither stellen, trotz vieler gegenteiliger Appelle, nicht wenige Eltern ihre Autos halb auf den Gehweg, halb auf die Straße. Das macht die Lage, vor allem bei geöffneten Türen, nicht übersichtlicher. Und es stellt andere Eltern, die mit einem Kinderwagen auf dem Gehweg unterwegs sind, vor Probleme. Es sollte vier Jahre dauern bis zu einer ersten Lösung jetzt im Herst 2017.

Elternautos, halb auf dem Geweg geparkt.
Elternautos, halb auf dem Geweg geparkt.

Die Stadt hat nach mehreren Nachfragen der Bürgerkammer Teile eines benachbarten Grundstücks der katholischen St.-Andreas-Gemeinde gekauft, um dort Parkplätze zu errichten. Inzwischen ist der Mutterboden abgetragen und der Untergrund verdichtet, so dass dort schon Autos parken können.

Im Frühjahr will die Stadt die Parkplätze dann pflastern und endgültig fertigstellen.

Der provisorische Parkplatz ist über den Wacholderweg zu erreichen.
Der provisorische Parkplatz ist über den Wacholderweg zu erreichen.
Blick in den Kanal: Die Klappe wird hydraulisch gehoben und gesenkt, das Wasser staut sich und fließt danach kraftvoll los.

Kanalspülung startklar

So sieht die neue Technik aus, die den Neuschlößern den Kanalgestank ersparen soll: Kernstück ist eine Klappe, die hydraulisch gesenkt und gehoben wird. Ist sie unten, staut sich das Abwasser auf. Sobald die Klappe nach oben gezogen wird, fließt das Abwasser kraftvoll weiter – und nimmt, so der Plan, alle eventuelle Ablagerungen in der folgenden Kanalstrecke mit. In der vergangenen Woche liefen entsprechende Versuche; dabei sind die Bilder von Neuschloss.net entstanden.

Zwei solcher Klappen sind im Neuschlößer Kanal installiert – eine in der Mitte des Lindenwegs, eine weitere an der Ecke Buchen-/Ulmenweg.

Die Steuerungstechnik und Hydraulik-Pumpe.
Die Steuerungstechnik und Hydraulik-Pumpe.

Zu erkennen ist die Einrichtung an den grauen Kästen, die die Steuerungselektronik und die Hydraulik-Pumpe enthalten. Per Mobilfunk ist die Technik direkt mit dem Klärwerk verbunden.

Die Technik ist via Mobilfunk mit dem Klärwerk verbunden.
Die Technik ist via Mobilfunk mit dem Klärwerk verbunden.

Nach den Testläufen soll nun der Regelbetrieb starten mit einer Spülung pro Tag. Im Lindenweg um 7 Uhr morgens, an der Ecke Buchen-/Ulmenweg um 11 Uhr.

Die Stadtverwaltung ist weiter auf Rückmeldungen der Bevölkerung angewiesen. Wenn es übel riecht, bitte die Meldefunktion von Neuschloss.net verwenden.

Der Kanalgeruch ist in Neuschloß besonders ausgeprägt, weil Abwässer aus Hüttenfeld über eine Druckleitung nach Neuschloß kommen – und in der Höhe des Forsthauses an der L3110 in das normale Kanalsystem übergeben werden. Das Zeug dreht große Runden durch den Stadtteil, bevor es im Sammelbecken am hinteren Waldfriedhof-Parkplatz wieder in einer Druckleitung zur Kläranlage verschwindet. Zudem sind einige Kanäle in Neuschloß für normale Verhältnisse überdimensioniert, was die Fließgeschwindigkeit des Abwassers verringert – und Ablagerungen entstehen lässt. Der Stadtteil kämpfte viele Jahre für eine Lösung.

Alle Hintergründe dazu auf unserer Themenseite zum Kanalgeruch in Neuschloß.

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Wie wollen wir den Busverkehr?

Der Busverkehr bringt die Neuschlößer weiter auf die Palme. Nachdem im vergangenen Treffen der Bürgerkammer Verspätungen der Linie 605 zur Pestalozzischule im Mittelpunkt standen, geht es jetzt um die Linie 602. Anwohner im Ahornweg beschweren sich, die Busse führen zu schnell und in den Kurven über die Gehwege. In der Diskussion ist nun, die Haltestelle Neuschloß Ort an der Landesstraße sicherer zu machen und die 602 nicht mehr im Ulmenweg halten zu lassen. Die Neuschlößer sind nach ihrer Meinung dazu gefragt.

Es ging emotional und heiß her bei einem Ortstermin am Freitag im Ahornweg. Mit dabei: Uwe Becher vom kommunalen Ordnungsamt, Vertreter des Busbetreibers Müllers, Aktive der Bürgerkammer – und ein Linienbus. Es dauerte nicht lange, bis auch Anwohnerinnen und Anwohner dazukamen – und Gunst der Stunde nutzten, sich Gehör zu verschaffen. Die Fahrzeuge kämen häufig beim Abbiegen auf die Bürgersteige berichteten sie. Sie seien laut und schnell.

Der Ahornweg enthält zwei 90-Grad-Kurven - nicht einfach für Busse.
Der Ahornweg enthält zwei 90-Grad-Kurven – nicht einfach für Busse.

Allerdings: Zickzack-Linien vor den Kurven, die das Parken verbieten, damit die Busse ohne Probleme fahren können, gefielen manchen Neuschlößern dann auch nicht; aufgeregt drohten manche sogar mit rechtlichen Schritten.

Carola Biehal von der Bürgerkammer lud die Anwohner zu einer Testfahrt in den Linienbus ein – „damit Sie das mal aus der anderen Perspektive sehen“. Tatsächlich legte sich damit die Aufregung. In den Mittelpunkt rückte zugleich ein Lösungsansatz, der allerdings wohl überlegt sein will.

Die Pläne für „Neuschloß Ort“

Zentral ist dabei, dass im kommenden Jahr ohnehin – wie schon länger von der Bürgerkammer gefordert – die Haltestelle an der L3110 vor dem Schloss komplett umgebaut werden soll. Derzeit steigen die Reisenden von und nach Lampertheim direkt an der viel befahrenen Landesstraße aus und ein.

Wie schon vor der Altlastensanierung könnten die Busse künftig im sicheren Seitenweg vor der Grünanlage abfahren – und zwar, und das ist das Neue an der Idee, in beiden Richtungen. Busreisende wissen, dass das in der Lampertheimer Hagenstraße vor der Goetheschule schon ähnlich funktioniert. Die Fußgängerampel an der L3110 würde den Weg in den südlichen Teil von Neuschloß mit Tannen- und Birkenweg ebnen.

Eine Haltestelle für zwei Richtungen an der Goetheschule.
Eine Haltestelle für zwei Richtungen an der Goetheschule.

Nach dem Umbau – und jetzt kommen wir wieder zum Ärger im Ahornweg – könnten sich die Busse der Linie 602 dann die Runde zum Ulmenweg sparen. Für die Busse der Überlandlinie 644 zwischen Viernheim und Worms gilt das schon bisher. Die Kinder der Pestalozzischule, die die 605 nehmen, sollen aber auf jeden Fall weiter am Ahornplatz einsteigen dürfen.

Die Bürgerinnen und Bürger sollten gut über den Vorschlag nachdenken. Einerseits gibt es das Interesse der Ahornweg-Bewohner, den Busverkehr in ihrer Straße zu verringern. Andererseits setzen sich Anwohnerinnen und Anwohner oft eher dafür ein, dass es mehr und nähere Haltepunkte gibt – und nicht weniger.

Denn klar ist: Viele Jugendliche aus dem weiträumigen Akazien-, Ahorn- und Eichenweg samt deren Seitenstraßen, die täglich das Schulzentrum West ansteuern, müssten deutlich länger zur einzigen verbleibenden Haltestelle laufen. Gleiches würde für jene Neuschlößer von dort gelten, die für ihre Einkäufe mit der 602 in die Otto-Hahn-Straße fahren.

