Flohmarkt an der Pestalozzischule - Bild aus dem Frühjahr.

Flohmarkt in der Pestalozzischule

Der Herbst da – und damit die Zeit für den Flohmarkt an der Pestalozzischule, wo auch der Nachwuchs aus Neuschloß lernt. Am Samstag, 8. Oktober, gibt es wieder „Alles fürs Kind“ in guter Gebraucht-Qualität: Kleidung für die kalte Jahreszeit, Spielsachen für lange Winterabende, Kinderbücher und vieles mehr. Los geht’s um 10 Uhr.

Es ist die vierte Auflage des Flohmarkts, den der Förderverein „Hand in Hand“ organisiert – und er verspricht, der bisher größte zu werden. Nachdem es zuletzt im Foyer der Pestalozzischule zunehmend eng wurde, stehen die Stände nun erstmals über den kompletten Gang im Erdgeschoss verteilt. So gibt es Platz für etwa 40 Tische.

Bei den Verkäufern kommt der Flohmarkt gut an; viele Eltern, die schon bisher dabei waren, ließen sich bereits Plätze reservieren. Dank der Erweiterung können sich aber auch noch weitere Interessierte melden.

Der Förderverein schafft einen gemütlichen Rahmen. In ihrem Café bereiten die Helferinnen und Helfer frische Crêpes zu; auch Kaffee und Kuchen ist erhältlich. „Beste Voraussetzungen dafür, dass Kinder, Eltern und Kollegium ihre Schule mal in einem anderen Zusammenhang als üblich erleben können“, sagt Erste Vorsitzende Özlem Kamisli-Bayer.

Interessierte können sich anmelden per Mail an die Adresse flohmarkt@fv-handinhand.de oder telefonisch unter 0174/5985351. Die Teilnahme kostet sieben Euro, Mitglieder zahlen nur fünf Euro.

Der Förderverein „Hand in Hand“ besteht seit sechs Jahren. Mit rund hundert Mitgliedern sind gut ein Drittel aller Eltern vertreten. Die Einnahmen aus den Veranstaltungen und den Beiträgen der Mitglieder kommen den Kindern zugute – für alle jene Dinge, die zwar besonders schön sind, die sich aber nicht aus den offiziellen Etats bezahlen lassen.

Weitere Informationen im Internet unter www.fv-handinhand.de und auf Facebook unter facebook.com/fvhandinhand.

Der Spielplatz straht fast wie neu

Das war echt harte Arbeit für die gut ein Dutzend Neuschlößer, die am Tag des Ehrenamts den Spielplatz am Alten Lorscher Weg auf Vordermann brachten. Die Bürgerkammer hatte die Idee und stellte auch die meisten Mitstreiter, zu denen sich weitere Freiwillige aus unserem Stadtteil gesellten.

Mit Schmirgelpapier und Schleifgeräten legten die Helferinnen und Helfer die Grundlage für die späteren neuen Anstriche. Spielhäuschen strahlen jetzt fast wie neu, auch die besonders aufwendig zu bearbeitende Elefantenschaukel.

Außerdem verteilten die Ehrenamtlichen, zu denen auch einige Kinder zählten, in großen Mengen Holzhäcksel unter den Kletterseilen und brachten feinen Sand über den Grünflächen aus, damit das Gras dort besser wachsen kann. Geduldig entfernten die Neuschlößer auch das Unkraut zwischen den Pflastersteinen der Treppe des Hügels der Rutsche.

Die Helferinnen und Helfer.
Die Helferinnen und Helfer.

Die Metropolregion hatte einen Teil des nötigen Materials bezahlt, etwa Farben und Schleifpapier; der Bauhof besorgte es. Nachbarn stellten den Strom. Gartengeräte wie Besen, Rechen und Schere sowie Handschuhe brachten die Helfer selbst mit. Zur Stärkung gab es Fleischkäse-Brötchen, spendiert von der Bäckerei Schmitt und der Metzgerei Blüm.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie unsere Bilder zeigen.

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Verwaltung legt Konzept gegen Kanalgeruch vor

Verschwindet bald der seit Jahren anhaltende üble Kanalgeruch in Neuschloß? Die Stadtverwaltung hat der Bürgerkammer ein Konzept vorgestellt, das Abhilfe schaffen könnte. Die nötigen Arbeiten wären nicht einmal sonderlich teuer. Erster Stadtrat Jens Klingler stellte daher eine Umsetzung im kommenden Jahr in Aussicht: „Der Gebührenhaushalt ist in der Lage, das darzustellen“, sagte er und fügte hinzu: „Sie bezahlen ja auch dafür, dass es nicht stinkt.“

Der Leiter des zuständigen Fachbereichs der Verwaltung, Raimund Rinder, erklärte die Eigenarten des Neuschlößer Kanals. Wichtige Erkenntnis: Der Durchmesser der Rohre ist vergleichsweise groß, bis zu 1,20 Meter im Akazienweg. Die Planer hätten beim Bau des Kanalsystems in den achtziger Jahren gewährleisten wollen, dass selbst bei starken Regenfällen das Wasser gut abfließt. Nun zeigt sich aber, dass umgekehrt bei trockenem Wetter zu wenig Wasser im Kanal ist, um die festen, riechenden Bestandteile zuverlässig zu bewegen. Dann bleiben sie liegen – und verbreiten über die Schächte Gestank.

Der Lösungsansatz, den ein Gutachter der Stadt empfiehlt: Abwasser regelmäßig im Kanal aufstauen und ruckweise freigeben. Schwallspülung nennt sich das Verfahren, das auch andere Kommunen anwenden. Die Fachleute empfehlen solche automatischen Sperren an zwei Stellen in Neuschloß: In der Mitte des Lindenwegs und an der Krezung Ulmenweg/Buchenweg. Die Wucht des auf einen Schlag ausströmenden aufgestauten Abwassers könnte alles Feste im Kanal mitnehmen zum Sammler am Parkplatz östlich des Waldfriedhofs. Das Ganze soll im Lindenweg alle 32, im Ulmenweg alle 76 Minuten passieren.

So funktioniert die geplante Schwallspülung - aus der Präsentation der Verwaltung.
So funktioniert die geplante Schwallspülung – aus der Präsentation der Verwaltung.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 75.000 Euro – einschließlich Einbau und Begleitung durch Ingenieure. „Das wird bei den Millionen, die wir sonst für den Kanal ausgeben, kaum auffallen“, erläuterte Klinger. Allerdings ist noch offen, ob die Altlasten das Vorhaben verteuern; unter den Straßen hatten Stadt und Land seinerzeit aus Kostengründen das Erdreich nicht saniert.

