„Neuschloß Ort“: Umbau startet am Dienstag

Die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ wird grundlegend umgebaut. Die Bauarbeiten beginnen gleich nach Pfingsten.

  • Künftig halten die Busse in beiden Fahrtrichtungen im Seitenweg der Landesstraße (kleine Forsthausstraeße).
  • Ferngesteuerte Ampeln schaffen den Bussen beim Ein- und Ausfahren Fahrt.
  • Die Haltestelle wird barrierefrei gestaltet, so dass es mit Rollstuhl oder Kinderwagen ohne Stufen in die Busse gehen kann.

23. Mai 2021

Arbeiten starten am Dienstag, 25. Mai

Die Stadtverwaltung nennt als Termin für den Beginn des Umbaus der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ den Dienstag, 25. Mai. Sie weist darauf hin, dass der Seitenweg zwischen Linden- und Erlenweg gesperrt wird, eine Ausfahrt aus beiden Straßen auf die Landesstraße aber möglich bleibt.

7. Mai 2021

Der Stand der Dinge aus dem Ortsbeirat

Dreieinhalb Jahre lang hat Neuschloß darauf gewartet – jetzt geht’s offenbar tatsächlich bald los: Die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ wird grundlegend umgebaut. „Vertraglich geplanter Baubeginn ist am 17. Mai, geplantes Bauende Mitte August“, berichtete Bürgermeister Gottfried Störmer im Ortsbeirat.

Ende vergangenen Jahres habe die Stadtverordnetenversammlung die finanziellen Mittel bereitgestellt. Die Arbeiten seien ausgeschrieben worden mit Frist zum 20. April. Aktuell befänden sich die Angebote beim Ingenieurbüro in Prüfung.

Der Umbau ist seit Jahren Thema. Er war eigentlich schon für das Jahr 2018 vorgesehen, wurde aber immer wieder verschoben. Mal fehlte der Förderbescheid, mal das Geld zur Zwischenfinanzierung, mal war die Kernstadt wichtiger. Mehrfach hatte die Verwaltung der Bürgerkammer bereits detaillierte Pläne präsentiert. Zuletzt kam der Verdacht auf, das Projekt werde mit Blick auf die Kosten gestrichen. „Es kann ja wohl nicht sein, dass das Projekt immer wieder verzögert, teurer – und am Ende gestoppt wird, weil es zu viel Geld kostet“, machte im vergangenen Jahr Carola Biehal, heute Ortsvorsteherin und damals noch Vorsitzende der Bürgerkammer, den Unmut der Neuschlößer klar.

Ziel des Umbaus ist, die Haltestelle für die Linien 644 und 602 so anzuheben, dass der Einstieg ebenerdig möglich ist – wichtig für Menschen mit eingeschränkter Bewegung oder Eltern mit Kinderwägen. Ferner würden die Busse künftig sowohl in Richtung Lampertheim als auch in Richtung Hüttenfeld in den Seitenweg abbiegen. Damit könnten die Fahrgäste in beide Richtungen in der Nähe der Grünanlage auf den Bus warten, und die Schulkinder aus dem alten Ortskern müssten auf dem Nach-Hause-Weg nicht wie bisher die viel befahrene Landesstraße überqueren. Ein Projekt, das Neuschloß an zentraler Stelle schöner und sicherer machen wird!

Umbau erst nach der Sanierung der Landesstraße

Pläne für die Bushaltestelle "Neuschloß Ort"
Pläne für die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“

Der zuständige Fachbereichsleiter Uwe Becher hatte im vergangenen Jahr erläutert, die Landesbehörde Hessen Mobil sei zuständig für die Genehmigung des Zuschusses von bis zu 80 Prozent der voraussichtlichen Kosten von 260.000 Euro. Nach zwei Anläufen für einen Förderantrag seien letzte Absprachen für einen dritten Versuch abgeschlossen. Die Behörde forderte unter anderem eine Ampel, mit der Busfahrer eine freie Ausfahrt aus dem Seitenweg anfordern können. Das sei nun eingeplant, die Genehmigung des Bescheides kurzfristig zu erwarten.

