CDU verliert und gewinnt auch in Neuschloß

Bei der Bundestagswahl bleibt in Neuschloß die CDU die stärkste Kraft. Allerdings verlor sie deutlich und kommt bei den Zweitstimmen jetzt wieder in die Größenordnung von 2009. Die SPD ist zweitstärkste Partei mit einigen Verlusten.

Die Liberalen holen einen großen Teil ihrer Verluste von 2013 wieder auf und landen – in etwa wie die aufstrebende AfD – bei 14,5 Prozent. Grüne und Linke sind in Neuschloß abgeschlagen bei 7,9 beziehungsweise 7,8 Prozent.

Verglichen mit dem Lampertheimer Stadtschnitt ist die CDU in Neuschloß etwa zwei Prozentpunkte schlechter, die SPD besser. Die FDP ist mit fast drei Prozentpunkten in Neuschloß deutlich stärker als in Gesamt-Lampertheim; die Linke kommt auf ein Plus von 0,7 Prozent Prozentpunkten.

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Die Mehrheit der Erststimmen geht an den CDU-Kandidaten Dr. Meister.

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Die 605 in Neuschloß.

Schulbus bereitet Magenschmerzen

In Neuschlößer Familien gehört zum Aufstehen neuerdings die bange Frage der Grundschulkinder: „Kommt der Schulbus heute pünktlich?“ Eltern können hier natürlich keine Antwort geben. „Es gibt Kinder, die haben deshalb Bauchweh und Stress“, berichtete Diana Wunderlich in der jüngsten öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer. Sie ist eine jener Mütter und Väter, die morgens um halb acht regelmäßig mit an der Bushaltestelle im Ulmenweg stehen, wo die Linie 605 startet.

Das Thema Schulbus beschäftigt schon seit Wochen Eltern und Leitung der Pestalozzischule. Es gab ein Treffen mit Verantwortlichen der städtischen Gesellschaft Verkehr Touristik Lampertheim (VTL), die den Busverkehr betreibt, und des ausführenden Busunternehmens.

Daher ist inzwischen auch die Ursache der Verspätungen bekannt: Der Bus ist, bevor er nach Neuschloß kommt, zwischen Rosengarten und Lampertheim unterwegs – und dort geht es derzeit oft langsam voran, weil die Strecke als Ausweichroute für Baustellen-Autobahn 6 überlastet ist. Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, stellte unter dem Nicken der anderen Mitglieder fest: „Dann muss das Busunternehmen eben seine Touren ändern, um die pünktliche Abfahrt in Neuschloß zu gewährleisten.“

Dazu kommt, dass der Fahrplan der 605 offenbar zu knappe Zeiten vorsieht. Die Route über Waldfriedhof, Anne-Frank-Straße, Bertha-Benz-Weg, Amselstraße zur Pestalozzischule soll genau acht Minuten lang dauern. „Ich schaffe das so schnell nicht mal mit dem Auto – und ich fahre direkt über die Verbindungsspange zur Schule, nicht durch den Rosenstock“, erklärte ein Vater.

Die fahrplanmäßige Zeitnot ist am Ende nicht nur ein Problem der Pünktlichkeit. Der Bus, erläuterten die Eltern, fahre oft schon ab, bevor alle Mädchen und Jungen sitzen. Und Anwohner aus dem Ahornweg berichteten, die Fahrzeuge seien in der Tempo-30-Zone zügig unterwegs und führen in den scharfen Kurven nicht selten über den Gehweg – was nicht ungefährlich sei. Erster Stadtrat Jens Klinger regte daher an, dass die VTL die Wegezeit überprüfen solle.

Schule bespricht das Busthema im Unterricht

Klar wurde aber auch, dass sich manche Kinder offenbar nicht so im Bus verhalten, wie es angemessen wäre. In Absprache mit den Beteiligten wurden deshalb Videoaufnahmen während der Fahrt angefertigt und in der Pestalozzischule ausgewertet. Ein Kind dürfe nun nicht mehr mit dem Bus fahren, mit anderen seien Gespräche geführt worden, hieß es. Zudem hätten Lehrerinnen und Lehrer das Benehmen im Bus im Unterricht thematisiert, berichteten die Eltern.

Klebeband als Einstieghilfe.
Klebeband als Einstieghilfe.

Auch an der Haltestelle im Ulmenweg geht es mitunter wohl etwas zu turbulent zu. „Seit Schulbeginn ist es täglich ein Graus zu sehen, wie die Kinder an der Bushaltestelle herumturnen und teilweise auf die Straße geschubst werden“, heißt es in einem Schreiben der Eltern an Stadtrat Klingler, das Neuschloss.net vorliegt.

Eltern vor Ort griffen ein und bildeten eine Kette zur Straße hin. Zuletzt klebten die Väter Mathias Pawlenka und Thomas Mauser eine provisorische Abstandsmarkierung auf den Boden, an die sich die Kinder tatsächlich halten. Diese Linie wird jetzt professionell von Straßenbauern gezogen, gab Biehal bekannt. Der Auftrag sei bereits erteilt.

Thomas Mauser, Diana Wunderlich, Mathias Pawlenka.
Thomas Mauser, Diana Wunderlich, Mathias Pawlenka.

Eine ganze Reihe weiterer Probleme im Öffentlichen Personennahverkehr kamen bei dieser Gelegenheit in der Bürgerkammer zur Sprache: Ein Bus, der aus Hüttenfeld zum Schulzentrum West unterwegs ist, soll laut Fahrplan neben Neuschloß Ort auch die Haltestelle Ulmenweg anfahren – macht er aber nicht. „Wir können uns nicht auf den Fahrplan verlassen“, fasste Wunderlich zusammen.

Mehrmals sei zudem vorgekommen, dass die Fahrer die vorgesehene Wegstrecke nicht kannten – und sich bei den Grundschülern im Bus informierten, wie sie fahren müssen. An einem Tag, an dem man spät dran war, ließ der Fahrer kurzerhand die Haltestellen im Rosenstock aus und fuhr über die Verbindungsspange direkt zur Schule. Und das Ruftaxi, das Neuschloß in den Abendstunden anbindet, fährt offenbar manchmal auch dann nicht, wenn es explizit bestellt wurde.