Zwei weitere Sachverhalte können beim Kanalgeruch eine Rolle spielen. Eine Kamerabefahrung ergab, dass der Kanal an mehr als 750 Stellen beschädigt ist – bei einer Gesamtlänge von 4,7 Kilometer im Schnitt also alle sechs Meter. An 16 Stellen gibt es kurzfristigen Handlungsbedarf. Diese gröbsten Fehler in Robotertechnik ohne Erdarbeiten zu beseitigen, wird dann mit 125.000 Euro schon teurer; alle Schäden schlügen mit gut 600.000 Euro zu Buche.

Blick in den Kanal während einer Spülung.
Blick in den Kanal während einer Spülung.

Stutzig macen die Stadtverwaltung Fettablagerungen. Sie kommen nach Einschätzung der Experten aus der Druckleitung aus Hüttenfeld nach Neuschloß. Am Beginn dieses Kanals in Hüttenfeld findet sich allerdings kein Fett. In den Fokus geraten nun die Aussiedlerhöfe nahe der Autobahn 67, die ihre Abwässer ebenfalls direkt in die Druckleitung geben. Fett wirkt als Geruchsträger. Die Stadt hat das vorhandene Fett in Neuschloß entfernt und will die Angelegenheit im kommenden Jahr weiter untersuchen.

Erstmals liegt jetzt also ein schlüssiges Lösungskonzept vor. Dennoch gibt es ein Problem, wie Erster Stadtrat Klingler offen berichtete: In der zuständigen Abteilung der Verwaltung fehlt es an Personal, das die Umsetzung steuern müsste. Die Verwaltungsspitze habe reagiert, im neuen Haushaltsplan eine zusätzliche Stelle vorgesehen und das vorgesehene Gehalt für eine in mehrfachen Anläufen nicht zu besetzende Stelle erhöht. „Sofort nach der Genehmigung des Haushalts und der Besetzung der Stellen bekommen die neuen Mitarbeiter das Thema Neuschloß zugewiesen“, versprach Klingler.

Ausdrücklich lobte Fachbereichsleiter Rinder den Geruchsmelder von Neuschloss.net. „Diese Hinweise sind für uns sehr gut, weil wir den Turnus unserer Spülungen anpassen können“, erläuterte er. Hintergrund: Als Übergangslösung lässt die Stadt etwa alle drei Monate den Neuschlößer Kanal von einer Fachfirma mit Wasser durchpusten.

Keine Lösung sei, dauerhaft mehr Wasser zuzuführen. Dann bestehe die Gefahr, dass der Kanal bei starken Regen überlastet werde. Auch die Idee, das Hüttenfelder Abwasser nicht weiter wie bisher über mehrere Kilometer durch die Neuschlößer Straßen zu leiten, lehnte Rinder ab: „Dann haben wir wieder zu wenig Wasser im Kanal.“

Biofilter gegen Kanalgeruch im Ulmenweg.
Biofilter gegen Kanalgeruch im Ulmenweg.

Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, wies darauf hin, dass bis zum Beginn der Arbeiten auch kurzfristige Abhilfen nötig blieben – etwa in Form weiterer Geruchsfilter an den Kanalschächten. Weitere Mitglieder der Bürgerkammer lobten ausdrücklich die vorgetragene Ursachenforschung und die vorgeschlagenen Lösungen: „Das war das Beste, was wir in vielen Jahren zu diesem Thema gehört haben“, hieß es.

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Telekom bringt schnelles Internet

Kleine Bagger und große graue Kästen verkünden eine neue Zeit für Neuschloß: Die Telekom baut ihre Telefonleitungen um – damit sie uns das schnelle Internet bringen können. Geplant sind Übertragungsraten von bis zu 100 MBit pro Sekunde im Download – gegenwärtig schaffen die Kabel oft nicht einmal 1 MBit. Im Upload stehen beachtliche 40 MBit auf dem Plan. Eine deutliche Verbesserung also.

Bisher gibt es das schnelle Internet in Neuschloß nur für Kunden von Unity Media. Rein technisch gesehen hat der TV-Kabelanbieter auch das bessere und zukunftsträchtigere Netz. Schon jetzt bietet Unity Tarife mit bis zu 150 MBit pro Sekunde an. (Wobei hier das „bis zu“ wichtig ist; bei den Endgeräten kommt das Tempo selten an.) Allerdings gibt es Neuschlößer, die den Anbieter bewusst meiden und auf schlechte Erfahrungen mit dem Kundenservice verweisen.

Bei der Telekom soll das schnelle Zeitalter in Neuschloß nach Angaben der Stadtverwaltung Mitte bis Ende Oktober starten. Seit Wochen wirbt das Unternehmen mit Flugblättern für sein neues Angebot, das in verschiedenen Varianten erhältlich ist. Die Tarife enthalten Vergünstigungen im ersten Jahr bei einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Hier eine Zusammenstellung im Internet.

In den grauen Kästen laufen die Leitungen zusammen.
In den grauen Kästen laufen die Leitungen zusammen.

Das Tempo, in dem das Internet ankommt, hängt davon ab, wie lange die Kupferdrähte zur nächsten Vermittlungsstelle sind. Dieser zentrale Knoten für Lampertheim steht in der Bürstädter Straße, Ecke Emilienstraße. Folglich sind die Leitungen nach Neuschloß mehrere Kilometer lang – und bei uns die Datenverbindungen lahm.

Jetzt baut der rosa Konzern sein Netz um. Der Trick: Die Arbeiter verlegen Leerrohre für Glasfaserleitungen von der Vermittlungsstelle bis zu den grauen Kästen in Neuschloß, etwa an der Kreuzung Wacholderweg/Ulmenweg oder Lindenstraße/Forsthausstraße. Daher die Bagger. Auf der Glasfaserstrecke verlieren die Daten nicht an Tempo. Der kritische Weg mit Kupferleitungen beschränkt sich künftig auf die wenigen hundert Meter zwischen den Häusern und dem nächst gelegenen grauen Kasten.

Leerrohre für die geplanten Glasfaserleitungen.
Leerrohre für die geplanten Glasfaserleitungen.

Neben Unity Media und der Telekom verteilen inzwischen weitere Anbieter ihre Flyer in Neuschloß, beispielsweise Vodafone. Sie haben keine eigenen Netze in Neuschloß – und dürften sich Kapazitäten bei der Telekom einkaufen. Verträge mit solchen Drittanbietern haben den Nachteil, dass im Falle von Störungen gerne ein Ping-Pong-Spiel beginnt, wer denn verantwortlich sei.

Ob Unity Media oder Telekom für uns Neuschlößer besser ist, hängt natürlich davon ab, welche Leistungen und Features man gerne hätte. Gesamtpakete bieten beide: Digitales Fernsehen gibt es über die Telekom-Leitung genauso wie Telefonie über die Unity-Leitung.

