L3110: Bauarbeiten mit Nebenwirkungen.

L3110: Bürgerkammer rügt Begleitumstände der Sanierung

Hessen Mobil sanierte die Landesstraße L3110 zwischen Neuschloß und der Lampertheimer Kernstadt. Was bedeutete das für die betroffenen Anwohner/innen? Neuschloss.net berichtete fortlaufend über das Projekt und seine Nebenwirkungen. Das Protokoll der Ereignisse.

  • Die Bürgerkammer kritisiert die Stadt und Hessen Mobil wegen schlechter Kommunikation.
  • Eine neue Verkehrsinsel an der Einfahrt zum Ulmenweg behindert die Sicht für Abbieger. Es gab mehrere Unfälle.
  • Die Bauarbeiten an der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß sind zu Ende.

Update vom 30. August

L3110: Bürgerkammer kritisiert Umstände der Bauarbeiten

Die Bürgerkammer Neuschloß hat in ihrer jüngsten Sitzung ausgiebig die Begleitumstände der L3110-Sanierung diskutiert – und die Debatte jetzt auf ihrer Webseite zusammengefasst. Die Stadtteil-Vertretung kritisiert die Kommunikation von Hessen Mobil und der Stadtverwaltung.

So habe es entgegen des ausdrücklichen Wunsches der Bürgerkammer keine Informationsveranstaltung gegeben, um über die Sperrung und deren Nebenwirkungen zu informieren. Die Kammer hätte sich gewünscht, dass die Stadtverwaltung mehr Sorge dafür trägt, dass nur Berechtigte die Ausweichstrecke über die Felder nutzen. Auch die Planänderung, nach der die Neuschlößerinnen und Neuschlößer in den letzten zwei Wochen nicht durch den Wald fahren durften, sei schlecht kommuniziert worden. Schließlich heißt es, die laschen Kontrollen hatten dazu geführt, dass sich viele Autofahrer ermutigt sahen, illegale Wege nutzen.

Auch die Lokalpresse berichtet ausführlich über die Diskussion. Der Südhessen Morgen zitiert eine Vertreterin der Bürgerkammer mit den Worten: „Man hat uns hier ganz schön an der Nase herumgeführt“. Selbst der für seine Bedachtsamkeit bekannte Stadtrat Hans Schlatter aus Neuschloß habe die Verkehrsverhältnisse in der Sanierungsphase in drastischen Farben geschildert. Von der ersten Minute an seien keine wirksamen Kontrollen durchgeführt worden.

Die Lampertheimer Zeitung schreibt: „Den Ärger über den „schlechten Informationsfluss“ musste sich in einer Sitzung der Bürgerkammer Neuschloß Jens Klingler anhören. Dass Bürgermeister Gottfried Störmer nicht vor Ort war, stieß einigen Besuchern und Mitgliedern der Bürgerkammer bitter auf.“ Das Blatt zitiert auch eine Reaktion des Ersten Stadtrats: „Wenn du eine Alternative anbietest, musst du dich eben auch darum kümmern.“


Update vom 28. August

L3110: Neue Verkehrsinsel schafft Unfallschwerpunkt

Unfallschwerpunkt an der Verkehrsinsel.
Unfallschwerpunkt an der Verkehrsinsel.

Gut gemeint war sie ja, die neue Verkehrsinsel auf der L3110 in Höhe des Ulmenwegs. Denn hier wechseln oft Radfahrer und Fußgänger die Seite, müssen also die viel befahrene Landesstraße überqueren. Doch nicht alles, was gut gemeint ist, wird am Ende gut. So scheint es auch mit der Verkehrsinsel zu sein.

Kaum war der Verkehr freigegeben, krachte es. Und das gleich mehrfach. Vier Verkehrsunfälle zählte die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, schon. Klar zu erkennen am umgefahrenen Schild mit dem blauen Richtungspfeil.

Einige der Betroffenen meldeten sich bei Neuschloss.net. Sie berichten, die Verkehrsschilder auf der Insel versperrten Linksabbiegenden die Sicht auf den entgegenkommenden Verkehr aus Richtung Hüttenfeld. Neben dem runden Richtungsschild ist an dem Mast auch eine rot-weiße Warntafel befestigt. Bei den Unfällen entstand teils hoher Sachschaden.

Zahlreiche Neuschlößerinnen und Neuschlößer sehen das genauso. Im Diskussionsforum von Neuschloss.net auf Facebook diskutierten sie das Thema – mit eindeutigem Tenor: In ihrer jetzigen Form mach die Verkehrsinsel den Autoverkehr weniger sicher als vorher.

Und was ist mit den Fußgängern und Radfahrerinnen? „Ich habe zu Fuß die Landesstraße überquert. Als ich mitten auf der schmalen Verkehrsinsel stand, versperrten die Schilder auch mir die Sicht. Ich musste mich gefährlich der Fahrbahn nähern“, schilderte Carola Biehal ihre Erfahrungen.

Erster Stadtrat Jens Klinger sagte in der Bürgerkammer, die Stadtverwaltung werde die Verkehrsinsel zum Thema in anstehenden Gesprächen mit Hessen Mobil machen. Das umgefahrene Schild wurde inzwischen wieder aufgestellt.


Update vom 15. August

L3110 komplett frei – Busse fahren wieder

Hier und da erinnern noch umherliegende Schilder an die Strapazen der vergangenen sechs Wochen. Jetzt aber ist alles vorbei: Die Bauarbeiten auf der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß sind zu Ende, die Sperrung ist aufgehoben.

Früher als ursprünglich vorgesehen fahren auch wieder die Linienbusse zwischen Viernheim, Hüttenfeld, Neuschloß, Lampertheim und Worms auf der Stecke. Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar teilt mit:

Update 14.08.2020: Die Straße nach Neuschloß wird heute Mittag wieder geöffnet wird. Wir haben uns daher entschlossen, ab Morgen (Samstag, 15.08.2020) wieder den normalen Plan zu fahren.

Eigentlich sollte die Linie erst am Montag wieder starten.

Die Stadtspitze zeigt sich nicht ganz zufrieden mit dem Verlauf der Bauarbeiten. Die Lokalpresse zitiert den Ersten Stadtrat Jens Klingler mit den Worten, die Stadt habe noch eine Rechnung mit der verantwortlichen Landesbehörde Hessen Mobil offen. Er bezieht sich auf städtische Unterstützung rund um die Organisation der Baustelle (Südhessen Morgen, Lampertheimer Zeitung (plus)).

Allerdings hatte die Stadtverwaltung mit ihrer misslungenen Kommunikation und kurzfristigen Änderungen der lokalen Ausweichstrecken sowie zu seltenen Kontrollen ganz erheblich selbst zu dem Durcheinander beigetragen.


Update vom 10. August

Sanierung L3110: Arbeiten sollen am Freitag fertig werden

Vorarbeiten für die Fahrbahnmarkierung.
Vorarbeiten für die Fahrbahnmarkierung.

Wenige Tage müssen wir noch durchhalten, dann ist die Sanierung der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß Geschichte. Für viele eine aufregende Geschichte.

Neuschloss.net wollte von der zuständigen Landesbehörde Hessen Mobil wissen, wie die Arbeiten im Zeitplan liegen. Die schöne Antwort: Es läuft alles wie geplant. Vorgesehen ist, die Straße im Laufe des Freitags komplett freizugeben. Vorher, am Mittwoch und Donnerstag, seien die Fahrbahn-Markierungen dran. Am Freitag sind dann abschließende Arbeiten eingeplant.

Damit kann am folgenden Montag zum Beginn des neuen Schuljahres auch wieder der reguläre Busverkehr aufgenommen werden. Die Linien 644 und 602 bedienen dann wieder Lampertheim, Neuschloß und Hüttenfeld.

Hessen Mobil hatte schon bei der Auftragsvergabe einen deutlichen Anreiz an die Baufirma geschaffen, die Arbeiten pünktlich zu beenden. Im Falle einer Verspätung wäre eine Konventionalstrafe angefallen.

Rund 660.000 Euro hat sich das Land Hessen die Arbeiten kosten lassen. In der Ortsdurchfahrt hat die Baufirma die Asphaltdeckschicht erneuert. Richtung Lampertheim gab es mehr zu tun. Hier frästen die Arbeiter den vorhandenen Hocheinbau ab und beseitigten an lokalen Schadstellen tiefgehende Mängel. Anschließend trugen sie eine acht Zentimeter starke Asphaltbinderschicht und eine vier Zentimeter dicke Asphaltdeckschicht auf. Über 1,8 Kilometer zieht sich das Projekt.

