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Sicherung des Sodabuckels abgeschlossen

Eigentlich ein guter Grund zum Feiern für die Stadt und unseren Stadtteil. Aber mehr als ein mittelgroßer Pressetermin ist nicht daraus geworden: Am Freitag hat Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer den letzten Baum auf dem Sodabuckel angepflanzt. Das 30.000-Quadratmeter-Areal mit den Produktionsresten der früheren chemischen Fabrik ist nun neu geformt; die giftigen Altlasten darin sind gesichert, sollten also nicht mehr ins Grundwasser oder an die Erdoberfläche gelangen.

Das bedurfte einigen Aufwands: Die Bauarbeiter hatten 19.000 Kubikmeter Boden umgelagert, eine 60.000 Kubikmeter starke Wasserhaushaltsschicht eingebaut und 10.000 Quadratmeter Kunststoffverdichtungsplanen verlegt. Der Forst setzte 26.000 kleine Bäume und Strächer ein, damit wieder ein Wald entsteht. Kosten für die Stadt: 5,5 Millionen Euro.

Mit der Sicherung des Sodabuckels in Neuschloß endet für die Stadtverwaltung ein Kapitel, das recht dunkel begonnen hatte. Es war im Jahr 1987, als die Kommune einen attraktiven Abenteuerspielplatz eröffnete – auf jenem Hügel, den der Volkmund aus guten Gründen Sodabuckel nennt.

Der frühere Eingang zum Abenteuerspielplatz.
Der frühere Eingang zum Abenteuerspielplatz.

Nach mehreren Altlasten-Funden im Wohngebiet ließ die Stadt zwei Jahre später zähneknirschend den Abenteuerspielplatz untersuchen. Die Ergebnisse waren verheerend. Die Schadstoffbelastung war so hoch, dass selbst aufgewirbelter Staub gefährlich sein konnte. Die Verwaltung geriet in eine Schockstarre: Erst Monate, nach dem diese gefährliche Erkenntnis schriftlich vorlag, schloss sie den Kinderspielplatz.

Mehr über diese Zeit und die Rolle der Stadtverwaltung unter ihrem seinerzeitigen Bürgermeister Gisbert Dieter (SPD) findet sich in unserer Stadtteil-Geschichte. Erst Erich Maier, der 1997 sein Amt antrat, änderte die Grundhaltung; seither bringt die Kommune die Sanierung und Sicherung in Neuschloß mit voran.

Im Stadtteil rückte dann die Sanierung der mehr als hundert Grundstücke auf dem Wohngebiet in den Vordergrund – es war die größte bewohnte Altlast in Hessen. Dann schließlich die Sicherung des Sodabuckels, die nun erfolgreich zu Ende geht.

Jetzt geht es noch ums Grundwasser

Ganz fertig mit den Überresten der chemischen Fabrik ist Neuschloß damit freilich nicht, wie Carola Biehal, die Vorsitzende von Altlasten-Projektbeirat und Bürgerkammer, zu recht beim offiziellen Baumpflanzen betonte: Das Grundwasser ist weiter noch stark belastet. Ein Modellversuch, den Regierungspräsidium Darmstadt und Universität Heidelberg gemeinsam betreiben, verläuft vielversprechend. Der Abschlussbericht liegt vor; bis Februar entstehen die Detailpläne, wie ins Grundwasser zugeführte Phosphate das an Gesteinen festsitzende Arsen am besten lösen.

Entscheidend bei der Grundwassersanierung ist mal wieder das Geld. Den Sodabuckel schulderte die Stadt alleine, die Grundstücke zum Großteil das Land, zudem die Kommune und die Anwohner. Beim Grundwasser ist wieder Wiesbaden gefragt. Insofern, ermahnt der Südhessen Morgen, könnte etwas Dankbarkeit in der Kommunalpolitik dem Land gegenüber nicht schaden. Hintergrund ist ein kleiner Streit um 50.000 Euro im Rahmen des 90-Millionen-Projekts.