Beim Kundenservice wirbt die Telekom schlau mit einem persönlichen Ansprechpartner, der sich von der Bestellung bis zur Inbetriebnahme um alles kümmere. Aber auch Unity zeigt manchmal durchaus, was Service sein kann – und hilft sogar teils kostenlos, die hausinterne Verkabelung aufzufrischen. Unterm Strich sind beide Konzerne in einem Massengeschäft unterwegs – in dem der Service eher Glücksache ist. Da geben sich Unity Media und Telekom wenig. Gut für Neuschloß ist, dass wir künftig die freie Wahl zwischen beiden haben.

Viele Themen in der Bürgerkammer

Was ist los in Neuschloß? In der nächsten öffentlichen Sitzung unserer Bürgerkammer am Donnerstag, 15. September, 19 Uhr, ist das zum ersten Mal ein Tagesordnungspunkt. „Informationen der Vereine, Institutionen und Kirchen des Stadtteils“ nennt er sich. Die Idee dahiner ist, den Neuschlößer Einrichtungen ein Forum zu bieten. Der Turnverein kann beispielsweise auf aktuelle Kurse hinweisen, die Kirchengemeinde auf geplante kulturelle Veranstaltungen, der Elternbeirat des Kindergartens eventuell auf Probleme, die Mütter und Väter oder den Nachwuchs beschäftigen. Derartige Runden sollen zu einem festen Bestandteil der Bürgerkammer werden.

Dass die Fragen der Neuschlößer in der Bürgerkammer direkt aufgenommen werden, zeigt ein weiterer Punkt. Eine Anwohnerin hatte sich in der vergangenen Sitzung zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass das frei zugängliche Wasserrückhaltebecken am Sodabuckel für Kinder gefährlich sein könnte. Auch dieses Thema findet sich nun auf der Tagesordnung wider; die Stadtverwaltung nimmt Stellung.

Die Verwaltung kündigt zudem einen Sachstandsbericht zum Thema Kanalgeruch an. Hier drängt eine Lösung; in den vergangenen Wochen hat die Belästigung wieder zugenommen. Auf der Tagesordnung ferner mehrere Verkehrsfragen. Es geht um die parkenden Lastwagen im Lindenweg, die Radaranlage auf der Landesstraße, die Beschilderung von Radwegen und die geplanten Parkplätze vor dem Kindergarten und der Krippe im Wacholderweg.

Informationen gibt es ferner vom Projektbeirat Altlasten und der ICE-Trassen-Initiative Bila.

Das Treffen beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz. Neuschloss.net dokumentiert die Tagesordnung und die Anträge.

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Meldet den Kanal!

Seit einigen Wochen riecht in Neuschloß der Kanal wieder unangenehm. Die Stadtverwaltung will der Bürgerkammer am Donnerstag, 19 Uhr, berichten, was sie nun dagegen zu tun gedenkt.

Aber auch wir Neuschlößer müssen hier mehr machen. Wichtig ist, dass Ihr Gerüche regelmäßig meldet – das passiert noch zu selten, weil wohl viele denken, der Nachbar habe das schon erledigt. Das birgt die Gefahr, dass sich Verantwortliche rausreden.

Wenn immer es also riecht – das Meldeformular findet Ihr unter http://neuschloss.net/kanal – am besten gleich in Eure Lesezeichen speichern. Danke!

Neue Krabbelgruppe im Bürgersaal

In Neuschloß gibt es eine neue Krabbelgruppe, wie uns die evangelische Johannesgemeinde zuruft. Die Treffen sind immer dienstags von 15 bis 17 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

„Wir wollen zusammen spielen, Erfahrungen austauschen, neue Kontakte knüpfen, vielleicht auch gemeinsame Unternehmungen wie Tierpark, Schwimmbad oder ähnliches starten“, heißt es auf einem Flyer.

Auf der Facebook-Seite von Neuschloss.net ergänzt Luana Knappe, die Kinder seinen aktuell zwischen einem Jahr und 22 Monate alt. Fünf Mädchen und Jungs sind dabei.

Kontakt: Gertrud Lauven, Telefon 06206/5802878. Oder über die Facebook-Gruppe der „Krabbelgruppe Neuschloss“.

Annemie Lustinger ist tot

Traurige Nachricht aus dem Ulmenweg: Annemie Lustinger ist gestorben – wenige Monate nach ihrem Mann Karl. Das geht aus Angaben der Stadtverwaltung hervor. Sie wurde, was man gar nicht glauben mag, 84 Jahre alt.

Viele Neuschlößer werden die Lustingers als jenes humorvolle ältere Ehepaar in Erinnerung behalten, das über Jahrzehnte einen großen Teil seines Rentnerlebens auf dem zur Straße gewandten Balkon verbrachte. Allen, die vorbei kamen, galten ihre aufmunternden Worte.

Auch die Arbeiter, die in Neuschloß die Altlasten sanierten, werden Annemie und Karl nicht vergessen. Kannenweise versorgten die Lustingers die Männer mit Kaffee und backten ihnen den Kuchen dazu. Noch heute erzählen sich die Neuschlößer die Geschichte, als dann einmal Annemie Lustinger dringend aus dem Haus musste, aber gerade vor der Tür ein tiefes Loch klaffte. Die Arbeiter baten die Anwohnerin kurzerhand auf die Baggerschaufel – und hoben sie damit auf die Straße.

Im Oktober 2012 hatte das bekannte Neuschlößer Paar noch seine Diamantene Hochzeit gefeiert; der seinerzeitige Bürgermeister Erich Maier überbrachte die offiziellen Urkunden von Stadt, Kreis und Land. Der Südhessen Morgen nahm das zum Anlass, ein wenig aus dem Leben der Lustingers zu berichten.

Annemie Lustinger stammte aus dem Erzgebirge, war gebürtige Sudetendeutsche und kam mit 16 Jahren nach Lampertheim. Dort lernte sie ihren „Karle“ aus der Bismarckstraße kennen. Zur Trauergemeinde gehören zwei Kinder, drei Enkel und zwei Urenkel.

Die Trauerfeier und Urnenbeisetzung ist laut Stadtverwaltung geplant für Mittwoch, 14. September, 11 Uhr.

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Schulstart für Neuschlößer Erstklässler

Schulstart für den Neuschlößer Nachwuchs an der Pestalozzischule. Die Mädels und Jungs aus unserem Stadtteil lernen in der Klasse von Lehrerin Susanne Halblaub, die aus Darmstadt nach Lampertheim wechselte.

Der Jahrgang ist groß; mehr als 70 Kinder verteilen sich auf drei Klassen – dem wachsenden Rosenstock sei Dank. Schulleitung, ältere Kinder und der Chor hießen die Neulinge mit einem kleinen Programm mit viel Musik willkommen. Die im Förderverein „Hand in Hand“ organisierten Eltern versorgten die Gäste mit Kuchen, belegten Brötchen und Eintrittsformularen.

Einen deutlichen Fortschritt gibt es an der Pestalozzischule endlich in der Nachmittagsbetreuung. Die elterngetragene Einrichtung öffnete zum Schulstart eine dritte Gruppe; jetzt ist Platz für 25 weitere und somit insgesamt 75 Mädchen und Jungen. Die Schule stellt dafür einen weiteren Raum zur Verfügung.