Die Arbeiten laufen nach der Sanierung der L3110 im vergangenen Sommer; zusammenlegen ließen sich die Arbeiten aus rechtlichen Gründen nicht.

Politische Diskussion

Die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung hatte 2020 in einer Pressemitteilung geschrieben, das Projekt stehe entgegen der parlamentarischen Beschlusslage „verwaltungsseitig nicht mehr zur Debatte“ und sei auf unbestimmte Zeit verschoben. Bürgermeister Gottfried Störmer entgegnete im Südhessen Morgen, der Umbau sei keineswegs gestoppt – allerdings teurer als gedacht, weshalb eine Extrarunde mit den Wächtern über die Fördermittel nötig sei.

Die SPD betonte, zwar stelle der derzeitige Einbruch bei Einnahmen aus der Gewerbesteuer eine Herausforderung dar, aber „Investitionen bleiben möglich, man muss hier richtig priorisieren. Und dieses Projekt ist eines mit großer Priorität.“

Die Verkehrssicherheit sei bei der derzeitigen Haltestelle mit dem Ein- und Ausstieg direkt an der Landesstraße nicht gegeben: „Sicherheit insbesondere auch von Schulkindern, duldet hier keinen Aufschub. Ebenso ist mit dem Umbau endlich ein ebenerdiger Einstieg in die Busse möglich.“

Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier - und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.
Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier – und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.

Eltern kritisieren Schulbusverkehr

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Na also, geht doch. Nachdem Fahrer von Schulbussen der Firma Müller in die öffentliche Kritik geraten sind, zeigte heute morgen in Neuschloß eine Fahrerin fast auffällig deutlich, wie es auch geht: Sie kam einige Minuten früher mit ihrem Fahrzeug an die Haltestelle im Ulmenweg, ließ die Kinder einsteigen und setzen – und lief danach von vorne nach hinten und zurück durch den kompletten Bus, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist.

Leider ist das nicht immer so. Eltern erleben auch das komplette Gegenteil: Der Bus kommt zu spät – und fährt deshalb schon ab, bevor alle Kinder richtig sitzen. In der Pestalozzischule sind entsprechende Beschwerden bekannt, auch im jüngsten Treffen des Schulelternbeirats waren sie Thema. Eine Mutter wandte sich damit jetzt an den Südhessen Morgen. Sie nennt einen Anhaltspunkt dafür, dass das Zuspätkommen des immer gleichen Fahrers nicht unbedingt verkehrsbedingt sein muss: Im Bus rieche es nach Zigarettenrauch.

Anlass der Stellungnahme war die Berichterstattung des Blatts über einen folgenschweren Vorfall in Hofheim. Dort bremste jüngst ein Müller-Schulbus so plötzlich und scharf, dass sich einige Kinder verletzten. Den Angaben zufolge kümmerte sich der Fahrer nicht um die Kinder. Es liegt eine Strafanzeige vor; die Polizei ermittelt.

Als Grund für die Vollbremsung führe der Fahrer einen Hund auf der Fahrbahn an, was Eltern bezweifeln. Der Buslenker sei schon vorher den Kindern aggressiv gegenüber aufgetreten, weil es ihm zu laut gewesen sei.

Verantwortlich für den Schulbusverkehr ist als Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft Verkehr und Tourismus Bernd Isenhardt. Im Gespräch mit dem Südhessen Morgen räumt er ein, man verzeichne in jüngster Zeit „häufiger Unregelmäßigkeiten“. Er zeigt sich ziemlich ratlos darüber und fragt wörtlich: „Was können wir tun?“ Gute Frage, Herr Isenhardt! Wir sind gespannt auf Ihre Antworten.

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