Adventsmarkt in Neuschloß

Gute Nachricht für Neuschloß: Die Vorbereitungen für den Adventsmarkt am Sonntag, 1. Dezember 2019, laufen. Das berichtet Organisator Stefan Spießberger von Kids on Keys Lampertheim.

Viele Standplätze seien schon weg. Wer noch mitmachen will, muss sich also schnell melden. Das freut nicht nur den Nikolaus.

Bürgerkammer bespricht Neuschloß-Investitionen

Welche Investitionen plant die Stadt Lampertheim im kommenden Jahr in Neuschloß? Das ist Thema der öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer am Donnerstag, 14. November, 19 Uhr, im Bürgersaal am Ahornplatz. Erster Stadtrat Jens Klingler wird den städtischen Haushalt unter Neuschlößer Blickwinkel vorstellen.

Soviel ist bereits klar: Geld wird insbesondere in den kommunalen Kindergarten im Wacholderweg fließen. Einen neuen Anlauf nimmt zudem die Kommunalpolitik für den schon länger erhofften barrierefreien Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ in der Forsthausstraße. Die Bürgerkammer wird die Details dazu besprechen.

In der Ortsdurchfahrt der Landesstraße wurde die Geschwindigkeitsüberwachung umgebaut. Während in der Vergangenheit Blitzer direkt hinter den Ortseingängen standen, prüft nun ein Gerät in zentraler Lage in der Nähe der Fußgängerampel den Verkehr. Wie sich diese Standortänderung auswirkt, darüber erhoffen sich die Neuschlößer Aufschlüsse aus einer Antwort auf eine Anfrage an Stadtrat Klingler.

Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier - und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.
Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier – und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.

Weitere Themen sind die geplante Sanierung der Landesstraße 3110 und die damit verbundene Sperrung, Lärmschutzwand, Wasseraufbereitungsanlage und der Stand zur Geruchsbelästigung durch den Kanal. Die Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) schließlich berichtet über den Fortgang der Pläne für den Bau der Bahnschnellfahrstecke Frankfurt – Mannheim.

ICE-Trasse bei Neuschloß? Vorentscheidung am 6. Dezember

Lange hat die Region gespannt darauf gewartet. Am Nikolaustag könnte klar werden, ob die Gleise der geplanten ICE-Trasse zwischen Frankfurt und Mannheim quer durch den Lampertheimer Wald und an Neuschloß vorbeiführen – oder einen Bogen entlang des Viernheimer Dreiecks nehmen. Am Freitag, 6. Dezember, tage das Beteiligungsforum – und Thema seien „die Bewertungsergebnisse der Varianten zwischen Lorsch und Mannheim“. Das berichtet der Südhessen Morgen in seiner Ausgabe vom Samstag im Wirtschaftsteil – und nennt als Quelle Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn.

Die Varianten für Südhessen in einer Grafik der Deutschen Bahn.
Die Varianten für Südhessen in einer Grafik der Deutschen Bahn.

Das Forum vergleicht die diskutierten Routen. Es betrachtet dabei technische, verkehrliche und wirtschaftliche Aspekte genauso wie umweltfachliche. Vertreten sind darin Interessengruppen aus der Region. Dazu zählen neben Kommunen, Landkreisen, Behörden und Ministerien unter anderem Bürgerinitiativen, Umwelt- und Fahrgastverbände – unter anderem die Bürgerkammer Neuschloß und die Bürgerinitiative Lampertheim (Bila). Das Ergebnis des Forums muss nicht zwingend Realität werden. Es ist ein Vorschlag an die Politik. Letztlich entscheidet der Bundestag.

Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim: Gibt es einen Projektbeirat?

Zudem könnte es noch einen Projektbeirat geben. Das hatte zuletzt Anfang Oktober Bundesjustizministerin Christine Lambrecht auf Facebook bekräftigt. Er solle „zusätzliche Forderungen der Region besprechen und in Absprache mit dem Beteiligungsforum für die parlamentarische Befassung aufbereiten“.

Die grundsätzliche Zusage, dass es einen Projektbeirat geben soll, hatte das Bundesverkehrsministerium bereits im Frühjahr gegeben, wie aus Berichten der Rhein-Neckar-Zeitung und des Mannheimer Morgens hervorgeht. (Transparenzhinweis: In einer früheren Fassung des Textes hatten wir Lambrechts Ankündigung als überraschende Wende bezeichnet.)

Mit einem Projektbeirat könnte der Einfluss der Region steigen. Das Standardverfahren sieht nur eine Arbeitsgruppe des Beteiligungsforums dafür vor, eine zusammenfassende Vorlage für die Politik zu schreiben.

Lambrecht betont, bis Anfang 2020 solle eine Vorzugstrasse festgestellt werden, „die die verkehrlichen Ziele erfüllt sowie finanzierungs- und genehmigungsfähig ist und vor allem von der Region mitgetragen wird“. Diesen Termin habe der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für das Land Hessen, Klaus Vornhusen, genannt. „Von der Region mitgetragen“ schreibt Lambrecht in Großbuchstaben. In einem Kommentar wird sie noch konkreter: „Die Konsenstrasse wird von mir unterstützt“ – das ist die Route entlang der Autobahn 67, dem Viernheimer Dreieick und dann entlang der Autobahn 6.

In dem Projektbeirat sind laut Lambrecht bundes-, landes- und kommunalpolitische Vertreterinnen und Vertreter der Region sowie von Umwelt- und Fahrgastverbänden sowie Bürgerinitiativen vorgesehen. Die Größe und die finale Zusammensetzung könne vom Beteiligungsforum festgesetzt werden. Damit könne die Arbeit des Projektbeirates „bald losgehen, und die regionalen Forderungen erhalten in diesem Gremium eine starke Stimme.“

Sechs zentrale Fakten zur ICE-Trasse, die alle Lampertheimer/innen kennen sollten

Medienwirksamer Protest gegen die Zerschneidung.
Medienwirksamer Protest gegen die Zerschneidung.

Bei den vielen Detailfragen zur Neubaustrecke der Bahn zwischen Mannheim und Frankfurt verschwimmt manchmal der Blick für die grundlegenden Dinge. Deshalb hier zusammenfasst sechs zentrale Fakten, die alle Lampertheimer/innen kennen sollten.

1. Eine Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim wird in jedem Fall kommen. Sie ist auch sinnvoll.

  • Wenn wir mehr Inlandsflüge mit umweltfreundlicheren Bahnfahrten ersetzen wollen, brauchen wir schnellere Fernverbindungen. In Nord-Süd-Richtung bestehen bisher ICE-Schnellfahrstrecken zwischen Köln und Frankfurt sowie zwischen Mannheim und Stuttgart. Die Strecke Stuttgart – Ulm ist im Bau, auch das umstrittene Projekt Stuttgart 21 wird Fahrzeiten deutlich verkürzen. Das große Ziel ist, Köln, Frankfurt, Mannheim, Stuttgart und München einander näherzubringen. Dass dafür die Lücke im Hochgeschwindigkeitsnetz zwischen Frankfurt und Mannheim geschlossen werden muss, liegt auf der Hand.
  • Die Riedbahn – also die Lampertheimer Hausstrecke zwischen Frankfurt, Biblis und Mannheim – ist der am meisten befahrene Abschnitt im kompletten ICE-Netz. Das hat Folgen für den Nahverkehr: Es passen schlicht keine weiteren Züge mehr für dichtere Takte auf die Schienen. Das würde sich zum Guten ändern, wenn die Schnellzüge auf einer eigenen Trasse fahren.
  • Auch für den wachsenden Güterverkehr zwischen Mittelmeer und Nordsee ist die Verbindung durch die Rheinebene von zentraler Bedeutung und ein Engpass. Die Güter könnten in den Nachtstunden vor allem auf der Neubaustrecke rollen. Damit würde die Lärmbelastung entlang der Riedbahn in den Nächten spürbar sinken.

2. Die Trasse muss für den geplanten Deutschlandtakt so verlaufen, dass Züge zwischen Frankfurt und Mannheim bei Tempo 300 längstens 29 Minuten unterwegs sind.

  • Dieses Limit ergibt sich aus dem Deutschlandtakt, den die Bahn derzeit nach einer Vorgabe der Politik entwickelt. Die Idee dabei: Zu regelmäßigen Zeiten treffen sich an Knotenbahnhöfen die Züge aus unterschiedlichen Richtungen, ermöglichen Umstiege, und fahren dann weiter oder zurück. Ansatzweise gibt es so etwas schon in Mannheim, wo viele Züge immer kurz vor halb ankommen und kurz nach halb weiterrollen. Nun soll auch Frankfurt eine solche zentrale Umstiegszeit bekommen, und da hat man die volle Stunde im Blick. Voraussetzung dafür ist dann, dass die Züge unter einer halben Stunde unterwegs sind.
  • Das Ziel, die Fahrzeit zu verringern, gab es schon immer. Mit den neuen Anforderungen des Deutschlandtaktes wird es aber konkreter und verbindlicher: Jegliche Varianten der Schnellbaustrecke, die die 29 Minuten nicht ermöglichen, haben kaum Chancen auf Realisierung mehr.

3. Das Beteiligungsforum wägt die Trassenvarianten gegeneinander ab. Voraussichtlich in den kommenden Monaten schlägt es zusammenfassend eine Vorzugsvariante vor. Die C-Trasse dürfte Chancen haben.

