Die Krippe als hässlicher, breiter Klotz

Als der städtische Kindergarten im Wacholderweg, geplant vom Neuschlößer Architekten Robert Geiger, eröffnete, waren viele begeistert von der kreativen, individuellen Architektur. Auf der Freifläche daneben soll nun eine kommunale Kinderkrippe entstehen – möglichst schnell und möglichst preisgünstig. Aber auch die beschlossene modulare Fertigbauweise hat ihren Preis: Das Gebäude mit seinen 840 Quadratmetern wirkt alles andere als kreativ. Und selbst wenn der Hersteller verspricht, beim Außenanstrich mit unterschiedlichen Farbtönen Akzente zu setzen, ist man nach der Präsentation der Pläne im Ortsbeirat fast geneigt zu sagen: Das Ding wird ein hässlicher, breiter Klotz.

Fünf Gruppenräume zu je 50 Quadratmetern sind vorgesehen, jeweils mit einem Bad (zehn Quadratmeter) und Schlafpätzen (20 Quadratmeter). Drei dieser Gruppenkomplexe liegen parallel zur Landesstraße nebeneinander, so dass im Inneren ein länglicher Gang entsteht. An deren beiden Enden rechts und links sind dann die beiden weiteren Gruppenkomplexe angefügt. Auf der anderen Seite des Innengangs zum Wacholderweg hin liegen ein Mehrzweck-/Turnraum, Küche und Büros. Im Prinzip eine ähnliche Aufteilung wie im Kindergarten Guldenweg.

Zwischen L 3110 und Gebäude liegt ein 20 Meter breiter Gartenstreifen mit Spielgeräten. Jalousien sollen im Sommer die Wärme an den Südfenstern der Gruppenräume abhalten. Im Winter beheizt eine Luftwärmepumpe das Gebäude mit 766 Quadratmetern Nutzfläche. Der Bau besteht aus Holzrahmenwänden und wird gut eine Million Euro kosten. Dazu kommt der Aufwand für die Entwässerung, Bodenplatte und Grünanlage.

Schwierigkeiten könnte das Verkehrsaufkommen bereiten, das die Krippe mit ihren 50 Betreuungsplätzen mitbringt. Schon jetzt ist es in der engen, langgezogenen Kurve des Wacholderwegs wenig übersichtlich, wenn Eltern den Nachwuchs mit dem Auto in den Kindergarten bringen.

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Die Lage dürfte sich deutlich verschärfen, weil zum Einzugsgebiet der Krippe nicht nur Neuschloß gehören wird – da ist die Anfahrt per Auto oft gesetzt. Es sind allerdings nur drei Parkplätze vorgesehen – und die sind laut Stellplatzverordnung der Stadt nicht einmal für Eltern, sondern für die Erzieherinnen geplant.

Auf Nachfrage des Ortsbeirats berichtete die Verwaltung, bisher habe man nicht an ein Verkehrskonzept gedacht. Die Fahrzeuge könnten ja, auch wenn es eigentlich nicht erlaubt ist, halb auf dem Gehweg parken. Bürgermeister Erich Maier wies darauf hin, es gebe auch an anderen Kindergärten keine Anlieferungsparkplätze – und keinerlei Probleme dort. Das mag sein. Zumindest eine Einbahnstraßenregelung erscheint aber angesichts der unübersichtlichen, engen Kurve in Neuschloß sinnvoll.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Neuschloß wollte die Krippe, und Neuschloß freut sich auf sie. Natürlich spart die Stadt auch deshalb beim Krippenbau, weil der Boden, auf dem sie stehen wird, nun altlastenfrei ist. Möglicherweise stehen die künftig nebeneinander liegenden, sehr unterscheidlichen Gebäude für zwei unterschiedliche Epochen der Kommune und deren Möglichkeiten. Und schließlich: Auch wenn das Gebäude wenig kreativ sein wird – die Arbeit der Erzieherinnen mit den Kinden kann es ja trotzdem sein.

Stadt erneuert tote Radarfalle

Radarfalle am Ortseingang aus Richtung Hüttenfeld.
Radarfalle am Ortseingang aus Richtung Hüttenfeld.

Eigentlich erfüllt sie ja ihren Sinn, die Radarfalle in Neuschloß vor dem Forsthaus. Autofahrer, die aus Richtung Hüttenfeld kommen, bremsen hier brav ab. Was nur wenige wissen: Das Ding ist kaputt. Ein fotografierter Verkehrsteilnehmer versuchte mit einem Brandanschlag seinen Führerschein zu retten.

