Jubiläumskonzert des evangelischen Posaunenchors

Musik zum Triathlon 2016

Straßenfest im Lindenweg

Sommerfest der Kinderkrippe 2016

Grillabend der SPD auf dem Ahornplatz

Spielplatz-Renovierung der Bürgerkammer

Herbst-Flohmarkt an der Pestalozzischule

Lichterfest der Pestalozzischule

Adventsmarkt auf dem Ahornplatz 2016

Weihnachtsbaum-Schmücken am Ahornplaz 2015

Szenen vom Neuschlößer Adventsmarkt 2014

Adventsmarkt auf dem Ahornplatz 2015

Weihnachtsfeier Pestalozzischule 2015

Spargellauf 2016 in Neuschloß

Der Beamtenbau, illuminiert beim Stadtteiljubiläum.

Umbau des Schlosses könnte im Herbst starten

Innen entkernt ist das historische Schlossgebäude schon seit mehr als zwei Jahren. Jetzt scheinen die Hürden dafür genommen, dass der Ausbau starten kann. Vorsitzende Carola Biehal berichtete in der jüngsten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer, nach mehreren Terminen mit der Denkmalbehörde seinen alle offene Fragen geklärt. Sie fügte hinzu: „Im Herbst könnte es losgehen.“

Die Stadt Lampertheim hatte das Gebäude im Jahr 2013 an die Lampertheimer Architektenfamilie Braun verkauft. Es ist ein Nebengebäude, der Beamtenbau einer größeren Jagdschlossanlage der Pfälzer Kurfürsten, die spätestens am 10. September 1468 gestanden haben muss; auf diesen Tag datiert eine Urkunde, die auch der Bezugspunkt der 550-Jahr-Feier unseres Stadtteils war.

Das "Schloss" an der Landesstraße. Von außen zeigt es sich, als sei nichts gewesen. Innen ist alles anders. Bild: Michael Bayer
Das zeigt sich bei einem Rundgang der Bürgerkammer durch das entkernte Gebäude. Bild: Michael Bayer
Türen auf, Türen zu. Bild: Michael Bayer
Die Wände zeugen von regen Umbautätigkeiten. Bild: Michael Bayer
In der Renaissance-Zeit waren die Fenster größer und abgerundet - nach der Freilegung des Mauerwerks deutlich zu erkennen. Das Fenster zeigt zur Landesstraße hin. Bild: Michael Bayer
Jahrhundertealte Brandspuren zeugen von Zerstörung und Wiederaufbau. Bild: Michael Bayer
Blick in den Dachboden - das tragende Kiefernholz wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut. Bild: Michael Bayer
Eine Kassettentür aus dem Jahr 1747.
Diese Kassettentür ist ebenso alt. Bild: Michael Bayer
Mit Bohrungen ermitteln Fachleute das Alter des Holzes. Bild: Michael Bayer
Treppe auf dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Diese Verzierung am Treppentürmchen war bisher unbekannt. Foto: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zeichen des Steinmetztes - die Wendeltreppe ist aus Granit gefertigt. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Weitere Verzierungen. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Reste des historischen Steinbodens. Bild: Michael Bayer.
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bimssteine - hell aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, dunkel in den 60er oder 70er Jahren eingebaut. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zimmermannsnägel. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Ausblick aus dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Die Erweiterung, erkennbar auf den letzten Metern zum Erlenweg hin, ist älter als bisher gedacht. Bild: Michael Bayer
Der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun (rechts im Bild) hat sich gründlich mit der Historie des Gebäudes vertraut gemacht. Bild: Michael Bayer

Eigentlich war der Umbau schon früher geplant. Als aber 2015 in Lampertheim Flüchtlinge unterzubringen waren, stellten die neuen Besitzer die bisherigen Wohnungen dafür ein Jahr lang zur Verfügung. Während des Stadtteil-Jubiläums entwickelte sich das entkernte Gebäude mit seiner natürlichen Schönheit, bereichert um eine kleine Kunstausstellung, zum Publikumsmagneten.

Das Konzept des Architekten sieht acht Wohnungen vor; auch das Dachgeschoss soll dafür ausgebaut werden. Ein Bereich im Erdgeschoss könnte öffentlich genutzt werden. Im Gespräch war hier zuletzt ein Museum, etwa zur Jagd, eventuell in Verbindung mit dem im Dezember gestarteten Geopunkt. Die Stadt oder eine andere öffentliche Einrichtung müsste dann als Mieterin auftreten.

Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.
Kunstausstellung im entkernten Schloss.

Kanalgeruch: Jetzt sind die Neuschlößer gefragt

Schwefelwasserstoff also heißt das Zeugs, das die Neuschlößer seit Jahren nervt. Erster Stadtrat Jens Klingler berichtete der Bürgerkammer über den Sachstand der Recherche der Stadtverwaltung zu den Ursachen des üblen Kanalgeruchs. Schuld ist jenes H2S. Es scheint in der Druckleitung zu entstehen, die das Abwasser aus Hüttenfeld nach Neuschloß leitet – und das bei uns in offenen Kanälen quer durch unseren Stadtteil fließt.

Die gute Nachricht: Es gibt ein chemisches Gegenmittel, das den Geruch neutralisiert. Die Stadt setzt es seit einiger Zeit ein. Zunächst hochkonzentriert. Doch sie wird nach und nach die Dosis verringern, um jene Menge zu ermitteln, die möglichst gering ist, aber zugleich den gewünschten Effekt hat: den Gestank in Neuschloß aufzufressen.

Und genau hier kommen die Anwohner ins Spiel: Damit klar wird, in welcher Menge die Dosis zu gering ist, um den Geruch zu stoppen, sollten die Neuschlößer in der kommenden Zeit konsequent die Meldefunktion von Neuschloss.net verwenden, sagte Klinger in der Bürgerkammer.

In den ersten Monaten dieses Jahres gingen vergleichsweise wenige Meldungen ein. Jene die kamen, zeugten aber von dem massiven Ärger der Anwohner. Michael Bayer, Mitglied der Bürgerkammer und Neuschloss.net-Macher, interpretierte das so: „Viele Neuschlößer haben resigniert und informieren nicht mehr über den Gestank.“ Wichtig ist jetzt, dass der Stadtteil erkennt, dass die Meldungen entscheidend sind, um den Geruch dauerhaft loszuwerden.

Der Geruchsmelder informiert auf einen Schlag die Stadtverwaltung, Stadtrat Jens Klingler, die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, und natürlich Neuschloss.net.

Das Thema beschäftigt den Stadtteil seit Jahren. Lange blieb die Ursache des Geruchs offen. Die Stadt baute in Gullys und die Deckel von Kanalschächten Filter mit biologischer Wirkung ein. Zuletzt ließ sie auch zwei Klappen für Schwallspülungen installieren. Die Idee dabei: Klappen, die hydraulisch gesenkt und gehoben werden. Sind sie unten, staut sich das Abwasser auf. Sobald die Klappen nach oben gezogen werden, fließt das Abwasser kraftvoll weiter – und nimmt, so der Plan, alle eventuelle Ablagerungen in der folgenden Kanalstrecke mit.

Zwei solcher Klappen sind im Neuschlößer Kanal installiert – eine in der Mitte des Lindenwegs, eine weitere an der Ecke Buchen-/Ulmenweg. Anfang des Jahres waren sie abgeschaltet – um die Versuche mit dem Schwefelwasserstoff-Gegenmittel nicht zu verfälschen. Nun sind sie wieder aktiv.

Streit über Busverkehr: Ahornweg wird Einbahnstraße

Im Streit über den Busverkehr im Neuschlößer Ahornweg könnte es einen Durchbruch geben. In einem Ortstermin einigten sich Anwohner, Vertreter der Bürgerkammer und die Stadtverwaltung auf ein Drei-Punkte-Programm. Das berichtete die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, erstmals der Öffentlichkeit.

Wichtigster Punkt: Der hintere Ahornweg soll in Richtung des Busverkehrs zur Einbahnstraße werden – und zwar zwischen der westlichen Einmündung des Akazienwegs und dem Eichenweg. Das soll verhindern, dass die Linienbusse dem Gegenverkehr ausweichen und dabei auf die Gehwege fahren müssen.

Rot gekennzeichnet die geplante Einbahnstraße im Ahornweg.
Rot gekennzeichnet die geplante Einbahnstraße im Ahornweg.

Von der Einbahnstraßenregelung betroffen sind auch die Mieter der Wohnblocks der Baugenossenschaft.