Bila-Darstellung der Zerschneidungstrasse (rot) und der Konsenstrasse (blau).
Bila-Darstellung der Zerschneidungstrasse (rot) und der Konsenstrasse (blau).
  • Im Beteiligungsform sollen die Interessengruppen der Region vertreten sein. Dazu zählen neben Kommunen, Landkreisen, Behörden und Ministerien unter anderem Bürgerinitiativen, Umwelt- und Fahrgastverbände oder Kammern. „Damit wird der Öffentlichkeit frühzeitig eine Plattform geboten, um Fakten zu klären und Fragen zu stellen und ihre Anregungen und Hinweise in die Planungen einzubringen“, erklärt die Deutsche Bahn.
  • Das Forum vergleicht die diskutierten Routen. Es betrachtet dabei technische, verkehrliche und wirtschaftliche Aspekte genauso wie umweltfachliche. Die bisherigen Abwägungen im Beteiligungsforum für die Wallauer Spange und die Anbindung des Güterverkehrs bei Darmstadt zeigen: Dieses Verfahren ist gründlich, nachvollziehbar und das faktische Ergebnis inhaltlich schwierig anzugreifen.
  • Die Idee des Forums, abschnittsweise die jeweils ideale Trasse zu finden (PDF-Präsentation mit Vergleich), steht im Widerspruch zum Konzept der Konsenstrassen-Befürworter, die schon vorher eine bestimmte Route abgesprochen haben und diese durchsetzen wollen.
  • Für Südhessen muss sich die Konsenstrasse entlang der Autobahn 67 und des Viernheimer Dreiecks (A 300) mit der Zerschneidungstrasse C messen.
    Die Konsenstrasse sieht einen Tunnel bei Lorsch vor, der die Gleise von der Ost- auf die Westseite der Autobahn 67 bringt, die Weschnitz unterquert und zugleich die Lorscher/innen vor dem Bahnlärm schützt. An der Autobahn geht es auf Wunsch der Lampertheimer mindestens weiter bis zur Brücke der Landesstraße 3110 zwischen Neuschloß und Hüttenfeld. Dann führt in einem weiten, unterirdischen Tempo-300-tauglichen Bogen eine 90-Grad-Kurve die Gleise nach Westen entlang der Autobahn 6. Bei Mannheim-Blumenau biegt die Trasse auf die Riedbahn ein.
    Die alternative Trasse C führt von Lorsch aus quer durch den Wald, knapp östlich an Neuschloß vorbei und dann über die Felder hinter der Pestalozzischule und den Bruch auf die bestehende Riedbahn.
    • Verkehrliche Aspekte: Die Fahrzeit auf der C-Trasse quer durch die Wald ist 90 Sekunden kürzer als die Konsenstrasse mit einem Tempo-300-geeigneten Kurvenradius am Viernheimer Kreuz. Die Frage aller Fragen ist dabei: Sind über die Konsenstrasse die 29 Minuten zu schaffen?
    • Wirtschaftliche Aspekte: Die Konsenstrasse ist länger, es sind also mehr Schienenmeter zu verbauen. Zudem führen an fünf Stellen unter anderem zum Naturschutz Tröge die Gleise unter die Erde. Diese Dinge führen zu höheren Kosten als eine oberirdische Zerschneidungstrasse C.
    • Umweltfachliche Aspekte: Die Konsenstrasse führt durch das hochwertige FFH-Naturschutzgebiet Reliktwald (hier Bilder) und durch das Wasserschutzgebiet Käfertaler Wald. (Wahrscheinlich sind daher Umweltverbände BUND und Nabu gegen die Konsenstrasse.) Die bevorzugte Westseite der A67 könnte ökologisch wertvoller sein als die Ostseite. (Daher spricht sich Hessen Forst an dieser Stelle gegen die Konsenstrasse aus.) Die Trasse C dagegen zerschneidet mit dem Lampertheimer Wald massiv eines der letzten zusammenhängenden Waldstücke Südhessens und die Felder der Heide. Unterm Strich könnte es auf eine Abwägung zwischen den hochgeschützten FFH- und Trinkwassergebieten einerseits und dem etwas kränkelnden, aber großen Kiefernwald bei Lampertheim und den hochwertigen Äckern andererseits hinauslaufen. Das zeigt: Keinesfalls kann als gesetzt angenommen werden, dass die Konsenstrasse bei der Umweltprüfung besser abschließt als die Zerschneidungsvariante.
    • Weitere Aspekte: Wichtigster Pluspunkt für die Konsenstrasse: Sie spiegelt einen weitgehenden politischen Konsens der Region wider. Das bedeutet auch, dass weniger Protest in der Bevölkerung erwartbar ist. Bei der Zerschneidungstrasse C hingegen gibt es ein hohes Risiko von Klagen, etwa von Landwirten oder betroffenen Neuschlößern, die den Bau verzögern könnten.
Kriterienkatalog.
Kriterienkatalog.

 

4. Über den Vorschlag und die endgültige Trassenführung entscheidet nicht die Bahn, sondern die Politik.

  • Die Deutsche Bahn bringt in das Beteiligungsforum ihre verkehrlichen Interessen ein. Zugleich soll sie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums das Forum neutral moderieren.
  • Im üblichen Verfahren fasst eine Arbeitsgruppe des Beteiligungsforums, begleitet von der Bahn, die Ergebnisse der Abwägung zusammen. Die Bahn übermittelt sie an das Bundesverkehrsministerium (BMVI). Für Südhessen gilt abweichend, dass diese wichtige Aufgabe ein Projektbeirat übernimmt.
  • Auftraggeberin der Neubaustrecke ist nicht die Bahn, sondern – als Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan – der Bund.
  • Die ermittelte Trasse ist ein Vorschlag an die Politik. Zunächst diskutiert und entscheidet der Verkehrsausschuss, am Ende das Plenum des Bundestags.
  • All dies zeigt: Die Bahn ist nicht ohne Einfluss, aber sie entscheidet nicht die Trassenfrage.

 

5. Unsere größten Einflussmöglichkeiten liegen auf der politischen Ebene.

  • Die Bundestagsabgeordneten können dem Trassenvorschlag als abgewogene Idealroute folgen. Sie können aber genauso zu den zuletzt geschätzten Kosten für die Neubaustrecke von 4,3 Milliarden Euro etwas Geld dazugeben für alternative, etwas teurere Trassen oder mehr Lärmschutz als eigentlich vorgeschrieben. Aus der Sicht von Bahn und Ministerium wäre es hilfreich, wenn es eine lokalbezogene Begründung für die Extraausgaben gibt, um nicht zum Vorbild für Zusatzkosten bei anderen Projekten zu werden.
  • Wichtig für Lampertheim wird, sich bei der Bundespolitik in Berlin Gehör zu verschaffen. Die medienwirksamen Proteste vor Ort im Frühjahr (Lichterzug) und Herbst (Feldwanderung) waren dafür wichtig. Sollten die nächsten Entscheidungen gegen die Interessen von Lampertheim oder der Region laufen, könnten gemeinschaftliche Ausflüge in die Hauptstadt sinnvoll werden.

6. Lässt sich die C-Trasse nicht verhindern, wäre eine unterirdische Führung der Gleise im Wald und den Feldern eine mögliche Forderung.

  • Die Naturschutzverbände BUND und Nabu fordern bereits jetzt im Beteiligungsforum die C-Trasse – allerdings im Wald in den Boden eingegraben, mit Deckel versehen und wieder begrünt. Fachleute sprechen von einem „gedeckelten Trog“. Verkehrlicher Vorteil: eingesparte 90 Sekunden. Umweltfachliche Vorteile: FFH-Naturschutzgebiete an der A6 werden geschont, der Lampertheimer Wald wird nur während der Bauarbeiten zerschnitten, der Lärm in Neuschloß könnte eingedämmt werden. Wirtschaftlicher Nachteil: Zusatzkosten – sie müssten politisch erkämpft werden, etwa mit Verhandlungen und/oder Protesten.
  • Wichtig wäre ein Augenmerk darauf, wo ein solcher Tunnel endet. Die Naturschutzverbände sprechen vom „gesamten Waldbereich von Lorsch bis Neuschloß“. Das würde den Neuschlößern vielleicht nur teilweise, den Landwirten gar nicht helfen. Das Argument, die Äcker mit den Sandböden seien selten, hochwertig und notwendig, um die Region direkt mit Gemüse zu versorgen, ist wichtig und richtig. Ein Tunnel müsste also in Richtung Lampertheim verlängert werden.
Vorschlag von BUND und Nabu.
Vorschlag von BUND und Nabu; zur Großversion auf das Bild klicken.

Tip druckt überholte Meldung – Busse halten weiter im Ulmenweg

Unter der Überschrift „Reisebüro Müller fährt Haltestelle Ulmenweg nicht an“ veröffentlichte der gedruckte Tip vom Samstag eine Mitteilung des Busunternehmens, die zwischenzeitlich überholt ist. Richtig ist: Auch nach den Ferien werden die Fahrzeuge der Linien 602 und 605 im Ulmenweg halten.

Hintergrund war ein kleinerer Unfall. Zwei Fahrzeuge eines Anwohners an einer der 90-Grad-Kurven im Ahornweg waren so gegenüber geparkt, dass sie zwar noch korrekt in den eingezeichneten Flächen standen. Dennoch hatte ein Bus der Linie 602 Probleme, dort durchzukommen. Er beschädigte eines der stehenden Autos leicht. Vor Ort entwickelte sich eine lautstarke Diskussion.

In der Folge, so ist zu hören, verfasste das Reisebüro als Auftragnehmer der Verkehr Touristik Lampertheim jene Pressemitteilung, die der Tipp dann veröffentlichte. Aufgrund von Rückfragen auch in der Stadtverwaltung anderer Medien stellte dann, wie die Lampertheimer Zeitung berichtet, Bürgermeister Gottfried Störmer klar: Die Verwaltung werde weiter am Halt im Ulmenweg festhalten. „Wir unterstützen die Bürgerkammer Neuschloß bei ihrer Haltung, dass die Haltestelle für die Schulwegsicherheit notwendig ist“, wird Störmer wörtlich zitiert. Die Pressemitteilung wurde zurückgezogen – was offenbar den Tip nicht mehr rechtzeitig erreichte.

