Spargellauf 2016 in Neuschloß

Jubiläumskonzert des evangelischen Posaunenchors

Musik zum Triathlon 2016

Straßenfest im Lindenweg

Sommerfest der Kinderkrippe 2016

Grillabend der SPD auf dem Ahornplatz

Spielplatz-Renovierung der Bürgerkammer

Herbst-Flohmarkt an der Pestalozzischule

Lichterfest der Pestalozzischule

Adventsmarkt auf dem Ahornplatz 2016

Weihnachtsbaum-Schmücken am Ahornplaz 2015

Szenen vom Neuschlößer Adventsmarkt 2014

Adventsmarkt auf dem Ahornplatz 2015

Weihnachtsfeier Pestalozzischule 2015

Ahornweg-Anwohner provozieren Busfahrer

Der Aushang schockte Neuschlößer Facebook-Nutzer: Die Haltestelle im Ulmenweg werde „wegen provozierender Behinderungen durch einen Anwohner im Ahornweg bis auf Weiteres nicht mehr bedient“. Im Ulmenweg steigen unter anderem die Grundschüler ein, die fernab der Hauptstraße rund um den Ahornplatz warten können. Doch das Schild hing glücklicherweise nicht lange. Was war geschehen?

Am Freitag musste gegen 14 Uhr ein Bus im hinteren Ahornweg Slalom fahren. Wie in der jüngsten Zeit häufig parkten Autos und Anhänger bis eng in die Kurven. Der Bus musste mit dem Überbau und teilweise auch mit dem linken Vorderrad über den Bürgersteig rollen. Der Fahrer berichtete, plötzlich habe ein Anwohner vor dem Bus gestanden. Der Neuschlößer habe dem Fahrer vorgeworfen, er würde ihn als Fußgänger gefährden und bedrohen. Daraufhin wollte das Busunternehmen zunächst nicht mehr durch den Ahornweg fahren, um seine Fahrer zu schützen. Der Aushang war Ausdruck davon.

Später schritt der Fachbereich Verkehr, Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung ein. Am Samstag weitete er das bestehende Halteverbot aus, so dass die keine Fahrzeuge mehr die Busse blockieren können. Das Ordnungsamt behält sich weitere Schritte vor. Mit dem Busunternehmen ist vereinbart, dass die Fahrzeuge am Montag weiter wie vorgesehen im Ulmenweg halten.

Der Aushang ist inzwischen ungültig und entfernt.
Der Aushang ist inzwischen ungültig und entfernt.

Kommentar: Die Stadtverwaltung handelt richtig

Busverkehr vor der eigenen Haustür muss man nicht lieben. Zumal wenn man nicht darauf angewiesen ist. Und natürlich haben Anwohner aus dem Neuschlößer Ahornweg das Recht, ihre eigenen Interessen – die Busse mögen bitte anderswo fahren – lautstark in Bürgerkammer und Leserbriefen (von Waldemar Schneider, Maria Walter und Marliese und Günter Koch) zu vertreten.

Genauso aber muss es der Mehrheit der Neuschlößer erlaubt sein, nicht auf diese Forderungen einzugehen. Weil es nämlich dem Stadtteil insgesamt schaden würden, fiele die Haltestelle im Ulmenweg weg. Ein Großteil unserer Schülerinnen und Schüler müsste dann die wirklich gefährliche Route entlang der Landesstraße nehmen. Und für ältere Menschen wäre der weitere Weg zum Bus, der sie zu den Supermärkten in der Otto-Hahn-Straße bringt, kaum machbar. Überall kämpfen die Menschen für einen besseren Nahverkehr; Neuschloß sollte wegen den Interessen weniger Anwohner nicht den gegenteiligen Weg einschlagen.