Zudem soll im hinteren Ahornweg die Höchstgeschwindigkeit von 30 auf 20 Kilometer pro Stunde verringert werden. Schließlich wird die Stadt konkrete Parkflächen einzeichnen lassen.

Das Ganze ist angelegt als Test, der auf drei Monate angelegt ist.

Mehr dazu auf unserer Themenseite Busverkehr.

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Bürgerkammer diskutiert Pläne der Baugenossenschaft

Das Schild steht seit vier Wochen – aber von Bauarbeiten ist bisher nichts zu sehen. An der Landesstraße neben der Kinderkrippe will die Baugenossenschaft Lampertheim in Neuschloß Wohnungen bauen. Wann es losgeht und wie die Pläne im Detail aussehen, sind Thema im kommenden Treffen der Bürgerkammer. Es beginnt am Donnerstag, 16. Mai, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Der Geschäftsführer der Baugenossenschaft, Wolfgang Klee, wird das Vorhaben vorstellen und erläutern. Das vierstöckige Gebäude umfasst 15 Wohnungen für Familien, zwischen 77 und 100 Quadratmeter groß.

Fortgeschritten sind inzwischen auch die Pläne, nach denen die Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ an der Forsthausstraße umgebaut werden sollen. Ziel ist, dass Fahrgäste in beide Richtungen im Seitenweg vor dem Schloss barrierefreie ein- und aussteigen können. Auch hier diskutiert die Kammer den aktuellen Stand.

Auf der Tagesordnung stehen ferner verschiedene Berichte – der Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) zum Neubau der Bahntrasse Frankfurt-Mannheim, des Projektbeirats Altlasten und des Fahrgastbeirats. Erster Stadtrat Jens Klingler wird zudem Anträge und Anfragen beantworten.

Ahornweg-Anwohner provozieren Busfahrer

Der Aushang schockte Neuschlößer Facebook-Nutzer: Die Haltestelle im Ulmenweg werde „wegen provozierender Behinderungen durch einen Anwohner im Ahornweg bis auf Weiteres nicht mehr bedient“. Im Ulmenweg steigen unter anderem die Grundschüler ein, die fernab der Hauptstraße rund um den Ahornplatz warten können. Doch das Schild hing glücklicherweise nicht lange. Was war geschehen?

Am Freitag musste gegen 14 Uhr ein Bus im hinteren Ahornweg Slalom fahren. Wie in der jüngsten Zeit häufig parkten Autos und Anhänger bis eng in die Kurven. Der Bus musste mit dem Überbau und teilweise auch mit dem linken Vorderrad über den Bürgersteig rollen. Der Fahrer berichtete, plötzlich habe ein Anwohner vor dem Bus gestanden. Der Neuschlößer habe dem Fahrer vorgeworfen, er würde ihn als Fußgänger gefährden und bedrohen. Daraufhin wollte das Busunternehmen zunächst nicht mehr durch den Ahornweg fahren, um seine Fahrer zu schützen. Der Aushang war Ausdruck davon.

Später schritt der Fachbereich Verkehr, Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung ein. Am Samstag weitete er das bestehende Halteverbot aus, so dass die keine Fahrzeuge mehr die Busse blockieren können. Das Ordnungsamt behält sich weitere Schritte vor. Mit dem Busunternehmen ist vereinbart, dass die Fahrzeuge am Montag weiter wie vorgesehen im Ulmenweg halten.

Der Aushang ist inzwischen ungültig und entfernt.
Der Aushang ist inzwischen ungültig und entfernt.

Kommentar: Die Stadtverwaltung handelt richtig

Busverkehr vor der eigenen Haustür muss man nicht lieben. Zumal wenn man nicht darauf angewiesen ist. Und natürlich haben Anwohner aus dem Neuschlößer Ahornweg das Recht, ihre eigenen Interessen – die Busse mögen bitte anderswo fahren – lautstark in Bürgerkammer und Leserbriefen (von Waldemar Schneider, Maria Walter und Marliese und Günter Koch) zu vertreten.

