Krippe mit Rechtschreibschwäche

Der Rechtschreibfehler ist Programm: „Zwergenschloß“ heißt die Kinderkrippe, die nach der Rechtschreibreform eigentlich Zwergenschloss heißen müsste. Wegen des kurzen O. Außer bei Eigennamen wie Neuschloß, die schon vorher anders geschrieben wurden. Das „Zwergenschloß“ also soll mit seiner (falschen) Schreibweise zeigen, wo es hin gehört.

Immerhin erfordert das eine Auseinandersetzung mit den Schreibregeln, was dem Neuschlösser, pardon Neuschlößer Nachwuchs zugutekommen dürfte. Der könnte ja dann einmal die vielen Schreibfehler auf öffentlichen Schildern in ganz Lampertheim angehen, etwa an Bushaltestellen, wo Straße (langer Vokal) statt mit „ß“ stets mit falsch „ss“ steht. Neuschloß wird an der „Neuschloßstrasse“ (also eigentlich „Neuschloßstraße“) übrigens vorne richtig mit „ß“ geschrieben, womit das TVL-Märchen aus der Welt wäre, die falsche Schreibweise habe technische Gründe, weil der Hersteller in den USA sitze.

Jetzt sind wir schon ziemlich abgekommen von der Krippe, obwohl wir noch gar nicht ein mögliches neues TVL-Märchen erwähnt haben: Das auch Schandfleck genannte Informationsterminal am Lampertheimer Bahnhof habe jemals richtig funktioniert – was ein Leser der Lampertheimer Zeitung in einem veröffentlichten Leserbrief vehement in Abrede stellt. Wer einmal – jetzt kommen wir aber zu weit ab.

Wo waren wir? Ach ja, bei der Grippe, pardon Krippe. Ein paar Fakten also dann doch noch. Die Leiterin heißt Carmen Effenberger, ist 45 Jahre alt und kommt aus Weinheim. Ihr Team umfasst 16 bis 18 Erzieherinnen, davon ein Mann. Sie teilen sich 13,5 Stellen. Start ist am 2. Dezember. Fünf Gruppen, 50 Kinder. Bislang sind 30 Anmeldungen eingegangen. Öffnungszeit: 7 bis 17 Uhr. Der Strom kommt von der Solaranlage auf dem Dach.

Also haben wir doch noch alles Wichtige untergebracht. Hinweise auf Rechtschreibfehler jederzeit gerne.

So berichten andere: Südhessen Morgen, Lampertheimer Zeitung.

Es ist Störmer: 59,3 Prozent

Gottfried Störmer ist der strahlende Sieger bei der Stichwahl zum Lampertheimer Bürgermeister.
Gottfried Störmer ist der strahlende Sieger bei der Stichwahl zum Lampertheimer Bürgermeister.

Gottfried Störmer ist vom 1. Dezember an Bürgermeister von Lampertheim. Er hat sich in der Stichwahl mit 59,3 Prozent überraschend deutlich gegen den SPD-Kandidaten Jens Klingler durchgesetzt. Klingler steht schon bisher an der Verwaltungsspitze als Erster Stadtrat. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,2 Prozent.

Damit bleibt in Lampertheim ein Politiker Bürgermeister, der nicht unmittelbar von einer Partei aufgestellt wurde. Mit einem Unterschied: Der bisherige Verwaltungschef Erich Maier ist SPD-Mitglied, Störmers unabhängige Kandidatur wurde von der CDU unterstützt. Der Preis der Unabhängigkeit ist, dass Störmer auf keine Hausmehrheit in der Stadtverordnetenversammlung setzen kann.

Auch bei der Stichwahl zeigte sich, dass Neuschloß keine Hochburg der SPD mehr ist. Klingler erhielt in unserem Stadtteil sogar mit 37,5 Prozent immerhin 3,2 Prozentpunkte weniger als der stadtweite Durchschnitt. Diese Tendenz war schon bei der Land- und Bundestagswahl erkennbar. Bei der Kommunalwahl waren die Machtverhältnisse noch gänzlich anders ausgefallen: Im Ortsbeirat besetzt die SPD fünf von neun Posten, die FDP drei und die CDU einen einzigen – ein dramatischer Wandel.

Der Verlauf des Abends im Stadthaus im Rückblick.

19.10 Uhr: In einer Schlange stehen die Gratulanten an vor Störmer. Bei der SPD ist die Enttäuschung groß. Dieses Resultat in dieser Größenordnung darf als deutliche Überraschung gewertet werden.

18.59 Uhr: Das letzte Ergebnis kommt aus Neuschloß: 62,5 Prozent für Störmer. Damit schafft Störmer stadtweit 59,3 Prozent.

18.57 Uhr: Noch ein Bezirk fehlt. Störmer liegt uneinholbar bei 59,1 Prozent.

18.46 Uhr: Der erste Wahlbezirk mit einer Mehrheit für Klingler: 51,8 Prozent im Europaring. Nach 18 Bezirken hat Störmer 58,4 Prozent.

18.42 Uhr: Fast unentschieden in Hofheim. Insgesamt nach 14 Bezirken liegt Störmer bei 58,8 Prozent. Störmer erreichen die ersten Glückwünsche.

Angespanntes Gesicht bei SPD-Kandidat Jens Klinger. Es sollte nicht reichen.
Angespanntes Gesicht bei SPD-Kandidat Jens Klinger. Es sollte nicht reichen.

18.38 Uhr: Neues Ergebnis eines weiteren Bezirks von der Schillerschule: Dort bekommt Störmer etwa 70 Prozent. Insgesamt hat Störmer nach elf Bezirken 60,5 Prozent.

18.27 Uhr: Dritter Bezirk, Störmer erhöht auf 60,2 Prozent. Störmer ist im Sitzungssaal angekommen.

18.24 Uhr: Zwei Wahlbezirke, unter anderem die Schillerschule, sind ausgezählt. 59,8 Prozent für Gottfried Störmer, 40,2 Prozent für Jens Klingler. Applaus an einem einzigen Tisch.

18.20 Uhr: Kandidat Jens Klingler sitzt am Tisch mit seiner Frau und einigen Genossen. Von Konkurrent Störmer bisher keine Spur. Es kommen immer mehr Bürger.

18 Uhr: Die Wahllokale sind geschlossen. Der Sitzungssaal des Rathauses füllt sich. Lampertheim wartet mit Spannung auf seinen Bürgermeister.

Zahlreiche Bürger verfolgen die Auszählung im Sitzungssaal des Stadthauses.
Zahlreiche Bürger verfolgen die Auszählung im Sitzungssaal des Stadthauses.

Beirat setzt beim Bolzplatz auf Rasen

Der Ortsbeirat stimmt mehrheitlich für einen Rasenbelag.
Der Ortsbeirat stimmt mehrheitlich für einen Rasenbelag.

Detailfragen zur Ausgestaltung des geplanten Kleinfeldplatzes standen im Mittelpunkt des jüngsten Treffens der Neuschlößer Ortsbeiräte. Bereits vor zwei Wochen hatte Neuschloss.net exklusiv darüber berichtet, dass eine solche Fläche im Wesentlichen auf dem bestehenden Kinderspielplatz am Alten Lorscher Weg eingerichtet werden soll. Zuvor hatten Eltern von jüngeren Kindern zunächst Unterschriften für einen Bolzplatz gesammelt; es folgten Gespräche mit dem Ortsbeirat.