Arbeiten am Geländer der Autobahnbrücke vor Hüttenfeld

Hessen Mobil nutzt den verringerten Verkehr für Arbeiten am Geländer der Brücke über die Autobahn 67 vor Hüttenfeld. Die Fahrbahn wird dort halbseitig gesperrt, um für Fußgänger:innen und Radler:innen Platz zu schaffen.


Neuschloss.net hält euch mit einer Fanseite auf Facebook auf dem Laufenden. Das gefällt euch doch bestimmt, oder? Bitte hier entlang.


Update vom 8. August

L3110: Empörung über illegale Autofahren – viele Reaktionen auf unser Video

Smart fährt über die Baustelle an der L3110.
Smart fährt über die Baustelle an der L3110.

Die Veröffentlichung des Beweisvideos auf Neuschloss.net ruft eine ganze Welle von Reaktionen hervor. Zahlreiche Neuschlößer/innen berichten von ähnlichen Beobachtungen: Autofahrer/innen scheren sich nicht um die Absperrungen an der L3110, wo derzeit im Ortskern von Neuschloß die Fahrbahn erneuert wird. Sie schieben die Absperrungen beiseite und fahren über die frisch geteerte, nicht freigegebene Strecke.

Eigentlich gilt eine Umleitung, die allerdings weiträumig ausfällt: über Bürstadt und Lorsch, auch über Mannheim-Sandhofen und Viernheim ist eine Umfahrung möglich. Entgegen erster Ankündigungen der Stadt und im Gegensatz zu den ersten Bauabschnitten, als Neuschlößer/innen und Krippen-Eltern mit Sondergenehmigung über die Felder der Heide fahren durften, gilt nun eine lokale Ausweichroute durch den Wald nur für Rettungskräfte und systemrelevante Fahrer/innen.

Anwohner/innen im Tannenweg hatten bemängelt, dass schon über die Heide zahlreiche Auswärtige ohne die erforderliche Genehmigung fuhren; ihr Ruf nach intensiven Kontrollen des städtischen Ordnungsamts verhallte weitgehend ungehört. Nachdem das illegale Verhalten kaum geahndet blieb, sehen sich nun Autofahrer/innen offenbar ermutigt, auch im letzten Bauabschnitt die Regeln zu brechen.

Die Reaktionen auf der Fanseite in Facbook von Neuschloss.net zeigen, dass der Fall aus dem Beweisvideo nur einer von vielen ist. Christoph Wohlfarth schreibt: „Der ein oder andere fährt da auch mitten am Tag durch. Im Zickzack um die Baufahrzeuge und dann wird verzweifelt der Ausweg gesucht. Ja! Baustellenschilder stehen eigentlich nur aus Jux da. Muss man nicht verstehen.“ Dominik Brüderl erläutert: „Schon mehr als einen gesehen der da einfach vorbei fährt. War aber auch selbes Spiel in der anderen Richtung. Da sind auch etliche durch die Baustelle gefahren während der Sperrung.“ Katja Schmitt beobachtet: „Leider ist das bei uns auch der Fall. Egal das es gesperrt ist. Jeder fährt durch.“

Emotionale Reaktionen erreichen Neuschloss.net auch direkt:

„Es ist unvorstellbar, was sich einige Leute erlauben.“
„Wir halten uns alle an die Regeln und die Auswärtigen machen, was sie wollen.“
„Wir gehen abends zur Unterhaltung an die Baustelle. Es ist wirklich unglaublich.“

Beweisspuren: Vorbei an der Absperrung auf die L3310.
Beweisspuren: Vorbei an der Absperrung auf die L3310.

Am Samstagvormittag beobachtete Neuschloss.net, wie ein Fahrzeug mit Heidelberger Kennzeichen zunächst langsam den Seitenweg neben der Forsthausstraße befuhr. Plötzlich bog es ab und fuhr über den Grünstreifen auf die absperrte Landesstraße – und von dort in Richtung Hüttenfeld. An der Ausweichstrecke, vorbehalten für die Rettungskräfte, wendeten Autofahrer/innen plötzlich hektisch, als sie bemerkten, dass Fotos angefertigt werden.

Ein Anwohner berichtete, abends führen Autos direkt auf die Absperrungen, um sie zu verschieben. Er habe die Barrieren am Morgen wieder zurückgestellt. Andere Neuschlößer/innen sahen zudem kleine Autos wie Smarts, die regelmäßig in Richtung Hüttenfeld über den Fahrradweg an der abgesperrten Baustelle vorbei führen. Eine für Zweiradfans gefährliche Sache.

Inzwischen sind die unerlaubten Fahrten offenbar auch ein Thema für die Polizei. Am Samstag kamen Beamte nach Neuschloß, um die Absperrungen eigenhändig wieder aufzubauen. Zuvor hatte sich die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, schriftlich und wiederholt beim städtischen Ordnungsamt über die untragbaren Zustände beschwert. Anwohner/innen berichten Neuschloss.net, die Polizei habe auch einige Autofahrer/innen erwischt und Strafzettel ausgestellt.

Update vom 7. August

Videobeweis: Autofahrer/innen missachten die Absperrungen an der L3110-Baustelle

Fahrt quer durch die Baustelle.
Fahrt quer durch die Baustelle.

Gäbe es keine klaren Beweise, man würde es nicht glauben. Kaum gehen die Arbeiter/innen in ihren Feierabend, rollen Autofahrer/innen heran – und schieben die Absperrungen beiseite. Das geht seit vielen Tagen so. Manche machen sich nicht einmal die Mühe, die Schilder wieder zurückzustellen.

Eine Anwohnerin hat nun Neuschloss.net einige Videoaufnahmen übermittelt, die einen solchen Fall zeigen. Eine Auto kommt aus Richtung Hüttenfeld. Die Absperrung wird weggeräumt, das Fahrzeug rollt durch. Anschließend geht es weiter über die frisch geteerte Fahrbahn. An der Einmündung zum Alten Lorscher Weg wird’s dann nochmal ein – auch hier mogelt sich das Fahrzeug vorbei.

Neuschloss.net hat die zuständige Landesbehörde Hessen Mobil gefragt, was die Folgen dieses Verhalten sein könnten. Die Antwort: Natürlich bekommt ein Strafzettel, wer durch eine gesperrte Straße fährt und erwischt wird. Falls etwas auf der Baustelle passiert, bestehe kein Versicherungsschutz. Und nicht zuletzt: Sollte die neue Fahrbahn durch die frühe Nutzung beschädigt werden, etwa in Form von Spurrillen, müssen die Fahrer/innen für die Beseitigung der Schäden aufkommen.

Update vom 5. August

L3110: Wer darf durch den Wald ausweichen? Diskussion über unklare Vorgaben der Stadt

Mit der dritten Bauphase der L3110 wird die Diskussion lauter, ob die Stadtverwaltung die Ausnahmeregelungen gut organisiert. In Beiträgen auf der Facebook-Fanseite von Neuschloss.net und in der größten lokalen Gruppe „Lampertheim tretet ein!“ wird deutlich, dass viele Lampertheimer die Vorgaben nicht nachvollziehen können.

Mitteilung der Stadtverwaltung.
Mitteilung der Stadtverwaltung.

Das muss wenig verwundern. Hatte die Stadtspitze zunächst in der Bürgerkammer öffentlich von einer Umleitung für Neuschlößer/innen durch den Wald gesprochen, ist die Durchfahrt nun doch verboten. Bekamen Erzieherinnen in den ersten vier Wochen die Erlaubnis, die lokalen Ausweichrouten zu benutzen, gelten sie nun offenbar plötzlich nicht mehr als systemrelevant und sollen den weiten Bogen nehmen. Und Berichten von Beschäftigen der Pflegedienste ist zu entnehmen, dass sie in den ersten beiden Tagen der dritten Bauphase mal durchfahren durften, mal nicht. Eine offensive und klare Kommunikation sieht anders aus.

Eine Frau erläuterte auf Facebook, sie habe vor der Sperrung eine Ausnahmegenehmigung erhalten, von den Änderungen nichts gewusst – und fürchte nun einen Strafzettel. Grundsätzlich stellt sich hier die Frage, ob solche Verwarnungen überhaupt rechtens wären. Die Ausnahmegenehmigungen erlauben das Durchfahren gesperrter Wege bis Mitte August und wurden individuell per Brief zugestellt. Man könnte erwarten, dass ein unvorhersehbarer Widerruf der Genehmigung auf gleichem Weg zugestellt werden muss.