Erster Stadtrat Jens Klinger, der als Vater ähnliche Erfahrungen mit dem Schulbusverkehr andeutete, zeigte sich entsetzt über das Gesamtbild. Auf die Frage aus dem Publikum, ob die Stadt hier nicht juristisch Druck machen könne, antwortete er: „Was hier vorgetragen wurde, reicht für fünf Abmahnungen.“ Die Stadt gebe sechsstellige Summen aus für den Busverkehr. „Wir machen das natürlich, weil wir etwas Gutes tun wollen. Und dann gibt es nur Ärger.“

Die politischen Gremien der Stadt initiieren derzeit einen Fahrgastbeirat. Die Bürgerkammer nominierte Diana Wunderlich als Mitglied für Neuschloß.

Bauarbeiten im Lindenweg.

Endet endlich der Kanalgestank? Treffen der Bürgerkammer

Die vergangenen Tage haben es noch einmal eindrucksvoll gezeigt: Es wird Zeit, dass der Kanalgestank in Neuschloß endlich ein Ende findet. Tatsächlich dürfte es bald soweit sein. Über den genauen Stand der Dinge wird Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) am Donnerstag in der öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer informieren. Sie beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz.

Den Sommer über waren Bauarbeiter im Lindenweg und an der Ecke Ulmen-/Buchenweg zugange. Sie haben vorsichtig den Kanal aufgegraben – die Erde unter manchen Straßen ist noch verschmutzt mit Altlasten. Und oben am Gehweg graue Kästen aufgestellt. Sie sollen künftig die Technik enthalten, die Spülklappen unter der Erde steuern.

Der unangehme Geruch entsteht, weil sich Fäkalien im Kanal festsetzen. Vierteljährliches Durchspülen wie bisher hilft hier wenig weiter. Nun soll an zwei Stellen das Abwasser jeweils für einige Minuten aufgestaut – und dann auf einen Schlag auf die Reise geschickt werden. Die Idee: Der kräftige Strom verhindert, dass sich stinkende Substanzen ablagern.

Steuerungskasten an der Ecke Ulmen-/Buchenweg.
Steuerungskasten an der Ecke Ulmen-/Buchenweg.

In dem Treffen stehen weitere Themen auf der Tagesordnung. Zu erwarten ist ein Ausblick auf die große Jubiliäumsfeier im kommenden Jahr – 2018 jährt sich die erste urkundliche Erwähung von Neuschloß zum 550. Mal.

Angekündigt haben sich zudem einige Neuschlößer Mütter und Väter. Sie wollen auf Probleme mit den Schulbussen hinweisen. Auch alle andere Bewohnerinnen und Bewohner unseres Stadtteils sind willkommen.

"Lampertheim bleibt bunt" - Protest gegen die AfD im Rosengarten.

Rosengarten trotzt der AfD

Mit dem Rosengarten ist Neuschloß neuerdings in mehrerer Hinsicht verbunden. Beide Stadtteile haben gemeinsam die Bürgerkammer durchgesetzt, und beide Vororte gingen voran, als es darum ging, einer größeren Zahl von Flüchtlingen eine Bleibe zu geben. Hier und dort gab und gibt es Ehrenamtliche, die den meist jungen Menschen helfen, wo sie können.

Dass die rechtsgerichtete AfD jetzt ausgerechnet im Rosengartener Dorfgemeinschaftshaus ihre Anhänger zusammenrief, kam konsequenterweise vor Ort nicht gut an. Etwa hundert Frauen und Männer protestierten dagegen – mit einer Kundgebung, „Haut ab“-Rufen und Pfiffen.

Eingeladen hatte ein Bündnis unter anderem aus den Freien Wählern im Rosengarten, den Jungsozialisten, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstraße.

„Rosengarten bleibt ein Ort der Toleranz“, stellten alle Redner mit Blick auf den Protest gegen die AfD klar. Marius Schmidt, Sprecher der Lampertheimer Stadtverordneten-Fraktion der SPD und Vorsitzender der Bergsträßer Jusos, verdeutlichte, die AfD sei keine demokratische Partei und werde niemals eine werden: „In dem Weltbild der AfD ist für Buntheit, ist für Toleranz und alles das, was unser Land als demokratisch und vielfältig ausmacht, schlicht und ergreifend keinen Platz.“

Von der Stadtspitze im Publikum vertreten waren der Erste Stadtrat Jens Klingler (SPD) und der ehrenamtliche Dezernent Gottlieb Ohl (FDP).

Gesprochen hat mit Erich Maier nur ein ehemaliger Bürgermeister: „Ich hätte mir gewünscht, dass hier noch mehr Lampertheimer protestieren“, sagte er.

Horst Werner Schmitt, Vorsitzender der Bürgerkammer im Rosengarten, winkte einigen Jugendlichen aus dem Irak zu und berichtete, wie Bürger, Vereine und Organisationen auf die Flüchtlinge im Stadtteil erfolgreich zugingen.

Die schönen Seiten der Vielfalt zeigten sich übrigens auch in der Verpflegung während der Kundgebung. Neben Gulasch gab es türkischen Couscous-Salat, Zigaretten-Börek und spanische Speisen.

Der frühere Lampertheimer Bürgermeister Erich Maier.
Der frühere Lampertheimer Bürgermeister Erich Maier.
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Grünes Klassenzimmer an der Pestalozzischule

Die Natur ist an einer Umweltschule, wie sie die Pestalozzischule ist, natürlich ein wichtiges Thema. Und Lernen sowieso. Was liegt also näher, als auch unter freiem Himmel den Unterricht zu erleben? Vor allem im Sommer, wenn es drinnen unangenehm warm ist. Möglich macht das jetzt das Grüne Klassenzimmer. Es besteht aus 19 Granitsteinen im Schulgarten, auf denen je zwei Schülerinnen und Schüler Platz finden.

Drei Jahre lang hat der Förderverein „Hand in Hand“ auf dieses Großprojekt hingearbeitet. Immerhin handelt es sich um eine Investition im Wert von von mehreren Tausend Euro. Ergänzend hat er  zwei Klassensätze wärmender Fleecedecken besorgt, so dass es draußen auch im Frühjahr oder Herbst nicht zu kalt wird.

Bezahlen konnte der Verein das alles mit den Einnahmen aus Veranstaltungen wie Flohmärkten, dem stimmungsvollen Lichterfest und aus dem Kauflädchen. Nicht zuletzt trägt die Tombola auf dem Adventsmarkt in Neuschloß dazu bei, deren Gewinne immer wieder Lampertheimer Geschäftsleute zur Verfügung stellen.

