ICE-Trasse: Bahn untersucht für Tunnelfrage Boden im Wald

Es ist ein Jahrzehnte-Projekt: Eine Neubaustrecke der Bahn zwischen Frankfurt und Mannheim soll das größte Nadelöhr im deutschen Fernverkehr und europäischen Güterverkehr beseitigen. Lampertheim und der Stadtteil Neuschloß sind besonders betroffen.

  • Die Deutsche Bahn kündigt Untersuchungen an, die ermitteln sollen, in welcher Bauweise der Tunnel durch den Lampertheimer Wald entstehen kann.
  • Zwischen Frankfurt und Darmstadt will die Bahn noch in diesem Jahr in die Planfeststellung gehen.
  • Die Ortsvorsteherin von Neuschloß, Carola Biehal, Bila-Aktivist Karl Hans Geil und Bürgermeister Gottfried Störmer vertreten die Interessen von Lampertheimer im neuen Projektbeirat zur Neubaustrecke.
  • Die Sohle des Tunnels wird bei Neuschloß 18 Meter tief vergraben. Östlich des Alten Lorscher Wegs könnte die Trasse näher als 70 Meter an die Grundstücksgrenzen herankommen. Die Bauweise ist weiter umstritten.

Für Lampertheim ist es die Frage aller Bahnfragen: Wird die Neubaustrecke unterirdisch gebohrt, ohne dass man im Lampertheimer Wald und auf den Spargelfeldern der Heide viel davon mitbekommt? Oder graben Bagger vorübergehend etwa 18 Meter tiefe Schluchten aus, um unten die Trasse zu betonieren? Die Region wünscht sich die bergmännische Variante; die Bahn schlägt die oberirdische Bauweise vor.

Jetzt gibt es Anzeichen, dass der Schienenkonzern die unterirdische Version ernsthaft prüft. Er teilte mit, er habe mehrere Ingenieurbüros mit Planungen beauftragt. Im Lampertheimer Wald stünden „Geländebegehungen, geologische Kartierungen sowie Erhebungen für geotechnische und hydrologische Gutachten“ an. Diese Arbeiten sollten ermitteln, „welche Tunnel-Bauweise (oberirdisch oder bergmännisch) möglich“ sei.

In einer Präsentation im Beteiligungsforum nennt die Bahn einen weiteren Meilenstein: Im kommenden Jahr will sie die konkrete technische Planung angehen. Spätestens dann müsste die Grundsatz-Entscheidung zur Bauweise gefallen sein.

Eine schnelle Einigung könnte im Lampertheimer Sinne sein. Weiter nördlich werden an der Strecke Rufe nach zusätzlichen Untertunnelungen laut. Das gilt nicht nur für Bensheim-Langwaden. Neuerdings wächst auch der Wunsch, die umstrittene Südanbindung Darmstadts komplett unter der Erde zu sehen. Hier und da fällt die Bemerkung, die Menschen dort vor Lärm zu schützen sei wichtiger, als Spargelfelder zu untertunneln.

Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim: Zeitplan für die Bauabschnitte

Die Planung der Bahn unterteilt die Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim in fünf Abschnitte. Grundregel: je nördlicher, desto schneller wird das Projekt vorangetrieben. Einige Eckdaten.

Zeppelinheim bei Frankfurt bis Darmstadt Nord einschließlich Nordanbindung Darmstadt (Abschnitt 1): Die Strecke verläuft im Wesentlichen oberirdisch östlich der Autobahn 5. Die Autobahn-Anschlussstelle Langen wird in einem Trog unterfahren. Auch für die Nordanbindung Darmstadts ist ein Trog vorgesehen, damit sich die Züge nicht in die Quere kommen. (Klick auf die folgenden Karten bringt eine größere Version.)

Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 1: Zeppelinheim bis Darmstadt Nord Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 1: Zeppelinheim bis Darmstadt Nord. (Karte: DB)

Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren sollen noch in diesem Jahr (viertes Quartal) beim Eisenbahn-Bundesamt einreicht werden. Ziel ist, so möglichst früh den Hessenexpress zwischen Wiesbaden, Frankfurt-Flughafen und Darmstadt auf den Weg bringen zu können.