Das misslang gründlich. Zwar ist die Radarfalle nicht mehr funktionstüchtig. Aber die zu flotte Tour blieb dennoch amtlich dokumentiert. Und so war am Ende nicht nur der Lappen weg. Die nicht auf den Kopf gefallenen Strafverfolger hatten auch sehr schnell einen Verdacht, wer Urheber des Feuerchen sein könnte.

Im Dezember lief die Gerichtsverhandlung. Erster Stadtrat Jens Klinger (SPD) berichtete dem Ortsbeirat sehr genüsslich das Ergebnis: Nach dem Schuldspruch muss der Verurteilte stolze 21.000 Euro an die Stadt Lampertheim zahlen als Schadenersatz. Die Verwaltung, ergänzte Klingler, werde das zum Anlass nehmen, eine komplett neue Radaranlage in Säulenform zu installieren, wie wir sie von anderen Stellen im Stadtgebiet kennen.

Da das bisherige Modell zwar technisch tot ist, aber in der Praxis via Abschreckung dennoch funktioniert, wäre zu überlegen, ob die Hülle leicht renoviert anderorts vielleicht weiter nützliche Dienste leisten könnte. Zumindest für Externe, die nicht Neuschloss.net lesen…

Folgen des Brandanschlags.
Folgen des Brandanschlags.

SC Kurpfalz sucht weiter Mitstreiter

Wie geht es weiter mit dem Sportclub Kurpfalz? Er zählt zwar an die hundert Mitglieder – nur in der Leitung des Vereins wollen sich wenige Neuschlößer engagieren. Die Mitgliederversammlung brachte hier nicht in allen Punkten eine Lösung – was den SC nun in eine schwierige Lage versetzt.

Dabei sind es nicht einmal die Spitzenpositionen, die offen sind. Der Verein hat das Glück, dass die Vorsitzende Stefanie Schrod, ihre Stellvertreterin Sarah Wiegand und Schriftführerin Maria Senftner weiter machen. Und mit Ulrike Back als Pressesprecherin gibt es auch einen Neuzugang im Vorstand. Doch die vereinsrechtlich wichtige Funktion des Schatzmeisters bleibt vakant: Angelika Rupprecht, die sich bisher um die Finanzen kümmerte, trat nicht mehr an.

„Da haben wir jetzt ein Problem“, sagt Stefanie Schrod zu Neuschloss.net. Und kein kleines: „Es muss umgehend jemand gefunden werden, der bereit ist, diesen Posten zu übernehmen – sonst muss der Verein aufgelöst werden.“ Die Zeit drängt: Die Nachwahl soll innerhalb von vier Wochen sein. Angesprochen sollen nun auch Eltern von Kindern werden, die im SC aktiv sind.

Für die Arbeit des künftigen Schatzmeisters schuf die Versammlung wichtige Grundlagen. Der Verein ist zwar insgesamt in den schwarzen Zahlen, lebte zuletzt aber von seinen Rücklagen, weil die laufenden Ausgaben die Einnahmen überstiegen. Um das zu ändern, beschlossen die Mitglieder, die Beiträge in zwei Stufen deutlich anzuheben. Im nächsten Jahr wird es einen Aufschlag von fünf Euro geben. Erwachsene zahlen dann 50, Kinder 26 Euro. Und für 2015 hat der Vorstand die Möglichkeit, weitere vier Euro draufzulegen.

Die erste Erhöhung ist unstrittig – hier stimmte die Versammlung einstimmig zu. Die Option für 2015 gab’s nur mehrheitlich. Der Verein wird hier genau die Reaktionen der Mitglieder auf die Preisveränderungen beoachten müssen, denn schon zuletzt sank deren Zahl um zehn auf 96. Eine solche Entwicklung wirkt sich natürlich ebenfalls auf das Budget aus.

Da passt es gut, dass der Verein nun vermehrt über seine Arbeit und das Angebot informiert – im Schaukasten am Ahornplatz und im Internet mit einer neuen Website unter der Adresse www.sck-neuschloss.de. Für Rückmeldungen gibt es jetzt auch einen Briefkasten am Bürgersaal.

Wie wichtig der SC Kurpfalz für Neuschloß ist, zeigt der Veranstaltungskalender. Er verspricht viele schöne Stunden für Mitglieder und Stadtteil-Bewohner. Für Juni ist ein Ausflug in die Umgebung mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln geplant, im August ein Grillfest. Im Dezember nimmt der SCK am Adventsmarkt auf dem Ahornplatz teil (1.12.13) und lädt zu einer Weinachtsfeier ein. Auch mit einem Kuchenverkauf auf dem Wochenmarkt liebäugelt der Vorstand.