Es scheint naheliegend, dass die Verwaltung nun bei den eingezeichneten Parkplätzen im hinteren Ahornweg nachbessern muss. Sie sollte die Linien so anpassen, dass die Busse gut vorbeikommen, selbst wenn die Autos bis an der Grenze des Erlaubten abgestellt werden.

Die Parkplätze waren im Mai eingezeichnet worden. Außerdem wurde das Tempo im hinteren Ahornweg auf maximal 20 km/h verringert und eine Einbahnstraßenregelung eingeführt. In den Ferien fahren, wie derzeit, kleinere Busse.

Mehr dazu auf unserer Themenseite Busverkehr.

Die Bürgerkammer Neuschloß informiert über die geplante Neubaustrecke.

ICE-Trasse C: Feldwanderung zeigt Orte der Betroffenheit

Lampertheim hat erneut gegen eine ICE-Trasse quer durch den Wald und über die Felder der Heide protestiert. Große rote Luftballon kennzeichneten die Strecke. Auf den Feldwegen gab es sieben Stationen, an denen die Stadt, Landwirte, Neuschlößer Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibende und Vereine ihre jeweilige Betroffenheit aufzeigten. Die Veranstaltung hatte vor allem informativen Charakter – trotz der jahrzehntelangen Debatte wächst das Interesse an dem Thema.

Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder bequem in Anhänger: Auf den Spuren der C-Trasse.
Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder bequem in Anhänger: Auf den Spuren der C-Trasse.

Die Aktion dauerte sechs Stunden und zog sich über mehrere Kilometer. Entsprechend lässt sich die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer schätzen. Die Angaben schwanken zwischen Hunderte (Südhessen Morgen) und 3500 (Veranstalterin Bila).

Groß war in jedem Fall die Resonanz. Die Liste der erschienenen Politikerinnen und Politiker aus allen Ebenen war lang. Neben den Lokalzeitungen berichtete das Hessen Fernsehen und das Rhein-Neckar-Fernsehen. Die von den Veranstaltern gewünschte Öffentlichkeit für die Positionen der Region wurde also erreicht.

Die wichtigen Informationen über das Bahnprojekt lest ihr hier: Sechs Fakten zur ICE-Trasse, die alle Lampertheimer kennen sollten.

Die Stationen.
Die Stationen.

Lampertheimer Wirtschaft gegen ICE-Trasse quer durch den Wald

125 Lampertheimer Unternehmen und Einzelhändler sprechen sich gegen eine Neubaustrecke der Bahn quer durch den Lampertheimer Wald aus. Neben den bekannten umweltpolitischen Argumenten nennen sie wirtschaftliche Gründe. Die Erklärung spricht von einer „Begrenzungstrasse“, die „Chancen der Wirtschaft und Stadtentwicklung an der Ostseite des Stadtgebiets“ stark einschränke.

Zudem senkten Gleise, die an Neuschloß vorbei und über die Lampertheimer Heide-Felder führen, die Lebensqualität. Schon die jahrelange Diskussion über den Trassenverlauf schade Lampertheim. Sie erschwere es lokalen Unternehmen, Beschäftigte zu finden. Denn die Attraktivität des Wohnorts entscheide immer häufiger über die Wahl des Arbeitsplatzes.

„Der Wettbewerb um Mitarbeiter und Fachkräfte ist nicht auf Arbeitsplatz und Entlohnung reduziert, sondern berücksichtigt insbesondere das Umfeld; Standortqualitäten, die sich positiv auf die Work-Life-Balance auswirken“, erläutert das Papier. Unter dem Strich führe C-Trasse „zu einer inakzeptablen Verschlechterung des Wirtschaftsstandortes Lampertheim“.

Erklärung Lampertheimer Unternehmer/innen.
Erklärung Lampertheimer Unternehmer/innen. (Großversion mit Klick auf Bild).

Die Initiative zu der Erklärung ging von fünf Geschäftsleuten aus: Peter Liermann (Vermessungsbüro GEO), Armin Kohler (Rechner Sensors), Stephan Grieser (Grieser Maschinenbau), Carmen Schreckenberger (Florales) und Maria Maron (Cavatappi).

Neuschloss.net dokumentiert die komplette Liste jener Händler und Unternehmen, die mit gegen die Zerschneidungstrasse kämpfen.

Der Südhessen Morgen berichtet, die Pressekonferenz, an der auch Bürgermeister Gottfried Störmer teilnahm, sei bei regionalen Radio- und Fernsehsendern auf große Resonanz gestoßen. Ein Ergebnis ist ein kurzer Bericht des HR-Fernsehens (ab Minute 5.25).

Uwe Rauschelbach kommentiert in der gleichen Zeitung, die Erklärung sei „ein gewichtiges Pfund im Kampf gegen ein Projekt“. Allerdings müsse das Engagement weiter gehen: „Vor diesem Hintergrund könnte es wahrscheinlich nicht schaden, wenn die Lampertheimer Unternehmer nicht nur den Schulterschluss mit Stadt und Bürgerinitiative suchten, sondern zumindest mit den Unternehmern auf Kreisebene, zumal sich die Wirtschaftsförderung des Kreises bereits mit den Kommunen solidarisiert hat.“

Proteste gegen die Zerschneidungstrasse

Lampertheim protestiert seit vielen Jahren gegen die Zerschneidungstrasse – und für eine Route entlang der Autobahnen 67 und 6. Die Kooordination übernimmt dabei die „Bürgerinitiative Lampertheim – Lebensraum vor ICE-Trasse“, die wiederum mit weiteren Initiativen aus der Region vernetzt ist. Im Frühjahr 2019 demonstrierten mehr als 2000 Menschen mit einem Lichterzug gegen die Trassenvariante. Der lokale Bauernverband bereitet sich juristisch vor; man werde „unbequem sein“, kündigt er an. Die Landwirte bauen auf den sandigen Böden der Rheinebene zahlreiche Sonderkulturen an wie Spargel, weiteres Gemüse oder Rollrasen.

„Solche Großprojekte kann man nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen“, sagt Ulrich Guldner, Sprecher der Bila. Der besonders betroffene Stadtteil Neuschloß ist kampferprobt. In den Neunzigerjahren schlossen sich dort mehr als hundert Bürgerinnen und Bürger in einem Verein zusammen, besorgten sich Rechtsbeistand – und setzten so eine gut 90 Millionen Euro teure Altlastensanierung durch.

Mehr lesen

SPD stärkste Kraft bei der Europawahl in Neuschloß

Bei den Europawahlen bleibt die SPD knapp stärkste Partei in Neuschloß. Sie kommt auf 23,5 Prozent oder 120 Stimmen. Fünf Voten weniger vereint die CDU auf sich – was einen Anteil von 22,6 Prozent ergibt. Drittstärkste Kraft sind die Grünen mit 19,9 und 101 Stimmen.

Es folgt die AfD mit 69 Stimmen und 13,5 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 war die AfD in Neuschloß noch auf 14,4 Prozent gekommen, bei der Landtagswahl 2018 gar auf 17,6 Prozent.

Die FDP erreicht 39 Stimmen (7,7 Prozent), die Linke elf Stimmen (2,16 Prozent). Weitere Kleinparteien führt die Ergebnisseite der Stadtverwaltung für unseren Wahlbezirk auf.

Europawahl in Neuschloß seit 2004

Die Entwicklung einschließlich der drei vergangenen Europawahlen 2004, 2009 und 2014 zeigt unsere interaktive Grafik.

Über die vergangenen zwei Jahrzehnte bleibt die SPD nach einem außergewöhnlichen Ausschlag vor fünf Jahren stabil. Die CDU verliert hingegen seit 2009 kontinuierlich; seit der gleichen Zeit gewinnt die AfD an Stärke. Die FDP ist zuletzt abgeschlagen; die Grünen wachsen in Neuschloß mit dem Trend. Die Linke kommt bei Europawahlen in Neuschloß nie über vier Prozent.

Europawahl 2019 in Neuschloß und dem Stadtschnitt

In Gesamt-Lampertheim führt die CDU mit 25,9 Prozent; in Neuschloß sind das 3,3 Prozent weniger. Die SPD kommt stadtweit nur auf 21,6 Prozent – in Neuschloß sind es zwei Prozent mehr. Die Grünen sind bei 17,7 Prozent in Gesamt-Lampertheim gut zwei Prozent schwächer als in Neuschloß. AfD und FDP zeigen keine großen Unterschiede.

Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Neuschloß.

Neuschloß hätte Steffan genommen

Herausforderer Marco Steffan ist bei den Neuschlößerinnen und Neuschlößern beliebter als der bisherige und künftige Bürgermeister Gottfried Störmer. Das zeigt ein Blick auf die Ergebnisse des Wahlbezirks 15. Steffan kommt auf 48,8 Prozent der Stimmen. Gottfried Störmer schafft 46,3 Prozent, Lothar Pfeiffer 4,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung in Neuschloß ist mit 51,9 Prozent die höchste eines Lampertheimer Wahllokals – dazu kommen noch die Neuschlößerinnen und Neuschlößer, die per Briefwahl abgestimmt haben.

Stadtweit erreicht Störmer 50,55 Prozent, Steffan 44,38 Prozent und Pfeiffer 5,07 Prozent. Gesamtwahlbeteiligung: 60,01 Prozent.