Um einige Fakten in die Debatte zu bringen: Wir reden hier nicht von einem Busverkehr wie in der Lampertheimer Eugen-Schreiber-Straße, wo sich fortlaufend große Fahrzeuge begegnen. Durch den Neuschlößer Ahornweg rollt montags bis freitags tagsüber grob gezählt jede Stunde ein Bus pro Richtung. Konkret fährt die Linie 605 an Schultagen einmal am Morgen zur Pestalozzischule und dreimal am Mittag zurück. Die 602 steuert 13-mal über Fachmarktzentrum, Bahnhof und Innenstadt das Schulzentrum West an; zwölfmal zurück.

Fakt ist ferner: Anwohner führten gegenüber der Stadtverwaltung aus, der Busverkehr im Ahornweg sei rechtswidrig. Der Fachbereich Verkehr, Sicherheit und Ordnung prüfte die Rechtslage und kam zum Ergebnis, dass sich die Bürger irren und der Busverkehr hier sehr wohl erlaubt ist. Daraufhin legten die Bürger Beschwerde beim Regierungspräsidium in Darmstadt ein. Das RP prüfte die Stellungnahme der Stadt und teilte mit, sie sei aus Sicht der obere Straßenverkehrsbehörde fachlich korrekt. Nun kritisieren die Anwohner das RP.

Es verfestigt sich der Eindruck, dass die Anwohner schlicht nicht akzeptieren wollen, dass sie ihre Interessen nicht durchsetzen können. Das lässt offenbar ihre Nerven blank liegen. Sie parken ihre Autos und Anhänger zunehmend so, dass die Busse zu einer Slalomfahrt gezwungen sind – um dann anschließend den Fahrstil der Busfahrer zu rügen. Die Stadtverwaltung hat nun die einzig richtige Konsequenz daraus gezogen, und das Halteverbot im hinteren Ahornweg ausgeweitet. Schade, dass es diesen Zwang braucht.

Die Bürgerkammer war den Anwohnern entgegen gekommen. Sie hatte nach vielen Diskussionen im Sommer vorgeschlagen, die Interessen der Buskritiker mit einzubringen, wenn im Zusammenhang mit der geplanten Einführung der S-Bahn der Busverkehr in Lampertheim möglicherweise ohnehin neu geregelt werden muss. Vielleicht kann sich ja Neuschloß auf diesen gemeinsamen Kurs besinnen.

Protest gegen die Neubaustrecke im Wald.

2000 Menschen bei Lichterdemo gegen Bahntrasse im Wald

Etwa 2000 Menschen haben am Freitagabend gegen eine Neubaustrecke der Deutschen Bahn quer durch den Lampertheimer Wald protestiert. Sie beleuchteten mit Taschenlampen die Schneise, die eine solche Streckenführung bringen würde, und trugen dabei reflektierende Warnwesten.

Landwirte verlängerten die Kette auf der anderen Seite der Landesstraße mit beleuchteten Traktoren in den Äckern.

Landwirte verlängern den Lichterzug mit beleuchteten Traktoren. (Foto: Bila)
Landwirte verlängern den Lichterzug mit beleuchteten Traktoren. (Foto: Bila)

Ein Hubschrauber filmte das Ereignis aus der Vogelperspektive. 

Aufgerufen hatte dazu die Bürgerkammer Neuschloß und die Bürgerinitiative Lampertheim (Bila).

Der Lichterzug reicht 2,5 Kilometer weit in den Wald. (Foto: Bila)
Der Lichterzug reicht 2,5 Kilometer weit in den Wald. (Foto: Bila)

Die Frauen und Männer bildeten eine Kette vom Ortsausgang bis tief in den Wald. Ungewöhnlich: Unter den Protestierenden waren viele junge Leute. „Unsere Kinder brauchen auch noch Wald“, stand auf einem ihrer Transparente.

Junge Protestierende im Wald.
Junge Protestierende im Wald.