Die Grafik der Sanierer zeigt: Die höchste Arsen-Belastung findet sich westlich des alten Ortskerns von Neuschloß, also außerhalb des ehemaligen Betriebsgeländes der chemischen Fabrik.
Verteilung der Arsen-Belastung im Grundwasser.

Der größte Teil der Schadensfahne im Grundwasser zieht übrigens vom Ulmenweg westlich Richtung Eichenweg und dessen Seitenstraßen. Damit sind hier auch andere Anwohner betroffen als jene, deren Grundstücke saniert wurden.

Der Altlastenverein wird deshalb seine Mitgliederversammlung, in der die Grundwassersanierung das große Thema ist, auch für Nicht-Mitglieder öffnen. Sie beginnt am Mittwoch, 7. Dezember, um 19.30 Uhr im Restaurant Quattro Mori in der Forsthausstraße.

Blick auf Neuschloß. Links der Sodabuckel.
Neuschloß, links der Sodabuckel.

Das Luftbild hat uns Ernst Kraus zur Verfügung gestellt – vielen Dank! Mit einem Klick auf das Foto ist eine Großversion zu sehen.

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Gesucht: Neuer Name für den Sodabuckel

Klar: Ein Sodabuckel, dem das Soda weggenommen wurde, ist kein Sodabuckel mehr. Aber was dann? Schlicht ein Buckel? Klingt nicht sonderlich reizvoll. Der Ortsbeirat will sich, angeregt von Paul Schneider, auf Namenssuche machen. Der FDP-Mann setzt auf „Schlossberg“, was vielleicht etwas zu viel verspricht. „Schlosshügel“ fiel noch – und tatsächlich auch „Schlossbuckel“.

So richtig überzeugt war das Gremium von keinem Vorschlag. Macht nichts: Eine solche Entscheidung will ja gründlicher überlegt sein als es nach einer spontanen Wortmeldung im Ortsbeirat möglich ist. Und deshalb schlug auch Ortsvorsteherin Carola Biehal vor, die Namensfindung lieber in Ruhe anzugehen. Vielleicht wäre es ja auch eine schöne Idee, die Neuschlößer hier mitreden zu lassen.

Die Sanierung selbst nähert sich übrigens ihrem Ende. Die Erdarbeiten werden wohl noch in diesem Jahr abgeschlossen. Der Süd- und Westhang färbt sich schon grün; der ausgesäte Rasen verhindert, dass Regen die Erde wegschwemmt. Der neue Zaun hält vor allem Wildschweine und Rehe fern. Im Frühjahr werden Gärtner noch Bäume und Sträucher anpflanzen – dann ist alles geschafft.

Für die Sanierung der mehr als hundert Grundstücke im Stadtteil liegen jetzt die letzten Abrechnungen für die Anwohner vor. Damit ist dieses Großprojekt formal abgeschlossen. Die letzte Gewährleistungsfrist läuft bis zum Oktober 2019 – solange müsse daher auch der Altlastenverein als Vertragspartner bestehen bleiben, erklärte Carola Biehal in ihrer Funktion als Sprecherrin des Projektbeirats Altlasten Neuschloß (PAN).

Bleibt noch das Sanierung des Grundwassers. Das Pilotprojekt dazu ist vielversprechend angelaufen. Weitere Informationen bekommt der Projektbeirat in Kürze in einem Gespräch mit den Sanierern der HIM und den überwachenden Ingenieuren.

Sodabuckel beliebtes Sommerziel

  
Unser Sodabuckel ist in diesem Sommer bei den Lampertheimer Kommunalpolitikern so beliebt wie nie zuvor – zumindest als Ausflugsziel. In beim Thema Altlasten ungewohnter Einigkeit steuern SPD und CDU im Rahmen ihrer Sommertouren die Großbaustelle am Rand unseres Stadtteils an. Vor zwei Wochen die Genossen, nun die Union.