Genauso aber muss es der Mehrheit der Neuschlößer erlaubt sein, nicht auf diese Forderungen einzugehen. Weil es nämlich dem Stadtteil insgesamt schaden würden, fiele die Haltestelle im Ulmenweg weg. Ein Großteil unserer Schülerinnen und Schüler müsste dann die wirklich gefährliche Route entlang der Landesstraße nehmen. Und für ältere Menschen wäre der weitere Weg zum Bus, der sie zu den Supermärkten in der Otto-Hahn-Straße bringt, kaum machbar. Überall kämpfen die Menschen für einen besseren Nahverkehr; Neuschloß sollte wegen den Interessen weniger Anwohner nicht den gegenteiligen Weg einschlagen.

Um einige Fakten in die Debatte zu bringen: Wir reden hier nicht von einem Busverkehr wie in der Lampertheimer Eugen-Schreiber-Straße, wo sich fortlaufend große Fahrzeuge begegnen. Durch den Neuschlößer Ahornweg rollt montags bis freitags tagsüber grob gezählt jede Stunde ein Bus pro Richtung. Konkret fährt die Linie 605 an Schultagen einmal am Morgen zur Pestalozzischule und dreimal am Mittag zurück. Die 602 steuert 13-mal über Fachmarktzentrum, Bahnhof und Innenstadt das Schulzentrum West an; zwölfmal zurück.

Fakt ist ferner: Anwohner führten gegenüber der Stadtverwaltung aus, der Busverkehr im Ahornweg sei rechtswidrig. Der Fachbereich Verkehr, Sicherheit und Ordnung prüfte die Rechtslage und kam zum Ergebnis, dass sich die Bürger irren und der Busverkehr hier sehr wohl erlaubt ist. Daraufhin legten die Bürger Beschwerde beim Regierungspräsidium in Darmstadt ein. Das RP prüfte die Stellungnahme der Stadt und teilte mit, sie sei aus Sicht der obere Straßenverkehrsbehörde fachlich korrekt. Nun kritisieren die Anwohner das RP.

Es verfestigt sich der Eindruck, dass die Anwohner schlicht nicht akzeptieren wollen, dass sie ihre Interessen nicht durchsetzen können. Das lässt offenbar ihre Nerven blank liegen. Sie parken ihre Autos und Anhänger zunehmend so, dass die Busse zu einer Slalomfahrt gezwungen sind – um dann anschließend den Fahrstil der Busfahrer zu rügen. Die Stadtverwaltung hat nun die einzig richtige Konsequenz daraus gezogen, und das Halteverbot im hinteren Ahornweg ausgeweitet. Schade, dass es diesen Zwang braucht.

Die Bürgerkammer war den Anwohnern entgegen gekommen. Sie hatte nach vielen Diskussionen im Sommer vorgeschlagen, die Interessen der Buskritiker mit einzubringen, wenn im Zusammenhang mit der geplanten Einführung der S-Bahn der Busverkehr in Lampertheim möglicherweise ohnehin neu geregelt werden muss. Vielleicht kann sich ja Neuschloß auf diesen gemeinsamen Kurs besinnen.

Protest gegen die Neubaustrecke im Wald.

2000 Menschen bei Lichterdemo gegen Bahntrasse im Wald

Etwa 2000 Menschen haben am Freitagabend gegen eine Neubaustrecke der Deutschen Bahn quer durch den Lampertheimer Wald protestiert. Sie beleuchteten mit Taschenlampen die Schneise, die eine solche Streckenführung bringen würde, und trugen dabei reflektierende Warnwesten.

Landwirte verlängerten die Kette auf der anderen Seite der Landesstraße mit beleuchteten Traktoren in den Äckern.

Landwirte verlängern den Lichterzug mit beleuchteten Traktoren. (Foto: Bila)
Landwirte verlängern den Lichterzug mit beleuchteten Traktoren. (Foto: Bila)

Ein Hubschrauber filmte das Ereignis aus der Vogelperspektive. 

Aufgerufen hatte dazu die Bürgerkammer Neuschloß und die Bürgerinitiative Lampertheim (Bila).

Der Lichterzug reicht 2,5 Kilometer weit in den Wald. (Foto: Bila)
Der Lichterzug reicht 2,5 Kilometer weit in den Wald. (Foto: Bila)

Die Frauen und Männer bildeten eine Kette vom Ortsausgang bis tief in den Wald. Ungewöhnlich: Unter den Protestierenden waren viele junge Leute. „Unsere Kinder brauchen auch noch Wald“, stand auf einem ihrer Transparente.

