Weihnachtsbaum-Schmücken am Ahornplatz

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Der Tannenbaum auf dem Ahornplatz in Neuschloß soll der Schönste werden. Keine leichte Vorgabe. Aber vielleicht klappt´s ja. Kindergarten und Jugendförderung basteln fleißig witterungsbeständigen Baumschmuck; die Nachbarn sind aufgerufen die Weihnachtsbaumschmuckkisten im Keller zu plündern und zur großen Schmückaktion mitzubringen.

Baumschmücken für Schwindelfreie

Mit dem Kran bis an die Spitze des Weihnachtsbaums.
Mit dem Kran bis an die Spitze des Weihnachtsbaums.

Von unten sieht das ja ganz witzig aus für die erwachsenen Zuschauer. Wer sich aber einmal mit dem Kran nach oben hat heben lassen weiß: Das hat es in sich. Höhenangst durften die Kinder nicht haben, die am Samstag den Weihnachtsbaum am Ahornplatz geschmückt haben.

Doch davon war auch keine Spur. „Weiter, weiter“, riefen die etwa 25 Mädchen und Jungen gerne, als sich die Kabine nach oben bewegte. Und so ein es kein Wunder, dass selbst die Spitze des Baums mit Kugeln und Gebasteltem geschmückt ist. Der kommunale Kindergarten im Wacholderweg hatte geholfen, die schönen Dinge herzustellen, die städische Jugendförderung ebenfalls.

Es war ein gemütlicher Vormittag – versüßt mit Glühwein, Pfannkuchen und Brezeln, angeboten vom Café am Ahornplatz. Die Kinder hatten ihren Spaß, die Erwachsenen Zeit zum plaudern. Ein wenig Entspannng – bevor die Hektik der Vorweihnachtszeit einzieht. Eine schöne Idee von Stefan Spiesberger von Kids on Keys.

Das Baumschmücken war eine Attraktion für schwindelfreie Kinder.
Das Baumschmücken war eine Attraktion für schwindelfreie Kinder.

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Baumschmücken mit Kran auf dem Ahornplatz

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Die Weihnachtstanne steht bereits auf dem Ahornplatz – aber derzeit sieht sie vor allem schlicht nach Tanne aus, weniger nach Weihnachten. Die Neuschlößer Kinder dürfen das am Samstag ändern. Stefan Spiesberger von Kids on Keys hat wieder ein Schmückevent organisiert – mit freundlicher Unterstützung eines Mitarbeites von Elektro-Schlappner, der mit dem Kran seines Chefs anrückt. Los geht’s um 10.30 Uhr.

Die Hebebühne des Fahrzeugs war für die Kinder schon im vergangenen Jahr das große Highlight. Kranführer Jens Gassmann hob damit alle Mädchen und Jungen einzeln bis nahe an die Spitze des Baumes, um auch in luftiger Höhe den Schmuck nicht auszulassen.

Apropos Schmuck: den stellt der Nachwuchs im Neuschlößer Kindergarten und bei der Lampertheimer Jugendförderung selbst her. Nachbarn, die im Freien brauchbaren Schmuck übrig haben, können ihn gleich mitbringen.

Das Café am Ahornplatz versorgt die jungen Gäste samt Eltern mit Snacks und Getränken. Selbstverständlich gibt’s auch Glühwein. Denn auch der hilft ja, uns auf die Weihnachtszeit einzustellen.

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Bürgerrunde des Ortsbeirats am 28.1.

Der Ortsbeirat zieht Konsequenzen aus dem Hin und Her in Sachen Bolzplatz – und will die Neuschlößer wieder mehr direkt in die Diskussion über Themen aus unserem Stadtteil einbeziehen. Das Gremium lädt die Bürgerinnen und Bürger ein zu einem offenen Gespräch im gemütlichen Ambiente. Jetzt steht der Termin für das Treffen: Dienstag, 28. Januar, 19.30 Uhr, im Café am Ahornplatz.