Ein Ausflug, der offenbar inspirierend wirkt. Der Südhessen Morgen zitiert Robert Lenhardt, stellvertretender Ortsvorsteher von der SPD, er könne sich vorstellen, „dass in den nächsten zehn Jahren anstelle der Wüstenei ein Erholungspark entstehen wird.“ 

Es wäre so etwas wie der zweite Anlauf: In den neunziger Jahren hatte die Stadt einen Abenteuerspielplatz auf dem Gelände gebaut, der sich auch über die Grenzen Lampertheims hinaus großer Beliebtheit erfreute. Erst als mehrere Gutachten die enorme Schadstoffbelastung schwarz auf weiß klar machten, zog die Verwaltungsspitze Konsequenzen und schloss die Anlage.

Klar ist immerhin die nähere Zukunft: Im nächsten Frühjahr sollen die Erdarbeiten fertig sein – dann könnte ein Kiefern-Buchen-Mischwald wachsen. An den Rändern sind Büsche geplant. Das neue Grün wäre, nach der Sanierung der mehr als hundert Grundstücke, der zweite große Meilenstein in Sachen Altlasten für Neuschloß.

Einen weiteren Bericht über die SPD-Tour fand sich in der Lampertheimer Zeitung. Artikel über die CDU-Tour haben der Südhessen Morgen und die Lampertheimer Zeitung; die LZ referiert den Vortrag Frechs für die CDU mit einer Formulierung, die sich als Seitenhieb lesen lässt: „Für all diejenigen, die sich mit dem Thema noch nicht ganz so intensiv befasst hatten, erklärte er zunächst die Hintergründe.“

Biehals Appell an die Stadtverordneten

Die Sanierung des Sodabuckels kann weitergehen. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht, wie die jüngste Stadtverordnetenversammlung zeigte.

Nachdem die Stadt ihren Vertrag mit dem bayerischen Unternehmen Michel Bau gekündigt hatte, weil die Arbeiten monatelang nicht richtig vorankamen, musste die Lokalpolitik nun über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die Verwaltung und Bürgermeister Gottfried Störmer befürworteten, die Arbeiten an jene Bietergemeinschaft von Sax&Klee und Ecosoil Süd zu vergeben, die vorher schon einen großen Teil der Grundstücke in Neuschloß erfolgreich von Altlasten befreit hatte. Die Firmen hatten für den Sodabuckel mitgeboten, waren aber dem billigeren Michel unterlegen. Nach einiger Diskussion und einer Sitzungsunterbrechung stimmten SPD, FDP und zwei Grüne zu. CDU und sechs Abgeordnete der Grünen waren dagegen, weil sie mit Blick auf Mehrkosten von 2,6 Millionen Euro über die Entscheidung gründlicher nachdenken wollten.

Zum Beginn der Sitzung hatte die Neuschlößer Ortsvorsteherin und Vorsitzende des Projektbeirats Altlasten, Carola Biehal (SPD), in einem Appell an die Versammlung erklärt, wie dringend die unmittelbare Fortführung ist. „Natürlich sind die bezifferten möglichen Mehrkosten enorm“, räumte sie ein. Doch die möglichen Alternativen zur Neuvergabe, die sie dann aufzeigte, dürften noch teurer kommen: „Eine geprüfte und genehmigte Planung liegt vor. Jede Neuplanung, Umplanung oder Neuausschreibung ist mit Zeitverzögerung, Kosten- und Preissteigerung verbunden. Was wir eventuell an Kosten in der Ausführung sparen könnten, zahlen wir dann für die Vorarbeiten. Und wenn jemand glaubt, dass neue Anbieter billiger sein könnte, so sollten wir bei der Realität bleiben: Die Fachfirmen kennen sich alle und jetzt kennen sie auch unser Problem.“