Die Verwaltung geht offenbar davon aus, dass eine mäßig klare Pressemitteilung für den Widerruf ausreicht. Es könnte sich lohnen, gegen eventuelle Strafzettel Widerspruch einzulegen.

Aufruf eines Anwohners an alle Neuschlößer/innen

Tempolimit auf der Ausweichroute.
Tempolimit auf der Ausweichroute.

Trotz der strengeren Auswahl der Berechtigten sehen Anwohner/innen eine beachtliche Zahl von Fahrzeugen durch den Wald und den Alten Lorscher Weg fahren. Insbesondere vor dem Kinderspielplatz könnten so gefährliche Situationen entstehen. Die Stadtverwaltung hat dort deshalb die erlaubte Geschwindigkeit auf zehn Kilometer pro Stunde verringert und Tempokontrollen angekündigt.

Den Neuschlößer Christoph Wohlfarth bewegte diese Lage zu einem Aufruf, den er an Neuschloss.net übermittelte. Wir dokumentieren ihn und schließen und inhaltlich voll an:

Auf der, eigentlich nur für Rettungskräfte und den Linienbus gedachten, Umleitungsstrecke fahren vermehrt Neuschlösser und Auswärtige.

Nicht jeder Verkehrsteilnehmer legt dort die gebotene Rücksichtnahme an den Tag. Gerade am Spielplatz ist es brandgefährlich wenn Volker Vollgas oder Beate Blindfisch dort vorbeidonnern.

Achtet bitte darauf eure Kinder nochmal auf das erhöhte Verkehrsaufkommen auf den normalerweise ruhigen Strassen aufmerksam zu machen.

Zu und auf und zu und auf am Tannenweg

Absperrung am Tannenweg.
Absperrung am Tannenweg.

Kaum waren die Bauarbeiten Richtung Neuschloß beendet, zierten die bekannten Pfosten wieder den Tannenweg – und sperrten damit die Ausweichstrecke über die Felder. So manche Autolenker/innen, die von der Öffnung der Landesstraße nicht wussten, mussten wenden und zurück zum Kreisel am Hundeverein fahren.

Am Mittwochmorgen dann wieder alles auf Anfang: Tannen- und Birkenweg waren nicht mehr von der Landesstraße aus zu erreichen. Wer hier hin- oder wegwollte, musste wieder über die Heide fahren. Die Pfosten wurden also erneut entfernt.


Update vom 4. August

L3110: Arbeiten in der Ortsdurchfahrt schreiten voran

L3110: Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt Neuschloß.
L3110: Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt Neuschloß.

Es ist viel passiert innerhalb der ersten 24 Stunden im dritten und letzten Bauabschnitt an der L3110. In der Ortsdurchfahrt von Neuschloß haben die Arbeiter bereits den alten Fahrbahnbelag abgetragen und mit einer schwarzen Flüssigkeit für die neue Schicht vorbereitet.

An den Seiten sind die zuletzt verdeckten Betonstreifen freigelegt, die lange Zeit zwischen Neuschloß und Hüttenfeld als – nicht ungefährliche – Fahrradwege dienen mussten. Sie werden wieder überteert; seit der Verlegung einer Gasleitung gibt es ja südlich der L3110 einen richtigen Fahrradweg.

Sperrung der L3110: Bus fährt, Ordnungsamt kontrolliert

Die 602 im Alten Lorscher Weg.
Die 602 im Alten Lorscher Weg.

Wendete am Montagmorgen der Fahrer den Bus zwischen Neuschloß und Hüttenfeld noch ratlos auf freier Strecke vor der Absperrung, nimmt er inzwischen die Ausweichroute durch den Wald. Sie führt ihn weiter durch den Alten Lorscher Weg zum Seitenweg der Forsthausstraße. Dort wendet er an der Einfahrt zum Erlenweg. Die Bürgerkammer hatte sich für diesen Pendelbus während der Bauarbeiten eingesetzt. Sie veröffentlichte auf ihrer Webseite auch den Fahrplan.

Wie berichtet, ist die Ausweichroute durch den Wald nun systemrelevanten Bedürfnissen vorbehalten. Die Stadt weicht damit von früher verkündeten Plänen ab, denen zufolge auch die Neuschlößer/innen so in östlicher Richtung weiterkommen. Begründet wird die Änderung mit Waldbrandgefahr. Am Dienstagmorgen kontrollierte das städtische Ordnungsamt, ob sich Unberechtigte durchmogeln wollen.

Kontrolle des Ordnungsamts vor Neuschloß.
Kontrolle des Ordnungsamts vor Neuschloß.

Update vom 3. August

Baustelle L3110: nach Lampertheim frei, nach Hüttenfeld dicht

L3110: Vollsperrung vor Neuschloß.
Vollsperrung vor Neuschloß.

Der direkte Weg zwischen Neuschloß und der Kernstadt ist wieder frei. Die Sanierung der Landesstraße L3110 samt der Fahrradwege ist weitgehend abgeschlossen. Vier Wochen lang mussten die Neuschlößer/innen über den Tannenweg und die Felder der Heide ausweichen. Alle anderen mussten gar über Lorsch oder Viernheim fahren.

Zugleich läuft nun die Sanierung der Fahrbahn in der Ortsdurchfahrt, zwischen der Einfahrt des Tannenwegs und dem Ortseingang aus Richtung Hüttenfeld. Entgegen früherer Überlegungen dürfen die Autos aus unserem Stadtteil nicht eine Ausweichstrecke durch den Wald nehmen. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt Lampertheim hervor.

Darin heißt es: „War noch während der ersten beiden Bauabschnitte eine provisorische Umleitung über Feldwege für eine begrenzte Personengruppe eingerichtet, fehlt im letzten Bauabschnitt diese Möglichkeit gänzlich. Fahrten durch angrenzende Waldwege und die aktuell herrschenden Waldbrandgefahr bieten daher keine Alternative.“

Keine Ausweichroute – entgegen früherer Pläne

Mit keinem Wort geht diese Mitteilung, die sämtliche lokalen Zeitungen als Artikel übernommen haben, darauf ein, dass in der jüngsten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer eigentlich eine andere Planung verkündet wurde. Damals stellten Erster Stadtrat Jens Klingler und der zuständige Fachbereichsleiter in der Verwaltung, Uwe Becher, eine Ausweichroute vor – vorbei am Spielplatz im Alten Lorscher Weg und danach über einen Feldweg zurück auf die Landesstraße. Seinerzeit war nur noch die Zustimmung des Forsts offen.

Nun heißt es, die Verkehrsbehörde bitte darum, „illegale Fahrten durch den Wald“ unbedingt zu unterlassen. Nur wer sich systemrelevant hält, kann einen Antrag stellen. Die Stadt kündigt Kontrollen durch die kommunale Ordnungspolizei an – die Anwohnerinnen und Anwohner im Tannenweg in den vergangenen vier Wochen eher vermisst hatten.

Sperrung der L3110: Chaos am Montagmorgen

Der Linienbus wendet auf offener Strecke.
Der Linienbus wendet auf offener Strecke.

Wie schon öfter in den vergangenen Wochen klappte am Morgen der Umstellung nicht alles. Kaum war die Absperrung am Ortseingang aus Richtung Hüttenfeld aufgestellt, rollte der Bus der Linie 602 heran. Der Fahrer zeigte sich im Gespräch überrascht und ratlos. Er wendete das Fahrzeug dann durch längeres Rangieren. Für Reisende gab es keinerlei Informationen, wohin die Haltestelle verlegt wird.

Auch die Fahrer der Müllabfuhr wussten offenbar nichts von der Sperrung.

Auch die Müllabfuhr kommt nicht weiter.
Auch die Müllabfuhr kommt nicht weiter.

Update vom 20. Juli

L3110: Einfahrt in den Ulmenweg bekommt Verkehrsinsel

Neue Verkehrsinsel am Ulmenweg.
Neue Verkehrsinsel am Ulmenweg.

Das wird Radfahrer und Fußgängerinnen gleichermaßen freuen: In Höhe der Einmündung des Ulmenwegs in die Landesstraße ist eine Verkehrsinsel entstanden. Sie wird das Überqueren der Straße deutlich erleichtern. Wichtig ist das, weil hier viele Neuschlößer/innen einbiegen – und später in der Ortsdurchfahrt der südliche Fahrradweg gesperrt ist.

Update vom 21. Juli

Baustelle L3110: Waldfriedhof von Lampertheim aus erreichbar

Baustelle L3110: Weg zum Waldfriedhof von Lampertheim frei.
Baustelle L3110: Weg zum Waldfriedhof von Lampertheim frei.