Die Bürgerkammer ruft die Neuschlößer dazu auf, die Sache zu diskutieren – und erwägt einen Diskussionsabend zum Thema.
Update: Der Infoabend ist jetzt geplant für Donnerstag, 25. Januar.

Bus zur Pestalozzischule pünktlich

Entspannt hat sich übrigens nach der deutlichen Kritik von Eltern in der jüngsten Sitzung der Bürgerkammer die Lage bei den Fahrten der Linie 605 zur Pestalozzischule. Der morgentliche Bus gegen Viertel vor acht fährt nun vorher früher durch das stau-gefährdete Rosengarten. Seither gibt es kaum noch Verspätungen.

Auch die von der Stadtverwaltung zugesagte Abstandslinie ist inzwischen professionell gezogen – und ersetzt so das Klebeband-Provisorium einer Elterninitiative.

Die Bushaltestelle im Ulmenweg - jetzt mit offizieller Linie.
Die Bushaltestelle im Ulmenweg – jetzt mit offizieller Linie.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes hatten wir geschrieben, der Bus zur Pestalozzischule fahre vorher nicht mehr durch den Rosengarten. Das ist nach einem Hinweis von Iris Henkelmann in der Facebook-Gruppe „Lampertheim tretet ein“ korrigiert: Der Bus fährt jetzt früher im Rosengarten ab.

Die 605 in Neuschloß.

Schulbus bereitet Magenschmerzen

In Neuschlößer Familien gehört zum Aufstehen neuerdings die bange Frage der Grundschulkinder: „Kommt der Schulbus heute pünktlich?“ Eltern können hier natürlich keine Antwort geben. „Es gibt Kinder, die haben deshalb Bauchweh und Stress“, berichtete Diana Wunderlich in der jüngsten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer. Sie ist eine jener Mütter und Väter, die morgens um halb acht regelmäßig mit an der Bushaltestelle im Ulmenweg stehen, wo die Linie 605 startet.

Das Thema Schulbus beschäftigt schon seit Wochen Eltern und Leitung der Pestalozzischule. Es gab ein Treffen mit Verantwortlichen der städtischen Gesellschaft Verkehr Touristik Lampertheim (VTL), die den Busverkehr betreibt, und des ausführenden Busunternehmens.

Daher ist inzwischen auch die Ursache der Verspätungen bekannt: Der Bus ist, bevor er nach Neuschloß kommt, zwischen Rosengarten und Lampertheim unterwegs – und dort geht es derzeit oft langsam voran, weil die Strecke als Ausweichroute für Baustellen-Autobahn 6 überlastet ist. Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, stellte unter dem Nicken der anderen Mitglieder fest: „Dann muss das Busunternehmen eben seine Touren ändern, um die pünktliche Abfahrt in Neuschloß zu gewährleisten.“

Dazu kommt, dass der Fahrplan der 605 offenbar zu knappe Zeiten vorsieht. Die Route über Waldfriedhof, Anne-Frank-Straße, Bertha-Benz-Weg, Amselstraße zur Pestalozzischule soll genau acht Minuten lang dauern. „Ich schaffe das so schnell nicht mal mit dem Auto – und ich fahre direkt über die Verbindungsspange zur Schule, nicht durch den Rosenstock“, erklärte ein Vater.

Die fahrplanmäßige Zeitnot ist am Ende nicht nur ein Problem der Pünktlichkeit. Der Bus, erläuterten die Eltern, fahre oft schon ab, bevor alle Mädchen und Jungen sitzen. Und Anwohner aus dem Ahornweg berichteten, die Fahrzeuge seien in der Tempo-30-Zone zügig unterwegs und führen in den scharfen Kurven nicht selten über den Gehweg – was nicht ungefährlich sei. Erster Stadtrat Jens Klinger regte daher an, dass die VTL die Wegezeit überprüfen solle.

Schule bespricht das Busthema im Unterricht

Klar wurde aber auch, dass sich manche Kinder offenbar nicht so im Bus verhalten, wie es angemessen wäre. In Absprache mit den Beteiligten wurden deshalb Videoaufnahmen während der Fahrt angefertigt und in der Pestalozzischule ausgewertet. Ein Kind dürfe nun nicht mehr mit dem Bus fahren, mit anderen seien Gespräche geführt worden, hieß es. Zudem hätten Lehrerinnen und Lehrer das Benehmen im Bus im Unterricht thematisiert, berichteten die Eltern.

Klebeband als Einstieghilfe.
Klebeband als Einstieghilfe.

Auch an der Haltestelle im Ulmenweg geht es mitunter wohl etwas zu turbulent zu. „Seit Schulbeginn ist es täglich ein Graus zu sehen, wie die Kinder an der Bushaltestelle herumturnen und teilweise auf die Straße geschubst werden“, heißt es in einem Schreiben der Eltern an Stadtrat Klingler, das Neuschloss.net vorliegt.

Eltern vor Ort griffen ein und bildeten eine Kette zur Straße hin. Zuletzt klebten die Väter Mathias Pawlenka und Thomas Mauser eine provisorische Abstandsmarkierung auf den Boden, an die sich die Kinder tatsächlich halten. Diese Linie wird jetzt professionell von Straßenbauern gezogen, gab Biehal bekannt. Der Auftrag sei bereits erteilt.

Thomas Mauser, Diana Wunderlich, Mathias Pawlenka.
Thomas Mauser, Diana Wunderlich, Mathias Pawlenka.

Eine ganze Reihe weiterer Probleme im Öffentlichen Personennahverkehr kamen bei dieser Gelegenheit in der Bürgerkammer zur Sprache: Ein Bus, der aus Hüttenfeld zum Schulzentrum West unterwegs ist, soll laut Fahrplan neben Neuschloß Ort auch die Haltestelle Ulmenweg anfahren – macht er aber nicht. „Wir können uns nicht auf den Fahrplan verlassen“, fasste Wunderlich zusammen.

Mehrmals sei zudem vorgekommen, dass die Fahrer die vorgesehene Wegstrecke nicht kannten – und sich bei den Grundschülern im Bus informierten, wie sie fahren müssen. An einem Tag, an dem man spät dran war, ließ der Fahrer kurzerhand die Haltestellen im Rosenstock aus und fuhr über die Verbindungsspange direkt zur Schule. Und das Ruftaxi, das Neuschloß in den Abendstunden anbindet, fährt offenbar manchmal auch dann nicht, wenn es explizit bestellt wurde.

Erster Stadtrat Jens Klinger, der als Vater ähnliche Erfahrungen mit dem Schulbusverkehr andeutete, zeigte sich entsetzt über das Gesamtbild. Auf die Frage aus dem Publikum, ob die Stadt hier nicht juristisch Druck machen könne, antwortete er: „Was hier vorgetragen wurde, reicht für fünf Abmahnungen.“ Die Stadt gebe sechsstellige Summen aus für den Busverkehr. „Wir machen das natürlich, weil wir etwas Gutes tun wollen. Und dann gibt es nur Ärger.“

Die politischen Gremien der Stadt initiieren derzeit einen Fahrgastbeirat. Die Bürgerkammer nominierte Diana Wunderlich als Mitglied für Neuschloß.

Bauarbeiten im Lindenweg.

Endet endlich der Kanalgestank? Treffen der Bürgerkammer

Die vergangenen Tage haben es noch einmal eindrucksvoll gezeigt: Es wird Zeit, dass der Kanalgestank in Neuschloß endlich ein Ende findet. Tatsächlich dürfte es bald soweit sein. Über den genauen Stand der Dinge wird Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) am Donnerstag in der öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer informieren. Sie beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Den Sommer über waren Bauarbeiter im Lindenweg und an der Ecke Ulmen-/Buchenweg zugange. Sie haben vorsichtig den Kanal aufgegraben – die Erde unter manchen Straßen ist noch verschmutzt mit Altlasten. Und oben am Gehweg graue Kästen aufgestellt. Sie sollen künftig die Technik enthalten, die Spülklappen unter der Erde steuern.

