Informationsverstaltung über die Bürgerkammer

In der letzten Sitzung des Ortsbeirats haben alle Fraktionen die Neuschlößer dazu aufgerufen, weiter regelmäßig gemeinsam jene Dinge zu besprechen, die wichtig sind für unseren Stadtteil – und die wir mit Kraft auf gesamtstädtischer Ebene vortragen müssen. Wie das gelingen könnte, ist Thema eines Informationsabends am Donnerstag, 17. März, 19 Uhr, im Bürgersaal am Ahornplatz.

Themen hat Neuschloß auch in den kommenden fünf Jahren genug: Wie beleben wir das kulturelle Leben in unserem Stadtteil? Wie können wir weiter so wundervoll wie bisher Flüchtlinge unterstützen? Was wird aus Sodabuckel und Grundwasser? Wie bringen wir unsere Kritik an der geplanten ICE-Trasse erfolgreich vor? Oder schlicht: Wie gewöhnen wir dem Abwasserkanal ab, uns mit seinem Gestank eigentlich schöne Sommerabende zu vermasseln? Nicht zuletzt jährt sich die erste urkundliche Erwähnung von Neuschloß bald zum 550. Mal – sicher Anlass nicht nur für ein schönes Fest.

Um diese Dinge anzugehen, brauchen wir eine Runde von Menschen, die sich regelmäßig trifft und die auch in der Stadtverwaltung Gehör findet. Der Ortsbeirat schlägt dafür einstimmig eine Bürgerkammer vor. Alle Einwohnerinnen und Einwohner von 16 Jahren an können mitmachen. Bürgermeister Gottfried Störmer und Erster Stadtrat Jens Klinger haben uns ihre Unterstützung zugesagt.

Der scheidende Ortsbeirat bittet die Neuschlößer: Kommen Sie zu unserer Informationsveranstaltung! Bringen Sie Neuschloß mit voran – regelmäßig oder in einzelnen, abgeschlossenen Projekten!

Bürgerkammer diskutiert Pläne der Baugenossenschaft

Das Schild steht seit vier Wochen – aber von Bauarbeiten ist bisher nichts zu sehen. An der Landesstraße neben der Kinderkrippe will die Baugenossenschaft Lampertheim in Neuschloß Wohnungen bauen. Wann es losgeht und wie die Pläne im Detail aussehen, sind Thema im kommenden Treffen der Bürgerkammer. Es beginnt am Donnerstag, 16. Mai, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Der Geschäftsführer der Baugenossenschaft, Wolfgang Klee, wird das Vorhaben vorstellen und erläutern. Das vierstöckige Gebäude umfasst 15 Wohnungen für Familien, zwischen 77 und 100 Quadratmeter groß.

Fortgeschritten sind inzwischen auch die Pläne, nach denen die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ an der Forsthausstraße umgebaut werden sollen. Ziel ist, dass Fahrgäste in beide Richtungen im Seitenweg vor dem Schloss barrierefreie ein- und aussteigen können. Auch hier diskutiert die Kammer den aktuellen Stand.

Auf der Tagesordnung stehen ferner verschiedene Berichte – der Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) zum Neubau der Bahntrasse Frankfurt-Mannheim, des Projektbeirats Altlasten und des Fahrgastbeirats. Erster Stadtrat Jens Klingler wird zudem Anträge und Anfragen beantworten.

Protest gegen die Neubaustrecke im Wald.

2000 Menschen bei Lichterdemo gegen Bahntrasse im Wald

Etwa 2000 Menschen haben am Freitagabend gegen eine Neubaustrecke der Deutschen Bahn quer durch den Lampertheimer Wald protestiert. Sie beleuchteten mit Taschenlampen die Schneise, die eine solche Streckenführung bringen würde, und trugen dabei reflektierende Warnwesten.

Landwirte verlängerten die Kette auf der anderen Seite der Landesstraße mit beleuchteten Traktoren in den Äckern.

Landwirte verlängern den Lichterzug mit beleuchteten Traktoren. (Foto: Bila)
Landwirte verlängern den Lichterzug mit beleuchteten Traktoren. (Foto: Bila)

Ein Hubschrauber filmte das Ereignis aus der Vogelperspektive. 

Aufgerufen hatte dazu die Bürgerkammer Neuschloß und die Bürgerinitiative Lampertheim (Bila).

Der Lichterzug reicht 2,5 Kilometer weit in den Wald. (Foto: Bila)
Der Lichterzug reicht 2,5 Kilometer weit in den Wald. (Foto: Bila)

Die Frauen und Männer bildeten eine Kette vom Ortsausgang bis tief in den Wald. Ungewöhnlich: Unter den Protestierenden waren viele junge Leute. „Unsere Kinder brauchen auch noch Wald“, stand auf einem ihrer Transparente.

Junge Protestierende im Wald.
Junge Protestierende im Wald.

Mit in den Wald kamen auch Politikerinnen und Politiker, darunter der Landtagsabgeordnete Alexander Bauer aus Bürstadt (CDU), der Erste Kreisbeigeordnete Carsten Krug (SPD), Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass (SPD), Bürgermeister Gottfried Störmer (parteilos), Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) sowie zahlreiche Stadtverordnete. Ferner die Architektenfamilie Braun, der der historische Beamtenbau in Neuschloß gehört – und viele Lampertheimer Bürgerinnen und Bürger. Autoschilder lassen zudem auf Gäste aus Mannheim und Worms schließen. 

Gekommen waren schließlich überraschend viele Journalisten. Der Hessische Rundfunk schickte ein Kamerateam, das Rhein-Neckar-Fernsehen ebenso. Vor Ort natürlich auch die regionale Presse. 

Viele Medienvertreter berichten über den Protest.
Viele Medienvertreter berichten über den Protest.

Politik kann ICE-Trasse umleiten

Der Protest in Neuschloß ist ein wichtiges Signal an Bahn und Politik. Die Bahn wird in Kürze mitteilen, wo sie gerne die Gleise zwischen Frankfurt und Mannheim verlegen würde. Um für den geplanten Deutschlandtakt die Reisezeit auf 29 Minuten zu verringern, erscheint der Weg quer durch den Wald und über die kostbaren Ackerflächen der Heide wahrscheinlich. Es ist zu klären, ob die Zeitvorgabe auch mit der in der Region bevorzugten Trasse entlang der Autobahnen 67 und 6 zu schaffen ist. Teurer würde diese Trassenvariante in jedem Fall.

Allerdings kann der Bundestag am Ende die Bahn überstimmen. Die Politik kann einen anderen Streckenverlauf als von der Bahn vorgeschlagen festlegen, muss dann aber auch die Mehrkosten bezahlen. Damit die Parteien diesen Weg gehen, muss sich Lampertheim Gehör verschaffen. Die Lichterdemonstration ist ein erstes Signal in diese Richtung.

 

Bürgermeister Gottfried Störmer bezeichnete die Demonstration jüngst als wichtiges Teil eines Mosaiks. „Ziel ist es, die C-Trasse, welche eine Zerschneidung des Waldes bedeuten würde, zu verhindern.“ Nach der Veranstaltung sprach er in Facebook von einem „grandiosen Besuch und starker Teilnahme vieler Lampertheimerinnen und Lampertheimer“. Besucher aus Mannheim und Bürstadt hätte Bürgerkammer und Bila für den tollen Zuspruch gelobt. „Mit einer solchen Unterstützung kann Lampertheim gegenüber der Bahn stabil auftreten.“

 

Carola Biehal, Vorsitzende der Bürgerkammer Neuschloß, erklärte: „Wir müssen ein Ausrufezeichen setzen und deutlich machen, dass es einen breiten bürgerschaftlichen Widerstand gegen die C-Trasse gibt.“

Die Neuschlößer wurden von der „Bürgerinitiative Lampertheim – Lebensraum vor ICE-Trasse!“ unterstützt. Die Initiative beschäftigt sich seit zehn Jahren mit dem Thema. Beim Lichterzug „muss deutlich werden, dass der Widerstand gegen eine Zerschneidung des Lampertheimer Waldes und die Verlärmung unserer Innenstadt von einer breiten Bürgerschaft getragen wird“, erläuterte Karl Hans Geil, Sprecher der Bila. Die Bila dankte nach der Veranstaltung allen für die Unterstützung. „Das war die erste Aktion in diesem Jahr; es werden weitere folgen“, kündigten die Aktiven an.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Protest gegen die Neubaustrecke im Wald.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Rückweg im Dunkeln.
 