Dieses Schild hat sich Lampertheim herbeigesehnt. Nun signalisiert der Hinweis „Zufahrt Friedhof frei“ den Abschluss der ersten Etappe der Fahrbahnsanierung der L3110. Damit ist der Waldfriedhof wieder mit dem Auto von der Kernstadt aus zu erreichen – auch wenn Details wie die Markierungen auf der Fahrbahn noch fehlen.

Manche Lampertheimer hatten in den vergangenen zwei Wochen durchaus Kreativität entwickelt, um auf vier Rädern und ohne Umweg über Bürstadt zu den Gräbern zu kommen.

Meist führte ihre Route über den Schmittiniweg vom Kreisel zum AZ-Vogelpark, über die Böllenruthen vorbei am Tierheim und am Gestüt Neuschloß. Die Durchfahrt ist hier nicht ausdrücklich verboten, sicher aber auch nicht ausgerichtet für regelmäßigen Verkehr.

Sanierung L3110: Erstes Radwege-Stück fertig

Der nördliche Radweg hat in diesem Abschnitt bereits eine neue Asphaltdecke.

Nun folgt die Erneuerung des südlichen Radwegs.

L3110: sanierter Radweg zwischen Lampertheim und Waldfriedhof.
L3110: sanierter Radweg zwischen Lampertheim und Waldfriedhof.

Sperrung L3110: Arbeiten im zweiten Abschnitt

In vollem Gange sind die Bauarbeiten jetzt im zweiten Abschnitt zwischen Waldfriedhof und der Einmündung des Neuschlößer Tannenwegs, der nur noch aus östlicher Richtung erreicht werden kann.

Fräsarbeiten im zweiten Bauabschnitt der L3110.
Fräsarbeiten im zweiten Bauabschnitt der L3110.

Die Einmündung des Ulmenwegs auf die Landesstraße ist damit abgeschnitten, der größte Teil unseres Stadtteils nur über den Linden- und Alten Lorscher Weg erreichbar.

Insbesondere Paketdiensten scheinen diese lange angekündigten Verkehrsverhältnisse neu; am Dienstag jedenfalls rangierten sie fleißig mit ihren Lastwagen vor- und rückwärts auf der L3110.

L3110: Lastwagen rangieren ratlos vor der Sperrung in Neuschloß.
L3110: Lastwagen rangieren ratlos vor der Sperrung in Neuschloß.

Für den zweiten Abschnitt ist wieder eine Bearbeitungszeit von etwa zwei Wochen vorgesehen. In der fünften und sechsten Ferienwoche folgt die Sanierung der Fahrbahn in der Ortsdurchfahrt Neuschloß, wo derzeit noch Bagger unterwegs sind, um eine Ferngasleitung zu prüfen. Anschließend soll die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ grundlegend umgebaut werden.

L3110: unerlaubte Nutzung der Ausweichroute mit Folgen

Der Ärger, dass Kernstädter und Hüttenfelder nicht die lokale Ausweichroute nutzen dürfen, ist wohl ähnlich groß wie die Versuchung, es trotzdem zu tun. An einem Morgen will ein Anwohner binnen einer Stunde 70 Fahrzeuge gezählt haben, die aus dem Tannenweg kamen und dann direkt weiter in Richtung Hüttenfeld fuhren. Wenig wahrscheinlich, dass das Neuschlößer/innen waren. Darüber berichtet die Lampertheimer Zeitung in ihrer Mittwochsausgabe. Der befragte Bürgermeister Gottfried Störmer spricht von „mobilen Kontrollen“ auf der Ausweichroute, die etwa 50 Strafzettel zur Folge gehabt hätten.


Update vom 14. Juli

Überraschung! Noch eine Baustelle auf der L3110

Einseitige Sperrung mit Baustellenampel der L3110 zwischen Neuschloß und Hüttenfeld.
Einseitige Sperrung mit Baustellenampel der L3110 zwischen Neuschloß und Hüttenfeld.

Überraschung: noch eine Baustelle in und um Neuschloß. Ohne dass es im Voraus bekannt gewesen wäre, beginnen jetzt Arbeiten auf der Landesstraße 3110 nach Hüttenfeld. Mit der hier behandelten, lange geplanten Sanierung der Fahrbahn haben sie nichts zu tun. Die L3110 wird dann phasenweise halbseitig gesperrt, eine Ampel regelt den Verkehr. Was genau dort gemacht wird, haben wir hier zusammengestellt.


Update vom 9. Juli

Baustelle L3110: Gespräche mit genervten Anwohner/innen im Tannenweg

Sanierung der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß: Die Arbeiten im ersten Abschnitt kommen voran.
Arbeiten an der Einmündung zum Waldfriedhof.

Die Landesstraße glänzt im Morgenlicht. Auch wenn es fast so aussieht: Es ist noch nicht die neue Teerschicht, der sich hier auf der L 3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß ins Blickfeld rückt. Vielmehr haben die Arbeiter den alten Belag abgefräst und nun mit einer schützenden Flüssigkeit eingelassen. Der gesperrte nördliche Radweg zeigt sich noch unverändert.

Wegen der Ausweichroute für Neuschlößer erleben Anwohnerinnen und Anwohner im Tannenweg ungewohnt viel Verkehr. Naturgemäß gefällt das nicht allen. Die Bürgerkammer, die sich sehr für eine Ausnahmeregelung für die Autohalter aus unserem Stadtteil eingesetzt hatte, sprach in den vergangenen Tagen mehrfach mit Betroffenen – und bat um Geduld und Gelassenheit.

Bürgermeister Gottfried Störmer kündigt schärfere Kontrollen an

Auch Bürgermeister Gottfried Störmer schaute gestern vorbei; ein Beweisfoto der Stadt Lampertheim findet sich heute im Südhessen Morgen. Störmer ist sich mit der Bürgerkammer einig, „eine Schließung dieses Weges werde von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung im Stadtteil gewiss nicht befürwortet“. Er kündigte zudem intensive Kontrollen an – bei denen auch Bußgelder verhängt würden.

Die Ausweichroute über den Tannenweg und die Felder der Heide ist vier Wochen lang nötig. In den letzten beiden Wochen können Berechtigte über den Ulmen- und Buchenweg sowie einen Waldweg in Richtung Hüttenfeld ausweichen.


Update vom 8. Juli

Sperrung L3110: Wegweiser auf der Ausweichstrecke

Sperrung L3110 Lampertheim: Beschilderung der Ausweichroute
Beschilderung der Ausweichroute.

Auf der Ausweichroute müsst ihr nun nicht mehr nach den gelben Markierungen der Gasleitung Ausschau halten, um an der richtigen Stelle in den Feldern im rechten Winkel abzubiegen. Dort stehen jetzt – die Farbe ist praktischerweise geblieben – gelbe Umleitung-Wegweiser.

Auch im Tannenweg stehen nun Schilder – allerdings rot-weiße, die das Parken auf der östlichen Straßenseite verbieten. Sicher eine sinnvolle Sache, damit sich der Verkehr dort nicht unnötig staut.


Update vom 7. Juli

Umleitung L3110: Das Ordnungsamt rückt an

Sperrung L3110: Kontrollen an der Ausweichstrecke
Sperrung L3110: Kontrollen an der Ausweichstrecke.

Am zweiten Tag der Sperrung der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß deutet sich eine Entspannung an. Dass die Lage besser ist als am Premierenmontag, hat gleich mehrere Gründe. Natürlich dürften sich die Bauarbeiten inzwischen auch bei jenen herumgesprochen haben, sie seltsamerweise nicht Neuschloss.net lesen. Außerdem wird inzwischen schon in Hüttenfeld an zentraler Stelle auf die Sperrung hingewiesen. Eine entsprechende Beschilderung habe gestern – verblüffenderweise – im morgendlichen Berufsverkehr noch gefehlt, berichtet der Südhessen Morgen.

Der dritte und wahrscheinlich entscheidende Punkt: Die städtische Ordnungspolizei kontrolliert jetzt im Tannenweg, ob in allen Fahrzeugen die erforderliche Ausnahmegenehmigung liegt. In den ersten 45 Minuten am Dienstag mussten gerademal drei Fahrzeuge wieder wenden. All das deutet darauf hin, dass sich die Situation nach der ersten großen Aufregung normalisiert.

Baufahrzeuge rücken an zur Sanierung der L3110 bei Lampertheim
Baufahrzeuge rücken an zur Sanierung der L3110 bei Lampertheim.