Darmstadt Nord bis Pfungstadt (Abschnitt 2): Diesen Bereich kennzeichnet die Untertunnelung der Autobahn-Anschlussstelle Weiterstadt und ein folgender Trog am Autobahnkreuz Darmstadt. Vor Pfungstadt stößt die Südanbindung Darmstadts entlang der Eschollbrücker Straße auf die Hauptgleise östlich der Autobahn 67. Auch die Güterverkehrsanbindung bei Weiterstadt in Richtung Mainz wird in diesem Abschnitt geplant.

Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 2: Darmstadt Nord bis Pfungstadt Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 2: Darmstadt Nord bis Pfungstadt. (Karte: DB)

Die Vorplanung soll hier Anfang 2022 abgeschlossen sein, 2022 die Entwurfsplanung beginnen, 2023 sollen die Planfeststellungsunterlagen erstellt werden und schließlich Ende 2024 beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht werden.

Pfungstadt bis Gernsheim (Abschnitt 3): Die Strecke verläuft weiter östlich der Autobahn 67 mit einem längeren Trog bei Eschollbrücken, Eich und Hahn.

Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 3: Pfungstadt bis Gernsheim Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 3: Pfungstadt bis Gernsheim. (Karte: DB)

Hier gibt es eine Besonderheit in der Planung: Die neuen Gleise werden gemeinsam mit dem sechsspurigen Ausbau der A67 organisiert. Die Planfeststellungsunterlagen sollen im vierten Quartal 2022 beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht werden.

Gernsheim bis Einhausen/Lorsch (Abschnitt 4): Identisch wie Abschnitt 3. Wurde wohl nur deshalb ein eigener Abschnitt, weil hier laut ein Tunnel in der Höhe von Bensheim-Landwaden gefordert wird.

Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 4: Gernsheim bis Einhausen/Lorsch Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 4: Gernsheim bis Einhausen/Lorsch. (Karte: DB)

Einhausen/Lorsch bis Mannheim-Waldhof (Abschnitt 5/6): Tunnel bei Lorsch zur Unterquerung der A67, kurzes oberirdisches Stück im Wald bei Lorsch, Tunnel bis Mannheim-Blumenau.

Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 5/6: Einhausen/Lorsch bis Mannheim-Waldhof Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, Abschnitt 5/6: Einhausen/Lorsch bis Mannheim-Waldhof. (Karte: DB)

Hier die ist Planung noch am wenigsten fortgeschritten: Vorplanung 2021, Vermessungsarbeiten 2021/22, Bodenuntersuchungen bis 2022 und Beginn der technischen Prüfung 2022.

Fortführung in Mannheim: Dieses Thema gehört organisatorisch in ein völlig anderes Projekt, nämlich die Neubaustrecke Mannheim – Karlsruhe. Auch hier gibt es ein Forum zur Bürgerbeteiligung. Eine Präsentation zeigt, dass eine der angedachten Möglichkeiten ein Tunnel von Mannheim-Waldhof quer durch die Stadt bis zum Rangierbahnhof ist.

Planungen für die Neubaustrecke Mannheim-Karlsruhe bei Mannheim. Planungen für die Neubaustrecke Mannheim-Karlsruhe bei Mannheim. (Karte: DB)

 


7. Mai 2021

ICE-Trasse: Biehal, Geil und Störmer im Projektbeirat

Lampertheim und insbesondere auch unser Stadtteil Neuschloß wird im entstehenden regionalen Projektbeirat gut vertreten sein. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats in der Hans-Pfeiffer-Halle klar. In dem Forum sind voraussichtlich dabei

  • Ortsvorsteherin Carola Biehal, die von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht zu ihrer ständigen Vertreterin im Projektbeirat ernannt wurde,
  • Karl Hans Geil als Vertreter der Bürgerinitiative Bila und
  • Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer.