Zur Vereinsspitze gehören noch Sportwartin Christine Kotschner-Klein, Jugendwartin Kerstin Fritzsche und die Frauenbeautragte Rita Eberhardt. Der Vorstand ist per Mail zu erreichen unter verein(at)sck-neuschloss.de.

Parkende Lastwagen im Wohngebiet

Lastwagen an der L3110.
Lastwagen an der L3110.

Gesehen haben wir sie schon länger – die Lastwagen, die an verschiedenen Stellen in Neuschloß über Nacht stehen. Mal im Wacholderweg in der Nähe des Kindergartens, ziemlich regelmäßig sogar am Nebenweg der Landesstraße 3110 vor dem Schloss.

Was davon zu halten ist, da waren wir uns bisher nicht ganz so sicher. Klar, Lastwagen haben in Wohngebieten nicht nachts zu parken, das ist die gesetzliche Vorgabe. Aber stört uns das wirklich? Vielleicht wohnt der Fahrer irgendwo im Stadtteil – und spart sich nach einem anstregenden Arbeitstag auf der Straße den Weg beispielsweise zum offiziellen LKW-Parkplatz in der Lampertheimer Gaußstraße, einschließlich der zu organisierenden Abholung. Wir haben also drüber hinweggesehen – bisher.

Doch nun bot sich ein anderes Bild. Diesmal stand vor dem Schloss nicht eine Zugmaschine oder ein herkömmlicher Transporter. Nun war es ein Fahrzeug, dessen Schilder auf Gefahrengut als Inhalt hindeuteten. Nicht auszumachen die Folgen, wenn hier mal was schief läuft über Nacht. Das macht klar, dass hier wohl doch Handlungsbedarf besteht.

Update 10.3.: Das städtische Ordnungsamt hat nach Informationen von Neuschloss.net mehrfach Strafzettel geschrieben. Offenbar schreckt das nicht sonderlich ab.

Gefahrgut im Wohngebiet.
Gefahrgut im Wohngebiet.

SC Kurpfalz sucht Aktive für den Vorstand

Der Sport-Club Kurpfalz 1987 Neuschloß lädt für Donnerstag, 7. März, ein zu seiner Mitgliederversammmlung. Ein Punkt aus der Tagesordnung ist dabei besonders wichtig: die Neuwahl des Vorstands.

Mitglieder dafür zu gewinnen, einen Verein zu führen, ist oft kein einfaches Unterfangen. Deshalb dürfte es viele Neuschlößer freuen, dass die Erste Vorsitzende Stefanie Schrod im Gespräch mit Neuschloss.net ankündigt, weiter für das Amt zur Verfügung zu stehen. Sie war vor zwei Jahren an die Vereinsspitze gerückt.

Dennoch sind neue Aktive für die Arbeit im Vorstand gefragt. Konkret sucht der Verein nach einem Schatzmeister, Pressewart, Frauenbeauftragten und Jugendwart. „Bisher wurden die letzten drei Ämter durch andere Vorstandsmitglieder zusätzlich übernommen, das wird der kommende Vorstand nicht mehr machen“, erläutert Stefanie Schrod.

Diskutieren werden die Mitglieder darüber, ob die Beiträge steigen sollen. Bisher zahlen Erwachsene 45 Euro im Jahr, Kinder 21 Euro.

Beim Rückblick auf das abgelaufende Vereinsjahr dürfte die große Feier zum 25-jährigen Bestehen im Mittelpunkt stehen. Etwa hundert Mitglieder, mehr Frauen als Männer, treffen sich regelmäßig zum Sport in Neuschloß.

Die Versammlung im Bürgersaal am Ahornplatz beginnt um 18.30 Uhr. Mitglieder können eigene Anträge schriftlich bis zum 1. März beim geschäftsführenden Vorstand einreichen.

Download-Service: Einladung und Tagesordnung.

Stinkt der Kanal noch?

Erfreuliche Geräusche aus dem Neuschlößer Untergrund: Die Stadt lässt den Kanal durchspülen. Aufgenommen haben wir das Video im Dezember. Damals gab’s allen Grund für das Extra-Nass: Im vergangenen Jahr mussten viele Neuschlößer ihre Fenster oft geschlossen lassen, denn aus dem Abwasserkanal drang heftiger Gestank. Der Ortsbeirat diskutierte das Thema, die Stadtverwaltung zeigte sich ratlos – und setzte auf Hinweise auf der Bevölkerung.

Neuschloss.net richtete ein Meldeformular ein, dessen Einträge inzwischen direkt an die Ortsvorsteherin und die Leitung des städtischen Bauamts gehen. Wir haben hier einige Rückmeldungen erhalten – bis Ende Dezember. Seither gibt es keine Signale mehr aus der Bevölkerung. Das deckt sich mit unseren Eindrücken: Es riecht nur noch selten.

