So fahren die Busse während der Sperrung der L3110

Wenn während der hessischen Sommerferien vom 6. Juli bis 16. August die Landesstraße 3110 zwischen Neuschloß und Lampertheim gesperrt ist, müssen natürlich auch die Linienbusse ausweichen. Der VRN hat jetzt seine Pläne für die Linie 644 veröffentlicht, die VTL für die 602. So viel ist klar: Es wird nicht einfach. Und deutlich mehr Zeit einplanen solltet ihr auch. Schauen wir mal genau hin.

Baustellen-Fahrplan der Linie 644 bei Lampertheim-Neuschloß

Die Linie 644 verkehrt üblicherweise zwischen Viernheim, Neuschloß, Lampertheim und Worms. Während der Bauarbeiten an der L3110 wird sie zwischen Hüttenfeld und Lampertheim umgeleitet. Von Hüttenfeld aus fahren die Busse weiter über Lorsch nach Bürstadt und halten zusätzlich am Bahnhof in Bürstadt. Anschließend rollen sie nach Lampertheim; dort stoppen sie erstmals an der Goetheschule, dann am Nibelungenplatz und Amtsgericht sowie in der Ernst-Ludwig-Straße. Die Busse enden am Bahnhof in Lampertheim – und zwar immer zur Minute 23, und damit 23 Minuten später als üblich.

In der Gegenrichtung dann starten die Busse der Linie 644 am Lampertheimer Bahnhof immer um halb, sind zur Minute 44 am Bürstädter Bahnhof und zur Minute acht in Hüttenfeld.

Baustellen-Fahrplan der Linie 602 bei Lampertheim-Neuschloß

Wenn die 644 nun einen großen Bogen um Neuschloß macht – wie kommen wir weiter? Die Bürgerkammer hat sich hinter den Kulissen intensiv für eine Notlösung eingesetzt. Nun liegt sie vor – in Form eines Pendelverkehrs der Linie 602 zwischen Neuschloß und Hüttenfeld, der an den Fahrplan der Linie 644 angepasst ist.

Zwischen 6.35 Uhr und 17.35 Uhr startet dieser Bus stündlich an der Haltestelle Neuschloß Ort, in Hüttenfeld erreicht er die Haltestelle Blumenstraße nach fünf Minuten. Nach fünf weiteren Minuten startet dort wie beschrieben die 644 über Lorsch und Bürstadt nach Lampertheim. Gesamtfahrzeit von Neuschloß zum Bahnhof Lampertheim: 48 Minuten (statt sonst neun Minuten). Hier geht‘s zum Fahrplan Neuschloß – Hüttenfeld.

Eine zusätzliche Verbindung startet um 6.55 Uhr, schafft in Hüttenfeld einen Bus der 644 mit Abfahrt um 7.05, der um 7.43 Uhr am Lampertheimer Bahnhof einfährt.

In der Gegenrichtung erreichen die 644er, die am Lampertheimer Bahnhof um halb starten, die 602er, die sich zur Minute 13 an der Hüttenfelder Blumenstraße nach Neuschloß aufmachen. Sie kommen zur Minute 18 an. Diese Verbindung sind stündlich möglich zwischen 6.30 und 17.30 Uhr. Hier geht’s zum Fahrplan Fahrplan Hüttenfeld – Neuschloß.

Verbindungen zwischen Lampertheim-Neuschloß und Mannheim

Und wie kommen wir noch weiter? Wer nach Mannheim will, kann in Hüttenfeld den Bus der Linie 644 in Richtung Viernheim nehmen – und dort am Bahnhof in die OEG-Straßenbahn nach Mannheim umsteigen. Ein Unterfangen, das freilich nicht vergnügungssteuerpflichtig ist. Stündlich geht das so: Abfahrt Neuschloß 7.35 Uhr, Hüttenfeld 8.08 Uhr, Viernheim 8.30 Uhr, Ankunft Mannheim Hauptbahnhof 8.57 Uhr. Dauer: eine Stunde, 22 Minuten.

Etwas schneller geht es nur mit der Verbindung, Anfahrt 6.55 Uhr in Neuschloß, Hüttenfeld 7.08 Uhr, Viernheim 7.30 Uhr, Ankunft Mannheim Hauptbahnhof 7.57 Uhr. Dauer: ein Stunde, zwei Minuten.

In der Gegenrichtung geht es los am Mannheimer Hauptbahnhof erstmals um 6.56 Uhr, in Viernheim um 7.32 Uhr und in Hüttenfeld um 8.13 Uhr. Ankunft in Neuschloß: 8.18 Uhr. Diese Verbindung gibt es stündlich bis 16.56 Uhr.

Verbindungen zwischen Lampertheim-Neuschloß und Worms

Wer von Neuschloß nach Worms will, fährt am besten über Hüttenfeld nach Bürstadt. Dort starten gut 20 Minuten nach der Ankunft des 644 die Züge der Linie RB63, die nach elf Minuten dann in Worms ankommen. Das geht schneller, als mit der 644 bis nach Lampertheim zu fahren und dort in den Bus nach Worms umzusteigen. Im Detail hängt es natürlich davon ab, wo in Worms man hin muss.

Verbindungen zwischen Lampertheim-Neuschloß und Frankfurt

Neuschloss.net hat alle denkbaren Varianten nach Frankfurt getestet: über Viernheim zu den Zügen nach Mannheim, über Hüttenfeld zum Zug nach Bürstadt, über Viernheim zum Zug nach Weinheim – unterm Strich funktioniert das alles nicht, wenn die Umstiegs- und Gesamtfahrzeiten akzeptabel sein sollen.

Der Notfahrplan – die Gesamtbewertung

Der Baustellenfahrplan ist im wahrsten Sinne ein Notfahrplan. Wer ganz dringend auf den Bus angewiesen ist, wird froh sein, mit Geduld wenigstens über Hüttenfeld nach Bürstadt oder Lampertheim zu kommen.

Wer es gesundheitlich hinbekommt, wird vielleicht als Alternative einfach das Fahrrad benutzen; es bleibt ja immer ein Radweg offen während der Bauarbeiten. Und wenn es ums Einkaufen geht, erscheint es sinnvoll, in eingeübter Corona-Solidarität Leuten ohne eigenes Auto oder ohne Führerschein in der Nachbarschaft dann und wann das Nötigste mitzubringen. Autos von Neuschlößerinnen und Neuschlößer dürfen ja den Ausweichweg über die Felder der Heide nehmen.

Die Landesstraße zwischen Neuschloß und Lampertheim muss saniert werden.

Vollsperrung der L3110 – und die Ausweichrouten

Hessen Mobil wird die Landesstraße L3110 zwischen Neuschloß und der Lampertheimer Kernstadt sanieren. Was bedeutet das für die betroffenen Anwohner/innen? Wo verlaufen die lokalen Ausweichrouten? Neuschloss.net erklärt die Details des Projekts.


Update vom 21. Juni: Die Bürgerkammer hat das Ersatzkonzept für den Busverkehr vorgestellt. Neuschloss.net hat es gecheckt – und erläutert es.

Update vom 3. Juni: Die Stadtverwaltung hat Details dazu veröffentlicht, wie die Berechtigten an die Ausnahmegenehmigungen für die Ausweichwege über die Felder der Heide bekommen. Abgefragt werden Name, Anschrift, Telefonnummer und Autokennzeichen. Zudem wird eine Kopie des Fahrzeugscheins gefordert. Die Angaben müssen bis zum 19. Juni einreicht werden. Als Kontakt wird genannt die Mailadresse verkehr@lampertheim.de sowie die Telefonnummern 06206/935-355 (Frau Meier) oder -326 (Frau Fritz). Es steht auch ein Formular zur Verfügung.

Bitte lest weiter unten, welcher Personenkreis antragsberichtigt ist.

Update vom 9. Juni: Die Stadtverwaltung hat inzwischen die ersten Genehmigungen per Post verschickt.

Sondergenehmigung zur Nutzung der Ausweichroute.

Update vom 10. Juni: Die Formulare liegen in ausgedruckter Form jetzt auch zur Abholung bereit im Kiosk am Ahornplatz und bei der Vorsitzenden der Bügerkammer, Carola Biehal, Ahornweg 3.


Das Thema Sanierung und Vollsperrung der L3310 wabert schon lange. Wird denn nun wirklich gebaut oder nicht?
Es wird gebaut. Hessen Mobil hat die Aufträge vergeben.

Für welchen Zeitraum sind die Bauarbeiten an der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß geplant?
Vorgesehen ist die Zeit der hessischen Sommerferien, also vom 6. Juli bis zum 16. August. Um die Baufirmen dazu zu motivieren, in den sechs Wochen fertig zu werden, sind nach Angaben der Stadtverwaltung Strafzahlungen fällig, wenn das nicht klappt.

Sperrung der L3110: die drei Bauphasen

Wo genau wird gesperrt?
Die Arbeiten laufen in drei Abschnitten, die jeweils etwa zwei Wochen dauern sollen.
– Erster Teil: zwischen Kreisel am Hundeplatz und dem Waldfriedhof. Die Einfahrt zum Friedhof-Parkplatz ist weiter aus Richtung Neuschloß möglich.
– Zweiter Teil: zwischen Waldfriedhof und Tannenweg in Neuschloß. Die Einfahrt zum Friedhof-Parkplatz bleibt aus Richtung Lampertheim möglich. Die Einfahrt in den Tannenweg bleibt möglich.
– Dritter Teil: zwischen Tannenweg und Ortsausgang Richtung Hüttenfeld (Forsthaus). Keine Einfahrt in den Tannenweg möglich.

Kann ich mit dem Fahrrad entlang der Landesstraße fahren?
Ja, jederzeit. Die beiden Streifen für Fußgänger und Radler werden glücklicherweise zwar mitsaniert. Aber einer der beiden Wege soll immer benutzbar bleiben.

Sanierung Landesstraße 3110: großräumige und lokale Umleitung

Der Regen zeigt die Rillen in der Fahrbahn.
Der Regen zeigt die Rillen in der Fahrbahn.

Wo sollen die Autos fahren?
Die weiträumige Umleitung während der Vollsperrung der L3110 führt über Bürstadt, Lorsch und Lampertheim-Hüttenfeld.

Gibt es schnellere Ausweichrouten für direkt Betroffene?
Ja, gibt es. Da diese Routen allerdings über nicht ausgebaute Straßen und Wege führen, behält die Stadtverwaltung sie einem kleinen, fest umrissenen Personenkreis vor:
– Leute, die in Neuschloß wohnen, und ein Auto auf sich angemeldet haben,
– Leute, die ihren Nachwuchs in den Neuschlößer Kindergarten oder in die Krippe bringen und die Erzieherinnen dort.

Ich wohne in der Kernstadt und muss als Berufspendler nach Hüttenfeld oder Viernheim. Ich betreibe einen Lieferdienst; wenn ich über Lorsch nach Neuschloß fahre, wird das Essen kalt. Ich betreibe einen Post- oder Paketdienst. Ich bin die Mutter einer Neuschlößerin und will sie besuchen. Darf ich die lokalen Ausweichrouten nutzen?
Sie gehören nicht zum von der Stadtverwaltung festgelegten Kreis der Ausnahme-berechtigten. Das Ordnungsamt kündigte Kontrollen und Bußgelder an, wenn die Wege ohne Berechtigung genutzt werden.