„Wie sehen Sie unseren Stadtteil? Haben Sie Anregungen für unseren Stadtteil? Besteht ein Bedarf in der Nachbarschaftshilfe, beispielsweise Kinderbetreuung, Einkaufen oder Rasenmähen? Möchten Sie aktiv in Projekten mitarbeiten?“ Solche Fragen, so die Idee, könnte die Runde besprechen.

Ortsvorsteherin Carola Biehal hatte im Herbst im Ortsbeirat selbstkritisch erklärt, die Unterschriftensammlung für den Bolzplatz habe dem Ortsbeirat bewusst gemacht, „dass die Kommunikation besser sein könnte“. Der Beirat ist für einen Austausch wenig geeignet, weil Bürgerinnen und Bürger aufgrund der gesetzlichen Vorgaben dort nicht reden dürfen.

Ganz neu ist die Idee einer gemütlichen Runde übrigens nicht. Schon vor Jahren gab es im Nebenraum des Neuschlößer Bürgersaals eine Bürgersprechstunde, die sich später zu einem Bürgerstammtisch in der Gaststätte Kurpfalz ausweitete. „Dieses Angebot wurde mehr oder weniger angenommen, vielleicht hat aber die Altlastenproblematik das Ganze zu stark bestimmt“, erläuterte Biehal. „Natürlich können wir dieses Problem nicht zur Seite legen, aber es gibt bestimmt genug andere Themen die die Bürger hier beschäftigen.“

Es müsse nicht Facebook sein, „postet im Cafe am Ahornplatz!“, rief die Ortsvorsteherin den Neuschlößern zu. Vielleicht können sich Social Media und Real Life ja auch gut ergänzen.

Eintrag im Terminkalender.

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Weihnachtsmarkt auf dem Ahornplatz

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Und am Schluss saußte der Mann mit dem roten Mantel quer über den Ahornplatz direkt auf die Bühne – zumindest für die Kinder der Höhepunkt eines stimmungsvollen Nachmittags mit viel Musik, leckerem Essen und schönen, kleinen Geschenkideen. Der Weihnachtsmarkt auf dem Ahornplatz ist – neben dem noch jungen Schlossfest – das große Ereignis für unseren Stadtteil.

Über mangelnde Resonanz müssen sich die Organisatoren nicht beschweren – weder was die Marktbestücker betrifft, noch den Besuch. „Mehr Stände gehen hier nicht“, rief Stefan Spiesberger erfreut den Gästen zu. Und viel mehr Besucherinnen und Besucher müssen es auch nicht zwingend werden, wenn es so gemütlich bleiben soll wie bisher.

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Die Stände zeigten viele geschmackvolle Geschenkideen – vom Modeschmuck über weihnachtliche Holzarbeiten bis hin zur Tuchkunst. So mancher größerer Markt bietet da weniger. Vom angebotenen Essen war vieles handgemacht – etwa die lecken Pizzen von Familie Castellani oder der Flammkuchen des Lampertheimer Männerkochclubs „Spargelrunde“. Auch hier zählt Qualität statt Quantität.

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Der kommunale Kindergarten war mit einem eigenen Stand vertreten, der Sportclub Kurpfalz, die Ghana-Inititiave und viele mehr. Die evangelische Johannesgemeinde öffnete ihre Räume genauso wie das Café am Ahornplatz für Kaffee und Kuchen, was besonders gerne ältere Gäste annahmen.

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Zentral die Musik. Der evangelische Posaunenchor stimmte die Besucher mit weihnachtlichen Weisen auf den Advent ein. Später traten gemeinsam der Chor der Pestalozzischule, an der auch der Neuschlößer Nachwuchs lernt, und Mädchen und Jungen des Kindergartens im Wacholderweg auf.

All das lockt natürlich viele auch Lampertheimer Eltern auf den Ahornplatz. Die Leiterin der Pestalozzischule, Michaela Ohse, applaudierte dem Chor genauso zu wie deren kommissarische Amtsvorgängerin Simona Herrmann. Schüler von Spiesbergers KidsOnKeys-Musikschule begleiteten den Chor am Keyboard.

