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Bessere Züge, mehr Verbindungen

Der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn bringt Pendlern und Freizeit-Reisenden aus Lampertheim einige Verbesserungen. Die Wichtigste: Die jahrzehnte-alten Wagen ohne Klimatisierung, dafür mit durchgesessenen Sitzen sind aussortiert. Stattdessen fahren nun durchweg die roten Doppelstöcker – mit Klimaanlage. Schön ebenso: An Sonntagen fahren die Regional-Express-Züge nach Mannheim und Frankfurt nun wie sonst auch im Stundentakt. Bisher waren sie nur alle zwei Stunden unterwegs.

Eigentlich hätte es ja noch schöner kommen sollen: Zum Fahrplanwechsel waren nagelneue Züge mit WLAN und anderen schicken Sachen vorgesehen. Aber es wurden nicht genügend Fahrzeuge fertig. Die Bahn setzt die bisher gelieferten „Twindexx Vario Doppelstockwagen“ an der Bergstraße ein. Aber: Der 30. März 2018 soll der Tag der Tage werden, von dem an auch für Lampertheimer Pendler das Reisen zum Vergnügen werden kann. Dann soll auch auf der Riedstrecke der neue „Main-Neckar-Ried-Express“ rollen.

Die neuen Züge bestehen aus zweimal vier Wagen – das sind zwei mehr als bei den bisherigen Doppelstöckern. Damit dürften selbst in den Stoßzeiten die Sitzplätze ausreichen. An Bord gibt es Tische, Steckdosen und WLAN, Ein- und Ausstieg ist ebenerdig möglich. Der Main-Neckar-Ried-Express kommt ohne Lokomotive aus. Die Antriebstechnik ist direkt in den Wagen eingebaut. Details könnt Ihr Euch in dieser Fotostrecke der Frankfurter Rundschau anschauen.

Jetzt müssten nur noch mal die bereits eingebauten Aufzüge am Lampertheimer Bahnhof in Betrieb gehen und auf den Bahnsteigen die endgültige Überdachung stehen. Dann wäre die Wartezeit bis zum Start der S-Bahn wenigstens gefühlt kürzer.

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Wie wollen wir den Busverkehr?

Der Busverkehr bringt die Neuschlößer weiter auf die Palme. Nachdem im vergangenen Treffen der Bürgerkammer Verspätungen der Linie 605 zur Pestalozzischule im Mittelpunkt standen, geht es jetzt um die Linie 602. Anwohner im Ahornweg beschweren sich, die Busse führen zu schnell und in den Kurven über die Gehwege. In der Diskussion ist nun, die Haltestelle Neuschloß Ort an der Landesstraße sicherer zu machen und die 602 nicht mehr im Ulmenweg halten zu lassen. Die Neuschlößer sind nach ihrer Meinung dazu gefragt.

Es ging emotional und heiß her bei einem Ortstermin am Freitag im Ahornweg. Mit dabei: Uwe Becher vom kommunalen Ordnungsamt, Vertreter des Busbetreibers Müllers, Aktive der Bürgerkammer – und ein Linienbus. Es dauerte nicht lange, bis auch Anwohnerinnen und Anwohner dazukamen – und Gunst der Stunde nutzten, sich Gehör zu verschaffen. Die Fahrzeuge kämen häufig beim Abbiegen auf die Bürgersteige berichteten sie. Sie seien laut und schnell.

Der Ahornweg enthält zwei 90-Grad-Kurven - nicht einfach für Busse.
Der Ahornweg enthält zwei 90-Grad-Kurven – nicht einfach für Busse.

Allerdings: Zickzack-Linien vor den Kurven, die das Parken verbieten, damit die Busse ohne Probleme fahren können, gefielen manchen Neuschlößern dann auch nicht; aufgeregt drohten manche sogar mit rechtlichen Schritten.

Carola Biehal von der Bürgerkammer lud die Anwohner zu einer Testfahrt in den Linienbus ein – „damit Sie das mal aus der anderen Perspektive sehen“. Tatsächlich legte sich damit die Aufregung. In den Mittelpunkt rückte zugleich ein Lösungsansatz, der allerdings wohl überlegt sein will.

Die Pläne für „Neuschloß Ort“

Zentral ist dabei, dass im kommenden Jahr ohnehin – wie schon länger von der Bürgerkammer gefordert – die Haltestelle an der L3110 vor dem Schloss komplett umgebaut werden soll. Derzeit steigen die Reisenden von und nach Lampertheim direkt an der viel befahrenen Landesstraße aus und ein.

Wie schon vor der Altlastensanierung könnten die Busse künftig im sicheren Seitenweg vor der Grünanlage abfahren – und zwar, und das ist das Neue an der Idee, in beiden Richtungen. Busreisende wissen, dass das in der Lampertheimer Hagenstraße vor der Goetheschule schon ähnlich funktioniert. Die Fußgängerampel an der L3110 würde den Weg in den südlichen Teil von Neuschloß mit Tannen- und Birkenweg ebnen.

Eine Haltestelle für zwei Richtungen an der Goetheschule.
Eine Haltestelle für zwei Richtungen an der Goetheschule.

Nach dem Umbau – und jetzt kommen wir wieder zum Ärger im Ahornweg – könnten sich die Busse der Linie 602 dann die Runde zum Ulmenweg sparen. Für die Busse der Überlandlinie 644 zwischen Viernheim und Worms gilt das schon bisher. Die Kinder der Pestalozzischule, die die 605 nehmen, sollen aber auf jeden Fall weiter am Ahornplatz einsteigen dürfen.

Die Bürgerinnen und Bürger sollten gut über den Vorschlag nachdenken. Einerseits gibt es das Interesse der Ahornweg-Bewohner, den Busverkehr in ihrer Straße zu verringern. Andererseits setzen sich Anwohnerinnen und Anwohner oft eher dafür ein, dass es mehr und nähere Haltepunkte gibt – und nicht weniger.

Denn klar ist: Viele Jugendliche aus dem weiträumigen Akazien-, Ahorn- und Eichenweg samt deren Seitenstraßen, die täglich das Schulzentrum West ansteuern, müssten deutlich länger zur einzigen verbleibenden Haltestelle laufen. Gleiches würde für jene Neuschlößer von dort gelten, die für ihre Einkäufe mit der 602 in die Otto-Hahn-Straße fahren.

Die Bürgerkammer ruft die Neuschlößer dazu auf, die Sache zu diskutieren – und erwägt einen Diskussionsabend zum Thema.
Update: Der Infoabend ist jetzt geplant für Donnerstag, 25. Januar.

Bus zur Pestalozzischule pünktlich

Entspannt hat sich übrigens nach der deutlichen Kritik von Eltern in der jüngsten Sitzung der Bürgerkammer die Lage bei den Fahrten der Linie 605 zur Pestalozzischule. Der morgentliche Bus gegen Viertel vor acht fährt nun vorher früher durch das stau-gefährdete Rosengarten. Seither gibt es kaum noch Verspätungen.

Auch die von der Stadtverwaltung zugesagte Abstandslinie ist inzwischen professionell gezogen – und ersetzt so das Klebeband-Provisorium einer Elterninitiative.

Die Bushaltestelle im Ulmenweg - jetzt mit offizieller Linie.
Die Bushaltestelle im Ulmenweg – jetzt mit offizieller Linie.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes hatten wir geschrieben, der Bus zur Pestalozzischule fahre vorher nicht mehr durch den Rosengarten. Das ist nach einem Hinweis von Iris Henkelmann in der Facebook-Gruppe „Lampertheim tretet ein“ korrigiert: Der Bus fährt jetzt früher im Rosengarten ab.

Blick in das kernsanierte Schloss.

Das entkernte Schloss zeigt seine Schönheit

Es ist eigentlich nur ein Nebengebäude jener großen Anlage, die der Pfälzer Kurfürst Friedrich I. irgendwann zwischen 1463 und 1468 als Jagdsitz bauen ließ. „Schloss“ nennen wir dennoch gerne das historische Gebäude an der Landesstraße, das für unseren Stadtteil steht. Vor vier Jahren hat es der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun der Stadt abgekauft; seit dem Herbst lässt er es kernsanieren.

Wände, Decken und Böden sind jetzt von Aufbauten und Putz befreit. Das Schloss zeigt nun für kurze Zeit seine eigene, innere Schönheit. Neuschloss.net stellt exklusiv Bilder und Videos vor, die während einer Besichtigung mit Mitgliedern der Bürgerkammer entstanden sind.

Investor Braun, erfahren im Umgang mit Jahrhunderte alten Gemäuern, lässt auf der Baustelle historische Erkundungen anstellen. Erste Ergebnisse: Die Bäume, deren Kiefernholz bis heute Decken und Dach tragen, wurden im Jahr 1606 angepflanzt und 1746/47 gefällt. Eine Kassettentür stammt aus der gleichen Zeit, ähnlich eine noch beachtlich stabile Treppe auf dem Dachboden.