Video: Umleitung über die Felder der Heide

Wo sind denn nun diese Ausweichwege?
Hier (Großversion der Karte). In den ersten beiden Bauphasen, also während der Sperrung zwischen Hundeplatz-Kreisel und der Einfahrt zum Tannenweg in Neuschloß, geht es über die Felder der Heide. Von Neuschloß kommend zunächst über den Tannenweg, der westlich Richtung Lampertheim abbiegt. Die Pfosten am Ortsausgang, die üblicherweise den Weg für Autos sperren, werden abgebaut. Von dort aus geht es auf dem Feldweg weiter bis zur geteerten Strecke („Schwarzer Weg“), der in den Hundeplatz-Kreisel mündet.
In der dritten Bauphase, also während der Sanierung zwischen Tannenweg und Ortsausgang Hüttenfeld, geht es über den Ulmen- und Buchenweg durch den Stadtteil, dann über den Alten Lorscher Weg ein Stück in den Wald und dann über den Waldweg hinter dem Spielplatz rechts zurück zur Landesstraße.

Das ist mir zu kompliziert. Kann ich nicht durch den Wald an der Trimm-Dich-Strecke vorbeifahren, so wie gelegentlich sonntags beim Marathon?
Nein, eine sechswöchige Umleitung rund um die Uhr ist etwas anders als zwei Stunden am Sonntagmorgen. Der Forst lehnt das mit Blick auf den Natur- und Vogelschutz ab.

Die blöden Vögel sind doch nicht so wichtig.
Doch. Das Vogelschutzgebiet im Lampertheimer Wald dürfte uns im Konflikt um die ICE-Trasse den Tunnel gebracht haben. Wir sollten es ihnen danken.

Sperrung L3110: Ausnahmegenehmigung für Anwohner

Wie komme ich als Berechtigte/r an die Ausnahmegenehmigung?
Die Stadtverwaltung hat auf ihrer Homepage ein Formular eingestellt, das es auszufüllen gilt. Danach flattert ein grün bedrucktes DIN-A5-Blatt ins Haus, das hinter die Windschutzscheibe zu legen ist.

Wird die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ wie schon lange versprochen auch umgebaut?
Ja, aber nicht zeitgleich. Zum einen fehlt noch ein Förderbescheid, zum anderen könnte das rechtlich schwierig werden, sagt die Stadtverwaltung. (Details und Zeitplan zum Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“.)

Können in Notfällen die Rettungsdienste ihre vorgeschriebenen Zeiten halten?
Auskunft der Stadtverwaltung: Die Baustelle ist so organisiert, dass die Rettungsfahrzeuge jederzeit durchfahren können.

Die ICE sollen künftig schneller von Mannheim nach Frankfurt fahren.

ICE-Trasse Frankfurt-Mannheim: Endgültige Entscheidung kommt später

Das endgültige Votum, wo genau die Bahn ihre Neubaustrecke zwischen Mannheim und Frankfurt verlegen will, fällt später als geplant. „Der Gesamtvariantenentscheid soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres erfolgen“, teilt das Beteiligungsforums Rhein/Main–Rhein/Neckar mit. Als Anfang Dezember 2019 über die Alternativen bei Lampertheim gesprochen wurde, war noch von einem Abschluss der Beratungen im Juni die Rede.

Die aktuelle Stellungnahme steht im Zusammenhang mit der neunten Sitzung des Beteiligungsforums, das am Montag online tagte. Dabei ging es um die Anbindung von Darmstadt. Die Mitwirkenden im Forum hatten zusätzliche Varianten vorgelegt, von denen die Deutsche Bahn einige in das weitere Prüfungsverfahren einbeziehen wird. Klar ist für Darmstadt aber schon jetzt, dass ein neuer Haltepunkt im Westen der Stadt ausgeschlossen wird. Stattdessen sollen die Züge am Hauptbahnhof halten.

Interessant für Neuschloß: Sämtliche in der Präsentation aufgeführten Varianten gehen davon aus, dass die Trasse unterirdisch quer durch den Lampertheimer Wald und an Neuschloß vorbei läuft. Diese Variante kam Ende vergangenen Jahres in der Region grundsätzlich gut an; befürchtet worden war eine oberirdische Führung der Gleise durch den Wald. Allerdings wünschen sich seither viele einen unterirdisch gebohrten Tunnel. Die Bahn dagegen will eine Schneise ausheben, die Gleise unterirdisch verlegen und anschließend wieder waldähnlich, wie sie sagt, begrünen.

Thema der Online-Sitzung war auch der Wunsch vor allem aus Lorsch, den Streckenabschnitt bis nach Langwaden bergmännisch zu untertunneln. Die Planer werten das als eine „übergesetzliche Forderung“ – und halten sich nicht damit auf. „Über die Finanzierung des Tunnels kann der Deutsche Bundestag im Rahmen der parlamentarischen Befassung entscheiden“, heißt es dazu wörtlich.

Der geplante Tunnel bei Neuschloß

Lampertheim geht es da besser. Die Bahn hatte im Beteiligungsforum im Dezember 2019 einen Tunnel zwischen Lorsch und Mannheim vorgeschlagen. Er unterquert in fünf Meter Tiefe den Lampertheimer Wald und die wertvollen sandigen Felder der Spargelstadt. „Die Menschen werden von dem Eisenbahnverkehr nichts sehen und hören“, versprach Gerd Dietrich Bolte, bei der Deutschen Bahn für Großprojekte zuständig. Landwirte könnten nach der Fertigstellung ihre Äcker wie gewohnt bewirtschaften. Im Wald sei ein „waldähnlicher Bewuchs“ möglich. Die Mehrkosten gegenüber oberirdischen Gleisen liegen bei 320 Millionen Euro.

Siehe auch unsere Analyse: Warum der Tunnel die Konsenstrasse schlug

Der Tunnel beginnt mit dem Vogelschutzgebiet im Lampertheimer Wald und führt bis nach Mannheim.
Der Tunnel beginnt mit dem Vogelschutzgebiet im Lampertheimer Wald und führt bis nach Mannheim.

Die Reaktionen: Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer sagte der Frankfurter Rundschau, es sei positiv. „dass die Bahn unseren Gedanken zur Tunnellösung aufgenommen hat“. Ulrich Guldner, Sprecher der Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) erklärte, „die große Katastrophe für Lampertheim“ sei ausgeblieben.

Christian Engelhardt, Landrad des Kreises Bergstraße, erinnerte aber daran, dass ein bergmännischer Tunnel auf dem Forderungskatalog der Region stand. Die Bahn will nicht unterirdisch bohren, sondern bis zu 15 Meter tiefe Gruben graben, die Tunnel bauen und wieder mit Erde bedecken. Auch der Bila gefällt dieses Vorgehen nicht.

Streitpunkt ist zudem ein 2,8 Kilometer langes Stück bei Lorsch, das oberirdisch geführt werden soll. Von der 14,8 Kilometer langen Strecke sollen insgesamt 10,2 Kilometer untertunnelt werden, 1,8 Kilometer in einem Trog liegen.

Mit der Tunnellösung darf die bisher als Konsenstrasse diskutierte Route über das Viernheimer Dreieck als vom Tisch betrachtet werden. Sie wird in der Untersuchung aus Naturschutzgrünen selbst für jenen Fall nicht als genehmigungsfähig gesehen, wenn die komplett bergmännisch untertunnelt wäre. Mit dieser Route wollte die Region eine Zerschneidung des Lampertheimer Walds vermeiden.

Die Festlegung auf die Konsenstrasse passte nicht zur Idee des Beiteiligugsforums, abschnittsweise die jeweils ideale Route abzuwägen. Erst als die Politik in Südhessen und Mannheim signalisierte, auch mit alternativen Lösungen einverstanden zu sein, die die gleichen Ziele erfüllen, gab es Bewegung. Ergebnis war der zehn Kilometer langer Tunnel von Lorsch bis Mannheim, mit dem in der jahrzehntelangen Debatte vorher niemand gerechnet hatte.

Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar: Betriebskonzept

Die Strecke Frankfurt – Mannheim ist das große Nadelöhr im Bahnnetz. Dort treffen wichtige ICE-Linien zusammen (in den Richtungen Hamburg, Berlin, Köln, Basel, München), der internationale Güterverkehr und der Nahverkehr. Bisher fahren die meisten ICE auf der nur teilweise bis Tempo 200 ausgebauten Riedbahn über Biblis, ein Großteil des Güterverkehrs rollt über die Main-Neckar-Bahn durch Darmstadt und entlang des Odenwalds.

Künftig würden ICE tagsüber auf den neuen Gleisen einige Minuten schneller sein als bisher, nachts würde dort der Güterverkehr rollen. Die Gleise verbinden die bestehenden Hochgeschwindigkeitsstrecken nach Köln und Stuttgart und sind wichtige Voraussetzung für den geplanten Deutschlandtakt.

Die Trassenfrage: Dank Mehdorn hochpolitisch

Die Trassenfrage ist in der Metropolregion Rhein-Neckar hoch politisch. Als der seinerzeitige Bahnchef Hartmut Mehdorn vorgeschlagen hatte, Fernzüge nicht an jeder Milchkanne halten und deshalb an Mannheim vorbei fahren zu lassen, geriet die Quadratestadt in Panik. Damit die Runde über den Hauptbahnhof die ICE nicht zu lange aufhält, riet Lothar Mark, damals Mannheimer SPD-Bundestagsabgeordneter, dazu, die Trasse quer durch den Lampertheimer Wald zu legen. Südhessen war derart brüskiert. dass das politische Zusammenwachsen der Region ins Stocken geriet. Erst viele Jahre später entwickelte man einen gemeinsamen Vorschlag.

Der Wandel hin zum Tunnel

In jüngster Zeit hatte es zunehmend Signale für eine Tunnellösung gegeben. Ein Positionspapier des Verbandes Rhein-Neckar spricht davon, dass es bei der Bahn Gedankenspiele gebe, die Strecke zu untertunneln oder in Trögen zu führen (und verlangt dann gleich auch einen Tunnel für Mannheim). Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer sagt öffentlich im Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss: Sollte es einen bergmännischen Tunnel geben, wäre dieser nach heutigem Stand der Dinge auch einer Konsenstrasse vorzuziehen.

BUND und Nabu fordern, wenig bemerkt von der Lampertheimer Öffentlichkeit, im Beteiligungsforum schon von Anfang an die eingegrabene C-Trasse. Die Naturschutzverbände dürfte vor allem bewegen, dass die in der Region favorisierte Konsenstrasse entlang des Viernheimer Dreiecks ökologisch wertvolles Gebiet durchquert.

Die Varianten für Südhessen in einer Grafik der Deutschen Bahn.
Die Varianten für Südhessen in einer Grafik der Deutschen Bahn.

Zu einem Wandel hin zum Tunnel oder Trog könnten gleich mehrere Entwicklungen beitragen:

  • Der Deutschlandtakt macht es zwingend, Fahrzeiten zwischen Mannheim und Frankfurt von längstens 29 Minuten zu erreichen. Darauf zahlt jeder Meter eingesparter Weg ein, und die C-Trasse ist die kürzeste.
  • Mit dem Programm „Starke Schiene“, das die Bahn zur Vorreiterin im Klimaschutz machen soll, stehen plötzlich viele Milliarden Euro zur Verfügung.
  • Lampertheim hat dank der von der Bila koordinierten Proteste gezeigt, dass es hart gegen eine oberirdische Führung der Gleise durch den Wald, also dessen Zerschneidung, kämpfen wird.
  • Mit der SPD-Politikerin und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht aus Viernheim sitzt in Berlin plötzlich eine Südhessin am Kabinettstisch, die weiß, wie politisch wichtig es ist, die Rhein-Neckar-Region mit einer oberirdischen C-Trasse nicht zu spalten.