 

Neuschloß ist der einzige Stadtteil, in dem Steffan punktet. Andersrum schneidet Störmer nirgends schlechter ab als bei uns. Der Bürgermeister ist klarer Sieger in Hofheim (53,70 Prozent), Rosengarten (57,94 Prozent) und Hüttenfeld (62,12 Prozent). In der Kernstadt vereint Störmer 47,25 Prozent der Stimmen auf sich.

Im Wahlkampf spielten Themen aus allen Stadtteilen kaum eine Rolle. Das könnte sich vor allem für die Herausforderer gerächt haben. Sämtliche Kandidaten fokussierten sich auf die Frage, wie die Fußgängerzone in der Kernstadt zu beleben sei. Auch über die Führungsqualität Störmers als Chef der Stadtverwaltung stritten sie. Verkehrsaspekte, die für Stadtteile relevant sind, blieben undiskutiert. Wenig war über soziale Themen zu hören – etwa über Kinderbetreuung, Schulen und Bildung.

Neben den Stadtteilen entschieden die Wahl erwartbar vermutlich auch die Älteren, die in der Tendenz konservativ sind und auf die Briefwahl setzen.

Forschungsgruppe Wahlen in Neuschloß.
Forschungsgruppe Wahlen in Neuschloß.

Einige Neuschlößerinnen und Neuschlößer durften übrigens doppelt wählen. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte ausgewählte Bürgerinnen und Bürger nach ihrem Stimmverhalten. Die Ergebnisse flossen in die Prognosen und Hochrechnungen für das ZDF ein.

Der Beamtenbau, illuminiert beim Stadtteiljubiläum.

Umbau des Schlosses könnte im Herbst starten

Innen entkernt ist das historische Schlossgebäude schon seit mehr als zwei Jahren. Jetzt scheinen die Hürden dafür genommen, dass der Ausbau starten kann. Vorsitzende Carola Biehal berichtete in der jüngsten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer, nach mehreren Terminen mit der Denkmalbehörde seinen alle offene Fragen geklärt. Sie fügte hinzu: „Im Herbst könnte es losgehen.“

Die Stadt Lampertheim hatte das Gebäude im Jahr 2013 an die Lampertheimer Architektenfamilie Braun verkauft. Es ist ein Nebengebäude, der Beamtenbau einer größeren Jagdschlossanlage der Pfälzer Kurfürsten, die spätestens am 10. September 1468 gestanden haben muss; auf diesen Tag datiert eine Urkunde, die auch der Bezugspunkt der 550-Jahr-Feier unseres Stadtteils war.

Das "Schloss" an der Landesstraße. Von außen zeigt es sich, als sei nichts gewesen. Innen ist alles anders. Bild: Michael Bayer
Das zeigt sich bei einem Rundgang der Bürgerkammer durch das entkernte Gebäude. Bild: Michael Bayer
Türen auf, Türen zu. Bild: Michael Bayer
Die Wände zeugen von regen Umbautätigkeiten. Bild: Michael Bayer
In der Renaissance-Zeit waren die Fenster größer und abgerundet - nach der Freilegung des Mauerwerks deutlich zu erkennen. Das Fenster zeigt zur Landesstraße hin. Bild: Michael Bayer
Jahrhundertealte Brandspuren zeugen von Zerstörung und Wiederaufbau. Bild: Michael Bayer
Blick in den Dachboden - das tragende Kiefernholz wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut. Bild: Michael Bayer
Eine Kassettentür aus dem Jahr 1747.
Diese Kassettentür ist ebenso alt. Bild: Michael Bayer
Mit Bohrungen ermitteln Fachleute das Alter des Holzes. Bild: Michael Bayer
Treppe auf dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Diese Verzierung am Treppentürmchen war bisher unbekannt. Foto: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zeichen des Steinmetztes - die Wendeltreppe ist aus Granit gefertigt. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Weitere Verzierungen. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Reste des historischen Steinbodens. Bild: Michael Bayer.
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bimssteine - hell aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, dunkel in den 60er oder 70er Jahren eingebaut. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zimmermannsnägel. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Ausblick aus dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Die Erweiterung, erkennbar auf den letzten Metern zum Erlenweg hin, ist älter als bisher gedacht. Bild: Michael Bayer
Der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun (rechts im Bild) hat sich gründlich mit der Historie des Gebäudes vertraut gemacht. Bild: Michael Bayer

Eigentlich war der Umbau schon früher geplant. Als aber 2015 in Lampertheim Flüchtlinge unterzubringen waren, stellten die neuen Besitzer die bisherigen Wohnungen dafür ein Jahr lang zur Verfügung. Während des Stadtteil-Jubiläums entwickelte sich das entkernte Gebäude mit seiner natürlichen Schönheit, bereichert um eine kleine Kunstausstellung, zum Publikumsmagneten.

Das Konzept des Architekten sieht acht Wohnungen vor; auch das Dachgeschoss soll dafür ausgebaut werden. Ein Bereich im Erdgeschoss könnte öffentlich genutzt werden. Im Gespräch war hier zuletzt ein Museum, etwa zur Jagd, eventuell in Verbindung mit dem im Dezember gestarteten Geopunkt. Die Stadt oder eine andere öffentliche Einrichtung müsste dann als Mieterin auftreten.

Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.

Bürgerkammer diskutiert Pläne der Baugenossenschaft

Das Schild steht seit vier Wochen – aber von Bauarbeiten ist bisher nichts zu sehen. An der Landesstraße neben der Kinderkrippe will die Baugenossenschaft Lampertheim in Neuschloß Wohnungen bauen. Wann es losgeht und wie die Pläne im Detail aussehen, sind Thema im kommenden Treffen der Bürgerkammer. Es beginnt am Donnerstag, 16. Mai, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Der Geschäftsführer der Baugenossenschaft, Wolfgang Klee, wird das Vorhaben vorstellen und erläutern. Das vierstöckige Gebäude umfasst 15 Wohnungen für Familien, zwischen 77 und 100 Quadratmeter groß.

Fortgeschritten sind inzwischen auch die Pläne, nach denen die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ an der Forsthausstraße umgebaut werden sollen. Ziel ist, dass Fahrgäste in beide Richtungen im Seitenweg vor dem Schloss barrierefreie ein- und aussteigen können. Auch hier diskutiert die Kammer den aktuellen Stand.

Auf der Tagesordnung stehen ferner verschiedene Berichte – der Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) zum Neubau der Bahntrasse Frankfurt-Mannheim, des Projektbeirats Altlasten und des Fahrgastbeirats. Erster Stadtrat Jens Klingler wird zudem Anträge und Anfragen beantworten.

Ahornweg-Anwohner provozieren Busfahrer

Der Aushang schockte Neuschlößer Facebook-Nutzer: Die Haltestelle im Ulmenweg werde „wegen provozierender Behinderungen durch einen Anwohner im Ahornweg bis auf Weiteres nicht mehr bedient“. Im Ulmenweg steigen unter anderem die Grundschüler ein, die fernab der Hauptstraße rund um den Ahornplatz warten können. Doch das Schild hing glücklicherweise nicht lange. Was war geschehen?

Am Freitag musste gegen 14 Uhr ein Bus im hinteren Ahornweg Slalom fahren. Wie in der jüngsten Zeit häufig parkten Autos und Anhänger bis eng in die Kurven. Der Bus musste mit dem Überbau und teilweise auch mit dem linken Vorderrad über den Bürgersteig rollen. Der Fahrer berichtete, plötzlich habe ein Anwohner vor dem Bus gestanden. Der Neuschlößer habe dem Fahrer vorgeworfen, er würde ihn als Fußgänger gefährden und bedrohen. Daraufhin wollte das Busunternehmen zunächst nicht mehr durch den Ahornweg fahren, um seine Fahrer zu schützen. Der Aushang war Ausdruck davon.

Später schritt der Fachbereich Verkehr, Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung ein. Am Samstag weitete er das bestehende Halteverbot aus, so dass die keine Fahrzeuge mehr die Busse blockieren können. Das Ordnungsamt behält sich weitere Schritte vor. Mit dem Busunternehmen ist vereinbart, dass die Fahrzeuge am Montag weiter wie vorgesehen im Ulmenweg halten.

Der Aushang ist inzwischen ungültig und entfernt.
Der Aushang ist inzwischen ungültig und entfernt.

Kommentar: Die Stadtverwaltung handelt richtig

Busverkehr vor der eigenen Haustür muss man nicht lieben. Zumal wenn man nicht darauf angewiesen ist. Und natürlich haben Anwohner aus dem Neuschlößer Ahornweg das Recht, ihre eigenen Interessen – die Busse mögen bitte anderswo fahren – lautstark in Bürgerkammer und Leserbriefen (von Waldemar Schneider, Maria Walter und Marliese und Günter Koch) zu vertreten.

Genauso aber muss es der Mehrheit der Neuschlößer erlaubt sein, nicht auf diese Forderungen einzugehen. Weil es nämlich dem Stadtteil insgesamt schaden würden, fiele die Haltestelle im Ulmenweg weg. Ein Großteil unserer Schülerinnen und Schüler müsste dann die wirklich gefährliche Route entlang der Landesstraße nehmen. Und für ältere Menschen wäre der weitere Weg zum Bus, der sie zu den Supermärkten in der Otto-Hahn-Straße bringt, kaum machbar. Überall kämpfen die Menschen für einen besseren Nahverkehr; Neuschloß sollte wegen den Interessen weniger Anwohner nicht den gegenteiligen Weg einschlagen.

Um einige Fakten in die Debatte zu bringen: Wir reden hier nicht von einem Busverkehr wie in der Lampertheimer Eugen-Schreiber-Straße, wo sich fortlaufend große Fahrzeuge begegnen. Durch den Neuschlößer Ahornweg rollt montags bis freitags tagsüber grob gezählt jede Stunde ein Bus pro Richtung. Konkret fährt die Linie 605 an Schultagen einmal am Morgen zur Pestalozzischule und dreimal am Mittag zurück. Die 602 steuert 13-mal über Fachmarktzentrum, Bahnhof und Innenstadt das Schulzentrum West an; zwölfmal zurück.