Die Untersuchungsergebnisse passen zu bisherigen Erkenntnissen: Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Haus umgekrempelt – der Baustil wechselte von Renaissance auf Barock. Eine der deutlichen Änderungen damals: Die Fenster wurden verkleinert. Die Arbeiten wurden zu einer Zeit ausgeführt, als die eigentliche Schlossanlage schon lange zerstört war; sie hatte nicht die Angriffe während des Dreißigjährigen Kriegs 1621/22 überstanden.

Dass auch unser „Schloss“ zu Schaden kam, zeigen Brandspuren an den Außenwänden, die jetzt im freigelegten Zustand wieder zu sehen sind. Das Gebäude wurde wohl deshalb erhalten, weil es schon damals als Wohnraum genutzt wurde – der war schon immer knapp und kostbar.

Weiteres interessantes Ergebnis: In Richtung Erlenweg ist auch von außen zu erkennen, dass die letzten Meter des Gebäudes angebaut wurden. Bisher schrieb man diese Erweiterung ebenfalls der Bauphase 1747 zu. Den aktuellen Erkundungen zufolge ist der Anbau wesentlich, nämlich 200 Jahre älter.

Das "Schloss" an der Landesstraße. Von außen zeigt es sich, als sei nichts gewesen. Innen ist alles anders. Bild: Michael Bayer
Das zeigt sich bei einem Rundgang der Bürgerkammer durch das entkernte Gebäude. Bild: Michael Bayer
Türen auf, Türen zu. Bild: Michael Bayer
Die Wände zeugen von regen Umbautätigkeiten. Bild: Michael Bayer
In der Renaissance-Zeit waren die Fenster größer und abgerundet - nach der Freilegung des Mauerwerks deutlich zu erkennen. Das Fenster zeigt zur Landesstraße hin. Bild: Michael Bayer
Jahrhundertealte Brandspuren zeugen von Zerstörung und Wiederaufbau. Bild: Michael Bayer
Blick in den Dachboden - das tragende Kiefernholz wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut. Bild: Michael Bayer
Eine Kassettentür aus dem Jahr 1747.
Diese Kassettentür ist ebenso alt. Bild: Michael Bayer
Mit Bohrungen ermitteln Fachleute das Alter des Holzes. Bild: Michael Bayer
Treppe auf dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Diese Verzierung am Treppentürmchen war bisher unbekannt. Foto: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zeichen des Steinmetztes - die Wendeltreppe ist aus Granit gefertigt. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Weitere Verzierungen. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Reste des historischen Steinbodens. Bild: Michael Bayer.
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bimssteine - hell aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, dunkel in den 60er oder 70er Jahren eingebaut. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zimmermannsnägel. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Ausblick aus dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Die Erweiterung, erkennbar auf den letzten Metern zum Erlenweg hin, ist älter als bisher gedacht. Bild: Michael Bayer
Der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun (rechts im Bild) hat sich gründlich mit der Historie des Gebäudes vertraut gemacht. Bild: Michael Bayer

Pläne für das Schloss

In dem Gebäude sollen nach den Vorstellungen des neuen Besitzers vor allem Wohnungen entstehen – sogar im Dachboden sind drei geplant. Im Erdgeschoss sei zum Lindenweg hin auch im kleinen Umfang eine gewerbeliche Nutzung denkbar, sagte Braun: „etwa  eine Praxis oder auch ein Veranstaltungsraum“.  Vor allem letzteres nahmen die Mitglieder der Bürgerkammer mit großem Interesse zur Kenntnis.

Im Detail müssen die Pläne noch mit den Denkmal- und Baubehörden abgestimmt werden. Bis zum Sommer 2018, wenn Neuschloß die erste urkundliche Erwähnung vor 550 Jahren feiert, soll das meiste fertig sein.

Dazu auch: Geschichte – so außergewöhnlich ist Neuschloß

Architekt und Schloss-Besitzer Franz-Rudolf Braun (rechts) stellte mit seinem Sohn Michael, ebenfalls Architekt, der Bürgerkammer seine Pläne vor. Links Sprecherin Carola Biehal.
Architekt und Schloss-Besitzer Franz-Rudolf Braun (rechts) stellte mit seinem Sohn Michael, ebenfalls Architekt, der Bürgerkammer seine Pläne vor. Links Sprecherin Carola Biehal.
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Telekom bringt schnelles Internet

Kleine Bagger und große graue Kästen verkünden eine neue Zeit für Neuschloß: Die Telekom baut ihre Telefonleitungen um – damit sie uns das schnelle Internet bringen können. Geplant sind Übertragungsraten von bis zu 100 MBit pro Sekunde im Download – gegenwärtig schaffen die Kabel oft nicht einmal 1 MBit. Im Upload stehen beachtliche 40 MBit auf dem Plan. Eine deutliche Verbesserung also.

Bisher gibt es das schnelle Internet in Neuschloß nur für Kunden von Unity Media. Rein technisch gesehen hat der TV-Kabelanbieter auch das bessere und zukunftsträchtigere Netz. Schon jetzt bietet Unity Tarife mit bis zu 150 MBit pro Sekunde an. (Wobei hier das „bis zu“ wichtig ist; bei den Endgeräten kommt das Tempo selten an.) Allerdings gibt es Neuschlößer, die den Anbieter bewusst meiden und auf schlechte Erfahrungen mit dem Kundenservice verweisen.

Bei der Telekom soll das schnelle Zeitalter in Neuschloß nach Angaben der Stadtverwaltung Mitte bis Ende Oktober starten. Seit Wochen wirbt das Unternehmen mit Flugblättern für sein neues Angebot, das in verschiedenen Varianten erhältlich ist. Die Tarife enthalten Vergünstigungen im ersten Jahr bei einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Hier eine Zusammenstellung im Internet.

In den grauen Kästen laufen die Leitungen zusammen.
In den grauen Kästen laufen die Leitungen zusammen.

Das Tempo, in dem das Internet ankommt, hängt davon ab, wie lange die Kupferdrähte zur nächsten Vermittlungsstelle sind. Dieser zentrale Knoten für Lampertheim steht in der Bürstädter Straße, Ecke Emilienstraße. Folglich sind die Leitungen nach Neuschloß mehrere Kilometer lang – und bei uns die Datenverbindungen lahm.

Jetzt baut der rosa Konzern sein Netz um. Der Trick: Die Arbeiter verlegen Leerrohre für Glasfaserleitungen von der Vermittlungsstelle bis zu den grauen Kästen in Neuschloß, etwa an der Kreuzung Wacholderweg/Ulmenweg oder Lindenstraße/Forsthausstraße. Daher die Bagger. Auf der Glasfaserstrecke verlieren die Daten nicht an Tempo. Der kritische Weg mit Kupferleitungen beschränkt sich künftig auf die wenigen hundert Meter zwischen den Häusern und dem nächst gelegenen grauen Kasten.

Leerrohre für die geplanten Glasfaserleitungen.
Leerrohre für die geplanten Glasfaserleitungen.

Neben Unity Media und der Telekom verteilen inzwischen weitere Anbieter ihre Flyer in Neuschloß, beispielsweise Vodafone. Sie haben keine eigenen Netze in Neuschloß – und dürften sich Kapazitäten bei der Telekom einkaufen. Verträge mit solchen Drittanbietern haben den Nachteil, dass im Falle von Störungen gerne ein Ping-Pong-Spiel beginnt, wer denn verantwortlich sei.

Ob Unity Media oder Telekom für uns Neuschlößer besser ist, hängt natürlich davon ab, welche Leistungen und Features man gerne hätte. Gesamtpakete bieten beide: Digitales Fernsehen gibt es über die Telekom-Leitung genauso wie Telefonie über die Unity-Leitung.

Beim Kundenservice wirbt die Telekom schlau mit einem persönlichen Ansprechpartner, der sich von der Bestellung bis zur Inbetriebnahme um alles kümmere. Aber auch Unity zeigt manchmal durchaus, was Service sein kann – und hilft sogar teils kostenlos, die hausinterne Verkabelung aufzufrischen. Unterm Strich sind beide Konzerne in einem Massengeschäft unterwegs – in dem der Service eher Glücksache ist. Da geben sich Unity Media und Telekom wenig. Gut für Neuschloß ist, dass wir künftig die freie Wahl zwischen beiden haben.

Viele Themen in der Bürgerkammer

Was ist los in Neuschloß? In der nächsten öffentlichen Sitzung unserer Bürgerkammer am Donnerstag, 15. September, 19 Uhr, ist das zum ersten Mal ein Tagesordnungspunkt. „Informationen der Vereine, Institutionen und Kirchen des Stadtteils“ nennt er sich. Die Idee dahiner ist, den Neuschlößer Einrichtungen ein Forum zu bieten. Der Turnverein kann beispielsweise auf aktuelle Kurse hinweisen, die Kirchengemeinde auf geplante kulturelle Veranstaltungen, der Elternbeirat des Kindergartens eventuell auf Probleme, die Mütter und Väter oder den Nachwuchs beschäftigen. Derartige Runden sollen zu einem festen Bestandteil der Bürgerkammer werden.