Weitere Informationen und Fotos von der Begrüßungsfeier finden sich beim Förderverein „Hand in Hand“.

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Gemütlicher Austausch auf dem Ahornplatz

Der seit Jahren stinkende Abwasserkanal, das für Neuschloß vielleicht etwas zu routinierte Programm von Spielmobil und Jugendförderung, die Bürgerkammer und die Umstände, unter denen sie entstehen musste – um solche Themen kreisten die Gespräche der Neuschlößer mit Vertretern der Lampertheimer SPD. Vor allem aber freuten sich alle Beteiligten schlicht über einen nicht zu heißen, gemütlichen Sommerabend bei Bier und Wurst auf dem Ahornplatz.

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Carola Biehal begrüßt die Gäste.

Wie schon in den Vorjahren machte die SPD bei ihren Ferien-Radtouren Station in unserem Stadtteil. Diesmal aber erweitert um ein kleines Grillfest als Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Dem folgten die Neuschlößer gerne; gut 50 Frauen und Männer waren dabei, etwa die Hälfte davon interessierte Bürgerinnen und Bürger.

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Helga Ried, frühere Ortsvorsteherin von Neuschloß.

Besonders begrüßte die Neuschlößer SPD-Stadtverordnete und Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, eine Frau: Helga Ried. Die SPD-Politikerin aus dem Alten Lorscher Weg wurde nach Horst Aßmuth (Heimatvertriebene) und Dora Auerswald (SPD) im Jahr 1985 die dritte Ortsvorsteherin unseres Stadtteils. Viele Neuschlößer kennen sie zudem als jene Frau, die im Architektenbüro Rockenfeld die Siedlungshäuser im Ulmen-, Buchen- und Lindenweg mitgeplant hat. 1993 wurde Ried von Gottlieb Ohl (FDP) abgelöst, ihm folgte 2011 Carola Biehal.

Essen und Getränke waren übrigens kostenlos. Die gut gefüllte Spendenbox zeigte, dass der Abend bei den Neuschlößern gut ankam.

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So wirken sich die Bauarbeiten der Bahn aus

In Neuschloß wohnen nicht wenige Fernpendler, die zunächst zehn Minuten mit einem Regionalzug nach Mannheim fahren – und dort in einen der vielen ICE umsteigen. Frankfurt, Stuttgart, Köln sind häufige Ziele. Und natürlich müssen viele Bewohner unseres Stadtteils auch nach Mannheim zur Arbeit. Sie alle sind betroffen von den Bauarbeiten der Bahn, die mit den Sommerferien begonnen haben. Deren Ziel ist, die Stationen in Lampertheim und den anderen Ried-Gemeinden S-Bahn-tauglich zu machen.

Das ist eine gute Sache. Denn bislang müssen Reisende in Lampertheim Kinderwagen genauso die Stufen zum Bahnsteig hochschleppen wie schwere Koffer. Wer auf den Rollstuhl angewiesen ist, hat meist schlicht Pech. Die Bahnsteige sind zudem zu niedrig, um ebenerdig in die Züge zu kommen. Und wenn’s regnet, trügt die Hoffnung, das Dach schütze vor der Nässe von oben.

All das will die Bahn ändern. Fahrstühle, höhere Bahnsteige und sicher auch dichte Dächer sind das Ziel. In diesem Sommerferien sind Gleis vier und fünf dran, wo die Züge in Richtung Biblis und Frankfurt abfahren. In einem Jahr dann Gleis zwei und drei mit Fahrtrichtung Mannheim.

Die Bahn hat in Lampertheim eine größere Baustelle eingerichtet. Der Aufgang zum hinteren Bahnsteig ist mit Holz zugenagelt. Die Gleise vier und fünf sind für den üblichen Zugverkehr gesperrt; stattdessen saußen dort Kräne und weitere Baufahrzeuge auf den Schienen hin- und her. In Richtung Industriestraße haben die Planer eine recht große Arbeitsfläche eingerichtet, auf der Materialien und Fahrzeuge abgestellt sind.

Blick in die Bahnunterführung.
Blick in die Bahnunterführung.

Die Sperre der Gleise wirkt sich auf die Pendler aus. Wobei die Lampertheimer deutlich weniger betroffen sind als Reisende aus Bürstadt, Bobstadt, Biblis und Groß-Rohrheim, wo ebenfalls für die S-Bahn gebaut wird. In Lampertheim verschieben sich hier und da die Abfahrtzeiten um einige Minuten; manche Fernzüge in Mannheim starten etwas früher, weil sie die Baustellen im Ried langsamer als üblich passieren oder eine Umleitung über Darmstadt oder Worms nehmen. Das war’s dann aber im Wesentlichen mit den Auswirkungen.

In einzelnen Fällen sind die geänderten Fahrtzeiten für Neuschlößer sogar eine Verbesserung. So startet am Morgen jetzt ein Regionalexpress gut zehn Minuten später als sonst um 6.09 Uhr nach Mannheim. Damit erreichen plötzlich Reisende, die in Neuschloß Ort um 5.51 Uhr in den Bus der Linie 644 steigen, den Zug. Dass das sonst nicht funktioniert, ist einer unserer Hauptkritikpunkte im Faktencheck der im vergangenen Herbst umgestellten Busfahrpläne.

Härter treffen die Bauarbeiten die Nachbargemeiden, weil die Regionalbahnen von Mannheim nach Biblis in Lampertheim enden; der Regionalexpress zwischen Mannheim und Frankfurt verkehrt dagegen weiter.

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Ein Zirkus in Neuschloß

Als die ersten Schilder auftauchten, wollte man es fast nicht glauben: ein Zirkus in Neuschloß! Jetzt steht auch das Zelt neben der Krippe im Wacholderweg; die Lampertheimer Zeitung druckt großflächig und getarnt als redaktionellen Beitrag den Werbetext des Zirkusses – es muss also tatsächlich wahr sein, das Gastspiel in Neuschloß.

Ob sich ein Besuch lohnt? Die Frage wird sich jede Familie stellen, denn schon beim Eintritt kommt schnell einiges zusammen. Erwachsene zahlen grundsätzlich zwischen 12 und 18 Euro, Kinder zwischen 10 und 16 Euro; ein Coupon, veröffentlicht auf der Facebook-Fanseite von Circus Barus, führt einige Rabatte auf.

Über das Programm liegen überraschend wenig Rezensionen vor; auch andere Lokalzeitungen bringen oft nur die vorgeschriebene Ankündigung. Die Wormser Zeitung berichtete im Herbst 2014 über die Show; allerdings finden sich auch dort eingestreut viele Passsagen mit einer inhaltlichen Nähe zur Mitteilung des Zirkusses. So richtig schlau wird man nicht aus dem Text. Die Frage, ob sich ein Besuch lohnt, muss offen bleiben.