Während der Feier sangen die Kinder der Klasse 4b ein frohes Lied über das Grüne Klassenzimmer. Schulleiterin Michaela Ohse dankte ebenso wie Erster Stadtrat Jens Klingler, als Vater einer Pesta-Schülerin selbst Mitglied, dem Förderverein für sein Engagement. Und die „Hand-in-Hand“-Vorsitzende Özlem Kamisli-Bayer rief neben „Danke“ auch „Yeah!“

 
 
 
 
 
 
 
 
 

ICE rauschen über den Ahornplatz

Es ist eine Art von Quiz, die uns Neuschlößern womöglich wenig Vergnügen bereiten wird: Ist das gerade ein Güterzug, der uns aus dem Schlaf reißt – oder vielleicht doch ein ICE-Schnellzug? Wie sich das anhören könnte, wenn die Bahn die Gleise ihrer geplanten Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim direkt hinter dem Forsthaus an unserem Stadtteil vorbeiführen würde, zeigte Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) am Tag gegen Lärm.

Die Aktiven hatten, ausgestattet mit Mikrofon und Schallmessgerät, einige Züge auf der Riedbahn aufgenommen – und sie über Lautsprecher virtuell über den Ahornplatz rauschen lassen.

Dazu kamen handfeste Fachinformationen. Der Neuschlößer Mediziner Dr. Günter Weidenauer erläuterte die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm. Bila-Sprecher Karl Hans Geil informierte über die verschiedenen Trassenvarianten, sein Kollege Ulrich Guldner erklärte, in welchen Arbeitsgruppen die Aktiven mitwirken.

Die Sprecherin der Bürgerkammer, Carola Biehal, erinnerte an den langen harten Kampf gegen die Altlasten und deren gesundheitlichen Risiken. Nun drohe gesundheitsschädlicher Lärm. „Also kämpfen wir weiter und geben nicht auf“, appellierte sie an die Neuschlößer.

Lampertheims Bürgermeister Gottlieb Störmer stellte politische Forderungen. „Es darf keine Lärmvermehrung ohne adäquaten Lärmschutz geben, auch auf der Bestandsstrecke“, sagte er mit Blick auf die Gleise durch die Kernstadt.

Wie laut würde es in Neuschloß, wenn die Neubaustrecke der Bahn direkt am Stadtteil vorbeiführt? Die Grafiken der Bila sehen rot.
Hören können es die Besucher auf dem Ahornplatz - die Zuggeräusche kommen aus den Lautsprechern.
Die Sprecherin der Bürgerkammer, Carola Biehal: "Wir kämpfen weiter und geben nicht auf."
Wie sich Krach auf den menschlichen Körper auswirkt, erläutert im Detail der Neuschlößer Mediziner Dr. Günter Weidenauer.
Bürgermeister Gottfried Störmer blickt auch auf die bestehenden Gleise der Riedbahn in Lampertheim.
"Es darf keine Lärmvermehrung ohne adäquaten Lärmschutz geben, auch auf der Bestandsstrecke", sagt er.
Im Raum der Johannesgemeinde stellt der Bila-Film vor, wie sich die Trasse auf Wald, Landwirtschaft und die betroffenen Wohngebiete in Neuschloß und dem Lampertheimer Europaring auswirken würden.
Bila-Sprecher Karl Hans Geil informiert über die verschiedenen Trassenvarianten.
Weitere Eindrücke.
 
 
 
 
 
 

Nicht zu kurz kam die Unterhaltung. Stefan Spiesberger von der Neuschlößer Musikschule Kids on Keys stellte ein Remake des Bila-Songs vor. Der Chorus zum Auswendiglernen: „ICE bleib nur weg von hier, ICE nerv uns nicht an. ICE lass den Wald in Ruh, ICE tu uns das nicht an.“

 

 

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Aktionstag: So laut würden die ICE in Neuschloß

Die ICE-Initiave Bila zeigt den Neuschlößern, wie laut eine Neubaustecke der Bahn werden könnte. Anlass ist der Internationale Tag gegen Lärm. Die Aktion läuft am Mittwoch, 26. April, von 17 bis 19  Uhr auf dem Ahornplatz und im Raum der evangelischen Johannesgemeinde.

Hier das Programm:
• Eröffnung durch Bürgermeister Gottfried Störmer
• Beschallung des Ahornplatzes mit realen Zuggeräuschen – erleben Sie live, was es bedeutet, wenn künftig bis zu 250 zusätzliche Güterzüge Lampertheim passieren
• Vortrag von Dr. Günter Weidenauer „Lärm macht krank!“
• Neuer „BILAFilm“ von Herbert Kerkhoff
• Vorführungen der „Schule für Tasteninstrumente“ mit Liedvorträgen und dem Remake des „BILASongs“
• Infostand über den aktuellen Stand der Planungen zur beabsichtigten Neubaustrecke und die damit verbundene Lärmbelastung für Neu und Bestandsstrecken

Ein sehr informatives und Programm also, das Brezel und Getränke noch abrunden.

Blick in das kernsanierte Schloss.

Das entkernte Schloss zeigt seine Schönheit

Es ist eigentlich nur ein Nebengebäude jener großen Anlage, die der Pfälzer Kurfürst Friedrich I. irgendwann zwischen 1463 und 1468 als Jagdsitz bauen ließ. „Schloss“ nennen wir dennoch gerne das historische Gebäude an der Landesstraße, das für unseren Stadtteil steht. Vor vier Jahren hat es der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun der Stadt abgekauft; seit dem Herbst lässt er es kernsanieren.

Wände, Decken und Böden sind jetzt von Aufbauten und Putz befreit. Das Schloss zeigt nun für kurze Zeit seine eigene, innere Schönheit. Neuschloss.net stellt exklusiv Bilder und Videos vor, die während einer Besichtigung mit Mitgliedern der Bürgerkammer entstanden sind.

Investor Braun, erfahren im Umgang mit Jahrhunderte alten Gemäuern, lässt auf der Baustelle historische Erkundungen anstellen. Erste Ergebnisse: Die Bäume, deren Kiefernholz bis heute Decken und Dach tragen, wurden im Jahr 1606 angepflanzt und 1746/47 gefällt. Eine Kassettentür stammt aus der gleichen Zeit, ähnlich eine noch beachtlich stabile Treppe auf dem Dachboden.