Biehal wies darauf hin, dass im jetzt vorbereiteten Abschnitt des Sodabuckels hochkontaminiertes Erdreich provisorisch abgedeckt ist. „Dort muss bei längerer Stilllegung der Baustelle auf jeden Fall eine weitere Sicherung erfolgen, etwa eine Umprofilierung oder Folienabdeckung. Auch dafür müssten wir zusätzlich Geld ausgeben.“ Deshalb bleibe bei realistischer Einschätzung nur die Neuvergabe an die Bietergemeinschaft – und ein Rechtsstreit mit der gekündigten Firma.

Michel Bau habe zunächst zügig und beanstandungslos gearbeitet. Unangenehm aufgefallen sei aber, dass trotz klarer Vorgaben im genehmigten Sanierungsplan und in der Verbindlichkeitserklärung des Regierungspräsidiums Darmstadt immer wieder Änderungen in der technischen Ausführung diskutiert worden seien. Dazu zähle auch der PH-Wert des Auffüllbodens, der sich offenbar zum entscheidenen Streitpunkt entwickelte. „Hier liegt der Fehler für meine Begriffe eindeutig bei der Baufirma.“

So berichten andere: Südhessen Morgen, Lampertheimer Zeitung

Altlastenverein informiert seine Mitglieder

Die Grundstücke sind saniert – doch ganz los ist Neuschloß die Hinterlassenschaften der 1927 geschlossenen chemischen Fabrik noch nicht. Im Wald hinter dem Buchenweg liegt auf dem Sodabuckel weiter hochgiftiges Material – und die von der Stadt initiierte Sanierung stockt.

Zugleich ist das Versuchsfeld im Ulmenweg für die verbesserte Grundwassersanierung fast fertig aufgebaut. Damit kommt das Pilotprojekt der Universität Heidelberg in die heiße Startphase. An einem Gelingen muss uns allen gelegen sein, damit auch künftige Generationen unbesorgt ihr Trinkwasser im Bürstädter Wald zapfen können.

Genug Themen also für den Altlastenverein, um wieder einmal zusammenzukommen – im Rahmen einer Mitgliederversammlung. Geplant ist sie im Restaurant an der Forsthausstraße 7, das sich jetzt Quattro Mori nennt. Los geht’s am Donnerstag, 27. November, um 19.30 Uhr

Eingeladen sind auch Fachleute der Sanierer von der HIM und der Stadtverwaltung.

Die Tagesordnung
1. Begrüßung und Formalia
2. Rückblick (Erste Vorsitzende Carola Biehal)
3. Sachstand der Sanierung und Wiederherstellung Grundstücke (Vertreter der HIM)
4. Pilotversuch zur Sanierung des Grundwassers (Vertreter der HIM)
5. Sanierung des Sodabuckels (Vertreter der Stadt Lampertheim)
6. Verschiedenes

Sodabuckel: Stadt wirft Baufirma raus

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Unter der Rubrik „Was wir besonders gut können“ schreibt Michel Bau über sich selbst: „Seit mehr als 25 Jahren haben wir unser Kompetenzfeld Bauen für den Umweltschutz kontinuierlich gestärkt. Heute sind wir in diesem Bereich bundesweit eines der erfolgreichsten und renommiertesten Unternehmen.“ Die Webseite stellt auch einige entsprechende Bauprojekte vor. Den Neuschlößer Sodabuckel suchen Leser dort aber vergebens. Und das hat seinen Grund: Michel Bau ist raus. Die Stadt Lampertheim hat den Vertrag gekündigt, nachdem die Arbeiten zur Sanierung des altlasten-belasteten Waldstücks monatelang nicht richtig vorankamen.

In einem Schreiben an die Anwohner erläutert Bürgermeister Gottfried Störmer, Michel Bau sehe sich seit Pfingsten nicht in der Lage, die Auffüllerde in der geforderten Qualität zu liefern. Es sei davon auszugehen, dass sich das nicht ändere.