Update: Die Lampertheimer Zeitung beschreibt wohlwollend das Programm des Premierentags.

Werbeplakate in Neuschloß.
Werbeplakate in Neuschloß.

Ein großes Thema beim Circus Barus ist der Tierschutz. Die Webseite spricht von einer „guten Haltung“; man erfülle alle Vorgaben und übertreffe sie in den meisten Fällen. „Dies wird bei den regelmäßigen Kontrollen durch die jeweils zuständigen Veterinärämter bestätigt.“ Die Offenbach Post brachte dazu im vergangenen Sommer eine ausführliche Hintergrund-Geschichte mit den Barus-Leuten.

Eine Dokumentation der Tierschutzorganisation Peta beleuchtet die Sache anders. So habe das Veterinäramt in Heppenheim im Jahr 1999 Mängel festgestellt. Und schwerwiegender: Im Jahr 2009 sei der Zirkus-Chef verurteilt worden wegen „vorsätzlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“.

Die Kamele übernachten im Lastwagen.
Die Kamele übernachten im Lastwagen.

Um es klar zu sagen: Es geht hier nicht darum, Stimmung gegen den Zirkus zu machen; im Gegenteil freuen wir uns über diese schöne Überraschung. Wir haben es, wie es aussieht, mit einem Familienunternehmen zu tun, das hart dafür arbeiten muss, um von seiner Kunst zu leben. Allerdings darf es nicht vergessen, bei Vorschriften genau hinzuschauen.

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Fest der Sinne in der Krippe

Was raschelt da im bunt verpacktem Glas, mal laut, mal leise? Wie glitschig kann’s auf Backblechen zugehen? Und wie schnell fliegt plötzlich die Watte aus der großen Box, wenn man die Hände reinsteckt? Kleine Abenteuer für die ganz kleinen Gäste: Die Krippe „Zwergenschloß“ inszenierte ihr Sommerfest als „Fest der Sinne“ für Mädchen und Jungs.

Klein ist auch sonst vieles im „Zwergenschloß“ im Wacholderweg: Die Mini-Toiletten etwa oder die nebeneinander aufgereihten Zahnbürsten faszinierten die neugierigen großen Besucherinnen und Besucher. „Guck mal da, wie niedlich“, ertönte es immer wieder.

60 Mädchen und Jungen besuchen die Krippe, seit die Stadt als Trägerin im vergangenen Herbst die Zahl der Kinder pro Gruppe von zehn auf zwölf erhöht hat. Dennoch ist die Krippe nach Angaben von Leiterin Carmen Effenberger ausgebucht. Besonders begehrt seien die 48 Ganztagsplätze. „Hier gibt es sogar noch Bedarf.“ Die jüngsten Mädchen und Jungen sind ein Jahr alt, mit dem dritten Geburtstag wechseln sie in einen Kindergarten. Effenbergers Team umfasst, einschließlich ihr selbst, 17 Erzieherinnen und eine Küchenhilfe.

Als Glück erwies sich, dass während des Fests der Feuchtigskeitssinn der Gäste nicht eigens abgefragt werden musste: Die Wolken verzogen sich am Samstagmittag – und so stand auch dem Hüpfburg-Vergnügen im Garten der Krippe nichts mehr entgegen. Nur die Tische und Bänke der elterlichen Cafeteria wurden sicherheitshalber drinnen im Sportraum aufgebaut.

 

Schön zu sehen war beim Sommerfest, wie sich der Garten der Krippe entwickelt hat. Rasen, Blumen und Sträucher ergeben ein tolles Bild – einmal mehr zeigen die städtischen Gärtner in Lampertheim, was sie können. Auch die Spielflächen sehen einladend vorbildlich aus.

Die Außenanlage der Kinderkrippe kann sich sehen lassen.
Die Außenanlage der Kinderkrippe kann sich sehen lassen.
Die Blumen und Sträucher geben ein schönes Bild ab.
Die Blumen und Sträucher geben ein schönes Bild ab.

Hintergrund: Die Stadtverordneten hatten im Dezember 2012 in einer kontroversen Diskussion beschlossen, die Krippe in Neuschloß zu bauen. Mitte August 2013 wurde das Gebäude, weitgehend erstellt in Fertigbauweise, dann einigermaßen spektakulär aufgebaut. Im Frühjahr 2014 legten die städtischen Gärtner die Außenanlage an. Probleme bereiteten zuletzt fehlenden Parkplätze. Erster Stadtrat Jens Klinger stellte dem Ortsbeirat und der Bürgerkammer Abhilfe in Aussicht: Geplant sind zehn Stellplätze auf dem südlich angrenzenden Gelände der katholischen St.-Andreas-Gemeinde.

Unsere Themenseite bietet weitere Informationen über die Kinderkrippe Neuschloß.

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Lindenweg feiert Straßenfest

Am Ende sah es fast aus wie ein Public Viewing mit Straßenfest. Aber eigentlich war’s genau andersrum: Dass der Lindenweg ein Straßenfest feiern will, war schon länger klar. Schließlich gingen vier, fünf Familien die Sache an, an der Spitze Rolf Wegerle und Silke Heyber. Und wo man dann schon so schön plante, kam die Idee, die Premiere mit dem Spielplan der Fußball-Europameisterschaft zu verknüpfen.

Dabei hatte der Lindenweg gleich doppelt Glück: zum einen, weil die deutsche Fußball-Mannschaft bis dahin nicht ausgeschieden war – und zum anderen, weil der tagelage Regen, noch am Vormittag beim Aufbau des Festzelts allgegegenwärtig, sich pünktlich zum Beginn des Fests verzog.

So stimmten die Voraussetzungen für eine gelungene Premiere. Zu quatschen gibt es in Neuschloß ja immer viel, wenn Nachbarn zusammensitzen. Den Gesichern der jungen und junggebliebenen Gäste war zu entnehmen, dass jemand gekonnt und auffällig schminkte. Gesorgt war auch für Essen und Trinken. Steaks und Getränke gab’s zum Selbstkostenpreis; Kuchen und Salate brachten die Anwohner selbst mit und bestückten so ein kostenloses Büffet. Und selbstverständlich gehörten auch Beamer und Leinwand zur Fest-Ausstattung.

Straßenfeste gibt es hier und da in Neuschloß. Zuletzt zeigte sich der Kastanienweg festlich. Auch im Ulmenweg hatte es zuvor einige Jahre lang solche Feiern gegeben – mit Gegrilltem und Bauchtanz. Eine schöne Neuschlößer Gewohnheit also, die nun im Lindenweg weiterlebt.

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Gemütlicher Vormittag mit Musik und Triathlon

Ein sonniger Vormittag mit guter Livemusik und frisch Gegrilltem – eine Kombi, die den Neuschlößern offenbar gut gefällt. Es war einiges los im und um das Zelt der Meute im Nebenweg der Landesstraße vor dem Schloss. Und ein bisschen Sport war auch dabei, passiv zumindest – was der Blick auf die vorbeirauschenden Radfahrer des Triathlons zeigte.