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Der Ortsbeirat hatte die Bedingungen hinter den Kulissen verbessert: Es stand erstmals ein professioneller Stromverteilerkasten zur Verfügung. Hier musste in den vergangenen Jahren immer wieder improvisiert werden.

Ein für Jung und Alt gelunges Fest – von dem wir gerne nachfolgend ein paar Impressionen zeigen.

So berichten andere: Tip, Lampertheimer Zeitung, Südhessen Morgen.

 

Altlasten-Vorstand macht weiter

Der alte Vorstand des Altlastenvereins ist auch der neue: Die Mitglieder bestätigten die Vereinsspitze komplett. Erste Vorsitzende bleibt also Carola Biehal, zweiter Vorsitzender Günter Weidenauer, dritter Vorsitzender Michael Bayer. Den Vorstand komplettieren Schriftführerin Gabriele Klos, Kassenwart Günter Kirchenschläger sowie Beisitzerin Helga Irrgang und Beisitzer Horst Irrgang. Das Mandat läuft über weitere zwei Jahre.

Zu Beginn des Treffens im Café am Ahornplatz gedachten die Anwesenden dem Gründungsmitglied Ralf Peter mit einer Schweigeminute. Er war im August überraschend gestorben.

Altlastenverein informiert seine Mitglieder

Die Sanierung der Grundstücke im Wohngebiet haben die meisten von uns hinter sich gebracht. Doch die Altlasten beschäftigen unseren Stadtteil weiter. Zu tun gibt es noch unter der Erde, beim Grundwasser, und hinter den Buchenweg-Grundstücken, beim Sodabuckel. Beide Themen sind wichtig, damit auch unsere Kinder und Enkel endgültig nichts mehr mit den Schadstoffen zu tun haben.

Zu beiden Themen gibt es Neuigkeiten, über die der Verein Altlasten Neuschloß in einer ordentlichen Mitgliederversammlung informieren möchte am Donnerstag, 28. November 2013, 19.30 Uhr, im Café am Ahornplatz, Lampertheim-Neuschloß, Ahornweg 1.

Die Stadt Lampertheim wird schon bald die Sanierung des Sodabuckels starten. Hier berichtet der Verein von Fragen der Anwohner: Fahren wieder viele Lastwagen durch unseren Stadtteil? Wie werden die direkten Anwohner vor giftigem Staub geschützt? Wie soll das Gelände später aussehen? Antworten darauf gibt in dem Treffen Stephan Frech von der Stadtverwaltung.

Die Grundwassersanierung läuft seit Jahren – und holt große Mengen an Giften aus dem Wasser. Das ist die eine Seite. Die andere Seite: Die Konzentration der Schadstoffe im Grundwasser nimmt kaum ab – sie ist schlicht zu massiv. Für die Behörden tatsächlich ein Grund, den Sinn der Sanierung in Frage zu stellen. Die Sanierer der HIM erklären den Stand der Dinge.

Auf der Tagesordnung stehen auch turnusmäßige Wahlen des Vorstands. Die bisherige Vereinsspitze, bestehend aus Carola Biehal, Dr. Günter Weidenauer und Michael Bayer, weist darauf hin: Sollte die Versammlung nicht beschlussfähig sein, wird satzungsgemäß eine zweite Versammlung mit derselben Tagesordnung einberufen, die sofort und anschließend stattfindet. Sie ist dann ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienen Mitglieder beschlussfähig. „Dennoch fänden wir es ein schönes Zeichen, viele Mitglieder zu sehen“, heißt es in der Einladung.