Der unangehme Geruch entsteht, weil sich Fäkalien im Kanal festsetzen. Vierteljährliches Durchspülen wie bisher hilft hier wenig weiter. Nun soll an zwei Stellen das Abwasser aufgestaut – und dann auf einen Schlag auf die Reise geschickt werden. Die Idee: Der kräftige Strom verhindert, dass sich stinkende Substanzen ablagern.

Steuerungskasten an der Ecke Ulmen-/Buchenweg.
Steuerungskasten an der Ecke Ulmen-/Buchenweg.

In dem Treffen stehen weitere Themen auf der Tagesordnung. Zu erwarten ist ein Ausblick auf die große Jubiliäumsfeier im kommenden Jahr – 2018 jährt sich die erste urkundliche Erwähung von Neuschloß zum 550. Mal.

Angekündigt haben sich zudem einige Neuschlößer Mütter und Väter. Sie wollen auf Probleme mit den Schulbussen hinweisen. Auch alle andere Bewohnerinnen und Bewohner unseres Stadtteils sind willkommen.

Blick in das kernsanierte Schloss.

Das entkernte Schloss zeigt seine Schönheit

Es ist eigentlich nur ein Nebengebäude jener großen Anlage, die der Pfälzer Kurfürst Friedrich I. irgendwann zwischen 1463 und 1468 als Jagdsitz bauen ließ. „Schloss“ nennen wir dennoch gerne das historische Gebäude an der Landesstraße, das für unseren Stadtteil steht. Vor vier Jahren hat es der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun der Stadt abgekauft; seit dem Herbst lässt er es kernsanieren.

Wände, Decken und Böden sind jetzt von Aufbauten und Putz befreit. Das Schloss zeigt nun für kurze Zeit seine eigene, innere Schönheit. Neuschloss.net stellt exklusiv Bilder und Videos vor, die während einer Besichtigung mit Mitgliedern der Bürgerkammer entstanden sind.

Investor Braun, erfahren im Umgang mit Jahrhunderte alten Gemäuern, lässt auf der Baustelle historische Erkundungen anstellen. Erste Ergebnisse: Die Bäume, deren Kiefernholz bis heute Decken und Dach tragen, wurden im Jahr 1606 angepflanzt und 1746/47 gefällt. Eine Kassettentür stammt aus der gleichen Zeit, ähnlich eine noch beachtlich stabile Treppe auf dem Dachboden.

Die Untersuchungsergebnisse passen zu bisherigen Erkenntnissen: Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Haus umgekrempelt – der Baustil wechselte von Renaissance auf Barock. Eine der deutlichen Änderungen damals: Die Fenster wurden verkleinert. Die Arbeiten wurden zu einer Zeit ausgeführt, als die eigentliche Schlossanlage schon lange zerstört war; sie hatte nicht die Angriffe während des Dreißigjährigen Kriegs 1621/22 überstanden.

Dass auch unser „Schloss“ zu Schaden kam, zeigen Brandspuren an den Außenwänden, die jetzt im freigelegten Zustand wieder zu sehen sind. Das Gebäude wurde wohl deshalb erhalten, weil es schon damals als Wohnraum genutzt wurde – der war schon immer knapp und kostbar.

Weiteres interessantes Ergebnis: In Richtung Erlenweg ist auch von außen zu erkennen, dass die letzten Meter des Gebäudes angebaut wurden. Bisher schrieb man diese Erweiterung ebenfalls der Bauphase 1747 zu. Den aktuellen Erkundungen zufolge ist der Anbau wesentlich, nämlich 200 Jahre älter.

Das "Schloss" an der Landesstraße. Von außen zeigt es sich, als sei nichts gewesen. Innen ist alles anders. Bild: Michael Bayer
Das zeigt sich bei einem Rundgang der Bürgerkammer durch das entkernte Gebäude. Bild: Michael Bayer
Türen auf, Türen zu. Bild: Michael Bayer
Die Wände zeugen von regen Umbautätigkeiten. Bild: Michael Bayer
In der Renaissance-Zeit waren die Fenster größer und abgerundet - nach der Freilegung des Mauerwerks deutlich zu erkennen. Das Fenster zeigt zur Landesstraße hin. Bild: Michael Bayer
Jahrhundertealte Brandspuren zeugen von Zerstörung und Wiederaufbau. Bild: Michael Bayer
Blick in den Dachboden - das tragende Kiefernholz wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut. Bild: Michael Bayer
Eine Kassettentür aus dem Jahr 1747.
Diese Kassettentür ist ebenso alt. Bild: Michael Bayer
Mit Bohrungen ermitteln Fachleute das Alter des Holzes. Bild: Michael Bayer
Treppe auf dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Diese Verzierung am Treppentürmchen war bisher unbekannt. Foto: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zeichen des Steinmetztes - die Wendeltreppe ist aus Granit gefertigt. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Weitere Verzierungen. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Reste des historischen Steinbodens. Bild: Michael Bayer.
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bimssteine - hell aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, dunkel in den 60er oder 70er Jahren eingebaut. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zimmermannsnägel. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Ausblick aus dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Die Erweiterung, erkennbar auf den letzten Metern zum Erlenweg hin, ist älter als bisher gedacht. Bild: Michael Bayer
Der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun (rechts im Bild) hat sich gründlich mit der Historie des Gebäudes vertraut gemacht. Bild: Michael Bayer

Pläne für das Schloss

In dem Gebäude sollen nach den Vorstellungen des neuen Besitzers vor allem Wohnungen entstehen – sogar im Dachboden sind drei geplant. Im Erdgeschoss sei zum Lindenweg hin auch im kleinen Umfang eine gewerbeliche Nutzung denkbar, sagte Braun: „etwa  eine Praxis oder auch ein Veranstaltungsraum“.  Vor allem letzteres nahmen die Mitglieder der Bürgerkammer mit großem Interesse zur Kenntnis.

Im Detail müssen die Pläne noch mit den Denkmal- und Baubehörden abgestimmt werden. Bis zum Sommer 2018, wenn Neuschloß die erste urkundliche Erwähnung vor 550 Jahren feiert, soll das meiste fertig sein.

Dazu auch: Geschichte – so außergewöhnlich ist Neuschloß

Architekt und Schloss-Besitzer Franz-Rudolf Braun (rechts) stellte mit seinem Sohn Michael, ebenfalls Architekt, der Bürgerkammer seine Pläne vor. Links Sprecherin Carola Biehal.
Architekt und Schloss-Besitzer Franz-Rudolf Braun (rechts) stellte mit seinem Sohn Michael, ebenfalls Architekt, der Bürgerkammer seine Pläne vor. Links Sprecherin Carola Biehal.
Parkende Sprinter versperren den Gehweg

Halteverbote gegen die Sprinter

Mit Halteverboten will die Stadtverwaltung gegen das Transporter-Chaos rund um den Beamtenbau vorgehen. Die Pläne dazu hat Erster Stadtrat Jens Klingler in der Bürgerkammer vorgestellt.

Demnach dürfen im Lindenweg auf der Schlossseite und im Seitenweg der Landesstraße beidseitig keine Fahrzeuge mehr stehen. Der Schlosshof wird als Privatgrundstück ausgewiesen; Berechtigte können dort nur an eingezeichneten Plätzen parken. Regelmäßige Kontrollen des städtischen Ordnungsamts, auch abends und an Wochenenden, sollen sicherstellen, dass die Schilder den gewünschten Effekt haben.