Insgesamt sind etwa 20 bis 25 Leute vorgesehen. Sie sollen die Interessen der Menschen zwischen Bensheim und Mannheim bündeln. Insbesondere geht es darum, jene Vorschläge zu bewerten, die über das gesetzlich festgelegte Maß hinausgehen. Das können zusätzliche Tunnelabschnitte oder höhere Lärmschutzwände genauso sein wie das Verfahren, in dem die Tunnel gebaut werden. Bei Lampertheim will die Bahn etwa die Gleise 18 Meter tief eingraben – also die Erde ausheben, den Tunnel betonieren und wieder mit Erde auffüllen. Die Bila wünscht sich dagegen einen unterirdisch gebohrten Tunnel.

Die Entscheidung hat durchaus Auswirkungen auf Neuschloß, wie Ulrich Guldner von der Bila in der Mai-Sitzung des Ortsbeirats erklärte. Wahrscheinlich weniger im irgendwann einmal laufenden Betrieb – dann dürfte von den 300 Kilometer pro Stunde schnellen ICE tagsüber und den Güterzügen in den Nächten kaum etwas zu hören und spüren zu sein. Aber während der Bauphase.

Bila-Mann Guldner verdeutlichte mit Angaben aus Bahn-Papieren die Dimensionen des Projekts. Die Sohle des Tunnels wird bei Neuschloß 18 Meter tief vergraben – also voll ins Grundwasser. Das Bauwerk werde 22 Meter breit, die Grube noch etwas breiter.

Nach den vorliegenden Plänen könnte die Trasse östlich des Alten Lorscher Wegs näher als 70 Meter an die Grundstücksgrenzen herankommen. Die Bila hofft, hier noch einen größeren Abstand durchsetzen zu können. Bürgermeister Störmer kündigte an, er wolle sich von der Bahn ähnliche Tunnel zeigen lassen, um selbst zu sehen, was von den Zügen unter der Erde tatsächlich zu spüren oder hören ist.

In dem Projektbeirat zum südlichen Ende der Neubaustrecke werden Bahn, Politik, Initiativen und Verbände über die Pläne diskutieren. Münden soll das in einer Beschlussvorlage für den Deutschen Bundestag, der über die Forderungen und deren Finanzierung entscheidet. Beschlossene Sache ist inzwischen darüber hinaus ein weiteres Gremium, das die Auswirkungen des künftig umorganisierten Zugverkehrs auf die Bestandsstrecken betrachtet. Das Bundesverkehrsministerium habe dem im März zugestimmt, berichtet die Bahn im jüngsten Beteiligungsform.

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Beirat setzt beim Bolzplatz auf Rasen

Der Ortsbeirat stimmt mehrheitlich für einen Rasenbelag.
Der Ortsbeirat stimmt mehrheitlich für einen Rasenbelag.

Detailfragen zur Ausgestaltung des geplanten Kleinfeldplatzes standen im Mittelpunkt des jüngsten Treffens der Neuschlößer Ortsbeiräte. Bereits vor zwei Wochen hatte Neuschloss.net exklusiv darüber berichtet, dass eine solche Fläche im Wesentlichen auf dem bestehenden Kinderspielplatz am Alten Lorscher Weg eingerichtet werden soll. Zuvor hatten Eltern von jüngeren Kindern zunächst Unterschriften für einen Bolzplatz gesammelt; es folgten Gespräche mit dem Ortsbeirat.

Entstehen soll die Fläche im hinteren Teil des Spielplatzes – dort, wo bisher das Trampolin steht. Das Spielgerät wird an eine andere Stelle versetzt. Geplant ist eine Platzgröße von 20 mal 15 Metern. Die Arbeiter müssen Pflanzen und Bäume abräumen und den Zaun versetzen, der den Spielplatz begrenzt. Denn die Ecke wäre in ihren jetzigen Ausmaßen zu klein für den 300-Quadratmeter-Platz.