Der Stand bis zur Entscheidung: Sechs zentrale Fakten zur ICE-Trasse

Medienwirksamer Protest gegen die Zerschneidung.
Medienwirksamer Protest gegen die Zerschneidung.

Bei den vielen Detailfragen zur Neubaustrecke der Bahn zwischen Mannheim und Frankfurt verschwimmt manchmal der Blick für die grundlegenden Dinge. Deshalb hier zusammenfasst sechs zentrale Fakten, die alle Lampertheimer/innen kennen sollten.

1. Eine Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim wird in jedem Fall kommen. Sie ist auch sinnvoll.

  • Wenn wir mehr Inlandsflüge mit umweltfreundlicheren Bahnfahrten ersetzen wollen, brauchen wir schnellere Fernverbindungen. In Nord-Süd-Richtung bestehen bisher ICE-Schnellfahrstrecken zwischen Köln und Frankfurt sowie zwischen Mannheim und Stuttgart. Die Strecke Stuttgart – Ulm ist im Bau, auch das umstrittene Projekt Stuttgart 21 wird Fahrzeiten deutlich verkürzen. Das große Ziel ist, Köln, Frankfurt, Mannheim, Stuttgart und München einander näherzubringen. Dass dafür die Lücke im Hochgeschwindigkeitsnetz zwischen Frankfurt und Mannheim geschlossen werden muss, liegt auf der Hand.
  • Die Riedbahn – also die Lampertheimer Hausstrecke zwischen Frankfurt, Biblis und Mannheim – ist der am meisten befahrene Abschnitt im kompletten ICE-Netz. Das hat Folgen für den Nahverkehr: Es passen schlicht keine weiteren Züge mehr für dichtere Takte auf die Schienen. Das würde sich zum Guten ändern, wenn die Schnellzüge auf einer eigenen Trasse fahren.
  • Auch für den wachsenden Güterverkehr zwischen Mittelmeer und Nordsee ist die Verbindung durch die Rheinebene von zentraler Bedeutung und ein Engpass. Die Güter könnten in den Nachtstunden vor allem auf der Neubaustrecke rollen. Damit würde die Lärmbelastung entlang der Riedbahn in den Nächten spürbar sinken.

2. Die Trasse muss für den geplanten Deutschlandtakt so verlaufen, dass Züge zwischen Frankfurt und Mannheim bei Tempo 300 längstens 29 Minuten unterwegs sind.

  • Dieses Limit ergibt sich aus dem Deutschlandtakt, den die Bahn derzeit nach einer Vorgabe der Politik entwickelt. Die Idee dabei: Zu regelmäßigen Zeiten treffen sich an Knotenbahnhöfen die Züge aus unterschiedlichen Richtungen, ermöglichen Umstiege, und fahren dann weiter oder zurück. Ansatzweise gibt es so etwas schon in Mannheim, wo viele Züge immer kurz vor halb ankommen und kurz nach halb weiterrollen. Nun soll auch Frankfurt eine solche zentrale Umstiegszeit bekommen, und da hat man die volle Stunde im Blick. Voraussetzung dafür ist dann, dass die Züge unter einer halben Stunde unterwegs sind.
  • Das Ziel, die Fahrzeit zu verringern, gab es schon immer. Mit den neuen Anforderungen des Deutschlandtaktes wird es aber konkreter und verbindlicher: Jegliche Varianten der Schnellbaustrecke, die die 29 Minuten nicht ermöglichen, haben kaum Chancen auf Realisierung mehr.

3. Das Beteiligungsforum wägt die Trassenvarianten gegeneinander ab. Voraussichtlich in den kommenden Monaten schlägt es zusammenfassend eine Vorzugsvariante vor. Die C-Trasse dürfte Chancen haben.

Bila-Darstellung der Zerschneidungstrasse (rot) und der Konsenstrasse (blau).
Bila-Darstellung der Zerschneidungstrasse (rot) und der Konsenstrasse (blau).
  • Im Beteiligungsform sollen die Interessengruppen der Region vertreten sein. Dazu zählen neben Kommunen, Landkreisen, Behörden und Ministerien unter anderem Bürgerinitiativen, Umwelt- und Fahrgastverbände oder Kammern. „Damit wird der Öffentlichkeit frühzeitig eine Plattform geboten, um Fakten zu klären und Fragen zu stellen und ihre Anregungen und Hinweise in die Planungen einzubringen“, erklärt die Deutsche Bahn.
  • Das Forum vergleicht die diskutierten Routen. Es betrachtet dabei technische, verkehrliche und wirtschaftliche Aspekte genauso wie umweltfachliche. Die bisherigen Abwägungen im Beteiligungsforum für die Wallauer Spange und die Anbindung des Güterverkehrs bei Darmstadt zeigen: Dieses Verfahren ist gründlich, nachvollziehbar und das faktische Ergebnis inhaltlich schwierig anzugreifen.
  • Die Idee des Forums, abschnittsweise die jeweils ideale Trasse zu finden (PDF-Präsentation mit Vergleich), steht im Widerspruch zum Konzept der Konsenstrassen-Befürworter, die schon vorher eine bestimmte Route abgesprochen haben und diese durchsetzen wollen.
  • Für Südhessen muss sich die Konsenstrasse entlang der Autobahn 67 und des Viernheimer Dreiecks (A 300) mit der Zerschneidungstrasse C messen.
    Die Konsenstrasse sieht einen Tunnel bei Lorsch vor, der die Gleise von der Ost- auf die Westseite der Autobahn 67 bringt, die Weschnitz unterquert und zugleich die Lorscher/innen vor dem Bahnlärm schützt. An der Autobahn geht es auf Wunsch der Lampertheimer mindestens weiter bis zur Brücke der Landesstraße 3110 zwischen Neuschloß und Hüttenfeld. Dann führt in einem weiten, unterirdischen Tempo-300-tauglichen Bogen eine 90-Grad-Kurve die Gleise nach Westen entlang der Autobahn 6. Bei Mannheim-Blumenau biegt die Trasse auf die Riedbahn ein.
    Die alternative Trasse C führt von Lorsch aus quer durch den Wald, knapp östlich an Neuschloß vorbei und dann über die Felder hinter der Pestalozzischule und den Bruch auf die bestehende Riedbahn.
    • Verkehrliche Aspekte: Die Fahrzeit auf der C-Trasse quer durch die Wald ist 90 Sekunden kürzer als die Konsenstrasse mit einem Tempo-300-geeigneten Kurvenradius am Viernheimer Kreuz. Die Frage aller Fragen ist dabei: Sind über die Konsenstrasse die 29 Minuten zu schaffen?
    • Wirtschaftliche Aspekte: Die Konsenstrasse ist länger, es sind also mehr Schienenmeter zu verbauen. Zudem führen an fünf Stellen unter anderem zum Naturschutz Tröge die Gleise unter die Erde. Diese Dinge führen zu höheren Kosten als eine oberirdische Zerschneidungstrasse C.
    • Umweltfachliche Aspekte: Die Konsenstrasse führt durch das hochwertige FFH-Naturschutzgebiet Reliktwald (hier Bilder) und durch das Wasserschutzgebiet Käfertaler Wald. (Wahrscheinlich sind daher Umweltverbände BUND und Nabu gegen die Konsenstrasse.) Die bevorzugte Westseite der A67 könnte ökologisch wertvoller sein als die Ostseite. (Daher spricht sich Hessen Forst an dieser Stelle gegen die Konsenstrasse aus.) Die Trasse C dagegen zerschneidet mit dem Lampertheimer Wald massiv eines der letzten zusammenhängenden Waldstücke Südhessens und die Felder der Heide. Unterm Strich könnte es auf eine Abwägung zwischen den hochgeschützten FFH- und Trinkwassergebieten einerseits und dem etwas kränkelnden, aber großen Kiefernwald bei Lampertheim und den hochwertigen Äckern andererseits hinauslaufen. Das zeigt: Keinesfalls kann als gesetzt angenommen werden, dass die Konsenstrasse bei der Umweltprüfung besser abschließt als die Zerschneidungsvariante.
    • Weitere Aspekte: Wichtigster Pluspunkt für die Konsenstrasse: Sie spiegelt einen weitgehenden politischen Konsens der Region wider. Das bedeutet auch, dass weniger Protest in der Bevölkerung erwartbar ist. Bei der Zerschneidungstrasse C hingegen gibt es ein hohes Risiko von Klagen, etwa von Landwirten oder betroffenen Neuschlößern, die den Bau verzögern könnten.
Kriterienkatalog.
Kriterienkatalog.

 

4. Über den Vorschlag und die endgültige Trassenführung entscheidet nicht die Bahn, sondern die Politik.

  • Die Deutsche Bahn bringt in das Beteiligungsforum ihre verkehrlichen Interessen ein. Zugleich soll sie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums das Forum neutral moderieren.
  • Im üblichen Verfahren fasst eine Arbeitsgruppe des Beteiligungsforums, begleitet von der Bahn, die Ergebnisse der Abwägung zusammen. Die Bahn übermittelt sie an das Bundesverkehrsministerium (BMVI). Für Südhessen gilt abweichend, dass diese wichtige Aufgabe ein Projektbeirat übernimmt.
  • Auftraggeberin der Neubaustrecke ist nicht die Bahn, sondern – als Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan – der Bund.
  • Die ermittelte Trasse ist ein Vorschlag an die Politik. Zunächst diskutiert und entscheidet der Verkehrsausschuss, am Ende das Plenum des Bundestags.
  • All dies zeigt: Die Bahn ist nicht ohne Einfluss, aber sie entscheidet nicht die Trassenfrage.

 

5. Unsere größten Einflussmöglichkeiten liegen auf der politischen Ebene.

  • Die Bundestagsabgeordneten können dem Trassenvorschlag als abgewogene Idealroute folgen. Sie können aber genauso zu den zuletzt geschätzten Kosten für die Neubaustrecke von 4,3 Milliarden Euro etwas Geld dazugeben für alternative, etwas teurere Trassen oder mehr Lärmschutz als eigentlich vorgeschrieben. Aus der Sicht von Bahn und Ministerium wäre es hilfreich, wenn es eine lokalbezogene Begründung für die Extraausgaben gibt, um nicht zum Vorbild für Zusatzkosten bei anderen Projekten zu werden.
  • Wichtig für Lampertheim wird, sich bei der Bundespolitik in Berlin Gehör zu verschaffen. Die medienwirksamen Proteste vor Ort im Frühjahr (Lichterzug) und Herbst (Feldwanderung) waren dafür wichtig. Sollten die nächsten Entscheidungen gegen die Interessen von Lampertheim oder der Region laufen, könnten gemeinschaftliche Ausflüge in die Hauptstadt sinnvoll werden.

6. Lässt sich die C-Trasse nicht verhindern, wäre eine unterirdische Führung der Gleise im Wald und den Feldern eine mögliche Forderung.