Hier sollen bald die Halteverbot-Schilder stehen.
Hier sollen bald die Halteverbot-Schilder stehen.

Die Probleme bestehen seit etwa einem Jahr. Damals hatte sich ein Transportunternehmen in einem Haus an der Kreuzung Lindenweg/Forsthausstraße angesiedelt. Zahlreiche Sprinter parken nun dort – nicht selten blockieren sie die Bürgersteige. Das ist insbesondere jetzt in der dunklen Jahreszeit gefährlich für Schulkinder, die auf dem Weg zum Schulbus auf die Fahrbahn ausweichen müssen.

Das Thema ärgert die Neuschlößer sehr – auf der Facebook-Fanseite von Neuschloss.net gibt es regelmäßig Unmutsäußerungen. Die Bürgerkammer hatte den Sachverhalt im Sommer aufgegriffen und die Verwaltung um Abhilfe gebeten.

Den Mitgliedern der Kammer gefällt das Halteverbot-Konzept: „Damit müssen die Sprinter rund ums Schloss weichen, das ist gut für die Kinder“, hieß es. Im Blick hat das Gremium, dass die großen Fahrzeuge weiter ins Wohngebiet ausweichen könnten. „Grundsätzlich darf man im öffentlichen Bereich parken, wenn man die Autos bewegt“, erläuterte Klingler.

Allerdings, überlegten Kammer-Vertreter, könne dann geprüft werden, ob genug Platz für Rettungsfahrzeuge bleibe. Falls – wie zu erwarten – nicht, gebe es auch hier eine rechtliche Handhabe gegen die unbeliebten Sprinter.

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Mehr Sicherheit und Service für Radfahrer

neuschloss-radwegDie zentrale Einmündung des Ulmenwegs in die Landesstraße soll für Radfahrer sicherer werden. Das ist das Ergebnis einer Radverkehrsschau, die in der Bürgerkammer vorgestellt wurde. Konkret: Eine rote Markierung wird bald den Weg für Radler über den Ulmenweg kennzeichnen.

Viele Zweiräder sind auch zwischen Lorsch und Neuschloß unterwegs. Auf Anregung der Kammer soll nun ein Schild die Radler darüber informieren, dass sie Neuschloß erreichen. Damit wird unser Stadtteil wieder beispielgebend: Auch andere Vororte und die Kernstadt sollen die Idee der Kammer fortführend solche Hinweise bekommen – beispielsweise von Mannheim kommend auf dem Deich.

Dieses Schild wird bald Radfahrer aus Lorsch kommend in Neuschloß begrüßen.
Dieses Schild wird bald Radfahrer aus Lorsch kommend in Neuschloß begrüßen.

Der Spielplatz straht fast wie neu

Das war echt harte Arbeit für die gut ein Dutzend Neuschlößer, die am Tag des Ehrenamts den Spielplatz am Alten Lorscher Weg auf Vordermann brachten. Die Bürgerkammer hatte die Idee und stellte auch die meisten Mitstreiter, zu denen sich weitere Freiwillige aus unserem Stadtteil gesellten.

Mit Schmirgelpapier und Schleifgeräten legten die Helferinnen und Helfer die Grundlage für die späteren neuen Anstriche. Spielhäuschen strahlen jetzt fast wie neu, auch die besonders aufwendig zu bearbeitende Elefantenschaukel.

Außerdem verteilten die Ehrenamtlichen, zu denen auch einige Kinder zählten, in großen Mengen Holzhäcksel unter den Kletterseilen und brachten feinen Sand über den Grünflächen aus, damit das Gras dort besser wachsen kann. Geduldig entfernten die Neuschlößer auch das Unkraut zwischen den Pflastersteinen der Treppe des Hügels der Rutsche.

Die Helferinnen und Helfer.
Die Helferinnen und Helfer.

Die Metropolregion hatte einen Teil des nötigen Materials bezahlt, etwa Farben und Schleifpapier; der Bauhof besorgte es. Nachbarn stellten den Strom. Gartengeräte wie Besen, Rechen und Schere sowie Handschuhe brachten die Helfer selbst mit. Zur Stärkung gab es Fleischkäse-Brötchen, spendiert von der Bäckerei Schmitt und der Metzgerei Blüm.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie unsere Bilder zeigen.

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Verwaltung legt Konzept gegen Kanalgeruch vor

Verschwindet bald der seit Jahren anhaltende üble Kanalgeruch in Neuschloß? Die Stadtverwaltung hat der Bürgerkammer ein Konzept vorgestellt, das Abhilfe schaffen könnte. Die nötigen Arbeiten wären nicht einmal sonderlich teuer. Erster Stadtrat Jens Klingler stellte daher eine Umsetzung im kommenden Jahr in Aussicht: „Der Gebührenhaushalt ist in der Lage, das darzustellen“, sagte er und fügte hinzu: „Sie bezahlen ja auch dafür, dass es nicht stinkt.“

Der Leiter des zuständigen Fachbereichs der Verwaltung, Raimund Rinder, erklärte die Eigenarten des Neuschlößer Kanals. Wichtige Erkenntnis: Der Durchmesser der Rohre ist vergleichsweise groß, bis zu 1,20 Meter im Akazienweg. Die Planer hätten beim Bau des Kanalsystems in den achtziger Jahren gewährleisten wollen, dass selbst bei starken Regenfällen das Wasser gut abfließt. Nun zeigt sich aber, dass umgekehrt bei trockenem Wetter zu wenig Wasser im Kanal ist, um die festen, riechenden Bestandteile zuverlässig zu bewegen. Dann bleiben sie liegen – und verbreiten über die Schächte Gestank.

Der Lösungsansatz, den ein Gutachter der Stadt empfiehlt: Abwasser regelmäßig im Kanal aufstauen und ruckweise freigeben. Schwallspülung nennt sich das Verfahren, das auch andere Kommunen anwenden. Die Fachleute empfehlen solche automatischen Sperren an zwei Stellen in Neuschloß: In der Mitte des Lindenwegs und an der Krezung Ulmenweg/Buchenweg. Die Wucht des auf einen Schlag ausströmenden aufgestauten Abwassers könnte alles Feste im Kanal mitnehmen zum Sammler am Parkplatz östlich des Waldfriedhofs. Das Ganze soll im Lindenweg alle 32, im Ulmenweg alle 76 Minuten passieren.

So funktioniert die geplante Schwallspülung - aus der Präsentation der Verwaltung.
So funktioniert die geplante Schwallspülung – aus der Präsentation der Verwaltung.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 75.000 Euro – einschließlich Einbau und Begleitung durch Ingenieure. „Das wird bei den Millionen, die wir sonst für den Kanal ausgeben, kaum auffallen“, erläuterte Klinger. Allerdings ist noch offen, ob die Altlasten das Vorhaben verteuern; unter den Straßen hatten Stadt und Land seinerzeit aus Kostengründen das Erdreich nicht saniert.

Zwei weitere Sachverhalte können beim Kanalgeruch eine Rolle spielen. Eine Kamerabefahrung ergab, dass der Kanal an mehr als 750 Stellen beschädigt ist – bei einer Gesamtlänge von 4,7 Kilometer im Schnitt also alle sechs Meter. An 16 Stellen gibt es kurzfristigen Handlungsbedarf. Diese gröbsten Fehler in Robotertechnik ohne Erdarbeiten zu beseitigen, wird dann mit 125.000 Euro schon teurer; alle Schäden schlügen mit gut 600.000 Euro zu Buche.

Blick in den Kanal während einer Spülung.
Blick in den Kanal während einer Spülung.