Die Tagesordnung auf einen Blick:

  1. Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Rückblick (Erste Vorsitzende Carola Biehal)
  3. Grundwassersanierung (HIM-Altlasten-Sanierungsgesellschaft ASG)
  4. Sanierung Sodabuckel: Verkehrsführung /Staubschutz/Wiederherstellung (Stadtverwaltung Lampertheim)
  5. Kassenbericht (Kassenwart Günter Kirchenschläger)
  6. Entlastung des Vorstands
  7. Neuwahlen
  8. Verschiedenes

Jens Klinglers Pläne für Neuschloß

Jens Klingler spricht im Café am Ahornplatz über Neuschlößer Themen.
Jens Klingler spricht im Café am Ahornplatz über Neuschlößer Themen.

Wie sehr darf sich eine Stadt wirtschaftlich engagieren, wenn das, was Unternehmen anbieten, für die Bürger nicht ausreicht? Diese Frage wirft SPD-Bürgermeisterkandidat Jens Klinger in einer Wahlkampfveranstaltung im Café am Ahornplatz auf.

Sein Anlass: Die Hausbesuche in Neuschloß, bei denen viele Anwohner über eine schlechte Breitbandversorgung geklagt hätten. „Nicht nur Privatleute, auch viele Freiberufler, die auf schnelles Internet angewiesen sind.“ Weil die zuständige Vermittlungsstelle der Deutschen Telekom in Lampertheim an der Bürstädter Straße steht, ist der Weg zu lang, um kabelgebundenes DSL anzubieten. Eine technische Lösung wäre eine Glasfaserleitung nach Neuschloß zu legen und dort einen eigenen Verteilkasten aufzustellen. Das würde den Neuschlößern gefallen. Der Deutschen Telekom ist das aber zu teuer.

Soll also nun die Gemeinde einspringen? „Im Odenwald gibt’s das“, berichtet Klingler. Die Gemeinden verlegen dort Leitungen auf eigene Rechnung. „Sollen wir als Kommune Breitband ausbauen?“, fragt er. „Oder sollen wir einen Ausbau mit einem Partner anstreben?“ Klingler lässt die Fragen im Raum stehen, verweist auf eine Studie zum Thema Breitband, die Lampertheim gemeinsam mit Nachbarkommunen erstellt habe – und kommt zu dem Schluss: „Ich bin da guter Dinge, dass wir kostengünstig die Möglichkeit haben, in Lampertheim schnelles Internet anzubieten.“

Nun ist es ja so, dass in Neuschloß schnelles Internet durchaus erhältlich ist – über den Kabelanbieter Unitymedia, der auf Wunsch die Glasfaser bis ans Haus legt. Schneller geht’s derzeit kaum. Also so richtig brauchen wir die öffentliche Hilfe beim Thema Breitband im Stadtteil gar nicht – auch wenn manche Unity aus eigener Erfahrung nicht über den Weg trauen.

Geldautomat als öffentliche Aufgabe?

Anders könnte das aussehen beim Thema Bargeldversorgung. Hier versagt die freie Wirtschaft tatsächlich im Stadtteil, seit die Sparkasse den letzen Automaten vor Ort abgebaut hat. Der Betrieb sei zu teuer, heißt es auch hier. Das ärgert viele Neuschlößer.

Wäre denn denkbar, so eine Frage an Klingler, dass die Stadt auf einen Teil der jährlichen Zuweisung aus den Gewinnen der öffentlich-rechtlichen Sparkasse verzichtet und dafür das Kreditinstitut beauftragt, in Neuschloß einen Geldautomaten zu betreiben? Klingler winkt ab: Ein öffentlicher Geldautomat? „Es gibt einen bestimmten Grad, da sollte sich eine Kommune aus der Wirtschaft raushalten.“

Und außerdem: „Sie schaffen so eine Erwartungshaltung in ganz Lampertheim. Als nächstes kommt dann der Europaring und fordert einen Geldautomaten.“ Was sich vermeiden ließe, wenn es klare Kriterien gäbe, bei welchen Gegebenheiten die öffentliche Hand einspringt. Dennoch: klare Absage.