  • Die Naturschutzverbände BUND und Nabu fordern bereits jetzt im Beteiligungsforum die C-Trasse – allerdings im Wald in den Boden eingegraben, mit Deckel versehen und wieder begrünt. Fachleute sprechen von einem „gedeckelten Trog“. Verkehrlicher Vorteil: eingesparte 90 Sekunden. Umweltfachliche Vorteile: FFH-Naturschutzgebiete an der A6 werden geschont, der Lampertheimer Wald wird nur während der Bauarbeiten zerschnitten, der Lärm in Neuschloß könnte eingedämmt werden. Wirtschaftlicher Nachteil: Zusatzkosten – sie müssten politisch erkämpft werden, etwa mit Verhandlungen und/oder Protesten.
  • Wichtig wäre ein Augenmerk darauf, wo ein solcher Tunnel endet. Die Naturschutzverbände sprechen vom „gesamten Waldbereich von Lorsch bis Neuschloß“. Das würde den Neuschlößern vielleicht nur teilweise, den Landwirten gar nicht helfen. Das Argument, die Äcker mit den Sandböden seien selten, hochwertig und notwendig, um die Region direkt mit Gemüse zu versorgen, ist wichtig und richtig. Ein Tunnel müsste also in Richtung Lampertheim verlängert werden.
Vorschlag von BUND und Nabu.
Vorschlag von BUND und Nabu; zur Großversion auf das Bild klicken.

Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim: Projektbeirat

Anfang Oktober hat Bundesjustizministerin Christine Lambrecht auf Facebook bekräftigt, dass es einen Projektbeirat geben werde. Er solle „zusätzliche Forderungen der Region besprechen und in Absprache mit dem Beteiligungsforum für die parlamentarische Befassung aufbereiten“.

Die grundsätzliche Zusage, dass es einen Projektbeirat geben soll, hatte das Bundesverkehrsministerium bereits im Frühjahr gegeben, wie aus Berichten der Rhein-Neckar-Zeitung und des Mannheimer Morgens hervorgeht.

Mit einem Projektbeirat könnte der Einfluss der Region steigen. Das Standardverfahren sieht nur eine Arbeitsgruppe des Beteiligungsforums dafür vor, eine zusammenfassende Vorlage für die Politik zu schreiben.

Lambrecht betont, bis Anfang 2020 solle eine Vorzugstrasse festgestellt werden, „die die verkehrlichen Ziele erfüllt sowie finanzierungs- und genehmigungsfähig ist und vor allem von der Region mitgetragen wird“. Diesen Termin habe der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für das Land Hessen, Klaus Vornhusen, genannt. „Von der Region mitgetragen“ schreibt Lambrecht in Großbuchstaben. In einem Kommentar wird sie noch konkreter: „Die Konsenstrasse wird von mir unterstützt“ – das ist die Route entlang der Autobahn 67, dem Viernheimer Dreieick und dann entlang der Autobahn 6.

In dem Projektbeirat sind laut Lambrecht bundes-, landes- und kommunalpolitische Vertreterinnen und Vertreter der Region sowie von Umwelt- und Fahrgastverbänden sowie Bürgerinitiativen vorgesehen. Die Größe und die finale Zusammensetzung könne vom Beteiligungsforum festgesetzt werden. Damit könne die Arbeit des Projektbeirates „bald losgehen, und die regionalen Forderungen erhalten in diesem Gremium eine starke Stimme.“

Bürgerkammer tagt in der Zehntscheune

Die Bürgerkammer Neuschloß kommt am Donnerstag, 28. Mai, 19 Uhr, zu einer öffentlichen Sitzung zusammen – diesmal in der Lampertheimer Zehntscheune, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Dabei will sich die Stadtteilvertretung für ihre dritte Legislaturperiode konstituieren. Anschließend wählt die Runde ihre Spitze mit Vorsitz, Stellvertretung, Schriftführung und Pressearbeit.

Hauptpunkt der Tagesordnung ist die bevorstehende Sanierung der Landesstraße 3110 zwischen Neuschloß und der Kernstadt und die damit verbundene, geplante Sperrung der Verbindung. Über den Stand des seit Jahren versprochenen Umbaus der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ wird Erster Stadtrat Jens Klingler informieren.

Das Treffen war zunächst im Bürgersaal am Ahornplatz geplant. Es wurde kurzfristig verlegt, weil die Stadtverwaltung mehr Vertreter schickt als zunächst vorgesehen.

Altlastenverein löst sich auf

Gut 30 Jahre, nachdem die flächendeckende Belastung mit Altlasten erkennbar wurde, schließt Neuschloß mit den Hauptkapiteln der Sanierung ab. Der Altlastenverein organisierte in einer Mitgliederversammlung seine Abwicklung. Aber die Sicherung der Überreste der chemischen Fabrik wird unseren Stadtteil noch das angefangene Jahrzehnt über begleiten.

Der Grund für den Schlussstrich ist erfreulich: Mit dem Ablauf der letzten Gewährleistungsfristen der Baufirmen, die an der Bodensanierung und der Wiederherstellung von Nebengebäuden und Gartenanlagen beteiligt waren, hat der Verein seine Aufgaben abgeschlossen.

Vor 20 Jahren hatten sich in dem Altlastenverein etwa hundert Grundstücksbesitzer zusammengetan, um kundigen Rechtsbeistand finden und bezahlen zu können. Er handelte mit Stadt und Land eine Rahmenvereinbarung aus; der Verein wurde Vertragspartner. Die Mitglieder trafen auf dieser Basis ihre jeweiligen Sanierungsverträge.

Auch wenn der Boden im Wohngebiet sauber und der Sodabuckel gesichert ist – die Altlasten werden den Stadtteil weiter beschäftigen. Die Grundwassersanierung startet gerade neu durch; dennoch wird sie die Anwohner wohl das komplette Jahrzehnt über begleiten. Und im Wald gibt es mit dem Roten Hof östlich des Alten Lorscher Wegs und den Sandgruben westlich des Sodabuckels weitere Altlasten, die massiv kontaminiert sind. Betroffen von der geplanten Sanierung dort sind auch Gärten im Fichtenweg. Für Fragen der Neuschlößer in diesem Zusammenhang steht der Projektbeirat Altlasten (PAN) weiter zur Verfügung. Seine Spitze ist personell identisch mit der des bisherigen Altlastenvereins.

Damit die Erinnerung an das Großprojekt Altlasten nicht verblasst, verstärkt der Projektbeirat seine Dokumentation im Internet. PAN-Pressesprecher Michael Bayer, der schon die Neuschloß-Chronik zum Stadtteiljubiläum verfasst hat, erinnert an den großen Kampf um die Sanierung der Grundstücke im Wohngebiet. Ausführliche Überblicksdarstellungen, ergänzt mit vielen Fotos, gibt es auch zur Sicherung des Sodabuckels, zur Grundwassersanierung und zu den Altlasten im Wald. Dazu kommen zahlreiche Originaltexte aus den vergangenen 15 Jahren. Eine interaktive Grafik gibt einen Gesamtüberblick über die Flächen, die bereits gesichert sind oder noch bearbeitet werden müssen.

Visualisierung der Bahn.

Warum der Tunnel die Konsenstrasse schlug

Ein mehr als zehn Kilometer langer Tunnel unter dem Lampertheimer Wald und auch den Äckern der Spargelstadt – mit dieser „Vorzugsvariante“ für die Neubaustrecke der Bahn rund um Neuschloß hätte noch vor nicht allzulanger Zeit kaum jemand gerechnet. Klar, es ist ein Kompromis: Die Bahn bekommt die schnellste Route, der Region bleibt – von den Bauarbeiten abgesehen – die Zerschneidung erspart.

Aber immerhin kostet diese Lösung 320 Millionen Euro extra (im Vergleich zur Variante durch den Wald ohne Tunnel). Und deshalb ist es schon interessant zu wissen, wie es am Ende zu dieser Route kam. Und welche Argumente aus unserer jahrzehntelangen Debatte sich durchsetzen konnten – und welche platzten wie Seifenblasen.

Die untersuchten Varianten

Schauen wir uns zunächst an, welche Varianten verglichen wurden.

Die mit „e“ gekennzeichneten Routen führen durch den Lampertheimer Wald.
– „e1“ ist die oberirdische Version, die den Wald dauerhaft zerschneidet.
– „e2“ enthält Tunnel nur dort, wo unbedingt nötig: hinter Lorsch, um die Autobahn zu durchqueren, und im Bereich eines Vogelschuzgebiets im Lampertheimer Wald.
– „e3“ ist der lange Tunnel, der schließlich zur Vorzugsvariante wurde.

Die mit „f“ gekennzeichneten Routen verlaufen parallel zu den Autobahnen 67 und 6, mit einem Knick am Viernheimer Kreuz.
– „f1“ östlich der A67 oberirdisch.
– „f2“ östlich der A67 weitgehend in einem Tunnel.
– „f3“ westlich der A67 oberirdisch.
– „f4“ westlich der A67 weitgehend in einem Tunnel.
– „f5“ westlich der A67 mit hinter der A67-Unterquerung verlängertem Tunnel (Lärmschutz Lorsch) und einem etwas kürzerem Tunnel am Viernheimer Dreick. Das ist die Bergsträßer Konsenstrasse, die auch die Bila forderte.

Variante „e1“: Mannheim Direkt - geländegleich
Streckenlänge: ca. 14,8 km
Troglängen: ca. 1,3 km
Tunnellängen: ca. 2,6 km

Variante „e2“: Mannheim Direkt - mit kurzem Tunnel
Streckenlänge: ca. 14,8 km
Troglängen: ca. 2,5 km
Tunnellängen: ca. 4,7 km
 

Variante „e3“: Mannheim Direkt - mit langem Tunnel
Streckenlänge: ca. 14,8 km
Troglängen: ca. 1,8 km
Tunnellängen: ca. 10,2 km

Variante „f1“: Bündelung mit A67 West geländegleich
Streckenlänge: ca. 18,6 km
Troglängen: ca. 2,9 km
Tunnellängen: ca. 3,0 km

Variante „f2“: Bündelung mit A67 West mit Tunnel
Streckenlänge: ca. 18,6 km
Troglängen: ca. 1,9 km
Tunnellängen: ca. 14,7 km
   

Variante „f3“: Bündelung mit A67 Ost geländegleich
Streckenlänge: ca. 18,7 km
Troglängen: ca. 4,3 km
Tunnellängen: ca. 3,4 km
   

Variante „f4“: Bündelung mit A67 Ost mit Tunnel 
Streckenlänge: ca. 18,7 km
Troglängen: ca. 1,9 km
Tunnellängen: ca. 10,1 km

Variante „f5“: Bergsträßer Konsenstrasse
Streckenlänge: ca. 18,6 km
Troglängen: ca. 1,9 km
Tunnellängen: ca. 12,6 km, davon 2,4 km übergesetzlich

Die Bewertung der Varianten

Springen wir gleich zur Zusammenfassung (mit Klick auf die Tabelle die Großansicht aufrufen).

 

Wenig überraschend sind alle rein oberirdischen Varianten (e1, f1, f3) rot-dominiert. Von den f-Tunnelvarianten schneidet jene östlich der A67 (f2) etwas besser ab als die westliche (f4). Bei den Neuschlößer e-Trassen fällt auf, wie wenig der kurze Tunnel (e2), beschränkt auf das Vogelschutzgebiet, punkten kann. Der Neuschlößer Langtunnel sticht grün heraus.

Wie kommt diese Bewertung zustande? Ganz entscheidend sind dafür Naturschutzgebiete in unserem Wald. Dort gelten scharfe Vorschriften: die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Gebiete) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, die Vogelschutzrichtlinie über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten und die Regeln für den FFH-Lebensraumtyp „begrenzte Vorkommen, vom Verschwinden bedroht“. Wenn ein Bauprojekt ein FFH-Gebiet kreuzen soll, aber auch eine Variante ohne Beeinträchtigung des FFH-Gebiets denkbar wäre, schreibt der Gesetzgeber rigide vor, dass die Alternative zu nehmen ist.