Dass die Fragen der Neuschlößer in der Bürgerkammer direkt aufgenommen werden, zeigt ein weiterer Punkt. Eine Anwohnerin hatte sich in der vergangenen Sitzung zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass das frei zugängliche Wasserrückhaltebecken am Sodabuckel für Kinder gefährlich sein könnte. Auch dieses Thema findet sich nun auf der Tagesordnung wider; die Stadtverwaltung nimmt Stellung.

Die Verwaltung kündigt zudem einen Sachstandsbericht zum Thema Kanalgeruch an. Hier drängt eine Lösung; in den vergangenen Wochen hat die Belästigung wieder zugenommen. Auf der Tagesordnung ferner mehrere Verkehrsfragen. Es geht um die parkenden Lastwagen im Lindenweg, die Radaranlage auf der Landesstraße, die Beschilderung von Radwegen und die geplanten Parkplätze vor dem Kindergarten und der Krippe im Wacholderweg.

Informationen gibt es ferner vom Projektbeirat Altlasten und der ICE-Trassen-Initiative Bila.

Das Treffen beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz. Neuschloss.net dokumentiert die Tagesordnung und die Anträge.

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Meldet den Kanal!

Seit einigen Wochen riecht in Neuschloß der Kanal wieder unangenehm. Die Stadtverwaltung will der Bürgerkammer am Donnerstag, 19 Uhr, berichten, was sie nun dagegen zu tun gedenkt.

Aber auch wir Neuschlößer müssen hier mehr machen. Wichtig ist, dass Ihr Gerüche regelmäßig meldet – das passiert noch zu selten, weil wohl viele denken, der Nachbar habe das schon erledigt. Das birgt die Gefahr, dass sich Verantwortliche rausreden.

Wenn immer es also riecht – das Meldeformular findet Ihr unter http://neuschloss.net/kanal – am besten gleich in Eure Lesezeichen speichern. Danke!

Neue Krabbelgruppe im Bürgersaal

In Neuschloß gibt es eine neue Krabbelgruppe, wie uns die evangelische Johannesgemeinde zuruft. Die Treffen sind immer dienstags von 15 bis 17 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

„Wir wollen zusammen spielen, Erfahrungen austauschen, neue Kontakte knüpfen, vielleicht auch gemeinsame Unternehmungen wie Tierpark, Schwimmbad oder ähnliches starten“, heißt es auf einem Flyer.

Auf der Facebook-Seite von Neuschloss.net ergänzt Luana Knappe, die Kinder seinen aktuell zwischen einem Jahr und 22 Monate alt. Fünf Mädchen und Jungs sind dabei.

Kontakt: Gertrud Lauven, Telefon 06206/5802878. Oder über die Facebook-Gruppe der „Krabbelgruppe Neuschloss“.

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Schulstart für Neuschlößer Erstklässler

Schulstart für den Neuschlößer Nachwuchs an der Pestalozzischule. Die Mädels und Jungs aus unserem Stadtteil lernen in der Klasse von Lehrerin Susanne Halblaub, die aus Darmstadt nach Lampertheim wechselte.

Der Jahrgang ist groß; mehr als 70 Kinder verteilen sich auf drei Klassen – dem wachsenden Rosenstock sei Dank. Schulleitung, ältere Kinder und der Chor hießen die Neulinge mit einem kleinen Programm mit viel Musik willkommen. Die im Förderverein „Hand in Hand“ organisierten Eltern versorgten die Gäste mit Kuchen, belegten Brötchen und Eintrittsformularen.

Einen deutlichen Fortschritt gibt es an der Pestalozzischule endlich in der Nachmittagsbetreuung. Die elterngetragene Einrichtung öffnete zum Schulstart eine dritte Gruppe; jetzt ist Platz für 25 weitere und somit insgesamt 75 Mädchen und Jungen. Die Schule stellt dafür einen weiteren Raum zur Verfügung.

Weitere Informationen und Fotos von der Begrüßungsfeier finden sich beim Förderverein „Hand in Hand“.

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Wer schleift und streicht den Spielplatz?

Den beliebten Spielplatz im Alten Lorscher Weg aufhübschen – zu dieser gemeinsamen Aktion lädt die Bürgerkammer die Neuschlößer für Samstag, 17. September, ein. Es ist der Tag des Ehrenamts in der Metropolregion. Leute mit etwas handwerklichen Kenntnissen sind genauso gefragt wie helfende Hände mit ein wenig gärtnerischem Geschick.

Ein Rundgang von Vertretern der Bürgerkammer und des städtischen Bauhofs über den Spielplatz zeigte mögliche Aufgaben. Die Elefantenwippe braucht neue Schrauben, und frische Farbe würde ihr gut tun.

Auch das Dach des Spielhäuschen und Tische und Bänke könnten angeschliffen und lackiert werden. Rund um weitere Spielgeräte dürfen Holzhäcksel nachgefüllt werden. Wer will, kann auch rutschige Bretter reinigen, Sträucher schneiden, Unkraut zupfen oder fegen.

Die Metropolregion bezahlt das nötige Material im Wert von 100 Euro, etwa Farben und Schleifpapier; der Bauhof besorgt es. Nachbarn stellen den Strom. Gartengeräte wie Besen, Rechen und Schere sowie Handschuhe sollten möglichst viele mitbringen. Zur Stärkung gibt es Fleischkäse-Brötchen, spendiert von der Bäckerei Schmitt und der Metzgerei Blüm. Versichert sind alle über die Sparkasse.

Die Bürgerkammer bringt ein Dutzend Helferinnen und Helfer mit – und sieht das als Initialzündung. Damit das Projekt gut gelingt, sind weitere Neuschlößer sehr herzlich willkommen – auch stundenweise.

Interessierte können Helmut Kleinsteuber ansprechen, den Koordinator des Freiwilligentages der Bürgerkammer (Telefon 06206/54096, helmut.kleinsteuber@elsco.eu). Oder auch am Tag der Tage spontan am Spielplatz vorbeikommen. Los geht’s um 9 Uhr.

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So wirken sich die Bauarbeiten der Bahn aus

In Neuschloß wohnen nicht wenige Fernpendler, die zunächst zehn Minuten mit einem Regionalzug nach Mannheim fahren – und dort in einen der vielen ICE umsteigen. Frankfurt, Stuttgart, Köln sind häufige Ziele. Und natürlich müssen viele Bewohner unseres Stadtteils auch nach Mannheim zur Arbeit. Sie alle sind betroffen von den Bauarbeiten der Bahn, die mit den Sommerferien begonnen haben. Deren Ziel ist, die Stationen in Lampertheim und den anderen Ried-Gemeinden S-Bahn-tauglich zu machen.

Das ist eine gute Sache. Denn bislang müssen Reisende in Lampertheim Kinderwagen genauso die Stufen zum Bahnsteig hochschleppen wie schwere Koffer. Wer auf den Rollstuhl angewiesen ist, hat meist schlicht Pech. Die Bahnsteige sind zudem zu niedrig, um ebenerdig in die Züge zu kommen. Und wenn’s regnet, trügt die Hoffnung, das Dach schütze vor der Nässe von oben.

All das will die Bahn ändern. Fahrstühle, höhere Bahnsteige und sicher auch dichte Dächer sind das Ziel. In diesem Sommerferien sind Gleis vier und fünf dran, wo die Züge in Richtung Biblis und Frankfurt abfahren. In einem Jahr dann Gleis zwei und drei mit Fahrtrichtung Mannheim.

Die Bahn hat in Lampertheim eine größere Baustelle eingerichtet. Der Aufgang zum hinteren Bahnsteig ist mit Holz zugenagelt. Die Gleise vier und fünf sind für den üblichen Zugverkehr gesperrt; stattdessen saußen dort Kräne und weitere Baufahrzeuge auf den Schienen hin- und her. In Richtung Industriestraße haben die Planer eine recht große Arbeitsfläche eingerichtet, auf der Materialien und Fahrzeuge abgestellt sind.

Blick in die Bahnunterführung.
Blick in die Bahnunterführung.

Die Sperre der Gleise wirkt sich auf die Pendler aus. Wobei die Lampertheimer deutlich weniger betroffen sind als Reisende aus Bürstadt, Bobstadt, Biblis und Groß-Rohrheim, wo ebenfalls für die S-Bahn gebaut wird. In Lampertheim verschieben sich hier und da die Abfahrtzeiten um einige Minuten; manche Fernzüge in Mannheim starten etwas früher, weil sie die Baustellen im Ried langsamer als üblich passieren oder eine Umleitung über Darmstadt oder Worms nehmen. Das war’s dann aber im Wesentlichen mit den Auswirkungen.