Stutzig macen die Stadtverwaltung Fettablagerungen. Sie kommen nach Einschätzung der Experten aus der Druckleitung aus Hüttenfeld nach Neuschloß. Am Beginn dieses Kanals in Hüttenfeld findet sich allerdings kein Fett. In den Fokus geraten nun die Aussiedlerhöfe nahe der Autobahn 67, die ihre Abwässer ebenfalls direkt in die Druckleitung geben. Fett wirkt als Geruchsträger. Die Stadt hat das vorhandene Fett in Neuschloß entfernt und will die Angelegenheit im kommenden Jahr weiter untersuchen.

Erstmals liegt jetzt also ein schlüssiges Lösungskonzept vor. Dennoch gibt es ein Problem, wie Erster Stadtrat Klingler offen berichtete: In der zuständigen Abteilung der Verwaltung fehlt es an Personal, das die Umsetzung steuern müsste. Die Verwaltungsspitze habe reagiert, im neuen Haushaltsplan eine zusätzliche Stelle vorgesehen und das vorgesehene Gehalt für eine in mehrfachen Anläufen nicht zu besetzende Stelle erhöht. „Sofort nach der Genehmigung des Haushalts und der Besetzung der Stellen bekommen die neuen Mitarbeiter das Thema Neuschloß zugewiesen“, versprach Klingler.

Ausdrücklich lobte Fachbereichsleiter Rinder den Geruchsmelder von Neuschloss.net. „Diese Hinweise sind für uns sehr gut, weil wir den Turnus unserer Spülungen anpassen können“, erläuterte er. Hintergrund: Als Übergangslösung lässt die Stadt etwa alle drei Monate den Neuschlößer Kanal von einer Fachfirma mit Wasser durchpusten.

Keine Lösung sei, dauerhaft mehr Wasser zuzuführen. Dann bestehe die Gefahr, dass der Kanal bei starken Regen überlastet werde. Auch die Idee, das Hüttenfelder Abwasser nicht weiter wie bisher über mehrere Kilometer durch die Neuschlößer Straßen zu leiten, lehnte Rinder ab: „Dann haben wir wieder zu wenig Wasser im Kanal.“

Biofilter gegen Kanalgeruch im Ulmenweg.
Biofilter gegen Kanalgeruch im Ulmenweg.

Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, wies darauf hin, dass bis zum Beginn der Arbeiten auch kurzfristige Abhilfen nötig blieben – etwa in Form weiterer Geruchsfilter an den Kanalschächten. Weitere Mitglieder der Bürgerkammer lobten ausdrücklich die vorgetragene Ursachenforschung und die vorgeschlagenen Lösungen: „Das war das Beste, was wir in vielen Jahren zu diesem Thema gehört haben“, hieß es.

Viele Themen in der Bürgerkammer

Was ist los in Neuschloß? In der nächsten öffentlichen Sitzung unserer Bürgerkammer am Donnerstag, 15. September, 19 Uhr, ist das zum ersten Mal ein Tagesordnungspunkt. „Informationen der Vereine, Institutionen und Kirchen des Stadtteils“ nennt er sich. Die Idee dahiner ist, den Neuschlößer Einrichtungen ein Forum zu bieten. Der Turnverein kann beispielsweise auf aktuelle Kurse hinweisen, die Kirchengemeinde auf geplante kulturelle Veranstaltungen, der Elternbeirat des Kindergartens eventuell auf Probleme, die Mütter und Väter oder den Nachwuchs beschäftigen. Derartige Runden sollen zu einem festen Bestandteil der Bürgerkammer werden.

Dass die Fragen der Neuschlößer in der Bürgerkammer direkt aufgenommen werden, zeigt ein weiterer Punkt. Eine Anwohnerin hatte sich in der vergangenen Sitzung zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass das frei zugängliche Wasserrückhaltebecken am Sodabuckel für Kinder gefährlich sein könnte. Auch dieses Thema findet sich nun auf der Tagesordnung wider; die Stadtverwaltung nimmt Stellung.

Die Verwaltung kündigt zudem einen Sachstandsbericht zum Thema Kanalgeruch an. Hier drängt eine Lösung; in den vergangenen Wochen hat die Belästigung wieder zugenommen. Auf der Tagesordnung ferner mehrere Verkehrsfragen. Es geht um die parkenden Lastwagen im Lindenweg, die Radaranlage auf der Landesstraße, die Beschilderung von Radwegen und die geplanten Parkplätze vor dem Kindergarten und der Krippe im Wacholderweg.

Informationen gibt es ferner vom Projektbeirat Altlasten und der ICE-Trassen-Initiative Bila.

Das Treffen beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz. Neuschloss.net dokumentiert die Tagesordnung und die Anträge.

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Meldet den Kanal!

Seit einigen Wochen riecht in Neuschloß der Kanal wieder unangenehm. Die Stadtverwaltung will der Bürgerkammer am Donnerstag, 19 Uhr, berichten, was sie nun dagegen zu tun gedenkt.

Aber auch wir Neuschlößer müssen hier mehr machen. Wichtig ist, dass Ihr Gerüche regelmäßig meldet – das passiert noch zu selten, weil wohl viele denken, der Nachbar habe das schon erledigt. Das birgt die Gefahr, dass sich Verantwortliche rausreden.

Wenn immer es also riecht – das Meldeformular findet Ihr unter http://neuschloss.net/kanal – am besten gleich in Eure Lesezeichen speichern. Danke!

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Wer schleift und streicht den Spielplatz?

Den beliebten Spielplatz im Alten Lorscher Weg aufhübschen – zu dieser gemeinsamen Aktion lädt die Bürgerkammer die Neuschlößer für Samstag, 17. September, ein. Es ist der Tag des Ehrenamts in der Metropolregion. Leute mit etwas handwerklichen Kenntnissen sind genauso gefragt wie helfende Hände mit ein wenig gärtnerischem Geschick.

Ein Rundgang von Vertretern der Bürgerkammer und des städtischen Bauhofs über den Spielplatz zeigte mögliche Aufgaben. Die Elefantenwippe braucht neue Schrauben, und frische Farbe würde ihr gut tun.

Auch das Dach des Spielhäuschen und Tische und Bänke könnten angeschliffen und lackiert werden. Rund um weitere Spielgeräte dürfen Holzhäcksel nachgefüllt werden. Wer will, kann auch rutschige Bretter reinigen, Sträucher schneiden, Unkraut zupfen oder fegen.

Die Metropolregion bezahlt das nötige Material im Wert von 100 Euro, etwa Farben und Schleifpapier; der Bauhof besorgt es. Nachbarn stellen den Strom. Gartengeräte wie Besen, Rechen und Schere sowie Handschuhe sollten möglichst viele mitbringen. Zur Stärkung gibt es Fleischkäse-Brötchen, spendiert von der Bäckerei Schmitt und der Metzgerei Blüm. Versichert sind alle über die Sparkasse.

Die Bürgerkammer bringt ein Dutzend Helferinnen und Helfer mit – und sieht das als Initialzündung. Damit das Projekt gut gelingt, sind weitere Neuschlößer sehr herzlich willkommen – auch stundenweise.

Interessierte können Helmut Kleinsteuber ansprechen, den Koordinator des Freiwilligentages der Bürgerkammer (Telefon 06206/54096, helmut.kleinsteuber@elsco.eu). Oder auch am Tag der Tage spontan am Spielplatz vorbeikommen. Los geht’s um 9 Uhr.

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Blick in die Runde der Bürgerkammer.

Die Bürgerkammer im Pressespiegel

Die erste inhaltliche Sitzung der Bürgerkammer – da schaute die lokale Presse natürlich besonders interessiert zu. Denn statt neun Vertreterinnen und Vertreter der etablierten Parteien im Ortsbeirat sitzen nun 20, also mehr als doppelt so viele Frauen und Männer zusammen; viele davon ohne kommunalpolitische Erfahrung. Wie wird diskutiert – endlos oder ergebnisorientiert? Wie viele der Kammerleute kommen überhaupt? Wie klappt die versprochene Beteiligung des Publikums – eine wichtige Neuerung gegenüber dem Ortsbeirat, wo das aufgrund der Vorgaben der Hessischen Gemeindeordnung nicht möglich war.

