Der Sodabuckel ist gesichert, die Grundstücke sind saniert. Nun rückt das Grundwasser in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Betroffen ist hier vor allem das Gebiet westlich des Ulmenwegs, also der Eichenweg mit seinen Seitenstraßen. Aber auch für die bodensanierten Bereiche wird es noch einmal interessant. In der Mitgliederversammlung des Altlastenvereins am Mittwoch, 7. Dezember, 19 Uhr, im Restaurant Quattro Mori werden Fachleute den Stand der Dinge berichten und einschätzen. Ausdrücklich eingeladen sind auch Nicht-Mitglieder.

Die Sanierungsanlage an der Landesstraße holt zwar seit 2003 jährlich 60 Kilogramm Arsen aus dem Grundwasser – eine unglaubliche Menge. Weil aber so viel mehr Arsen unter der Erde liegt, werden die Wasserwerte nicht besser. Die bisherige Technik ist also nicht effektiv genug. Ein neuer Ansatz, entwickelt mit der Universität Heidelberg, könnte die Lösung sein. Doch auch sie kostet Geld, das überall knapp ist.

Auf der Tagesordnung stehen ferner die turnusmäßige Wahl des Vorstands und ein Rückblick auf die erfolgreiche Sicherung des Sodabuckes.

Die Tagesordnung

  1. Begrüßung, Beschlussfähigkeit
  2. Rückblick (Erste Vorsitzende Carola Biehal)
  3. Schwerpunkt: Informa onen zur Grundwassersanierung (HIM- Altlasten-Sanierungsgesellschaft)
  4. Rückblick auf die Sicherung des Sodabuckels (Stadt Lampertheim)
  5. Kassenbericht
  6. Entlastung des Vorstands
  7. Wahl des Vorstands
  8. Verschiedenes

Den stinkenden Abwasserkanal umzubauen, erscheint dringender denn je. Die Neuschlößer bemängeln inzwischen fast jede Woche mehrmals über den Geruchsmelder von Neuschloss.net Belästigungen. Die Zahl der Hinweise steigt damit immer weiter – offenbar verlieren die Anwohnerinnen und Anwohner langsam die Geduld.

Nach der Bürgerkammer reagiert jetzt auch die Stadtpolitik. Die Fraktionen der SPD und FDP in der Stadtverordnetenversammlung wollen das Geld für einen Umbau des Kanals im Haushalt für das kommende Jahr sehen. Das geht aus einem Beschlussantrag für das Parlament hervor, der Neuschloss.net vorliegt.

Wörtlich heißt es in dem Papier: „Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: In den städtischen Haushaltsplan werden für die Durchführung einer Kanalreinigung mittels Schwallspülungen im Stadtteil Neuschloß im Budget des Fachdienstes ‚Tiefbau‘ 75.000 Euro eingestellt.“ Damit würden jährlich drei manuelle Spülungen des Kanals eingespart – und damit etwa 4.000 Euro.

Im Stadtteil stinkt es regelmäßig aus dem Kanal, weil sich in den teils recht großen Rohren Fäkalienreste festsetzen. Nach jahrelanger Ratlosigkeit der Verwaltung hatte Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) der Bürgerkammer im Sommer erstmals eine technische Lösung präsentiert: Das Kanalwasser soll an zwei Stellen für einige Minuten aufgestaut und dann auf einen Schlag losgelassen werden. Diese kräftigen Schwallspülungen würden, so die Idee, die riechenden Ablagerungen verhindern. Mit 75.000 Euro erschien der Umbau sogar recht günstig, das Projekt schnell umsetzbar.

So funktioniert die geplante Schwallspülung - aus der Präsentation der Verwaltung.
So funktioniert die geplante Schwallspülung – aus der Präsentation der Verwaltung.

Im Herbst allerdings machte Klingler einen Rückzieher: Das Geld sei zwar da, aber leider nicht mehr das Personal in der Verwaltung, das die Arbeiten planen und prüfen könne. Deshalb, erläuterte Klingler, habe er auch die 75.000 Euro gleich aus dem Haushalt gestrichen. Der Bürgerkammer gefiel das gar nicht. Sie forderte einstimmig, das Geld in jedem Fall vorzusehen – damit der Kanalumbau nicht wieder an den Mitteln scheitert, wenn das Bauamt vielleicht doch wieder besser personell ausgestattet ist.

Die Koalition aus SPD und FDP im Parlament schließt sich dieser Position nun an. Damit stellen sich die Sozialdemokraten an der Stelle gegen den Ersten Stadtrat, der aus ihren eigenen Reihen kommt.