Entstehen soll die Fläche im hinteren Teil des Spielplatzes – dort, wo bisher das Trampolin steht. Das Spielgerät wird an eine andere Stelle versetzt. Geplant ist eine Platzgröße von 20 mal 15 Metern. Die Arbeiter müssen Pflanzen und Bäume abräumen und den Zaun versetzen, der den Spielplatz begrenzt. Denn die Ecke wäre in ihren jetzigen Ausmaßen zu klein für den 300-Quadratmeter-Platz.

Das Trampolin im hinteren Teil des Spielplatzes muss dem Kleinfeldplatz weichen.
Das Trampolin im hinteren Teil des Spielplatzes muss dem Kleinfeldplatz weichen.

Die dazukommenden Flächen wurden schon früher als Spielplatz ausgewiesen, nur nicht entsprechend genutzt. Damit sind aktuell keine naturschutzrechtlichen Ausgleichsprojekte nötig. Wohl aber eine Kontrolle, wie es mit Altlasten aussieht. Die Idee für den Standort kam von Ortsbeiratsmitglied Traudel Neudecker, wie in der Sitzung bekannt wurde.

Der neue Platz ist vorgesehen für Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren. „Ältere können die Plätze im Wald nehmen,“ sagte dazu Ortsvorsteherin Carola Biehal (SPD). Bürgermeister Erich Maier betonte, „die vorgeschlagene Lösung ist bei den Eltern auf Zustimmung gestoßen“. Einige davon waren im Publikum – und bestätigten diese Einschätzung gegenüber Neuschloss.net.

Zur Ausstattung des Kleinfeldplatzes sollen zwei Fußballtore, mindestens ein Basketballkorb und ein Zaun drumherum gehören, der nebenan spielende Kinder vor fliegenden Bällen schützt.

Ausführlich beschäftigte sich das Stadtteilgremium mit der Frage, welcher Bodenbelag bestellt werden soll. Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste der Stadt, trug sieben Alternativen samt zugehöriger Kosten vor:

  • Rasenplatz: Die Verwaltung hob die geringe Verletzungsgefahr hervor, sprach von einem gelenkschonenden Belag. „Sogar die Profils bevorzugen das.“ Im Stadtgebiet würden Rasenplätze gerne angenommen. Einen Nachteil gibt es in Form von Folgekosten fürs Rasen mähen. Geschätze Gesamt-Umbaukosten: etwa 36.500 Euro.
  • Kunststoffplatz: benötigt einen teuren Unterbau, daher Gesamtkosten von etwa 137.500 Euro.
  • Reine Asphaltfläche: verlangt einen ähnlichen Unterbau und ist daher unwesentlich günstiger als Kunststoff. Vorteil: kaum Folgekosten. Gesamtbetrag: rund 127.500 Euro.
  • Holzhäcksel: ein Vorschlag von Beiratsmitglied und Förster Volker Harres. Sabine Vilgis formulierte diplomatisch: „Das Verhalten des Balles auf solchen Plätzen ist schlecht.“ Man kann auch sagen, es fliegen beim Kicken Holzteile durch die Gegend.
  • Fallschutzplatten: Es handelt sich um ein Stecksystem aus Gummimatten mit vielen Fugen. Darin können sich aber wegen der Lage im Wald schnell Pflanzen einnisten; es entstünden schwierig zu reparierende Risse, die bei Frost aufplatzen, so die Verwaltung. Geschätze Kosten: ungefähr 57.500 Euro.
  • Hartplatz: Die klassischen Sportplätze mit rotem Grund nicht wegen ihrer hohen Verletzungsgefahr nicht mehr sonderlich attraktiv. Vereine in Lampertheim versuchen, wo möglich sie loszuwerden. Zum laufenden Pflegeaufwand kommen Einmalkosten von rund 150.000 Euro.
  • Kunstrasen: Diese Variante würde mit etwa 100.000 Euro Gesamtkosten zu Buche schlagen.

In der anschließenden Diskussion plädierten Ortsvorsteherin Biehal und Bürgermeister Meier für eine Rasenfläche. „Es gibt wenige Alternativen, auch wegen der Kosten“, sagte Maier. Robert Lenhardt von der SPD-Fraktion liebäugelte mit den Gummimatten, wie sie die Albert-Magnus-Schule in Viernheim verwende. Die Verwaltung zeigte sich wenig begeistert und warnte erneut vor Samen, der Grünzeug aus den Ritzen wachsen lasse.

Lenhardt missfiel am Rasen, dass der wächst. Traudel Neudecker sah das pragmatisch: „Ich sehe hier die kleinen Kinder, die da spielen wollen. Da reicht eine schöne Rasenfläche. Und wenn die ordentlich bebolzt wird, muss sie nicht gemäht werden.“ Bürgermeister Maier wies auf die Preisdifferenz von gut 20.000 Euro zwischen beiden Varianten hin – und äußerte mit Blick auf die Zahl der Kinder in Neuschloß zudem leise Zweifel, wie sehr so ein Platz überhaupt angenommen werde. „Denn die Zeiten der Bolzplätze sind, wie ich auch in Lampertheim täglich sehe, eigentlich vorbei.“

Vorbei war dann auch die Diskussion. Die Abstimmung erhab eine klare Mehrheit für den Rasen. Dafür stimmten von der SPD Carola Biehal, Volker Harres und Manfred Reipa, das CDU-Mitglied Klaus Schultheiß , von der FDP Traudel Neudecker. Mit Nein stimmten die FDP-Vertreter Paul Schneider und Gerhard Pflästerer – womit die Mehrheit der FDP-Fraktion gegen die Idee der eigenen Fraktionskollegin Neudecker votierte. Robert Lenhardt von der SPD enthielt sich; Ernst Legleiter, ebenfalls SPD, war nicht anwesend.

Vorausgesetzt der städtische Haushalt für 2014 wird wie geplant beschlossen, können die Neuschlößer Kinder vielleicht schon im April auf dem neuen Platz spielen.

Über weitere Themen der Sitzung berichten wir noch.

So berichten andere: Südhessen Morgen, Lampertheimer Zeitung.

Jens Klinglers Pläne für Neuschloß

Jens Klingler spricht im Café am Ahornplatz über Neuschlößer Themen.
Jens Klingler spricht im Café am Ahornplatz über Neuschlößer Themen.

Wie sehr darf sich eine Stadt wirtschaftlich engagieren, wenn das, was Unternehmen anbieten, für die Bürger nicht ausreicht? Diese Frage wirft SPD-Bürgermeisterkandidat Jens Klinger in einer Wahlkampfveranstaltung im Café am Ahornplatz auf.

Sein Anlass: Die Hausbesuche in Neuschloß, bei denen viele Anwohner über eine schlechte Breitbandversorgung geklagt hätten. „Nicht nur Privatleute, auch viele Freiberufler, die auf schnelles Internet angewiesen sind.“ Weil die zuständige Vermittlungsstelle der Deutschen Telekom in Lampertheim an der Bürstädter Straße steht, ist der Weg zu lang, um kabelgebundenes DSL anzubieten. Eine technische Lösung wäre eine Glasfaserleitung nach Neuschloß zu legen und dort einen eigenen Verteilkasten aufzustellen. Das würde den Neuschlößern gefallen. Der Deutschen Telekom ist das aber zu teuer.