Presseschau

Der Südhessen Morgen hat ebenfalls 2000 Protestierende gezählt. In seinem Kommentar kommt Uwe Rauschelbach zu dem Schluss: „Diesen Protest wird die Bahn nicht ignorieren können.“

Das Rhein-Neckar-Fernsehen interviewt die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal – im Video am Anfang.

Der Hessische Rundfunk berichtete am Freitagabend ausführlich in „Hessenschau kompakt“ – im Video von Minute 8’50 an.

Die Lampertheimer Zeitung zitiert Ulrich Guldner von der Bila mit den Worten: „Die Bahn ist gezwungen, sich mit dem Widerstand auseinanderzusetzen.“ Im Kommentar streicht Vanessa Körber heraus, die Aktion habe das Ausmaß einer möglichen Zerschneidung des Waldes eindrücklich vor Augen geführt – Voraussetzung für weiteren Unmut und eventuelle Klagen der Bürger.

Die Bushaltestelle im Ulmenweg - jetzt mit offizieller Linie.

Bürgerkammer diskutiert RP-Papier zum Busverkehr

Fragen der Verkehrsführung stehen im Mittelpunkt der ersten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer Neuschloß in diesem Jahr. Sie beginnt am Donnerstag, 14. Februar, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Hauptpunkt dürfte der nicht von allen Neuschlößern geliebte öffentliche Busverkehr sein. Erstmals liegt nun eine offizielle Stellungnahme zu der Frage vor, ob die großen Fahrzeuge weiter durch den Ahornweg rollen sollten oder nicht. Das Regierungspräsidium in Darmstadt hat das mit Spannung erwartete Papier verfasst.

Einige Anwohner hatten sich zuvor in der Bürgerkammer darüber beschwert, dass die Busse in zwei engen Kurven teils über den Gehweg fahren müssten. Das sei gefährlich. Daraufhin hatte die Stadtverwaltung stellenweise ein provisorisches Halteverbot (nicht Parkverbot) eingeführt, damit keine Autos die Busse blockieren. Die Stellungnahme des Regierungspräsidiums dürfte wichtig für die Entscheidung sein, ob das Halteverbot auf Dauer gilt.

Wie kann die Einmündung des Fuß- und Radwegs vom Wacholderweg zur Landesstraße sicherer werden? Welche Möglichkeiten gibt es, Autofahrer an die Tempo-30-Zone zu erinnern? Lässt sich der Unfallschwerpunkt westlich des Waldfriedhofs auf der L3110 entschärfen? Diesen und weiteren Fragen waren Mitte November Fachleute in einer Verkehrsschau vor Ort nachgegangen. Nun wird die Bürgerkammer die Antworten besprechen.

Auf der Tagesordnung stehen ferner der Kanalgeruch, der zuletzt besonders an Frosttagen deutlich zu bemerken war, der geplante Umbau des Waldfriedhofs und der Lichterzug gegen die ICE-Trasse durch den Wald am 1. März. Schließlich berichten die Initiative Bila, der Fahrgastbeirat und der Projektbeirat Altlasten über ihre Themen.

Doch Geld für den Umbau der Bushaltestelle

Nimmt das Hin und Her beim geplanten großen Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ ein gutes Ende? Die Stadtverordnetenversammlung stellt auf Antrag der SPD jetzt doch Geld schon für das kommende Jahr bereit. 100.000 Euro sind nun für 2019 im Haushalt eingeplant.

Ziel des Umbaus ist zum einen, die Haltestelle für die Linien 644 und 602 so anzuheben, dass der Einstieg ebenerdig möglich ist.

Zum anderen würden die Busse künftig sowohl in Richtung Lampertheim als auch in Richtung Hüttenfeld in den Seitenweg abbiegen. Damit könnten die Fahrgäste in beide Richtungen in der Nähe der Grünanlage auf den Bus warten, und die Schulkinder aus dem alten Ortskern müssten auf dem Nach-Hause-Weg nicht wie bisher die viel befahrene Landesstraße überqueren.

Ein Projekt, das Neuschloß an zentraler Stelle schöner und sicherer machen wird!

Pläne für die Bushaltestelle "Neuschloß Ort"
Pläne für die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“

Eigentlich sollte die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ schon längst in den sicheren Nebenweg der Landesstraße verlegt sein. Doch weil in Lampertheim vor der Bahnunterführung in der Neuschloßstraße der Kreisel und damit gleich die dortige Bushaltestelle neu gebaut wurde, trat unser Stadtteil zurück. Auf das Versprechen setzend, dass wir dann 2019 dran sind. Seien wir aber nicht, berichtete Erster Stadtrat Jens Klinger noch im September völlig überraschend der Bürgerkammer: „Hessen Mobil fördert das Projekt erst im Jahr 2020“.

Vorlegen wolle die Stadt dieses Geld im Herbst noch nicht: „Wenn wir einen Kredit aufnehmen für Haltestelle, verstoßen wir gegen das Haushaltsrecht“, erläuterte Klingler seinerzeit mit Blick auf geringere Gewerbeeinnahmen als erhofft. „Das Projekt ist fertig, es müsste nur ausgeschrieben werden. Aber aktuell sind alle Projekte gestoppt, die noch nicht ausgeschrieben sind“, hatte es geheißen. Wenn man hier anders vorgehen wollte, sei das „eine politische Entscheidung“. Diese politische Entscheidung wurde jetzt offenbar getroffen – zugunsten des Umbaus im kommenden Jahr.

Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier - und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.
Die Bushaltestelle in Richtung Hüttenfeld verschwindet hier – und wird ebenfalls in den gegenüber liegenden Seitenweg verlegt.

Helfen weitere Markierungen auf den Straßen - wie hier im Alten Lorscher Weg?

Ergebnisse der Verkehrsschau in der Bürgerkammer

Busverkehr, Tempo 30, unübersichtliche Fahrradwege – Fragen des Verkehrs bewegen viele Neuschlößer, was sich in den Treffen der Bürgerkammer widerspiegelt. In der öffentlichen Sitzung am Donnertag, 15. November, 19 Uhr, könnte es in diesen Themen einen entscheidenden Schritt vorangehen: Präsentiert werden dann die Ergebnisse einer ganz frischen Verkehrsschau vom vergangenen Samstag. Wie immer kommt die Kammer im Bürgersaal am Ahornplatz zusammen.

Mit dem Busverkehr und dem Fahrgastbeirat stehen zwei weitere Verkehrsthemen explizit auf der Tagesordnung. Weitere Punkte sind der Kanalgeruch und der städtische Haushaltsplan.

Spannend verspricht auch der Bericht der Bila über die geplante Neubautrasse der Bahn werden, nachdem das Bundesverkehrsministerium vor einigen Tagen Pläne zu den Verkehrsknoten in Mannheim und Frankfurt vorgelegt hat. Die Anforderungen an die neuen Gleise stehen in einen inhaltlichem Zusammenhang.

Hier die komplette Tagesordnung.