Das Trampolin im hinteren Teil des Spielplatzes muss dem Kleinfeldplatz weichen.
Das Trampolin im hinteren Teil des Spielplatzes muss dem Kleinfeldplatz weichen.

Die dazukommenden Flächen wurden schon früher als Spielplatz ausgewiesen, nur nicht entsprechend genutzt. Damit sind aktuell keine naturschutzrechtlichen Ausgleichsprojekte nötig. Wohl aber eine Kontrolle, wie es mit Altlasten aussieht. Die Idee für den Standort kam von Ortsbeiratsmitglied Traudel Neudecker, wie in der Sitzung bekannt wurde.

Der neue Platz ist vorgesehen für Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren. „Ältere können die Plätze im Wald nehmen,“ sagte dazu Ortsvorsteherin Carola Biehal (SPD). Bürgermeister Erich Maier betonte, „die vorgeschlagene Lösung ist bei den Eltern auf Zustimmung gestoßen“. Einige davon waren im Publikum – und bestätigten diese Einschätzung gegenüber Neuschloss.net.

Zur Ausstattung des Kleinfeldplatzes sollen zwei Fußballtore, mindestens ein Basketballkorb und ein Zaun drumherum gehören, der nebenan spielende Kinder vor fliegenden Bällen schützt.

Ausführlich beschäftigte sich das Stadtteilgremium mit der Frage, welcher Bodenbelag bestellt werden soll. Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste der Stadt, trug sieben Alternativen samt zugehöriger Kosten vor:

  • Rasenplatz: Die Verwaltung hob die geringe Verletzungsgefahr hervor, sprach von einem gelenkschonenden Belag. „Sogar die Profils bevorzugen das.“ Im Stadtgebiet würden Rasenplätze gerne angenommen. Einen Nachteil gibt es in Form von Folgekosten fürs Rasen mähen. Geschätze Gesamt-Umbaukosten: etwa 36.500 Euro.
  • Kunststoffplatz: benötigt einen teuren Unterbau, daher Gesamtkosten von etwa 137.500 Euro.
  • Reine Asphaltfläche: verlangt einen ähnlichen Unterbau und ist daher unwesentlich günstiger als Kunststoff. Vorteil: kaum Folgekosten. Gesamtbetrag: rund 127.500 Euro.
  • Holzhäcksel: ein Vorschlag von Beiratsmitglied und Förster Volker Harres. Sabine Vilgis formulierte diplomatisch: „Das Verhalten des Balles auf solchen Plätzen ist schlecht.“ Man kann auch sagen, es fliegen beim Kicken Holzteile durch die Gegend.
  • Fallschutzplatten: Es handelt sich um ein Stecksystem aus Gummimatten mit vielen Fugen. Darin können sich aber wegen der Lage im Wald schnell Pflanzen einnisten; es entstünden schwierig zu reparierende Risse, die bei Frost aufplatzen, so die Verwaltung. Geschätze Kosten: ungefähr 57.500 Euro.
  • Hartplatz: Die klassischen Sportplätze mit rotem Grund nicht wegen ihrer hohen Verletzungsgefahr nicht mehr sonderlich attraktiv. Vereine in Lampertheim versuchen, wo möglich sie loszuwerden. Zum laufenden Pflegeaufwand kommen Einmalkosten von rund 150.000 Euro.
  • Kunstrasen: Diese Variante würde mit etwa 100.000 Euro Gesamtkosten zu Buche schlagen.

In der anschließenden Diskussion plädierten Ortsvorsteherin Biehal und Bürgermeister Meier für eine Rasenfläche. „Es gibt wenige Alternativen, auch wegen der Kosten“, sagte Maier. Robert Lenhardt von der SPD-Fraktion liebäugelte mit den Gummimatten, wie sie die Albert-Magnus-Schule in Viernheim verwende. Die Verwaltung zeigte sich wenig begeistert und warnte erneut vor Samen, der Grünzeug aus den Ritzen wachsen lasse.