Nun muss das wenig überraschen – Sonderspülungen erscheinen angesichts von Regen und Schnee in den vergangenen Wochen kaum notwendig. Warten wir also auf den Frühling. Und hoffen, dass auch dann alles in Ordnung bleibt. Falls nicht: bitte melden.

Neuschloss.net zu Gast im Ortsbeirat

Meldung in eigener Sache: Ortsvorsteherin Carola Biehal hat Neuschloss.net in den Ortsbeirat eingeladen. Wir präsentieren sehr gerne unser Webprojekt aus und für Neuschloß unter dem Tagesordnungspunkt „Gemeindeleben – Nachbarschaftshilfe in Neuschloß durch verschiedene Institutionen“.

Die Sitzung beginnt am Donnerstag, 28. Februar, um 19 Uhr im Bürgersaal.

Weitere Themen sind die Standards: Mitteilungen der Ortsvorsteherin, des Magistrats, die Berichte des Projektbeirats Altlasten Neuschloß (PAN) und der BILA zum Sachstand ICE-Trasse sowie die Anfragen an den Magistrat.

Nächtlicher Tempocheck im Wald

Das war eine ruhige Nacht für die Polizei: Eineinhalb Stunden checkten Beamte heute zwischen Neuschloß und Hüttenfeld die Autofahrer. Fast alle waren angemessen schnell unterwegs. Nur eine 49-Jährige war mit 42 km/h zu viel schnell. Ihr Auto bekommt bald eine einmonatige Ruhepause – die Fahrerin Punkte und Bußgeld.

Die Landstraße 3110 durch den Wald ist unfallträchtig. Immer wieder verunglücken Verkehrsteilnehmer tödlich. Nicht selten kommen junge Erwachsene ums Leben. Ein Schwerpunkt ist die langgezogene Kurve gleich hinter Neuschloß. Sie sieht auf den ersten Blick harmlos aus – und wird so trotz Warnschilder in ihrer Gefährlichkeit oft unterschätzt.

Auch der Abschnitt kurz vor der Brücke über die A 67 hat es in sich. Wer dort nachts unterwegs ist, sollte besonders die Augen offen halten. Der Wald, man glaubt es kaum, ist voller Wild: Rehe, Wildschweine, Hasen. Insbesondere die Autobahn wird hier zum Problem. Sie zerschneidet den Wald, teilweise ist sie sogar mit Zäunen abgegrenzt. Das Wild läuft auf die A67 zu, biegt dann ab – und erreicht direkt vor der Brücke die L3110. Dort können nachts sogar die erlaubten 80 km/h zu viel sein.


L3110 – Gefahrenpunkte auf einer größeren Karte anzeigen

Ähnlich gefährlich ist der Wildwechsel auf der Landesstraße 3111 in Richtung Viernheim oder Lorsch.

Die Kontrolle der Polizei im Wald – eine sinnvolle Aktion. Und mit einem insgesamt erstaunlichen und zugleich beruhigenden Ergebnis.

Fotorahmen basten im Bürgersaal

„Künstler unterwegs“ ist das Motto eines lustigen Nachmittags in Neuschloß, den das Spielmobil-Team der Stadtjugendpflege vorbereitet hat. Es gebe Bilder, die sollten einfach nicht in einem Fotoalbum verschwinden, sondern einen schönen Rahmen bekommen, finden die Pädagogen von „Flitze Feuerstein“. Und solche können Sechs- bis Zwölfjährige im Bürgerhaus am Ahornplatz selbst verzieren, bemalen und bekleben.

Wer weniger auf Feinmotorik steht, kann sich allerlei schöne Sache aus dem Langeweile-Löschmobil holen und sich damit vergnügen.

Die Aktion beginnt am Montag, 18. Februar, um 15 Uhr. Für Fragen steht die Stadtjugendpflege unter 06206/951754 und per E-Mail Jugendpflege@Lampertheim.de zur Verfügung.

Klavier und Gesang in Neuschloß

Ju-Hee Oh (Klavier) und Ulrike Müller (Sopran) gastieren in Neuschloß.
Ju-Hee Oh (Klavier) und Ulrike Müller (Sopran) gastieren in Neuschloß.

“Heiteres und Besinnliches” ist das Motto eines Konzertabends am Sonntag, 20. Januar, im Bürgersaal am Ahornplatz. Ulrike Müller (Sopran) singt zur Begleitung am Klavier von Ju-Hee Oh.

Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Mozart, Chopin, Brahms, Puccini – das klingt nach einem Konzert der leisen Tönen.