In der Facebook-Gruppe „Lampertheim tretet ein“ beteiligen sich unter einem Post von Neuschloss.net viele an der Diskussion über die Sperrung. Gefragt wird häufig, wie der Waldfriedhof zu erreichen ist. Die Antwort: In den ersten zwei Wochen von Neuschloß aus, in der dritten und vierten Woche von Lampertheim aus. Für die Kernstädter läuft das also zunächst wenn möglich aufs Fahrrad hinaus.

Aus den Kommentierungen ergibt sich auch, dass offenbar nicht alle Rettungsdienste wissen, wie sie fahren sollen. In der Bürgerkammer war angekündigt, dass die Arbeiten auf der Landesstraße so laufen, dass die Fahrzeuge im Notfall durchrollen können. Neuschlösser berichten aber, ein Notwagen mit Blaulicht sei über die Felder gefahren.


Update vom 6. Juli

Bauarbeiten auf der L3110: Es geht los

Sperrung L3110 Lampertheim: Ausweichroute im morgendlichen Berufsverkehr
Ausweichroute im morgendlichen Berufsverkehr.

Erster Morgen der Bauarbeiten. Um 7 Uhr stehen bereits alle Absperrungen, die Arbeiter verladen schwere Baugeräte – und die Sperrpfosten auf der Ausweichroute vor dem Feldweg am Tannenweg sind entfernt.

Trotz der wochenlangen öffentlichen Aufregung bremst auf der Landesstraße kurz vor dem Ortsausgang Richtung Lampertheim eine beachtliche Zahl von Autofahrerinnen und -fahrern überrascht ab, betrachtet verwundert die roten Schilder – und wendet.

Einige machen sich auf zur Ausweichroute. Dort herrscht am Premierenmorgen ziemliche Verwirrung. Denn wer dachte, auch nur ein Schild würde den Weg beschreiben, sollte sich getäuscht fühlen. Als im Tannenweg die Straße in einen sandigen Feldweg wechselt, bleibt eine Neuschlößerin verwirrt stehen, steigt aus – und fragt wohl im Fahrzeug hintendran, ob das tatsächlich die richtige Route ist.

Mitten im Feld dann, wo es es aus Lampertheim kommend nach links abzubiegen gilt, rollt ein Fahrzeug fälschlich geradeaus – und setzt dann zurück. (Merke: Am gelben Pfosten, der die Gasleitung markiert, abbiegen!). Und natürlich rangieren auch in den verwirrenden Nebenwegen vor dem Hundeplatzkreisel verwirrte Autolenker.

Sperrung der L3110 bei Lampertheim-Neuschloß
Sperrung der L3110 bei Lampertheim-Neuschloß.

Interessant: Manche sind auf Zweiräder umgestiegen. Es soll ja während der Bauarbeiten immer einer der beiden Fahrradwege offen bleiben. Aktuell es ist der nördliche entlang des Waldfriedhofs – und der war am Montagmorgen ungewöhnlich gut benutzt. Mit dabei auch ein Nutzer eines E-Rollers – der übrigens genauso schnell in der Kernstadt ankam wie der Neuschloss.net-Autor mit dem Auto über die Ausweichroute.

Einige Lampertheimer erkundigten sich in den vergangenen Tagen bei uns, wie sie den Waldfriedhof mit dem Auto erreichen. Am schwierigsten ist das in den ersten beiden Wochen der Arbeiten – dann ist nämlich nur die Anfahrt aus Richtung Neuschloß möglich. Damit ist also der große Bogen über Bürstadt, Lorsch und Hüttenfeld nötig. Das war aber wohl auch vielen klar, denn am Wochenende war‘s ziemlich voll auf dem Friedhof. Offenbar wurden noch schnell größere Arbeiten erledigt. Zum Gießen gehen reicht ja dann auch das Fahrrad.


Update vom 21. Juni

Die 644 fährt jetzt über Lorsch und Bürstadt.
Die 644 fährt jetzt über Lorsch und Bürstadt.

Die Bürgerkammer hat das Ersatzkonzept für den Busverkehr vorgestellt. Neuschloss.net hat es gecheckt – und erläutert es. Der Baustellenfahrplan ist im wahrsten Sinne ein Notfahrplan. Wer ganz dringend auf den Bus angewiesen ist, wird aber froh sein, mit Geduld wenigstens über Hüttenfeld nach Bürstadt oder Lampertheim zu kommen.


Update vom 3. Juni: Die Stadtverwaltung hat Details dazu veröffentlicht, wie die Berechtigten an die Ausnahmegenehmigungen für die Ausweichwege über die Felder der Heide bekommen. Abgefragt werden Name, Anschrift, Telefonnummer und Autokennzeichen. Zudem wird eine Kopie des Fahrzeugscheins gefordert. Die Angaben müssen bis zum 19. Juni einreicht werden. Als Kontakt wird genannt die Mailadresse verkehr@lampertheim.de sowie die Telefonnummern 06206/935-355 (Frau Meier) oder -326 (Frau Fritz). Es steht auch ein Formular zur Verfügung.

Bitte lest weiter unten, welcher Personenkreis antragsberichtigt ist.


Update vom 9. Juni: Die Stadtverwaltung hat inzwischen die ersten Genehmigungen per Post verschickt.

Sondergenehmigung zur Nutzung der Ausweichroute.

Update vom 10. Juni: Die Formulare liegen in ausgedruckter Form jetzt auch zur Abholung bereit im Kiosk am Ahornplatz und bei der Vorsitzenden der Bügerkammer, Carola Biehal, Ahornweg 3.


Das Thema Sanierung und Vollsperrung der L3310 wabert schon lange. Wird denn nun wirklich gebaut oder nicht?
Es wird gebaut. Hessen Mobil hat die Aufträge vergeben.

Für welchen Zeitraum sind die Bauarbeiten an der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß geplant?
Vorgesehen ist die Zeit der hessischen Sommerferien, also vom 6. Juli bis zum 16. August. Um die Baufirmen dazu zu motivieren, in den sechs Wochen fertig zu werden, sind nach Angaben der Stadtverwaltung Strafzahlungen fällig, wenn das nicht klappt.

Sperrung der L3110 am Hundeplatzkreisel Lampertheim
Sperrung der L3110 am Hundeplatzkreisel Lampertheim.

Sperrung der L3110: die drei Bauphasen

Wo genau wird gesperrt?
Die Arbeiten laufen in drei Abschnitten, die jeweils etwa zwei Wochen dauern sollen.
– Erster Teil: zwischen Kreisel am Hundeplatz und dem Waldfriedhof. Die Einfahrt zum Friedhof-Parkplatz ist weiter aus Richtung Neuschloß möglich.
– Zweiter Teil: zwischen Waldfriedhof und Tannenweg in Neuschloß. Die Einfahrt zum Friedhof-Parkplatz bleibt aus Richtung Lampertheim möglich. Die Einfahrt in den Tannenweg bleibt möglich.
– Dritter Teil: zwischen Tannenweg und Ortsausgang Richtung Hüttenfeld (Forsthaus). Keine Einfahrt in den Tannenweg möglich.

Kann ich mit dem Fahrrad entlang der Landesstraße fahren?
Ja, jederzeit. Die beiden Streifen für Fußgänger und Radler werden glücklicherweise zwar mitsaniert. Aber einer der beiden Wege soll immer benutzbar bleiben.

Sanierung Landesstraße 3110: großräumige und lokale Umleitung

Der Regen zeigt die Rillen in der Fahrbahn.
Der Regen zeigt die Rillen in der Fahrbahn.

Wo sollen die Autos fahren?
Die weiträumige Umleitung während der Vollsperrung der L3110 führt über Bürstadt, Lorsch und Lampertheim-Hüttenfeld.

Gibt es schnellere Ausweichrouten für direkt Betroffene?
Ja, gibt es. Da diese Routen allerdings über nicht ausgebaute Straßen und Wege führen, behält die Stadtverwaltung sie einem kleinen, fest umrissenen Personenkreis vor:
– Leute, die in Neuschloß wohnen, und ein Auto auf sich angemeldet haben,
– Leute, die ihren Nachwuchs in den Neuschlößer Kindergarten oder in die Krippe bringen und die Erzieherinnen dort.