Soll also nun die Gemeinde einspringen? „Im Odenwald gibt’s das“, berichtet Klingler. Die Gemeinden verlegen dort Leitungen auf eigene Rechnung. „Sollen wir als Kommune Breitband ausbauen?“, fragt er. „Oder sollen wir einen Ausbau mit einem Partner anstreben?“ Klingler lässt die Fragen im Raum stehen, verweist auf eine Studie zum Thema Breitband, die Lampertheim gemeinsam mit Nachbarkommunen erstellt habe – und kommt zu dem Schluss: „Ich bin da guter Dinge, dass wir kostengünstig die Möglichkeit haben, in Lampertheim schnelles Internet anzubieten.“

Nun ist es ja so, dass in Neuschloß schnelles Internet durchaus erhältlich ist – über den Kabelanbieter Unitymedia, der auf Wunsch die Glasfaser bis ans Haus legt. Schneller geht’s derzeit kaum. Also so richtig brauchen wir die öffentliche Hilfe beim Thema Breitband im Stadtteil gar nicht – auch wenn manche Unity aus eigener Erfahrung nicht über den Weg trauen.

Geldautomat als öffentliche Aufgabe?

Anders könnte das aussehen beim Thema Bargeldversorgung. Hier versagt die freie Wirtschaft tatsächlich im Stadtteil, seit die Sparkasse den letzen Automaten vor Ort abgebaut hat. Der Betrieb sei zu teuer, heißt es auch hier. Das ärgert viele Neuschlößer.

Wäre denn denkbar, so eine Frage an Klingler, dass die Stadt auf einen Teil der jährlichen Zuweisung aus den Gewinnen der öffentlich-rechtlichen Sparkasse verzichtet und dafür das Kreditinstitut beauftragt, in Neuschloß einen Geldautomaten zu betreiben? Klingler winkt ab: Ein öffentlicher Geldautomat? „Es gibt einen bestimmten Grad, da sollte sich eine Kommune aus der Wirtschaft raushalten.“

Und außerdem: „Sie schaffen so eine Erwartungshaltung in ganz Lampertheim. Als nächstes kommt dann der Europaring und fordert einen Geldautomaten.“ Was sich vermeiden ließe, wenn es klare Kriterien gäbe, bei welchen Gegebenheiten die öffentliche Hand einspringt. Dennoch: klare Absage.

Klingers Fünf-Punkte-Katalog für Neuschloß

Zu Beginn der Veranstaltung stellt Klinger sein Neuschloß-Programm vor. Damit ist der SPD-Mann der erste Kandidat, der seinen allgemein gültigen Standard-Vortrag zur Seite legt und sich gänzlich auf den Stadtteil konzentriert. Das ist beachtlich – und kann nur, wer weiß, was Neuschloß bewegt.

Fünf Punkte umfassen die Ausführungen im Wesentlichen: die Altlasten-Sanierung, der Schutz vor Lärm an der Landesstraße 3110, der stinkende Abwasserkanal, die erwähnte Breitband-Thematik und der von Anwohnern geforderte Bolzplatz.

Die Sanierung des Sodabuckels bezeichnet Klinger als größtes Projekt in der nächsten Zeit. „Wir fangen dieses Jahr an, das Geld ist freigegeben“, fügt er hinzu. Wert legt er darauf, dass der Projektbeirat Altlasten Neuschloß (PAN) aktiv bleibt. Das Fachwissen der Anwohnervertretung sei sehr hilfreich.

Einen Lärmschutz an der Forsthausstraße – also der L 3110 im Ortsgebiet – sieht Klingler „ähnlich bedeutend“ wie die Lage an der Wormser Straße in der Kernstadt. Flüsterasphalt, Lärmschutz, andere Glasscheiben – „da muss ein Bürgermeister beim Regierungspräsidium vorstellig werden“, schreibt sich Klingler in sein Pflichtenheft.

Am Thema Kanal habe die Verwaltung bereits gearbeitet: „Da sind Biofilter reingekommen, und es gibt jetzt öfter Spülungen.“ In der Tat ist seither die Geruchsbelästigung zurückgegangen, was auch an einer gesunkenen Zahl von Anwohner-Hinweisen im Meldeformular von Neuschloss.net zu erkennen ist. Dennoch riecht es manchmal noch. „Wenn die Biofilter nicht die gewünschte Entlastung bringen, müssen wir uns darum kümmern“, sagt Klingler. Geplant sei eine hydrauliche Erfassung der Kanäle, nicht nur in Neuschloß übrigens. Ein Projekt für die kommenden fünf Jahre.

In der Bolzplatzfrage kündigt Klingler ein kleineres Kleinplatzfeld auf den Gelände des bestehenden Spielplatzes am Alten Lorscher Weg an – Neuschloss.net hat darüber bereits berichtet. In ersten Reaktionen auf unserer Facebook-Seite zeigen sich Jugendliche und junge Erwachsene wenig angetan von der Idee.

Busline von Neuschloß zum Aldi?

Klingler betont, wie wichtig die Entscheidung für Neuschloß als Kinderkrippen-Standort ist: „Als Stadt erkennen wir, dass es langsam eng wird in Neuschloß“, sagt er mit Blick auf die Infrastruktur. Die Krippe steigere die Lebensqualität in Neuschloß für junge Familien. „Und das steigert auch Wert der Immobilien“.

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Die Diskussion führt von fehlenden Einkaufsmöglichkeiten zu der Frage, ob es nicht eine Buslinie von Hüttenfeld über Neuschloß weiter zum Fachmarktzentrum mit Rewe und Aldi in Lampertheim geben könnte. „Vielleicht kann man das mit dem Bus verbinden, der ohnehin durch den Guldenweg fährt“, schlägt Ortsvorsteherin Carola Biehal (SPD) vor. Klingler zeigt sich offen für den Vorschlag: Derzeit müsse ohnehin eine neue Ausschreibung für den Busverkehr erstellt werden, ein Fachbüro sei damit beauftragt, 40.000 Euro stünden dafür bereit.

Fünf Satzanfänge für Klingler

Fünf Satzanfänge, der die Kandidat verlängert, hat Neuschloss.net auch für Jens Klingler – genau wie jüngst für Frank Schall. Wir dokumentieren auch hier den Dialog.