Los geht’s um 17 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt acht. Veranstalter sind die Evangelische Johannesgemeinde Neuschloß, die Musikschule und die Stadt Lampertheim mit ihrer Reihe “cultur communal”.

Alle anstehenden Termine in Neuschloß in unserer Rubrik Veranstaltungen.

Projekt- und Bürgerbüro jetzt im Erlenweg

Akten, Akten, Akten.
Blick in das Büro.

Akten, Akten, Akten – alleine etwa 2000 Ordner sind umgezogen von der Forsthausstraße in den Erlenweg 4. Das Projekt- und Bürgerbüro der Altlastensanierer ist in seinem neuen Zuhause ankommen. Der langjährige Projektleiter Ulrich Urban der HIM-ASG wird von dort aus die verbleibenden Arbeiten organisieren: Die Handwerker müssen auf einigen Grundstücken noch Sachen aufbauen – und andernorts Mängel beseitigen.

Jochen Blecher vom Bürgerbüro wird sich vor allem um die Berechnung und Ausarbeitung der Mehr- und Minderkosten für die Grundstücksbesitzer im dritten bis fünften Sanierungsabschnitt kümmern – und so wahrscheinlich die Aktenberge noch höher stapeln.

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Ursprünglich sollte das Büro bereits Ende 2012 schließen – und ging dann in die Verlängerung. Die Vertretung der Anwohner, der Projektbeirat Altlasten Neuschloß, hatte sich zuvor in einem Gespräch mit dem Hessischen Umweltministerium dafür stark gemacht.

Urban und Blecher planen feste Öffnungszeiten, wie sie Neuschloss.net mitteilen, „um einen geordneten, relativ störungsfreien Büroablauf zu erreichen.“ Sie sind aber in jedem Fall telefonisch und per Mail zu erreichen:

  • Ulrich Urban: Telefon 06206/95 47 74, E-Mail: ulrich.urban (at) asg-lampertheim.de
  • Jochen Blecher: Telefon 06206/95 47 76, E-Mail: bbn-lampertheim (at) gmx.de

Neuschloss.net schickt Brot und Salz per E-Mail!

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Mit 70 km/h durch den Eichenweg

Es soll ja Stadtteile geben, in denen der Verkehr seine unangenehmen Seiten deutlicher zeigt als in Neuschloß. Dennoch sind Raser und Lärm auch bei uns ein Thema. Generell ist ganz Neuschloß, abgesehen von der Forsthausstraße, als Tempo-30-Zone ausgeweisen. Um der Realität auf die Spur zu kommen, hat die Stadtverwaltung ein wenig nachgemessen.

Im Eichenweg beispielsweise. Etwa 15 Autos sind demnach dort pro Stunde unterwegs, mit einer mittleren Geschwindigkeit von 35 Kilometer pro Stunde. Ein Ausreißer wird am Nachmittag erfasst: Er saußt mit 70 km/h über die Straße. Der Eichenweg erschließt mehrere Seitenstraßen und ist daher eine der zentralen Wege im neuen Teil von Neuschloß – genau wie der Ahorn- und Akazienweg.

Auch im Alten Lorscher Weg stand das Messfahrzeug. Dort zeigt der Tachometer in der Regel zwischen 28 und 38 km/h. Der Ausreißer an dieser Stelle kommt auf 65 km/h.

Das Verkehrsaufkommen insgesamt erscheint überschaubar. An der einen Stelle wurde den Tag über 97, an der anderen 139 Fahrzeuge gezählt. Die Anwohnervertreter im Ortsbeirat überlegten, ob sie scharfe Radarmessungen mit Knöllchen fordern sollten. Erster Stadtrat Jens Klingler hielt dem entgegen, das Verkehrsaufkommen sei dafür zu gering. Letztlich entschied sich auch das Gremium dagegen – nicht zuletzt deshalb, weil es in der Regel die Neuschlößer selbst sind, die jenseits der L3110 mit einem Auto auf den Straßen unterwegs sind.

Es bleibt also beim Apell, nicht mit 50 durch die Seitenstraßen zu rasen, um dann kurz vor dem eigenen Haus eine Vollbremsung hinzulegen. Wir fahren einfach alle in Neuschloß nur noch so schnell, wie wir das als Anwohner und Eltern selbst von anderen erwarten. Das ist doch eine gute Idee für einen schönen Vorsatz für das Jahr 2013.

Abweichende Ferientermine

Neues Jahr, neue Urlaubspläne – Neuschlößer mit schulpflichtigen Kindern müssen diesmal beim Buchen besonders aufpassen. An einigen Lampertheimer Schulen gelten 2013 Ferienzeiten, die von den allgemeinen hessischen Terminen abweichen. Das betrifft die für Neuschloß zuständige Grundschule, also die Pestalozzischule, genauso wie die Alfred-Delp-Schule.