Die Untersuchungsergebnisse passen zu bisherigen Erkenntnissen: Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Haus umgekrempelt – der Baustil wechselte von Renaissance auf Barock. Eine der deutlichen Änderungen damals: Die Fenster wurden verkleinert. Die Arbeiten wurden zu einer Zeit ausgeführt, als die eigentliche Schlossanlage schon lange zerstört war; sie hatte nicht die Angriffe während des Dreißigjährigen Kriegs 1621/22 überstanden.

Dass auch unser „Schloss“ zu Schaden kam, zeigen Brandspuren an den Außenwänden, die jetzt im freigelegten Zustand wieder zu sehen sind. Das Gebäude wurde wohl deshalb erhalten, weil es schon damals als Wohnraum genutzt wurde – der war schon immer knapp und kostbar.

Weiteres interessantes Ergebnis: In Richtung Erlenweg ist auch von außen zu erkennen, dass die letzten Meter des Gebäudes angebaut wurden. Bisher schrieb man diese Erweiterung ebenfalls der Bauphase 1747 zu. Den aktuellen Erkundungen zufolge ist der Anbau wesentlich, nämlich 200 Jahre älter.

Das "Schloss" an der Landesstraße. Von außen zeigt es sich, als sei nichts gewesen. Innen ist alles anders. Bild: Michael Bayer
Das zeigt sich bei einem Rundgang der Bürgerkammer durch das entkernte Gebäude. Bild: Michael Bayer
Türen auf, Türen zu. Bild: Michael Bayer
Die Wände zeugen von regen Umbautätigkeiten. Bild: Michael Bayer
In der Renaissance-Zeit waren die Fenster größer und abgerundet - nach der Freilegung des Mauerwerks deutlich zu erkennen. Das Fenster zeigt zur Landesstraße hin. Bild: Michael Bayer
Jahrhundertealte Brandspuren zeugen von Zerstörung und Wiederaufbau. Bild: Michael Bayer
Blick in den Dachboden - das tragende Kiefernholz wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut. Bild: Michael Bayer
Eine Kassettentür aus dem Jahr 1747.
Diese Kassettentür ist ebenso alt. Bild: Michael Bayer
Mit Bohrungen ermitteln Fachleute das Alter des Holzes. Bild: Michael Bayer
Treppe auf dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Diese Verzierung am Treppentürmchen war bisher unbekannt. Foto: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zeichen des Steinmetztes - die Wendeltreppe ist aus Granit gefertigt. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Weitere Verzierungen. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Reste des historischen Steinbodens. Bild: Michael Bayer.
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bimssteine - hell aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, dunkel in den 60er oder 70er Jahren eingebaut. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Zimmermannsnägel. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Ausblick aus dem Dachboden. Bild: Michael Bayer
Bild: Michael Bayer
Die Erweiterung, erkennbar auf den letzten Metern zum Erlenweg hin, ist älter als bisher gedacht. Bild: Michael Bayer
Der Lampertheimer Architekt Franz-Rudolf Braun (rechts im Bild) hat sich gründlich mit der Historie des Gebäudes vertraut gemacht. Bild: Michael Bayer

Pläne für das Schloss

In dem Gebäude sollen nach den Vorstellungen des neuen Besitzers vor allem Wohnungen entstehen – sogar im Dachboden sind drei geplant. Im Erdgeschoss sei zum Lindenweg hin auch im kleinen Umfang eine gewerbeliche Nutzung denkbar, sagte Braun: „etwa  eine Praxis oder auch ein Veranstaltungsraum“.  Vor allem letzteres nahmen die Mitglieder der Bürgerkammer mit großem Interesse zur Kenntnis.

Im Detail müssen die Pläne noch mit den Denkmal- und Baubehörden abgestimmt werden. Bis zum Sommer 2018, wenn Neuschloß die erste urkundliche Erwähnung vor 550 Jahren feiert, soll das meiste fertig sein.

Dazu auch: Geschichte – so außergewöhnlich ist Neuschloß

Architekt und Schloss-Besitzer Franz-Rudolf Braun (rechts) stellte mit seinem Sohn Michael, ebenfalls Architekt, der Bürgerkammer seine Pläne vor. Links Sprecherin Carola Biehal.
Architekt und Schloss-Besitzer Franz-Rudolf Braun (rechts) stellte mit seinem Sohn Michael, ebenfalls Architekt, der Bürgerkammer seine Pläne vor. Links Sprecherin Carola Biehal.

Altlastenverein informiert über Grundwasser

Der Sodabuckel ist gesichert, die Grundstücke sind saniert. Nun rückt das Grundwasser in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Betroffen ist hier vor allem das Gebiet westlich des Ulmenwegs, also der Eichenweg mit seinen Seitenstraßen. Aber auch für die bodensanierten Bereiche wird es noch einmal interessant. In der Mitgliederversammlung des Altlastenvereins am Mittwoch, 7. Dezember, 19 Uhr, im Restaurant Quattro Mori werden Fachleute den Stand der Dinge berichten und einschätzen. Ausdrücklich eingeladen sind auch Nicht-Mitglieder.

Die Sanierungsanlage an der Landesstraße holt zwar seit 2003 jährlich 60 Kilogramm Arsen aus dem Grundwasser – eine unglaubliche Menge. Weil aber so viel mehr Arsen unter der Erde liegt, werden die Wasserwerte nicht besser. Die bisherige Technik ist also nicht effektiv genug. Ein neuer Ansatz, entwickelt mit der Universität Heidelberg, könnte die Lösung sein. Doch auch sie kostet Geld, das überall knapp ist.

Auf der Tagesordnung stehen ferner die turnusmäßige Wahl des Vorstands und ein Rückblick auf die erfolgreiche Sicherung des Sodabuckes.

Die Tagesordnung

  1. Begrüßung, Beschlussfähigkeit
  2. Rückblick (Erste Vorsitzende Carola Biehal)
  3. Schwerpunkt: Informa onen zur Grundwassersanierung (HIM- Altlasten-Sanierungsgesellschaft)
  4. Rückblick auf die Sicherung des Sodabuckels (Stadt Lampertheim)
  5. Kassenbericht
  6. Entlastung des Vorstands
  7. Wahl des Vorstands
  8. Verschiedenes
Biofilter gegen Kanalgeruch im Ulmenweg.

