Sperrung L3110: Kontrollen an der Ausweichstrecke

Vollsperrung der L3110: Kontrollen bringen Entspannung

Hessen Mobil saniert die Landesstraße L3110 zwischen Neuschloß und der Lampertheimer Kernstadt. Was bedeutet das für die betroffenen Anwohner/innen? Neuschloss.net erklärt die Details des Projekts.


Update vom 7. Juli: Am zweiten Tag der Sperrung der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß deutet sich eine Entspannung an. Dass die Lage besser ist als am Premierenmontag, hat gleich mehrere Gründe. Natürlich dürften sich die Bauarbeiten inzwischen auch bei jenen herumgesprochen haben, sie seltsamerweise nicht Neuschloss.net lesen. Außerdem wird inzwischen schon in Hüttenfeld an zentraler Stelle auf die Sperrung hingewiesen. Eine entsprechende Beschilderung habe gestern im morgendlichen Berufsverkehr noch gefehlt, berichtet der Südhessen Morgen.

Der dritte und wahrscheinlich entscheidende Punkt: Die städtische Ordnungspolizei kontrolliert jetzt im Tannenweg, ob in allen Fahrzeugen die erforderliche Ausnahmegenehmigung liegt. In den ersten 45 Minuten am Dienstag mussten gerademal drei Fahrzeuge wieder wenden. All das deutet darauf hin, dass sich die Situation nach der ersten großen Aufregung normalisiert.

In der Facebook-Gruppe „Lampertheim tretet ein“ beteiligen sich unter einem Post von Neuschloss.net viele an der Diskussion über die Sperrung. Gefragt wird häufig, wie der Waldfriedhof zu erreichen ist. Die Antwort: In den ersten zwei Wochen von Neuschloß aus, in der dritten und vierten Woche von Lampertheim aus. Für die Kernstädter läuft das also zunächst wenn möglich aufs Fahrrad hinaus.

Aus den Kommentierungen ergibt sich auch, dass offenbar nicht alle Rettungsdienste wissen, wie sie fahren sollen. In der Bürgerkammer war angekündigt, dass die Arbeiten auf der Landesstraße so laufen, dass die Fahrzeuge im Notfall durchrollen können. Neuschlösser berichten aber, ein Notwagen mit Blaulicht sei über die Felder gefahren.

Baufahrzeuge rücken an zur Sanierung der L3110 bei Lampertheim
Baufahrzeuge rücken an zur Sanierung der L3110 bei Lampertheim.

Update vom 6. Juli: Erster Morgen der Bauarbeiten. Um 7 Uhr stehen bereits alle Absperrungen, die Arbeiter verladen schwere Baugeräte – und die Sperrpfosten auf der Ausweichroute vor dem Feldweg am Tannenweg sind entfernt.

Trotz der wochenlangen öffentlichen Aufregung bremst auf der Landesstraße kurz vor dem Ortsausgang Richtung Lampertheim eine beachtliche Zahl von Autofahrerinnen und -fahrern überrascht ab, betrachtet verwundert die roten Schilder – und wendet.

Einige machen sich auf zur Ausweichroute. Dort herrscht am Premierenmorgen ziemliche Verwirrung. Denn wer dachte, auch nur ein Schild würde den Weg beschreiben, sollte sich getäuscht fühlen. Als im Tannenweg die Straße in einen sandigen Feldweg wechselt, bleibt eine Neuschlößerin verwirrt stehen, steigt aus – und fragt wohl im Fahrzeug hintendran, ob das tatsächlich die richtige Route ist.

Mitten im Feld dann, wo es es aus Lampertheim kommend nach links abzubiegen gilt, rollt ein Fahrzeug fälschlich geradeaus – und setzt dann zurück. (Merke: Am gelben Pfosten, der die Gasleitung markiert, abbiegen!). Und natürlich rangieren auch in den verwirrenden Nebenwegen vor dem Hundeplatzkreisel verwirrte Autolenker.

Sperrung der L3110 bei Lampertheim-Neuschloß
Sperrung der L3110 bei Lampertheim-Neuschloß.