Nun ist ja kaum anzunehmen, dass es auf dem Markt Lieferprobleme für sauberen Boden gibt. Es sieht für Beobachter eher so aus, als wolle er ganz bewusst nicht gekauft werden. Vielleicht weil die Erde in der geforderten Qualität teurer ist als in der Kalkulation angenommen. Vielleicht sogar so viel teurer, dass es für das Unternehmen unterm Strich günstiger ist, den Auftrag zu verlieren.

Fakt jedenfalls ist, dass Michel Bau mit seinem Angebot auf die nationale Ausschreibung die geringsten Kosten aufgerufen und genau deshalb den Zuschlag von der Stadt bekommen hatte. Jene Ingenieure und Baufirmen, die die Sanierung der mehr als hundert bewohnten Grundstücke in Neuschloß übernommen hatten, gingen leer aus.

Genau diese Fachleute ziehen schon lange die Augenbrauen hoch, wenn sie auf das günstige, siegreiche Angebot angesprochen werden. Es war bisher freilich schwierig zu unterscheiden, ob das die pflichtgemäße Reaktion aus den Reihen der unterlegen Firmen ist – oder tatsächlich Bedenken schon von Anfang an begründet sind, ob zu den vereinbarten Konditionen tatsächlich wirtschaftlich geliefert werden kann. Klar ist jetzt jedenfalls: Michel Bau liefert nicht.

Damit sind zwei weitere Dinge offenkundig: Die zunächst unterlegenen Unternehmen dürften eine neue Chance bekommen, beim Projekt Sodabuckel einzusteigen. Die Stadt sagt, zwei Firmen mit Interesse an dem Folgeauftrag erarbeiteten bereits ihre Angebote. Und: Es wäre eine Überraschung, wenn die Sanierungskosten auf dem Niveau des jetzt gescheiterten Vertrags blieben. Die Sanierung des Sodabuckels dürfte also für die Stadt teurer werden.

Offen ist hingegen noch, ob das Ganze den Zeitplan durcheinander wirft. Naheliegend ist der Gedanke schon, wenn die Baustelle seit Pfingsten ruht. Bürgermeister Störmer gibt sich in dem Schreiben an die Anwohner jedoch optimistisch. Zwar könnten die Arbeiten erst im nächsten Jahr weiter gehen. Gegenwärtig würden aber „Möglichkeiten zu einer Beschleunigung der Arbeiten geprüft, so dass die Stadt Lampertheim das ursprüngliche Sanierungsziel einer Rekultivierung des Sodabuckelgeländes im Frühjahr 2016 weiterhin anstrebt.“

Die Verwaltung wird nach eigenen Angaben in den nächsten Tagen prüfen, ob für die Überwinterung der Baustelle noch Dinge zu erledigen sind – geht aber davon aus, dass das nicht der Fall ist. Der Sodabuckel sei schon zur Stillstandszeit seit Pfingsten in gesicherten Zustand hinterlassen. Immerhin eine gute Nachricht.

So berichten andere: Südhessen Morgen.

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Arbeiten am Sodabuckel laufen wieder

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten von der Altlastensanierung auf dem Sodabuckel. Fangen wir mit dem Unerfreulichen an. Der Sturm vom Sonntag und die Verwüstungen im Wald machen natürlich auch den Sanierern zu schaffen. Die gute: Inzwischen hat sich das händeringend gesuchte Bodenmaterial gefunden, so dass die Baufirma nun an den flachen Stellen weitermachen kann.

Weil die Erde, für deren Beschaffenheit ziemlich genaue Anforderungen gelten, bis zuletzt nicht aufzutreiben war, mussten die Arbeiten einige Wochen ruhen. Zum Jahresbeginn wurden dort bereits die Bäume gefällt.