SPD und FDP fordern Geld für Kanalumbau

Den stinkenden Abwasserkanal umzubauen, erscheint dringender denn je. Die Neuschlößer bemängeln inzwischen fast jede Woche mehrmals über den Geruchsmelder von Neuschloss.net Belästigungen. Die Zahl der Hinweise steigt damit immer weiter – offenbar verlieren die Anwohnerinnen und Anwohner langsam die Geduld.

Nach der Bürgerkammer reagiert jetzt auch die Stadtpolitik. Die Fraktionen der SPD und FDP in der Stadtverordnetenversammlung wollen das Geld für einen Umbau des Kanals im Haushalt für das kommende Jahr sehen. Das geht aus einem Beschlussantrag für das Parlament hervor, der Neuschloss.net vorliegt.

Wörtlich heißt es in dem Papier: „Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: In den städtischen Haushaltsplan werden für die Durchführung einer Kanalreinigung mittels Schwallspülungen im Stadtteil Neuschloß im Budget des Fachdienstes ‚Tiefbau‘ 75.000 Euro eingestellt.“ Damit würden jährlich drei manuelle Spülungen des Kanals eingespart – und damit etwa 4.000 Euro.

Im Stadtteil stinkt es regelmäßig aus dem Kanal, weil sich in den teils recht großen Rohren Fäkalienreste festsetzen. Nach jahrelanger Ratlosigkeit der Verwaltung hatte Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) der Bürgerkammer im Sommer erstmals eine technische Lösung präsentiert: Das Kanalwasser soll an zwei Stellen für einige Minuten aufgestaut und dann auf einen Schlag losgelassen werden. Diese kräftigen Schwallspülungen würden, so die Idee, die riechenden Ablagerungen verhindern. Mit 75.000 Euro erschien der Umbau sogar recht günstig, das Projekt schnell umsetzbar.

So funktioniert die geplante Schwallspülung - aus der Präsentation der Verwaltung.
So funktioniert die geplante Schwallspülung – aus der Präsentation der Verwaltung.

Im Herbst allerdings machte Klingler einen Rückzieher: Das Geld sei zwar da, aber leider nicht mehr das Personal in der Verwaltung, das die Arbeiten planen und prüfen könne. Deshalb, erläuterte Klingler, habe er auch die 75.000 Euro gleich aus dem Haushalt gestrichen. Der Bürgerkammer gefiel das gar nicht. Sie forderte einstimmig, das Geld in jedem Fall vorzusehen – damit der Kanalumbau nicht wieder an den Mitteln scheitert, wenn das Bauamt vielleicht doch wieder besser personell ausgestattet ist.

Die Koalition aus SPD und FDP im Parlament schließt sich dieser Position nun an. Damit stellen sich die Sozialdemokraten an der Stelle gegen den Ersten Stadtrat, der aus ihren eigenen Reihen kommt.

So richtig zielführend ist das alles freilich nicht: Geholfen wäre Neuschloß erst, wenn die Fraktionen im Stadtparlament weitergehend fordern, die Verwaltung möge die Kanalarbeiten so hoch priorisieren, dass sie auch bei enger Besetzung im Bauamt gleich im kommenden Jahr umgesetzt werden.

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Adventsmarkt auf dem Ahornplatz

Riesig muss ein Weihnachtsmarkt gar nicht sein, damit er gut ankommt. Der Ahornplatz hat wohl genau die richtige Größe, damit von den Besucherinnen und Besuchern immer noch fast jede auch jeden kennt – und umgekehrt. Und sich zugleich Raum findet für ein kleines Bühnenprogramm, reichlich Speis und Trank, schöne Verkaufsstände und eine Tombola.

Viele der Anbieter, auch das bemerkenswert, sind Bewohner unseres Stadtteils. Beim Sportclub Kurpfalz und der evangelischen Johannesgemeinde ist das sowieso klar. Aber auch in dem beliebten Pizzahäuschen standen bekannte Gesichter, beim Imbiss im Zelt, die Ghana-Initiative, der Stand mit den Näharbeiten, die Limobar neben dem Weihnachtsbaum, die Keyboardschule. Von Neuschlößern selbst gemacht – das gilt fast für den kompletten Nachmittag. Auch das macht unseren Adventsmarkt natürlich aus.

Bei der Tombola des Fördervereins der Pestalozzischule zeigte Fortuna ihre Launen: Hier holte sich eine Familie zehn Lose und freute sich immerhin noch ein bisschen über zwei, drei Trostpreise. Gleich nebenan jubelte eine Frau über einen der großen Preise – einen von mehreren Gutscheinen vom Restaurant Quattro Mori. Sie hatte nur drei Lose gekauft – und dabei noch einen weiteren Gewinn gezogen. Gesprächsstoff über die Wahrscheinlichkeitsrechnung boten solche Szenen allemal. Hauptpreis war übrigens eine Wimpernverlängerung, zur Verfügung gestellt vom Beautysalon BeBelle.

Um die Musik kümmerten sich Stefan Spiesberger, seine Schülerinnen und Schüler von Kids on Keys und die Sängerin Melanie Schlüter. Dabei auch die Mädchen und Jungen aus dem kommunalen Kindergarten. Der evangelische Posaunenchor unterhielt die Gäste enenfalls. Und nicht zuletzt der Weihnachtsmann, der gleich ein recht junges Christkind mitbrachte.

Ein schöner Nachmittag und abend, den nicht wenige Neuschlößer bis zur letzten Minute auskosteten.

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Stimmungsvolles Lichterfest an der Pestalozzischule

Ein wundervoller, stimmungsvoller Abend: das erste Lichterfest der Pestalozzischule. Rund 2500 Kerzen verwandelten den Pausenhof in ein Lichtermeer. Die Kinder hatten sich mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Motive ausgesucht und es mit Kreide auf dem Boden vorgezeichnet. Kurz von Sonnenuntergang kamen dann die Teelichter dazu, in einem Glas vor Wind geschützt.

Zu sehen war beispielsweise eine lachende Sonne, ein Kürbis und eine Schnecke. Insgesamt waren es ein Dutzend Motive.

Zur Eröffnung gab es ein kleines Programm. „Kinder tragen Licht ins Dunkle“, sang der Chor der Schule, angeleitet von Stefan Spiesberger. Fackelträger umrahmten den Auftritt. Ein Feuerspucker sorgte für Aufsehen.

Wer es etwas ruhiger angehen wollte, konnte im gemütlichen Lesezelt Märchen und Geschichten lauschen.