Karl Thomas und Bernd „Schepper“ Schäfer alias duo autark brachten mit ihrem deutsch-englischen Pop-Rock-Mix im Unplugged-Sound die passende musikalische Stimmung mit. Sie passte deutlich besser zu einem solchen gemütlichen Sommer-Vormittag als die teils laute und recht kraftvolle Musik in den vergangenen Jahren.

Am Ende wurde es ein richtig schönes Familienevent: Mädchen und Jungen vergnügten sich auf der Wiese, an Stehtischen und Bierganituren plauderten Neuschlößer fröhlich miteinander, während ihnen ein lauer Wind um die Nase wehte. In der Hand ein kühles Getränk und Steak oder Bratwurst vom Grill. So lässt es sich gut gehen – und deshalb musste es auch nicht verwundern, dass die Runde im Nebenweg auch dann nicht enden wollte, als die Autofahrer auf der Landesstraße die Sportler schon länger wieder verdrängt hatten.

Mehr lesen

Blick in die Runde der Bürgerkammer.

Die Bürgerkammer im Pressespiegel

Die erste inhaltliche Sitzung der Bürgerkammer – da schaute die lokale Presse natürlich besonders interessiert zu. Denn statt neun Vertreterinnen und Vertreter der etablierten Parteien im Ortsbeirat sitzen nun 20, also mehr als doppelt so viele Frauen und Männer zusammen; viele davon ohne kommunalpolitische Erfahrung. Wie wird diskutiert – endlos oder ergebnisorientiert? Wie viele der Kammerleute kommen überhaupt? Wie klappt die versprochene Beteiligung des Publikums – eine wichtige Neuerung gegenüber dem Ortsbeirat, wo das aufgrund der Vorgaben der Hessischen Gemeindeordnung nicht möglich war.

Der Südhessen Morgen stellt fest, eine Bürgerkammer obliege anderen Gesetzmäßigkeiten als der Ortsbeirat – eben weil viele Frauen und Männer zuvor nicht aktiv politische Erfahrungen gesammelt hätten. Nebenbei bemerkt: Nicht wenige der Bürgerkammerleute engagieren sich in anderen Zusammenhängen wie Altlasten-Projektbeirat, Vereinen oder Kirchengemeinde – Debatten, Entscheidungsprozesse und öffentliche Veranstaltungen kennen von daher auch sie. Aber kommunalpolitische Themen, da ist Rauschelbach zuzustimmen, sind für die meisten neu.

Und wie lief die Diskussion in der fast vollständig besetzten Kammer? Es war „vor allem Vorsitzende Carola Biehal, die als einstige Ortsvorsteherin für einen straffen Ablauf sorgte“. Das verlange ein gehöriges Fingerspitzengefühl, „sollen Unerfahrenheit der Beteiligten und der entpolitisierte Rahmen solcher Debatten weder zu Frustrations-Erlebnissen führen, noch die Gespräche ins Endlose ausufern lassen.“ Aber, die erfreuliche Nachricht: „Nichts davon in der jüngsten Sitzung der Neuschlosser Bürgerkammer. Diese förderte gar konkrete Beschlüsse zutage.“

Gut vorbereitet.
Gut vorbereitet.

In der Lampertheimer Zeitung blickt mit André Heuwinkel ein Journalist auf die Startphase, der der Bürgerkammer eher kritisch gegenübersteht. Er stellt fest: „In re­la­tiv kur­zer Zeit ist es dem jun­gen Gre­mi­um rund um Ca­ro­la Bie­hal ge­lun­gen, die Bürg­er­in­nen und Bür­ger mit­zu­neh­men. Nicht mit ei­nem steif-of­fi­ziel­len Ha­bi­tus, son­dern als lo­cke­re Be­tei­li­gungs­platt­form, die in Sa­chen Mit­wir­kung ein or­dent­li­ches Tem­po an den Tag legt: Das ha­ben die Hel­fer rund um den Spar­gel­lauf be­wie­sen.“ Deshalb sei es auch richtig, dass die Bürgerkammer sich am Frei­wil­li­gen­tag der Me­trop­ol­re­gi­on beteiligen wolle: „Nä­he ent­steht durch Ta­ten.“

Zu bedenken gibt Heuwinkel allerdings, wenn es um Sach­fra­gen gehe, müs­sten al­le we­sent­li­chen Ak­teu­re an­we­send sein. Hintergrund: Urlaubsbedingt waren zu dem Treffen keine Vertreter der Bila-Initiative gegen die ICE-Trasse erschienen wie bisher im Ortsbeirat. „Das soll­te sich nicht wie­der­ho­len, um ernst ge­nom­men zu wer­den.“

Das Publikum kam übrigens auch zu Wort. Eine Neuschlößerin regte an, die neue Sickergrube am Ende des in den Wald verlängerten Ulmenwegs einzuzäunen, damit spielende Kinder nicht gefährdet seien. Erster Stadtrat Jens Klingler nahm die Anregung mit ins Rathaus.

Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, berichtet über die Betreuung der Flüchtlinge.
Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, berichtet über die Betreuung der Flüchtlinge.

Weitere Berichte aus der Kammer:

Kreuzung am Ahornplatz.

Verkehrs-News aus der Bürgerkammer

Und – kommt jemand von rechts? Autofahrer wissen es nicht so genau, wenn sie im Ulmenweg unterwegs sind. Die Büsche am Ahornplatz nehmen hier die Sicht, wie Gerhard Pflästerer im jüngsten Treffen der Bürgerkammer festgestellt hat. Nicht mehr lange, hielt Erster Stadtrat Jens Klingler entgegen: Nach den Restarbeiten, die das Spargelfest mit sich bringt, nehmen sich seinen Angaben zufolge städtische Gärtner Neuschloß vor – und dann auch die verkehrbehinderten Büsche am Ahornplatz.

Smilies für Tempo 30

In Neuschloß gilt Tempo 30 - eigentlich.
In Neuschloß gilt Tempo 30 – eigentlich.

Tempo 30 kann ganz schön lahm sein oder ziemlich flott – je nach dem, ob wir das im Auto oder als Fußgänger erleben. Klar ist jedenfalls, dass das Tempolimit nicht alle im Stadttteil einhalten – auch Anwohner nicht. Die sich freilich zugleich gerne über Raser beschweren. Vor drei Jahren hatte die Stadt im Eichenweg ein Fahrzeug mit 70 km/h gemessen. In der Bürgerkammer wurden auch Linienbusse beschrieben, die deutlich zu schnell durch den Ahornweg hetzen.