Ich wohne in der Kernstadt und muss als Berufspendler nach Hüttenfeld oder Viernheim. Ich betreibe einen Lieferdienst; wenn ich über Lorsch nach Neuschloß fahre, wird das Essen kalt. Ich betreibe einen Post- oder Paketdienst. Ich bin die Mutter einer Neuschlößerin und will sie besuchen. Darf ich die lokalen Ausweichrouten nutzen?
Sie gehören nicht zum von der Stadtverwaltung festgelegten Kreis der Ausnahme-berechtigten. Das Ordnungsamt kündigte Kontrollen und Bußgelder an, wenn die Wege ohne Berechtigung genutzt werden.

Video: Umleitung über die Felder der Heide

Wo sind denn nun diese Ausweichwege?
In den ersten beiden Bauphasen, also während der Sperrung zwischen Hundeplatz-Kreisel und der Einfahrt zum Tannenweg in Neuschloß, geht es über die Felder der Heide. Von Neuschloß kommend zunächst über den Tannenweg, der westlich Richtung Lampertheim abbiegt. Die Pfosten am Ortsausgang, die üblicherweise den Weg für Autos sperren, werden abgebaut. Von dort aus geht es auf dem Feldweg weiter bis zur geteerten Strecke („Schwarzer Weg“), der in den Hundeplatz-Kreisel mündet.
In der dritten Bauphase, also während der Sanierung zwischen Tannenweg und Ortsausgang Hüttenfeld, geht es über den Ulmen- und Buchenweg durch den Stadtteil, dann über den Alten Lorscher Weg ein Stück in den Wald und dann über den Waldweg hinter dem Spielplatz rechts zurück zur Landesstraße.

Das ist mir zu kompliziert. Kann ich nicht durch den Wald an der Trimm-Dich-Strecke vorbeifahren, so wie gelegentlich sonntags beim Marathon?
Nein, eine sechswöchige Umleitung rund um die Uhr ist etwas anders als zwei Stunden am Sonntagmorgen. Der Forst lehnt das mit Blick auf den Natur- und Vogelschutz ab.

Die blöden Vögel sind doch nicht so wichtig.
Doch. Das Vogelschutzgebiet im Lampertheimer Wald dürfte uns im Konflikt um die ICE-Trasse den Tunnel gebracht haben. Wir sollten es ihnen danken.

Sperrung L3110: Ausnahmegenehmigung für Anwohner

Wie komme ich als Berechtigte/r an die Ausnahmegenehmigung?
Die Stadtverwaltung hat auf ihrer Homepage ein Formular eingestellt, das es auszufüllen gilt. Danach flattert ein grün bedrucktes DIN-A5-Blatt ins Haus, das hinter die Windschutzscheibe zu legen ist.

Wird die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ wie schon lange versprochen auch umgebaut?
Ja, aber nicht zeitgleich. Zum einen fehlt noch ein Förderbescheid, zum anderen könnte das rechtlich schwierig werden, sagt die Stadtverwaltung. (Details und Zeitplan zum Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“.)

Können in Notfällen die Rettungsdienste ihre vorgeschriebenen Zeiten halten?
Auskunft der Stadtverwaltung: Die Baustelle ist so organisiert, dass die Rettungsfahrzeuge jederzeit durchfahren können.

Einseitige Sperrung mit Baustellenampel der L3110 zwischen Neuschloß und Hüttenfeld.

Überraschung: Baustelle auch auf L3110 nach Hüttenfeld

Straßenbaufahrzeuge sind dieser Tage nichts seltenes auf der L3110. Deshalb schien es zunächst wenig verwunderlich, dass Arbeiter in der Ortsdurchfahrt von Neuschloß damit begannen, Absperrungen und Behelfsampeln aufzubauen. Das Lustige ist nun aber: Diese Baustelle hat nichts mit der lange geplanten Fahrbahnsanierung der L3110 zu tun. Und: Die halbseitige Sperrung der Landesstraße wird durch den Wald in Richtung Hüttenfeld wachsen.

Was ist da also los? Ein Gespräch mit den Arbeitern vor Ort gibt Aufschluss: Neben der Landesstraße zwischen Neuschloß und Hüttenfeld – die gelben Pfosten in regelmäßigen Abständen deuten es an – ist eine Gasleitung vergraben. Die müsse recht kurzfristig überprüft werden. Auftraggeber der Arbeiten sei der Betreiber des Ferngasnetzes.

Offenbar lässt sich hier genügend Sicherheitsabstand zu den vorbeifahrenden Autos herstellen, so dass eine halbseitige, ampelgeregelte Sperrung möglich ist. Bei der Fahrbahnsanierung der L3110 zwischen Lampertheim und Neuschloß hatte die Landesbehörde Hessen Mobil eine solches Vorgehen mit Blick auf den hier nicht einzuhaltenden Mindestabstand abgelehnt. Mit den neuen Arbeiten zwischen Neuschloß und Hüttenfeld habe Hessen Mobil nichts zu tun, erklärte ein Sprecher gegenüber Neuschloss.net.

Die Bushaltestelle Neuschloß Ort, wegen des Notverkehrs derzeit eher mäßig genutzt, befindet sich baustellenbedingt jetzt im Seitenweg der Landesstraße – dort, wo sie die Bürgerkammer künftig ohnehin haben will.

Haltestelle „Neuschloß Ort“ baustellenbedingt verlegt.
Haltestelle „Neuschloß Ort“ baustellenbedingt verlegt.

Der Seitenweg wurde zur Einbahnstraße, weil die Einfahrt in die L3110 am Alten Lorscher Weg nicht in die Baustellenampel-Regelung einbezogen werden konnte.

Seitenweg der L3110 vorübergehend Einbahnstraße.
Seitenweg der L3110 vorübergehend Einbahnstraße.

Weil die reguläre Ampel für Fußgänger vor dem Schloss in die Baustelle fällt und außer Betrieb ist, wurde zwischen Ulmen- und Tannenweg eine Ersatzampel aufgestellt. Wer drüber will, muss allerdings erst durchs Gras der Seitenstreifen laufen.

Fußgänger können an einer Behelfsampel auf der L3110 zwischen Ulmen- und Tannenweg die Seite wechseln.
Fußgänger können an einer Behelfsampel auf der L3110 zwischen Ulmen- und Tannenweg die Seite wechseln.

Für Radfahrerinnen und Radfahrer aus Hüttenfeld bedeuten die Arbeiten, dass ihr eigener Weg südlich der Landesstraße nicht zur Verfügung steht. Mögliche Alternative: Von Hüttenfeld kommend verläuft ein paar hundert Meter nach der Brücke über die A67 ein Weg im Wald ziemlich genau südlich der L3110. Damit kommt man am Ende genau auf dem Schwarzen Weg raus – der Umleitung für die Neuschlößer über die Felder. Siehe man gut in Google Maps. Könnte passen für Hüttenfelder, die in die Kernstadt wollen.

Die Arbeiten in Richtung Hüttenfeld kamen für viele Beteiligte kurzfristig und überraschend. Auch die Bürgerkammer wurde nicht informiert. Immerhin bietet die Eile die Chance, dass die Arbeiten an der Gasleitung in der Ortsdurchfahrt abgeschlossen sind, bevor die Fahrbahnsanierer dort anrücken.

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Der Regen zeigt die Rillen in der Fahrbahn.

Sanierung L3110: Hessen Mobil beharrt auf Vollsperrung

Hessen Mobil beharrt weiter auf eine Vollsperrung der L3110 zwischen Neuschloß und Lampertheim.

Update im verlinkten Text: Inzwischen hat die Stadt eine lokale Umleitung für Anwohner entwickelt.

Straßen könnten bei Sanierungen nur dann halbseitig offen bleiben, wenn sie mindestens 8,50 Meter breit seien, sagte ein Sprecher der Landesbehörde dem Südhessen Morgen. Das sei nicht der Fall. Erster Stadtrat Jens Klinger hatte sich in der Bürgerkammer mehrfach gegen eine Komplettsperre ausgesprochen, zuletzt Mitte November. Wie der Streit ausgeht, ist noch offen.

Eine weitere Neuigkeit enthält der Zeitungstext vom Donnerstag (21. November): Entgegen früherer Angaben der Stadtverwaltung sollen demnach die Fahrradwege doch mitsaniert werden. Als mögliche Lösung bringt Uwe Rauschelbach in einem Kommentar ins Gespräch, vorübergehend den Grünsteifen zwischen Fahrbahn und Fahrradweg zu befestigen, damit die Straße die für eine nur halbseitige Sperre nötige Breite erhält. Die Plänung von Hessen Mobil betrachtet auch er als „Zumutung“.