Mit in den Wald kamen auch Politikerinnen und Politiker, darunter der Landtagsabgeordnete Alexander Bauer aus Bürstadt (CDU), der Erste Kreisbeigeordnete Carsten Krug (SPD), Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass (SPD), Bürgermeister Gottfried Störmer (parteilos), Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) sowie zahlreiche Stadtverordnete. Ferner die Architektenfamilie Braun, der der historische Beamtenbau in Neuschloß gehört – und viele Lampertheimer Bürgerinnen und Bürger. Autoschilder lassen zudem auf Gäste aus Mannheim und Worms schließen. 

Gekommen waren schließlich überraschend viele Journalisten. Der Hessische Rundfunk schickte ein Kamerateam, das Rhein-Neckar-Fernsehen ebenso. Vor Ort natürlich auch die regionale Presse. 

Viele Medienvertreter berichten über den Protest.
Viele Medienvertreter berichten über den Protest.

Politik kann ICE-Trasse umleiten

Der Protest in Neuschloß ist ein wichtiges Signal an Bahn und Politik. Die Bahn wird in Kürze mitteilen, wo sie gerne die Gleise zwischen Frankfurt und Mannheim verlegen würde. Um für den geplanten Deutschlandtakt die Reisezeit auf 29 Minuten zu verringern, erscheint der Weg quer durch den Wald und über die kostbaren Ackerflächen der Heide wahrscheinlich. Es ist zu klären, ob die Zeitvorgabe auch mit der in der Region bevorzugten Trasse entlang der Autobahnen 67 und 6 zu schaffen ist. Teurer würde diese Trassenvariante in jedem Fall.

Allerdings kann der Bundestag am Ende die Bahn überstimmen. Die Politik kann einen anderen Streckenverlauf als von der Bahn vorgeschlagen festlegen, muss dann aber auch die Mehrkosten bezahlen. Damit die Parteien diesen Weg gehen, muss sich Lampertheim Gehör verschaffen. Die Lichterdemonstration ist ein erstes Signal in diese Richtung.

 

Bürgermeister Gottfried Störmer bezeichnete die Demonstration jüngst als wichtiges Teil eines Mosaiks. „Ziel ist es, die C-Trasse, welche eine Zerschneidung des Waldes bedeuten würde, zu verhindern.“ Nach der Veranstaltung sprach er in Facebook von einem „grandiosen Besuch und starker Teilnahme vieler Lampertheimerinnen und Lampertheimer“. Besucher aus Mannheim und Bürstadt hätte Bürgerkammer und Bila für den tollen Zuspruch gelobt. „Mit einer solchen Unterstützung kann Lampertheim gegenüber der Bahn stabil auftreten.“

 

Carola Biehal, Vorsitzende der Bürgerkammer Neuschloß, erklärte: „Wir müssen ein Ausrufezeichen setzen und deutlich machen, dass es einen breiten bürgerschaftlichen Widerstand gegen die C-Trasse gibt.“

Die Neuschlößer wurden von der „Bürgerinitiative Lampertheim – Lebensraum vor ICE-Trasse!“ unterstützt. Die Initiative beschäftigt sich seit zehn Jahren mit dem Thema. Beim Lichterzug „muss deutlich werden, dass der Widerstand gegen eine Zerschneidung des Lampertheimer Waldes und die Verlärmung unserer Innenstadt von einer breiten Bürgerschaft getragen wird“, erläuterte Karl Hans Geil, Sprecher der Bila. Die Bila dankte nach der Veranstaltung allen für die Unterstützung. „Das war die erste Aktion in diesem Jahr; es werden weitere folgen“, kündigten die Aktiven an.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Protest gegen die Neubaustrecke im Wald.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Rückweg im Dunkeln.
 

Presseschau

Der Südhessen Morgen hat ebenfalls 2000 Protestierende gezählt. In seinem Kommentar kommt Uwe Rauschelbach zu dem Schluss: „Diesen Protest wird die Bahn nicht ignorieren können.“

Das Rhein-Neckar-Fernsehen interviewt die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal – im Video am Anfang.

Der Hessische Rundfunk berichtete am Freitagabend ausführlich in „Hessenschau kompakt“ – im Video von Minute 8’50 an.