Radarkontrollen fordert die Bürgerkammer nun nicht. Stattdessen wünschte sich Eric Lunkenbein eine elektrische Smilie-Anzeige – fröhlich oder böse blickend, je nach dem, ob ein Wagen korrekt oder zu schnell fährt. In Hüttenfeld steht bereits eine ähnliche Anlage. Zudem bittet die Bürgerkammer die Stadtverwaltung zu prüfen, ob eine solche Anlage auch statische Daten sammeln kann.

Parkende Lastwagen im Wohngebiet

Abendliche Veranstaltung: parkende Lastwagen in der Forsthausstraße.
Abendliche Veranstaltung: parkende Lastwagen in der Forsthausstraße.

Auch über Nacht abgestellte Lastwagen sind kein neues Phänomen – Neuschloss.net berichtete bereits 2013 darüber. Neuerdings sind vermehrt Fahrzeuge eines Paketdienstes an der Ecke Lindenweg/Forsthausstraße zu finden.

Das brachte die Bürgerkammer auf eine Idee: Wenn die Bushaltestelle weg von der Hauptstraße und in den Seitenweg verlegt wird, ließe sich dort ein Halteverbot rechtfertigen, schlug Günter Weidenauer vor. Und besser aufgehoben wäre die Bushaltestelle weiter weg vom Durchgangsverkehr sowieso. Vor der Altlastensanierung war sie übrigens auch schon dort.

Erster Stadtrat Jens Klingler will bis zum nächsten Treffen der Bürgerkammer prüfen lassen, ob der Umbau über ein Landesförderprogramm für Bushaltestellen mitfinanziert werden kann.

Parkplätze für die Kinderkrippe

Wenig Parkplätze vor Kindergarten und -krippe.
Wenig Parkplätze vor Kindergarten und -krippe.

Mehr als hundert Eltern bringen jeden Tag ihren Nachwuchs zum Kindergarten und zur Krippe – es gibt aber nur wenige offizielle Parkplätze. Das nicht ungefährliche Gewusel in der langgezogenen Kurve des Wacholderwegs lässt sich täglich bewundern.

Im vergangenen Herbst verkündete Klingler, es gebe eine Absprache mit der katholischen St.-Andreas-Gemeinde, der das Nachbargrundstück gehört. Demnach sollten südlich neben der Krippe zehn Parkplätze entstehen. Mit dem Wechsel des Pfarrers von St. Andreas entstand nach Klinglers Angaben neuerlicher Gesprächsbedarf, was die Umsetzung verzögere. Zudem gebe es noch rechtliche Schwierigkeiten. Dennoch sagte der Erste Stadtrat, er gehe davon aus, dass die Parkplätze nach den Sommerferien bereit stünden – falls es dort nicht größere Wohn-Projekte geben soll.

Geschlossene Schranke

Schranke hinter dem Sodabuckel.
Schranke hinter dem Sodabuckel.

Während der Sanierung des Sodabuckels musste der Weg von Neuschloß zur Grillhütte und Trimm-Dich-Strecke aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Die Sanierung ist rum – die Schranke aber weiter geschlossen, erinnerte Michael Bayer. Das Thema dürfte sich spätestens bis zum Triathlon Ende Juni erledigt haben; dann führt nämlich die Umleitungsstrecke für die gesperrte Landesstraße auf diesem Weg durch den Wald.

Fußweg im Wacholderweg

Fußgängerstreifen im Wacholderweg.
Fußgängerstreifen im Wacholderweg.

Maler waren im Wacholderweg zugange – und haben an der Einmündung zum Lindenweg einen Streifen für Fußgänger markiert. Dort fehlt für eininige Meter ein Gehweg. Für die Kinder und Eltern sicher eine gute Sache.

Schloss

Flüchtlinge haben Neuschloß verlassen

Es war im Herbst 2014, als unerwartet Aktive des Technischen Hilfswerks die leeren Räume im Beamtenbau herrichteten – und mit Frauen und Männern vor allem aus Eritrea und Syrien die Auswirkungen der internationalen Politik in Neuschloß ankamen. Die eigene Heimat zu verlieren – dieses Schicksal kannten viele Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils. Die Hilfsbereitschaft der Neuschlößer war überwältigend. Sie brachten Sachspenden, erledigten Fahrdienste, spielten Fußball mit den Fremden, halfen als Übersetzer, gaben Sprachunterricht.

Seit Pfingsten sind die 32 Frauen und Männer nicht mehr in Neuschloß. Der Mietvertrag mit jenem Besitzer, an den die Stadt den Beamtenbau im Sommer 2013 verkauft hatte, ist ausgelaufen. Ohnehin wollte der Investor nur die Zeit überbrücken, bis er alle Genehmigungen für einen geplanten Umbau zusammen hat.

Im jüngsten Treffen berichtete die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, über den Stand der Dinge. Einige der Flüchtlinge lebten in der Kernstadt, andere seien weiter weggezogen. „Unsere bisherigen Helferinnen und Helfer haben den Kontakt zu den Flüchtlingen beibehalten“, sagte sie. Auch wenn es aufwendiger als bisher sei, die Frauen und Männer an unterschiedlichen Orten zu besuchen hinter verschlossenen Hoftoren und Klingeln, die zunächst nicht eindeutig zuzuordnen waren. Das ehrenamtliche Engagement der Neuschlößer geht also weiter.

Angekommen ist in Neuschloß dagegen eine syrische Familie, deren Asyl-Status nun festgestellt ist. Das Paar, das Nachwuchs erwartet, hatte auf diesen offiziellen Bescheid im Stadtteil Hofheim gewartet.

Umbaupläne fürs Schloss

Auch wenn das Gebäude nun leer steht – der geplante Umbau kommt erst einmal nicht voran. Genehmigungen stünden weiter aus, sagte Biehal. Der Architekt rechne mit einer Umbauzeit am Äußeren des Gebäudes von vier bis fünf Monaten. Was genau der neue Schlossherr vorhat, soll demnächst Thema werden. Auf Wunsch der Bürgerkammer soll es eine öffentliche Präsentation der Pläne geben.

Der Beamtenbau.
Der Beamtenbau.

Bürgerkammer tagt

Neuschloss.net-Leser werden kaum überrascht sein: Unser Stadtteil wurde vor bald 550 Jahren zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das gilt es zu feiern – nur wie? Antworten sucht die Bürgerkammer in ihrem Treffen am Mittwoch, 15. Juni, 19 Uhr, im Bürgersaal am Ahornplatz. Weitere Themen sind Sachstandsberichte der Stadtverwaltung zu den Dauerbrennern Kanalgeruch und Parkplatz-Situation im Wacholderweg vor Kindergarten und -krippe. Zu Wort kommen auch der Projektbeirat Altlasten und die ICE-Initiative Bila. Die Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.

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Posaunenchor spielt vor vielen Fans

Der Posaunenchor der evangelischen Johannesgemeinde hat sich selbst und den Neuschlößern eine schöne Geburtstagsfeier bereitet: Zum 20-jährigen Bestehen spielte er auf zu einem Jubiläumskonzert in der Kapelle des Waldfriedhofs.