Bürgerkammer fordert Kanalneubau

Die Bürgerkammer fordert eine neue Strategie, um gegen den Kanalgeruch vorzugehen. Die Abwässer, die über eine Druckleitung aus Hüttenfeld kommen, dürften nicht mehr in die Neuschlößer Kanäle eingeleitet werden. Stattdessen soll die Verwaltung prüfen, wie vielversprechend eine direkte Leitung vom bisherigen Übergabepunkt am Forsthaus an der Landesstraße (Bild oben) bis zur Pumpstation am kleinen Waldfriedhof-Parkplatz ist. Zugleich sollen Voraussetzungen und Aufwand für die etwa 700 Meter weite Verlängerung der Druckleitung aus Hüttenfeld geklärt werden.

„Wir müssen das Übel am Grund anpacken“, begründete Michael Bayer den Vorstoß. Das Bürgerkammer-Mitglied ist auch Macher von Neuschloss.net. Über ein Formular laufen dort die Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger ein. „Es sind so viele Meldungen wie noch nie, und der Ton wird zunehmend rauer. Die Neuschlößer verlieren die Geduld“, berichtete Bayer.

Erster Stadtrat Jens Klinger zeigte Verständnis für die Forderung. „Eine endgültige Lösung gibt es nur, wenn man grundsätzlich an den Kanal herangeht“, sagte er. Die Verwaltung überlege, mit Entlüftungen im Wald zwischen Hüttenfeld und Neuschloß kurzfristig etwas Abhilfe zu schaffen.

Abwasserpumpstation in Neuschloß am kleinen Waldfriedhof-Parkplatz
Abwasserpumpstation in Neuschloß am kleinen Waldfriedhof-Parkplatz

Der Kanalgeruch ärgert die Neuschlößer schon seit vielen Jahren, wie unsere Themenseite zeigt. Nach bisheriger Kenntnis entsteht der Gestank, weil sich an Unebenheiten feste Bestandteile des Abwassers festsetzen und dann riechen.

Im Herbst 2017 hatte die Stadt zwei Schwallklappen in den Neuschlößer Kanal einbauen lassen. Sie stauen das Abwasser auf und schicken es anschließend auf einen Schlag auf die Reise – die Spülung soll das festgesetzte Material mitnehmen. Im trockenen Sommer scheiterte dieses Verfahren aber offenbar daran, dass im Kanal nicht genug Wasser zum Aufstauen vorhanden war. Zudem sei die Anlage zeitweise wegen Hitzeschäden ausgefallen, berichtete Klingler.

Bürgerkammer berät Verkehrsfragen

Verkehrsfragen stehen im Mittelpunkt der kommenden öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer Neuschloß. Sie beginnt am Donnerstag, 6. September, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Tempo 30 ist in Neuschloß auf Schildern verblasst – wie unser Bild aus dem Erlenweg zeigt. Und auch bei den Autofahrern wohl in Vergessenheit geraten. Dass jenseits der Landesstraße im kompletten Stadtteil maximal 30 erlaubt ist, sei vielen nicht klar, beobachtet die Bürgerkammer. Zu den Rasern gehörten Anwohner genauso wie Paketdienstfahrer oder Handwerker, heißt es in einer Anfrage von Sonja Hilbert. „Ich habe Autofahrer angesprochen – und häufig als Antwort gehört, es sei nicht bekannt, dass Tempo 30 in Neuschloß flächendeckend gelte. Die Schilder gleich nach der Landesstraße würden doch nur bis zur nächsten Kreuzung gelten, hieß es fälschlich.“ Hilbert schlägt vor, auf den Straßen im Stadtteil vermehrt entsprechende Markierungen aufzumalen.

Helfen weitere Markierungen auf den Straßen - wie hier im Alten Lorscher Weg?
Helfen weitere Markierungen auf den Straßen – wie hier im Alten Lorscher Weg?

Mehrere Neuschlößer lenkten die Aufmerksamkeit der Bürgerkammer auf die Fußgängerampel an der L3110 in Höhe der Bushaltestelle. Dort missachteten Autofahrer immer wieder das Rotlicht. Heidrun und Helmut Kemnitzer fragen an, wie diese Gefahr entschärft werden könne – und geben die via Facebook übermittelte Idee der Bürger weiter, die neu installierte Radaranlage zur Geschwindigkeitsüberwachung entsprechend zu erweitern.

Das Haltesignal der Fußgängerampel sehen manche Autofahrer eher als Anregung.
Das Haltesignal der Fußgängerampel sehen manche Autofahrer eher als Anregung.

Als Gefahrenpunkt sieht die Bürgerkammer auch die Mündung des Fuß- und Radwegs zwischen Kindertagesstätte und Krippe auf den Weg an der Landesstraße. „Wegen der Sichtschutzzäune der Kindereinrichtungen besteht keine Möglichkeit zu erkennen, ob sich auf dem jeweils anderen Weg ein Verkehrsteilnehmer nähert.“

Unübersichtliche Einmündung des Fuß-/Radwegs zwischen den Kindereinrichtungen auf die Landesstraße.
Unübersichtliche Einmündung des Fuß-/Radwegs zwischen den Kindereinrichtungen auf die Landesstraße.

Ferner beschäftigten die Bürgerkammer die Geschwindigkeitsregulierung auf der Landesstraße in Höhe des Friedhofs und der geplante Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“.

Zurück auf der Tagesordnung ist der Kanalgeruch. Im trockenen Sommer gerieten die im vergangenen Herbst eingebauten Schwallklappenspülungen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Die Folge: Noch nie gab es so viele Beschwerden der Anwohner über das eingerichtete Meldeformular von Neuschloss.net. Die Formulierungen der Anwohner zeigen, wie sehr sich die Neuschlößer belästigt fühlen. Und sie machen klar: Das Geruchsproblem entsteht nicht nur in einer bestimmten Ecke des Stadtteil. Mit dem Linden-, Buchen-, Ulmen- und Akazienweg ist vielmehr der komplette Verlauf des Kanalhauptstrangs durch den Stadtteil betroffen.

Blick in den Kanal: Die Klappe wird hydraulisch gehoben und gesenkt, das Wasser staut sich und fließt danach kraftvoll los.
Blick in den Kanal: Die Klappe wird hydraulisch gehoben und gesenkt, das Wasser staut sich und fließt danach kraftvoll los.

Auf der Tagesordnung stehen ferner eine Bilanz der Feiern zum Stadtteil-Jubiläum, Fragen der Biodiversität in Neuschloß und Lampertheim, der aktuelle Stand in Sachen ICE-Trasse und weitere Berichte.

Öffentliche Sitzung der Bürgerkammer

Jahrelang ärgerten sich die Neuschlößer regelmäßig über die übel riechenden Abwasserkanäle. Seit die Stadt im vergangenen Sommer an zwei Stellen Schwallkappen einbauen ließ, ist die Lage deutlich besser geworden. In wie weit die Anlage noch nachjustiert werden muss, ist Thema der nächsten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer. Sie beginnt am Donnerstag, 14. Juni, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

In den Blick nimmt die Versammlung auch den bisherigen Verlauf der Jubiläumsfeiern und die inzwischen erschienene Festschrift zum 550-jährigen Bestehen von Neuschloß. Das große Jubiläums-Wochenende steigt am 18./19. August rund ums Schloss.

Weitere Themen sind die geplante Bebauung des Grundstücks der Lampertheimer katholischen St.-Andreas-Gemeinde an der Forsthausstraße und erneut der Busverkehr im Stadtteil. Dabei geht es um den Umbau der Bushaltestelle an der Landesstraße 3110 und die Frage, ob die Linien weiter durch den Ahornweg geführt werden sollen. Ferner stehen auf der Tagesordnung verschiedene Berichte, unter anderem der ICE-Intiative Bila.

Neuschloß feiert im Wald

Dass Neuschloß seinen 550. Geburtstag feiern kann, verdanken wir unserem Wald. Die Pfalzgrafen liebten es, in unserer Gegend zu jagen – und bauten deshalb hier eine Schlossanlage. Mehrere hundert Neuschlößer und auch Lampertheimer erinnerten sich beim Familienfest der Bürgerkammer an diese Anfänge unseres Stadtteils – mitten im Wald, rund um die Grillhütte.