Ohne gebohrten Tunnel keine F-Varianten

Diese harten Umweltvorschriften bedeuten das Aus für sämtliche Varianten über das Viernheimer Dreieck. Für die oberirdischen sowieso – aber auch für die drei Tunnelvarianten einschließlich der Bergsträßer Konsenstrasse. Denn: Da die Tunnel nicht unterirdisch gebohrt, sondern ausgegraben werden sollen, würden schon die vorübergehenden Bauarbeiten zu große Eingriffe in die Naturschutzgebiete darstellen, heißt es in der Präsentation der Bahn für das Beteiligungsforum.

Die bergmännische (gebohrte) Form der Tunnel hat die Bahn nicht geprüft – vermutlich weil sie die Kosten enorm in die Höhe treiben und die Variante damit unrealistisch würde. Klar ist aber: Sollte tatsächlich ein gebohrter Tunnel eine Chance haben, würde er natürlich den kürzesten Weg nehmen. Damit scheiden die F-Varianten auch für die Form des bergmännischen Tunnels aus.

Auch auf dem Weg der Neuschloßtrasse liegt ein Vogelschutzgebiet – weshalb an dieser Stelle die oberirdische Variante e1 ausscheidet. Zugleich dürfte das die Geburtsstunde von e2 sein: kurzer Tunnel nur unter dem Vogelschutzgebiet. Und damit läuft das Schlussrennen nun zwischen kurzem und langem Tunnel.

Und zwar so: Der kurze Tunnel (e2) bekommt, wenig überraschend, genau wie Neuschloß komplett oberirdisch (e1) schlechte Noten wegen der Lärmbelastung in Neuschloß – ein Kriterium, das stark wiegt. Außerdem gilt unser Wald als Vorranggebiet für vorbeugenden Hochwasserschutz und potenziell aktive Ventilationsfläche und Kaltluftentstehungsgebiet. Die letzteren Dinge seien eigentlich „weniger entscheidungsrelevant“, schreibt die Bahn. Sie könnten aber „beim Vergleich fast gleichwertiger Varianten ein Abwägungsargument“ sein – das deutet an, wie knapp das Rennen ist. Das am Ende der lange Tunnel gewinnt.

(Komplette Ansicht mit Klick auf die Grafik)

Zusammenfassung

Zusammengefasst heißt das: Das Argument des Umwelt- und Klimaschutzes spricht gegen die Konsenstrasse – und für die untertunnelte Route vorbei an Neuschloß. Will man unterirdisch bohren statt ausgraben, müsste der zu erwartende Zusatznutzen das dafür nötige Steuergeld rechtfertigen. Das dürfte nicht einfach zu erklären sein.

Grafiken und Visulation: Deutsche Bahn. 
Als PDF-Download gibt es die komplette Präsentation.

Adventsmarkt 2019

An der Musik auf der Bühne war es zu erkennen: Stefan Spießberger hatte in diesem Jahr wieder die Organisation des Neuschlößer Adventsmarkts übernommen. Seine jungen Schülerinnen und Schüler boten mit Weihnachtsliedern an Keyboards das Rahmenprogramm – vor zahlreichen stolzen Eltern und Großeltern, die fleißig applaudierten.

Neuschlößer Einrichtungen betrieben einen Teil der Stände – darunter der Sportclub Kurpfalz, die evangelische Johannesgemeinde, Buggy Fit von Sonja Geist im Wacholderweg, Petra Bärwald mit ihrer selbst genähten Kinderkleidung und Familie Castellani samt Pizzaofen. Der kommunale Kindergarten und die Krippe waren diesmal nicht dabei. Dafür weitere Standbetreiber, die von außerhalb angereist waren.

Zum 27. Mal feierte Neuschloß den Markt. Seit dem Jahr 1992 lassen es sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils am ersten Adventssonntag auf dem Ahornplatz gut gehen. Viele Gespräche drehten sich diesmal um die ICE-Trasse, über deren Verlauf es in der kommenden Woche eine Vorentscheidung geben könnte.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Altlastensanierung am Eichen- und Fichtenweg – PAN bleibt Ansprechpartner

  • Die Bodensanierung geht in die nächste Etappe – mit den Gärten im Eichen- und Fichtenweg und den anschließenden Sandgruben sowie dem Roten Hof im Wald östlich des Alten Lorscher Wegs.
  • Die Grundwassersanierung steht kurz davor, um ein Vielfaches wirksamer durchzustarten.
  • Der Altlastenverein wird sich auflösen.
  • Der Projektbeirat Altlasten Neuschloß (PAN) hingegen wird die Bürgerinnen und Bürger weiter vertreten.
  • Zeit also für eine Überblicksdarstellung in Sachen Altlasten.

PAN vertritt weiter die Neuschlößer in Altlastenfragen

Es war eine wichtige Nachricht, die Carola Biehal als Sprecherin des Projektbeirats Altlasten Neuschloß in der Bürgerkammer verkündete: Der PAN vertritt die Neuschlößer auch in den verbleibenden Sanierungsfragen. Bedeutend ist das deshalb, weil die Landespolitik inzwischen die Rechtsgrundlage für die Arbeit des Projektbeirats aus dem Hessischen Altlastengesetz gestrichen hat. Umso relevanter ist die Zusage der Stadtverwaltung, dass der PAN als erfahrener Vertreter der Anwohnerinnen und Anwohner akzeptiert bleibt.

Der Projektbeirat besteht seit dem Jahr 1995 aus gewählten, ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern. Er arbeitet als Mittler zwischen Betroffenen, Behörden und Sanierungsfirmen – was maßgeblich zur Akzeptanz der umfangreichen Arbeiten auf den gut hundert Grundstücken im Ortskern beitrug. Der PAN war auch in Behördenrunden vertreten – etwa mit dem Hessischen Umweltministerium, dem Regierungspräsidium und der Stadt – und verfügte dort über Informations- und Beteiligungsrechte.

Seit Juli 2005 arbeitet Carola Biehal als Sprecherin, ihr Stellvertreter ist Dr. Günter Weidenauer; um die Presse und Öffentlichkeit kümmert sich Michael Bayer von Neuschloss.net. Projektbeirat und Altlastenverein, getragen vom gleichen Führungsteam, trugen wesentlich dazu bei, dass die Sanierung in Neuschloß überhaupt zustande kam – und das zu für die Anwohnerinnen und Anwohner auch finanziell verträglichen Konditionen. (Interessante Details dazu in der großen Geschichte der Altlasten-Sanierung von Neuschloß.)

Altlasten Neuschloß: Sicherung der Sandgruben und des Roten Hofs

Gelb gekennzeichnet die Lage der belasteten Sandgruben nördlich von Eichen- und Fichtenweg.
Gelb gekennzeichnet die Lage der belasteten Sandgruben nördlich von Eichen- und Fichtenweg.

Nach dem Abschluss der Arbeiten auf den Grundstücken im Ortskern und auf dem Sodabuckel stehen nun die nächsten beiden Projekte im Fokus: die überarbeitete Sanierung des Grundwassers und der Beginn der Sicherung der Böden im Wald.

Letztere betrifft die Sandgruben westlich des verlängerten Ulmenwegs, teils bis auf Gärten im Eichen- und Fichtenweg ragend, und den Roten Hof östlich des Alten Lorscher Wegs.

Gelb gekennzeichnet die Lage des Roten Hofs.
Gelb gekennzeichnet die Lage des Roten Hofs.

Für Sandgruben und Roter Hof ist die Stadt Lampertheim zuständig. Die Verwaltung beauftragte Mitte Oktober ein Ingenieurbüro mit der Konzeption, berichtete Biehal. „Wir können davon ausgehen, dass in 2020 die Planungen erfolgen und in 2021 die Erörterungen und Genehmigungen folgen. Der Beginn der Arbeiten ist für 2022 vorgesehen“, fügte sie hinzu.

Details mit einer Karte der Belastung und den Schadstoffwerten finden Sie unter altlast-neuschloss.de.

Grundwasser-Sanierung in Neuschloß mit Modellcharakter

Arbeiter vergruben lange Rohre, um das Testfeld im Ulmenweg an die Grundwasseraufbereitungsanalge an der Landesstraße anzuschließen.
Arbeiter vergruben lange Rohre, um das Testfeld im Ulmenweg an die Grundwasseraufbereitungsanalge an der Landesstraße anzuschließen.

Das Grundwasser in Neuschloß ist massiv mit Arsen verunreinigt. An der Landesstraße, in der Nähe von Abwasserpumpstation und kleinem Friedhof-Parkplatz, rauscht das Grundwasser durch die Sanierungsanlage. Tag und Nacht ziehen die Pumpen dort Wasser aus verschiedenen Brunnen an, reinigen es und geben das gesäuberte Nass über andere Brunnen zurück ins Grundwasser. Jedes Jahr holt die Anlage 60 Kilogramm Arsen aus dem Grundwasser. Eine Menge, an der ziemlich viele Menschen sterben könnten.

Die Grundwassersanierung könnte also ein Erfolg sein – wäre die Gesamtbelastung nicht kaum vorstellbar hoch. Die Experten gehen von sieben bis zehn Tonnen Arsen im Neuschlößer Grundwasserleiter aus. So richtig was ändern würde sich im Grundwasser, geht alles so weiter wie bisher, also frühestens in 150 Jahren. Dennoch besteht Handlungsbedarf, weil die Schadstofffahne sich in Richtung des Bürstädter Wasserwerks bewegt.

Der Weg der kleinen Revolution reicht von der einen Straßenseite des Ulmenwegs zur anderen. In Höhe der Hausnummer 35 testeten Naturwissenschaftler der Universität Heidelberg, ob es hilft, Stoffe in das Grundwasser zu geben, die die weitgehend immobilen Arsenverbindungen lösen. Ergebnis: Es funktioniert, und die Sanierung könnte schon in 15 Jahren zu schaffen sein. Details in einer Präsentation der Sanierer von der HIM (PDF-Datei).

Die Steuerung des Testfelds versteckte sich in Containern im verlängerten Ulmenweg.
Die Steuerung des Testfelds versteckte sich in Containern im verlängerten Ulmenweg.

Natürlich muss Wasseraufbereitungsanlage die größere Mengen verarbeiten können. Deshalb wurde sie in den vergangenen Monaten erweitert – für viele Neuschlößer nur bemerkbar an der baustellenbedingten Geschwindigkeitsgbegrenzung auf der Landesstraße. Aktuell wird die technische Ausstattung überprüft, Ende November könnte ein Probelauf starten. „Wenn alles erfolgreich funktioniert, womit wir alle rechnen, kann zeitnah mit der schnelleren Grundwassersanierung begonnen werden“, sagte Biehal in der Bürgerkammer.

Altlastenverein will sich im Januar auflösen

Im Bezug auf die Bodensanierung sind Ende Oktober sämtliche Fristen, etwa zur Gewährleistung der Handwerker, ausgelaufen. Deshalb hat der erweiterte Vorstand beschlossen, den Altlastenverein aufzulösen. Der Altlastenverein war Vertragspartner mit Stadt und Land; auf Grundlage eines Rahmenvertrags schlossen die von der Bodensanierung getroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer Einzelverträge, die die Modalitäten der Sanierung regelten.

Das Regierungspräsidium Darmstadt, das das Land operativ vertritt, hat nach Biehals Angaben keine Einwände gegen die Auflösung. Die Mitglieder werden über Details in einer Vereinsversammlung informiert, die für Dienstag, 28. Januar 2020, geplant ist.