Klingers Fünf-Punkte-Katalog für Neuschloß

Zu Beginn der Veranstaltung stellt Klinger sein Neuschloß-Programm vor. Damit ist der SPD-Mann der erste Kandidat, der seinen allgemein gültigen Standard-Vortrag zur Seite legt und sich gänzlich auf den Stadtteil konzentriert. Das ist beachtlich – und kann nur, wer weiß, was Neuschloß bewegt.

Fünf Punkte umfassen die Ausführungen im Wesentlichen: die Altlasten-Sanierung, der Schutz vor Lärm an der Landesstraße 3110, der stinkende Abwasserkanal, die erwähnte Breitband-Thematik und der von Anwohnern geforderte Bolzplatz.

Die Sanierung des Sodabuckels bezeichnet Klinger als größtes Projekt in der nächsten Zeit. „Wir fangen dieses Jahr an, das Geld ist freigegeben“, fügt er hinzu. Wert legt er darauf, dass der Projektbeirat Altlasten Neuschloß (PAN) aktiv bleibt. Das Fachwissen der Anwohnervertretung sei sehr hilfreich.

Einen Lärmschutz an der Forsthausstraße – also der L 3110 im Ortsgebiet – sieht Klingler „ähnlich bedeutend“ wie die Lage an der Wormser Straße in der Kernstadt. Flüsterasphalt, Lärmschutz, andere Glasscheiben – „da muss ein Bürgermeister beim Regierungspräsidium vorstellig werden“, schreibt sich Klingler in sein Pflichtenheft.

Am Thema Kanal habe die Verwaltung bereits gearbeitet: „Da sind Biofilter reingekommen, und es gibt jetzt öfter Spülungen.“ In der Tat ist seither die Geruchsbelästigung zurückgegangen, was auch an einer gesunkenen Zahl von Anwohner-Hinweisen im Meldeformular von Neuschloss.net zu erkennen ist. Dennoch riecht es manchmal noch. „Wenn die Biofilter nicht die gewünschte Entlastung bringen, müssen wir uns darum kümmern“, sagt Klingler. Geplant sei eine hydrauliche Erfassung der Kanäle, nicht nur in Neuschloß übrigens. Ein Projekt für die kommenden fünf Jahre.

In der Bolzplatzfrage kündigt Klingler ein kleineres Kleinplatzfeld auf den Gelände des bestehenden Spielplatzes am Alten Lorscher Weg an – Neuschloss.net hat darüber bereits berichtet. In ersten Reaktionen auf unserer Facebook-Seite zeigen sich Jugendliche und junge Erwachsene wenig angetan von der Idee.

Busline von Neuschloß zum Aldi?

Klingler betont, wie wichtig die Entscheidung für Neuschloß als Kinderkrippen-Standort ist: „Als Stadt erkennen wir, dass es langsam eng wird in Neuschloß“, sagt er mit Blick auf die Infrastruktur. Die Krippe steigere die Lebensqualität in Neuschloß für junge Familien. „Und das steigert auch Wert der Immobilien“.

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Die Diskussion führt von fehlenden Einkaufsmöglichkeiten zu der Frage, ob es nicht eine Buslinie von Hüttenfeld über Neuschloß weiter zum Fachmarktzentrum mit Rewe und Aldi in Lampertheim geben könnte. „Vielleicht kann man das mit dem Bus verbinden, der ohnehin durch den Guldenweg fährt“, schlägt Ortsvorsteherin Carola Biehal (SPD) vor. Klingler zeigt sich offen für den Vorschlag: Derzeit müsse ohnehin eine neue Ausschreibung für den Busverkehr erstellt werden, ein Fachbüro sei damit beauftragt, 40.000 Euro stünden dafür bereit.

Fünf Satzanfänge für Klingler

Fünf Satzanfänge, der die Kandidat verlängert, hat Neuschloss.net auch für Jens Klingler – genau wie jüngst für Frank Schall. Wir dokumentieren auch hier den Dialog.