Der Förderverein „Hand in Hand“ kümmerte sich ums leibliche Wohl der Gäste. Die Einnahmen kommen den Kindern zu Gute. Der Verein finanziert mit solchen Veranstaltungen Projekte, die den Mädchen und Jungen großen Spaß bereiten, die sich aber nicht über die offiziellen Etats finanzieren lassen.

Dazu zählt beispielsweise ein Grünes Klassenzimmer aus hochwertigen Granitsteinen, das bereits im Schulgarten aufgestellt ist und im Frühjahr offiziell übergeben werden wird. Der Schulchor wird genauso gefördert wie die jährliche Fahrt ins Theater in der Vorweihnachtszeit, damit die Teilnahme für alle Mädchen und Jungen möglich wird.

„Hand in Hand“ besteht seit sechs Jahren. Mit rund hundert Mitgliedern sind gut ein Drittel aller Eltern vertreten. An der Spitze des Fördervereins stehen Özlem Kamisli-Bayer und Dr. Ayse Bilbal-Ludäscher; zum Vorstand gehören ebenfalls Karin Bitsch und Michael Bayer.

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Weihnachtsbaum-Schmücken am Ahornplatz

Ein beeindruckender Weihnachtsbaum steht seit einigen Tagen am Ahornplatz, groß und kräftig. Nur weihnachtlich ist er noch nicht. Das wird sich am kommenden Samstag, 19. November, ändern. Um 10.30 Uhr rückt ein Kranwagen an, damit die Neuschlößer Kinder den Baum gemeinsam schmücken können – auch ganz oben.

Die Mädchen und Jungen in Kindergarten und Krippe „basteln schon, was das Zeug hält“, berichtet Stefan Spiesberger von der Musikschule Kids on Keys, der die schöne Aktion wie in den vergangenen Jahren organisiert. Wer noch eine übrige Weihnachtskiste im Keller stehen hat, darf sie ebenfalls gerne mitbringen.

Damit niemand friert oder hungert, wird auch für das leibliche Wohl gesorgt.

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Sicherung des Sodabuckels abgeschlossen

Eigentlich ein guter Grund zum Feiern für die Stadt und unseren Stadtteil. Aber mehr als ein mittelgroßer Pressetermin ist nicht daraus geworden: Am Freitag hat Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer den letzten Baum auf dem Sodabuckel angepflanzt. Das 30.000-Quadratmeter-Areal mit den Produktionsresten der früheren chemischen Fabrik ist nun neu geformt; die giftigen Altlasten darin sind gesichert, sollten also nicht mehr ins Grundwasser oder an die Erdoberfläche gelangen.

Das bedurfte einigen Aufwands: Die Bauarbeiter hatten 19.000 Kubikmeter Boden umgelagert, eine 60.000 Kubikmeter starke Wasserhaushaltsschicht eingebaut und 10.000 Quadratmeter Kunststoffverdichtungsplanen verlegt. Der Forst setzte 26.000 kleine Bäume und Strächer ein, damit wieder ein Wald entsteht. Kosten für die Stadt: 5,5 Millionen Euro.

Mit der Sicherung des Sodabuckels in Neuschloß endet für die Stadtverwaltung ein Kapitel, das recht dunkel begonnen hatte. Es war im Jahr 1987, als die Kommune einen attraktiven Abenteuerspielplatz eröffnete – auf jenem Hügel, den der Volkmund aus guten Gründen Sodabuckel nennt.

Der frühere Eingang zum Abenteuerspielplatz.
Der frühere Eingang zum Abenteuerspielplatz.

Nach mehreren Altlasten-Funden im Wohngebiet ließ die Stadt zwei Jahre später zähneknirschend den Abenteuerspielplatz untersuchen. Die Ergebnisse waren verheerend. Die Schadstoffbelastung war so hoch, dass selbst aufgewirbelter Staub gefährlich sein konnte. Die Verwaltung geriet in eine Schockstarre: Erst Monate, nach dem diese gefährliche Erkenntnis schriftlich vorlag, schloss sie den Kinderspielplatz.

Mehr über diese Zeit und die Rolle der Stadtverwaltung unter ihrem seinerzeitigen Bürgermeister Gisbert Dieter (SPD) findet sich in unserer Stadtteil-Geschichte. Erst Erich Maier, der 1997 sein Amt antrat, änderte die Grundhaltung; seither bringt die Kommune die Sanierung und Sicherung in Neuschloß mit voran.

Im Stadtteil rückte dann die Sanierung der mehr als hundert Grundstücke auf dem Wohngebiet in den Vordergrund – es war die größte bewohnte Altlast in Hessen. Dann schließlich die Sicherung des Sodabuckels, die nun erfolgreich zu Ende geht.

Jetzt geht es noch ums Grundwasser

Ganz fertig mit den Überresten der chemischen Fabrik ist Neuschloß damit freilich nicht, wie Carola Biehal, die Vorsitzende von Altlasten-Projektbeirat und Bürgerkammer, zu recht beim offiziellen Baumpflanzen betonte: Das Grundwasser ist weiter noch stark belastet. Ein Modellversuch, den Regierungspräsidium Darmstadt und Universität Heidelberg gemeinsam betreiben, verläuft vielversprechend. Der Abschlussbericht liegt vor; bis Februar entstehen die Detailpläne, wie ins Grundwasser zugeführte Phosphate das an Gesteinen festsitzende Arsen am besten lösen.

Entscheidend bei der Grundwassersanierung ist mal wieder das Geld. Den Sodabuckel schulderte die Stadt alleine, die Grundstücke zum Großteil das Land, zudem die Kommune und die Anwohner. Beim Grundwasser ist wieder Wiesbaden gefragt. Insofern, ermahnt der Südhessen Morgen, könnte etwas Dankbarkeit in der Kommunalpolitik dem Land gegenüber nicht schaden. Hintergrund ist ein kleiner Streit um 50.000 Euro im Rahmen des 90-Millionen-Projekts.

Die Grafik der Sanierer zeigt: Die höchste Arsen-Belastung findet sich westlich des alten Ortskerns von Neuschloß, also außerhalb des ehemaligen Betriebsgeländes der chemischen Fabrik.
Verteilung der Arsen-Belastung im Grundwasser.

Der größte Teil der Schadensfahne im Grundwasser zieht übrigens vom Ulmenweg westlich Richtung Eichenweg und dessen Seitenstraßen. Damit sind hier auch andere Anwohner betroffen als jene, deren Grundstücke saniert wurden.