Eine sportliche Großveranstaltung ist der Grund dafür, dass es erstmals seit langem Pfingstferien gibt. Frei ist von Samstag, 18., bis Sonntag, 26. Mai. Schulen und Hallen werden als Unterkunft für Sportler benötigt.

Die Nachmittagsbetreuung an der Pestalozzischule wird wohl ein Ferienprogramm auflegen – in der Mitgliederversammlung hatte der Vorstand in diese Richtung gesprochen. Der genaue Bedarf soll noch ermittelt werden.

Wichtig: Ebenfalls abweichend von der hessenweiten Regelung fallen an den betroffenen Schulen dann die Sommerferien kürzer aus – und beginnen erst am Donnerstag, 11. Juli.

Kopfrechenkünstler merken sogleich: Als kleine Wiedergutmachung für die Umstände springt unterm Strich ein zusätzlicher Ferientag raus.

Von all dem nicht betroffen ist das Lessing-Gymnasium. Eigentlich war angestrebt, eine stadtweite Regelung zu finden. Das LGL schert aber aus.

Perspektiven für Neuschloß

Was wird aus der Gaststätte in Neuschloß? Sie steht sie Ende 2011 leer.
Was wird aus der Gaststätte in Neuschloß? Sie steht sie Ende 2011 leer.

Uwe Rauschelbach beleuchtet im Südhessen Morgen die Perspektiven für Neuschloß – nach der Altlastensanierung und unter besonderen Berücksichtigung des beschlossenen Baus der kommunalen Kinderkrippe neben dem Kindergarten.

Auf der Neuschlößer Agenda stünden die Sicherung des Sodabuckels und die Suche nach einem neuen Bolzplatzgelände. Hier könnten sich die Stadtparlamentarier mit einer ebenso engagierten wie rationalen Debatte beweisen. Auch das „an exponierter Stelle stehende Verwaltungsgebäude des Schlosses hat neue Perspektiven vor sich“, ist sich die Zeitung sicher: Die Gespräche zwischen Stadt und dem Investor, einem Lampertheimer Architekten, der die denkmalgeschützte Immobilie restaurieren möchte, seien „vielversprechend“.

Und: Die Suche nach einem Interessenten für die geschlossene Gaststätte dauere an.

NEU: Kostenlose Kleinanzeigen

Liebe Neuschlößer! Ihr habt Euch gerade eine neue schöne Lampe gegönnt – und die alte kann vielleicht noch jemand gebrauchen? Ihr fahrt regelmäßig eine bestimmte Strecke – und würdet entweder grundsätzlich oder wenn’s mal bei anderen brennt jemanden mitnehmen? Ihr habt eine Wohnung zu vermieten? Oder würdet auch mal in der Nachbarschaft Rasen mähen, die Straße kehren oder bei den Hausaufgaben helfen? Kein Problem! Genau für solche Fälle bietet Neuschloss.net nun einen Marktplatz für kostenlose Kleinanzeigen.

Das ungemein Praktische an dieser Plattform ist: Die oft teuren Transportkosten, die unterm Strich so manches Internet-Schnäppchen doch teuer machen, können entfallen – denn in Neuschloß ist ja kein Weg so weit, dass man ihn nicht bequem laufen könnte! Sogar mal schnell anschauen ist möglich.

Lesen geht ohne Weiteres. Wer ein Angebot veröffentlichen will, muss sich bitte einmalig anmelden. Wenn Ihr eine bestimmte Rubrik benötigt – bitte einfach kurz eine Mail an redaktion (at) neuschloss.net. Herzlichen Dank und viel Spaß bei den Neuschloß-Deals!

Weihnachtsfeuer der Meute

Weihnachtsfest der Meute im Schlosshof.
Weihnachtsfest der Meute im Schlosshof.

Das wärmende Feuer kam gut am bei den Gästen der Meute : Im Schlosshof ließen es sich insgesamt etwa 50 Neuschlößer trotz des nassen Wetters gut gehen. Besonders die Kinder waren mit Einbruch der Dunkelheit von den Flammen begeistert. Hungern musste niemand – es gab Gegrilltes und weihnachtliche Leckereien.

Explizit eingelanden waren übrigens die Neuschlößer Ortsbeiräte. Sie nutzen denn auch die Gelegenheit, sich das nach der Sanierung neu errichtete Nebengebäude anzuschauen. In ihrem jüngsten Treffen war das Bauwerk kurz Thema: Ortsvorsteherin Carola Biehal hatte den schleppenden Fortschritt der Arbeiten im Sommer kritisiert. Nun also konnten sich die Stadtteil-Politiker davon überzeugen, dass alles in Ordnung ist.