1. In zehn Jahren wir Neuschloß – „altlastenfrei sein.“

2. Am liebsten in Neuschloß bin ich – „auf dem Schlossfest. Das fand ich toll. Der Gottesdienst war sensationell.“

3. Wichtiger als ein Bolzplatz ist für Neuschloß – „der Lärmschutz an der L 3110. Fußball spielen kann ich immer irgendwo. Den Lärm bekomme ich nicht weg.“

4. Als Bürgermeister sage ich über die Grundwassersanierung – „dass das Land Hessen in der Pflicht ist, die Grundwassersanierung durchzuführen. Zumal wenn vorher etwa 100 Millionen in die Bodensanierung investiert wurden.“ Ortsvorsteherin Carola Biehal ergänzt hier: „Die Grundwassersanierung steht auf der Kippe, das wissen wir.“

5. Der Beamtenbau, also das Schloss, sollte – „zum Schuckstück von Neuschloß werden. Wir sind stolz darauf, dass die Stadtentwicklung Lampertheim den Verkauf geschafft hat.“

Zusammengefasst

Klingler ruft Themen auf, die Neuschloß beschäftigen – und er lässt sich ausführlich auf diese Fragen ein. Dazu waren andere Kandidaten bisher nicht in der Lage. Die Frage des öffentlichen Wirtschaftens wirft Klingler auf, bleibt zunächst aber vage – und lehnt sie schließlich ab. Dass der SPD-Mann die Kanalfrage nachhaltig angehen will, ist löblich – die Sache wurde in früheren Jahren auch im Ortsbeirat verschleppt. Bei den Hintergründen zur Grundwassersanierung hat Klingler noch Informationsbedarf; das kann ein wichtiges Thema werden. Aber da haben er und Neuschloß ja eine Ortsvorsteherin an der Seite, die ihres mit Sicherheit dazu beitragen wird.

So berichten andere: Tip-Verlag

Ausschreibung Sanierung des Sodabuckels

Kurzbescheibung

Zur Sanierung ist vorgesehen den Bereich in zwei Abschnitten (Flach- und Buckelbereich) in 2014 und 2015 zu bearbeiten. Die jeweiligen Arbeitsschritte sind Rodung, Rückbau der versiegelten Flächen, Wurzelausbau im Abtragsbereich, Zerkleinerung der Wurzeln und Einbau im Kuppenbereich, Materialumlagerung (ca. 22.000 m³) zur Profilierung, Aufbringung einer 2,5 mächtigen Wasserhaushaltsschicht (WHS, ca. 80.000 m³), dichtende Ausbildung der Randbereiche (Kunststoffdichtungsbahn, Drainagematte, ca. 11.000 m²) und Bau einer umlaufenden Randdrainage inkl. Versickerungsbecken (350 m² Grundfläche) im Bereich außerhalb der Sanierungsfläche.

Zusätzlich ist ein Betriebsweg mit Wendemöglichkeit auf dem Buckel vorgesehen (ca. 1.400 m²). Nach Aufbringung der WHS im ersten Abschnitt ist eine Zwischenbegrünung vorgesehen. Nach Beendigung des zweiten Abschnittes soll das Gelände im Frühjahr 2016 rekultiviert werden. Das Gelände ist durch Einfriedung gegen Zutritt und Wildbefall bis zum erfolgreichen Anwuchs der Rekultivierung zu schützen.

Während der Maßnahme ist das Oberflächenwasser aus dem kontaminierten Gelände separat zu fassen, zu reinigen und dem Abwassernetz zuzuführen. Während der Maßnahme sind die Vorgaben der Arbeitssicherheit und des Emissions-/Immissionsschutzes zwingend einzuhalten. Es ist ein Null-Emissions-Lösung anzustreben und eine Null-Immissions-Lösung durchzuführen. Zum Schutz der Nachbarbebauung (Wohnbebauung!) werden Emissions- und Immissionskontrollmessungen durchgeführt. Das bedeutet, dass alle Maßnahmen (v.a. Rodung, Wurzelausbau und -zerkleinerung, sowie Umlagerung und sonstige Erdarbeiten) emissionsfrei durchzuführen sind.

Kategorien

Aushub-, Erdbewegungsarbeiten, Sonstige Bauleistungen im Hochbau, Überholungs-, Sanierungsarbeiten, Sondermülldienstleistungen, Trockenbau, Abdichtungs-, Dämmarbeiten.

CPV-Codes

Abdichtungs- und Dämmarbeiten, Erdbewegungsarbeiten, Sanierungsarbeiten.

Vergabeordnung

Bauauftrag (VOB).

Klingler unter langjährigen Politik-Profis

Viererrunde: Walter-Borjans, Lambrecht, Schmitt, Klinger (von links).
Viererrunde: Walter-Borjans, Lambrecht, Schmitt, Klinger (von links).

Die Besetzung ist prominent. Norbert Walter-Borjans ist jener Talkshow-gestählter Minister aus Nordrhein-Westfalen, der gerne mit Schweizer Steuer-CD in Verbindung gebracht wird, deren Ankauf Steuer-Betrüger stellt. Die Viernheimerin Christine Lambrecht sitzt seit 1998 im Bundestag und ist stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Norbert Schmitt ist seit 1995 Abgeordneter im hessischen Landtag und arbeitete vorher viele Jahre als Landesgeschäftsführer. Alles langjährige Politikprofis also. Mit am Tisch auch: Jens Klingler.

Die interessante Frage an diesem Abend im Neuschlößer Café am Ahornplatz ist natürlich nicht, wie das Steuerkonzept der SPD im Detail aussieht. Spannend ist vor allem, wie sich der Lampertheimer Bürgermeisterkandidat in dieser Runde schlägt.

Lambrecht führt souverän zehn Minuten lang ins Finanzthema ein, schlägt den Bogen von der Bundes- zur Landespolitik. Dann übernimmt Walter-Borjans. Eine gute halbe Stunde lang. An den Ausgaben lasse sich nur noch wenig drehen; die Einnahmen müssten gesteigert werden – auch mit Hilfe überführter Steuersünder.

Christine Lambrecht.
Christine Lambrecht.

Klingler hört geduldig zu. Eine dreiviertel Stunde nach Beginn der Veranstaltung ist er dran. Er berichtet, dass in all der Zeit der Altlastensanierung trotz großer Bemühungen kein Minister nach Neuschloß kam. Nun habe man einen Minister hier und einen künftigen zudem – Norbert Schmitt braucht einen Moment, bis er den Wink versteht und überrascht lacht.

Dann holt Klingler aus: Schon seit Juso-Zeiten kämpfe er für die Vermögensteuer. Immer wieder habe er gesagt, das sei der richtige Ansatz für die Partei. „Ich bin dankbar dafür, dass es Leute in der SPD gibt, die diesen Weg gehen. Das motiviert uns auch an der Basis.“

Klingler gerät in Schwung, erläutert die Finanznot der Kommunen. Sehr anschaulich: „Lampertheim müsste ein Drittel des Personals entlassen – und selbst dann würden wir nicht die sechs Millionen zusammenbekommen, die wir einsparen sollen.“ Dann blickt er zu Norbert Schmitt und sagt: „Jetzt erklärst Du, wie alles besser wird, wenn wir in Hessen an die Macht kommen.“ Zum ersten Mal lauter Applaus des Publikums – etwa ein Dutzend Frauen und Männer, die meisten Genossen.

Schmitt antwortet, er verspreche, „dass die Sorgen der Kommunen erheblich abnehmen werden, wenn wir in Bund und Land Rot-Grün bekommen“. Norbert Walter-Borjans sagt, „wir müssen dafür sorgen, dass die Decke größer wird.“

Norbert Schmitt.
Norbert Schmitt.

Klingler übernimmt wieder das Wort. Er gehe auch davon aus, dass die Zusammenarbeit besser werde, „wenn wir im Land dran sind. Der Bund ist erst mal nicht so wichtig.“ Christine Lambrecht gibt zu erkennen, dass sie letzteren Aspekt anders sieht; auch Walter-Borjans betont die Bedeutung der Rahmenbedingungen auf Bundesebene.