Lenhardt missfiel am Rasen, dass der wächst. Traudel Neudecker sah das pragmatisch: „Ich sehe hier die kleinen Kinder, die da spielen wollen. Da reicht eine schöne Rasenfläche. Und wenn die ordentlich bebolzt wird, muss sie nicht gemäht werden.“ Bürgermeister Maier wies auf die Preisdifferenz von gut 20.000 Euro zwischen beiden Varianten hin – und äußerte mit Blick auf die Zahl der Kinder in Neuschloß zudem leise Zweifel, wie sehr so ein Platz überhaupt angenommen werde. „Denn die Zeiten der Bolzplätze sind, wie ich auch in Lampertheim täglich sehe, eigentlich vorbei.“

Vorbei war dann auch die Diskussion. Die Abstimmung erhab eine klare Mehrheit für den Rasen. Dafür stimmten von der SPD Carola Biehal, Volker Harres und Manfred Reipa, das CDU-Mitglied Klaus Schultheiß , von der FDP Traudel Neudecker. Mit Nein stimmten die FDP-Vertreter Paul Schneider und Gerhard Pflästerer – womit die Mehrheit der FDP-Fraktion gegen die Idee der eigenen Fraktionskollegin Neudecker votierte. Robert Lenhardt von der SPD enthielt sich; Ernst Legleiter, ebenfalls SPD, war nicht anwesend.

Vorausgesetzt der städtische Haushalt für 2014 wird wie geplant beschlossen, können die Neuschlößer Kinder vielleicht schon im April auf dem neuen Platz spielen.

Über weitere Themen der Sitzung berichten wir noch.

So berichten andere: Südhessen Morgen, Lampertheimer Zeitung.

Mit 70 km/h durch den Eichenweg

Es soll ja Stadtteile geben, in denen der Verkehr seine unangenehmen Seiten deutlicher zeigt als in Neuschloß. Dennoch sind Raser und Lärm auch bei uns ein Thema. Generell ist ganz Neuschloß, abgesehen von der Forsthausstraße, als Tempo-30-Zone ausgeweisen. Um der Realität auf die Spur zu kommen, hat die Stadtverwaltung ein wenig nachgemessen.

Im Eichenweg beispielsweise. Etwa 15 Autos sind demnach dort pro Stunde unterwegs, mit einer mittleren Geschwindigkeit von 35 Kilometer pro Stunde. Ein Ausreißer wird am Nachmittag erfasst: Er saußt mit 70 km/h über die Straße. Der Eichenweg erschließt mehrere Seitenstraßen und ist daher eine der zentralen Wege im neuen Teil von Neuschloß – genau wie der Ahorn- und Akazienweg.

Auch im Alten Lorscher Weg stand das Messfahrzeug. Dort zeigt der Tachometer in der Regel zwischen 28 und 38 km/h. Der Ausreißer an dieser Stelle kommt auf 65 km/h.

Das Verkehrsaufkommen insgesamt erscheint überschaubar. An der einen Stelle wurde den Tag über 97, an der anderen 139 Fahrzeuge gezählt. Die Anwohnervertreter im Ortsbeirat überlegten, ob sie scharfe Radarmessungen mit Knöllchen fordern sollten. Erster Stadtrat Jens Klingler hielt dem entgegen, das Verkehrsaufkommen sei dafür zu gering. Letztlich entschied sich auch das Gremium dagegen – nicht zuletzt deshalb, weil es in der Regel die Neuschlößer selbst sind, die jenseits der L3110 mit einem Auto auf den Straßen unterwegs sind.

Es bleibt also beim Apell, nicht mit 50 durch die Seitenstraßen zu rasen, um dann kurz vor dem eigenen Haus eine Vollbremsung hinzulegen. Wir fahren einfach alle in Neuschloß nur noch so schnell, wie wir das als Anwohner und Eltern selbst von anderen erwarten. Das ist doch eine gute Idee für einen schönen Vorsatz für das Jahr 2013.