Erstmals war Anfang September in der Bürgerkammer bekanntgeworden, dass es für die Neuschlößer 2020 ein großes Verkehrsproblem mit weiten Umwegen geben könnte. Im schlimmsten Fall könnte das eine mehrwöchige Vollsperrung mit sich bringen, hatte Stadtrat Klingler angekündigt.

Die Kammer überlegte damals, ob der Zustand der Fahrbahn eine Sanierung überhaupt nötig mache. Dass dem so sein dürfte, zeigt sich bei Regenfällen: Dann steht das Wasser insbesondere in Höhe des Waldfriedhofs in den Spurrillen. Nach Angaben von Hessen Mobil müssen Risse, Abbrüche und Absenkungen beseitigt werden. Die Fahrbahn soll abgefräst und mit einer neuen Asphaltschicht versehen werden.

Sanierung der L3110: Stadt und Hessen Mobil zoffen sich

Die Landesstraße zwischen Neuschloß und Lampertheim muss saniert werden.
Die Landesstraße zwischen Neuschloß und Lampertheim muss saniert werden.

Mitte November berichtete der Erste Stadtrat der Bürgerkammer den weiteren Verlauf der Auseinandersetzung. „Von Anfang an vertritt die Verwaltung gegenüber Hessen Mobil den Standpunkt, dass die Sanierung der Landesstraße in halbseitiger Sperrung erfolgen muss.“ Im September hatte in der Bürgerkammer allerdings schon Rolf Müller, Leiter des Fachdiensts Tiefbau der Stadtverwaltung, auf verschärfte Vorschriften zum Sicherheitsabstand zwischen Verkehr und Baustelle hingewiesen und zu Bedenken gegeben: „Den erreichen wir an einigen Stellen bei einspuriger Verkehrsführung nicht.“

Die Landesbehörde informierte dann Mitte Oktober darüber, dass sie gegen den Willen der Stadt eine Vollsperrung plane. Die wiederum forderte dann Hessen Mobil erneut auf, den Verkehr nur halbseitig zu stoppen. Sie verwies auf die etwa 25 Kilometer lange Umleitung über Lorsch oder Viernheim. Weil auch der Busverkehr umgelenkt werden müsste, legte die verantwortliche städtische Gesellschaft Verkehr Touristik Lampertheim (VTL) Kosten von mehr als 100.000 Euro auf die Waagschale. Die neuerliche Antwort von Hessen Mobil stehe noch aus, sagte Klingler.

Vollsperrung der Landesstraße 3110: betroffener Abschnitt

Konkret geht es um den Abschnitt zwischen dem Forsthaus am Ortseingang aus Richtung Hüttenfeld und dem Kreisel am Hundeplatz vor Lampertheim. Eine Vollsperre würde bedeuten, dass Autofahrer statt der zwei Minuten für die direkte Verbindung geschätzt mindestens die zehnfache Zeit für den Weg über Hüttenfeld, Lorsch und Bürstadt benötigen. Alternativ ginge es auch über die A6 bei Mannheim-Sandhofen und Viernheim.

Denn eine lokale Ausweichroute, wie sie von Sportveranstaltungen an verkehrsarmen Sonntagvormittagen bekannt ist, führt über ungefestigte Waldwege vorbei an der Grillhütte. Sie kann keinesfalls über Wochen den Verkehr einer Landesstraße abfangen.

Sperrung der L3110: Auswirkungen auf Bus- und Individualverkehr

Schon eine einspurige Verkehrsführung würde zu dem Hauptzeiten am Morgen und Abend zu erheblichen Behinderungen führen, wie Bauarbeiten in der Vergangenheit zeigten. Vertreter der Bürgerkammer baten deshalb Stadtrat Klingler zu prüfen, ob der Fernverkehr umgeleitet und wenigstens den Anwohnerinnen und Anwohnern n eine einspurige Durchfahrt erlaubt werden könnte.

Neben dem Individualverkehr beträfe eine Sperre auch ganz massiv die Buslinen 644 (Worms – Lampertheim – Viernheim), 602 (Lampertheim – Hüttenfeld) und 605 (Neuschloß – Pestalozzischule). Zu klären wäre in diesem Zusammenhang insbesondere, wie Kinder und Jugendliche aus Hüttenfeld und Neuschloß ihre Schulen erreichen sollen. Denkbar wäre, die Bauarbeiten in die Schulferien im Sommer zu legen.

E-Bikes und E-Roller als Alternative?

Eine schöne Alternative für den Weg zwischen Neuschloß und der Kernstadt könnten, solange es nicht ums Einkaufen geht, übrigens Zweiräder werden, die auch auf den Feldweg entlang des Vogelparks ausweichen könnten. Vielleicht gelingt es ja dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) oder der Verkehr Touristik Lampertheim (VTL), zuständig für den Öffentlichen Personennahverkehr, spätestens zur (Teil-)Sperrung der Landesstraße in Neuschloß spontan mietbare E-Bikes oder E-Roller in ausreichender Zahl bereitzustellen. Für Pendlerinnen und Pendler, die nur zum Bahnhof müssen, könnte das eine praktische Lösung sein.

Sanierung L3110: Folgen für Umbau der Haltestelle „Neuschloß Ort“

Betroffen von der Sanierung der L3110 ist auch der geplante Um- und behindertengerechte Ausbau der Bushaltestelle an der Forsthausstraße. Stadtrat Klingler schlug vor, die Arbeiten mit Hessen Mobil zu koordinieren. Geplant ist, die Busse in beiden Richtungen im Seitenweg vor dem Beamtenbau halten zu lassen, um vor allem vielen Schulkindern die Überquerung der Landesstraße zu ersparen. An diesem Plan will die Kammer trotz vereinzelter Bedenken aus dem Publikum festhalten – auch weil aus eigentumsrechtlichen Gründen ein schneller behindertengerechter Umbau der bisherigen Haltestelle an der Südseite der Landesstraße schwierig sei.

Sowohl an der östlichen als auch an der westlichen Ausfahrt sollen Bedarfsampeln den Durchgangsverkehr stoppen und den Linienbussen eine freie Ausfahrt gewähren können. Nach einer Anregung von fachkundigen Anwohnern aus dem Ahornweg sollten die Breite des Seitenwegs noch einmal daraufhin überprüft werden, ob sich begegnende Busse so aneinander vorbeikommen, dass sie nicht über den Fußgängerweg fahren müssen. Ein Vor-Ort-Termin hält die Verwaltung jedoch erst dann für sinnvoll, wenn die Planungen von Hessen Mobil weiter fortgeschritten sind.

Bürgerkammer bespricht Neuschloß-Investitionen

Welche Investitionen plant die Stadt Lampertheim im kommenden Jahr in Neuschloß? Das ist Thema der öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer am Donnerstag, 14. November, 19 Uhr, im Bürgersaal am Ahornplatz. Erster Stadtrat Jens Klingler wird den städtischen Haushalt unter Neuschlößer Blickwinkel vorstellen.

Soviel ist bereits klar: Geld wird insbesondere in den kommunalen Kindergarten im Wacholderweg fließen. Einen neuen Anlauf nimmt zudem die Kommunalpolitik für den schon länger erhofften barrierefreien Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ in der Forsthausstraße. Die Bürgerkammer wird die Details dazu besprechen.

In der Ortsdurchfahrt der Landesstraße wurde die Geschwindigkeitsüberwachung umgebaut. Während in der Vergangenheit Blitzer direkt hinter den Ortseingängen standen, prüft nun ein Gerät in zentraler Lage in der Nähe der Fußgängerampel den Verkehr. Wie sich diese Standortänderung auswirkt, darüber erhoffen sich die Neuschlößer Aufschlüsse aus einer Antwort auf eine Anfrage an Stadtrat Klingler.

Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier - und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.
Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier – und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.

Weitere Themen sind die geplante Sanierung der Landesstraße 3110 und die damit verbundene Sperrung, Lärmschutzwand, Wasseraufbereitungsanlage und der Stand zur Geruchsbelästigung durch den Kanal. Die Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) schließlich berichtet über den Fortgang der Pläne für den Bau der Bahnschnellfahrstecke Frankfurt – Mannheim.

Noch gilt zwischen Waldfriedhof und Neuschloß Tempo 80.

Vorschlag für Tempo 60 auf der L3110

Neuschlößer wissen es: Sobald wir den großen Kreisel am Hundeheim hinter uns gelassen haben, wird es gefährlich beim Heimweg auf der Landesstraße 3110. Die Bürgerkammer schlägt deshalb neue Verkehrsregeln vor.