Die Lampertheimer Zeitung zitiert Ulrich Guldner von der Bila mit den Worten: „Die Bahn ist gezwungen, sich mit dem Widerstand auseinanderzusetzen.“ Im Kommentar streicht Vanessa Körber heraus, die Aktion habe das Ausmaß einer möglichen Zerschneidung des Waldes eindrücklich vor Augen geführt – Voraussetzung für weiteren Unmut und eventuelle Klagen der Bürger.

„Thommy‘s“ erlebt großes Interesse

Blumen, Päckchen, Karten: Der Platz auf dem Regal für Glückwünsche reichte nicht lange. Kaum hatten Silke und Thomas Heyber am Samstag Vormittag die Tür zu ihrem „Thommy‘s“ geöffnet, kamen auch schon die ersten Gäste und Gratulanten: Freunde und Nachbarn, von denen einige am ersten Tag tatkräftig mithalfen.

Auch offizielles Händeschütteln war angesagt: Helmut Kemnitzer übermittelte als stellvertretender Vorsitzender der Bürgerkammer die Freude der Neuschlößer über das neue Café am Ahornplatz. Er sagte spontan zu, die internen Treffen der Aktiven ins „Thommy‘s“ zu verlegen.

Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.
Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.

Manche Neuschlößer wollten ihre Sympathie für „Thommy‘s“ persönlich zeigen. Am Vormittag kamen ältere Frauen und Männer aus dem Ortskern zu Sekt, Kaffee und Kuchen. Der Abend war geprägt von Leuten, die in den Achtzigerjahren in unseren Stadtteil kamen. Sie ließen es sich bei Livemusik, dem ein oder anderen guten Wein und Käse-Schinken-Snacks gutgehen.

In den Gesprächen zeigten sich die Gäste angetan von der liebevollen Inneneinrichtung. Die Bedienungen hatten ordentlich zu tun, was sicher auch den an Sonderpreisen zur Eröffnung lag – und dazwischen Silke und Thomas Heyber, die trotz des erkennbaren Stresses stets strahlend durch ihr Café schritten. Seit Oktober hatten die Beiden auf diesen Tag hingearbeitet.

Andrang auf dem Ahornplatz.
Andrang auf dem Ahornplatz.

Bei leicht frühlingshaften Temperaturen verbrachten viele Gäste den Nachmittag auf dem Ahornplatz; Tische, Stühle und Sonnenschirme luden ein. Nicht wenige Frauen und Männer waren aus der Kernstadt gekommen, teils mit ihren Motorrädern.

Die Nachricht über die Eröffnung hatte sich am Freitag wie ein Lauffeuer auf Facebook verbreitet – und so auch die nähere Umgebung erreicht. Schon hier zeigte sich das ungewöhnliche Interesse. Etwa 200 Leute markierten die Beiträge auf der Fanseite von Neuschloss.net und in der Gruppe „Lampertheim tretet ein!“ mit dem Daumen nach oben; etwa 60-mal wurde der Beitrag geteilt.

Mehr als tausend Nutzer riefen die verlinkte Berichterstattung auf der Webseite von Neuschloss.net auf – so viele Leserinnen und Leser hatte Neuschloss.net noch nie an einem Tag.

Ein erfolgreicher Anfang also. Und somit eine gute Nachricht für Neuschloß.

Der Eröffnungstag in Bildern

Das „Thommy‘s“ freut sich auf die Gäste - und Neuschloß freut sich aufs „Thommy‘s“.
Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.
Silke Heyber (Zweite von rechts) straht - Helmut Kemnitzer, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerkammer, gratuliert.
Das Café füllte sich gleich am Vormittag.
Auch davor auf dem Ahornplatz war einiges los.
Sekt, Kuchen, Kaffee - eine angemessene Kombination.
Das Regal für die Glückwunschgeschenke zur Eröffnung war schnell zu klein.
Am Abend gab's Livemusik: Schlagzeug, Contrabass und E-Gitarre brachten den Beat.
Volles Haus, viel zu tun für die Bedienungen.
Unter den abendlichen Gästen auch junge Besucherinnen und Besucher.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.
Weitere Eindrücke.