Junge Protestierende im Wald.
Junge Protestierende im Wald.

Mit in den Wald kamen auch Politikerinnen und Politiker, darunter der Landtagsabgeordnete Alexander Bauer aus Bürstadt (CDU), der Erste Kreisbeigeordnete Carsten Krug (SPD), Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass (SPD), Bürgermeister Gottfried Störmer (parteilos), Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) sowie zahlreiche Stadtverordnete. Ferner die Architektenfamilie Braun, der der historische Beamtenbau in Neuschloß gehört – und viele Lampertheimer Bürgerinnen und Bürger. Autoschilder lassen zudem auf Gäste aus Mannheim und Worms schließen. 

Gekommen waren schließlich überraschend viele Journalisten. Der Hessische Rundfunk schickte ein Kamerateam, das Rhein-Neckar-Fernsehen ebenso. Vor Ort natürlich auch die regionale Presse. 

Viele Medienvertreter berichten über den Protest.
Viele Medienvertreter berichten über den Protest.

Politik kann ICE-Trasse umleiten

Der Protest in Neuschloß ist ein wichtiges Signal an Bahn und Politik. Die Bahn wird in Kürze mitteilen, wo sie gerne die Gleise zwischen Frankfurt und Mannheim verlegen würde. Um für den geplanten Deutschlandtakt die Reisezeit auf 29 Minuten zu verringern, erscheint der Weg quer durch den Wald und über die kostbaren Ackerflächen der Heide wahrscheinlich. Es ist zu klären, ob die Zeitvorgabe auch mit der in der Region bevorzugten Trasse entlang der Autobahnen 67 und 6 zu schaffen ist. Teurer würde diese Trassenvariante in jedem Fall.

Allerdings kann der Bundestag am Ende die Bahn überstimmen. Die Politik kann einen anderen Streckenverlauf als von der Bahn vorgeschlagen festlegen, muss dann aber auch die Mehrkosten bezahlen. Damit die Parteien diesen Weg gehen, muss sich Lampertheim Gehör verschaffen. Die Lichterdemonstration ist ein erstes Signal in diese Richtung.

 

Bürgermeister Gottfried Störmer bezeichnete die Demonstration jüngst als wichtiges Teil eines Mosaiks. „Ziel ist es, die C-Trasse, welche eine Zerschneidung des Waldes bedeuten würde, zu verhindern.“ Nach der Veranstaltung sprach er in Facebook von einem „grandiosen Besuch und starker Teilnahme vieler Lampertheimerinnen und Lampertheimer“. Besucher aus Mannheim und Bürstadt hätte Bürgerkammer und Bila für den tollen Zuspruch gelobt. „Mit einer solchen Unterstützung kann Lampertheim gegenüber der Bahn stabil auftreten.“

 

Carola Biehal, Vorsitzende der Bürgerkammer Neuschloß, erklärte: „Wir müssen ein Ausrufezeichen setzen und deutlich machen, dass es einen breiten bürgerschaftlichen Widerstand gegen die C-Trasse gibt.“

Die Neuschlößer wurden von der „Bürgerinitiative Lampertheim – Lebensraum vor ICE-Trasse!“ unterstützt. Die Initiative beschäftigt sich seit zehn Jahren mit dem Thema. Beim Lichterzug „muss deutlich werden, dass der Widerstand gegen eine Zerschneidung des Lampertheimer Waldes und die Verlärmung unserer Innenstadt von einer breiten Bürgerschaft getragen wird“, erläuterte Karl Hans Geil, Sprecher der Bila. Die Bila dankte nach der Veranstaltung allen für die Unterstützung. „Das war die erste Aktion in diesem Jahr; es werden weitere folgen“, kündigten die Aktiven an.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Protest gegen die Neubaustrecke im Wald.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Rückweg im Dunkeln.
 

Presseschau

Der Südhessen Morgen hat ebenfalls 2000 Protestierende gezählt. In seinem Kommentar kommt Uwe Rauschelbach zu dem Schluss: „Diesen Protest wird die Bahn nicht ignorieren können.“

Das Rhein-Neckar-Fernsehen interviewt die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal – im Video am Anfang.

Der Hessische Rundfunk berichtete am Freitagabend ausführlich in „Hessenschau kompakt“ – im Video von Minute 8’50 an.