Interessant: Manche sind auf Zweiräder umgestiegen. Es soll ja während der Bauarbeiten immer einer der beiden Fahrradwege offen bleiben. Aktuell es ist der nördliche entlang des Waldfriedhofs – und der war am Montagmorgen ungewöhnlich gut benutzt. Mit dabei auch ein Nutzer eines E-Rollers – der übrigens genauso schnell in der Kernstadt ankam wie der Neuschloss.net-Autor mit dem Auto über die Ausweichroute.

Einige Lampertheimer erkundigten sich in den vergangenen Tagen bei uns, wie sie den Waldfriedhof mit dem Auto erreichen. Am schwierigsten ist das in den ersten beiden Wochen der Arbeiten – dann ist nämlich nur die Anfahrt aus Richtung Neuschloß möglich. Damit ist also der große Bogen über Bürstadt, Lorsch und Hüttenfeld nötig. Das war aber wohl auch vielen klar, denn am Wochenende war‘s ziemlich voll auf dem Friedhof. Offenbar wurden noch schnell größere Arbeiten erledigt. Zum Gießen gehen reicht ja dann auch das Fahrrad.

Update vom 21. Juni: Die Bürgerkammer hat das Ersatzkonzept für den Busverkehr vorgestellt. Neuschloss.net hat es gecheckt – und erläutert es.

Die 644 fährt jetzt über Lorsch und Bürstadt.
Die 644 fährt jetzt über Lorsch und Bürstadt.

Update vom 3. Juni: Die Stadtverwaltung hat Details dazu veröffentlicht, wie die Berechtigten an die Ausnahmegenehmigungen für die Ausweichwege über die Felder der Heide bekommen. Abgefragt werden Name, Anschrift, Telefonnummer und Autokennzeichen. Zudem wird eine Kopie des Fahrzeugscheins gefordert. Die Angaben müssen bis zum 19. Juni einreicht werden. Als Kontakt wird genannt die Mailadresse verkehr@lampertheim.de sowie die Telefonnummern 06206/935-355 (Frau Meier) oder -326 (Frau Fritz). Es steht auch ein Formular zur Verfügung.

Bitte lest weiter unten, welcher Personenkreis antragsberichtigt ist.

Update vom 9. Juni: Die Stadtverwaltung hat inzwischen die ersten Genehmigungen per Post verschickt.

Sondergenehmigung zur Nutzung der Ausweichroute.

Update vom 10. Juni: Die Formulare liegen in ausgedruckter Form jetzt auch zur Abholung bereit im Kiosk am Ahornplatz und bei der Vorsitzenden der Bügerkammer, Carola Biehal, Ahornweg 3.


Das Thema Sanierung und Vollsperrung der L3310 wabert schon lange. Wird denn nun wirklich gebaut oder nicht?
Es wird gebaut. Hessen Mobil hat die Aufträge vergeben.

Für welchen Zeitraum sind die Bauarbeiten an der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß geplant?
Vorgesehen ist die Zeit der hessischen Sommerferien, also vom 6. Juli bis zum 16. August. Um die Baufirmen dazu zu motivieren, in den sechs Wochen fertig zu werden, sind nach Angaben der Stadtverwaltung Strafzahlungen fällig, wenn das nicht klappt.

Sperrung der L3110 am Hundeplatzkreisel Lampertheim
Sperrung der L3110 am Hundeplatzkreisel Lampertheim.

Sperrung der L3110: die drei Bauphasen

Wo genau wird gesperrt?
Die Arbeiten laufen in drei Abschnitten, die jeweils etwa zwei Wochen dauern sollen.
– Erster Teil: zwischen Kreisel am Hundeplatz und dem Waldfriedhof. Die Einfahrt zum Friedhof-Parkplatz ist weiter aus Richtung Neuschloß möglich.
– Zweiter Teil: zwischen Waldfriedhof und Tannenweg in Neuschloß. Die Einfahrt zum Friedhof-Parkplatz bleibt aus Richtung Lampertheim möglich. Die Einfahrt in den Tannenweg bleibt möglich.
– Dritter Teil: zwischen Tannenweg und Ortsausgang Richtung Hüttenfeld (Forsthaus). Keine Einfahrt in den Tannenweg möglich.

Kann ich mit dem Fahrrad entlang der Landesstraße fahren?
Ja, jederzeit. Die beiden Streifen für Fußgänger und Radler werden glücklicherweise zwar mitsaniert. Aber einer der beiden Wege soll immer benutzbar bleiben.