Silke und Thomas Heyber.

„Thommy’s“ belebt den Ahornplatz

Seit Tagen blicken die Schulkinder morgens beim Warten auf den Bus neugierig durch die Fenster ins Innere, rollen mittags Fahrzeuge einer Schreinerwerkstatt an, wird eingeräumt und gewerkelt in den Caféräumen am Ahornplatz. Am Samstag kann Neuschloß das Ergebnis feiern: „Thommy’s – Coffee and More“ öffnet um 10 Uhr mit einem kleinen Fest.

Hinter dem Projekt stehen – wie könnte es anders sein – Neuschlößer. Es sind Silke und Thomas Heyber aus dem Lindenweg. Die Beiden betreiben eine Schreinerei. „Aber Thomas wollte schon immer ein Café“, berichtet Silke Heyber über ihren Mann.

Deshalb heißt es künftig: morgens und mittags Schreinerei, nachmittags und abends Café. Montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 19 Uhr, freitags bis 22 Uhr und samstags von 10 bis 19 Uhr – mit diesen Öffnungszeiten starten die Heybers, die auch selbst die Gäste betreuen werden. „Wir fangen erstmal ohne Personal an“, sagen sie.

Die Kafeemaschine fällt gleich in den Blick.
Die Kaffeemaschine fällt gleich in den Blick.

Eines der ersten Dinge, die ins Auge fallen, ist die große Aperatur, die aus den Bohnen verschiedene Kaffeespezialitäten zaubert. Womit ein wichtiger Bestandteil der Getränkekarte geklärt wäre.

Dort finden sich auch Paulaner-Biere und verschiedene Weine. Der Kuchen ist selbstgemacht; freitags soll es auch handfeste Kleinigkeiten zu essen geben.

Die Einrichtung zeigt den Schreiner. Die Tische sämtlich in Echtholz, die Stühle bewusst verschiedenartig. Die Karte – auf Holztafeln. Als Dekoration eine alte, echte Schulbank, Blumen-Accessoires und Stoffsäcke mit Kaffeebohnen aus Brasilien.

Tische und Stühle aus Echtholz.
Tische und Stühle aus Echtholz.

Passend zum nahenden Frühling gibt es Tische, Stühle und Sonnenschirme auf dem Ahornplatz – dem die Heybers damit neues Leben einhauchen. Da passt es, dass wenige Schritte entfernt neuerdings der Bücherschrank steht.

Es sieht so aus, als würde Neuschloß nach dem Restaurant Quattro Mori eine zweite, wundervolle Gelegenheit bekommen, genussvoll schöne Stunden zu verbringen. Neuschloss.net drückt alle Daumen.

Lesen Sie auch unseren Bericht über den Eröffnungstag mit vielen Bildern.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Markierung des möglichen Verlaufs der ICE-Trasse bei Neuschloß.

Diskussion über ICE-Trasse im April

Leicht mediale Verwirrung: Der Südhessen Morgen macht die Zeitung damit auf, dass die Deutsche Bahn „erstmals“ drei Trassenvarianten für den Verlauf der Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim bei Lampertheim nenne. Im Wirtschaftsteil heißt es, die Planung komme voran.

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich freilich: Ganz so unbekannt ist das alles nicht, was das jüngste Treffen des Beteiligungsforums besprochen hat: Die Gleise könnten demnach a) mehr oder weniger gebündelt an der A67 und A6 liegen, b) entlang der A5 und vor Weinheim in Richtung Viernheim und A6 abbiegen – oder eben c) quer durch unseren Wald und dicht vorbei an Neuschloß verlaufen.