Altlasten von Neuschloß auf einer interaktiven Karte

Adventsmarkt in Neuschloß

Gute Nachricht für Neuschloß: Die Vorbereitungen für den Adventsmarkt am Sonntag, 1. Dezember 2019, laufen. Das berichtet Organisator Stefan Spießberger von Kids on Keys Lampertheim.

Viele Standplätze seien schon weg. Wer noch mitmachen will, muss sich also schnell melden. Das freut nicht nur den Nikolaus.

Bürgerkammer bespricht Neuschloß-Investitionen

Welche Investitionen plant die Stadt Lampertheim im kommenden Jahr in Neuschloß? Das ist Thema der öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer am Donnerstag, 14. November, 19 Uhr, im Bürgersaal am Ahornplatz. Erster Stadtrat Jens Klingler wird den städtischen Haushalt unter Neuschlößer Blickwinkel vorstellen.

Soviel ist bereits klar: Geld wird insbesondere in den kommunalen Kindergarten im Wacholderweg fließen. Einen neuen Anlauf nimmt zudem die Kommunalpolitik für den schon länger erhofften barrierefreien Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ in der Forsthausstraße. Die Bürgerkammer wird die Details dazu besprechen.

In der Ortsdurchfahrt der Landesstraße wurde die Geschwindigkeitsüberwachung umgebaut. Während in der Vergangenheit Blitzer direkt hinter den Ortseingängen standen, prüft nun ein Gerät in zentraler Lage in der Nähe der Fußgängerampel den Verkehr. Wie sich diese Standortänderung auswirkt, darüber erhoffen sich die Neuschlößer Aufschlüsse aus einer Antwort auf eine Anfrage an Stadtrat Klingler.

Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier - und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.
Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier – und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.

Weitere Themen sind die geplante Sanierung der Landesstraße 3110 und die damit verbundene Sperrung, Lärmschutzwand, Wasseraufbereitungsanlage und der Stand zur Geruchsbelästigung durch den Kanal. Die Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) schließlich berichtet über den Fortgang der Pläne für den Bau der Bahnschnellfahrstecke Frankfurt – Mannheim.

Tip druckt überholte Meldung – Busse halten weiter im Ulmenweg

Unter der Überschrift „Reisebüro Müller fährt Haltestelle Ulmenweg nicht an“ veröffentlichte der gedruckte Tip vom Samstag eine Mitteilung des Busunternehmens, die zwischenzeitlich überholt ist. Richtig ist: Auch nach den Ferien werden die Fahrzeuge der Linien 602 und 605 im Ulmenweg halten.

Hintergrund war ein kleinerer Unfall. Zwei Fahrzeuge eines Anwohners an einer der 90-Grad-Kurven im Ahornweg waren so gegenüber geparkt, dass sie zwar noch korrekt in den eingezeichneten Flächen standen. Dennoch hatte ein Bus der Linie 602 Probleme, dort durchzukommen. Er beschädigte eines der stehenden Autos leicht. Vor Ort entwickelte sich eine lautstarke Diskussion.

In der Folge, so ist zu hören, verfasste das Reisebüro als Auftragnehmer der Verkehr Touristik Lampertheim jene Pressemitteilung, die der Tipp dann veröffentlichte. Aufgrund von Rückfragen auch in der Stadtverwaltung anderer Medien stellte dann, wie die Lampertheimer Zeitung berichtet, Bürgermeister Gottfried Störmer klar: Die Verwaltung werde weiter am Halt im Ulmenweg festhalten. „Wir unterstützen die Bürgerkammer Neuschloß bei ihrer Haltung, dass die Haltestelle für die Schulwegsicherheit notwendig ist“, wird Störmer wörtlich zitiert. Die Pressemitteilung wurde zurückgezogen – was offenbar den Tip nicht mehr rechtzeitig erreichte.

Es scheint naheliegend, dass die Verwaltung nun bei den eingezeichneten Parkplätzen im hinteren Ahornweg nachbessern muss. Sie sollte die Linien so anpassen, dass die Busse gut vorbeikommen, selbst wenn die Autos bis an der Grenze des Erlaubten abgestellt werden.

Die Parkplätze waren im Mai eingezeichnet worden. Außerdem wurde das Tempo im hinteren Ahornweg auf maximal 20 km/h verringert und eine Einbahnstraßenregelung eingeführt. In den Ferien fahren, wie derzeit, kleinere Busse.

Mehr dazu auf unserer Themenseite Busverkehr.

Die Bürgerkammer Neuschloß informiert über die geplante Neubaustrecke.

ICE-Trasse C: Feldwanderung zeigt Orte der Betroffenheit

Lampertheim hat erneut gegen eine ICE-Trasse quer durch den Wald und über die Felder der Heide protestiert. Große rote Luftballon kennzeichneten die Strecke. Auf den Feldwegen gab es sieben Stationen, an denen die Stadt, Landwirte, Neuschlößer Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibende und Vereine ihre jeweilige Betroffenheit aufzeigten. Die Veranstaltung hatte vor allem informativen Charakter – trotz der jahrzehntelangen Debatte wächst das Interesse an dem Thema.

Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder bequem in Anhänger: Auf den Spuren der C-Trasse.
Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder bequem in Anhänger: Auf den Spuren der C-Trasse.

Die Aktion dauerte sechs Stunden und zog sich über mehrere Kilometer. Entsprechend lässt sich die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer schätzen. Die Angaben schwanken zwischen Hunderte (Südhessen Morgen) und 3500 (Veranstalterin Bila).

Groß war in jedem Fall die Resonanz. Die Liste der erschienenen Politikerinnen und Politiker aus allen Ebenen war lang. Neben den Lokalzeitungen berichtete das Hessen Fernsehen und das Rhein-Neckar-Fernsehen. Die von den Veranstaltern gewünschte Öffentlichkeit für die Positionen der Region wurde also erreicht.

Die wichtigen Informationen über das Bahnprojekt lest ihr hier: Sechs Fakten zur ICE-Trasse, die alle Lampertheimer kennen sollten.

Die Stationen.
Die Stationen.

Lampertheimer Wirtschaft gegen ICE-Trasse quer durch den Wald

125 Lampertheimer Unternehmen und Einzelhändler sprechen sich gegen eine Neubaustrecke der Bahn quer durch den Lampertheimer Wald aus. Neben den bekannten umweltpolitischen Argumenten nennen sie wirtschaftliche Gründe. Die Erklärung spricht von einer „Begrenzungstrasse“, die „Chancen der Wirtschaft und Stadtentwicklung an der Ostseite des Stadtgebiets“ stark einschränke.

Zudem senkten Gleise, die an Neuschloß vorbei und über die Lampertheimer Heide-Felder führen, die Lebensqualität. Schon die jahrelange Diskussion über den Trassenverlauf schade Lampertheim. Sie erschwere es lokalen Unternehmen, Beschäftigte zu finden. Denn die Attraktivität des Wohnorts entscheide immer häufiger über die Wahl des Arbeitsplatzes.

„Der Wettbewerb um Mitarbeiter und Fachkräfte ist nicht auf Arbeitsplatz und Entlohnung reduziert, sondern berücksichtigt insbesondere das Umfeld; Standortqualitäten, die sich positiv auf die Work-Life-Balance auswirken“, erläutert das Papier. Unter dem Strich führe C-Trasse „zu einer inakzeptablen Verschlechterung des Wirtschaftsstandortes Lampertheim“.

Erklärung Lampertheimer Unternehmer/innen.
Erklärung Lampertheimer Unternehmer/innen. (Großversion mit Klick auf Bild).

Die Initiative zu der Erklärung ging von fünf Geschäftsleuten aus: Peter Liermann (Vermessungsbüro GEO), Armin Kohler (Rechner Sensors), Stephan Grieser (Grieser Maschinenbau), Carmen Schreckenberger (Florales) und Maria Maron (Cavatappi).

Neuschloss.net dokumentiert die komplette Liste jener Händler und Unternehmen, die mit gegen die Zerschneidungstrasse kämpfen.

Der Südhessen Morgen berichtet, die Pressekonferenz, an der auch Bürgermeister Gottfried Störmer teilnahm, sei bei regionalen Radio- und Fernsehsendern auf große Resonanz gestoßen. Ein Ergebnis ist ein kurzer Bericht des HR-Fernsehens (ab Minute 5.25).

Uwe Rauschelbach kommentiert in der gleichen Zeitung, die Erklärung sei „ein gewichtiges Pfund im Kampf gegen ein Projekt“. Allerdings müsse das Engagement weiter gehen: „Vor diesem Hintergrund könnte es wahrscheinlich nicht schaden, wenn die Lampertheimer Unternehmer nicht nur den Schulterschluss mit Stadt und Bürgerinitiative suchten, sondern zumindest mit den Unternehmern auf Kreisebene, zumal sich die Wirtschaftsförderung des Kreises bereits mit den Kommunen solidarisiert hat.“

Proteste gegen die Zerschneidungstrasse

Lampertheim protestiert seit vielen Jahren gegen die Zerschneidungstrasse – und für eine Route entlang der Autobahnen 67 und 6. Die Kooordination übernimmt dabei die „Bürgerinitiative Lampertheim – Lebensraum vor ICE-Trasse“, die wiederum mit weiteren Initiativen aus der Region vernetzt ist. Im Frühjahr 2019 demonstrierten mehr als 2000 Menschen mit einem Lichterzug gegen die Trassenvariante. Der lokale Bauernverband bereitet sich juristisch vor; man werde „unbequem sein“, kündigt er an. Die Landwirte bauen auf den sandigen Böden der Rheinebene zahlreiche Sonderkulturen an wie Spargel, weiteres Gemüse oder Rollrasen.

„Solche Großprojekte kann man nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen“, sagt Ulrich Guldner, Sprecher der Bila. Der besonders betroffene Stadtteil Neuschloß ist kampferprobt. In den Neunzigerjahren schlossen sich dort mehr als hundert Bürgerinnen und Bürger in einem Verein zusammen, besorgten sich Rechtsbeistand – und setzten so eine gut 90 Millionen Euro teure Altlastensanierung durch.

Mehr lesen

SPD stärkste Kraft bei der Europawahl in Neuschloß

Bei den Europawahlen bleibt die SPD knapp stärkste Partei in Neuschloß. Sie kommt auf 23,5 Prozent oder 120 Stimmen. Fünf Voten weniger vereint die CDU auf sich – was einen Anteil von 22,6 Prozent ergibt. Drittstärkste Kraft sind die Grünen mit 19,9 und 101 Stimmen.

Es folgt die AfD mit 69 Stimmen und 13,5 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 war die AfD in Neuschloß noch auf 14,4 Prozent gekommen, bei der Landtagswahl 2018 gar auf 17,6 Prozent.

Die FDP erreicht 39 Stimmen (7,7 Prozent), die Linke elf Stimmen (2,16 Prozent). Weitere Kleinparteien führt die Ergebnisseite der Stadtverwaltung für unseren Wahlbezirk auf.

Europawahl in Neuschloß seit 2004

Die Entwicklung einschließlich der drei vergangenen Europawahlen 2004, 2009 und 2014 zeigt unsere interaktive Grafik.