Fakt ist ferner: Anwohner führten gegenüber der Stadtverwaltung aus, der Busverkehr im Ahornweg sei rechtswidrig. Der Fachbereich Verkehr, Sicherheit und Ordnung prüfte die Rechtslage und kam zum Ergebnis, dass sich die Bürger irren und der Busverkehr hier sehr wohl erlaubt ist. Daraufhin legten die Bürger Beschwerde beim Regierungspräsidium in Darmstadt ein. Das RP prüfte die Stellungnahme der Stadt und teilte mit, sie sei aus Sicht der obere Straßenverkehrsbehörde fachlich korrekt. Nun kritisieren die Anwohner das RP.

Es verfestigt sich der Eindruck, dass die Anwohner schlicht nicht akzeptieren wollen, dass sie ihre Interessen nicht durchsetzen können. Das lässt offenbar ihre Nerven blank liegen. Sie parken ihre Autos und Anhänger zunehmend so, dass die Busse zu einer Slalomfahrt gezwungen sind – um dann anschließend den Fahrstil der Busfahrer zu rügen. Die Stadtverwaltung hat nun die einzig richtige Konsequenz daraus gezogen, und das Halteverbot im hinteren Ahornweg ausgeweitet. Schade, dass es diesen Zwang braucht.

Die Bürgerkammer war den Anwohnern entgegen gekommen. Sie hatte nach vielen Diskussionen im Sommer vorgeschlagen, die Interessen der Buskritiker mit einzubringen, wenn im Zusammenhang mit der geplanten Einführung der S-Bahn der Busverkehr in Lampertheim möglicherweise ohnehin neu geregelt werden muss. Vielleicht kann sich ja Neuschloß auf diesen gemeinsamen Kurs besinnen.

„Thommy‘s“ erlebt großes Interesse

Blumen, Päckchen, Karten: Der Platz auf dem Regal für Glückwünsche reichte nicht lange. Kaum hatten Silke und Thomas Heyber am Samstag Vormittag die Tür zu ihrem „Thommy‘s“ geöffnet, kamen auch schon die ersten Gäste und Gratulanten: Freunde und Nachbarn, von denen einige am ersten Tag tatkräftig mithalfen.

Auch offizielles Händeschütteln war angesagt: Helmut Kemnitzer übermittelte als stellvertretender Vorsitzender der Bürgerkammer die Freude der Neuschlößer über das neue Café am Ahornplatz. Er sagte spontan zu, die internen Treffen der Aktiven ins „Thommy‘s“ zu verlegen.

Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.
Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.

Manche Neuschlößer wollten ihre Sympathie für „Thommy‘s“ persönlich zeigen. Am Vormittag kamen ältere Frauen und Männer aus dem Ortskern zu Sekt, Kaffee und Kuchen. Der Abend war geprägt von Leuten, die in den Achtzigerjahren in unseren Stadtteil kamen. Sie ließen es sich bei Livemusik, dem ein oder anderen guten Wein und Käse-Schinken-Snacks gutgehen.

In den Gesprächen zeigten sich die Gäste angetan von der liebevollen Inneneinrichtung. Die Bedienungen hatten ordentlich zu tun, was sicher auch den an Sonderpreisen zur Eröffnung lag – und dazwischen Silke und Thomas Heyber, die trotz des erkennbaren Stresses stets strahlend durch ihr Café schritten. Seit Oktober hatten die Beiden auf diesen Tag hingearbeitet.

Andrang auf dem Ahornplatz.
Andrang auf dem Ahornplatz.

Bei leicht frühlingshaften Temperaturen verbrachten viele Gäste den Nachmittag auf dem Ahornplatz; Tische, Stühle und Sonnenschirme luden ein. Nicht wenige Frauen und Männer waren aus der Kernstadt gekommen, teils mit ihren Motorrädern.

Die Nachricht über die Eröffnung hatte sich am Freitag wie ein Lauffeuer auf Facebook verbreitet – und so auch die nähere Umgebung erreicht. Schon hier zeigte sich das ungewöhnliche Interesse. Etwa 200 Leute markierten die Beiträge auf der Fanseite von Neuschloss.net und in der Gruppe „Lampertheim tretet ein!“ mit dem Daumen nach oben; etwa 60-mal wurde der Beitrag geteilt.

Mehr als tausend Nutzer riefen die verlinkte Berichterstattung auf der Webseite von Neuschloss.net auf – so viele Leserinnen und Leser hatte Neuschloss.net noch nie an einem Tag.

Ein erfolgreicher Anfang also. Und somit eine gute Nachricht für Neuschloß.

Der Eröffnungstag in Bildern

Das „Thommy‘s“ freut sich auf die Gäste - und Neuschloß freut sich aufs „Thommy‘s“.
Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.
Silke Heyber (Zweite von rechts) straht - Helmut Kemnitzer, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerkammer, gratuliert.
Das Café füllte sich gleich am Vormittag.
Auch davor auf dem Ahornplatz war einiges los.
Sekt, Kuchen, Kaffee - eine angemessene Kombination.
Das Regal für die Glückwunschgeschenke zur Eröffnung war schnell zu klein.
Am Abend gab's Livemusik: Schlagzeug, Contrabass und E-Gitarre brachten den Beat.
Volles Haus, viel zu tun für die Bedienungen.
Unter den abendlichen Gästen auch junge Besucherinnen und Besucher.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Silke und Thomas Heyber.

„Thommy’s“ belebt den Ahornplatz

Seit Tagen blicken die Schulkinder morgens beim Warten auf den Bus neugierig durch die Fenster ins Innere, rollen mittags Fahrzeuge einer Schreinerwerkstatt an, wird eingeräumt und gewerkelt in den Caféräumen am Ahornplatz. Am Samstag kann Neuschloß das Ergebnis feiern: „Thommy’s – Coffee and More“ öffnet um 10 Uhr mit einem kleinen Fest.

Hinter dem Projekt stehen – wie könnte es anders sein – Neuschlößer. Es sind Silke und Thomas Heyber aus dem Lindenweg. Die Beiden betreiben eine Schreinerei. „Aber Thomas wollte schon immer ein Café“, berichtet Silke Heyber über ihren Mann.

Deshalb heißt es künftig: morgens und mittags Schreinerei, nachmittags und abends Café. Montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 19 Uhr, freitags bis 22 Uhr und samstags von 10 bis 19 Uhr – mit diesen Öffnungszeiten starten die Heybers, die auch selbst die Gäste betreuen werden. „Wir fangen erstmal ohne Personal an“, sagen sie.

Die Kafeemaschine fällt gleich in den Blick.
Die Kaffeemaschine fällt gleich in den Blick.

Eines der ersten Dinge, die ins Auge fallen, ist die große Aperatur, die aus den Bohnen verschiedene Kaffeespezialitäten zaubert. Womit ein wichtiger Bestandteil der Getränkekarte geklärt wäre.

Dort finden sich auch Paulaner-Biere und verschiedene Weine. Der Kuchen ist selbstgemacht; freitags soll es auch handfeste Kleinigkeiten zu essen geben.

Die Einrichtung zeigt den Schreiner. Die Tische sämtlich in Echtholz, die Stühle bewusst verschiedenartig. Die Karte – auf Holztafeln. Als Dekoration eine alte, echte Schulbank, Blumen-Accessoires und Stoffsäcke mit Kaffeebohnen aus Brasilien.

Tische und Stühle aus Echtholz.
Tische und Stühle aus Echtholz.

Passend zum nahenden Frühling gibt es Tische, Stühle und Sonnenschirme auf dem Ahornplatz – dem die Heybers damit neues Leben einhauchen. Da passt es, dass wenige Schritte entfernt neuerdings der Bücherschrank steht.

Es sieht so aus, als würde Neuschloß nach dem Restaurant Quattro Mori eine zweite, wundervolle Gelegenheit bekommen, genussvoll schöne Stunden zu verbringen. Neuschloss.net drückt alle Daumen.

Lesen Sie auch unseren Bericht über den Eröffnungstag mit vielen Bildern.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Markierung des möglichen Verlaufs der ICE-Trasse bei Neuschloß.

Diskussion über ICE-Trasse im April

Leicht mediale Verwirrung: Der Südhessen Morgen macht die Zeitung damit auf, dass die Deutsche Bahn „erstmals“ drei Trassenvarianten für den Verlauf der Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim bei Lampertheim nenne. Im Wirtschaftsteil heißt es, die Planung komme voran.

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich freilich: Ganz so unbekannt ist das alles nicht, was das jüngste Treffen des Beteiligungsforums besprochen hat: Die Gleise könnten demnach a) mehr oder weniger gebündelt an der A67 und A6 liegen, b) entlang der A5 und vor Weinheim in Richtung Viernheim und A6 abbiegen – oder eben c) quer durch unseren Wald und dicht vorbei an Neuschloß verlaufen.

„Das ist der Stand, der seit etwa zehn Jahren bekannt ist“, erläutert Ulrich Guldner, einer der Sprecher der „Bürgerinitiative Lampertheim – Lebensraum vor ICE-Trasse“, im Gespräch mit Neuschloss.net. Er war in der Sitzung des Beteiligungsforums dabei. Dass die faktisch längst außen vorgelassene Variante einer A5-Bündelung plötzlich wieder auftaucht, zeige, dass es der Bahn im aktuellen Stadium vor allem darum gehe, noch einmal systematisch alle denkbaren Varianten einzubringen – um das Verfahren juristisch abzusichern. Es gebe aber keinerlei inhaltliche Weiterentwicklung.