Die Lampertheimer Zeitung zitiert Ulrich Guldner von der Bila mit den Worten: „Die Bahn ist gezwungen, sich mit dem Widerstand auseinanderzusetzen.“ Im Kommentar streicht Vanessa Körber heraus, die Aktion habe das Ausmaß einer möglichen Zerschneidung des Waldes eindrücklich vor Augen geführt – Voraussetzung für weiteren Unmut und eventuelle Klagen der Bürger.

„Thommy‘s“ erlebt großes Interesse

Blumen, Päckchen, Karten: Der Platz auf dem Regal für Glückwünsche reichte nicht lange. Kaum hatten Silke und Thomas Heyber am Samstag Vormittag die Tür zu ihrem „Thommy‘s“ geöffnet, kamen auch schon die ersten Gäste und Gratulanten: Freunde und Nachbarn, von denen einige am ersten Tag tatkräftig mithalfen.

Auch offizielles Händeschütteln war angesagt: Helmut Kemnitzer übermittelte als stellvertretender Vorsitzender der Bürgerkammer die Freude der Neuschlößer über das neue Café am Ahornplatz. Er sagte spontan zu, die internen Treffen der Aktiven ins „Thommy‘s“ zu verlegen.

Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.
Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.

Manche Neuschlößer wollten ihre Sympathie für „Thommy‘s“ persönlich zeigen. Am Vormittag kamen ältere Frauen und Männer aus dem Ortskern zu Sekt, Kaffee und Kuchen. Der Abend war geprägt von Leuten, die in den Achtzigerjahren in unseren Stadtteil kamen. Sie ließen es sich bei Livemusik, dem ein oder anderen guten Wein und Käse-Schinken-Snacks gutgehen.

In den Gesprächen zeigten sich die Gäste angetan von der liebevollen Inneneinrichtung. Die Bedienungen hatten ordentlich zu tun, was sicher auch den an Sonderpreisen zur Eröffnung lag – und dazwischen Silke und Thomas Heyber, die trotz des erkennbaren Stresses stets strahlend durch ihr Café schritten. Seit Oktober hatten die Beiden auf diesen Tag hingearbeitet.

Andrang auf dem Ahornplatz.
Andrang auf dem Ahornplatz.

Bei leicht frühlingshaften Temperaturen verbrachten viele Gäste den Nachmittag auf dem Ahornplatz; Tische, Stühle und Sonnenschirme luden ein. Nicht wenige Frauen und Männer waren aus der Kernstadt gekommen, teils mit ihren Motorrädern.

Die Nachricht über die Eröffnung hatte sich am Freitag wie ein Lauffeuer auf Facebook verbreitet – und so auch die nähere Umgebung erreicht. Schon hier zeigte sich das ungewöhnliche Interesse. Etwa 200 Leute markierten die Beiträge auf der Fanseite von Neuschloss.net und in der Gruppe „Lampertheim tretet ein!“ mit dem Daumen nach oben; etwa 60-mal wurde der Beitrag geteilt.

Mehr als tausend Nutzer riefen die verlinkte Berichterstattung auf der Webseite von Neuschloss.net auf – so viele Leserinnen und Leser hatte Neuschloss.net noch nie an einem Tag.

Ein erfolgreicher Anfang also. Und somit eine gute Nachricht für Neuschloß.

Der Eröffnungstag in Bildern

Das „Thommy‘s“ freut sich auf die Gäste - und Neuschloß freut sich aufs „Thommy‘s“.
Zahlreiche Glückwünsche, hier von Helmut Kemnitzer von der Bürgerkammer.
Silke Heyber (Zweite von rechts) straht - Helmut Kemnitzer, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerkammer, gratuliert.
Das Café füllte sich gleich am Vormittag.
Auch davor auf dem Ahornplatz war einiges los.
Sekt, Kuchen, Kaffee - eine angemessene Kombination.
Das Regal für die Glückwunschgeschenke zur Eröffnung war schnell zu klein.
Am Abend gab's Livemusik: Schlagzeug, Contrabass und E-Gitarre brachten den Beat.
Volles Haus, viel zu tun für die Bedienungen.
Unter den abendlichen Gästen auch junge Besucherinnen und Besucher.
Weitere Eindrücke.
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