Über die vergangenen zwei Jahrzehnte bleibt die SPD nach einem außergewöhnlichen Ausschlag vor fünf Jahren stabil. Die CDU verliert hingegen seit 2009 kontinuierlich; seit der gleichen Zeit gewinnt die AfD an Stärke. Die FDP ist zuletzt abgeschlagen; die Grünen wachsen in Neuschloß mit dem Trend. Die Linke kommt bei Europawahlen in Neuschloß nie über vier Prozent.

Europawahl 2019 in Neuschloß und dem Stadtschnitt

In Gesamt-Lampertheim führt die CDU mit 25,9 Prozent; in Neuschloß sind das 3,3 Prozent weniger. Die SPD kommt stadtweit nur auf 21,6 Prozent – in Neuschloß sind es zwei Prozent mehr. Die Grünen sind bei 17,7 Prozent in Gesamt-Lampertheim gut zwei Prozent schwächer als in Neuschloß. AfD und FDP zeigen keine großen Unterschiede.

Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Neuschloß.

Neuschloß hätte Steffan genommen

Herausforderer Marco Steffan ist bei den Neuschlößerinnen und Neuschlößern beliebter als der bisherige und künftige Bürgermeister Gottfried Störmer. Das zeigt ein Blick auf die Ergebnisse des Wahlbezirks 15. Steffan kommt auf 48,8 Prozent der Stimmen. Gottfried Störmer schafft 46,3 Prozent, Lothar Pfeiffer 4,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung in Neuschloß ist mit 51,9 Prozent die höchste eines Lampertheimer Wahllokals – dazu kommen noch die Neuschlößerinnen und Neuschlößer, die per Briefwahl abgestimmt haben.

Stadtweit erreicht Störmer 50,55 Prozent, Steffan 44,38 Prozent und Pfeiffer 5,07 Prozent. Gesamtwahlbeteiligung: 60,01 Prozent.

 

Neuschloß ist der einzige Stadtteil, in dem Steffan punktet. Andersrum schneidet Störmer nirgends schlechter ab als bei uns. Der Bürgermeister ist klarer Sieger in Hofheim (53,70 Prozent), Rosengarten (57,94 Prozent) und Hüttenfeld (62,12 Prozent). In der Kernstadt vereint Störmer 47,25 Prozent der Stimmen auf sich.

Im Wahlkampf spielten Themen aus allen Stadtteilen kaum eine Rolle. Das könnte sich vor allem für die Herausforderer gerächt haben. Sämtliche Kandidaten fokussierten sich auf die Frage, wie die Fußgängerzone in der Kernstadt zu beleben sei. Auch über die Führungsqualität Störmers als Chef der Stadtverwaltung stritten sie. Verkehrsaspekte, die für Stadtteile relevant sind, blieben undiskutiert. Wenig war über soziale Themen zu hören – etwa über Kinderbetreuung, Schulen und Bildung.

Neben den Stadtteilen entschieden die Wahl erwartbar vermutlich auch die Älteren, die in der Tendenz konservativ sind und auf die Briefwahl setzen.

Forschungsgruppe Wahlen in Neuschloß.
Forschungsgruppe Wahlen in Neuschloß.

Einige Neuschlößerinnen und Neuschlößer durften übrigens doppelt wählen. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte ausgewählte Bürgerinnen und Bürger nach ihrem Stimmverhalten. Die Ergebnisse flossen in die Prognosen und Hochrechnungen für das ZDF ein.

Der Beamtenbau, illuminiert beim Stadtteiljubiläum.

Umbau des Schlosses könnte im Herbst starten

Innen entkernt ist das historische Schlossgebäude schon seit mehr als zwei Jahren. Jetzt scheinen die Hürden dafür genommen, dass der Ausbau starten kann. Vorsitzende Carola Biehal berichtete in der jüngsten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer, nach mehreren Terminen mit der Denkmalbehörde seinen alle offene Fragen geklärt. Sie fügte hinzu: „Im Herbst könnte es losgehen.“

Die Stadt Lampertheim hatte das Gebäude im Jahr 2013 an die Lampertheimer Architektenfamilie Braun verkauft. Es ist ein Nebengebäude, der Beamtenbau einer größeren Jagdschlossanlage der Pfälzer Kurfürsten, die spätestens am 10. September 1468 gestanden haben muss; auf diesen Tag datiert eine Urkunde, die auch der Bezugspunkt der 550-Jahr-Feier unseres Stadtteils war.

Das "Schloss" an der Landesstraße. Von außen zeigt es sich, als sei nichts gewesen. Innen ist alles anders. Bild: Michael Bayer
Das zeigt sich bei einem Rundgang der Bürgerkammer durch das entkernte Gebäude. Bild: Michael Bayer
Türen auf, Türen zu. Bild: Michael Bayer
Die Wände zeugen von regen Umbautätigkeiten. Bild: Michael Bayer
In der Renaissance-Zeit waren die Fenster größer und abgerundet - nach der Freilegung des Mauerwerks deutlich zu erkennen. Das Fenster zeigt zur Landesstraße hin. Bild: Michael Bayer
Jahrhundertealte Brandspuren zeugen von Zerstörung und Wiederaufbau. Bild: Michael Bayer
Blick in den Dachboden - das tragende Kiefernholz wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut. Bild: Michael Bayer
Eine Kassettentür aus dem Jahr 1747.
Diese Kassettentür ist ebenso alt. Bild: Michael Bayer
Mit Bohrungen ermitteln Fachleute das Alter des Holzes. Bild: Michael Bayer
Treppe auf dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Diese Verzierung am Treppentürmchen war bisher unbekannt. Foto: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zeichen des Steinmetztes - die Wendeltreppe ist aus Granit gefertigt. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Weitere Verzierungen. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Reste des historischen Steinbodens. Bild: Michael Bayer.
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bimssteine - hell aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, dunkel in den 60er oder 70er Jahren eingebaut. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zimmermannsnägel. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Ausblick aus dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Die Erweiterung, erkennbar auf den letzten Metern zum Erlenweg hin, ist älter als bisher gedacht. Bild: Michael Bayer
Der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun (rechts im Bild) hat sich gründlich mit der Historie des Gebäudes vertraut gemacht. Bild: Michael Bayer

Eigentlich war der Umbau schon früher geplant. Als aber 2015 in Lampertheim Flüchtlinge unterzubringen waren, stellten die neuen Besitzer die bisherigen Wohnungen dafür ein Jahr lang zur Verfügung. Während des Stadtteil-Jubiläums entwickelte sich das entkernte Gebäude mit seiner natürlichen Schönheit, bereichert um eine kleine Kunstausstellung, zum Publikumsmagneten.

Das Konzept des Architekten sieht acht Wohnungen vor; auch das Dachgeschoss soll dafür ausgebaut werden. Ein Bereich im Erdgeschoss könnte öffentlich genutzt werden. Im Gespräch war hier zuletzt ein Museum, etwa zur Jagd, eventuell in Verbindung mit dem im Dezember gestarteten Geopunkt. Die Stadt oder eine andere öffentliche Einrichtung müsste dann als Mieterin auftreten.

Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.

Bürgerkammer diskutiert Pläne der Baugenossenschaft

Das Schild steht seit vier Wochen – aber von Bauarbeiten ist bisher nichts zu sehen. An der Landesstraße neben der Kinderkrippe will die Baugenossenschaft Lampertheim in Neuschloß Wohnungen bauen. Wann es losgeht und wie die Pläne im Detail aussehen, sind Thema im kommenden Treffen der Bürgerkammer. Es beginnt am Donnerstag, 16. Mai, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Der Geschäftsführer der Baugenossenschaft, Wolfgang Klee, wird das Vorhaben vorstellen und erläutern. Das vierstöckige Gebäude umfasst 15 Wohnungen für Familien, zwischen 77 und 100 Quadratmeter groß.

Fortgeschritten sind inzwischen auch die Pläne, nach denen die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ an der Forsthausstraße umgebaut werden sollen. Ziel ist, dass Fahrgäste in beide Richtungen im Seitenweg vor dem Schloss barrierefreie ein- und aussteigen können. Auch hier diskutiert die Kammer den aktuellen Stand.

Auf der Tagesordnung stehen ferner verschiedene Berichte – der Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) zum Neubau der Bahntrasse Frankfurt-Mannheim, des Projektbeirats Altlasten und des Fahrgastbeirats. Erster Stadtrat Jens Klingler wird zudem Anträge und Anfragen beantworten.

Ahornweg-Anwohner provozieren Busfahrer

Der Aushang schockte Neuschlößer Facebook-Nutzer: Die Haltestelle im Ulmenweg werde „wegen provozierender Behinderungen durch einen Anwohner im Ahornweg bis auf Weiteres nicht mehr bedient“. Im Ulmenweg steigen unter anderem die Grundschüler ein, die fernab der Hauptstraße rund um den Ahornplatz warten können. Doch das Schild hing glücklicherweise nicht lange. Was war geschehen?

Am Freitag musste gegen 14 Uhr ein Bus im hinteren Ahornweg Slalom fahren. Wie in der jüngsten Zeit häufig parkten Autos und Anhänger bis eng in die Kurven. Der Bus musste mit dem Überbau und teilweise auch mit dem linken Vorderrad über den Bürgersteig rollen. Der Fahrer berichtete, plötzlich habe ein Anwohner vor dem Bus gestanden. Der Neuschlößer habe dem Fahrer vorgeworfen, er würde ihn als Fußgänger gefährden und bedrohen. Daraufhin wollte das Busunternehmen zunächst nicht mehr durch den Ahornweg fahren, um seine Fahrer zu schützen. Der Aushang war Ausdruck davon.

Später schritt der Fachbereich Verkehr, Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung ein. Am Samstag weitete er das bestehende Halteverbot aus, so dass die keine Fahrzeuge mehr die Busse blockieren können. Das Ordnungsamt behält sich weitere Schritte vor. Mit dem Busunternehmen ist vereinbart, dass die Fahrzeuge am Montag weiter wie vorgesehen im Ulmenweg halten.

Der Aushang ist inzwischen ungültig und entfernt.
Der Aushang ist inzwischen ungültig und entfernt.

Kommentar: Die Stadtverwaltung handelt richtig

Busverkehr vor der eigenen Haustür muss man nicht lieben. Zumal wenn man nicht darauf angewiesen ist. Und natürlich haben Anwohner aus dem Neuschlößer Ahornweg das Recht, ihre eigenen Interessen – die Busse mögen bitte anderswo fahren – lautstark in Bürgerkammer und Leserbriefen (von Waldemar Schneider, Maria Walter und Marliese und Günter Koch) zu vertreten.

Genauso aber muss es der Mehrheit der Neuschlößer erlaubt sein, nicht auf diese Forderungen einzugehen. Weil es nämlich dem Stadtteil insgesamt schaden würden, fiele die Haltestelle im Ulmenweg weg. Ein Großteil unserer Schülerinnen und Schüler müsste dann die wirklich gefährliche Route entlang der Landesstraße nehmen. Und für ältere Menschen wäre der weitere Weg zum Bus, der sie zu den Supermärkten in der Otto-Hahn-Straße bringt, kaum machbar. Überall kämpfen die Menschen für einen besseren Nahverkehr; Neuschloß sollte wegen den Interessen weniger Anwohner nicht den gegenteiligen Weg einschlagen.

Um einige Fakten in die Debatte zu bringen: Wir reden hier nicht von einem Busverkehr wie in der Lampertheimer Eugen-Schreiber-Straße, wo sich fortlaufend große Fahrzeuge begegnen. Durch den Neuschlößer Ahornweg rollt montags bis freitags tagsüber grob gezählt jede Stunde ein Bus pro Richtung. Konkret fährt die Linie 605 an Schultagen einmal am Morgen zur Pestalozzischule und dreimal am Mittag zurück. Die 602 steuert 13-mal über Fachmarktzentrum, Bahnhof und Innenstadt das Schulzentrum West an; zwölfmal zurück.