In einzelnen Fällen sind die geänderten Fahrtzeiten für Neuschlößer sogar eine Verbesserung. So startet am Morgen jetzt ein Regionalexpress gut zehn Minuten später als sonst um 6.09 Uhr nach Mannheim. Damit erreichen plötzlich Reisende, die in Neuschloß Ort um 5.51 Uhr in den Bus der Linie 644 steigen, den Zug. Dass das sonst nicht funktioniert, ist einer unserer Hauptkritikpunkte im Faktencheck der im vergangenen Herbst umgestellten Busfahrpläne.

Härter treffen die Bauarbeiten die Nachbargemeiden, weil die Regionalbahnen von Mannheim nach Biblis in Lampertheim enden; der Regionalexpress zwischen Mannheim und Frankfurt verkehrt dagegen weiter.

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Faktencheck: Was die neuen Busfahrpläne für Neuschloß bringen

Im März hat Neuschloss.net untersucht, wie Neuschlößer mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Mannheim oder Frankfurt pendeln können. Die zusammenfassende Überschrift: Das Bus-Fiasko. Im April diskutierte der Ortsbeirat das Thema; Ortsvorsteherin Carola Biehal stieg in eine stadtweite ÖPNV-Arbeitsgruppe ein. Nach dem Fahrplanwechsel der lokalen Linien 601 bis 605 im Herbst gelten seit dieser Woche nun auch neue Zeiten für die Überlandlinie 644, die die Neuschlößer von der Forsthausstraße aus nach Lampertheim und zurück bringt. Zeit also für einen Faktencheck: Waren die Debatten fruchtbar? Was bringen uns die neuen Fahrpläne?

Neuschloß – Lampertheim

Wer den Öffentlichen Personennahverkehr schlicht braucht, um in Lampertheim mal was einzukaufen oder vielleicht bis spät abends Freunde zu besuchen, wird deutliche Verbesserungen spüren. Seit die Busse der Linie 602, die montags bis freitags fahren, eine Schleife über die Otto-Hahn-Straße drehen, können wir direkt am Einkaufzentrum mit Aldi und Rewe aus- und einsteigen. Es hilft schon sehr, wenn Neuschlößer ohne Auto unter der Woche so die wichtigsten frischen Lebensmittel besorgen können.

Samstags ist nichts mit Einkaufen per Bus – aber dann ist ja in Ein-Auto-Familien meist das eigene Fahrzeug für den Großeinkauf verfügbar.

Die zweite entscheidende Neuerung bringt die Linie 644 – und zwar in den Abendstunden. Hier waren die Verbindungen nach 19 Uhr bisher recht,  sagen wir mal, übersichtlich. Jetzt geht der Stundentakt für Busse von Lampertheim nach Neuschloß unter der Woche bis 22 Uhr (beispielsweise ab Bahnhof: 21.56 Uhr), an Samstagen sogar bis Mitternacht (Bahnhof: 23.56 Uhr). Nachtschwärmer können darüber hinaus an allen Tagen bis 0.25 Uhr (Bahnhof) ein Anrufsammeltaxi nach Neuschloß bestellen.

Schön auch: Der Fahrplan der 644 ist an Samstagen und Sonntagen nur am frühen morgen leicht ausgedünnt. Ebenfalls eine deutliche Verbesserung.

Die späte Abfahrtstafel der Linie 644 am Lampertheimer Bahnhof. Zusätzlich fahren noch Sammeltaxen.
Die späte Abfahrtstafel der Linie 644 am Lampertheimer Bahnhof. Zusätzlich fahren noch Sammeltaxen.

In die Gegenrichtung nach Lampertheim startet der letzte Bus an der Haltestelle Neuschloß Ort sonntags bis freitags um 22.51 Uhr, das letzte Ruftaxi um 23.46 Uhr. Samstags fährt der letzte Bus um 0.51 Uhr, das letzte Ruftaxi 0.56 Uhr.

Die Reisenden müssen Ruftaxen spätestens eine Stunde vor der Abfahrt bestellen (Telefon 06206/3332) – was spontane Abendplanungen etwas erschwert. Cool dagegen vor allem für Jugendliche: Wer eine Zeitkarte des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar hat, fährt kostenlos im Ruftaxi – und neben den VRN-Jahres-, Halbjahres-, Monats- und Wochenkarten sowie dem Entdecker-Ticket gilt laut VRN-Webseite auch das Maxx-Ticket, das die Neuschlößer Jugend in der Schule kostenlos bekommt. Alle anderen zahlen für die Einzelfahrt im Ruftaxi zwischen Lampertheim und Neuschloß zwei Euro. Die Wagen sind Bestandteil der städtischen Linie 602 und fahren bei Bedarf auch durch das Lampertheimer Wohngebiet Rosenstock.

Unterm Strich gilt für den Spätverkehr: So gut war Neuschloß in den Abendstunden noch nie mit der Kernstadt verbunden. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, der den Öffentlichen Personennahverkehr auch für jüngere Leute attraktiv machen kann.

Neuschloß – Mannheim

Verbindung Neuschloß - Mannheim.
Neuschloß – Mannheim.

Für viele Pendler ist die Anbindung nach Mannheim entscheidend – weil sie dort arbeiten oder, und das tun mehr Neuschlößer als man vielleicht denkt, weil sie in die ICE-Fernzüge nach Frankfurt, Stuttgart oder Köln umsteigen. Hier gibt es seit dem Sommer eine wichtige Verbesserung: Der Regionalexpress um 7.05 Uhr nach Mannheim wird unter der Woche mit einem 602er Bus, Abfahrt 6.46 Uhr in Neuschloß Ort, erreicht; nun kommt noch ein 644er um 6.51 Uhr dazu. (Unverständlich allerdings, dass keiner dieser beiden für Pendler wichtigen Busse im Ulmenweg hält – im Gegensatz zu fast allen anderen Fahrten der 602.) Von 9.51 bis 22.51 Uhr klappt der Sprung zum Zug nach Mannheim mit dem 644er stündlich – prima.

Leider allerdings hat die Sache einen Haken. Genau genommen sogar zwei. Nicht alle Berufstätigen werden erst gegen 8 Uhr an ihrer Arbeitsstelle in Mannheim oder um 10 Uhr in Stuttgart sein müssen. Doch der Bus eine Stunde früher um 5.51 Uhr hilft dann nicht; denn ausnahmsweise fährt der Regionalexpress um 6 Uhr herum nicht wie sonst am Tag einige Minuten nach, sondern einige Minuten vor der vollen Stunde ab. Die Neuschlößer können den Zugbegleiter beim Pfeifen aus dem anrollenden Bus heraus zusehen. Nicht besser um 8 Uhr. Hier verlässt plötzlich der 644er Bus die Taktung – und erreicht damit nicht mehr den Regionalexpress um 8.08 Uhr.

Das bringt zusammengefasst die kuriose Situation, dass vom Vormittag bis zum späten Abend eine wunderbare Anbindung nach Mannheim besteht. Nur leider dann nicht, wenn’s für die Pendler drauf ankommt – von der Sieben-Uhr-Verbindung mal abgesehen. Das Ergebnis einer Verbindungsabfrage Neuschloß Ort nach Mannheim mit der VRN-App veranschaulicht das Problem sehr schön; die teuren Verbindungen sind übrigens jene über Viernheim (Bus, OEG).

Die Gegenrichtung – aus Mannheim mit dem Zug nach Lampertheim und weiter mit den Bus nach Neuschloß – sieht dagegen recht gut aus. Zwischen 4.56 Uhr 21.56 Uhr startet der 644er stündlich am Bahnhof. Der Zug soll meist zur Minute 50 ankommen. Oft ist er fünf Minuten später; der Bus allerdings auch – das funktioniert. Im Übrigen werden nach Angaben der Betreiber die Busfahrer per Funk über Zugverspätungen informiert. Eine solide Lösung insgesamt.

Neuschloß – Biblis

Der 644 kommt stets zur vollen Sunde aus Neuschloß am Bahnhof an – in der Regel fahren zehn bis 16 Minuten später Regionalbahnen nach Biblis ab. Auch anderum klappt das im Wesentlichen, zumindest vom Vormittag an: Die Regionalbahnen kommen etwa Viertel vor der vollen Stunde an; die Wartezeit zum 644er nach Neuschloß sind etwa zehn Minuten. Auch die Wochenenden sind in Ordnung. Neuschloß, Bürstadt, Biblis – das passt in beide Richtungen.

Neuschloß – Frankfurt

Wer unter der Woche nach Frankfurt will, kann um 7.23 Uhr, 9.26 und 10.26 Uhr mit einem 602er zum Bahnhof fahren und hat dort gut zehn Minuten zum Umsteigen. Die drei Verbindungen sehen eher nach Zufall aus als nach System.

Mehr ist nicht, so sehr sich auch die Verbindungsauskunft der Bahn bemüht und beispielsweise vorschlägt, zunächst mit dem Bus nach Viernheim zu fahren, dort mit der OEG nach Weinheim – und dann mit der Regionalbahn die Bergstraße entlang nach Frankfurt. Reisedauer: zwei Stunden, zwölf Minuten. Zum Vergleich: Der Regionalexpress von Lampertheim ist in 55 Minuten in Frankfurt.