„Das ist der Stand, der seit etwa zehn Jahren bekannt ist“, erläutert Ulrich Guldner, einer der Sprecher der „Bürgerinitiative Lampertheim – Lebensraum vor ICE-Trasse“, im Gespräch mit Neuschloss.net. Er war in der Sitzung des Beteiligungsforums dabei. Dass die faktisch längst außen vorgelassene Variante einer A5-Bündelung plötzlich wieder auftaucht, zeige, dass es der Bahn im aktuellen Stadium vor allem darum gehe, noch einmal systematisch alle denkbaren Varianten einzubringen – um das Verfahren juristisch abzusichern. Es gebe aber keinerlei inhaltliche Weiterentwicklung.

Die freilich ist durchaus zu erwarten – und zwar im kommenden Treffen des Beteiligungsforums im April. „Dann beginnt die Bewertung der drei Trassen“, erklärt Guldner. Zunächst gehe es darum, welche Variante die Beste sei – gemessen an bestimmten Kriterien. Die Bila werde die Auswahl dieser Kriterien kritisch beobachten. Sollte – was wahrscheinlich ist – am Ende stehen, dass eine Variante ohne Waldzerschneidung zwar möglich, aber teurer ist, müssten die Abgeordneten des Bundestages davon überzeugt werden, dass die Mehrkosten sinnvoll angelegt sind.

Upate: Eine Präsentation der Deutschen Bahn (pdf) erläutert diese politische Komponente, die nach einer Gesetzesänderung seit Anfang 2018 möglich ist. Eine vom Beteiligungsforum zu gründende Arbeitsgruppe „Parlamentarische Befassung“ soll die Forderungen der Region bündeln. Dazu gehört auch eine „Vorzugsvariante“. Alle Erkenntnisse und Ergebnisse bespricht das Beteiligungsforum und stimmt darüber ab. Das Bundesverkehrsministerium erhält von der Bahn die abgestimmten Forderungen, die dann zusammen mit einer Beschreibung und Gesamtbewertung des Projektes an das Parlament gehen.

Für Lampertheim und Neuschloß ist also wichtig, die Bundespolitik zu überzeugen. Genau das ist das Anliegen des geplanten Lichterzugs der Bürgerkammer durch den Wald am Freitag, 1. März. Er soll der Politik signalisieren, wir wichtig den Bürgerinnen und Bürgern ein solcher Beschluss wäre.

Mehr zum Thema finden Sie in unserer gebündelten Berichterstattung über die Neubaustrecke.

Die Bushaltestelle im Ulmenweg - jetzt mit offizieller Linie.

Bürgerkammer diskutiert RP-Papier zum Busverkehr

Fragen der Verkehrsführung stehen im Mittelpunkt der ersten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer Neuschloß in diesem Jahr. Sie beginnt am Donnerstag, 14. Februar, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Hauptpunkt dürfte der nicht von allen Neuschlößern geliebte öffentliche Busverkehr sein. Erstmals liegt nun eine offizielle Stellungnahme zu der Frage vor, ob die großen Fahrzeuge weiter durch den Ahornweg rollen sollten oder nicht. Das Regierungspräsidium in Darmstadt hat das mit Spannung erwartete Papier verfasst.

Einige Anwohner hatten sich zuvor in der Bürgerkammer darüber beschwert, dass die Busse in zwei engen Kurven teils über den Gehweg fahren müssten. Das sei gefährlich. Daraufhin hatte die Stadtverwaltung stellenweise ein provisorisches Halteverbot (nicht Parkverbot) eingeführt, damit keine Autos die Busse blockieren. Die Stellungnahme des Regierungspräsidiums dürfte wichtig für die Entscheidung sein, ob das Halteverbot auf Dauer gilt.

Wie kann die Einmündung des Fuß- und Radwegs vom Wacholderweg zur Landesstraße sicherer werden? Welche Möglichkeiten gibt es, Autofahrer an die Tempo-30-Zone zu erinnern? Lässt sich der Unfallschwerpunkt westlich des Waldfriedhofs auf der L3110 entschärfen? Diesen und weiteren Fragen waren Mitte November Fachleute in einer Verkehrsschau vor Ort nachgegangen. Nun wird die Bürgerkammer die Antworten besprechen.