Die freilich ist durchaus zu erwarten – und zwar im kommenden Treffen des Beteiligungsforums im April. „Dann beginnt die Bewertung der drei Trassen“, erklärt Guldner. Zunächst gehe es darum, welche Variante die Beste sei – gemessen an bestimmten Kriterien. Die Bila werde die Auswahl dieser Kriterien kritisch beobachten. Sollte – was wahrscheinlich ist – am Ende stehen, dass eine Variante ohne Waldzerschneidung zwar möglich, aber teurer ist, müssten die Abgeordneten des Bundestages davon überzeugt werden, dass die Mehrkosten sinnvoll angelegt sind.

Upate: Eine Präsentation der Deutschen Bahn (pdf) erläutert diese politische Komponente, die nach einer Gesetzesänderung seit Anfang 2018 möglich ist. Eine vom Beteiligungsforum zu gründende Arbeitsgruppe „Parlamentarische Befassung“ soll die Forderungen der Region bündeln. Dazu gehört auch eine „Vorzugsvariante“. Alle Erkenntnisse und Ergebnisse bespricht das Beteiligungsforum und stimmt darüber ab. Das Bundesverkehrsministerium erhält von der Bahn die abgestimmten Forderungen, die dann zusammen mit einer Beschreibung und Gesamtbewertung des Projektes an das Parlament gehen.

Für Lampertheim und Neuschloß ist also wichtig, die Bundespolitik zu überzeugen. Genau das ist das Anliegen des geplanten Lichterzugs der Bürgerkammer durch den Wald am Freitag, 1. März. Er soll der Politik signalisieren, wir wichtig den Bürgerinnen und Bürgern ein solcher Beschluss wäre.

Mehr zum Thema finden Sie in unserer gebündelten Berichterstattung über die Neubaustrecke.

Helga Ried.

Helga Ried ist tot

Als die Lampertheimerin Helga Ried zu ihrer Großmutter nach Neuschloß zog, war sie ein 14 Jahre altes Mädchen. Es war im Oktober 1943. In dem alten Arbeiterhäuschen ihrer Großeltern im Alten Lorscher Weg lebte Helga Ried bis zuletzt. Ihren 90. Geburtstag konnte sie nicht mehr erleben; sie starb wenige Wochen vorher in der Nacht zum Samstag.

Helga Ried prägte Neuschloß gleich mehrfach. Zum einen beruflich, denn sie war beschäftigt beim Lampertheimer Architekten Dubois (später Rockenfeld), der die Nebenerwerbssiedlung der Heimatvertriebenen in Neuschloß plante. Das sind die gleichartigen Familienhäuser im Ulmen-, Buchen- und Lindenweg.

Sie stand auch politisch für Neuschloß. Helga Ried war von 1985 bis 1993 als Ortsvorsteherin die Spitze des Ortsbeirats – in einer Zeit also, als Neuschloß mit der zweiten Besiedlungsphase zu seiner heutigen Größe fand. Und als Stadtverordnete der SPD brachte sie von 1972 bis 2011 die Sicht unseres Stadtteils in die Debatten ein. Der Landesehrenbrief und der Titel Ratsfrau der Stadt sind formale Anerkennungen ihres Engagements.

Obwohl ihre Gesundheit sie in den vergangenen Jahren sehr einschränkte, zeigte Helga Ried immer wieder ihre Verbundenheit mit unserem Stadtteil. Sie besuchte öffentliche Veranstaltungen und berichtete für die Festschrift der Bürgerkammer zum 550-jährigen Bestehen von Neuschloß bereitwillig aus ihrem Leben. „Als ich kam“, erinnerte sie sich, „bestand Neuschloß aus wenigen Gebäuden. Bei uns gegenüber klaffte ein großes, etwa zwei Meter tiefes und langes Loch. Darin waren Grundmauern und Kanäle der ehemaligen Fabrik zu sehen. Im Kellergewölbe des Beamtenbaus, links neben dem Kellereingang zur Meute, war ein Luftschutzkeller eingerichtet.“

In den ersten Monaten nach dem Krieg hätten die US-Streitkräfte in dem kleinen Haus ihrer Familie ein Schreibbüro eingerichtet. „Wir mussten sehr beengt leben. Damals, um 1950, lebten in Neuschloß rund 160 Menschen. Zur Arbeit in Lampertheim kam ich mit dem Fahrrad oder zu Fuß“; die Buslinie nach Lampertheim entstand erst um 1960 als Ersatz für die eingestellte Bahnlinie Worms – Lampertheim – Viernheim – Weinheim. An Neuschloß schätzte Helga Ried „das ruhige und waldnahe Wohnen.“

Neben unserem Stadtteil trauert auch die SPD. Der Ortsverein Lampertheim vermisst eine „engagierte Sozialdemokratin, der das Wohl ihrer Mitmenschen am Herzen lag.“ Vor allem die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen sei ihr wichtig gewesen.

Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung am Donnerstag, 14. Februar, 11 Uhr, ist – entgegen unserer ersten Angabe – auf dem Stadtfriedhof.

Neuschloß ist ein Geopunkt

Die Geschichte von Neuschloß erzählt ausführlich die Festschrift der Bürgerkammer – und jetzt, zusammengefasst in wenige Absätze – auch eine Tafel vor dem Beamtenbau, die Neuschloß zum offiziellen Teil des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald macht.

Der Geopunkt wurde jetzt offiziell übergeben, unter anderem mit Bürgermeister Gottfried Störmer, der Vorsitzenden der Bürgerkammer Carola Biehal und der Lampertheimer Architektenfamilie Braun, der das historische Gebäude, um das im Wesentlichen geht, gehört.

 

Der Text legt einen Schwerpunkt auf die Fürstenzeit, spannt aber auch den Bogen über die Chemiefabrik bis zur Besiedelung und späteren Altlastensanierung. Am Rand steht eine englischsprachige Übersetzung für die internationalen Gäste in Neuschloß. Einige Illustrationen ergänzen die Erläuterungen.

Es ist die dritte Tafel dieser Art in Lampertheim. Eine weitere erklärt Altrhein und Biedensand, und auch die Lampertheimer Spargelhäuschen werden entsprechend gewürdigt.

Bürgermeister Störmer betonte in Neuschloß, er sehe die Tafeln als Teil des Bemühens, die touristische Attraktivität Lampertheims herauszuarbeiten. Nach der Übergabe ging es zu einem kleinen Empfang im Meutekeller – wo es Kaffee zum Aufwärmen gab.

Weihnachtsmarkt auf dem Ahornplatz

Der Weihnachtsmarkt auf dem Ahornplatz – in diesem Jahr war er noch kleiner, aber auch feiner als sonst. Beinahe wäre er ausgefallen, verriet Carola Biehal, die Vorsitzende der Bürgerkammer, in ihrer Begrüßung. Denn noch am Morgen hatten einige Standbetreiber wetter- und krankheitsbedingt abgesagt. Das Ergebnis war am Ende umso schöner.

Denn weil Steaks und Würstchen ausfielen, näherten sich die Gäste den eher ungewöhnlichen Angeboten. Eierwein beispielsweise oder Pommes mit Kochkäse. Andrang und Lob waren riesig. Genau wie vor Familie Castellanis Pizzaofen, das aber schon traditionell.

Das gilt natürlich auch für den Auftritt des Posaunenchors der evangelischen Johannesgemeinde und der Mädchen und Jungen des Kindergartens im Wacholderweg, die einige Lieder vortrugen. So schön und laut, dass es sogar der Nikolaus hörte, der herbeieilte und als Dank Adventskalender verteilte.

Zum 26. Mal feierte Neuschloß den Markt. Seit dem Jahr 1992 bauen vor allem Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils am ersten Adventssonntag auf dem Ahornplatz ihre Stände auf. Sie verkaufen Handarbeiten, backen und braten Essen, schenken Glühwein aus und Kinderpunsch. Und schaffen damit einen gemütlichen Rahmen zum Plaudern.

Beim Weihnachtsmarkt stellten sich auch die Neuschlößer Einrichtungen vor. Dabei waren unter anderem der städtische Kindergarten, der Sportclub Kurpfalz und die Johannesgemeinde, die in ihrem Gemeinderaum Kaffee und Kuchen anbot. Petra Bärwald verkaufte ihre liebevolle Kinderkleidung.

Organisiert wurde der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr von der Bürgerkammer. Sie bot den Gästen auch als unterhaltsame Lektüre oder schönes Geschenk noch einmal die Festschrift zum Neuschloß-Jubiläum an mit der kurzweilig dargestellten Geschichte des Stadtteils. Um Sound und Licht kümmerte sich professionell der Neuschlößer Christopher Irrgang.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Helfen weitere Markierungen auf den Straßen - wie hier im Alten Lorscher Weg?

Ergebnisse der Verkehrsschau in der Bürgerkammer

Busverkehr, Tempo 30, unübersichtliche Fahrradwege – Fragen des Verkehrs bewegen viele Neuschlößer, was sich in den Treffen der Bürgerkammer widerspiegelt. In der öffentlichen Sitzung am Donnertag, 15. November, 19 Uhr, könnte es in diesen Themen einen entscheidenden Schritt vorangehen: Präsentiert werden dann die Ergebnisse einer ganz frischen Verkehrsschau vom vergangenen Samstag. Wie immer kommt die Kammer im Bürgersaal am Ahornplatz zusammen.

Mit dem Busverkehr und dem Fahrgastbeirat stehen zwei weitere Verkehrsthemen explizit auf der Tagesordnung. Weitere Punkte sind der Kanalgeruch und der städtische Haushaltsplan.