Natürlich erklang dabei auch das Jagdhorn – geblasen von der Neuschlößer Jägerin Beatrix Holz. Waldpädagoge Mirko Klein führte interessierte Gäste durch den heimischen Wald – und erklärte ihnen markante Punkte.

Mit Fühlkästen hatten die Kinder ihren Spaß – und einem kleinen Quiz dazu. Auch ein kleiner Kletterparcours und das Spielmobil brachten ihnen Abwechslung. Viele Besucher genossen auch einfach den schönen Sonnentag in den Festzelten, und ließen dabei von Meute und Bürgerkammer mit Kuchen und Gegrilltem verwöhnen.

Viel Applaus gab es für die Bläserklasse des sechsten Jahrgangs des Lessing-Gymnasiums. Musik selbstgemacht, ganz ohne Strom und Technik – das passte zum Rahmen.

Ein gelungener Auftakt der Jubiläumsfeiern – die am Wochenende vom 18. und 19. August rund um das Schloss ihren Höhepunkt finden werden.

Bürgerkammer geht in die zweite Runde

Nach zwei Jahren stellt sich die Neuschlößer Bürgerkammer neu auf. Nachdem die satzungsgemäße erste Amtszeit abgelaufen war, fand sich nun eine neue Runde zusammen – die weitgehend die alte ist. Sieben Bewohnerinnen und elf Bewohner kümmern sich um die Anliegen unseres Stadtteils. Damit wurde keine Auswahl nötig, weil die Satzung bis zu 20 Aktive erlaubt.

Kontinuität gibt es auch an der Spitze. Carola Biehal bleibt die Vorsitzende. Das Führungsteam komplettieren der stellvertretende Vorsitzende Helmut Kemnitzer, Schriftführerin Sonja Hilbert, die stellvertretende Schriftführerin Gitte Weidenauer, Pressesprecher Michael Bayer und Beisitzer Heinz Rupprecht.

Ausgeschieden sind damit aus dem Vorstand der bisherige stellvertretende Vorsitzende Jason Bog und Pressesprecher Helmut Kleinsteuber.

Von links: Heinz Rupprecht, Michael Bayer, Gitte Weidenauer,  Sonja Hilbert, Helmut Kemnitzer, Carola Biehal.
Von links: Heinz Rupprecht, Michael Bayer, Gitte Weidenauer, Sonja Hilbert, Helmut Kemnitzer, Carola Biehal.

Die weiteren Mitglieder der Bürgerkammer sind Gisela Bürkel, Horst Irrgang, Heidrun Kemnitzer, Günther Kirchenschläger, Helmut Kleinsteuber, Robert Lenhardt, Ariane Lunkenbein, Gerhard Pflästerer, Peter Scherb, Elfriede Svoboda, Rolf Wegerle und Günter Weidenauer.

Folgende Karte veranschaulicht, in welchen Straßen die Mitglieder wohnen – auf die roten Punkte klicken.

In diesem Kreis sind wieder wichtige Einrichtungen des Stadtteils vertreten – die evangelische Johannesgemeinde genauso wie der SC Kurpfalz, die Meute wie der Altlastenverein und Projektbeirat.

Die Liste der Mitglieder auf einen Blick:
* Bayer, Michael, Ulmenweg 35;
* Biehal, Carola, Ahornweg 4;
* Bürkel, Gisela, Ahornweg 14a;
* Hilbert, Sonja, Eichenweg 7;
* Irrgang, Horst, Wacholderweg 10;
* Kemnitzer, Helmut, Akazienweg 7;
* Kemnitzer, Heidrun, Akazienweg 7;
* Kirchenschläger, Günter, Buchenweg 23;
* Kleinsteuber, Helmut, Ahornweg 21a;
* Lenhardt, Robert, Tannenweg 1;
* Lunkenbein, Ariane, Akazienweg 5;
* Pflästerer, Gerhard, Eichenweg 12;
* Rupprecht, Heinz, Ahornweg 6;
* Scherb, Peter, Akazienweg 94;
* Svoboda, Elfriede, Akazienweg 92;
* Wegerle, Rolf, Lindenweg 3;
* Weidenauer, Gitte, Buchenweg 5;
* Weidenauer, Günter, Buchenweg 5.

Dreharbeiten bei Stefan Spiesberger.

Neuschloß, das dolle HR-Dorf

Neuschloß kommt ins Fernsehen. Die Bürgerkammer diskutiert gerade heiß mit den Anwohnern über den Busverkehr, als Vorsitzende Carola Biehal plötzlich aufsteht und einige Schritte zur Seite läuft. Am Telefon: Bürgermeister Gottfried Störmer mit der überraschenden Nachricht.

Die Überraschung gehört zum Konzept des Hessischen Rundfunks. „Dolles Dorf“ heißt das Format des täglichen Nachrichten-Magazins „Hessenschau“ (19.30 Uhr, Hessen Fernsehen). Immer donnerstags liegen alle Orte des Landes mit weniger als 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Lostrommel. Wer gezogen wird (Minute 17.30 im Video),  kommt samstags groß raus mit einem Fünf-Minuten-Beitrag. Aber dafür muss das Dorf alles auffahren, was es zu bieten hat.

Nicht unpraktisch, dass ohnehin gerade die aktiven Neuschlößer zusammensitzen. Aber die Runde lässt sich erstmal nicht aus dem Konzept bringen, auch wenn sich gegen 20 Uhr immer mehr Telefone melden – unter anderem jenes grüne Festnetzgerät noch mit Wählscheibe und rasselnder Klingel im Nebenraum des Bürgersaals, an das seit Jahren kaum jemand mehr denkt.

Das Fernsehen kommt - und plötzlich klingeln Telefone, von denen kaum einer mehr weiß.
Das Fernsehen kommt – und plötzlich klingeln Telefone, von denen kaum einer mehr weiß.

Eine Stunde später – Bürgerkammer und Anwohner haben den Busverkehr fürs Erste ausdiskutiert – wird klar: Ein Filmteam des Hessischen Rundfunks ist schon unterwegs nach Neuschloß. Nur wohin genau, weiß niemand so recht.

Neuschloss.net startet über Facebook einen Aufruf, möglichst viele Leute mögen sich am Ahornplatz einfinden. Im Bürgersaal stellen Neuschlößer die eben schon abgebauten Tische wieder auf, bringen Stühle zurück. Andere springen kurz nach Hause, holen Familie, Wasser, Wein und Chips.

„Da sind sie“, ruft plötzlich jemand am Fenster. „Alle runter!“ Vier Leute vom Hessischen Rundfunk schreiten über den Ulmenweg; etwa zwei Dutzend Neuschlößer empfangen sie jubelnd und mit einer kleinen La-Ola-Welle. „Schön, dass Sie alle gekommen sind“, sagt Reporter Philipp Wellhöfer. „Wir sind einfach durch den Ort gefahren und haben mal geschaut, wo wir jemanden finden.“

Oben im Bürgersaal geht‘s dann zur Sache. Reporter Wellhöfer zeigt auf sein Technikteam, das sich um Kamera, Ton und Licht kümmert. „Etwas zu drehen bringt immer viel Aufwand, selbst wenn es nur wenige Sekunden im Beitrag sind. Deshalb wollen wir nur filmen, was wir am Samstag auch senden.“ Mit anderen Worten: Es braucht eine gründliche Planung.

HR-Reporter Philipp Wellhöfer im Gespräch mit den Neuschlößern.
HR-Reporter Philipp Wellhöfer im Gespräch mit den Neuschlößern.