Fakt ist ferner: Anwohner führten gegenüber der Stadtverwaltung aus, der Busverkehr im Ahornweg sei rechtswidrig. Der Fachbereich Verkehr, Sicherheit und Ordnung prüfte die Rechtslage und kam zum Ergebnis, dass sich die Bürger irren und der Busverkehr hier sehr wohl erlaubt ist. Daraufhin legten die Bürger Beschwerde beim Regierungspräsidium in Darmstadt ein. Das RP prüfte die Stellungnahme der Stadt und teilte mit, sie sei aus Sicht der obere Straßenverkehrsbehörde fachlich korrekt. Nun kritisieren die Anwohner das RP.

Es verfestigt sich der Eindruck, dass die Anwohner schlicht nicht akzeptieren wollen, dass sie ihre Interessen nicht durchsetzen können. Das lässt offenbar ihre Nerven blank liegen. Sie parken ihre Autos und Anhänger zunehmend so, dass die Busse zu einer Slalomfahrt gezwungen sind – um dann anschließend den Fahrstil der Busfahrer zu rügen. Die Stadtverwaltung hat nun die einzig richtige Konsequenz daraus gezogen, und das Halteverbot im hinteren Ahornweg ausgeweitet. Schade, dass es diesen Zwang braucht.

Die Bürgerkammer war den Anwohnern entgegen gekommen. Sie hatte nach vielen Diskussionen im Sommer vorgeschlagen, die Interessen der Buskritiker mit einzubringen, wenn im Zusammenhang mit der geplanten Einführung der S-Bahn der Busverkehr in Lampertheim möglicherweise ohnehin neu geregelt werden muss. Vielleicht kann sich ja Neuschloß auf diesen gemeinsamen Kurs besinnen.

„Thommy‘s“ erlebt großes Interesse

Blumen, Päckchen, Karten: Der Platz auf dem Regal für Glückwünsche reichte nicht lange. Kaum hatten Silke und Thomas Heyber am Samstag Vormittag die Tür zu ihrem „Thommy‘s“ geöffnet, kamen auch schon die ersten Gäste und Gratulanten: Freunde und Nachbarn, von denen einige am ersten Tag tatkräftig mithalfen.

Auch offizielles Händeschütteln war angesagt: Helmut Kemnitzer übermittelte als stellvertretender Vorsitzender der Bürgerkammer die Freude der Neuschlößer über das neue Café am Ahornplatz. Er sagte spontan zu, die internen Treffen der Aktiven ins „Thommy‘s“ zu verlegen.

Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.
Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.

Manche Neuschlößer wollten ihre Sympathie für „Thommy‘s“ persönlich zeigen. Am Vormittag kamen ältere Frauen und Männer aus dem Ortskern zu Sekt, Kaffee und Kuchen. Der Abend war geprägt von Leuten, die in den Achtzigerjahren in unseren Stadtteil kamen. Sie ließen es sich bei Livemusik, dem ein oder anderen guten Wein und Käse-Schinken-Snacks gutgehen.

In den Gesprächen zeigten sich die Gäste angetan von der liebevollen Inneneinrichtung. Die Bedienungen hatten ordentlich zu tun, was sicher auch den an Sonderpreisen zur Eröffnung lag – und dazwischen Silke und Thomas Heyber, die trotz des erkennbaren Stresses stets strahlend durch ihr Café schritten. Seit Oktober hatten die Beiden auf diesen Tag hingearbeitet.

Andrang auf dem Ahornplatz.
Andrang auf dem Ahornplatz.

Bei leicht frühlingshaften Temperaturen verbrachten viele Gäste den Nachmittag auf dem Ahornplatz; Tische, Stühle und Sonnenschirme luden ein. Nicht wenige Frauen und Männer waren aus der Kernstadt gekommen, teils mit ihren Motorrädern.

Die Nachricht über die Eröffnung hatte sich am Freitag wie ein Lauffeuer auf Facebook verbreitet – und so auch die nähere Umgebung erreicht. Schon hier zeigte sich das ungewöhnliche Interesse. Etwa 200 Leute markierten die Beiträge auf der Fanseite von Neuschloss.net und in der Gruppe „Lampertheim tretet ein!“ mit dem Daumen nach oben; etwa 60-mal wurde der Beitrag geteilt.

Mehr als tausend Nutzer riefen die verlinkte Berichterstattung auf der Webseite von Neuschloss.net auf – so viele Leserinnen und Leser hatte Neuschloss.net noch nie an einem Tag.

Ein erfolgreicher Anfang also. Und somit eine gute Nachricht für Neuschloß.

Der Eröffnungstag in Bildern

Das „Thommy‘s“ freut sich auf die Gäste - und Neuschloß freut sich aufs „Thommy‘s“.
Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.
Silke Heyber (Zweite von rechts) straht - Helmut Kemnitzer, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerkammer, gratuliert.
Das Café füllte sich gleich am Vormittag.
Auch davor auf dem Ahornplatz war einiges los.
Sekt, Kuchen, Kaffee - eine angemessene Kombination.
Das Regal für die Glückwunschgeschenke zur Eröffnung war schnell zu klein.
Am Abend gab's Livemusik: Schlagzeug, Contrabass und E-Gitarre brachten den Beat.
Volles Haus, viel zu tun für die Bedienungen.
Unter den abendlichen Gästen auch junge Besucherinnen und Besucher.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Silke und Thomas Heyber.

„Thommy’s“ belebt den Ahornplatz

Seit Tagen blicken die Schulkinder morgens beim Warten auf den Bus neugierig durch die Fenster ins Innere, rollen mittags Fahrzeuge einer Schreinerwerkstatt an, wird eingeräumt und gewerkelt in den Caféräumen am Ahornplatz. Am Samstag kann Neuschloß das Ergebnis feiern: „Thommy’s – Coffee and More“ öffnet um 10 Uhr mit einem kleinen Fest.

Hinter dem Projekt stehen – wie könnte es anders sein – Neuschlößer. Es sind Silke und Thomas Heyber aus dem Lindenweg. Die Beiden betreiben eine Schreinerei. „Aber Thomas wollte schon immer ein Café“, berichtet Silke Heyber über ihren Mann.

Deshalb heißt es künftig: morgens und mittags Schreinerei, nachmittags und abends Café. Montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 19 Uhr, freitags bis 22 Uhr und samstags von 10 bis 19 Uhr – mit diesen Öffnungszeiten starten die Heybers, die auch selbst die Gäste betreuen werden. „Wir fangen erstmal ohne Personal an“, sagen sie.

Die Kafeemaschine fällt gleich in den Blick.
Die Kaffeemaschine fällt gleich in den Blick.

Eines der ersten Dinge, die ins Auge fallen, ist die große Aperatur, die aus den Bohnen verschiedene Kaffeespezialitäten zaubert. Womit ein wichtiger Bestandteil der Getränkekarte geklärt wäre.

Dort finden sich auch Paulaner-Biere und verschiedene Weine. Der Kuchen ist selbstgemacht; freitags soll es auch handfeste Kleinigkeiten zu essen geben.

Die Einrichtung zeigt den Schreiner. Die Tische sämtlich in Echtholz, die Stühle bewusst verschiedenartig. Die Karte – auf Holztafeln. Als Dekoration eine alte, echte Schulbank, Blumen-Accessoires und Stoffsäcke mit Kaffeebohnen aus Brasilien.

Tische und Stühle aus Echtholz.
Tische und Stühle aus Echtholz.

Passend zum nahenden Frühling gibt es Tische, Stühle und Sonnenschirme auf dem Ahornplatz – dem die Heybers damit neues Leben einhauchen. Da passt es, dass wenige Schritte entfernt neuerdings der Bücherschrank steht.

Es sieht so aus, als würde Neuschloß nach dem Restaurant Quattro Mori eine zweite, wundervolle Gelegenheit bekommen, genussvoll schöne Stunden zu verbringen. Neuschloss.net drückt alle Daumen.

Lesen Sie auch unseren Bericht über den Eröffnungstag mit vielen Bildern.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Markierung des möglichen Verlaufs der ICE-Trasse bei Neuschloß.

Diskussion über ICE-Trasse im April

Leicht mediale Verwirrung: Der Südhessen Morgen macht die Zeitung damit auf, dass die Deutsche Bahn „erstmals“ drei Trassenvarianten für den Verlauf der Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim bei Lampertheim nenne. Im Wirtschaftsteil heißt es, die Planung komme voran.

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich freilich: Ganz so unbekannt ist das alles nicht, was das jüngste Treffen des Beteiligungsforums besprochen hat: Die Gleise könnten demnach a) mehr oder weniger gebündelt an der A67 und A6 liegen, b) entlang der A5 und vor Weinheim in Richtung Viernheim und A6 abbiegen – oder eben c) quer durch unseren Wald und dicht vorbei an Neuschloß verlaufen.

„Das ist der Stand, der seit etwa zehn Jahren bekannt ist“, erläutert Ulrich Guldner, einer der Sprecher der „Bürgerinitiative Lampertheim – Lebensraum vor ICE-Trasse“, im Gespräch mit Neuschloss.net. Er war in der Sitzung des Beteiligungsforums dabei. Dass die faktisch längst außen vorgelassene Variante einer A5-Bündelung plötzlich wieder auftaucht, zeige, dass es der Bahn im aktuellen Stadium vor allem darum gehe, noch einmal systematisch alle denkbaren Varianten einzubringen – um das Verfahren juristisch abzusichern. Es gebe aber keinerlei inhaltliche Weiterentwicklung.

Die freilich ist durchaus zu erwarten – und zwar im kommenden Treffen des Beteiligungsforums im April. „Dann beginnt die Bewertung der drei Trassen“, erklärt Guldner. Zunächst gehe es darum, welche Variante die Beste sei – gemessen an bestimmten Kriterien. Die Bila werde die Auswahl dieser Kriterien kritisch beobachten. Sollte – was wahrscheinlich ist – am Ende stehen, dass eine Variante ohne Waldzerschneidung zwar möglich, aber teurer ist, müssten die Abgeordneten des Bundestages davon überzeugt werden, dass die Mehrkosten sinnvoll angelegt sind.

Upate: Eine Präsentation der Deutschen Bahn (pdf) erläutert diese politische Komponente, die nach einer Gesetzesänderung seit Anfang 2018 möglich ist. Eine vom Beteiligungsforum zu gründende Arbeitsgruppe „Parlamentarische Befassung“ soll die Forderungen der Region bündeln. Dazu gehört auch eine „Vorzugsvariante“. Alle Erkenntnisse und Ergebnisse bespricht das Beteiligungsforum und stimmt darüber ab. Das Bundesverkehrsministerium erhält von der Bahn die abgestimmten Forderungen, die dann zusammen mit einer Beschreibung und Gesamtbewertung des Projektes an das Parlament gehen.

Für Lampertheim und Neuschloß ist also wichtig, die Bundespolitik zu überzeugen. Genau das ist das Anliegen des geplanten Lichterzugs der Bürgerkammer durch den Wald am Freitag, 1. März. Er soll der Politik signalisieren, wir wichtig den Bürgerinnen und Bürgern ein solcher Beschluss wäre.

Mehr zum Thema finden Sie in unserer gebündelten Berichterstattung über die Neubaustrecke.