Sanierung Landesstraße 3110: großräumige und lokale Umleitung

Der Regen zeigt die Rillen in der Fahrbahn.
Der Regen zeigt die Rillen in der Fahrbahn.

Wo sollen die Autos fahren?
Die weiträumige Umleitung während der Vollsperrung der L3110 führt über Bürstadt, Lorsch und Lampertheim-Hüttenfeld.

Gibt es schnellere Ausweichrouten für direkt Betroffene?
Ja, gibt es. Da diese Routen allerdings über nicht ausgebaute Straßen und Wege führen, behält die Stadtverwaltung sie einem kleinen, fest umrissenen Personenkreis vor:
– Leute, die in Neuschloß wohnen, und ein Auto auf sich angemeldet haben,
– Leute, die ihren Nachwuchs in den Neuschlößer Kindergarten oder in die Krippe bringen und die Erzieherinnen dort.

Ich wohne in der Kernstadt und muss als Berufspendler nach Hüttenfeld oder Viernheim. Ich betreibe einen Lieferdienst; wenn ich über Lorsch nach Neuschloß fahre, wird das Essen kalt. Ich betreibe einen Post- oder Paketdienst. Ich bin die Mutter einer Neuschlößerin und will sie besuchen. Darf ich die lokalen Ausweichrouten nutzen?
Sie gehören nicht zum von der Stadtverwaltung festgelegten Kreis der Ausnahme-berechtigten. Das Ordnungsamt kündigte Kontrollen und Bußgelder an, wenn die Wege ohne Berechtigung genutzt werden.

Video: Umleitung über die Felder der Heide

Wo sind denn nun diese Ausweichwege?
In den ersten beiden Bauphasen, also während der Sperrung zwischen Hundeplatz-Kreisel und der Einfahrt zum Tannenweg in Neuschloß, geht es über die Felder der Heide. Von Neuschloß kommend zunächst über den Tannenweg, der westlich Richtung Lampertheim abbiegt. Die Pfosten am Ortsausgang, die üblicherweise den Weg für Autos sperren, werden abgebaut. Von dort aus geht es auf dem Feldweg weiter bis zur geteerten Strecke („Schwarzer Weg“), der in den Hundeplatz-Kreisel mündet.
In der dritten Bauphase, also während der Sanierung zwischen Tannenweg und Ortsausgang Hüttenfeld, geht es über den Ulmen- und Buchenweg durch den Stadtteil, dann über den Alten Lorscher Weg ein Stück in den Wald und dann über den Waldweg hinter dem Spielplatz rechts zurück zur Landesstraße.

Das ist mir zu kompliziert. Kann ich nicht durch den Wald an der Trimm-Dich-Strecke vorbeifahren, so wie gelegentlich sonntags beim Marathon?
Nein, eine sechswöchige Umleitung rund um die Uhr ist etwas anders als zwei Stunden am Sonntagmorgen. Der Forst lehnt das mit Blick auf den Natur- und Vogelschutz ab.

Die blöden Vögel sind doch nicht so wichtig.
Doch. Das Vogelschutzgebiet im Lampertheimer Wald dürfte uns im Konflikt um die ICE-Trasse den Tunnel gebracht haben. Wir sollten es ihnen danken.

Sperrung L3110: Ausnahmegenehmigung für Anwohner

Wie komme ich als Berechtigte/r an die Ausnahmegenehmigung?
Die Stadtverwaltung hat auf ihrer Homepage ein Formular eingestellt, das es auszufüllen gilt. Danach flattert ein grün bedrucktes DIN-A5-Blatt ins Haus, das hinter die Windschutzscheibe zu legen ist.

Wird die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ wie schon lange versprochen auch umgebaut?
Ja, aber nicht zeitgleich. Zum einen fehlt noch ein Förderbescheid, zum anderen könnte das rechtlich schwierig werden, sagt die Stadtverwaltung. (Details und Zeitplan zum Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“.)

Können in Notfällen die Rettungsdienste ihre vorgeschriebenen Zeiten halten?
Auskunft der Stadtverwaltung: Die Baustelle ist so organisiert, dass die Rettungsfahrzeuge jederzeit durchfahren können.