Und die beginnt sofort. Es sprudelt gerade so heraus aus den Neuschlößern: das Jagd- und Lustschloss mit den ersten Maskenbällen, die Wildschweine noch heute im Wald, die erste bedeutende deutsche Sodafabrik (Wellhöfer: „Ja, Superlativen sind super!“), blühende und ausgezeichnete Gärten, der Kampf um die Altlastensanierung, das weltweite Pilotprojekt der Grundwassersanierung, die einzigartige Bürgerkammer, der Kampf gegen eine ICE-Trasse quer durch den Wald, Stefan Spiesbergers Musikschule und sein Engagment für unseren Stadtteil, die evangelische Johannesgemeinde, der Waldfriedhof, die Meute, Kindergarten, Krippe und der neue Waldkindergarten mit Bauwagen. Und eine Runde Schnaps an der Mülltonne im Wacholderweg.

Neuschlößer in der Diskussion.
Neuschlößer in der Diskussion.

Der Reporter vom HR füllt Blatt für Blatt mit seinen Notizen, fragt nach, lacht, ist begeistert. Hat auf dem Weg nach Neuschloß ganz offensichtlich schon einiges über unseren Stadtteil gelesen (auch auf Neuschloss.net). Und schafft es so in sensationell kurzer Zeit, die Themen zu gewichten und sortieren. Die Neuschlößer besorgen ihm derweil die Ansprechpartner für die Gespräche vor der Kamera. Und so steht schon um 23 Uhr der minutengenaue Drehplan für den nächsten Tag.

Eine tolle Chance für unseren Stadtteil, sich zu präsentieren. Das Ergebnis ist noch abrufbar im Sendungsarchiv der Hessenschau.

Das Filmteam der Hessenschau ist unterwegs im "Dollen Dorf" Neuschloß - hier beim Waldkindergarten.
Das Filmteam der Hessenschau ist unterwegs im "Dollen Dorf" Neuschloß - hier beim Waldkindergarten.
Das Filmteam der Hessenschau ist unterwegs im "Dollen Dorf" Neuschloß - hier beim Waldkindergarten.
Das entkernte Schloss ist natürlich eine wundervolle Kulisse. (Videos aus dem Inneren des Beamtenbaus findet Ihr auch hier auf Neuschloss.net.)
Das entkernte Schloss ist natürlich eine wundervolle Kulisse. (Videos aus dem Inneren des Beamtenbaus findet Ihr auch hier auf Neuschloss.net.)
Ulrich Guldner von der Bila berichtet, wie die ICE-Trasse den Wald zerschneiden könnte.
Das Flatterband zeigt: Hier droht die ICE-Trasse.
Die Vorsitzende von Projektbeirat und Bürgerkammer, Carola Biehal, im Interview über die Altlasten.
Die Kamera rückt den Sodabuckel ins Bild.
Reporter Philipp Wellhöfer (Bildmitte) mit seinem Technikteam bei Kids on Keys von Stefan Spiesberger.
Reporter Philipp Wellhöfer (Bildmitte) mit seinem Technikteam bei Kids on Keys von Stefan Spiesberger.
Mittagspause bei den Dreharbeiten - mit Pizza und Cola im Meute-Keller.
Schwatz mit Schnaps an der Mülltonne im Wacholderweg.
Schwatz mit Schnaps an der Mülltonne im Wacholderweg.

Bauarbeiten im Lindenweg.

Endet endlich der Kanalgestank? Treffen der Bürgerkammer

Die vergangenen Tage haben es noch einmal eindrucksvoll gezeigt: Es wird Zeit, dass der Kanalgestank in Neuschloß endlich ein Ende findet. Tatsächlich dürfte es bald soweit sein. Über den genauen Stand der Dinge wird Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) am Donnerstag in der öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer informieren. Sie beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Den Sommer über waren Bauarbeiter im Lindenweg und an der Ecke Ulmen-/Buchenweg zugange. Sie haben vorsichtig den Kanal aufgegraben – die Erde unter manchen Straßen ist noch verschmutzt mit Altlasten. Und oben am Gehweg graue Kästen aufgestellt. Sie sollen künftig die Technik enthalten, die Spülklappen unter der Erde steuern.

Der unangehme Geruch entsteht, weil sich Fäkalien im Kanal festsetzen. Vierteljährliches Durchspülen wie bisher hilft hier wenig weiter. Nun soll an zwei Stellen das Abwasser aufgestaut – und dann auf einen Schlag auf die Reise geschickt werden. Die Idee: Der kräftige Strom verhindert, dass sich stinkende Substanzen ablagern.

Steuerungskasten an der Ecke Ulmen-/Buchenweg.
Steuerungskasten an der Ecke Ulmen-/Buchenweg.

In dem Treffen stehen weitere Themen auf der Tagesordnung. Zu erwarten ist ein Ausblick auf die große Jubiliäumsfeier im kommenden Jahr – 2018 jährt sich die erste urkundliche Erwähung von Neuschloß zum 550. Mal.

Angekündigt haben sich zudem einige Neuschlößer Mütter und Väter. Sie wollen auf Probleme mit den Schulbussen hinweisen. Auch alle andere Bewohnerinnen und Bewohner unseres Stadtteils sind willkommen.

Der Spielplatz straht fast wie neu

Das war echt harte Arbeit für die gut ein Dutzend Neuschlößer, die am Tag des Ehrenamts den Spielplatz am Alten Lorscher Weg auf Vordermann brachten. Die Bürgerkammer hatte die Idee und stellte auch die meisten Mitstreiter, zu denen sich weitere Freiwillige aus unserem Stadtteil gesellten.

Mit Schmirgelpapier und Schleifgeräten legten die Helferinnen und Helfer die Grundlage für die späteren neuen Anstriche. Spielhäuschen strahlen jetzt fast wie neu, auch die besonders aufwendig zu bearbeitende Elefantenschaukel.

Außerdem verteilten die Ehrenamtlichen, zu denen auch einige Kinder zählten, in großen Mengen Holzhäcksel unter den Kletterseilen und brachten feinen Sand über den Grünflächen aus, damit das Gras dort besser wachsen kann. Geduldig entfernten die Neuschlößer auch das Unkraut zwischen den Pflastersteinen der Treppe des Hügels der Rutsche.

Die Helferinnen und Helfer.
Die Helferinnen und Helfer.

Die Metropolregion hatte einen Teil des nötigen Materials bezahlt, etwa Farben und Schleifpapier; der Bauhof besorgte es. Nachbarn stellten den Strom. Gartengeräte wie Besen, Rechen und Schere sowie Handschuhe brachten die Helfer selbst mit. Zur Stärkung gab es Fleischkäse-Brötchen, spendiert von der Bäckerei Schmitt und der Metzgerei Blüm.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie unsere Bilder zeigen.

Verwaltung legt Konzept gegen Kanalgeruch vor

Verschwindet bald der seit Jahren anhaltende üble Kanalgeruch in Neuschloß? Die Stadtverwaltung hat der Bürgerkammer ein Konzept vorgestellt, das Abhilfe schaffen könnte. Die nötigen Arbeiten wären nicht einmal sonderlich teuer. Erster Stadtrat Jens Klingler stellte daher eine Umsetzung im kommenden Jahr in Aussicht: „Der Gebührenhaushalt ist in der Lage, das darzustellen“, sagte er und fügte hinzu: „Sie bezahlen ja auch dafür, dass es nicht stinkt.“

Der Leiter des zuständigen Fachbereichs der Verwaltung, Raimund Rinder, erklärte die Eigenarten des Neuschlößer Kanals. Wichtige Erkenntnis: Der Durchmesser der Rohre ist vergleichsweise groß, bis zu 1,20 Meter im Akazienweg. Die Planer hätten beim Bau des Kanalsystems in den achtziger Jahren gewährleisten wollen, dass selbst bei starken Regenfällen das Wasser gut abfließt. Nun zeigt sich aber, dass umgekehrt bei trockenem Wetter zu wenig Wasser im Kanal ist, um die festen, riechenden Bestandteile zuverlässig zu bewegen. Dann bleiben sie liegen – und verbreiten über die Schächte Gestank.