Der Südhessen Morgen stellt fest, eine Bürgerkammer obliege anderen Gesetzmäßigkeiten als der Ortsbeirat – eben weil viele Frauen und Männer zuvor nicht aktiv politische Erfahrungen gesammelt hätten. Nebenbei bemerkt: Nicht wenige der Bürgerkammerleute engagieren sich in anderen Zusammenhängen wie Altlasten-Projektbeirat, Vereinen oder Kirchengemeinde – Debatten, Entscheidungsprozesse und öffentliche Veranstaltungen kennen von daher auch sie. Aber kommunalpolitische Themen, da ist Rauschelbach zuzustimmen, sind für die meisten neu.

Und wie lief die Diskussion in der fast vollständig besetzten Kammer? Es war „vor allem Vorsitzende Carola Biehal, die als einstige Ortsvorsteherin für einen straffen Ablauf sorgte“. Das verlange ein gehöriges Fingerspitzengefühl, „sollen Unerfahrenheit der Beteiligten und der entpolitisierte Rahmen solcher Debatten weder zu Frustrations-Erlebnissen führen, noch die Gespräche ins Endlose ausufern lassen.“ Aber, die erfreuliche Nachricht: „Nichts davon in der jüngsten Sitzung der Neuschlosser Bürgerkammer. Diese förderte gar konkrete Beschlüsse zutage.“

Gut vorbereitet.
Gut vorbereitet.

In der Lampertheimer Zeitung blickt mit André Heuwinkel ein Journalist auf die Startphase, der der Bürgerkammer eher kritisch gegenübersteht. Er stellt fest: „In re­la­tiv kur­zer Zeit ist es dem jun­gen Gre­mi­um rund um Ca­ro­la Bie­hal ge­lun­gen, die Bürg­er­in­nen und Bür­ger mit­zu­neh­men. Nicht mit ei­nem steif-of­fi­ziel­len Ha­bi­tus, son­dern als lo­cke­re Be­tei­li­gungs­platt­form, die in Sa­chen Mit­wir­kung ein or­dent­li­ches Tem­po an den Tag legt: Das ha­ben die Hel­fer rund um den Spar­gel­lauf be­wie­sen.“ Deshalb sei es auch richtig, dass die Bürgerkammer sich am Frei­wil­li­gen­tag der Me­trop­ol­re­gi­on beteiligen wolle: „Nä­he ent­steht durch Ta­ten.“

Zu bedenken gibt Heuwinkel allerdings, wenn es um Sach­fra­gen gehe, müs­sten al­le we­sent­li­chen Ak­teu­re an­we­send sein. Hintergrund: Urlaubsbedingt waren zu dem Treffen keine Vertreter der Bila-Initiative gegen die ICE-Trasse erschienen wie bisher im Ortsbeirat. „Das soll­te sich nicht wie­der­ho­len, um ernst ge­nom­men zu wer­den.“

Das Publikum kam übrigens auch zu Wort. Eine Neuschlößerin regte an, die neue Sickergrube am Ende des in den Wald verlängerten Ulmenwegs einzuzäunen, damit spielende Kinder nicht gefährdet seien. Erster Stadtrat Jens Klingler nahm die Anregung mit ins Rathaus.

Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, berichtet über die Betreuung der Flüchtlinge.
Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, berichtet über die Betreuung der Flüchtlinge.

Weitere Berichte aus der Kammer:

Kreuzung am Ahornplatz.

Verkehrs-News aus der Bürgerkammer

Und – kommt jemand von rechts? Autofahrer wissen es nicht so genau, wenn sie im Ulmenweg unterwegs sind. Die Büsche am Ahornplatz nehmen hier die Sicht, wie Gerhard Pflästerer im jüngsten Treffen der Bürgerkammer festgestellt hat. Nicht mehr lange, hielt Erster Stadtrat Jens Klingler entgegen: Nach den Restarbeiten, die das Spargelfest mit sich bringt, nehmen sich seinen Angaben zufolge städtische Gärtner Neuschloß vor – und dann auch die verkehrbehinderten Büsche am Ahornplatz.

Smilies für Tempo 30

In Neuschloß gilt Tempo 30 - eigentlich.
In Neuschloß gilt Tempo 30 – eigentlich.

Tempo 30 kann ganz schön lahm sein oder ziemlich flott – je nach dem, ob wir das im Auto oder als Fußgänger erleben. Klar ist jedenfalls, dass das Tempolimit nicht alle im Stadttteil einhalten – auch Anwohner nicht. Die sich freilich zugleich gerne über Raser beschweren. Vor drei Jahren hatte die Stadt im Eichenweg ein Fahrzeug mit 70 km/h gemessen. In der Bürgerkammer wurden auch Linienbusse beschrieben, die deutlich zu schnell durch den Ahornweg hetzen.

Radarkontrollen fordert die Bürgerkammer nun nicht. Stattdessen wünschte sich Eric Lunkenbein eine elektrische Smilie-Anzeige – fröhlich oder böse blickend, je nach dem, ob ein Wagen korrekt oder zu schnell fährt. In Hüttenfeld steht bereits eine ähnliche Anlage. Zudem bittet die Bürgerkammer die Stadtverwaltung zu prüfen, ob eine solche Anlage auch statische Daten sammeln kann.

Parkende Lastwagen im Wohngebiet

Abendliche Veranstaltung: parkende Lastwagen in der Forsthausstraße.
Abendliche Veranstaltung: parkende Lastwagen in der Forsthausstraße.

Auch über Nacht abgestellte Lastwagen sind kein neues Phänomen – Neuschloss.net berichtete bereits 2013 darüber. Neuerdings sind vermehrt Fahrzeuge eines Paketdienstes an der Ecke Lindenweg/Forsthausstraße zu finden.

Das brachte die Bürgerkammer auf eine Idee: Wenn die Bushaltestelle weg von der Hauptstraße und in den Seitenweg verlegt wird, ließe sich dort ein Halteverbot rechtfertigen, schlug Günter Weidenauer vor. Und besser aufgehoben wäre die Bushaltestelle weiter weg vom Durchgangsverkehr sowieso. Vor der Altlastensanierung war sie übrigens auch schon dort.

Erster Stadtrat Jens Klingler will bis zum nächsten Treffen der Bürgerkammer prüfen lassen, ob der Umbau über ein Landesförderprogramm für Bushaltestellen mitfinanziert werden kann.

Parkplätze für die Kinderkrippe

Wenig Parkplätze vor Kindergarten und -krippe.
Wenig Parkplätze vor Kindergarten und -krippe.

Mehr als hundert Eltern bringen jeden Tag ihren Nachwuchs zum Kindergarten und zur Krippe – es gibt aber nur wenige offizielle Parkplätze. Das nicht ungefährliche Gewusel in der langgezogenen Kurve des Wacholderwegs lässt sich täglich bewundern.

Im vergangenen Herbst verkündete Klingler, es gebe eine Absprache mit der katholischen St.-Andreas-Gemeinde, der das Nachbargrundstück gehört. Demnach sollten südlich neben der Krippe zehn Parkplätze entstehen. Mit dem Wechsel des Pfarrers von St. Andreas entstand nach Klinglers Angaben neuerlicher Gesprächsbedarf, was die Umsetzung verzögere. Zudem gebe es noch rechtliche Schwierigkeiten. Dennoch sagte der Erste Stadtrat, er gehe davon aus, dass die Parkplätze nach den Sommerferien bereit stünden – falls es dort nicht größere Wohn-Projekte geben soll.

Geschlossene Schranke

Schranke hinter dem Sodabuckel.
Schranke hinter dem Sodabuckel.