Auf der Tagesordnung stehen ferner der Kanalgeruch, der zuletzt besonders an Frosttagen deutlich zu bemerken war, der geplante Umbau des Waldfriedhofs und der Lichterzug gegen die ICE-Trasse durch den Wald am 1. März. Schließlich berichten die Initiative Bila, der Fahrgastbeirat und der Projektbeirat Altlasten über ihre Themen.

Helga Ried.

Helga Ried ist tot

Als die Lampertheimerin Helga Ried zu ihrer Großmutter nach Neuschloß zog, war sie ein 14 Jahre altes Mädchen. Es war im Oktober 1943. In dem alten Arbeiterhäuschen ihrer Großeltern im Alten Lorscher Weg lebte Helga Ried bis zuletzt. Ihren 90. Geburtstag konnte sie nicht mehr erleben; sie starb wenige Wochen vorher in der Nacht zum Samstag.

Helga Ried prägte Neuschloß gleich mehrfach. Zum einen beruflich, denn sie war beschäftigt beim Lampertheimer Architekten Dubois (später Rockenfeld), der die Nebenerwerbssiedlung der Heimatvertriebenen in Neuschloß plante. Das sind die gleichartigen Familienhäuser im Ulmen-, Buchen- und Lindenweg.

Sie stand auch politisch für Neuschloß. Helga Ried war von 1985 bis 1993 als Ortsvorsteherin die Spitze des Ortsbeirats – in einer Zeit also, als Neuschloß mit der zweiten Besiedlungsphase zu seiner heutigen Größe fand. Und als Stadtverordnete der SPD brachte sie von 1972 bis 2011 die Sicht unseres Stadtteils in die Debatten ein. Der Landesehrenbrief und der Titel Ratsfrau der Stadt sind formale Anerkennungen ihres Engagements.

Obwohl ihre Gesundheit sie in den vergangenen Jahren sehr einschränkte, zeigte Helga Ried immer wieder ihre Verbundenheit mit unserem Stadtteil. Sie besuchte öffentliche Veranstaltungen und berichtete für die Festschrift der Bürgerkammer zum 550-jährigen Bestehen von Neuschloß bereitwillig aus ihrem Leben. „Als ich kam“, erinnerte sie sich, „bestand Neuschloß aus wenigen Gebäuden. Bei uns gegenüber klaffte ein großes, etwa zwei Meter tiefes und langes Loch. Darin waren Grundmauern und Kanäle der ehemaligen Fabrik zu sehen. Im Kellergewölbe des Beamtenbaus, links neben dem Kellereingang zur Meute, war ein Luftschutzkeller eingerichtet.“

In den ersten Monaten nach dem Krieg hätten die US-Streitkräfte in dem kleinen Haus ihrer Familie ein Schreibbüro eingerichtet. „Wir mussten sehr beengt leben. Damals, um 1950, lebten in Neuschloß rund 160 Menschen. Zur Arbeit in Lampertheim kam ich mit dem Fahrrad oder zu Fuß“; die Buslinie nach Lampertheim entstand erst um 1960 als Ersatz für die eingestellte Bahnlinie Worms – Lampertheim – Viernheim – Weinheim. An Neuschloß schätzte Helga Ried „das ruhige und waldnahe Wohnen.“

Neben unserem Stadtteil trauert auch die SPD. Der Ortsverein Lampertheim vermisst eine „engagierte Sozialdemokratin, der das Wohl ihrer Mitmenschen am Herzen lag.“ Vor allem die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen sei ihr wichtig gewesen.

Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung am Donnerstag, 14. Februar, 11 Uhr, ist – entgegen unserer ersten Angabe – auf dem Stadtfriedhof.