So richtig zielführend ist das alles freilich nicht: Geholfen wäre Neuschloß erst, wenn die Fraktionen im Stadtparlament weitergehend fordern, die Verwaltung möge die Kanalarbeiten so hoch priorisieren, dass sie auch bei enger Besetzung im Bauamt gleich im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Riesig muss ein Weihnachtsmarkt gar nicht sein, damit er gut ankommt. Der Ahornplatz hat wohl genau die richtige Größe, damit von den Besucherinnen und Besuchern immer noch fast jede auch jeden kennt – und umgekehrt. Und sich zugleich Raum findet für ein kleines Bühnenprogramm, reichlich Speis und Trank, schöne Verkaufsstände und eine Tombola.

Viele der Anbieter, auch das bemerkenswert, sind Bewohner unseres Stadtteils. Beim Sportclub Kurpfalz und der evangelischen Johannesgemeinde ist das sowieso klar. Aber auch in dem beliebten Pizzahäuschen standen bekannte Gesichter, beim Imbiss im Zelt, die Ghana-Initiative, der Stand mit den Näharbeiten, die Limobar neben dem Weihnachtsbaum, die Keyboardschule. Von Neuschlößern selbst gemacht – das gilt fast für den kompletten Nachmittag. Auch das macht unseren Adventsmarkt natürlich aus.

Bei der Tombola des Fördervereins der Pestalozzischule zeigte Fortuna ihre Launen: Hier holte sich eine Familie zehn Lose und freute sich immerhin noch ein bisschen über zwei, drei Trostpreise. Gleich nebenan jubelte eine Frau über einen der großen Preise – einen von mehreren Gutscheinen vom Restaurant Quattro Mori. Sie hatte nur drei Lose gekauft – und dabei noch einen weiteren Gewinn gezogen. Gesprächsstoff über die Wahrscheinlichkeitsrechnung boten solche Szenen allemal. Hauptpreis war übrigens eine Wimpernverlängerung, zur Verfügung gestellt vom Beautysalon BeBelle.

Um die Musik kümmerten sich Stefan Spiesberger, seine Schülerinnen und Schüler von Kids on Keys und die Sängerin Melanie Schlüter. Dabei auch die Mädchen und Jungen aus dem kommunalen Kindergarten. Der evangelische Posaunenchor unterhielt die Gäste enenfalls. Und nicht zuletzt der Weihnachtsmann, der gleich ein recht junges Christkind mitbrachte.

Ein schöner Nachmittag und Abend, den nicht wenige Neuschlößer bis zur letzten Minute auskosteten.

Ein wundervoller, stimmungsvoller Abend: das erste Lichterfest der Pestalozzischule. Rund 2500 Kerzen verwandelten den Pausenhof in ein Lichtermeer. Die Kinder hatten sich mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Motive ausgesucht und es mit Kreide auf dem Boden vorgezeichnet. Kurz von Sonnenuntergang kamen dann die Teelichter dazu, in einem Glas vor Wind geschützt.

Zu sehen war beispielsweise eine lachende Sonne, ein Kürbis und eine Schnecke. Insgesamt waren es ein Dutzend Motive.

Zur Eröffnung gab es ein kleines Programm. „Kinder tragen Licht ins Dunkle“, sang der Chor der Schule, angeleitet von Stefan Spiesberger. Fackelträger umrahmten den Auftritt. Ein Feuerspucker sorgte für Aufsehen.

Wer es etwas ruhiger angehen wollte, konnte im gemütlichen Lesezelt Märchen und Geschichten lauschen.

Der Förderverein „Hand in Hand“ kümmerte sich ums leibliche Wohl der Gäste. Die Einnahmen kommen den Kindern zu Gute. Der Verein finanziert mit solchen Veranstaltungen Projekte, die den Mädchen und Jungen großen Spaß bereiten, die sich aber nicht über die offiziellen Etats finanzieren lassen.

Dazu zählt beispielsweise ein Grünes Klassenzimmer aus hochwertigen Granitsteinen, das bereits im Schulgarten aufgestellt ist und im Frühjahr offiziell übergeben werden wird. Der Schulchor wird genauso gefördert wie die jährliche Fahrt ins Theater in der Vorweihnachtszeit, damit die Teilnahme für alle Mädchen und Jungen möglich wird.

„Hand in Hand“ besteht seit sechs Jahren. Mit rund hundert Mitgliedern sind gut ein Drittel aller Eltern vertreten. An der Spitze des Fördervereins stehen Özlem Kamisli-Bayer und Dr. Ayse Bilbal-Ludäscher; zum Vorstand gehören ebenfalls Karin Bitsch und Michael Bayer.