Klingler redet sich derweil in Fahrt. Er erinnert an den Fall Hoeneß, vermutet erkennbar empört, dass der Fußball-Manager nie ins Gefängnis komme. „Jeder Bayern-Fan müsste sein Mitgliedsbuch zurückgeben“, ruft er laut. Klingler redet gegen Schwarzarbeit. Er rügt, am Stammtisch sei Held, wer die neusten Steuertricks verrate. Klare Worte. Nur einmal vertut er sich, als er die Neuschlößer Kinderkrippe geografisch falsch einordnet. „Das ist, wenn man bissl aufgeregt ist“, sagt er. Als aus den Reihen der Zuhörer ein Landwirt sein steuerliches Leid klagt, entgegnet Klingler: Wir brauchen mehr Steuerfahnder und weniger Betriebsprüfer.

Dann schweift die Debatte ab von der Steuerpolitik hin zur Ortsumgehung Rosengarten. Christine Lambrecht blickt kurzerhand auf die Uhr, verkündet die Zeit sei um – und die Fragen zur Umgehungsstraße könnten gerne im bilateralen Gespräch geklärt werden.

Norbert Walter-Borjans.
Norbert Walter-Borjans.

Wie sich Klingler schlägt? Er findet klare Positionen und Worte, sie nachvollziehbar zu beschreiben. Die Nervosität, hätte er sie nicht selbst angesprochen, ist nicht zu erkennen. Inhaltlich gewinnen Zuhörer den Eindruck, dass Klingler in jedem Fall auf dem Gebiet der Kommunalfinanzen fit ist – und auch in den grundsätzlichen Steuerfragen gut mitreden kann. Der Nebensatz über die Bedeutung der Bundestagswahl war wenig geschickt – sei’s drum. Beim Gedankenexperiment, die anderen Bürgermeisterkandidaten an den Tisch mit den drei Politikprofis zu setzen, schneidet Klingler gut ab.

Offen ist noch der Austausch über lokale Fragen mit den Neuschlößern. Der ist für Mittwoch, 18. September, 19 Uhr, geplant – ebenfalls im Café am Ahornplatz. Auf seiner Facebook-Seite kündigt Klingler auch Hausbesuche in Neuschloß an.

So berichten andere: Südhessen Morgen, Darmstädter Echo.
Dokumentation: Einladung von Christine Lambrecht.

Kindertagesstätte feiert Jubiläum

„Vor 25 Jahren, als alles hier begann“, singt der Chor des Kindergartens – und viele Neuschlößer klatschen und freuen sich mit. Im Jahr 1988 bekam der Stadtteil seine Kita – bis dahin musste der Nachwuchs mit einem Bus nach Lampertheim fahren, aufgeteilt auf verschiedene Einrichtungen. Der eigene Kindergarten, verbunden mit der dazugehörigen Elternarbeit, das war in dem gerade deutlichen gewachsenen Neuschloß ein erster, wichtiger Grundpfeiler für eine eigene Identität.

Dass das Gebäude, konzipiert von dem Neuschlößer Architekten Robert Geiger, ein „sehr gelungenes Objekt ist“, wie Bürgermeister Erich Maier in einer kurzen Ansprache noch einmal herausstreicht, trug dazu seinen Teil bei. In der Tat kann der Stadtteil stolz sein auf einen so schönen Kindergarten. 1,5 Millionen Mark haben Planung und Bau damals gekostet, erinnert Maier. Die Kinderkrippe, die nebenan ihrer Fertigstellung entgegen sieht, ist als Fertigbau nicht individuell geplant und architektonisch wenig anspruchsvoll – und kostet fast den gleichen Betrag, in Euro allerdings.

„Die ersten, die zu uns gekommen sind, bringen nun ihr eigenes Kind“, reimt der Nachwuchs in seinem Vortrag nach der Melodie des Udo-Jürgens-Evergreens „Mit 66 Jahren“. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Die Altlastensanierung etwa. Für eineinhalb Jahre war die Kita geschlossen; wieder mussten die Kinder mit dem Bus nach Lampertheim fahren, in die Alte Pestalozzischule als Ausweichquartier. Sammelstelle war der Bürgersaal am Ahornplatz, wie Ortsvorsteherin Carola Biehal erinnert. Sie war in früheren Jahren Elternbeirätin im Kindergarten.

„Wir lieben Kinder“, ruft sie aus – und deutet eine Neuigkeit an: „Wir hoffen, dass wir im Neuschlößer Kindergarten bald wieder eine dritte Gruppe öffnen können.“

Die jungen Gäste nutzen derweil den praktischen Umstand, dass bei einer Feier im Kindergarten automatisch auch Spielgerät bereit steht. Trampolin, Rutsche und Schaukel sind schnell beschlagnahmt. Die Erwachsenen plaudern derweil bei Kaffee und Kuchen, Eltern haben das Buffet organisiert. Oder lassen mit Hilfe einer kleinen Ausstellung mit Bildern und Zeitungsartikel die vergangenen 25 Jahre Revue passieren.

 

Alle wichtigen Termin aus der Kita im Terminkalender von Neuschloss.net.

So berichten andere: Südhessen Morgen, Tip-Verlag (Fotostrecke).

Frank Schall in Neuschloß

Frank Schall - Original und Abbild in Neuschloß.
Frank Schall – Original und Abbild in Neuschloß.

Frank Schall, und das muss man ihm positiv anrechnen, ist nach Neuschloß gekommen. Sein Ziel ist klar: Er sammelt Stimmen für die Bürgermeisterwahl, auch in unserem Stadtteil. Zwei mannshohe Plakate hat er auf den Ahornplatz gestellt und einen kleinen Tisch – umhüllt mit einem Plakat, das sein familäres Wahlkampfteam zeigt. Ein Teil der Gesichter findet sich wenige Meter weiter unter den etwa ein Dutzend Gästen. Eigentlich, sagt er, wollte er ja in den Bürgersaal. Aber wegen des schönen Wetters habe er sich spontan dazu entschlossen, im Freien aufzutreten.

Noch ein paar Hände geschüttelt, die Frauen und Männer persönlich begrüßt. Dann geht es los, pünktlich. Frank Schall, das wird schnell klar, spricht laut und selbstsicher, unterstreicht hier und da seine Worte mit gestikulierenden Händen. Wer sich an den ein oder anderen Zeitungsbericht über Schalls vorangegangene Wahlkampfauftritte erinnert merkt schnell: Die Sicherheit kommt nicht von ungefähr. Diese Rede hat der Kandidat schon öfter gehalten.

Gut 50 Minuten dauert in Neuschloß jener Teil von Schalls Ausführungen, die er so wohl auch in Hüttenfeld, Rosengarten oder der Kernstadt vorträgt. Mehr Straßen, Vereine unterstützen, im Stadtmarketing besser um Firmen werben, die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen ausbauen. Die Neuschlößer hören geduldig zu.

Ein Dutzend Zuhörer auf dem Ahornplatz, darunter Freunde und Familienmitglieder von Schall.
Ein Dutzend Zuhörer auf dem Ahornplatz, darunter Freunde und Familienmitglieder von Schall.