Der Lösungsansatz, den ein Gutachter der Stadt empfiehlt: Abwasser regelmäßig im Kanal aufstauen und ruckweise freigeben. Schwallspülung nennt sich das Verfahren, das auch andere Kommunen anwenden. Die Fachleute empfehlen solche automatischen Sperren an zwei Stellen in Neuschloß: In der Mitte des Lindenwegs und an der Krezung Ulmenweg/Buchenweg. Die Wucht des auf einen Schlag ausströmenden aufgestauten Abwassers könnte alles Feste im Kanal mitnehmen zum Sammler am Parkplatz östlich des Waldfriedhofs. Das Ganze soll im Lindenweg alle 32, im Ulmenweg alle 76 Minuten passieren.

So funktioniert die geplante Schwallspülung - aus der Präsentation der Verwaltung.
So funktioniert die geplante Schwallspülung – aus der Präsentation der Verwaltung.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 75.000 Euro – einschließlich Einbau und Begleitung durch Ingenieure. „Das wird bei den Millionen, die wir sonst für den Kanal ausgeben, kaum auffallen“, erläuterte Klinger. Allerdings ist noch offen, ob die Altlasten das Vorhaben verteuern; unter den Straßen hatten Stadt und Land seinerzeit aus Kostengründen das Erdreich nicht saniert.

Zwei weitere Sachverhalte können beim Kanalgeruch eine Rolle spielen. Eine Kamerabefahrung ergab, dass der Kanal an mehr als 750 Stellen beschädigt ist – bei einer Gesamtlänge von 4,7 Kilometer im Schnitt also alle sechs Meter. An 16 Stellen gibt es kurzfristigen Handlungsbedarf. Diese gröbsten Fehler in Robotertechnik ohne Erdarbeiten zu beseitigen, wird dann mit 125.000 Euro schon teurer; alle Schäden schlügen mit gut 600.000 Euro zu Buche.

Blick in den Kanal während einer Spülung.
Blick in den Kanal während einer Spülung.

Stutzig macen die Stadtverwaltung Fettablagerungen. Sie kommen nach Einschätzung der Experten aus der Druckleitung aus Hüttenfeld nach Neuschloß. Am Beginn dieses Kanals in Hüttenfeld findet sich allerdings kein Fett. In den Fokus geraten nun die Aussiedlerhöfe nahe der Autobahn 67, die ihre Abwässer ebenfalls direkt in die Druckleitung geben. Fett wirkt als Geruchsträger. Die Stadt hat das vorhandene Fett in Neuschloß entfernt und will die Angelegenheit im kommenden Jahr weiter untersuchen.

Erstmals liegt jetzt also ein schlüssiges Lösungskonzept vor. Dennoch gibt es ein Problem, wie Erster Stadtrat Klingler offen berichtete: In der zuständigen Abteilung der Verwaltung fehlt es an Personal, das die Umsetzung steuern müsste. Die Verwaltungsspitze habe reagiert, im neuen Haushaltsplan eine zusätzliche Stelle vorgesehen und das vorgesehene Gehalt für eine in mehrfachen Anläufen nicht zu besetzende Stelle erhöht. „Sofort nach der Genehmigung des Haushalts und der Besetzung der Stellen bekommen die neuen Mitarbeiter das Thema Neuschloß zugewiesen“, versprach Klingler.

Ausdrücklich lobte Fachbereichsleiter Rinder den Geruchsmelder von Neuschloss.net. „Diese Hinweise sind für uns sehr gut, weil wir den Turnus unserer Spülungen anpassen können“, erläuterte er. Hintergrund: Als Übergangslösung lässt die Stadt etwa alle drei Monate den Neuschlößer Kanal von einer Fachfirma mit Wasser durchpusten.

Keine Lösung sei, dauerhaft mehr Wasser zuzuführen. Dann bestehe die Gefahr, dass der Kanal bei starken Regen überlastet werde. Auch die Idee, das Hüttenfelder Abwasser nicht weiter wie bisher über mehrere Kilometer durch die Neuschlößer Straßen zu leiten, lehnte Rinder ab: „Dann haben wir wieder zu wenig Wasser im Kanal.“

Biofilter gegen Kanalgeruch im Ulmenweg.
Biofilter gegen Kanalgeruch im Ulmenweg.

Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, wies darauf hin, dass bis zum Beginn der Arbeiten auch kurzfristige Abhilfen nötig blieben – etwa in Form weiterer Geruchsfilter an den Kanalschächten. Weitere Mitglieder der Bürgerkammer lobten ausdrücklich die vorgetragene Ursachenforschung und die vorgeschlagenen Lösungen: „Das war das Beste, was wir in vielen Jahren zu diesem Thema gehört haben“, hieß es.

Viele Themen in der Bürgerkammer

Was ist los in Neuschloß? In der nächsten öffentlichen Sitzung unserer Bürgerkammer am Donnerstag, 15. September, 19 Uhr, ist das zum ersten Mal ein Tagesordnungspunkt. „Informationen der Vereine, Institutionen und Kirchen des Stadtteils“ nennt er sich. Die Idee dahiner ist, den Neuschlößer Einrichtungen ein Forum zu bieten. Der Turnverein kann beispielsweise auf aktuelle Kurse hinweisen, die Kirchengemeinde auf geplante kulturelle Veranstaltungen, der Elternbeirat des Kindergartens eventuell auf Probleme, die Mütter und Väter oder den Nachwuchs beschäftigen. Derartige Runden sollen zu einem festen Bestandteil der Bürgerkammer werden.

Dass die Fragen der Neuschlößer in der Bürgerkammer direkt aufgenommen werden, zeigt ein weiterer Punkt. Eine Anwohnerin hatte sich in der vergangenen Sitzung zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass das frei zugängliche Wasserrückhaltebecken am Sodabuckel für Kinder gefährlich sein könnte. Auch dieses Thema findet sich nun auf der Tagesordnung wider; die Stadtverwaltung nimmt Stellung.

Die Verwaltung kündigt zudem einen Sachstandsbericht zum Thema Kanalgeruch an. Hier drängt eine Lösung; in den vergangenen Wochen hat die Belästigung wieder zugenommen. Auf der Tagesordnung ferner mehrere Verkehrsfragen. Es geht um die parkenden Lastwagen im Lindenweg, die Radaranlage auf der Landesstraße, die Beschilderung von Radwegen und die geplanten Parkplätze vor dem Kindergarten und der Krippe im Wacholderweg.

Informationen gibt es ferner vom Projektbeirat Altlasten und der ICE-Trassen-Initiative Bila.

Das Treffen beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz. Neuschloss.net dokumentiert die Tagesordnung und die Anträge.

Blick in die Runde der Bürgerkammer.

Die Bürgerkammer im Pressespiegel

Die erste inhaltliche Sitzung der Bürgerkammer – da schaute die lokale Presse natürlich besonders interessiert zu. Denn statt neun Vertreterinnen und Vertreter der etablierten Parteien im Ortsbeirat sitzen nun 20, also mehr als doppelt so viele Frauen und Männer zusammen; viele davon ohne kommunalpolitische Erfahrung. Wie wird diskutiert – endlos oder ergebnisorientiert? Wie viele der Kammerleute kommen überhaupt? Wie klappt die versprochene Beteiligung des Publikums – eine wichtige Neuerung gegenüber dem Ortsbeirat, wo das aufgrund der Vorgaben der Hessischen Gemeindeordnung nicht möglich war.