Aber schauen wir uns erstmal den Stand der Dinge an. Die Gefahr beginnt einige hundert Meter vor dem Waldfriedhof am Feldweg in Richtung Pferdegestüt. Manche deuten dort links blinkende Autos vor ihnen so, dass die weithin sichtbare Linksabbiegespur des Friedhof das Ziel sei – und sind teils böse überrascht, wenn die Wagen vor ihnen stattdessen schon vorher abbremsen, um in den Feldweg zu biegen. Zumal bis fast hier auch noch Tempo 80 gilt.

In Höhe der Haupteinfahrt zum Waldfriedhof ist dann Tempo 60 erlaubt und überholen verboten – was beides aber gleich danach wieder aufgehoben wird. Bis kurz vor der Einmündung des Neuschlößer Ulmenwegs in die Landesstraße, wo unser Ortsschild steht, sind dann wieder 80 km/h und überholen erlaubt. Obwohl es in diesem Abschnitt eine weitere Gefahrenstelle gibt: die Einfahrt zum hinteren Parkplatz des Waldfriedhofs.

Die Bürgerkammer folgte in ihrem jüngsten Treffen einem Antrag des Mitglieds Peter Scherb: Demnach soll Tempo 60 durchgehend vom Waldfriedhof an bis Neuschloß gelten. Das Überholverbot würde soweit verlängert, dass es die Einfahrt zum zweiten Parkplatz noch mit abdeckt (also bis zur Markierung 2 auf der Skizze).

Luftansicht: Zwischen 1 und 2 soll überholen verboten sein, bei 3 das Ortsschild stehen. Tempo 60 wäre durchgehend.
Luftansicht: Zwischen 1 und 2 soll überholen sein, bei 3 das Ortsschild stehen. Tempo 60 wäre durchgehend.

Außerdem wird vorgeschlagen, das Ortsschild weiter in Richtung Lampertheim zu verschieben – im Luftbild in etwa bei Position 3. Das wäre auch im Sinne des Lärmschutzes hilfreich für Anwohner im Akazienweg.

Ob all das so kommt, wird an anderer Stelle entschieden. Zuständig für die Landesstraße ist Hessen Mobil, also das frühere Straßenverkehrsamt. Dorthin wird die Stadtverwaltung die Vorschläge der Bürgerkammer weiterleiten.

Ganz neu ist zumindest die Frage, wo Neuschloß verkehrstechnisch beginnt, übrigens nicht. Der Ortsbeirat hat sie unter anderem im Juni 2013 diskutiert.

Wildschweine nähern sich Neuschloß

Das arme Schwein.
Das arme Schwein.

Wer gerne im Lampertheimer Wald radelt oder joggt, mag gar nicht glauben, dass dort in der freien Natur auch gar nicht so kleine Tiere zu Hause sind. Wildschweine etwa oder Rehe. Zu sehen bekommen wir das Wild meist nur nachts als Autofahrer – wenn es zwischen Hüttenfeld und Neuschloß neben der Landesstraße steht. Das wiederum gar nicht so selten. Gut, wenn wir dann nicht zu schnell unterwegs sind.

Jetzt hat es wieder ein Wildschwein erwischt. Das Interessante: Der Unfall ereignete sich nur wenige Meter hinter Neuschloß. Die Wildschweine nähern sich offenbar unserem Stadtteil. Das tote Tier lag eine Zeit lang im Straßengraben, wohl sorgfältig zur Seite gelegt. Später wurde es mit einem Anhänger abgeholt. Auf der Straße sind Kreidespuren zu sehen, die von dem Unfall zeugen.

Beeindruckend sieht das Tier in jedem Fall aus. Möglicherweise radelt man nachts, wenn das Wild aus seinen Verstecken kommt, besser anderswo als im Wald.

Update: Auf der Facebook-Seite von Neuschloss.net berichtet Anwohnerin Bianca Schweiß von Wildschweinen hinter den Stichstraßen zum Wald: „Ich sehe bzw. höre oft spätabends, wenn ich mit meinen Hunden die letzte Gassitour in den Wald mache, Wildschweine. Und ich laufe lediglich den Hauptweg direkt hinter den Wegen; Espen, Ahorn, Platanen, Ginster, auch hier tummeln sich die Schweine.“ Nachbarn mit den Gärten direkt zum Wald hätten ihre Zäune verstärkt, um Wildschweine daran zu hindern, regelmäßig den Rasen umzugraben.

Angriffslustig seien die Tiere nicht: „Die sind zum Glück immer am flüchten“, schreibt Bianca Schweiß. Ob das an ihren eher großen Hunden liege oder an ihre Beleuchtung, wise sie nicht. „Aber sie bewegen sich zum Glück immer weg.“

Nur wenige Meter hinter Neuschloß hat ein Auto dieses Wildschwein angefahren.
Nur wenige Meter hinter Neuschloß hat ein Auto dieses Wildschwein angefahren.

Stadt erneuert tote Radarfalle

Radarfalle am Ortseingang aus Richtung Hüttenfeld.
Radarfalle am Ortseingang aus Richtung Hüttenfeld.

Eigentlich erfüllt sie ja ihren Sinn, die Radarfalle in Neuschloß vor dem Forsthaus. Autofahrer, die aus Richtung Hüttenfeld kommen, bremsen hier brav ab. Was nur wenige wissen: Das Ding ist kaputt. Ein fotografierter Verkehrsteilnehmer versuchte mit einem Brandanschlag seinen Führerschein zu retten.

Das misslang gründlich. Zwar ist die Radarfalle nicht mehr funktionstüchtig. Aber die zu flotte Tour blieb dennoch amtlich dokumentiert. Und so war am Ende nicht nur der Lappen weg. Die nicht auf den Kopf gefallenen Strafverfolger hatten auch sehr schnell einen Verdacht, wer Urheber des Feuerchen sein könnte.

Im Dezember lief die Gerichtsverhandlung. Erster Stadtrat Jens Klinger (SPD) berichtete dem Ortsbeirat sehr genüsslich das Ergebnis: Nach dem Schuldspruch muss der Verurteilte stolze 21.000 Euro an die Stadt Lampertheim zahlen als Schadenersatz. Die Verwaltung, ergänzte Klingler, werde das zum Anlass nehmen, eine komplett neue Radaranlage in Säulenform zu installieren, wie wir sie von anderen Stellen im Stadtgebiet kennen.

Da das bisherige Modell zwar technisch tot ist, aber in der Praxis via Abschreckung dennoch funktioniert, wäre zu überlegen, ob die Hülle leicht renoviert anderorts vielleicht weiter nützliche Dienste leisten könnte. Zumindest für Externe, die nicht Neuschloss.net lesen…

Folgen des Brandanschlags.
Folgen des Brandanschlags.

Nächtlicher Tempocheck im Wald

Das war eine ruhige Nacht für die Polizei: Eineinhalb Stunden checkten Beamte heute zwischen Neuschloß und Hüttenfeld die Autofahrer. Fast alle waren angemessen schnell unterwegs. Nur eine 49-Jährige war mit 42 km/h zu viel schnell. Ihr Auto bekommt bald eine einmonatige Ruhepause – die Fahrerin Punkte und Bußgeld.

Die Landstraße 3110 durch den Wald ist unfallträchtig. Immer wieder verunglücken Verkehrsteilnehmer tödlich. Nicht selten kommen junge Erwachsene ums Leben. Ein Schwerpunkt ist die langgezogene Kurve gleich hinter Neuschloß. Sie sieht auf den ersten Blick harmlos aus – und wird so trotz Warnschilder in ihrer Gefährlichkeit oft unterschätzt.

Auch der Abschnitt kurz vor der Brücke über die A 67 hat es in sich. Wer dort nachts unterwegs ist, sollte besonders die Augen offen halten. Der Wald, man glaubt es kaum, ist voller Wild: Rehe, Wildschweine, Hasen. Insbesondere die Autobahn wird hier zum Problem. Sie zerschneidet den Wald, teilweise ist sie sogar mit Zäunen abgegrenzt. Das Wild läuft auf die A67 zu, biegt dann ab – und erreicht direkt vor der Brücke die L3110. Dort können nachts sogar die erlaubten 80 km/h zu viel sein.


L3110 – Gefahrenpunkte auf einer größeren Karte anzeigen

Ähnlich gefährlich ist der Wildwechsel auf der Landesstraße 3111 in Richtung Viernheim oder Lorsch.

Die Kontrolle der Polizei im Wald – eine sinnvolle Aktion. Und mit einem insgesamt erstaunlichen und zugleich beruhigenden Ergebnis.