Dann endlich „noch zwei, drei Anmerkungen zu Neuschloß“. Die Altlastensanierung, erklärt Schall, sei zum Großteil erledigt, die Bearbeitung des Sodabuckels auf den Weg gebracht. „Die Sanierung des Buckels wird in meiner zweiten Amtszeit abgeschossen sein“, sagt Schall und lächelt erkennbar selbst über seinen offenbar spontanen, selbstironischen Scherz. Jetzt kämen, und das sei gut, nach der Sanierung andere Themen hoch, die eigentlich nicht so wichtig seien. Etwa ein Bolzplatz. „Kicken in der unmittelbaren Ortsnähe fehlt noch in Neuschloß“, sagt Schall, der auch Vorsitzender des Lampertheimer Turnvereins ist, dann aber doch mit ernstem Gesicht.

Die zweite Bemerkung mit Stadtteilbezug: Er stebe eine Ortsumgehung für die L 3110 an – vom Kreisel am Hundeheim bis zur langgezogenen Kurve im Wald hinter Neuschloß in Richtung Hüttenfeld. Das habe den Vorteil, dass auf den Feldern vor Neuschloß, etwa gegenüber dem Waldfriedhof, im Flächennutzungsplan die Einwicklung eines Baugebiets vorgesehen werden könne. „Neuschloß ist ja eine gesuchte Wohnlage.“

Ein Bürger zeigt sich irritiert. Er sucht nach einer Formulierung und wendet schließlich ein: „Die Notwendigkeit einer Umfahrung erschließt sich mir nicht.“ So schlimm sei die Landesstraße doch nicht. Nun zeigt sich Schall seinerseits irritiert und erklärt: Es sei Ortsvorsteherin Carola Biehal (SPD) gewesen, die in einem Zeitungsinterview eine Umgehung vorgeschlagen habe. „Da habe ich das aufgenommen.“

Denn, führt der Kandidat aus: Man müsse ja für jeden Stadtteil sagen, „wo sind da die Notwendigkeiten und Begehrlichkeiten. Es muss ja alles gleich verteilt sein.“ Möglicherweise ist das der Grund, warum Schall zuvor auch Ortsumfahrungen für Hüttenfeld und den Rosengarten forderte. Außerdem einen Lückenschluss der Ostumgehung und – allerdings nur perspektivisch, „das werde ich nicht mehr erleben“ – eine Verlagerung der Bundesstraße 44 aus der Stadt heraus.

Das Thema ICE-Trasse spricht Schall von sich aus nicht an, aber auf Nachfrage. Er wolle nicht, dass Schnellzüge durch Neuschloß rasen, versichert er. Ortsbeiratsmitglied Paul Schneider (FDP) stellt eine ganze Reihe von Fragen – unter anderem, was Schall von einer Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion des Neuschlößer Vereins SC Kurpfalz mit dem Lampertheimer Turnverein halte. Je nach dem, könnte man die Antwort zusammenfassen.

Am Ende bittet Neuschloss.net den Kandiaten Schall, fünf unvollständige Sätze zu ergänzen. Wir dokumentieren den Dialog.

„Ein Geldautomat in Neuschloß ist…“ – „nicht vorhanden“, antwortet Schall. Auf die Nachfrage, ob der Satz noch weiter gehen könne, hilft ein Bürger und ruft: „nicht vorhanden, aber notwendig.“ Sehen Sie das auch so? „Ja“, sagt Schall. Wie er hier vorankommen wolle, nachdem schon der Ortsbeirat vergebens entsprechende Appelle verabschiedet hat? Vielleicht nochmal reden mit der Sparkasse, sagt Schall.

„Der Beamtenbau, also das Schloss, sollte bald…“ – Schall überlegt eine ganze Weile und sagt schließlich erleichtert: „einer sinnvollen Bewirtschaftung zugeführt werden.“ Wie die aussehen könne? „Damit habe ich mich noch nicht befasst“, räumt Schall offen ein. Die Stadt hat den Beamtenbau jüngst an einen privaten Investor verkauft.

„Die Entscheidung für den Krippenstandort Neuschloß war…“ – „richtig“, sagt Schall sehr überzeugt. Wohl auch deshalb, weil FDP-Ortsbeirat Schneider sich zuvor zur Überraschung mancher Bürger in die andere Richtung geäußert hatte.

„Neuschloß braucht am dringensten…“ – einen Bolzplatz. Damit greift Schall ein Thema auf, das derzeit viel Wind macht im Stadtteil. Ob es das Dringlichste ist, dürfte Ansichtssache sein.

Und schließlich: „In Neuschloß bin ich am liebsten…“ – „bei meinem Freund Armin.“ Na gut. Eigentlich wollten wir ja mal schauen, wie’s mit der Ortskenntnis aussieht.

Zwischenzeitlich wird es im Laufe der zweistündigen Plauderrunde fast dunkel. In jedem Fall ist der Diskussionspart zu den Neuschlößer Belangen kurzweilig. Schall hätte sich etwas besser vorbereiten können auf die zentralen Themen des Stadtteils – zumal er wissen muss, dass sein stärkster Konkurrent, Erster Stadtrat Jens Klingler, als Vertreter der Verwaltungsspitze vierteljährtlich im Ortsbeirat detailliert über solche Dinge diskutiert, also mit hyperlokaler Fachkompetenz punkten kann. Aber immerhin: Schall hat sich als erster Kandidat direkt auf dem zentralen Platz des Stadtteils den Fragen der Bürgerinnen und Bürger gestellt und sich um ehrliche Antworten bemüht. Das wiederum spricht für sein Interesse an Neuschloß (und den Wählerstimmen von dort). Und das müssen die anderen Kandidaten erst mal nachmachen.

Wahlkampf-Untensilien  auf dem Stehtisch am Wahlkampf-Stand.
Wahlkampf-Untensilien auf dem Stehtisch am Wahlkampf-Stand.

So berichten andere: Lampertheimer Zeitung, Tip-Verlag (Pressemitteilung)

Ralf Peter ist tot

Traurige Nachricht: Ralf Peter ist am Donnerstag gestorben. Er war einer der ersten Neuschlößer, die in Sachen Altlasten aktiv wurden – und lange Zeit an führender Stelle im Altlastenverein und Projektbeirat tätig. Er wurde nur 56 Jahre alt. Die Trauerfeier ist am Dienstag, 13. August, 15 Uhr, auf dem Waldfriedhof.

Die Junikäfer sind da

Als kleiner Junge war ich ziemlich verwirrt über das, was stets Mitte Mai im Vermischten der Zeitung zu sehen war: ein Bild von einem Maikäfer, sorgsam auf ein Blatt gesetzt. Dazu die Schlagzeile: der erste Maikäfer.

Verwirrt hat mich das deshalb, weil nach dem prüfenden Blick in den gelben Senfeimer draußen in der Kammer klar wurde: Hier stimmt was nicht. Der war nämlich voller Maikäfer. Seinerzeit lief ich vom Ulmenweg aus quer über die Äcker, dort wo jetzt der Eichenweg mit seinen Sackgassen ist, und erreichte am Waldrand eine Schonung mit noch jungen Buchen. Zwei davon geschüttelt, schon war der Eimer voll.