Spannend verspricht auch der Bericht der Bila über die geplante Neubautrasse der Bahn werden, nachdem das Bundesverkehrsministerium vor einigen Tagen Pläne zu den Verkehrsknoten in Mannheim und Frankfurt vorgelegt hat. Die Anforderungen an die neuen Gleise stehen in einen inhaltlichem Zusammenhang.

Hier die komplette Tagesordnung.

Debakel für die CDU in Neuschloß

Die Landtagswahl bringt dramatische Verschiebungen der politischen Verhältnisse von Neuschloß. In der Folge liegen die drei stärksten Parteien bei den Zweitstimmen nun eng beieinander: 22,8 Prozent für die CDU, 21,3 Prozent für die SPD und 20,1 Prozent für die Grünen. Die AfD ist mit 17,6 Prozent vierte Kraft – für hessische Verhältnisse ist das viel, für Lampertheimer Verhältnisse Durchschnitt. Die FDP erreicht 11,1 Prozent.

Zweitstimmen Landtagswahl 2018 in Neuschloß

 

Damit verliert die CDU ganz massiv – nämlich fast die Hälfte der Stimmen: Bei den vergangenen Landtagswahlen im Jahr 2013 kamen die Christsozialen noch auf beachtliche 41,3 Prozent in Neuschloß. Damals vereinte die AfD nur 4,1 Prozent der Stimmen auf sich. Die Grünen gewinnen gut 12 Prozent.

Zweitstimmen Landtagswahl 2013 in Neuschloß

 

Erststimmen Landtagswahl 2018 in Neuschloß

Beim Kampf um die Erststimme gewinnt der Lampertheimer SPD-Kandidat Marius Schmitt sehr deutlich mit 36,7 Prozent. Sein CDU-Herausforderer und Amtsinhaber Alexander Bauer schafft nur 21,7 Prozent.

Markierung des möglichen Verlaufs der ICE-Trasse bei Neuschloß.

Wann rückt die Bahn mit ihren Neubauplänen raus?

Wartet die Bahn nur noch auf einen strategisch günstigen Zeitpunkt, um zu verkünden, wo ihrer Ansicht nach künftig die Schnellzüge zwischen Mannheim und Frankfurt fahren sollen? Die Bürgeriniative Lampertheim (Bila) befürchtet das.

„Die Knotenstudien der Bahn für Mannheim und Frankfurt sind fertig, auch das Bundesverkehrsministerium hat seine Untersuchungen abgeschlossen“, sagte Bila-Sprecher Karl-Hans Geil in der Bürgerkammer. Jetzt seien nur noch Details zum Deutschlandtakt offen.

Karl-Hans Geil.
Karl-Hans Geil.

Die Bahn aber sage, es fehlten wesentliche Informationen für die weiteren Planungsschritte. Erst wenn neue Ergebnisse vorlägen, wolle sie wieder zu einem Beteiligungsforum einladen. In diesem Gremium sind neben Kommunen, Landkreisen, Behörden und Ministerien auch Bürgerinitiativen, Umwelt- und Fahrgastverbände oder Kammern vertreten.

Für die Bila klingt das nach einer bewussten Verzögerung. „Wir vermuten, dass die Bahn erst direkt nach der Landtagswahl mit ihren Plänen an die Öffentlichkeit gehen will, um das politische Vakuum bis zur Bildung einer neuen Regierungskoalition zu nutzen“, sagte Geil.

Die Bila spricht sich neuerdings (und auch in der Bürgerkammer) für eine viergleisige Neubaustrecke aus – zwei Gleise für den Personenfernverkehr wie geplant und zusätzlich zwei Gleise für den lauten und zunehmenden Güterverkehr. Das würde die Anwohner an den Bestandsstrecken, etwa durch Lampertheim, entlasten. Außerdem hofft die Initiative, dass eine dann sehr breite Trasse nicht quer durch den Wald an Neuschloß vorbei gelegt würde.

Güterverkehr durch das Rheintal. (Quelle: Bila)
Güterverkehr durch das Rheintal. (Quelle: Bila)

So nachvollziehbar das klingt: Im Bundesverkehrswegeplan sind nur zwei Gleise vorgesehen; grundlegende Änderungen, wie sie eigene zusätzliche Gütergleise wären, erscheinen wenig wahrscheinlich. Dagegen spricht vor allem, dass es an der gesetzlich vorgeschriebenen Wirtschaftlichkeit von vier Gleisen mangeln dürfte. Weitere Details zu diesen Fragen sind einer interessanten Diskussion im bundesweiten Bahnkenner-Forum Drehscheibe Online nachzulesen.

Hintergrund: ICE-Trasse bei Neuschloß

Schnellzüge fahren bisher schon auf ausgebauten Strecken zwischen Köln und Frankfurt und zwischen Mannheim und Stuttgart. Es liegt nahe, die Lücke zwischen Frankfurt und Mannheim zu schließen. Genauso sinnvoll erscheint es, die Züge an einem neuen Fernbahnhof zwischen Heidelberg und Mannheim halten zu lassen – damit sie sich den zeitaufwendigen Weg in die Mannheimer Innenstadt sparen. S-Bahnen könnten eine Anbindung in wenigen Minuten ermöglichen.

Doch für Mannheim ist das nicht denkbar. Seit etwa 20 Jahren pochen Politiker, Einzelhändler und lokale Medien auf einen ICE-Halt am Hauptbahnhof. Um das der Bahn schmackhaft zu machen, schlägt im Jahr 2000 der damalige Mannheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Mark eine flotte Trasse vor, die von Lorsch kommend quer durch den Wald und direkt an Neuschloß vorbeigeht.

In Lampertheim und Neuschloß regt sich dagegen Protest, den die Bila-Initiative koordiniert. Sie setzt auf einen Konsens in der Region, die Schienen möglichst lange mit den Autobahnen 67 und 6 zu bündeln – um so auf dem Weg zum Mannheimer Hauptbahnhof einen Bogen um Neuschloß zu machen. Der Schwur gelingt. Wie gut er in der Not hält, wird sich zeigen.

Bürgerkammer fordert Kanalneubau

Die Bürgerkammer fordert eine neue Strategie, um gegen den Kanalgeruch vorzugehen. Die Abwässer, die über eine Druckleitung aus Hüttenfeld kommen, dürften nicht mehr in die Neuschlößer Kanäle eingeleitet werden. Stattdessen soll die Verwaltung prüfen, wie vielversprechend eine direkte Leitung vom bisherigen Übergabepunkt am Forsthaus an der Landesstraße (Bild oben) bis zur Pumpstation am kleinen Waldfriedhof-Parkplatz ist. Zugleich sollen Voraussetzungen und Aufwand für die etwa 700 Meter weite Verlängerung der Druckleitung aus Hüttenfeld geklärt werden.

„Wir müssen das Übel am Grund anpacken“, begründete Michael Bayer den Vorstoß. Das Bürgerkammer-Mitglied ist auch Macher von Neuschloss.net. Über ein Formular laufen dort die Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger ein. „Es sind so viele Meldungen wie noch nie, und der Ton wird zunehmend rauer. Die Neuschlößer verlieren die Geduld“, berichtete Bayer.

Erster Stadtrat Jens Klinger zeigte Verständnis für die Forderung. „Eine endgültige Lösung gibt es nur, wenn man grundsätzlich an den Kanal herangeht“, sagte er. Die Verwaltung überlege, mit Entlüftungen im Wald zwischen Hüttenfeld und Neuschloß kurzfristig etwas Abhilfe zu schaffen.

Abwasserpumpstation in Neuschloß am kleinen Waldfriedhof-Parkplatz
Abwasserpumpstation in Neuschloß am kleinen Waldfriedhof-Parkplatz

Der Kanalgeruch ärgert die Neuschlößer schon seit vielen Jahren, wie unsere Themenseite zeigt. Nach bisheriger Kenntnis entsteht der Gestank, weil sich an Unebenheiten feste Bestandteile des Abwassers festsetzen und dann riechen.

Im Herbst 2017 hatte die Stadt zwei Schwallklappen in den Neuschlößer Kanal einbauen lassen. Sie stauen das Abwasser auf und schicken es anschließend auf einen Schlag auf die Reise – die Spülung soll das festgesetzte Material mitnehmen. Im trockenen Sommer scheiterte dieses Verfahren aber offenbar daran, dass im Kanal nicht genug Wasser zum Aufstauen vorhanden war. Zudem sei die Anlage zeitweise wegen Hitzeschäden ausgefallen, berichtete Klingler.

Bürgerkammer berät Verkehrsfragen

Verkehrsfragen stehen im Mittelpunkt der kommenden öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer Neuschloß. Sie beginnt am Donnerstag, 6. September, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Tempo 30 ist in Neuschloß auf Schildern verblasst – wie unser Bild aus dem Erlenweg zeigt. Und auch bei den Autofahrern wohl in Vergessenheit geraten. Dass jenseits der Landesstraße im kompletten Stadtteil maximal 30 erlaubt ist, sei vielen nicht klar, beobachtet die Bürgerkammer. Zu den Rasern gehörten Anwohner genauso wie Paketdienstfahrer oder Handwerker, heißt es in einer Anfrage von Sonja Hilbert. „Ich habe Autofahrer angesprochen – und häufig als Antwort gehört, es sei nicht bekannt, dass Tempo 30 in Neuschloß flächendeckend gelte. Die Schilder gleich nach der Landesstraße würden doch nur bis zur nächsten Kreuzung gelten, hieß es fälschlich.“ Hilbert schlägt vor, auf den Straßen im Stadtteil vermehrt entsprechende Markierungen aufzumalen.

Helfen weitere Markierungen auf den Straßen - wie hier im Alten Lorscher Weg?
Helfen weitere Markierungen auf den Straßen – wie hier im Alten Lorscher Weg?