Neuschloß - Frankfurt.
Neuschloß – Frankfurt.

Frankfurt-Pendler mit entsprechenden Fahrkarten können (leider außer morgens um sechs und acht) erst andersrum nach Mannheim und dann mit dem ICE zurück bis Frankfurt rauschen. Die Umsteigezeit in Mannheim liegt in der Regel bei angenehmen zehn Minuten.

Wer montags bis freitags mit dem Regionalexpress aus Frankfurt in Lampertheim eintrifft, hat wieder dann und wann Glück mit der 602: Die Züge kommen meist einige Minuten nach der vollen Stunde an, passende Busabfahrten sind um 13.19 Uhr sowie 14.17, 15.17, 16.17 und 17.17 Uhr. Von 18.15 bis 21.15 Uhr stündlich sowie um 23.15 Uhr kann ein Anrufsammeltaxi bestellt werden.

Richtig spaßig wird’s übrigens an Wochenenden. Die Bahnauskunft gibt alles: Mit der Bahn nach Bürstadt, von dort nach Bensheim und hier schließlich umsteigen nach Frankfurt; die OEG-Variante über Viernheim; mit dem Bus nach Worms, von dort mit dem Zug nach Mainz und schließlich über Rüsselsheim nach Frankfurt. Sinnvoll ist nichts davon; Ausflügler wären zwei bis drei Stunden – wohlgemerkt in nur einer Richtung – unterwegs. Von den Umwegkosten mal ganz abgesehen.

Die Gesamtbilanz

Die Anbindung von Neuschloß ist seit dem Fahrbahnwechsel so gut wie nie – vor allem in den Abendstunden. Auch der Übergang nach Mannheim könnte top sein – wenn es nicht die beiden bösen Ausrutscher am morgen um sechs und acht gäbe. Die sollten kurzfristig noch vor dem nächsten Fahrplanwechsel ausgebessert werden. Der Weg von Neuschloß nach Bürstadt/Biblis ist in Ordnung.

Dass Frankfurt-Pendler leer ausgehen, ist bedauerlich. Andererseits ist natürlich stets abzuwägen, für wie viele Reisenden welcher Aufwand zu treiben ist. Irgend einen Tod werden auch Fahrplan-Entwickler sterben müssen. Schön und wenig aufwendig wären vielleicht eins, zwei Anrufsammeltaxen am Wochenende zur Mittagszeit für Ausflügler zum Main. Überhaupt sind die Ruftaxen eine schöne Sache, insbesondere für die Jugend. Sie dürften gerne etwas bekannter gemacht werden.

Dass manchmal schlicht eine gute Idee viel erreichen kann, zeigt die Schleife der 602 über das Einkaufszentrum. Ortsvorsteherin Biehal hatte den Vorschlag erstmals in einem Treffen des Ortsbeirats vorgestellt. Kleiner Aufwand, große Wirkung für Neuschloß.

Die Bilanz in Schulnoten: zwei minus. Über das Minus können wir reden, wenn das Sechser- und Achterproblem gelöst ist 😉

Kleine Anregungen

Am Lampertheimer Bahnhof fahren inzwischen ziemlich viele Busse rum. Und man sieht oft Reisende ratsuchend an den Fahrplan-Aushängen stehen. Viele sind verwirrt, weil sie beispielsweise auf dem Weg nach Neuschloß die Aushänge für mehrere Linien an verschiedenen Stellen nacheinander prüfen müssen, um den nächsten Bus zu ermitteln. Hier wäre eine gemeinsame Liste etwa der Linien 644 und 602 hilfreich.

Ein richtig guter Service freilich wäre eine dynamische, elektronische Anzeige, wie wir sie von den Straßenbahn-Stationen in Mannheim kennen. Am besten gleich mit den Zugabfahrten. Dann wäre sofort klar, welche Busse oder Züge als nächstes kommen. Und dann würden wir in jedem Fall zur Schulnote noch ein Extra-Sternchen vergeben.

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Hier entstehen die Krippen-Parkplätze

Die Kinderkrippe im Wacholderweg bekommt zusätzliche Parkplätze auf dem benachbarten Grundstück der Kirchengemeinde St. Andreas – das hat Erster Stadtrat Jens Klingler bereits vor einigen Wochen dem Ortsbeirat erläutert. Neuschloss.net hatte über den gelungenen Deal berichtet.

Im jüngsten Treffen erläuterte Klingler weitere Einzelheiten. Die Verwaltung erarbeite derzeit den finalen Vertragsentwurf. Geplant ist eine Regelung für zunächst fünf Jahre. Das Rathaus bereitet zudem einen Bauantrag für das Kreisbauamt Heppenheim vor.

Die genaue Anzahl und Lage der Parkplätze sind der Skizze aus der Sitzungsvorlage zu entnehmen.

Bila formt überregionale ICE-Initiative mit

Hammer-Nachricht im Ortsbeirat von Ulrich Guldner (links): Die Lampertheimer ICE-Trassen-Initiative Bila wird eine Interessengemeinschaft Bahnregion Rhein-Neckar mitgründen, in der Lampertheim mit Initiativen aus Lorsch, Mannheim, Weinheim und Hockenheim an einem Strang ziehen.

Basis ist eine Streckenführung, bei der die Gleise frühestens an der Brücke der L3110 über die A67 nach Westen abbiegen – und damit weit weg von Neuschloß verlaufen. Auch Umweltschützer seien inzwischen überzeugt von dieser Lösung.

Eine starke Gemeinschaft – die sich hoffentlich durchsetzt.

Erste Vorsitzende Marion Maurer (Dritte von rechts) präsentiert den Jahresbericht.

Lange Warteliste für die Schülerbetreuung

Zum Start des kommenden Schuljahrs gibt es in der Betreuung der Pestalozzischule voraussichtlich elf freie Plätze. Auf der Warteliste dafür stehen nach dem aktuellen Stand 33 Mädchen und Jungen. Diese Zahlen hat der Vorstand des Trägervereins der Schülerbetreuung um Erste Vorsitzende Marion Maurer in der Mitgliederversammlung bekannt gegeben.

Rein rechnerisch fehlen damit an der Pestalozzischule 22 Plätze. Dennoch soll es bei der Obergrenze von 50 Plätzen bleiben. Maurer kündigte an, der Verein werde den Bedarf noch einmal abfragen. Sie verwies darauf, dass es im vergangenen Herbst so ausgesehen habe, dass  52 Kinder sich für neun Plätze interessieren – zum Schuljahresstart dann aber tatsächlich nur vier Mädchen und Jungen leer ausgegangen seien.

Erklären lässt sich das damit, dass sich viele Eltern mit Blick auf geringe Erfolgschancen schon vor der Einschulung um Alternativen kümmern – oder auf eine geplante Berufstätigkeit verzichten. Dass in diesem Jahr nur vier Kinder übrig blieben, muss also nicht heißen, dass ein erweitertes Angebot nicht dankbar angenommen worden wäre.

Eine Erweiterung der Schülerbetreuung in der Pestalozzischule, die in den vergangenen Jahren immer wieder in der Diskussion war, ist allerdings schwierig. Vor allem fehlt es an dafür geeigneten Räumen. Der ehrenamtliche Vorstand hatte zudem mehrfach davor gewarnt, eine Aufstockung könnte den elterngetragenen Verein überlasten. Bereits jetzt verantwortet das Führungsteam um Maurer einen jährlichen Etat von mehr als 180.000 Euro; und es beschäftigt zehn Angestellte, im Wesentlichen die Erzieherinnen.

Mit Abstand größter Einnahmeposten sind mit knapp 100.000 Euro die Gebühren und Beiträge der Eltern. Der Kreis gibt 32.000 Euro dazu, die Stadt verringert ihren Zuschuss auf 20.000 Euro. Obwohl nur drittgrößter Geldgeber, drängt die Stadt die Schülerbetreuung dazu, die Gebühren für die Eltern zu erhöhen mit dem Argument einer stadtweit einheitlichen Regelung. Außerdem ist es Linie der Stadt, die Vergabe der Betreuungsplätze an Bedingungen zu knüpfen – beispielsweise die Berufstätigkeit der Eltern. Das muss nicht immer zum Wohl der Kinder sein, wie die Debatte über die Herdprämie zeigte.

Die Wahlen der Beisitzerinnen im Vorstand standen im Zeichen der Kontinuität. Die Kassenprüferinnen Alexandra Krupp und Svea Becker übernehmen das Amt von Ute Herweh und Christine Weidenauer. Ariane Lunkenbein bleibt als Beisitzerin im Amt. An der Spitze des Vorstands stehen unter der Ersten Vorsitzenden Marion Maurer die Zweite Vorsitzende Claudia Uebach und die Dritte Vorsitzende Sonja Schulmeister. Sandra Roos-Greulich und Matthias Hinzen prüfen künftig die Kasse.