Die sandigen Böden im südhessischen Ried gefallen nicht nur dem Spargel. Auch die Engerlinge haben drei Jahre lang ihren Spaß daran – im Gegensatz zum Revierförster, der zusehen muss, wie seine jungen Bäume einfach umfallen, weil sie keine Wurzeln mehr haben. Im vierten Jahr ist dann ordentlich was los abends bei Sonnenuntergang. „Hin und her und rundherum kriecht es, fliegt es mit Gebrumm“, wie bei Max und Moritz.

Als Kind konnte ich es kaum abwarten, bis vier Jahre um waren und, dem Rhythmus von der Larve bis zum Käfer entsprechend, das Ereignis besonders groß ausfiel. Ich erinnere mich an interessante biologische Experimente – was passiert eigentlich, wenn man ein Maikäfer fängt und neben einem Ameisenloch auf den Rücken legt? Na gut, lassen wir das.

So richtig gebrummt hat es in den vergangenen Jahren nicht mehr. Diesen Mai nicht, und auch im Juni nicht. Doch nun, Anfang Juli, ist das Tomaten-Hacken (zwei Tage lang Sonne haben den vorher regengetränkten Sand in einen betonähnlichen Zustand verwandelt) nur möglich, wenn man mit dem Kopf geschwind nach rechts oder links ausweicht. Die Tiere sind nicht sonderlich groß, früher haben wir Juni-Käfer dazu gesagt. Aber beachtlich viele. Mal sehen, wie lange es dauert, bis ein Bild in der Zeitung auftaucht, einen schönen, angeblich ersten Käfer zeigt und das Märchen erzählt von der aussterbenden Art.

Nächstes Ziel: die jungen Leute

Das Schlossfest ist um – und es war ein schöner Erfolg, an dem es nichts zu rütteln gibt. Eines allerdings, und das kann man bei einem aufmerksamen Blick durch das Publikum nicht übersehen, zeigt die zweitägige Feier auch: Jugendliche und junge Erwachsene aus Neuschloß lockt sowas kaum an. Am Samstag Mittag waren viele Eltern mit Kindern da, am Abend viele Musikfreunde jenseits der 50. Frauen und Männer unter 30 dagegen kaum.

Zugegeben, die jungen Leute sind egal wo am schwierigsten zur Beteiligung zu bewegen. Für Neuschloß aber besonders. Wo sollten sie auch hin? Der lokale Sportclub Kurpfalz ohne Außengelände hat seine Nische drinnen im kleinen Bürgersaal im Form von Frauenthemen gefunden. In der früheren Jugend- und jetztigen Aktionsgruppe Meute sind viele Mitstreiter zusammen älter geworden und im Wesentlichen in ihrem Kreis geblieben. Gläubig sind von den jungen Erwachsenen immer weniger, die evangelische Johannesgemeinde bekommt das zu spüren und stellt sogar ihre Eigenständigkeit in Frage.

Aber selbst wenn es mehr und andere Gruppen gäbe: Viele junge Leute, nicht nur in Neuschloß, wollen sich gar nicht langfristig an einen Verein oder eine Gruppe binden. Sie empfinden das als Last und Pflicht. Gewinnen kann man sie oft aber für eine zeitlich und thematisch klar abgesteckte Projektarbeit. Und hier könnte der Ortsbeirat ansetzen.

Denn es gibt es Thema, das Jugendliche und junge Erwachsene in Neuschloß offenbar sehr bewegt. Es ist die Frage, wann und wo es künftig wieder einen Bolzplatz im Stadtteil geben kann. Das Thema sorgte jüngst im Ortsbeirat für Irritationen, eben weil Bürger sich mit einer Unterschriftenliste engagierten. Inzwischen redet man direkt miteinander.

Das ist gut so. Warum nicht mit den jungen Leuten eins-, zweimal zusammen durch den Stadtteil ziehen und nach Möglichkeiten Ausschau halten? Das Ganze vielleicht dokumentieren und zu einer gemeinsamen, öffentlichen Präsentation ausarbeiten – dann wären die Neuschlößer Bürger auch gleich einbezogen in die Standortfrage. Ein solches Vorgehen könnte die Erkenntnis reifen lassen: Wer sich engagiert, kann auch was erreichen.

Und vielleicht findet sich als Folgeprojekt der Gruppe ja etwas fürs nächste Schlossfest.

SC Kurpfalz sucht weiter Mitstreiter

Wie geht es weiter mit dem Sportclub Kurpfalz? Er zählt zwar an die hundert Mitglieder – nur in der Leitung des Vereins wollen sich wenige Neuschlößer engagieren. Die Mitgliederversammlung brachte hier nicht in allen Punkten eine Lösung – was den SC nun in eine schwierige Lage versetzt.

Dabei sind es nicht einmal die Spitzenpositionen, die offen sind. Der Verein hat das Glück, dass die Vorsitzende Stefanie Schrod, ihre Stellvertreterin Sarah Wiegand und Schriftführerin Maria Senftner weiter machen. Und mit Ulrike Back als Pressesprecherin gibt es auch einen Neuzugang im Vorstand. Doch die vereinsrechtlich wichtige Funktion des Schatzmeisters bleibt vakant: Angelika Rupprecht, die sich bisher um die Finanzen kümmerte, trat nicht mehr an.

„Da haben wir jetzt ein Problem“, sagt Stefanie Schrod zu Neuschloss.net. Und kein kleines: „Es muss umgehend jemand gefunden werden, der bereit ist, diesen Posten zu übernehmen – sonst muss der Verein aufgelöst werden.“ Die Zeit drängt: Die Nachwahl soll innerhalb von vier Wochen sein. Angesprochen sollen nun auch Eltern von Kindern werden, die im SC aktiv sind.

Für die Arbeit des künftigen Schatzmeisters schuf die Versammlung wichtige Grundlagen. Der Verein ist zwar insgesamt in den schwarzen Zahlen, lebte zuletzt aber von seinen Rücklagen, weil die laufenden Ausgaben die Einnahmen überstiegen. Um das zu ändern, beschlossen die Mitglieder, die Beiträge in zwei Stufen deutlich anzuheben. Im nächsten Jahr wird es einen Aufschlag von fünf Euro geben. Erwachsene zahlen dann 50, Kinder 26 Euro. Und für 2015 hat der Vorstand die Möglichkeit, weitere vier Euro draufzulegen.

Die erste Erhöhung ist unstrittig – hier stimmte die Versammlung einstimmig zu. Die Option für 2015 gab’s nur mehrheitlich. Der Verein wird hier genau die Reaktionen der Mitglieder auf die Preisveränderungen beoachten müssen, denn schon zuletzt sank deren Zahl um zehn auf 96. Eine solche Entwicklung wirkt sich natürlich ebenfalls auf das Budget aus.

Da passt es gut, dass der Verein nun vermehrt über seine Arbeit und das Angebot informiert – im Schaukasten am Ahornplatz und im Internet mit einer neuen Website unter der Adresse www.sck-neuschloss.de. Für Rückmeldungen gibt es jetzt auch einen Briefkasten am Bürgersaal.

Wie wichtig der SC Kurpfalz für Neuschloß ist, zeigt der Veranstaltungskalender. Er verspricht viele schöne Stunden für Mitglieder und Stadtteil-Bewohner. Für Juni ist ein Ausflug in die Umgebung mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln geplant, im August ein Grillfest. Im Dezember nimmt der SCK am Adventsmarkt auf dem Ahornplatz teil (1.12.13) und lädt zu einer Weinachtsfeier ein. Auch mit einem Kuchenverkauf auf dem Wochenmarkt liebäugelt der Vorstand.