Seit Montag geht es nun weiter, wie die Stadt in einer Anwohnerinformation mitteilt. „In den nächsten Tagen werden zunächst die Sturmschäden beseitigt und vorbereitende Arbeiten für den Einbau der Wasserhaushaltsschicht vorgenommen“, werden die nächsten Schritte erläutert. Diese unterirdische Sperre soll wie im Wohngebiet verhindern, dass Regenwasser jene Schadstoffe ins Grundwasser spült, die unter der sanierten Ebene weiter liegen.

In den flachen Randbereichen, die aktuell an der Reihe sind, ist eine Folie das zentrale Element dieser Schicht. Auf sie tragen die Arbeiter später Erde auf und pflanzen flachwurzelnde Sträucher an.

Die höher liegenden Stellen des Sodbuckels sind im kommenden Jahr dran. Auch dort werden dann die Bäume gefällt und eine Sperre eingezogen, die allerdings abweichend aus wasserableitenden Bodenmaterialien besteht. Die Erde, die dort darüber aufgefüllt wird, erlaubt, flachwurzelnde Bäume zu pflanzen. Dafür hatten sich Projekt- und Ortsbeirat eingesetzt.

Punktlandung: Sodabuckel wie geplant gerodet

Das hat am Ende noch einmal prima geklappt: Die flachen Teile des Sodabuckels sind wie geplant bis zum 28. Februar gerodet, die Baumstämme und Äste weggebracht. Das ist eine beachtliche Leistung. Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als sei das kaum noch zu schaffen, weil in den ersten zwei der vier vorgesehenen Wochen die Sägen noch nicht arbeiteten. Im schlimmesten Fall hätte, weil nach dem Februar aus naturschutzrechtlichen Gründen die Bäume nicht mehr fallen dürften, die Sanierung verschoben werden müssen. Alles gut also zum Schluss – und jetzt kann’s richtig losgehen mit der Sanierung des Sodabuckels, für die die Stadt Lampertheim verantwortlich ist.

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Fehlstart beim Sodabuckel

Die Wege sind gesperrt - doch die Bäume auf dem Sodabuckel ragen ungestört in den sonnigen Winterhimmel.
Die Wege sind gesperrt – doch die Bäume auf dem Sodabuckel ragen ungestört in den sonnigen Winterhimmel.

Die Absperrungen an den Wegen rund um den Sodabuckel stehen seit Ende Januar. Und auf der Bereitstellungsfläche gegenüber des Spielplatzes im verlängerten Alten Lorscher Weg hat das Unternehmen Michel Bau erste Container und Geräte aufgestellt. Aber das war’s dann auch. Eigentlich was das ganz anders geplant. Startet die Sanierung des Sodabuckels gleich am Anfang mit einem Fehlschlag? Es sieht danach aus.

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Sodabuckel: Stadt setzt auf Transparenz

Präsentation der Sodabuckelpläne im Bürgersaal am Ahornplatz.
Präsentation der Sodabuckelpläne im Bürgersaal am Ahornplatz.

Bei der beginnenden Sanierung des Sodabuckels setzt die Stadt auf Transparenz und direkte Wege für die Anwohner. Das wurde mit der Präsentation der Sanierungspläne deutlich, zu der Bürgermeister Gottfried Störmer in den Bürgersaal am Ahornplatz geladen hatte. Gut 30 Anwohner waren dabei.

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Stadt informiert über Sodabuckel

Noch ist der Sodabuckel hinter dem Buchenweg gefährlich.
Noch ist der Sodabuckel hinter dem Buchenweg gefährlich.

Noch ist der Sodabuckel im Wald hinter dem Buchenweg gefährlich. Doch der Beginn der Sanierung rückt endlich näher. Bürgermeister Gottfried Störmer lädt die Anwohner für Donnerstag, 16. Januar, 18 Uhr, zu einer Infoveranstaltung darüber in den Bürgersaal am Ahornplatz ein. Mehr im Terminkalender.