Der Altlastenverein wird deshalb seine Mitgliederversammlung, in der die Grundwassersanierung das große Thema ist, auch für Nicht-Mitglieder öffnen. Sie beginnt am Mittwoch, 7. Dezember, um 19.30 Uhr im Restaurant Quattro Mori in der Forsthausstraße.

Blick auf Neuschloß. Links der Sodabuckel.
Neuschloß, links der Sodabuckel.

Das Luftbild hat uns Ernst Kraus zur Verfügung gestellt – vielen Dank! Mit einem Klick auf das Foto ist eine Großversion zu sehen.

Parkende Sprinter versperren den Gehweg

Halteverbote gegen die Sprinter

Mit Halteverboten will die Stadtverwaltung gegen das Transporter-Chaos rund um den Beamtenbau vorgehen. Die Pläne dazu hat Erster Stadtrat Jens Klingler in der Bürgerkammer vorgestellt.

Demnach dürfen im Lindenweg auf der Schlossseite und im Seitenweg der Landesstraße beidseitig keine Fahrzeuge mehr stehen. Der Schlosshof wird als Privatgrundstück ausgewiesen; Berechtigte können dort nur an eingezeichneten Plätzen parken. Regelmäßige Kontrollen des städtischen Ordnungsamts, auch abends und an Wochenenden, sollen sicherstellen, dass die Schilder den gewünschten Effekt haben.

Hier sollen bald die Halteverbot-Schilder stehen.
Hier sollen bald die Halteverbot-Schilder stehen.

Die Probleme bestehen seit etwa einem Jahr. Damals hatte sich ein Transportunternehmen in einem Haus an der Kreuzung Lindenweg/Forsthausstraße angesiedelt. Zahlreiche Sprinter parken nun dort – nicht selten blockieren sie die Bürgersteige. Das ist insbesondere jetzt in der dunklen Jahreszeit gefährlich für Schulkinder, die auf dem Weg zum Schulbus auf die Fahrbahn ausweichen müssen.

Das Thema ärgert die Neuschlößer sehr – auf der Facebook-Fanseite von Neuschloss.net gibt es regelmäßig Unmutsäußerungen. Die Bürgerkammer hatte den Sachverhalt im Sommer aufgegriffen und die Verwaltung um Abhilfe gebeten.

Den Mitgliedern der Kammer gefällt das Halteverbot-Konzept: „Damit müssen die Sprinter rund ums Schloss weichen, das ist gut für die Kinder“, hieß es. Im Blick hat das Gremium, dass die großen Fahrzeuge weiter ins Wohngebiet ausweichen könnten. „Grundsätzlich darf man im öffentlichen Bereich parken, wenn man die Autos bewegt“, erläuterte Klingler.

Allerdings, überlegten Kammer-Vertreter, könne dann geprüft werden, ob genug Platz für Rettungsfahrzeuge bleibe. Falls – wie zu erwarten – nicht, gebe es auch hier eine rechtliche Handhabe gegen die unbeliebten Sprinter.

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Wie lange stinkt der Kanal noch?

Der Neuschlößer Kanal wird wohl später umgebaut als noch im September erhofft. Seinerzeit hatte Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) der Bürgerkammer ein schlüssiges Konzept vorgestellt, was getan werden kann, damit der Abwasserkanal nicht mehr stinkt. Das Charmante dabei: Mit 75.000 Euro fallen die Kosten in den Millionen, die der Lampertheimer Kanal sonst so verschlingt, kaum auf. Machbar, das war die frohe Botschaft.

Allerdings gab es schon seinerzeit den Hinweis, das Personal im Bauamt sei knapp. Genau an dieser Stelle verschärft sich die Lage: Nach dem zuständigen Sachbearbeiter wird im Frühjahr auch Amtleiter Rinder die Verwaltung verlassen. Was Klingler wie folgt zusammenfasst: „Erst hatten wir Personal und kein Geld, um den Kanal anzugehen. Jetzt haben wir das Geld, aber kein Personal.“ Und dann setzte der Stadtrat noch einen drauf: Wenn kein Personal da ist, so sein Motto, kann man auch das eingeplante Geld im Haushalt streichen.

Das allerdings gefällt der Bürgerkammer ganz und gar nicht. Sie besteht darauf, dass die Mittel weiter im Haushalt bereit gestellt werden. „Damit das Projekt nicht wieder am Geld scheitert, falls dann doch jemand da ist, der es umsetzen kann“, erläuterte die Vorsitzende Carola Biehal.

Prüfenswert erscheine auch, das Projekt extern zu vergeben. „Wenn ich etwas nicht selbst hinbekomme, muss ich es rausgeben“, sagte Kammer-Mitglied Günter Wiedenauer. „Aber auch die Ausschreibung muss jemand machen“, hielt Klingler entgegen.

In jedem Fall müsse auch kurzfristig was passieren, war sich das Gremium einig. Denn in den vergangenen Wochen erreichten den Geruchsmelder von Neuschloss.net so viele Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner wie noch nie. „Wenn das Problem nicht grundsätzlich gelöst werden kann, muss der Kanal eben nicht mehr vierteljährlich, sondern monatlich gespült werden, um die Neuschlößer vor dem Gestank zu verschonen“, forderte Mitglied Michael Bayer.

Die Kammer beschloss einstimmig ihren Wunsch, dass die Investionsmittel in Höhe von 75.000 Euro im Etat festgeschrieben werden – und bis zur Umsetzung der Arbeiten die Zahl der Spülungen wie vorgetragen erhöht werden soll.

Weitere Informationen: Das Konzept der Kanalsanierung vom September – und die komplette Vorschichte.

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Mehr Sicherheit und Service für Radfahrer

neuschloss-radwegDie zentrale Einmündung des Ulmenwegs in die Landesstraße soll für Radfahrer sicherer werden. Das ist das Ergebnis einer Radverkehrsschau, die in der Bürgerkammer vorgestellt wurde. Konkret: Eine rote Markierung wird bald den Weg für Radler über den Ulmenweg kennzeichnen.

Viele Zweiräder sind auch zwischen Lorsch und Neuschloß unterwegs. Auf Anregung der Kammer soll nun ein Schild die Radler darüber informieren, dass sie Neuschloß erreichen. Damit wird unser Stadtteil wieder beispielgebend: Auch andere Vororte und die Kernstadt sollen die Idee der Kammer fortführend solche Hinweise bekommen – beispielsweise von Mannheim kommend auf dem Deich.