1. In zehn Jahren wir Neuschloß – „altlastenfrei sein.“

2. Am liebsten in Neuschloß bin ich – „auf dem Schlossfest. Das fand ich toll. Der Gottesdienst war sensationell.“

3. Wichtiger als ein Bolzplatz ist für Neuschloß – „der Lärmschutz an der L 3110. Fußball spielen kann ich immer irgendwo. Den Lärm bekomme ich nicht weg.“

4. Als Bürgermeister sage ich über die Grundwassersanierung – „dass das Land Hessen in der Pflicht ist, die Grundwassersanierung durchzuführen. Zumal wenn vorher etwa 100 Millionen in die Bodensanierung investiert wurden.“ Ortsvorsteherin Carola Biehal ergänzt hier: „Die Grundwassersanierung steht auf der Kippe, das wissen wir.“

5. Der Beamtenbau, also das Schloss, sollte – „zum Schuckstück von Neuschloß werden. Wir sind stolz darauf, dass die Stadtentwicklung Lampertheim den Verkauf geschafft hat.“

Zusammengefasst

Klingler ruft Themen auf, die Neuschloß beschäftigen – und er lässt sich ausführlich auf diese Fragen ein. Dazu waren andere Kandidaten bisher nicht in der Lage. Die Frage des öffentlichen Wirtschaftens wirft Klingler auf, bleibt zunächst aber vage – und lehnt sie schließlich ab. Dass der SPD-Mann die Kanalfrage nachhaltig angehen will, ist löblich – die Sache wurde in früheren Jahren auch im Ortsbeirat verschleppt. Bei den Hintergründen zur Grundwassersanierung hat Klingler noch Informationsbedarf; das kann ein wichtiges Thema werden. Aber da haben er und Neuschloß ja eine Ortsvorsteherin an der Seite, die ihres mit Sicherheit dazu beitragen wird.

So berichten andere: Tip-Verlag

Klingler unter langjährigen Politik-Profis

Viererrunde: Walter-Borjans, Lambrecht, Schmitt, Klinger (von links).
Viererrunde: Walter-Borjans, Lambrecht, Schmitt, Klinger (von links).

Die Besetzung ist prominent. Norbert Walter-Borjans ist jener Talkshow-gestählter Minister aus Nordrhein-Westfalen, der gerne mit Schweizer Steuer-CD in Verbindung gebracht wird, deren Ankauf Steuer-Betrüger stellt. Die Viernheimerin Christine Lambrecht sitzt seit 1998 im Bundestag und ist stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Norbert Schmitt ist seit 1995 Abgeordneter im hessischen Landtag und arbeitete vorher viele Jahre als Landesgeschäftsführer. Alles langjährige Politikprofis also. Mit am Tisch auch: Jens Klingler.

Die interessante Frage an diesem Abend im Neuschlößer Café am Ahornplatz ist natürlich nicht, wie das Steuerkonzept der SPD im Detail aussieht. Spannend ist vor allem, wie sich der Lampertheimer Bürgermeisterkandidat in dieser Runde schlägt.

Lambrecht führt souverän zehn Minuten lang ins Finanzthema ein, schlägt den Bogen von der Bundes- zur Landespolitik. Dann übernimmt Walter-Borjans. Eine gute halbe Stunde lang. An den Ausgaben lasse sich nur noch wenig drehen; die Einnahmen müssten gesteigert werden – auch mit Hilfe überführter Steuersünder.

Christine Lambrecht.
Christine Lambrecht.

Klingler hört geduldig zu. Eine dreiviertel Stunde nach Beginn der Veranstaltung ist er dran. Er berichtet, dass in all der Zeit der Altlastensanierung trotz großer Bemühungen kein Minister nach Neuschloß kam. Nun habe man einen Minister hier und einen künftigen zudem – Norbert Schmitt braucht einen Moment, bis er den Wink versteht und überrascht lacht.