Der Südhessen Morgen stellt fest, eine Bürgerkammer obliege anderen Gesetzmäßigkeiten als der Ortsbeirat – eben weil viele Frauen und Männer zuvor nicht aktiv politische Erfahrungen gesammelt hätten. Nebenbei bemerkt: Nicht wenige der Bürgerkammerleute engagieren sich in anderen Zusammenhängen wie Altlasten-Projektbeirat, Vereinen oder Kirchengemeinde – Debatten, Entscheidungsprozesse und öffentliche Veranstaltungen kennen von daher auch sie. Aber kommunalpolitische Themen, da ist Rauschelbach zuzustimmen, sind für die meisten neu.

Und wie lief die Diskussion in der fast vollständig besetzten Kammer? Es war „vor allem Vorsitzende Carola Biehal, die als einstige Ortsvorsteherin für einen straffen Ablauf sorgte“. Das verlange ein gehöriges Fingerspitzengefühl, „sollen Unerfahrenheit der Beteiligten und der entpolitisierte Rahmen solcher Debatten weder zu Frustrations-Erlebnissen führen, noch die Gespräche ins Endlose ausufern lassen.“ Aber, die erfreuliche Nachricht: „Nichts davon in der jüngsten Sitzung der Neuschlosser Bürgerkammer. Diese förderte gar konkrete Beschlüsse zutage.“

Gut vorbereitet.
Gut vorbereitet.

In der Lampertheimer Zeitung blickt mit André Heuwinkel ein Journalist auf die Startphase, der der Bürgerkammer eher kritisch gegenübersteht. Er stellt fest: „In re­la­tiv kur­zer Zeit ist es dem jun­gen Gre­mi­um rund um Ca­ro­la Bie­hal ge­lun­gen, die Bürg­er­in­nen und Bür­ger mit­zu­neh­men. Nicht mit ei­nem steif-of­fi­ziel­len Ha­bi­tus, son­dern als lo­cke­re Be­tei­li­gungs­platt­form, die in Sa­chen Mit­wir­kung ein or­dent­li­ches Tem­po an den Tag legt: Das ha­ben die Hel­fer rund um den Spar­gel­lauf be­wie­sen.“ Deshalb sei es auch richtig, dass die Bürgerkammer sich am Frei­wil­li­gen­tag der Me­trop­ol­re­gi­on beteiligen wolle: „Nä­he ent­steht durch Ta­ten.“

Zu bedenken gibt Heuwinkel allerdings, wenn es um Sach­fra­gen gehe, müs­sten al­le we­sent­li­chen Ak­teu­re an­we­send sein. Hintergrund: Urlaubsbedingt waren zu dem Treffen keine Vertreter der Bila-Initiative gegen die ICE-Trasse erschienen wie bisher im Ortsbeirat. „Das soll­te sich nicht wie­der­ho­len, um ernst ge­nom­men zu wer­den.“

Das Publikum kam übrigens auch zu Wort. Eine Neuschlößerin regte an, die neue Sickergrube am Ende des in den Wald verlängerten Ulmenwegs einzuzäunen, damit spielende Kinder nicht gefährdet seien. Erster Stadtrat Jens Klingler nahm die Anregung mit ins Rathaus.

Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, berichtet über die Betreuung der Flüchtlinge.
Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, berichtet über die Betreuung der Flüchtlinge.

Weitere Berichte aus der Kammer:

Flüchtlinge haben Neuschloß verlassen

Es war im Herbst 2014, als unerwartet Aktive des Technischen Hilfswerks die leeren Räume im Beamtenbau herrichteten – und mit Frauen und Männern vor allem aus Eritrea und Syrien die Auswirkungen der internationalen Politik in Neuschloß ankamen. Die eigene Heimat zu verlieren – dieses Schicksal kannten viele Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils. Die Hilfsbereitschaft der Neuschlößer war überwältigend. Sie brachten Sachspenden, erledigten Fahrdienste, spielten Fußball mit den Fremden, halfen als Übersetzer, gaben Sprachunterricht.

Seit Pfingsten sind die 32 Frauen und Männer nicht mehr in Neuschloß. Der Mietvertrag mit jenem Besitzer, an den die Stadt den Beamtenbau im Sommer 2013 verkauft hatte, ist ausgelaufen. Ohnehin wollte der Investor nur die Zeit überbrücken, bis er alle Genehmigungen für einen geplanten Umbau zusammen hat.

Im jüngsten Treffen berichtete die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, über den Stand der Dinge. Einige der Flüchtlinge lebten in der Kernstadt, andere seien weiter weggezogen. „Unsere bisherigen Helferinnen und Helfer haben den Kontakt zu den Flüchtlingen beibehalten“, sagte sie. Auch wenn es aufwendiger als bisher sei, die Frauen und Männer an unterschiedlichen Orten zu besuchen hinter verschlossenen Hoftoren und Klingeln, die zunächst nicht eindeutig zuzuordnen waren. Das ehrenamtliche Engagement der Neuschlößer geht also weiter.

Angekommen ist in Neuschloß dagegen eine syrische Familie, deren Asyl-Status nun festgestellt ist. Das Paar, das Nachwuchs erwartet, hatte auf diesen offiziellen Bescheid im Stadtteil Hofheim gewartet.

Umbaupläne fürs Schloss

Auch wenn das Gebäude nun leer steht – der geplante Umbau kommt erst einmal nicht voran. Genehmigungen stünden weiter aus, sagte Biehal. Der Architekt rechne mit einer Umbauzeit am Äußeren des Gebäudes von vier bis fünf Monaten. Was genau der neue Schlossherr vorhat, soll demnächst Thema werden. Auf Wunsch der Bürgerkammer soll es eine öffentliche Präsentation der Pläne geben.

Der Beamtenbau.
Der Beamtenbau.

Bürgerkammer tagt

Neuschloss.net-Leser werden kaum überrascht sein: Unser Stadtteil wurde vor bald 550 Jahren zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das gilt es zu feiern – nur wie? Antworten sucht die Bürgerkammer in ihrem Treffen am Mittwoch, 15. Juni, 19 Uhr, im Bürgersaal am Ahornplatz. Weitere Themen sind Sachstandsberichte der Stadtverwaltung zu den Dauerbrennern Kanalgeruch und Parkplatz-Situation im Wacholderweg vor Kindergarten und -krippe. Zu Wort kommen auch der Projektbeirat Altlasten und die ICE-Initiative Bila. Die Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.

Neuschlößer feuern Spargelläufer an

Den längsten Weg haben die Halbmarathon-Läufer schon hinter sich, als sie in Neuschloß verbeikommen. Aber nach dem Abstecher über Bürstadt sind es immerhin noch acht Kilometer bis zum Start- und Zielpunkt, dem Sportzentrum Ost. Da kann etwas Motivation nur gut tun – und Wasser sowieso. Die Bürgerkammer hatte Einwohner aus unserem Stadtteil zum Ahornplatz eingeladen, um die Sportler anzufeuern und mit nasser Erfrischung zu versorgen.

Das taten etwa 50 Frauen und Männer dann auch – und die Stimmung war super vom ersten bis zum letzten Läufer. Das war auch Verdienst von Familie Senftner, die – ausgestattet mit Fernrohr und Läuferlisten – über eine Lautsprecheranlage sämtliche Sportler persönlich begrüßte, begleitet vom Jubel der Neuschlößer.

Update: Halbmarathon-Gewinner Sascha Brenner erklärt auf der Facebook-Seite von Neuschloss.net, wie wichtig diese Motivation ist: „Das ist immer wie eine Erlösung, wenn man aus dem Wald endlich in Neuschloß einläuft.“ Und auf seiner eigenen Facebook-Seite Rhein-Neckar Runner verbreitet er unser Video und lobt die „Super-Stimmung in Neuschloß, wenn man kilometerlang alleine durch den Wald gelaufen ist.“

Damit das Publikum nicht schwächelte, versorgten die Aktiven der Bürgerkammer es in einem großen Zelt mit frischen Crepes, Brezeln, Kaffee und Kuchen. Eine gelungene Aktion neuen Stadtteilvertretung – für Sportler und Anwohner gleichermaßen.