Altlastenverein rückt Grundwasser in den Blick

Nachdem die bewohnten Grundstücke bald saniert sind, gerät in Neuschloß zunehmend das Grundwasser in den Mittelpunkt des Interesses. „Wir halten es für wichtig, dass die Überprüfung der Grundwassersanierung ergebnisoffen angegangen wird“, sagte Stephan Frech von der Stabstelle Bodenschutz der Stadtverwaltung in einer Diskussion während der Mitgliederversammlung des Altlastenvereins.

Hintergrund: Das Land Hessen erstellt derzeit eine Anaylse, die Kosten und Nutzen der seit Jahren laufenden Grundwassersanierung gegenüberstellt.

Der Projektleiter der Sanierungsfirma HIM-ASG, Ulrich Urban, sagte, die Ergebnisse der Studie würden im Frühjahr veröffentlicht. Zuvor hatte er dargestellt, dass die Wasserreinigungsanlage in Neuschloß große Mengen an Schadstoffen ausfiltert – vor allem das hochgiftige Arsen.

Dieses Arsen im Wasser war ein mit ausschlaggebender Grund, warum vor zehn Jahren die Sanierung auch der Böden überhaupt angegangen wurde, erinnerte die Vorsitzende des Projektbeirats Altlasten Neuschloß (PAN) und Ortsvorsteherin Carola Biehal. „Es wäre unschlüssig, jetzt die Reinigung des Grundwassers nicht weiter zu verfolgen“, fügte sie hinzu.

Der Altlastenverein überlegte in der von Vorstandsmitglied Michael Bayer moderierten Runde, wenn das Ergebnis der Studien sei, dass die Grundwassersanierung gut läuft, spreche nichts gegen eine Fortsetzung. Sinke dagegen der Schadstoffanteil im Grundwasser nicht signifikant, obwohl zugleich große Giftmengen ausgefiltert würden, müssten sogar die Reinigungsarbeiten deutlich intensiviert werden. HIM-ASG-Projektleiter Urban wollte nicht ausschließen, das Letzteres ein Ergebnis der Studie sein könnte.

Zufrieden blickten Sanierer, Stadtverwaltung und Anwohner gemeinsam auf die Sanierung der Grundstücke im Wohngebiet zurück. Der Stadtteil blühe auf – auch weil nach dem Bodenaustausch viele Neuschlößer zusätzlich kräftig aus eigener Tasche in Häuser und Gärten investiert hätten. „Aber“, erinnerte Carola Biehal, „es war nicht immer leicht.“ Das gelte auch für die Arbeit der Anwohnervertretung, etwa in Gesprächen mit Behörden und der Stadt.

Optimistisch stimmen Altlastenverein und Projektbeirat die von Stephan Frech präsentierten Pläne für die Sanierung des Sodabuckels. Es handelt sich dabei um eine Abraumhalde der ehemaligen chemischen Fabrik unmittelbar neben dem Wohngelände. Im seitlich ansteigenden Bereich soll eine folienbasierte Sickerwassersperrschicht verhindern, dass Regen tiefliegende Schadstoffe ins Grundwasser schwemmt. Hier werden Sträucher angepflanzt.

Oben entsteht eine Sperre aus mineralischem Material mit dem gleichen Effekt. Hier wird soviel Boden aufgetragen, dass flachwurzelnde Bäume wie Kiefern wachsen können. „Damit bleibt das Erscheiningsbild des Sodabuckels insgesamt in etwa erhalten“, erläuterte Frech.

Projektbeirat und Altlastenverein sehen in der Planung zwei wichtige Forderungen erfüllt: dass es unterirdische Sperrschichten gibt und wieder Wald wächst. Die Arbeiten sollen im Jahr 2014 beginnen.

Weitere Informationen: Presseschau zur Mitgliederversammlung auf der Webseite von Altlastenverein und Projektbeirat.