Dann holt Klingler aus: Schon seit Juso-Zeiten kämpfe er für die Vermögensteuer. Immer wieder habe er gesagt, das sei der richtige Ansatz für die Partei. „Ich bin dankbar dafür, dass es Leute in der SPD gibt, die diesen Weg gehen. Das motiviert uns auch an der Basis.“

Klingler gerät in Schwung, erläutert die Finanznot der Kommunen. Sehr anschaulich: „Lampertheim müsste ein Drittel des Personals entlassen – und selbst dann würden wir nicht die sechs Millionen zusammenbekommen, die wir einsparen sollen.“ Dann blickt er zu Norbert Schmitt und sagt: „Jetzt erklärst Du, wie alles besser wird, wenn wir in Hessen an die Macht kommen.“ Zum ersten Mal lauter Applaus des Publikums – etwa ein Dutzend Frauen und Männer, die meisten Genossen.

Schmitt antwortet, er verspreche, „dass die Sorgen der Kommunen erheblich abnehmen werden, wenn wir in Bund und Land Rot-Grün bekommen“. Norbert Walter-Borjans sagt, „wir müssen dafür sorgen, dass die Decke größer wird.“

Norbert Schmitt.
Norbert Schmitt.

Klingler übernimmt wieder das Wort. Er gehe auch davon aus, dass die Zusammenarbeit besser werde, „wenn wir im Land dran sind. Der Bund ist erst mal nicht so wichtig.“ Christine Lambrecht gibt zu erkennen, dass sie letzteren Aspekt anders sieht; auch Walter-Borjans betont die Bedeutung der Rahmenbedingungen auf Bundesebene.

Klingler redet sich derweil in Fahrt. Er erinnert an den Fall Hoeneß, vermutet erkennbar empört, dass der Fußball-Manager nie ins Gefängnis komme. „Jeder Bayern-Fan müsste sein Mitgliedsbuch zurückgeben“, ruft er laut. Klingler redet gegen Schwarzarbeit. Er rügt, am Stammtisch sei Held, wer die neusten Steuertricks verrate. Klare Worte. Nur einmal vertut er sich, als er die Neuschlößer Kinderkrippe geografisch falsch einordnet. „Das ist, wenn man bissl aufgeregt ist“, sagt er. Als aus den Reihen der Zuhörer ein Landwirt sein steuerliches Leid klagt, entgegnet Klingler: Wir brauchen mehr Steuerfahnder und weniger Betriebsprüfer.

Dann schweift die Debatte ab von der Steuerpolitik hin zur Ortsumgehung Rosengarten. Christine Lambrecht blickt kurzerhand auf die Uhr, verkündet die Zeit sei um – und die Fragen zur Umgehungsstraße könnten gerne im bilateralen Gespräch geklärt werden.

Norbert Walter-Borjans.
Norbert Walter-Borjans.

Wie sich Klingler schlägt? Er findet klare Positionen und Worte, sie nachvollziehbar zu beschreiben. Die Nervosität, hätte er sie nicht selbst angesprochen, ist nicht zu erkennen. Inhaltlich gewinnen Zuhörer den Eindruck, dass Klingler in jedem Fall auf dem Gebiet der Kommunalfinanzen fit ist – und auch in den grundsätzlichen Steuerfragen gut mitreden kann. Der Nebensatz über die Bedeutung der Bundestagswahl war wenig geschickt – sei’s drum. Beim Gedankenexperiment, die anderen Bürgermeisterkandidaten an den Tisch mit den drei Politikprofis zu setzen, schneidet Klingler gut ab.

Offen ist noch der Austausch über lokale Fragen mit den Neuschlößern. Der ist für Mittwoch, 18. September, 19 Uhr, geplant – ebenfalls im Café am Ahornplatz. Auf seiner Facebook-Seite kündigt Klingler auch Hausbesuche in Neuschloß an.

So berichten andere: Südhessen Morgen, Darmstädter Echo.
Dokumentation: Einladung von Christine Lambrecht.