Das Programm war breit gefächert. Den ersten Teil dominierten klassische Weisen, etwa die Overture aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel und „Denn er hat seinen Engeln“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Das „Pink-Panther“-Thema von Henry Mancini leitete über in den populären Teil, in dem die Bläser dann „One Moment in Time“ von Whitney Houston genauso spielten wie „Smoke on the water“ der Rocker von Deep Purple.

Dem Publikum gefiel’s. Das Interesse an dem Abend in der Waldkapelle war beeindruckend groß: Kaum ein Platz war mehr frei; die Zahl der Zuhörerinnen und Zuhörer gut dreistellig.

Ein ausliegendes Fotoalbum erinnerte an die wichtigsten Stationen in der 20-jährigen Geschichte des Posaunenchors – auf die später dann auch angestoßen wurde.

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Neuschlößer feuern Spargelläufer an

Den längsten Weg haben die Halbmarathon-Läufer schon hinter sich, als sie in Neuschloß verbeikommen. Aber nach dem Abstecher über Bürstadt sind es immerhin noch acht Kilometer bis zum Start- und Zielpunkt, dem Sportzentrum Ost. Da kann etwas Motivation nur gut tun – und Wasser sowieso. Die Bürgerkammer hatte Einwohner aus unserem Stadtteil zum Ahornplatz eingeladen, um die Sportler anzufeuern und mit nasser Erfrischung zu versorgen.

Das taten etwa 50 Frauen und Männer dann auch – und die Stimmung war super vom ersten bis zum letzten Läufer. Das war auch Verdienst von Familie Senftner, die – ausgestattet mit Fernrohr und Läuferlisten – über eine Lautsprecheranlage sämtliche Sportler persönlich begrüßte, begleitet vom Jubel der Neuschlößer.

Update: Halbmarathon-Gewinner Sascha Brenner erklärt auf der Facebook-Seite von Neuschloss.net, wie wichtig diese Motivation ist: „Das ist immer wie eine Erlösung, wenn man aus dem Wald endlich in Neuschloß einläuft.“ Und auf seiner eigenen Facebook-Seite Rhein-Neckar Runner verbreitet er unser Video und lobt die „Super-Stimmung in Neuschloß, wenn man kilometerlang alleine durch den Wald gelaufen ist.“

Damit das Publikum nicht schwächelte, versorgten die Aktiven der Bürgerkammer es in einem großen Zelt mit frischen Crepes, Brezeln, Kaffee und Kuchen. Eine gelungene Aktion neuen Stadtteilvertretung – für Sportler und Anwohner gleichermaßen.

Auch im verlängerten Ulmenweg waren – wie seit vielen Jahren – Anwohnerinnen und Anwohner rund um Familie Bärwald zur Stelle. Hier versorgen sich die Gäste selbst – mit einem kleinen, feinen Gemeinschaftsbüfett und leckerem Kuchen.

Biehal steht Bürgerkammer vor

Die bisherige Ortsvorsteherin Carola Biehal steht auch an der Spitze der Bürgerkammer, die den Stadtteil in den kommenden fünf Jahren vertreten will. Die 20 Mitglieder der Kammer wählten die 50-Jährige in einer öffentlichen Sitzung einstimmig zur Vorsitzenden.

Zum Vorsitz gehören fünf weitere Frauen und Männern, die bisher sämtlich nicht kommunalpolitisch aktiv waren.

  • Jason Bog ist stellvertretender Vorsitzender.
  • Sonja Hilbert ist Schriftführerin, Gitte Weidenauer ihre Stellvertreterin.
  • Helmut Kleinsteuber fungiert als Pressesprecher.
  • Heinz Rupprecht engiert sich als Beisitzer im Vorsitz.

Die weiteren Mitglieder der Bürgerkammer sind Michael Bayer, Gisela Bürkel, Desiree Freeburn, Horst Irrgang, Helmut Kemnitzer, Günther Kirchenschläger, Robert Lenhardt, Eric Lunkenbein, Gerhard Pflästerer, Peter Scherb, Elfriede Svoboda, Maria Walter, Rolf Wegerle und Günther Weidenauer.

Folgende Karte veranschaulicht, in welchen Straßen die Mitglieder wohnen – auf die roten Punkte klicken.

Ein Blick auf die vertretenen Straßen zeigt, dass sich insbesondere Frauen und Männer engagieren, die Anfang der achtziger Jahre mit der zweiten Bebauungsphase nach Neuschloß gekommen waren. Manche Mitglieder der Bürgerkammer sind noch später zugezogen – meist weil sie die ruhige, waldnahe Lage schätzen – aber genauso, dass sie in wenigen Minuten in Mannheim und damit dem Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar sind.

Einige Mitglieder der Bürgerkammer sagten, sie engagierten sich in dieser Form, weil sie sich nicht an eine politische Partei binden müssten. Umgekehrt sind aber auch einige parteipolitisch Aktive dabei.

In diesem Kreis sind wichtige Einrichtungen des Stadtteils vertreten – die evangelische Johannesgemeinde genauso wie der SC Kurpfalz, die Meute wie der Altlastenverein und Projektbeirat.

In einem Treffen Ende April im Raum der Johannesgemeinde hatten zuvor 20 Frauen und Männer schriftlich ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt. Weil das genau der vorgesehenen Größe der Bürgerkammer entspricht, war eine Wahl der Mitglieder durch die Bevölkerung nicht notwendig. Im Rosengarten wie in Neuschloß gibt es seit der Kommunalwahl keine Ortsbeiräte mehr als Folge von Pannen einiger Parteien bei der Abgabe der Kandidatenlisten.

Die Liste der Mitglieder auf einen Blick:
* Bayer, Michael, Ulmenweg 35;
* Biehal, Carola, Ahornweg 4;
* Bog, Jason, Akazienweg 13;
* Bürkel, Gisela, Ahornweg 14a;
* Freeburn, Desiree, Buchenweg 9;
* Hilbert, Sonja, Eichenweg 7;
* Irrgang, Horst, Wacholderweg 10;
* Kemnitzer, Helmut, Akazienweg 7;
* Kirchenschläger, Günter, Buchenweg 23;
* Kleinsteuber, Helmut, Ahornweg 21a;
* Lenhardt, Robert, Tannenweg 1;
* Lunkenbein, Eric, Akazienweg 5;
* Pflästerer, Gerhard, Eichenweg 12;
* Rupprecht, Heinz, Ahornweg 6;
* Scherb, Peter, Akazienweg 94;
* Svoboda, Elfriede, Akazienweg 92;
* Walter, Maria, Ahornweg 22a;
* Wegerle, Rolf, Lindenweg 3;
* Weidenauer, Gitte, Buchenweg 5;
* Weidenauer, Günter, Buchenweg 5.