Während der Sanierung des Sodabuckels musste der Weg von Neuschloß zur Grillhütte und Trimm-Dich-Strecke aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Die Sanierung ist rum – die Schranke aber weiter geschlossen, erinnerte Michael Bayer. Das Thema dürfte sich spätestens bis zum Triathlon Ende Juni erledigt haben; dann führt nämlich die Umleitungsstrecke für die gesperrte Landesstraße auf diesem Weg durch den Wald.

Fußweg im Wacholderweg

Fußgängerstreifen im Wacholderweg.
Fußgängerstreifen im Wacholderweg.

Maler waren im Wacholderweg zugange – und haben an der Einmündung zum Lindenweg einen Streifen für Fußgänger markiert. Dort fehlt für eininige Meter ein Gehweg. Für die Kinder und Eltern sicher eine gute Sache.

Schloss

Flüchtlinge haben Neuschloß verlassen

Es war im Herbst 2014, als unerwartet Aktive des Technischen Hilfswerks die leeren Räume im Beamtenbau herrichteten – und mit Frauen und Männern vor allem aus Eritrea und Syrien die Auswirkungen der internationalen Politik in Neuschloß ankamen. Die eigene Heimat zu verlieren – dieses Schicksal kannten viele Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils. Die Hilfsbereitschaft der Neuschlößer war überwältigend. Sie brachten Sachspenden, erledigten Fahrdienste, spielten Fußball mit den Fremden, halfen als Übersetzer, gaben Sprachunterricht.

Seit Pfingsten sind die 32 Frauen und Männer nicht mehr in Neuschloß. Der Mietvertrag mit jenem Besitzer, an den die Stadt den Beamtenbau im Sommer 2013 verkauft hatte, ist ausgelaufen. Ohnehin wollte der Investor nur die Zeit überbrücken, bis er alle Genehmigungen für einen geplanten Umbau zusammen hat.

Im jüngsten Treffen berichtete die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, über den Stand der Dinge. Einige der Flüchtlinge lebten in der Kernstadt, andere seien weiter weggezogen. „Unsere bisherigen Helferinnen und Helfer haben den Kontakt zu den Flüchtlingen beibehalten“, sagte sie. Auch wenn es aufwendiger als bisher sei, die Frauen und Männer an unterschiedlichen Orten zu besuchen hinter verschlossenen Hoftoren und Klingeln, die zunächst nicht eindeutig zuzuordnen waren. Das ehrenamtliche Engagement der Neuschlößer geht also weiter.

Angekommen ist in Neuschloß dagegen eine syrische Familie, deren Asyl-Status nun festgestellt ist. Das Paar, das Nachwuchs erwartet, hatte auf diesen offiziellen Bescheid im Stadtteil Hofheim gewartet.

Umbaupläne fürs Schloss

Auch wenn das Gebäude nun leer steht – der geplante Umbau kommt erst einmal nicht voran. Genehmigungen stünden weiter aus, sagte Biehal. Der Architekt rechne mit einer Umbauzeit am Äußeren des Gebäudes von vier bis fünf Monaten. Was genau der neue Schlossherr vorhat, soll demnächst Thema werden. Auf Wunsch der Bürgerkammer soll es eine öffentliche Präsentation der Pläne geben.

Der Beamtenbau.
Der Beamtenbau.

Bürgerkammer tagt

Neuschloss.net-Leser werden kaum überrascht sein: Unser Stadtteil wurde vor bald 550 Jahren zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das gilt es zu feiern – nur wie? Antworten sucht die Bürgerkammer in ihrem Treffen am Mittwoch, 15. Juni, 19 Uhr, im Bürgersaal am Ahornplatz. Weitere Themen sind Sachstandsberichte der Stadtverwaltung zu den Dauerbrennern Kanalgeruch und Parkplatz-Situation im Wacholderweg vor Kindergarten und -krippe. Zu Wort kommen auch der Projektbeirat Altlasten und die ICE-Initiative Bila. Die Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.

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Neuschlößer feuern Spargelläufer an

Den längsten Weg haben die Halbmarathon-Läufer schon hinter sich, als sie in Neuschloß verbeikommen. Aber nach dem Abstecher über Bürstadt sind es immerhin noch acht Kilometer bis zum Start- und Zielpunkt, dem Sportzentrum Ost. Da kann etwas Motivation nur gut tun – und Wasser sowieso. Die Bürgerkammer hatte Einwohner aus unserem Stadtteil zum Ahornplatz eingeladen, um die Sportler anzufeuern und mit nasser Erfrischung zu versorgen.

Das taten etwa 50 Frauen und Männer dann auch – und die Stimmung war super vom ersten bis zum letzten Läufer. Das war auch Verdienst von Familie Senftner, die – ausgestattet mit Fernrohr und Läuferlisten – über eine Lautsprecheranlage sämtliche Sportler persönlich begrüßte, begleitet vom Jubel der Neuschlößer.

Update: Halbmarathon-Gewinner Sascha Brenner erklärt auf der Facebook-Seite von Neuschloss.net, wie wichtig diese Motivation ist: „Das ist immer wie eine Erlösung, wenn man aus dem Wald endlich in Neuschloß einläuft.“ Und auf seiner eigenen Facebook-Seite Rhein-Neckar Runner verbreitet er unser Video und lobt die „Super-Stimmung in Neuschloß, wenn man kilometerlang alleine durch den Wald gelaufen ist.“

Damit das Publikum nicht schwächelte, versorgten die Aktiven der Bürgerkammer es in einem großen Zelt mit frischen Crepes, Brezeln, Kaffee und Kuchen. Eine gelungene Aktion neuen Stadtteilvertretung – für Sportler und Anwohner gleichermaßen.

Auch im verlängerten Ulmenweg waren – wie seit vielen Jahren – Anwohnerinnen und Anwohner rund um Familie Bärwald zur Stelle. Hier versorgen sich die Gäste selbst – mit einem kleinen, feinen Gemeinschaftsbüfett und leckerem Kuchen.

Biehal steht Bürgerkammer vor

Die bisherige Ortsvorsteherin Carola Biehal steht auch an der Spitze der Bürgerkammer, die den Stadtteil in den kommenden fünf Jahren vertreten will. Die 20 Mitglieder der Kammer wählten die 50-Jährige in einer öffentlichen Sitzung einstimmig zur Vorsitzenden.

Zum Vorsitz gehören fünf weitere Frauen und Männern, die bisher sämtlich nicht kommunalpolitisch aktiv waren.

  • Jason Bog ist stellvertretender Vorsitzender.
  • Sonja Hilbert ist Schriftführerin, Gitte Weidenauer ihre Stellvertreterin.
  • Helmut Kleinsteuber fungiert als Pressesprecher.
  • Heinz Rupprecht engiert sich als Beisitzer im Vorsitz.

Die weiteren Mitglieder der Bürgerkammer sind Michael Bayer, Gisela Bürkel, Desiree Freeburn, Horst Irrgang, Helmut Kemnitzer, Günther Kirchenschläger, Robert Lenhardt, Eric Lunkenbein, Gerhard Pflästerer, Peter Scherb, Elfriede Svoboda, Maria Walter, Rolf Wegerle und Günther Weidenauer.

Folgende Karte veranschaulicht, in welchen Straßen die Mitglieder wohnen – auf die roten Punkte klicken.

Ein Blick auf die vertretenen Straßen zeigt, dass sich insbesondere Frauen und Männer engagieren, die Anfang der achtziger Jahre mit der zweiten Bebauungsphase nach Neuschloß gekommen waren. Manche Mitglieder der Bürgerkammer sind noch später zugezogen – meist weil sie die ruhige, waldnahe Lage schätzen – aber genauso, dass sie in wenigen Minuten in Mannheim und damit dem Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar sind.