Mehrere Neuschlößer lenkten die Aufmerksamkeit der Bürgerkammer auf die Fußgängerampel an der L3110 in Höhe der Bushaltestelle. Dort missachteten Autofahrer immer wieder das Rotlicht. Heidrun und Helmut Kemnitzer fragen an, wie diese Gefahr entschärft werden könne – und geben die via Facebook übermittelte Idee der Bürger weiter, die neu installierte Radaranlage zur Geschwindigkeitsüberwachung entsprechend zu erweitern.

Das Haltesignal der Fußgängerampel sehen manche Autofahrer eher als Anregung.
Das Haltesignal der Fußgängerampel sehen manche Autofahrer eher als Anregung.

Als Gefahrenpunkt sieht die Bürgerkammer auch die Mündung des Fuß- und Radwegs zwischen Kindertagesstätte und Krippe auf den Weg an der Landesstraße. „Wegen der Sichtschutzzäune der Kindereinrichtungen besteht keine Möglichkeit zu erkennen, ob sich auf dem jeweils anderen Weg ein Verkehrsteilnehmer nähert.“

Unübersichtliche Einmündung des Fuß-/Radwegs zwischen den Kindereinrichtungen auf die Landesstraße.
Unübersichtliche Einmündung des Fuß-/Radwegs zwischen den Kindereinrichtungen auf die Landesstraße.

Ferner beschäftigten die Bürgerkammer die Geschwindigkeitsregulierung auf der Landesstraße in Höhe des Friedhofs und der geplante Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“.

Zurück auf der Tagesordnung ist der Kanalgeruch. Im trockenen Sommer gerieten die im vergangenen Herbst eingebauten Schwallklappenspülungen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Die Folge: Noch nie gab es so viele Beschwerden der Anwohner über das eingerichtete Meldeformular von Neuschloss.net. Die Formulierungen der Anwohner zeigen, wie sehr sich die Neuschlößer belästigt fühlen. Und sie machen klar: Das Geruchsproblem entsteht nicht nur in einer bestimmten Ecke des Stadtteil. Mit dem Linden-, Buchen-, Ulmen- und Akazienweg ist vielmehr der komplette Verlauf des Kanalhauptstrangs durch den Stadtteil betroffen.

Blick in den Kanal: Die Klappe wird hydraulisch gehoben und gesenkt, das Wasser staut sich und fließt danach kraftvoll los.
Blick in den Kanal: Die Klappe wird hydraulisch gehoben und gesenkt, das Wasser staut sich und fließt danach kraftvoll los.

Auf der Tagesordnung stehen ferner eine Bilanz der Feiern zum Stadtteil-Jubiläum, Fragen der Biodiversität in Neuschloß und Lampertheim, der aktuelle Stand in Sachen ICE-Trasse und weitere Berichte.

Das Neuschloß-Jubiläum

Neuschloß erlebte ein rauschendes Fest. Zwei Tage lang erinnerten sich die viele hundert Gäste an die Anfänge des Stadtteils. Der 10. September 1461 steht als Datum auf einer Urkunde, „aus­ge­fer­tigt auf dem neu­en Schloss Frie­drichs­burg“ – das älteste Dokument, das die Anlage, erbaut vom Pfälzer Fürsten Friedrich I., belegt.

Klar, dass die Jubiläumsfeier der Bürgerkammer immer wieder historische Bezüge aufwies. Naheliegend war da der Beamtenbau, der letzte bestehende Rest der ursprünglich viel größeren Schlosslage. In den Abendstunden bunt illuminiert, zeigte er sich wortwörtlich in einem völlig anderen Licht.

Das illuminierte Schloss.
Das illuminierte Schloss.
Das illuminierte Schloss.
Das illuminierte Schloss.
Das illuminierte Schloss.
Das illuminierte Schloss.

Die Lampertheimer Architektenfamilie Braun, der das Gebäude gehört, öffnete die Türen – und zeigte den Gästen die derzeit entkernten und damit auf ihre usprüngliche Schönheit reduzierten Räume.

Zugleich präsentierten dort Rita Eberhard, Heike Herbert und Bernd Wegerle aus Neuschloß sowie von Marlies Walkowiak, die Illustratorin der Neuschloß-Festschrift, Zeichnungen und Gemälde. Suzanne van Os spielte dazu zeitweise leise Töne mit einer Laute.

Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.

Ausstellung und Gebäude stießen auf riesiges Interesse – und das zurecht. Das Ambiente war beeindruckend. Fast würde man sich wünschen, das sich beim weiteren Umbau im Inneren nur so viel wie unbedingt nötig ändert.

Einblicke in die Vergangenheit gab auch der Historische Tanzkreis aus Bensheim, der für zwei Tage seine Zelte auf der Rasenfläche an der Landesstraße aufschlug. Immer wieder kamen die fröhlichen Frauen und Männer in ihren Trachten zum Festzelt, präsentierten jahrhundertealte Tänze – und riefen teils das Publikum zum Mitmachen auf.

Der Historische Tanzkreis Bergstraße.
Der Historische Tanzkreis Bergstraße.

Aber es gab natürlich auch zeitgenössische Unterhaltung. Die Band der Musiker-Initiative Lampertheim prägte den Samstagabend. Internationalen Rock hat sie genauso im Programm wie muntere deutsche Schlager; und als es langsam gegen Mitternacht ging, stand plötzlich auch der Lampertheimer Sänger Bernd „Schepper“ Schäfer auf der Bühne, mitreißend wie immer.

Die Musiker Initiative Lampertheim mit Bernd „Schepper“ Schäfer.
Die Musiker Initiative Lampertheim mit Bernd „Schepper“ Schäfer.

Am Sonntagnachmittag zeigte mit „Second Chance“ eine zweite Lampertheimer Künstlerformation, was sie kann. Die Band aus dem Umfeld der Musikschule hatte einer ihrer allerersten Auftritte bei einem Schlossfest – und hat sich, wie das Publikum feststellen konnte, seither deutlich weiterentwickelt.

Die Musikschulen-Band „Second Chance“ zum zweiten Mal in Neuschloß.
Die Musikschulen-Band „Second Chance“ zum zweiten Mal in Neuschloß.

Auf der Bühne stand schließlich noch die Neuschloß-Band VoxFour. Und auch die Mädchen und Jungen aus dem städtischen Kindergarten im Wacholderweg trugen ihren musikalischen Teil zum Fest bei.

Gitte Weidenauer von der Bürgerkammer stellte ein Neuschloß-Quiz vor, das sich als gar nicht so einfach erweisen sollte: Anhand der Detailbilder von Dächern und Vorgärten aus bestimmten Straßen sollten die Hausnummern ermittelt und zusammengezählt werden. Immerhin gut zwei Dutzend Ortskundige gaben ihre Lösung ab, bis auf eine alle richtig. Als Belohnung gab es einige schöne Preise.

Talkrunden auf der Bühne, moderiert von Gisela Bürkel und Michael Bayer, lockerten das Programm auf. Das galt beispielsweise für die Grußworte aus der Politik zum offiziellen Start der Veranstaltung. Bürgermeister Gottfied Störmer sollte als gebürtiger Lampertheimer verraten, was ihm beim Thema Neuschloß als erstes einfällt – ohne aber die Worte „Altlasten“ und „Millionen“ zu verwenden. Seine Antwort: „Sodabuckel“.

Landrat Christian Engelhardt (CDU), der in Mittelhessen studierte, sollte einschätzen, ob das Marburger Schloss oder das unsrige schöner ist – was natürlich angesichts der prachtvollen Marburger Anlage kaum eine Frage ist. Dennoch verzichtete Engelhardt elegant auf ein eindeutiges Urteil – und schlug vor, er schaue sich vor einer Antwort erst noch am Abend unseren illuminierten Beamtenbau an. Und tatsächlich: Gegen 22 Uhr tauchte Engelhardt erneut in Neuschloß auf und feierte mit.

Auch Thomas Bittner von der Lampertheimer FDP, der Vorsitzende der Bergsträßer SPD und Landtagskandidat Marius Schmidt und der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Michael Meister (CDU) gratulierten den Neuschlößern.

Grußworte aus der Politik - links der Bundestagsabgeordnete Michael Meister (CDU).
Grußworte aus der Politik – links der Bundestagsabgeordnete Michael Meister (CDU).

Interessant übrigens, wie viele Politiker rückblickend die Altlastensanierung lobten und auf ihre Fahnen schrieben. Die Neuschlößer erinnern sich freilich noch gut daran, wie sehr sie viele Jahre lang kämpfen mussten, bis der Altlastenverein den Sanierungs-Rahmenvertrag mit Stadt und Land unterschreiben konnte.

Der Sonntag startete mit einem ökumenischen Gottesdienst. Pfarrer Reinald Fuhr von der evangelischen Johannesgemeinde in Neuschloß und Patrick Fleckenstein von der Lampertheimer St-Andreas-Gemeinde gestalteten ihn gemeinsam mit dem Thema Heimat. Die musikalische Begleitung übernahm de Gospelchor Ephata unter der Leitung von Maria Karb – und erhielt viel Applaus dafür.

Am Anfang und Schluss des Festes gleichermaßen erklangen die Jagdhörner der Wormer Jäger. Kein Zufall: Ohne die Vorliebe der Pfälzer Kurfürsten fürs Jagen hätte es kein Jagdschloss gegeben – und damit möglicherweise keinen Anlass, das Stadtteil-Jubiläum zu feiern.

Die Neuschlößer Jägerin Beatrix Holz bläst das Jagdhorn, umrahmt von Mitgliedern der Bürgerkammer.
Die Neuschlößer Jägerin Beatrix Holz bläst das Jagdhorn, umrahmt von Mitgliedern der Bürgerkammer.

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