Das neu errichtete Nebengebäude am Schloss.
Das neu errichtete Nebengebäude am Schloss.

Carola Biehal: „Schämen Sie sich“

Ungewöhnlicher Auftritt: Unter dem Punkt „Mitteilungen der Ortsvorsteher“ ergreift Carola Biehal zur Überraschung der Abgeordneten in der Stadtverordnetenversammlung das Wort. Es kommt nicht oft vor, dass an dieser Stelle der Tagesordnung etwas gesagt wird. Doch diesmal war aus Neuschlößer Sicht ein Anlass gegeben. Neuschloss.net dokumentiert Biehals Rede.

Mehr lesen

Die Krippe – ein Aufbruch für Neuschloß

Es gibt Stadtverordnete in Lampertheim, die nur einen Krippenstandort suchen.

Welche von der CDU ermitteln mit Google Maps, wie viele Meter weiter von bestimmten Standorten in der Kernstadt der Weg in den Neuschlößer Wacholderweg ist verglichen mit dem Weg zum Lutherplatz. (Sie ermitteln freilich nicht, wie lange die Fahrten dauern. Und sie messen keine Wege von Neuschlößern oder Hüttenfelder Familien.) Und es gibt einen Parlamentarier der CDU, der seine möglichen Enkelkinder nicht auf einer sanierten Altlast spielen sehen will, wie es alle anderen Neuschlößer Kinder tun.

Es gibt Grüne-Abgeordnete, die vermuten, eine Krippe in Neuschloß erzeuge mehr CO2-Emissionen als eine am Lutherplatz. (Echt? Wenn viele Kinder, wie zu erwarten, aus dem Rosenstock und Europaviertel kommen – ist da der Weg über die Landstraße nach Neuschloß nicht schneller und schadstoffärmer als im Stoßverkehr durch die Stadt?)

Vielleicht gibt es bei der SPD auch Abgeordnete, die schlicht der Verwaltung folgen – und deshalb für Neuschloß stimmen.

Egal – am Ende gibt es eine Mehrheit für Neuschloß. Und damit schafft die Stadtverordnetenversammlung, auch wenn sie es selbst vielleicht nicht immer so wahrnimmt, etwas ganz Großes. Sie bestimmt mehr als einen umstrittenen Krippenstandort: Sie gibt einem ganzen Stadtteil neuen Mut. Und den kann Neuschloß gebrauchen.

Neuschloß, das ist jener Stadtteil, der nicht nur eine der größten Altlastensanierungen der Republik in manchen Teilen hinter und weiteren Teilen vor sich hat. Das ist auch jener Stadtteil, dem – abgesehen von einem Kiosk und einem zeitweise offenen Café – nach und nach fast jegliche Infrastuktur abhanden gekommen ist. Erst die Bäckerei und die Post, dann die Filialen von Volksbank und Sparkasse, im vergangenen Jahr die Gaststätte – und zuletzt auch noch der Geldautomat der Sparkasse. Selbst für ein Brot fahren die meisten Anwohner nach Lampertheim.

Dass die Stadt jetzt eine Krippe für 50 Mädchen und Jungen neben den städtischen Kindergarten baut, dass nun bald andersrum Lampertheimer regelmäßig nach Neuschloß fahren, dass in der Debatte die wundervolle Lage des Stadtteils unmittelbar am Wald herausgekehrt wird – all das tut uns Neuschlößern gut. Und vielleicht wird die Krippe sogar zum Wendepunkt. Wenn jeden Tag Leute in den Stadtteil kommen, lohnt sich vielleicht auch wieder ein Geldautomat – oder eine Gaststätte.

Die Stadtverordneten haben sich für einen Krippenstandort entschieden – und sie haben sich für Neuschloß entschieden. Im doppelten Sinn. Es könnte ein Aufbruch sein.

Neuschloß bekommt die Kinderkrippe!

20.07 Uhr: Die neue Kinderkrippe der Stadt Lampertheim wird in Neuschloß gebaut. Dafür stimmen in der Stadtverordnetenversammlung geschlossen die Fraktionen von SPD und FDP. Die CDU ist komplett dagegen. Die Grünen votieren unterschiedlich. Insgesamt 26 Stimmen für Neuschloß, 18 dagegen.

Einstimmig fällt der grundsätzliche Beschluss, eine Krippe zu bauen. Auch dass fünf Gruppen errichtet werden sollen, fällt auf allgemeines Wohlgefallen. Gebaut werden soll in energetischer Modulbauweise.