Zur Vereinsspitze gehören noch Sportwartin Christine Kotschner-Klein, Jugendwartin Kerstin Fritzsche und die Frauenbeautragte Rita Eberhardt. Der Vorstand ist per Mail zu erreichen unter verein(at)sck-neuschloss.de.

Parkende Lastwagen im Wohngebiet

Lastwagen an der L3110.
Lastwagen an der L3110.

Gesehen haben wir sie schon länger – die Lastwagen, die an verschiedenen Stellen in Neuschloß über Nacht stehen. Mal im Wacholderweg in der Nähe des Kindergartens, ziemlich regelmäßig sogar am Nebenweg der Landesstraße 3110 vor dem Schloss.

Was davon zu halten ist, da waren wir uns bisher nicht ganz so sicher. Klar, Lastwagen haben in Wohngebieten nicht nachts zu parken, das ist die gesetzliche Vorgabe. Aber stört uns das wirklich? Vielleicht wohnt der Fahrer irgendwo im Stadtteil – und spart sich nach einem anstregenden Arbeitstag auf der Straße den Weg beispielsweise zum offiziellen LKW-Parkplatz in der Lampertheimer Gaußstraße, einschließlich der zu organisierenden Abholung. Wir haben also drüber hinweggesehen – bisher.

Doch nun bot sich ein anderes Bild. Diesmal stand vor dem Schloss nicht eine Zugmaschine oder ein herkömmlicher Transporter. Nun war es ein Fahrzeug, dessen Schilder auf Gefahrengut als Inhalt hindeuteten. Nicht auszumachen die Folgen, wenn hier mal was schief läuft über Nacht. Das macht klar, dass hier wohl doch Handlungsbedarf besteht.

Update 10.3.: Das städtische Ordnungsamt hat nach Informationen von Neuschloss.net mehrfach Strafzettel geschrieben. Offenbar schreckt das nicht sonderlich ab.

Gefahrgut im Wohngebiet.
Gefahrgut im Wohngebiet.

Carola Biehal: „Schämen Sie sich“

Ungewöhnlicher Auftritt: Unter dem Punkt „Mitteilungen der Ortsvorsteher“ ergreift Carola Biehal zur Überraschung der Abgeordneten in der Stadtverordnetenversammlung das Wort. Es kommt nicht oft vor, dass an dieser Stelle der Tagesordnung etwas gesagt wird. Doch diesmal war aus Neuschlößer Sicht ein Anlass gegeben. Neuschloss.net dokumentiert Biehals Rede.

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Empörung über Hofmann hält an

Ob beim gemeinsamen Schneekehren vorm Haus oder beim zufälligen Treffen während des Einkaufens in der Stadt – für die Neuschlößer gibt es weiterhin nur ein Thema: die öffentliche Aussage des CDU-Stadtverordneten Werner Hofmann, er wolle seine möglichen Enkelkinder nicht im altlastensanierten Neuschloß spielen sehen. Die Empörung darüber bleibt groß in unserem Stadtteil.

Auf der Facebook-Seite von Neuschloss.net wird die Anwohner-Forderung laut, die CDU im Ortsbeirat möge Stellung nehmen zu der bisher in der Partei unwidersprochenen Aussage Hofmanns.

Neuschloss.net hat via Facebook bei der CDU Lampertheim nachgefragt, ob sie hinter Hofmanns Aussage steht – wir sind gespannt auf Antwort.

Facebook-Anfage an CDU-Lampertheim
Facebook-Anfage an CDU-Lampertheim

Update, 11. Dezember
Die CDU Lampertheim antwortet auf Facebook:
„Hallo nach Neuschloß! Neben der Stellungnahme von Herrn Hofmann in der Presse können Sie in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Freitag mit einer weiteren Stellungnahme rechnen. Freundliche Grüße Ihre CDU Lampertheim“

Paul Schneider, über die FDP-Liste in den Ortsbeirat eingezogen, übt Kritik in Form eines Leserbriefs, den auch der Südhessen Morgen am Samstag abdruckte. Er fragt: „Ist sich Herr Hofmann bewusst, wie desavouierend solche Äußerungen auf Eltern von Kleinkindern, die jetzt schon dort den Kindergarten besuchen?“

Ähnlich wie Projektbeirat und Neuschloss.net fordert Schneider indirekt den Rücktritt Hofmanns, wenn er formuliert: „Das ist nicht nur arrogant, sondern disqualifiziert den Politiker auch in seiner Kompetenz als Vertreter einer großen Volkspartei.“

Hofmann kann nach Angaben des Südhessen Morgen die ganze Aufregung nicht verstehen. Vor allem die Reaktion von Bürgermeister Erich Maier habe ihn „maßlos gewundert“. Der Verwaltungschef hatte Hofmanns Aussage als „unglaublich“ und „geradezu katastrophal“ bezeichnet und gesagt, damit setze die CDU einen ganzen Stadtteil in Misskredit, der für die Summe von 80 Millionen Euro saniert worden sei.

Hofmann erläuterte dem Südhessen Morgen, es sei eine prinzipielle Entscheidung seiner Fraktion, dass in Lampertheim nicht mehr auf altlastensanierten Flächen gebaut wird – und nicht in seinem Sinne gewesen, den Lebenswert des Stadtteils grundsätzlich infrage zu stellen. Inwieweit seine Äußerungen im Ausschuss missverständlich gewesen seien, wolle er vor der nächsten Parlamentssitzung prüfen.

Nach Informationen von Neuschloss.net kommt die CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung am Montag zusammen. Öffentlich verhandelt wird das Thema Krippenstandort und damit auch Hofmanns Äußerung in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Freitag, 19 Uhr, im Stadthaus, Zuschauen ist kostenlos.

Neuschloss.net dokumentiert Schneiders Brief hier in voller Länge.

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Altlastenschau gefällt und geht auf Tour

Schautafel: Fabrikreste und alte Kanäle
Schautafel: Fabrikreste und alte Kanäle

Rund hundert Bilder aus zehn Jahren – die Ausstellung „Neuschlößer Ansichten der Sanierung“ war in der Mitgliederversammlung des Altlastenvereins zum ersten Mal zu sehen. Anwohner und Sanierer hatten zahlreiche Motive zur Verfügung gestellt. Projektbeirat und Verein suchten aus und sortierten das Material. So sind insgesamt 14 Schautafeln entstanden, professionell aufbereitet.

„Ach ja, das gab’s ja auch“, viele Neuschlößer nutzten die kleine Schau, um die Sanierung Revue passieren zu lassen. Vor allem die freigelegten unterirdischen Kanäle beeindruckten; nur wenige Anwohner hatten während der Arbeiten einen Einblick darauf. Auch die Gärten, zusammen- und drei Meter tiefer gelegt, gehörten zu den viel beachteten Motiven.

Es zeichnet sich ab, dass die Ausstellung von Projektbeirat und Altlastenverein auf Tour gehen wird. Aktuell laufen Gespräche mit der Stadtverwaltung. Auch die Sanierer der HIM-ASG haben ihr Interesse bekundet.

Schautafel: Staubschutz
Schautafel: Staubschutz