Dieses Schild wird bald Radfahrer aus Lorsch kommend in Neuschloß begrüßen.
Dieses Schild wird bald Radfahrer aus Lorsch kommend in Neuschloß begrüßen.
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St. Martin auf dem Ahornplatz

Eine schöne Aktion für unseren Nachwuchs: Die Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten und der Krippe feierten gemeinsam mit Stefan Spiesbergers Musikschule „Kid on Keys“ den heiligen St. Martin. Zunächst zogen die Kleinen mit ihren Laternen durch den Wacholder- und Ulmenweg. Dann gemeinsames Singen auf dem Ahornplatz.

Die Sprecherin der Bürgerkammer, Carola Biehal, begrüßte die Gäste und freute sich über das große Interesse.

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Zehn Jahre Tai Chi beim SC Kurpfalz

Ein kleines Jubiläum gibt es in diesen Tagen beim Sportclub Kurpfalz: Seit zehn Jahren können die Neuschlößer sich im Tai Chi üben. Ursprünglich eine chinesische Kampfkunst, wird Tai Chi jetzt als eine Bewegungslehre betrachtet, die der Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und Meditation dient.

Trainerin ist Nicola Vallejos. Sie hat die Techniken während eines mehrjährigen Aufenthalts in China gelernt. Als sie nach Neuschloß zurückkam, gründete sie im Herbst 2006 die Abteilung des Sportvereins. Es fand sich eine kleine, aber treue Fangemeinde: Einige Frauen sind seit der Gründung der Abteilung bis heute dabei.

Während eines gemeinsamen Essens blickte Trainerin Vallejos mit den Aktiven auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Der Vortrag samt Bildershow weckte viele Erinnerungen. Die Vorsitzende des Sportclubs, Christine Kotschner-Klein, überreichte der Kursleiterin als kleine Anerkennung einen Blumenstrauß (Bild oben).

Tai Chi ist nicht die einzige asiatische Sportart beim SC Kurpfalz. Der Verein bietet derzeit auch einen Qi-Gong-Schnupperkurs an. Die Neuschlößerin Ariane Lunkenbein leitet das Treffen im Bürgersaal. Bei Qi Gong wird Wert gelegt auf die Regulierung von Bewegung und Haltung, von Atmung und Aufmerksamkeit. Es gibt Übungen in Ruhe (im Liegen, Sitzen, Stehen) und in Bewegung.

„Die bewegten Übungen bringen die Gedanken zu völliger Ruhe, der Geist wird genährt und gestärkt, und die natürlichen Selbstheilungskräfte des Organismus werden angeregt und gestärkt“, erklärt der Verein. Wer es ausprobieren möchte, bekommt vergünstigte Konditionen.

Damit rückt bei dem Neuschlößer Sportverein die inhaltliche Arbeit wieder in den Mittelpunkt. Ende des vergangenen Jahres stand der Verein plötzlich ohne Ersten Vorsitzenden da. Der hatte zuvor zwar viele ambitionierte Pläne angekündigt; daraus geworden war aber wenig. Dazu kamen private juristische Probleme – all das endete mit dem Rück- und Austritt des Vereinschefs. Im Frühjahr rückte dann Christine Kotschner-Klein an die Spitze – und wird unterstützt von ihrer Stellvertreterin Heidemarie Schlindwein.

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Flohmarkt als Rundkurs durch die Schule

So groß war die Auswahl für die Besucherinnen und Besucher des Flohmarkts an der Pestalozzischule noch nie: 40 Tische voller Kleidung, Spielsachen und Bücher lagen bereit. Zum ersten Mal verteilt über den kompletten Flur im Erdgeschoss, angelegt als Rundweg durch die Pestalozzischule.

Am Eingang begrüßte der Förderverein die Gäste persönlich – und informierte so gleich über die neue Anordnung der Verkaufstische. Die meisten gingen später mit vollen Taschen zurück, einige sogar mehrmals.

Ein großes Angebot hielt das Café bereit. Zwei Dutzend Kuchen und teils auch Torten hatten Eltern und Großeltern gebacken und zum Verkauf zur Verfügung gestellt. Der Förderverein servierte wieder seine leckeren Crepes mit Nutella oder Zucker und Zimt. Die Rindswürste, vergünstigt geliefert von der Lampertheimer Metzgerei Blüm, rundeten das Angebot ab. Hinter der Bedientheke arbeite mit dem Vereinsvorstand auch Schulleiterin Michaela Ohse „Hand in Hand“.

Wer beim nächsten Mal wieder dabei sein will, kann sich schon jetzt den Termin des Frühjahr-Flohmarkts vormerken: Am Samstag, 25. März 2017, heißt es wieder: Alles fürs Kind. Dann mit Kleidung für die warme Jahreszeit, Fahr- und Laufrädern und Spielsachen für draußen.

Der Spielplatz straht fast wie neu

Das war echt harte Arbeit für die gut ein Dutzend Neuschlößer, die am Tag des Ehrenamts den Spielplatz am Alten Lorscher Weg auf Vordermann brachten. Die Bürgerkammer hatte die Idee und stellte auch die meisten Mitstreiter, zu denen sich weitere Freiwillige aus unserem Stadtteil gesellten.

Mit Schmirgelpapier und Schleifgeräten legten die Helferinnen und Helfer die Grundlage für die späteren neuen Anstriche. Spielhäuschen strahlen jetzt fast wie neu, auch die besonders aufwendig zu bearbeitende Elefantenschaukel.

Außerdem verteilten die Ehrenamtlichen, zu denen auch einige Kinder zählten, in großen Mengen Holzhäcksel unter den Kletterseilen und brachten feinen Sand über den Grünflächen aus, damit das Gras dort besser wachsen kann. Geduldig entfernten die Neuschlößer auch das Unkraut zwischen den Pflastersteinen der Treppe des Hügels der Rutsche.

Die Helferinnen und Helfer.
Die Helferinnen und Helfer.

Die Metropolregion hatte einen Teil des nötigen Materials bezahlt, etwa Farben und Schleifpapier; der Bauhof besorgte es. Nachbarn stellten den Strom. Gartengeräte wie Besen, Rechen und Schere sowie Handschuhe brachten die Helfer selbst mit. Zur Stärkung gab es Fleischkäse-Brötchen, spendiert von der Bäckerei Schmitt und der Metzgerei Blüm.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie unsere Bilder zeigen.