19.56 Uhr: Fritz Götz (SPD) freut sich über die rege Diskussion. Sie triftet ein wenig ab und wendet sich der Baugenossenschaft zu – nach einer Provokation von Dieter Meyer (CDU).

19.50 Uhr: Ein Vertreter der Grünen führt als Argument gegen eine Krippe in Neuschloß an, es entstehe zu viel Autoverkehr und CO2-Belastung. Ein anderer, Vater von vier Kindern, ist für Neuschloß wegen des Waldes. Der Weg zur Natur sei näher.

19.47 Uhr: Es gibt offenbar ein neues Angebot der katholischen Kirche, einen Teil ihres benachbarten Grundstücks zur Verfügung zu stellen. Das könnte eventuell eine einstöckige Bauweise ermöglichen.

19.43 Uhr: Bürgermeister Erich Maier geht ans Mikrofon: „Es gibt keinen belastbaren Grund, warum man den Standort Lamertheim vor Neuschloß vorziehen muss.“ Und zu den Grünen: „Die Krippe werden wir noch 30 Jahre lang nutzen.“ Wenn in vielen Jahren Einrichtungen geschlossen würden, dann ältere.

19.39 Uhr: Die SPD berichtet, der Vertreter der CDU im Ortsbeirat, Klaus Schultheis, habe in einem Schreiben an den Ortsbeirat sein Entsetzen über die Äußerung des CDU-Stadtverordneten Hofmann ausgedrückt. Die SPD macht die Abstimmung über den Krippenstandort zu einer Abstimmung über „Ja zu Neuschloß“.

19.37 Uhr: Die CDU kritisiert Biehal, es sei nicht schön, dass seine Fraktion von der Ortsvorsteherin als einzige in die Ecke gestellt würde. „Frau Biehal, das war keine gute Nummer.“

19.33 Uhr: Helmut Rinkel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, ist gegen Neuschloß, weil er dort keine mögliche Folgenutzung sieht, wenn keine Krippe mehr gebraucht wird. „Außerdem sollten wir die Kernstadt nicht aus der Hand geben.“ Bei den Grünen würden alle so abstimmen, wie sie wollen; der Fraktionszwang sei aufgehoben.

19.28 Uhr: Die SPD spricht sich für Neuschloß aus.

19.23 Uhr: Werner Hofmann (CDU) steht am Mikrofon: „Meine Äußerungen waren wohl unbedacht. Über die Redaktionen war ich überrascht. Gleichwohl habe ich sie provoziert. Sorry.“ Die CDU bleibt bei ihrem Nein zum Krippenstandort Neuschloß. „Wir müssen uns nicht schämen. Wir sind verantwortlich für Gesamt-Lampertheim.“

19.20 Uhr: Das Thema Kinderkrippe wird aufgerufen. Die SPD erinnert daran, wie wichtig es ist, bis zum August 2013 die neue Krippe fertig zu haben. „Eltern können sonst auf Verdienstausfall klagen.“

19.15 Uhr: Biehals Auftritt ist um. „Kann man hier dazu Stellung nehmen?“, fragen Stadtverordnete. Die Sitzungsleitung antwortet: „Wir kommen später zu dem Punkt.“ Sie erinnert an den Paragrafen, nach dem Ortsvorsteher in der Stadtverordnetenversammlung das Recht haben, Dinge mitzuteilen.

19.11 Uhr: Die Neuschlößer Ortsvorsteherin kommt zum Schluss: Die CDU wolle wahrscheinlich einen anderen Standort für die Krippe in Lampertheim – und suche nach Argumenten. „Sie sollten sich schämen.“

19.10 Uhr: „Haben Sie je den Sanierungsplan gelesen?“, fragt Biehal sauer. „Sie waren sogar gegen die Trassensanierung unter den Straßen!“, stellt sie die Kompetenz der CDU in Frage.

19.09 Uhr: Das gab es lange nicht mehr – eine Ortsvorsteherin tritt unter dem Punkt Mitteilungen ans Mikrofon. Carola Biehal aus Neuschloß blickt auf die CDU.

19.05 Uhr: Diverse Mitteilungen. Zwei Stadtverordente treten ab. Einige hatten Geburtstag.

19.00 Uhr: Die Glocke klingelt – Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass eröffnet die Sitzung.

18.57 Uhr: Der Sitzungssaal des Stadthauses füllt sich. Die Lampertheimer Stadtverordneten kommen am heutigen Freitag zusammen. Thema sein werden unter anderem die skandalösen Äußerungen des CDU-Stadtverordneten Werner Hofmann, der seine möglichen Enkelkinder nicht im altlasten-sanierten Neuschloß spielen sehen will.