Ute Herweh engagierte sich sechs Jahre lang im Vorstand der Schülerbetreuung.
Ute Herweh engagierte sich sechs Jahre lang im Vorstand der Schülerbetreuung.
Christine Weidenauer verlässt den Vorstand nach vier Jahren.
Christine Weidenauer verlässt den Vorstand nach vier Jahren.

Das bisherige und künftige Führungsteam der Schülerbetreuung der Pestalozzischule auf einen Blick (von links): Sandra Roos-Greulich, Matthias Hinzen, Ute Herweh, Marion Maurer, Alexandra Krupp, Svea Becker, Sonja Schulmeister, Ariane Lunkenbein, Claudia Uebach und Christine Weidenauer.
Das bisherige und künftige Führungsteam der Schülerbetreuung der Pestalozzischule auf einen Blick (von links): Sandra Roos-Greulich, Matthias Hinzen, Ute Herweh, Marion Maurer, Alexandra Krupp, Svea Becker, Sonja Schulmeister, Ariane Lunkenbein, Claudia Uebach und Christine Weidenauer.

Café am Ahornplatz geschlossen

  
Die Tassen warten schon gesammelt darauf, dass sie jemand abholt. Die Dekoration ist abgebaut. Schlechte Nachricht vom Ahornplatz: Das Café dort ist geschlossen.

Per Aushang verabschiedet sich Gabi Heiselbetz von ihren Kunden. Im Ortsbeirat werden gesundheitliche Gründe genannt.

Im Café trafen sich an manchen Abenden und am Wochenende gerne ältere Leute. Auf Anfrage stand es auch als Trauercafé nach Beerdigungen zur Verfügung.

Egal ob Weihnachtsbaum-Schmücken am Ahornplatz, Läufer-Unterstützung beim Marathon oder als Grusel-Station an Halloween – das Caféteam war bisher immer auch aktiv, wenn es darum geht, Neuschloß zu beleben. Von hier aus: Danke für das Engagement für Neuschloß – und unsere besten Wünsche!

Wie es mit dem Café weitergeht ist offen und auch kaum öffentlich zu beeinflussen: Es ist in privatem Besitz.

Kinderkrippe bekommt mehr Parkplätze

Dass es schwierig werden könnte, in der lang gezogenen Kurve des Wacholderwegs den Überblick zu behalten, wenn die Eltern ihren Nachwuchs in Kindergarten und Kinderkrippe gleichzeitig abliefern, haben manche schon früh befürchtet. Sie sollten recht behalten. Ein halbseitiges Parkverbot und wenige zusätzliche Parkplätze vor den Gebäuden waren erste Abhilfen.

Doch jetzt steht die Stadtverwaltung offenbar vor einem Durchbruch – in Form einer Einigung mit der katholischen St.-Andreas-Gemeinde, der ein benachbartes, unbebautes Grundstück gehört. Die Idee: Dort könnte der Boden mit Schotter verfestigt werden – so würden zehn weitere Parkplätze entstehen. Das berichtete Erster Stadtrat Jens Klingler im Ortsbeirat.

Die Stadt, so Klingler, könnte dann die Erzieherinnen ermutigen, dort ihre Fahrzeuge zu parken. Dann wären die Plätze vor den Gebäuden direkt an der Straße frei für Eltern, die ja gerne sehr in Eile sind. „Die Kirchengemeinde ist mit dieser Lösung grundsätzlich einverstanden“, sagte der Erste Stadtrat.

Fast schon sensationell sind die Konditionen, über die die Stadt mit St. Andreas spricht: Statt einer Pacht sollen städtische Bedienstete auf dem restlichen Grundstück die wild wachsenden Pflanzen klein halten. Damit gewinnt Neuschloß gleich doppelt: Die Verkehrslage verbessert sich – und der kirchliche Grund macht einen guten Eindruck. Und das ganz ohne Kosten für die Stadt.

SC Kurpfalz kämpft weiter um Nachwuchs

Der Sportclub Kurpfalz 1987 will weiter wachsen – was sowohl die Zahl der Mitglieder als auch die inhaltlichen Schwerpunkte betrifft. Doch das erweist sich als schwierig. Der Vorstand setzte auf mehrere Schnupperkurse, wie die Stellvertretende Vorsitzende Christine Kotschner-Klein jüngst in der Mitgliederversammlung erinnerte.

So konnten Ende des vergangenen Jahres die Neuschlößer unkompliziert einsteigen in „Gewichtsreduktion durch Sport und Ernährung“ und für Teenager „Jazz-Dance, Modern-Dance und Hip-Hop“; jetzt im Frühjahr stand ein Boxtraining für Jugendliche“ und „Sport für Männer“ offen. Doch all diese Angebote wurden nicht angenommen – „noch nicht“, wie Kotschner-Klein formulierte.

Besser sieht es bei den laufenden Kursen aus. Hier konnte der SC Kurpfalz einige Mitglieder gewinnen. „Besonders erfreulich war die Neuanmeldung von drei Kindern, so dass der Kurs ‚Sport, Spiel und Spaß für Kinder von drei bis sechs Jahren‘ weiter regelmäßig einmal pro Woche stattfinden kann“, sagte die Stellvertretende Vorsitzende, die den erkrankten Vereinschef Wolfgang Osteroth vertrat. Und sie betonte zusammenfassend: „Der Vorstand hält an Schnupperkursen für Schulkinder, Jugendliche und Männer fest, um ein Verein für die ganze Familie zu werden.“

Dasss der SC Kurpfalz nicht nur Sport kann, sondern auch feiern, zeigt sich beim Veranstaltungsprogramm des laufenden Jahres. Im Mittelpunkt stehen ein Grillfest (am Freitag, 3. Juli, 17 Uhr, in der Grillhütte der Naturfreunde), eine Weihnachtsfeier (11. Dezember) und die Beteiligung am Schlossfest (18./19. Juli) und am Adventsmarkt (29. November).

Problemlos verliefen die Vorstandwahlen – die Versammlung bestätigte das bisherige Team. Den Sportclub Kurpfalz führen also der Erste Vorsitzende Wolfgang Osteroth, die Zweite Vorsitzende und Sportwartin Christine Kotschner-Klein, Schriftführerin Maria Senftner, Pressewartin Ulrike Back, Jugendwartin Kerstin Fritzsche, Frauenbeauftragte Rita Eberhard und Kassenwartin Petra Rudolph.

Das Bild zeigt aus dem Vorstand (von links) Jugendwartin Kerstin Fritzsche, Zweite Vorsitzende und Sportwartin Christine Kotschner-Klein, Kassenwartin Petra Rudolph, Schriftführerin Maria Senftner und Pressewartin Ulrike Back.
Das Bild zeigt aus dem Vorstand (von links) Jugendwartin Kerstin Fritzsche, Zweite Vorsitzende und Sportwartin Christine Kotschner-Klein, Kassenwartin Petra Rudolph, Schriftführerin Maria Senftner und Pressewartin Ulrike Back.

Kanal wird wieder gespült

Am Mittwoch hatte eine Anwohnerin über das Meldeformular von Neuschloss.net die Stadtverwaltung auf Kanalgeruch hingewiesen. Keine zwei Stunden später hatte Raimund Rinder, Leiter des Fachbereich „Bauen und Umwelt“ der Stadtverwaltung, die Sache geklärt. Er informierte Anwohnerin und Neuschloss.net darüber, „dass die turnusgemäße Reinigung des Kanalsystems in Neuschloß im Zeitraum vom 01.04.2015 bis ca. 08.04.2015 durchgeführt wird“.

Danke für die schnelle Information – und die Abhilfe natürlich. Wobei übrigens die Neuschlößerin einräumt, dass die aktuelle Geruchsbelästigung „nicht so stark wie sonst“ war.

Das ist auch unser Eindruck: Es ist ingesamt deutlich besser geworden. Die eingebauten Filter scheinen also gut zu arbeiten.

Flüchtlinge bleiben vielleicht etwas länger

Eigentlich läuft der Mietvertrag der Stadt mit dem neuen Besitzer des Beamtenbaus im Mai aus – die Flüchtlinge müssten dann anderswo in Lampertheim wohnen. Doch möglicherweise bleiben sie etwas länger. Ortsvorsteherin Carola Biehal sprach im Ortsbeirat von Verzögerungen in der Umbauplanung für das Gebäude: „Es gab einen Sachbearbeiterwechsel im Denkmalamt“, erläuterte sie.

Was genau der neue Eigentümer – ein Architekt, der sich dem Vernehmen nach um weitere historische Bauten kümmert – in Neuschloß vor hat, soll im Frühjahr bekannt gegeben werden. Bisher herrscht hier geheimnisvolles Schweigen, das Stadt und Ortsbeirat mittragen, was man durchaus kritisch sehen darf.