Auch im verlängerten Ulmenweg waren – wie seit vielen Jahren – Anwohnerinnen und Anwohner rund um Familie Bärwald zur Stelle. Hier versorgen sich die Gäste selbst – mit einem kleinen, feinen Gemeinschaftsbüfett und leckerem Kuchen.

Biehal steht Bürgerkammer vor

Die bisherige Ortsvorsteherin Carola Biehal steht auch an der Spitze der Bürgerkammer, die den Stadtteil in den kommenden fünf Jahren vertreten will. Die 20 Mitglieder der Kammer wählten die 50-Jährige in einer öffentlichen Sitzung einstimmig zur Vorsitzenden.

Zum Vorsitz gehören fünf weitere Frauen und Männern, die bisher sämtlich nicht kommunalpolitisch aktiv waren.

  • Jason Bog ist stellvertretender Vorsitzender.
  • Sonja Hilbert ist Schriftführerin, Gitte Weidenauer ihre Stellvertreterin.
  • Helmut Kleinsteuber fungiert als Pressesprecher.
  • Heinz Rupprecht engiert sich als Beisitzer im Vorsitz.

Die weiteren Mitglieder der Bürgerkammer sind Michael Bayer, Gisela Bürkel, Desiree Freeburn, Horst Irrgang, Helmut Kemnitzer, Günther Kirchenschläger, Robert Lenhardt, Eric Lunkenbein, Gerhard Pflästerer, Peter Scherb, Elfriede Svoboda, Maria Walter, Rolf Wegerle und Günther Weidenauer.

Folgende Karte veranschaulicht, in welchen Straßen die Mitglieder wohnen – auf die roten Punkte klicken.

Ein Blick auf die vertretenen Straßen zeigt, dass sich insbesondere Frauen und Männer engagieren, die Anfang der achtziger Jahre mit der zweiten Bebauungsphase nach Neuschloß gekommen waren. Manche Mitglieder der Bürgerkammer sind noch später zugezogen – meist weil sie die ruhige, waldnahe Lage schätzen – aber genauso, dass sie in wenigen Minuten in Mannheim und damit dem Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar sind.

Einige Mitglieder der Bürgerkammer sagten, sie engagierten sich in dieser Form, weil sie sich nicht an eine politische Partei binden müssten. Umgekehrt sind aber auch einige parteipolitisch Aktive dabei.

In diesem Kreis sind wichtige Einrichtungen des Stadtteils vertreten – die evangelische Johannesgemeinde genauso wie der SC Kurpfalz, die Meute wie der Altlastenverein und Projektbeirat.

In einem Treffen Ende April im Raum der Johannesgemeinde hatten zuvor 20 Frauen und Männer schriftlich ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt. Weil das genau der vorgesehenen Größe der Bürgerkammer entspricht, war eine Wahl der Mitglieder durch die Bevölkerung nicht notwendig. Im Rosengarten wie in Neuschloß gibt es seit der Kommunalwahl keine Ortsbeiräte mehr als Folge von Pannen einiger Parteien bei der Abgabe der Kandidatenlisten.

Die Liste der Mitglieder auf einen Blick:
* Bayer, Michael, Ulmenweg 35;
* Biehal, Carola, Ahornweg 4;
* Bog, Jason, Akazienweg 13;
* Bürkel, Gisela, Ahornweg 14a;
* Freeburn, Desiree, Buchenweg 9;
* Hilbert, Sonja, Eichenweg 7;
* Irrgang, Horst, Wacholderweg 10;
* Kemnitzer, Helmut, Akazienweg 7;
* Kirchenschläger, Günter, Buchenweg 23;
* Kleinsteuber, Helmut, Ahornweg 21a;
* Lenhardt, Robert, Tannenweg 1;
* Lunkenbein, Eric, Akazienweg 5;
* Pflästerer, Gerhard, Eichenweg 12;
* Rupprecht, Heinz, Ahornweg 6;
* Scherb, Peter, Akazienweg 94;
* Svoboda, Elfriede, Akazienweg 92;
* Walter, Maria, Ahornweg 22a;
* Wegerle, Rolf, Lindenweg 3;
* Weidenauer, Gitte, Buchenweg 5;
* Weidenauer, Günter, Buchenweg 5.

Großes Interesse an der Bürgerkammer.

Bürgerkammer wird konkret

Die Bürgerkammer nimmt Gestalt an – und stößt weiter auf großes Interesse der Neuschlößer. Etwa 50 Frauen und Männer waren zu einem neuerlichen Informationsabend gekommen, zu dem der scheidende Ortsbeirat in den Bürgersaal am Ahornplatz eingeladen hatte.

Nach dem bereits in einem ersten Treffen im Febuar viele Neuschlößer ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet hatte, trugen sich jetzt erneut viele in eine Liste ein. Damit dürfte es mehr als 20 Mitstreiter geben – so groß soll die Bürgerkammer sein. Also ist eine Auswahl nötig. Erneut sprachen sich die Neuschlößer einstimmig dafür aus, eine stadtteilweite Wahl auszurufen. Interessierte können sich noch bis Freitag, 15. April, bewerben – per E-Mail an die Adresse buergerkammer(at)neuschloss.net.

Damit geht Neuschloß anders vor als der Stadtteil Rosengarten, wo ein Ältestenrat entscheiden soll, wer in der Bürgerkammer vertreten ist. „Neuschloß unterscheidet sich von Rosengarten. Wegen der beiden großen Bebauungsphasen kennen bei uns jene Leute, die hier seit langem leben, nicht unbedingt alle Zugezogenen“, erläuterte Ortsvorsteherin Carola Biehal. Und natürlich bringt eine Wahl auch eine bessere Legitimation der Kammer als Stadtteil-Vertretung.

Vorgesehen ist, dass alle Bürgerinnen und Bürger je 20 Stimmen vergeben können – entsprechend der Anzahl der Sitze. Das Mandat gilt für zwei Jahre. Die Gewählten wiederum werden nach der Konstitutierung der Kammer eine Art Vorstand bestimmen. Biehal strich die Vorteile der Bürgerkammer gegenüber einem Ortsbeirat heraus: „Man muss auf keiner Liste einer Partei stehen, um hier mitzumachen“, sagte sie. Auch Jugendliche von 16 Jahren an oder städtische Bedienstete könnten dabei sein. Die Kammer könne künftig auch neben dem Ortsbeirat weiter bestehen.

Die scheidende Ortsvorsteherin Carola Biehal und ihr Stellvertreter Robert Lenhardt leiteten das Treffen.
Die scheidende Ortsvorsteherin Carola Biehal und ihr Stellvertreter Robert Lenhardt leiteten das Treffen.

Der stellvertretende Ortsvorsteher Robert Lenhardt sagte, die Kammer könne sich drei- bis viermal pro Jahr treffen – an jenen Abenden, an denen eigentlich die Ortsbeiräte hätten zusammentreffen sollen. Das erscheint sinnvoll, weil sich diese Termine gut in die Treffen der kommunalpolitischen Organe der Stadt einfügen.

Die Neuschlößer Bürgerrunde interessierte auch Vertreter der Lampertheimer Kommunalpolitik. Vor allem die SPD war unter den Gästen stark vertreten mit Erstem Stadtrat Jens Klinger, Stadtrat Hans Schlatter und dem Fraktionsvorsitzenden Marius Schmidt. Die FDP vertrat Vorsitzender Thomas Bittner. Für die CDU-Fraktion war Björn Hedderich dabei, der erkennbar mit dem Bürgerkammer-Projekt sympatisierte. Am Rande der Veranstaltung kündigte er gegenüber Neuschloss.net an, die Union wolle ich künftig verstärkt in Neuschloß engagieren.