Einige Mitglieder der Bürgerkammer sagten, sie engagierten sich in dieser Form, weil sie sich nicht an eine politische Partei binden müssten. Umgekehrt sind aber auch einige parteipolitisch Aktive dabei.

In diesem Kreis sind wichtige Einrichtungen des Stadtteils vertreten – die evangelische Johannesgemeinde genauso wie der SC Kurpfalz, die Meute wie der Altlastenverein und Projektbeirat.

In einem Treffen Ende April im Raum der Johannesgemeinde hatten zuvor 20 Frauen und Männer schriftlich ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt. Weil das genau der vorgesehenen Größe der Bürgerkammer entspricht, war eine Wahl der Mitglieder durch die Bevölkerung nicht notwendig. Im Rosengarten wie in Neuschloß gibt es seit der Kommunalwahl keine Ortsbeiräte mehr als Folge von Pannen einiger Parteien bei der Abgabe der Kandidatenlisten.

Die Liste der Mitglieder auf einen Blick:
* Bayer, Michael, Ulmenweg 35;
* Biehal, Carola, Ahornweg 4;
* Bog, Jason, Akazienweg 13;
* Bürkel, Gisela, Ahornweg 14a;
* Freeburn, Desiree, Buchenweg 9;
* Hilbert, Sonja, Eichenweg 7;
* Irrgang, Horst, Wacholderweg 10;
* Kemnitzer, Helmut, Akazienweg 7;
* Kirchenschläger, Günter, Buchenweg 23;
* Kleinsteuber, Helmut, Ahornweg 21a;
* Lenhardt, Robert, Tannenweg 1;
* Lunkenbein, Eric, Akazienweg 5;
* Pflästerer, Gerhard, Eichenweg 12;
* Rupprecht, Heinz, Ahornweg 6;
* Scherb, Peter, Akazienweg 94;
* Svoboda, Elfriede, Akazienweg 92;
* Walter, Maria, Ahornweg 22a;
* Wegerle, Rolf, Lindenweg 3;
* Weidenauer, Gitte, Buchenweg 5;
* Weidenauer, Günter, Buchenweg 5.

Großes Interesse an der Bürgerkammer.

Bürgerkammer wird konkret

Die Bürgerkammer nimmt Gestalt an – und stößt weiter auf großes Interesse der Neuschlößer. Etwa 50 Frauen und Männer waren zu einem neuerlichen Informationsabend gekommen, zu dem der scheidende Ortsbeirat in den Bürgersaal am Ahornplatz eingeladen hatte.

Nach dem bereits in einem ersten Treffen im Febuar viele Neuschlößer ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet hatte, trugen sich jetzt erneut viele in eine Liste ein. Damit dürfte es mehr als 20 Mitstreiter geben – so groß soll die Bürgerkammer sein. Also ist eine Auswahl nötig. Erneut sprachen sich die Neuschlößer einstimmig dafür aus, eine stadtteilweite Wahl auszurufen. Interessierte können sich noch bis Freitag, 15. April, bewerben – per E-Mail an die Adresse buergerkammer(at)neuschloss.net.

Damit geht Neuschloß anders vor als der Stadtteil Rosengarten, wo ein Ältestenrat entscheiden soll, wer in der Bürgerkammer vertreten ist. „Neuschloß unterscheidet sich von Rosengarten. Wegen der beiden großen Bebauungsphasen kennen bei uns jene Leute, die hier seit langem leben, nicht unbedingt alle Zugezogenen“, erläuterte Ortsvorsteherin Carola Biehal. Und natürlich bringt eine Wahl auch eine bessere Legitimation der Kammer als Stadtteil-Vertretung.

Vorgesehen ist, dass alle Bürgerinnen und Bürger je 20 Stimmen vergeben können – entsprechend der Anzahl der Sitze. Das Mandat gilt für zwei Jahre. Die Gewählten wiederum werden nach der Konstitutierung der Kammer eine Art Vorstand bestimmen. Biehal strich die Vorteile der Bürgerkammer gegenüber einem Ortsbeirat heraus: „Man muss auf keiner Liste einer Partei stehen, um hier mitzumachen“, sagte sie. Auch Jugendliche von 16 Jahren an oder städtische Bedienstete könnten dabei sein. Die Kammer könne künftig auch neben dem Ortsbeirat weiter bestehen.

Die scheidende Ortsvorsteherin Carola Biehal und ihr Stellvertreter Robert Lenhardt leiteten das Treffen.
Die scheidende Ortsvorsteherin Carola Biehal und ihr Stellvertreter Robert Lenhardt leiteten das Treffen.

Der stellvertretende Ortsvorsteher Robert Lenhardt sagte, die Kammer könne sich drei- bis viermal pro Jahr treffen – an jenen Abenden, an denen eigentlich die Ortsbeiräte hätten zusammentreffen sollen. Das erscheint sinnvoll, weil sich diese Termine gut in die Treffen der kommunalpolitischen Organe der Stadt einfügen.

Die Neuschlößer Bürgerrunde interessierte auch Vertreter der Lampertheimer Kommunalpolitik. Vor allem die SPD war unter den Gästen stark vertreten mit Erstem Stadtrat Jens Klinger, Stadtrat Hans Schlatter und dem Fraktionsvorsitzenden Marius Schmidt. Die FDP vertrat Vorsitzender Thomas Bittner. Für die CDU-Fraktion war Björn Hedderich dabei, der erkennbar mit dem Bürgerkammer-Projekt sympatisierte. Am Rande der Veranstaltung kündigte er gegenüber Neuschloss.net an, die Union wolle ich künftig verstärkt in Neuschloß engagieren.

Infoabend zur Bürgerkammer

In der letzten Sitzung des Ortsbeirats haben alle Fraktionen die Neuschlößer dazu aufgerufen, in einer Bürgerkammer weiter regelmäßig gemeinsam jene Dinge zu besprechen, die wichtig sind für unseren Stadtteil – und die wir mit Kraft auf gesamtstädtischer Ebene vortragen müssen. Wie das gelingen könnte, ist Thema eines Informationsabends am Donnerstag, 17. März, 19 Uhr, im Bürgersaal am Ahornplatz.

In einem ersten Meinungsbild hatten sich im Januar bereits etwa 15 Frauen und Männer bereit erklärt, sich in einer Bürgerkammer zu engagieren. Die neue Runde war notwendig geworden, weil die CDU keine gültige und die FDP eine überraschend kurze Kandidatenliste vorgelegt hatte, so dass es seit den Kommunalwahlen keinen Ortsbeirat mehr in Neuschloß gibt.

Themen hat Neuschloß in den kommenden fünf Jahren genug. Der Ortsbeirat skizziert sie in seiner Einladung: Wie beleben wir das kulturelle Leben in unserem Stadtteil? Wie können wir weiter so wundervoll wie bisher Flüchtlinge unterstützen? Was wird aus Sodabuckel und Grundwasser? Wie bringen wir unsere Kritik an der geplanten ICE-Trasse erfolgreich vor? Oder schlicht: Wie gewöhnen wir dem Abwasserkanal ab, uns mit seinem Gestank eigentlich schöne Sommerabende zu vermasseln? Nicht zuletzt jährt sich die erste urkundliche Erwähnung von Neuschloß bald zum 550. Mal – sicher Anlass nicht nur für ein schönes Fest.

Um diese Dinge anzugehen, brauchen wir eine Runde von Menschen, die sich regelmäßig trifft und die auch in der Stadtverwaltung Gehör findet. Der Ortsbeirat schlägt dafür einstimmig eine Bürgerkammer vor. Alle Einwohnerinnen und Einwohner von 16 Jahren an können mitmachen. Bürgermeister Gottfried Störmer und Erster Stadtrat Jens Klinger haben uns ihre Unterstützung zugesagt.

Auch Rosengarten kommt in Sachen Bürgerkammer voran. Dort ist die konstituierende Sitzung für Mai geplant.