Biehal berichtete von historischen Erkundungen des Besitzers, die offenbar einige Überraschungen bereit halten: Der Verdacht steht im Raum, die Fastnacht sei in Neuschloß erfunden worden. Das wäre ein druchaus überraschender Ansatz für eine fremdenverkehrliche Werbung unseres Stadtteils. 

Zurück zu den Flüchtlingen. „Hier in Neuschloß funktioniert das Miteinander“, sagte Ortsvorsteherin Biehl, nach dem sie kurz die Debatte über die Unterbringung in Lampertheim gestreift hatte. „Helfer und Paten zeigen bei uns den Flüchtlingen, dass sie nicht alleine gelassen werden.“ Sie erinnerte an ein Treffen der Asylsuchenden mit Anwohnern, das der Ortsbeirat initiierte. „Das hat allen gut gefallen, und sämtliche Bürger wünschten sich eine Wiederholung.“ 

Mit Blick auf eine auch von Neuschloss.net angestoßene Debatte nach dem vergangenen Treffen des Ortsbeirats sagte sie wörtlich über das ehrenamtliche Engagement: „Man kann nicht genug Dankeschön sagen.“ Allerdings, fügte sie hinzu, halte sie es für unmöglich, alle 280 für Lampertheim vorgesehene Flüchtlinge auf freiwilliger Basis zu betreuen. Hier sei die große Politik in der Pflicht. 

Zuwachs bei Kita, Krippe und Parkverkehr

Der städtische Kindergarten und die Kinderkrippe „Zwergenschloss“ im Wacholderweg sollen Zuwachs bekommen. Die Verwaltung möchte im Kindergarten zum 1. August wieder eine dritte Gruppe öffnen, in der weitere 25 Jungs und Mädels Platz finden. Das hat Erster Stadtrat Jens Klingler im Ortsbeirat bekannt gegeben.

In der Krippe nebenan soll es nach dem Vorstellungen der Verwaltungsspitze ebenfalls bald turbulenter zugehen: Hier will die Stadt als Trägerin die fünf Gruppen um jeweils zwei Kinder auf dann zwölf aufstocken. Statt 50 vergnügen sich dort dann also 60 Mädchen und Jungen. Das Personal würde entsprechend aufgestockt. Klingler begründete die Erweiterung mit geänderten Richtlinien. Das letzte Wort haben die Stadtverordneten.

Die Krippe „Zauberwald“ im Rosenstock soll nach den Plänen ebenfalls zehn weitere Zweijährige aufnehmen. Freuen dürfen sich Eltern aber nicht zu früh: Die Plätze sind bereits sämtlich vergeben. 

Die Skepsis mancher Lampertheimer, dass die Krippe in Neuschloß nicht angenommen werden könnte, war jedenfalls unbegründet.

Eltern schaffen gefährliche Situationen

Ganz im Gegensatz möglicherweise zu den Bedenken, die der Ortsbeirat schon in der Planung der Krippe vorgetragen hatte: Klingler sprach zum ersten Mal von „Parkproblemen“ vor den Einrichtungen. Dem Vernehmen nach halten manche Eltern verbotenerweise in der langen Kurve des Wacholderwegs – und zwar auf dem Gehweg, auf dem andere Kinder laufen. Im Kindergarten ist von „sehr gefährlichen Situationen mit Kindergartenkindern“ zu lesen. Es werde sogar in der Kurve gewendet. Das Ordnungsamt werde „weitere Kontrollen durchführen und auch Strafzettel verteilen“.

Wenn künftig 35 Kinder mehr in Krippe und Kita abgeliefert werden, könnte sich die Sache zuspitzen. Der Erste Stadtrat versprach, sich kundig zu machen, wie man Abhilfe schaffen könne. Als erste Reaktion stehen den Eltern nun jene Parkplätze vor den Gebäuden zur Verfügung, die bisher von den Beschäftigten benutzt wurden. Das Personal parkt nun weiter weg auf der Straße.

Ortsbeirat erkundet Betreuungslage

pestalozzischule-lampertheim

Wie schwierig es für Neuschlößer Eltern ist, eine Betreuung für ihre Kinder an der Pestalozzischule zu bekommen, hat Neuschloss.net jüngst vorgerechnet: Im Sommer werden neun der 50 Plätze frei – auf der Warteliste stehen nach Angaben des Trägervereins 52 Mädchen und Jungen. Jetzt hat der Ortsbeirat über das Thema gesprochen.

Erster Stadtrat Jens Klingler berichtete, die Schule habe Mittel für eine dritte Gruppe zum Sommer 2016 beantragt. Diese Nachricht klingt ermutigender als sie ist. Sie bedeutet keinesfalls, dass diese Erweiterung klar geht.

Denn Haupthindernis für eine weitere Gruppe sind fehlende Räume in der Schule. Schon jetzt muss die Betreuung mit guter Organisation dafür sorgen, dass der vorhandene Platz für die 50 Mädchen und Jungen genügt, etwa wenn es ums Essen geht. Als wenig praktikabel hat sich dabei die Idee erwiesen, die gegenüber liegende Jahnhalle mit zu verwenden.

Die Schule muss gründlich ihren Raumplan prüfen. Einfach wird das nicht: Der scheidende vierte Jahrgang besteht aus zwei Klassen, der künftige erste Jahrgang aus drei – schon deshalb wird es enger. Auch Sonderräume umzuwidmen, dürfte schwierig werden: Auf die Schulbücherei etwa sollte man sinnvollerweise nicht verzichten.

Container oder Anbau würde helfen

Unterm Strich erscheint eine zusätzliche Gruppe in der Betreuung nur mit einer räumlichen Erweiterung möglich. Dass die Schule den Finanzantrag gestellt hat, soll wohl lediglich sicherstellen, dass man für diesen Fall kostenseitig vorbereitet ist – unabhängig davon, wie wahrscheinlich aufgestellte Container oder ein Anbau bis zum Sommer 2016 sind.

Die Landesregierung diskutiert einen Ausbau der Schülerbetreuung unter den Slogan „Pakt für den Nachmittag“, wie Klingler erinnerte. Die Lampertheimer Schulen nehmen an einem zugehörigen Pilotprojekt nicht teil. Das hängt damit zusammen, dass entscheidende Details wie der Betreuungsschlüssel zunächst nicht feststanden – und die Schulen denkbare Verschlechterungen zum aktuellen  Stand vermeiden wollten.

Klinger brachte auch das Projekt des Wassersportvereins ins Gespräch: Der WSV bietet Kindern eine Betreuung, wenn sie dafür unter seiner Flagge trainieren. Der Verein wolle dafür nun auch Grundschulkinder gewinnen. „Vielleicht kann der WSV ja Kinder mit einem kleinen Bus an der Pestalozzischule abholen“, überlegte der Erste Stadtrat laut.

Das sei schon seltsam, fasste Ortsvorsteherin Carola Biehal die Lage zusammen: Die Betreuung für Krippen- und Kindergartenkinder werde mit Blick auf berufstätige Eltern forciert. „Und dann kommen die Kinder in die Schule – und auf einmal hört alles auf.“ Das freilich sind auch die Folgen von kommunalpolitischen Entscheidungen: Die Stadt ist es, die sich in den vergangenen Jahren als Träger aus der Schülerbetreuung etwa an der Schiller- und Goetheschule verabschiedete und die der elterngetragenen Betreuung an der Pestalozzischule Zuschüsse kürzt.

Das erwartet Neuschloß im neuen Jahr

Von den Feiertagen haben wir uns erholt, die Kinder gehen wieder in die Schule – das neue Jahr geht sozusagen in den Regelbetrieb über. Und Neuschloss.net schaut mal, was uns 2015 erwarten wird in unserem Stadtteil.

Die Flüchtlinge werden noch einige Monate in den früheren Sozialwohnungen an der Forsthausstraße verbingen. Der Mietvertrag der Stadt mit dem neuen Besitzer des Beamtenbaus war von Anfang an befristet; die Kommune wird andere Unterkünfte bereitstellen müssen. Möglicherweise außerhalb von Neuschloß.

Ein Team um Ortsvorsteherin Carola Biehal unterstützt die Frauen und Männer aus Eritrea, Syrien und dem Balkan ehrenamtlich in allen nur denkbaren Angelegenheiten. Viele Neuschlößer bringen Sachspenden, erledigen Fahrdienste, spielen Fußball mit den Fremden, helfen als Übersetzer. Junge Frauen geben in den Räumen der evangelischen Johannesgemeinde Sprachunterricht. Ein wundervolles Engagement von vielen Menschen – zugleich auch ein politisches Statement, das zeigt, wer das Volk wirklich ist und wie wir in Neuschloß und anderswo mehrheitlich über Menschen denken, die bei uns Hilfe suchen.

Seit November kommen eritreische Flüchtlinge zum Sprachförderkurs in den Gemeinderaum der Johannesgemeinde. Thomas Mosner (stehend beim Verteilen der Lehrbücher) hat  pädagogische Mitstreiter gefunden: Jessica und Vanessa Joneleit sowie Pastor Jörg Lüling.
Seit November kommen eritreische Flüchtlinge zum Sprachförderkurs in den Gemeinderaum der Johannesgemeinde. Thomas Mosner (stehend beim Verteilen der Lehrbücher) hat pädagogische Mitstreiter gefunden: Jessica und Vanessa Joneleit sowie Pastor Jörg Lüling.

Wo wir gerade den Beamtenbau streifen: Es ist längst überfällig, dass die Neuschlößer erfahren, an wen die Stadt eigentlich das Gebäude verkauft hat und welche Umbau- und Nutzungspläne dem neuen Besitzer vorschweben. Im Ortsbeirat gab es hierzu bisher stets nur spärliche Informationen – mit dem Hinweis darauf, dass der Investor ein wenig öffentlichkeitsscheu sei und man den Deal nicht gefährden wolle. Mit der Zurückhaltung sollte nun Schluss sein. Der Beamtenbau ist ein historisches, den Stadtteil prägendes Denkmal. Die Öffentlichkeit hat ein verständliches Interesse daran zu wissen, wie es damit weiter gehen soll.

Freiwillige Hilfe – die erlebten wir im vergangenen Jahr nicht nur im Zusammenhang mit den Flüchtlingen, sondern auch beim Tag des Ehrenamts der Metropolregion. Mehr Menschen als gedacht halfen, den Ahornplatz zu verschönern. Und Neuschloß kann noch hübscher werden. Wenn Anwohner zusagen, dass sie regelmäßig auf die Straßenbepflanzung vor ihrem Haus einen Blick werfen, rückt der städtische Bauhof mit neuen Stauden an – gelb- oder blaugeprägt, je nach Wunsch. Bei der Gelegenheit prüfen die Gärtner auch, ob die Bäume noch stabil oder besser gleich auszutauschen sind. Neuschloß könnte also wahrlich aufblühen in diesem Jahr – und zum Vorbild für die Kernstadt werden.

Zurückgeschnitten und geputzt: Sträucher und Beete am Ahornplatz.
Zurückgeschnitten und geputzt: Sträucher und Beete am Ahornplatz.

Für junge Familien kann 2015 schwierig werden. Nicht unbedingt, weil der Rasen auf dem erst im vergangenen Frühjahr eröffneten Fußballfeld auf dem Spielplatz am Alten Lorscher Weg einen ziemlich erholungsbedürftigen Eindruck macht. Vor allem berufstätige Eltern von Kindern im Grundschulalter könnten vor ernsthaften Problemen stehen, wenn sie auf eine Betreuung am Nachmittag angewiesen sind.

Denn zum kommenden Schuljahr werden an der Pestalozzischule voraussichtlich neun der 50 Plätze frei; auf der Warteliste stehen bisher aber schon 52 Mädchen und Jungen. Da muss man von einem Betreuungsnotstand sprechen. Abhilfe ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Der Rosenstock in Lampertheim, ebenfalls im Einzugsgebiet, wächst weiter. Immerhin scheint die Lage in Kindergarten und Krippe eigermaßen entspannt.

Die Sanierung des Sodabuckels kann weiter gehen – die Stadtverordneten haben Anfang Dezember den Auftrag neu vergeben, nachden die zunächst beauftrage Firma Michel Bau aus dem fränkischen Klingenberg versagte. Der Beschluss war angesichts siebenstelliger Mehrkosten nicht selbstverständlich; Ortsvorsteherin Carola Biehal legte sich mit einem Appell an das Gremium ordentlich ins Zeug. Dennoch stimmten die CDU geschlossen und prominente Vertreter der Grünen gegen die schnelle Fortführung der Altlastensanierung im Wald.

Bei der geplanten Säuberung des Grundwassers wird sich dieses Jahr zeigen, ob die neuartige Technik tatsächlich leistet, was sie verspricht. Falls nicht, müsste Neuschloß wohl bis auf Weiteres mit dem erheblich belasteten Grundwasser leben.

Arbeiter verkabeln das unterirdische Pilotfeld zur Grundwassersanierung.
Arbeiter verkabeln das unterirdische Pilotfeld zur Grundwassersanierung.

Der Sportclub Kurpfalz wird zeigen müssen, wie realistisch die ambitionierten Ziele des neuen Vorsitzenden Wolfgang Osteroth sind, der Stefanie Schrod ablöste. Die Zahl der Mitglieder in zwei Jahren auf 200 zu verdoppeln und zusätzliche inhaltliche Schwerpunkte sind angestrebt. Der Verein startete in das Jahr motiviert mit einem Schnupper-Turnkurs für Kinder. Das angekündigte Gesundheitsprogramm des Vorsitzenden befindet sich laut Aushang am Ahornplatz noch in der Konzeption.

Die neue Vereinsspitze des SC Kurpfalz (von links: Pressewartin Ulrike Back, Schriftführerin Maria Senftner, zweite Vorsitzende Christine Kotschner-Klein, Frauenbeauftragte Rita Eberhard, erster Vorsitzender Wolfgang Osteroth und  Kassenwartin Petra Rudolph. Jugendwartin Kerstin Fritzsche ist nicht auf dem Bild.
Die neue Vereinsspitze des SC Kurpfalz (von links: Pressewartin Ulrike Back, Schriftführerin Maria Senftner, zweite Vorsitzende Christine Kotschner-Klein, Frauenbeauftragte Rita Eberhard, erster Vorsitzender Wolfgang Osteroth und Kassenwartin Petra Rudolph. Jugendwartin Kerstin Fritzsche ist nicht auf dem Bild.

Der Veranstaltungskalender für 2015 enthält schöne Höhepunkte, aber auch Wehrmutstropfen. Rot markieren im Kalender dürfen alle Neuschlößer schon Samstag, 18., und Sonntag, 19. Juli. Für dieses Wochenende lädt der Ortsbeirat und die Meute den Stadtteil wieder zum Schlossfest ein. Beim letzen Mal vor zwei Jahren war diese Freiluft-Veranstaltung ein großer Erfolg mit vielen Beteiligten und Gästen.

Helloween wird in Neuschloß zunehmend zum Ereignis.
Helloween wird in Neuschloß zunehmend zum Ereignis.

Im Herbst freuen wir uns besonders auf das Oktoberfest der Meute im Schlosskeller – zuletzt eine sehr gemütliche Runde mit etwa 40 gut gelaunten, teils mottogerecht gekleideten Neuschlößern. Das Helloween-Event, organisiert von Stefan Spiesberger aus der Orgelschule Kids on Keys, steht vor einer Neuauflage, genauso wie das Baumschmücken und der Adventsmarkt auf dem Ahornplatz. Schade ist, dass die klassischen Konzerte – hervorgegangen aus einer Kooperation von Stadt, Musikschule und evangelischer Johannesgemeinde – wegen der wechselhaften Resonanz vorerst nicht weitergehen sollen.

Werfen wir noch einen Blick auf das Thema Infrastuktur. Die ist ja immerhin für Pizzafreunde aus Neuschloß dramtisch besser geworden – vor allem an jenen Wochentagen, an denen Hungrige die meisten Varianten im Quattro Mori für pauschal fünf Euro abholen können. Die Geruchsbelästigung, ausgehend vom Abwasserkanal, hat zuletzt nachgelassen; die Abhilfe greift offenbar.

Fahrten, die hier beginnen, dauern gerne etwas länger.
Fahrten, die hier beginnen, dauern gerne etwas länger.

Nichts getan hat sich hingegen beim Busfiasko. Der Fahrpläne sind noch immer nicht auf den Bahnverkehr zwischen Frankfurt und Mannheim abgestimmt – ein Unding. Unser Wald um Neuschloß leidet noch immer unter den den Folgen des dramtischen Sturms im vergangenen August; viele Bäume sind nach Angaben von Förster Volker Harres noch derart geschwächt, dass selbst durchschnittliche Sommergewitter böse enden könnten.

Im Blick behalten müssen werden wir verstärkt die geplante Neuubaustrecke der Bahn, die ja im umgünstigen Fall Neuschloß streift; in das Thema scheint in jüngster Zeit wieder etwas Bewegung zu kommen.

Wie sind also die Aussichten für Neuschloß kurzgefasst? Auf uns wartet als Höhepunkt das Schlossfest; die Flüchtlinge, um die wir uns engagiert kümmern, verlassen unseren Stadtteil; wir haben wieder eine Gaststätte, genügend Plätze in Kinderkrippe und Kindergarten; die Sanierung des Sodabuckels geht weiter. Abwarten müssen wir, was aus unserem Beamtenbau wird, wie gut die Säuberung des Grundwassers gelingt, wie sich der Sportclub Kurpfalz entwickelt und in welche Richtung sich die ICE-Neubaustrecke bewegt. Die größten Herausforderungen liegen in den Themen Schülerbetreuung und öffentlicher Nahverkehr. Und natürlich sind wir sehr gespannt, mit was uns das Jahr 2015 noch überrascht.